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3.9.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

Donnerstag 3. September 1903

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen.

Kernsprechanschluß Nr. 51.

Nr. 306

ttttOetut tLgttch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Yesfischen Landwirt die Gießener Kamrlieu. blätter viermal in der Woche deigelegt.

KotattonSdruck u. Ver­lag der VrühNchen Untoers.-Buch- ».Stein- druckeret (Pietsch Erben-

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Amk- und »nzeigeblM für den Kreis Gichen NtzZ

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Aie Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

Kaiser Wilhelm in Dresden.

Dresden, 2. Sept.

Bei prächtigem Wetter begann heute morgen 10 Uhr auf dem Truppenübungsplabebei Zeithain die Parade des 12. (1. sächsischen) Armeekorps und der Kavallerie- division B unter dem Kommando des Kronprinzen von Sachsen. Der Kaiser, der König von Sachsen und die übrigen hier weilenden Fürstlichkeiten sowie die Prin­zessin Johann Georg und die Großherzogin von Sachsen- Weimar trafen mittels Sonderzuges ein. Nach dem Ab­reiten der Fronten der Druppeu, die in zwei Treffen auf- gestellt waren, begann der Vorbeimarsch, währenddessen die Majestäten vor der Zuschauertribune Aufstellung nahmen. Der erste Vorbeimarsch'fand in Kompagniefront bezw. Eskadron- und Batteriejront statt. Hierbei führte der König das Grenadier-Regiment Nr. 100 und das Schützen-Regiment Nr. 108, das Gardereiter-Regiment Nr. 12 und das Feldartillerie-Regiment vor. Der Kaiser führte das Grenadier-Regiment Nr. 101 und das Leibkürassier-Re­giment vor. Um 12 Uhr begann der zweite Vorbeimarsch, welcher in Regiw en Lsko können bezw. in Eskadron- und Abteilungsfront ausgesührt wurde. Aw Paradeplatz, hatten die Kriegervereine Ausstellung genommen.

Das Publikum bereitete dem Kaiser und dem Könige sehr lebhafte Ovationen. Die an der Parade teilnehmenden preußischen Kavallerie-Regimenter wurden lebhaft beklatscht.

Nach demDr. I." hat der Kaiser dem Kronprinzen von Sachsen den königlichen Hausorden von Hohenzollern mit der Kette verliehen.

Der Kaiser begab sich uw 5 Uhr nachmittags zur Gruft König Alberts, um daselbst eine Kranzspende niederzulegen. Später machte der Kaiser der Prinzessin Johann Georg einen Besuch.

Bei dem^ heutigen Festmahl hielt König Georg folgende Rede: Gestatten Sie mir, zunächst meinen tief­gefühltesten Dank für den hohen Besuch auszusprechen, der mich und mein Volk abermals hoch ehrte und erfreute. Vor allem drängt es mich, namens meiner Truppen, welche heute die Ehre hatten, vor Eurer Majestät zu erscheinen, ehrerbietigsten und tiefstgefühlten Dank auszusprechen da­für, vor Ew. Majestät erscheinen zu dürferr. Es ist dem Soldaten eine hohe Ehre und eine hohe, leider nur selten zuteil werdende Freude, dem obersten Feldherrn ins Auge iu sehen. Dank sage ich auch für das nachsichtige Lob, das Ew. Majestät den Leistungen unseres ArmeekorM spen­deten ; Dank für die erhabenen Worte,welcheEw. Ma­jestät an die Kommandeure des Armeekorps gerichtet haben. Ich darf die Versicherung namens des Armeekorps geben, daß diese Worte nicht vergessen sein werden, daß das Armeekorps sie als einen Ansporn an­sehen wird, alles zu tun, bei jeder Gelegenheit im Kriege wie im Frieden die Zufriedenheit und den Beisall Eurer Majestät als des obersten Kriegsherrn zu erwerben. Meine Herren, ich erhebe das Glas: der Kaiser hurrah, hurrah hurrah!

