Erstes Matt
153 Jahrgang
Donnerstag 3. September 1903
BezugspretSr
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drucke«» (Pietsch Erben)
Für
Gchnlstratze 7.
Adresse für Depeschenr «nzetger Gießen.
Ferasprechanschluß Str. 51.
konnte. Ter Nachmittag des ersten Festtags mar der Sitz- ung der Vorstände des hessischen Hauptvererns und der Ver- sammlung desselben und der Abgeordneten der Zweigvereine gewidmet. Ter Vorsitzende des Hauptvereins, Pft. Lic. Waitz-Darmstadt, begrüßte die Versammlung in warmen Worten. Hieran schlossen sich die Berichte der
NeichsbLukpräfident und FiuauMmrster.
Man schreibt uns aus Berlin, 1. September:
Die wunderlichste der letzthin aufgetauchten innerpolitischen Kombinationen ist wohl die, daß der Reichsbankpräsident Dr. Koch an stelle des „amtsmüden" Frhrn. von Rheinbaben die Leitung der preußischen Ftnanzverwalt- ung übernehmen werde. Dieses Amt wäre vermutlich das letzte, das Dr. Koch ersehnt, würde es ihn doch im preußischen Landtag in enge Berührung mit den Konservativen
tzvaugelischer Munv.
(Spezialbericht des Gießener Airzeigers.) Groß- Um stadt, den 1. September 1903.
säbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2.— viertel» sährl ausscht Bestellg. Annahme von Anzeigen sür Oie TageLNummer bis vormMag- 10 Uhr.
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Sietzener Anzeiger
General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Nr. 306
Srschetvt täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der
Woche beigelegt
- Rotationsdruck u. Der-
I bringen, die Mr den ReichsbanLpräsidenten bekanntlich I wenig Wohlwollen übrig haben. In der letzten Session des »Reichstags ist diese Spannung allerdings weniger hervor- getreteu, weil man damals über Währungsfragen und Diskontpolitik nicht speziell debattierte. Aber die Spannung besteht nach wie vor, und sie würde Dr. Koch die Tätigkeit als preußischer Finanzminister gar bald verleiden. Frhr .v. Rheinbaben' hingegen ist ganz der Marm nach dem Geschmack der preußischen Konservativen, er hat demgemäß vor dem Abgeordnetenhaus einen leichten Stand. Da schließlich Ungünstiges über seinen Gesundheitszustand nicht bekannt geworden ist, auch nach der Amerikafahqt nicht, so ist schwer zu ersehen, was ihn amtsmüde machen sollte. _________
die am 1. und 2. September stattsiudende achte Laudesversammlung des Hess. Hauptvereins des Evangelischen Lundes hatte Groß-Umstadt die umfassendsten Vorbereitungen. getroffen Prächtig ist die Stadt geschmückt, beim Eingang in die Stadt ist eine große Ehrenpforte errichtet, ein Wald von Tannenbäumen zieht sich durch alle Hauptstraßen, reichster Fahnenschmuck ziert die Häuser. Tabei das herrlichste Festeswetter, sodaß auch die rechjte Festesstimmung und die Begeisterung nicht ausbleiben
3m Hintergrund.
Seit der Rückkehr Chamberlains aus Südafrika steht dieses Land politisch mehr im Hintergrund. Nachdem die Welt fast drei Jahre lang durch den Burenkrieg in Atem gehalten worden ist, scheint der Nachrichtenguell aus Südafrika beinahe versiegt. Es herrscht in den ehemaligen Burenrepubliken im großen und ganzen jetzt offenbar politische Ruhe, auch in Portugiesisch-Ostafrika. Demgemäß erübrig! sich die Anwesenheit von Kriegsschiffen. Der Jndienststellungsplau der deutschen Flotte für den nächsten Winter sieht wiederum nur eine nominelle Besetzung der ostafrikanischen Station vor. Die hier zuständigen kleinen Kreuzer „Bussard" und „Sperber" befinden sich in Wirklichkeit auf der ostasiatischen Station, wo sie auch einstweilen verbleiben dürften. An der Küste Ostasrikas ist also die deutsche Kriegs flagge seit mehreren Jahren nicht in Erscheinung getreten — ein einzigartiger Fall. Ob er am Ende in Verbindung zu bringen ist mit dem deutsch- englischen Afrika-Abkommen, über dem noch immer der Schleier des Geheimnisses liegt, sei dahingestellt. Die Entblößung der ostafrikanischen Station zurzeit des Burenkrieges gab jedenfalls zu Bedenken Anlaß.