Ter Kaiser er widerte: Gestatten Ew. Vkrjestät, meinen aus tiefstem Herzen kommenden Dank aus­zusprechen für die erhabenen Worte, die Ew. Majestät soeben aussprachen. Tief ergriffen von der Wärme des Empfanges in Ew. Majestät Residenzstadt, die ich, Gott sei Dank, schon oft betreten durfte, drängt es mich vor allem, der Freude Ausdruck zu geben über das herrliche Korps, das heute so Schönes leistete. Ew. Majestät erhabene Person und die wenigen al ten um Gw. M aj estä t v er- sammelten Generäle aus alter Zeit bilden für uns jüngere Offiziere eine Generation, 0 ie uns lehrte, w as Soldat sein heißt, und wie manSoldatwird. Es wird mein Bestreben fein, in enger Fühlung mit den bewährten Füh­rern aus großer Zeit, von ihnenzu lernen und an ihrem Lobe mich erbauend die Truppen so aus- zubilden, wie es zum Besten des Vaterlandes und meiner Armee dienen kann. Ich spreche Ew. Majestät meinen herzlichsten und innigsten Glückwünsch zum heutigen Tage aus und bin fest überzeugt, daß Ew. Majestät gütiges, landesväterliches Herz sich heute auch gefreut haben wird, nicht nur über Ihre Landeskinder im Waffenrock, sondern vuch über die stolze Schar Ihrer Landeskinder im schwarzen Rock, die, mit Orden auf der Brust geschmückt, heute Ew. Majestät strahlenden Auges liebend angesehen haben. Wir aber vereinigen unsere Gefühle für die erhobene Person «Ew. Majestät, des kgl. sächsischen Hauses und der kgl. sächsischen Armee und rufen: König Georg hurrah, hurrah, hurrah!

Der Kaiser, der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich sind heute abend umj 9 Uhr 20 Min. ab ger e ist, König Georg, Kronprinz Friedrich August, Prinz Johann Georgs und die übrigen Fürstlichkeiten begleiteten die Gäste zum Bahnhof. Kurz nach der Abreise des Kaisers trat König Georg die Reise nach Leipzig an.

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Nachdem gestern abend im Festsaale der Halle der Städte-Ausstellung der Begrüßungsabend statt- gefunden hatte, erfolgte heute vormittag die Eröffnung des ersten deutschen Städtetages durch den Ober­bürgermeister Beutler. Vertreten sind 159 Städte, meist durch ihre Oberbürgermeister. Oberbürgermeister Beutler hieß die Herren willkommen, betonte die hohe Bedeutung des Tages für die Kultur der Städte und wünschte, daß er eine dauernde Einrichtung bleiben möchte, um fortgesetzt städtische Interessen zu vertreten Redner schloß mit einem Hoch aus den König von Sachsen. An beide Majestäten wur­den Huldigungstelegramme gefanbt.

An den Vorsitzenden gingen alsbald folgende Tele­

gramme vom König von Sachsen und vom deut­schen Kaiser ein:

Zum Städtetag der vereinigten Vertreter von 160 deutschen Städten herzlichsten Gruß und Dank. Georg.

S. M. der Kaiser haben den freundlichen Gruß des anläßlich der deutschen Städteausftellung hier zusammen-- getretenen deutschen Städtetages huldvollst entgegenzuneh­men geruht. Se. Majestät lassen für die Kmidgebung Viel­urals danken und den Beratungen des deutschen Städte­tages, welche Allerhöchstdieselben mit besonderem Interesse begleiten werden, reiche Erfolge für das Wohl der deutschen Städte und chrer Bevölkerung wünschen. Auf Allerhöchsten Befehl: Lueanus.

Zum Vorsitzenden des Städtetages wurde Oberbürger­meister Kirschner-Berlin gewählt. Im Auftrage der Re­gierung hieß Staatsminister v. Metzsch den Städtetag will­kommen. Zum ersten Punkte der Tagesordnung:Die soziale Aufgabe der Städte" hiell Oberbürger- merfter A d i ck e s - Frankfurt am Main einen zweistündigen Vortrag.