Komische Tagesschau.
Der Staat muß helfen.
Was in Schlesien vorausgesehen wurde, erweist sich jetzt: die aus den — gewiß reichlich geflossenen — freiwilligen Gaben für die Ueberschwemmten gesammelten Gelder genügen nicht entfernt, den auf diese Gaben anzuweisenden augenblicklichen Bedarf zu decken. Nun muß der preußische Staat ungesäumt eingreifen! Aus Veranlassung des Grafen Bülow sind ja seinerzeit sür diesen Zweck 10 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden. Von „Erhebungen" über das Maß von Hilfsbedürftigkeit der zu unterstützenden Notleidenden — die Gründlichkeit der preußischen Behörden bei solchen Erhebungen ist hinlänglich bekannt — darf jetzt keine Rede sein. Der Vorgang bei der Verteilung der Ostmarkenzulage in Posen und Westpreußen darf srch in Schlesien nicht wiederholen, wo die Not an die Türen pocht. Der neue'Oberpräsidenik Schlesiens, Graf Zedlitz-Trützschler, kann sich dort nicht vorteilhafter einsühren, als irwem er bewirkt, daß die Praktiken des grünen Tisches, auf die man sich besonders in Berlin versteht, bei der staatlichen Hilfsaktion sür Schlesien nicht in Anwendung kommen. Am nächsten Samstag findet, wie man uns aus Breslau meldet, unter dem Vorsitz des Grafen Zedlitz eine Konferenz statt, in der über eine gleichmäßige Behandlung der Hochwasser-Entschädigungsfrage in der Provinz Schlesien beraten werden soll.
VolkSschullehrer iu China.
Man schreibt uns aus Berlin, 31. August:
Tie hohe Intelligenz der deutschen Volksschullehrer wird heute allseitig anerkannt. Die Professoren derjenigen Hochschulen, zu denen Volksschullehrer Zutritt haben, erklären, sich aufmerksamere und fleißigere Herren nicht wünschen zu können. Es überrascht deshalb nich-t, daß jetzt angeregt wird, es möge diesen seminaristisch vorgebildeten Lehrern auch der Zugang zum orientalischen Seminar der Universität erschlossen werden, damit sie sich dort eine gewisse Kenntnis der chinesischen Sprache aneignen und so Befähigung erlangen zur Ausübung' der Lehrtätigkeit in Chma. Denn dadurch werde die Arbeit der Missionare nicht nur unterstützt, sondern es werde ihr in wirksamster Meise der Boden geebnet. Für ein paar Dutzend jo vorgebildeter Lehrer wäre in China sofort eine Anstellung möglich. Das ist einleuchtend und des Beifalls gewiß, doch werden sich Lehrer in erforderlicher Zahl finden? Noch ist, der Lehrermangel in der Heimat nicht überwunden, die preußische Regierung z. B. ist jeder Lehrkraft dankbar, die sich ihr aus anderen Bundesstaaten zur Verfügung stellt; ebenso sind die Kommunalverwattungen bestrebt, tüchtige Lehrkräfte heranzuziehen und sich zu sichern durch Aufbesserung der Gehaltsverhältnisse. Um die Lehrer der Betätigung in China geneigt zu machen, werden ihnen also wohl außerordentliche Vergünstigungen pekuniärer Art in Aussicht gestellt werden müssen. Die zu diesem Zweck gemachten Aufwendungen sind jedenfalls lohnend.
Zweigvereine und an diese die Besprechung über: „Was spricht für und gegen Zweigvereine des Evangelischen Bunoes in rein evangelischen und konfessionell gemischten Gemeinden Hessens?" eingeleitet durch Pfarrer Berck- Wald-Michelbach. Als Resultat der Besprechung wurde alben evangelischen Gemeinden die Gründung von Gemeindevereinigungen des Evangelischen Bundes enP-foh- len mit der Aufgabe, in erster Linie das evangelische Ge- meindeleben zu pflegen und die deutsch protestantischen Interessen zu fördern. — Als Festort für die nächstjährige Jahresversammlung wurde Flonheim in Rheinhessen bestimmt.