Anschließend an diesen Vortrag ergänzte der Ober­bürgermeister von Dresden, Beutler, den Vorschlag be­züglich praktischer Durchführung der sozialen Aufgaben wesentlich und gab Fingerzeige, wie sich die Verwaltungen ihrer diesbezüglichen Aufgaben entledigen können. Hieran folgte eine kurze Ansprache des Staatsmimsters v. Metzsch, in welcher er betonte, daß die Staatsregierung an dem Blühen und dem Fortschritt der Städte interessiert, den kulturellen Bestrebungen des Städtetages wohlwollend gegenüber stehe.

eLändliche Wohnungsreform.

Wenn man von Wohnungsnot spricht, so denkt man meist an städtisch-industrielle Verhältnisse; es giebt fogar Seilte, die der Meinung sind, daß die Wohnungsftage oie ländlichen Gebiete nicht berühre. In Wirklichkeit finö aber die Wohnungszustände in rein ländlichen Gebieten oft ebenso schlimm wie in städtisch-industriellen, und wenn man bisher noch wenig davon hörte und sich die ganze Bewegung fast ausschließlich auf städtisch-industrielle Ver­hältnisse erstreckte, so hat das seine Gründe. Die Wohn­ungsnot kam hier am ehesten und am schärfsten zum Aus- >ruck. Infolge des massenhaften durch die industrielle Ent­wickelung verursachten Zuzugs nach den Städten wurde hier eine Menge dicht nebeneinander lebender Menschen gleich­zeitig in Milleidenschaft gezogen, ihre Klagen mußten dre Oesfentlichkeit schließlich aufrütteln, zumal den Bewohnern die Mittel zu Gebote standen, durch die sie die Auf­merksamkeit auf die Notstände lenken konnten. Anders auf dem Lande. Der dünner gesäten, zerstreuter wohnen­den Bevölkerung stehen nicht die Werkzeuge zur Verfügung, )ereu man sich in den Städten bedient. Hinzu kommt, daß )ie Landbewohner sich mit den überkommenen Zuständen wie mit etwas Selbstverständlichem eher abzufinden wissen.

Wer sich mit der Wohnungsftage eingehender beschäf­tigt, dem wird ein charakteristischer Unterschied zwischen der Wohnungsnot in den Städten und auf dem Lande bald auffallen. Er wird finden, daß in städtisch-industriellen Ge­bieten die Wohnungsüberfüllung.und Wohnungsteuerung im Vordergründe steht, daß in rein ländlichen Bezirken dagegen dieunhygienischeWohnung mehr hervortritt. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß es in städtisch-industriellen Gebieten keine ungesunden Wohnungen oder in ländlichen Orten feine überfüllten Wohnungen gäbe. Aber im allge­meinen kann man diese Merkmale als charakteristische Unter- ch.iedse gelten lassen.

Es sind in neuerer Zeit, namentlich bei uns in Hessen nach dem Inkrafttreten unseres vorzüglichen Wohnungs- gesetzes sehr wertvolle Untersuchungen über die ländlichen Wohnungsverhältnisse angestellt worden. Hier sei nun nach >erK. V.-Z." das Resultat einer Untersuchung angeführt, die kürzlich in einem kleinen Dorfe der Rheinprovinz vorgenommen wurde. Das Dors besteht aus etwa 80 Häusern. Von diesen wurden 10 Prozent untersucht, und es wurde feftgeftellt, daß keine der Wohnungen auch nur den mäßigsten hygienischen Anforderungen entspricht. Einige Beispiele mögen das erläutern.

In einem niedrigen, baufälligen Hause waren zwei Kammern verfügbar. Die Frau schläft mit einem Kinde in einer dieser Kammern, einem engen lichtlosen Raum. Die andere Kammer hatte allerdings mehr Licht und £uft, ie hatte sogar schon zu viel, denn über dem ' Bette, das licht an die vermorschte Wand gerückt war, klaffte eine meterlange handbreite Spalte, jedem Wetter Zutritt lassend. In diesem Bette, das aus Strohsack und wollener Decke bestand, schliefen die übrigen vier Kinder. Der Vater war vor kurzem an Tuberkulose gestorben; die früher gesunde Mutter war ebenfalls schon infiziert. Ein anderer Hvus- halt bestand aus Eltern und fünf Kindern. Die erste Kam­mer enthielt ausgemessen 18 Kubikmeter Luftraum, war also schon für zwei Personen zu Hein. Hier standen zwei Betten. Links schlief der Vater mit einem fünfjährigen Knaben, rechts zwei Mädchen im Alter von neun und ieöen Jahren. Decke, Wände und Fußboden waren ver­morscht. Die beiden kleinen Stallfenster hätten, auch wenn ie offen gewesen wären, nicht für genügende Luftzufuhr orgen können. Man mußte fast dankbar sein, daß die Decke durchlöchert war, sodaß von hier wenigstens ab und zu ein frischer Luftzug in den mit übler Ausdünstung ungefüllten Raum hineindrang. Die andere Kammer wär noch kleiner, hier hauste die Mutter und zwei Kinder. In einer anderen Wohnung wieder hatte die Tuberkulose ihren Einzug gehalten und kürzlich ein Familienmitglied weg- gerafft. Die Familie bestund noch uns acht Personen, denen Drei enge Kummern zur Verfügung stunden. Besonders eine Kammer fiel auf, weil sie trotz ihrer Enge noch mit

einer Menge von alten Kleidern und Geräten vollgepftopst war. Ihr Luftinhalt betrug knapp 13.4 Kubikmeter. Zieht man noch davon den Raum ab, den das Gerümpel in An­spruch nahm, so blieben kaum 10 Kubikmeter. Die Kammer wurde von vier Personen zum Schlafen benutzt, von den Eltern und Lwei Knaben von 13 und 11 Jahren. Die beiden Knaben touren bereits von der Tuberkulose (Knochen­tuberkulose) ergriffen. Dann gab es wieder Häuser, die tiefer als die Straße lagen, sodaß bei jedem Regen das Wasser ins Haus drang, vermischt mit der Jauche von dem vor der Tür liegenden Düngerhaufen. Die Leute gaben zu, eigentlich nie recht gesund gewesen zu [ein. Die meisten Dorfbewohner, die uns zu Gesicht kamen, machten einen krankhaften, degenerierten Eindruck; die Tuberkulose findet bei dem engen Zusommentoohnen von Kranken und Ge­sunden einen guten Nährboden. Nach Aussage des Arztes starben 80 Prozent der Bevölkerung an Tuberkulose, und das ist zum großen Tell den schlechten dortigen Wohnungs- Verhältnissen zuzuschreiben.

Solche Zustände stehen nicht vereinzelt da. Ein Mittel, das mit großem Erfolg zur Bekämpfung der Wohnungsnot in städtisch-industriellen Gebieten angewandt wird, die gemeinnützigen Baugenossenschaften, hat auf dem Lande noch wenig Verbreitung gefunden. Es ist auch nicht zu bestreiten, daß dieses Mittel hier nicht immer angebracht ist. Eine Genossenschaft ist dort am Platze, wo sie auf einen größeren Kreis von Mitgliedern rechnen kann. In den kleinen Orten der rein ländlichen Gebiete läßt sich aber meist die genügende Zahl von Mitgliedern nicht zusammen­bringen. Hinzu kommt, daß eine Genossenschaft, wenn sie wirllich ihren Zweck erfüllen will, auf die Mitwirkung ihrer Glieder angewiesen ist, die also für die Selbsthllfe einigermaßen reif sein müssen. Das ist in städtisch-indu­striellen Gebieten eher der Fall als auf dem Lande; auch die Beiträge spielen hier mit, die industrielle Arbeiter eher zu leisten im stände sind, als die rein landwirtschaftlichen. Dort aber, wo landwirtschaftliche Arbeiter mit industriellen gemischt sind, wo die Industrie bereits aufs Land gezogen ist, wo man nicht mehr von rein ländlichen Bezirken reden kann und wo bereits die Wohndichtigkeit so groß geworden ist, daß von einer Wohnungsüberfüllung gesprochen werden kann, dort ist auch auf dem Lande die Baugenossenschaft ein geeignetes Mittel zur Bekämpftng der Wohnungsnot.

Wo Baugenossenschaften nicht angebracht sind, kann die Gemeinde selbst viel zur Besserung der Wv. nVerhältnisse tun. Sie kann anregend auf den Bau gesunder Wohnhäuser wirken, indem sie für einzelne Mitglieder die Garantie der Darlehen übernimmt, ihnen auf diese Weise billiges Baugeld verschafft und auch sonstige Erleichterungen, Her­gabe billigen Geländes, Steuerermäßigung usw. vorsieht. Sind die Leute zu arm, um die ganze Verzinsung aufzu- bringen, so kann auch die Gemeinde auf eigene Rechnung bauen, dann die Häuser zum Selbstkostenpreis vermieten und den etwa entstehenden Ausfall aus ihren Mitteln decken. Diese Ausgaben erscheinen ganz abgesehen von sozialen Beweggründen schon vom dtützlichkeitsstandpimkt durch­aus gerechtfertigt, denn im letzten Grunde ist es immer die Gemeinde selbst, auf welche die ungesunden Wohnungs- zustände zurückwirken, sei es, daß die in ungesunden Wohn­ungen Lebenden vorzeitig krank und erwerbsunfähig wer­den und dann der Gemeinde zur Last fallen, fei es, daß diese Wohnungen die Ausgangsherde von Epidemien Tuberkulose und Typhus werden und die übrigen Ge- meinbemitglieber der Ansteckungsgefahr aussetzen.

Volitische Tagesschau.

Ei« AtteutatSvrrsuch auf deu Präsidenten Roosevelt?

Aus Osterbay wird oom 2. Sept gemeldet: Auf der Besitzung Roosevelts wurde ein anscheinend geistesgestörter Mann verhaftet, der am Abend vorher auf einem Phaeton ankam und durchaus den Präsidenten sprechen wollte. Als Namen gab der Verhaftete, der einen Revolver hatte, Ronner an. Der Irrsinnige heißt indes Henry Weilbrenner. Er erklärte bei der gerichtlichen Vernehmung, er werde Roose­velts Tochter heiraten. Weilbrenner ist ein Farmers­ohn und nicht Anarchist. Der Revolver war mit sechs Schüssen geladen. Das Gericht erklärte Henry Weilbrenner ür irrsinnig.

England und die deutsche Industrie.

Daß man ui England alle Ursache hat, sich mit dem Wachstum der deutschen Industrie eingehend zu befassen, haben hervorragende Staatsmänner des Jnselreiches schon wiederholt betont. Ihre Mahnungen haben auch insofern Erfolg gehabt, als die Times besondere Studien über die wirtschaftlichen Verhältnisse in den industriereichen Teilen Deutschlands veranlaßte, deren Ergebnisse sie nun zu ver­öffentlichen beginnt. DieTimes" nimmt die Gelegenheiib des Jährest ages der Schlacht bei Sedan wahr, um der industriellen Größe Deutschlands einen bezeichnen­den Tribut zu zollen. Das führende englische WeltblatL hat, wie es erklärt, Schritte getan, die in den'industriellen Mittelpunkten Deutschlands herrschenden Verhältnisse aus der Feder eines befähigten Gewährsmannes' schlldern zu lassen, und beginnt die Reil)e seiner Artikel mit einer fast eine ganze Seite derTimes" ausfüllenden sachlichen Be- chreibung der Meinprovinz und Düsseldorfs. Zugleich tellt es weitere Berschte über Efsen, Elberfeld, Erefeld, Solingen und Sachsen mit Chemnitz in Aussicht. In einem aus diese Veröffentlichung sich beziehenden Leitartikel er­klärt das Blatt: jo ungeheue r auch die politis ch e n Folgen j)er deutschen Siege gewesen, so über­steige die Umwandlung Deutschlands aus einem Ackerbau treibenden in einen g r o ße,n