Abends 8 Uhr fand die erste öffentliche Versammlung im Saale des Gasthauses zum Lamm statt. Der Saal vermochte bald die Zahl der Gäste nicht mehr zu fassen, so daß eine zweite Nebenversammlung in noch einem anderen Saale der Stadt rasch vorbereitet werden und stattfinden mußte. Die Reihe der Redner eröffnete Pft. Loos-Groß-Umstadt mit einer markigen Ansprache an die Versammlung. Ihm schlossen sich die Begrüßungen des Bürgermeisters Eid mann Namens der Stadt Groß- Umstadt und des Pfarrers Brie gleb-Groß-Umstadt Namens der evangelischen Kirchengemeinden von Groß-Umstadt und Umgebung an. Der Hauptredner des Abends, Prof. Dr. Böthlingk -Karlsruhe, behandelte das Thema: „DieJesuiten und d as D e u t s ch e R e i ch". In seiner bekannten licht- und lebensvollen Form gab er ein Bild der Gründung, der Entwicklung und Ziele der Gesellschaft Jesu, die, wie er ausführte, jede Persönlichkeit, jedes persönliche Empfinden unterdrücke und nur einen Willen dulde, den des Papstes und ihres Ordensgenerals, und nannte eine solche geistige Knechtung dem deutsch^ Wesen und Denken widersprechend. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen, die das greifbare Ergebnis hatten, daß die nachstehende Resolution zur Annahme kam:
Die am 1. und 2. September l. I. in Groß-Umstadt tagende Landesversammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes spricht ihre Genugtuung darüber aus, daß die drohende G e i a h r der auch nur teilweisen Aufhebung desJesuiten- g e s e tz e s wohl fürs Erste b e s ei t i g t ist. — Trotzdem hält sie es im Hinblick auf die Zukunft für chre Pflicht, gegen jede Aenderung desselben ausdrücklich Einspruch zu erheben und zwar im Interesse des konfessionellen Friedens und des inneren Ausbaues des Deutschen Reiches. Zu den maßgebenden Faktoren aber hegt sie die zuversichtliche Hoffnung, daß sie mit allen ihnen zu Gebot stehenden Mitteln für die Aufrechterhaltung des gesetzlichen Zustandes eintreten werden.
Es folgten nun noch Ansprachen des Pfarrers Kleeberg e r - Darmstadt, des Begründers des Groß-Umstädter Zweigvereins und des Pfarrers Bickelhaupt-Groß- Umstadt, der sich über die Eindrücke verbreitete, die er in Köln anläßlich der dortigen letzten Katholikenversamm. lung empfangen hat.
Herrn Vft. Kleeberger wurde wegen seiner Ver> dienste um den Zweigverein die Ehrenmitgliedschaft übertragen und ihm von dem Vorsitzenden eine Ehrentafel überreicht.
Ein Schlußwort schloß die in jeder Beziehung wohb gelungene Versammlung, zu deren Verschönerung der evangelische Kirchengesangverein und der Männergesangverein nicht unwesentlich beitrugen.
Aus dem Gießener Anzeiger vor 54 Aayren.
Ein altes vergilbtes Blättchen flatterte uns durch die Güte eines anonymen Freundes unseres Blattes auf den Redccktionstisch, das manches Interessante auch für den heutigen Leser bietet. An die „tolle Zeit" der Jahre 1848/49 erinnert da eine Anzeige des Rittmeisters Scheerer, der kundgiebt, daß am 26. März 1849 hier „26 Caräbiner, 2 Pistolen und 3 Cavalleriesäbel gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden". Aus einem anderen Jnse- rcck erfahret: wir, daß anno 1849 hier eine „Gefellschaft für Selb st back en" bestanden hat. Em anderer Inserent teilt der Leserschaft kund und zu wissen, daß ihm am 25. Februar im Gastzimmer zum Prinzen Carl seine Pfeife mitgenommen worden ist, und er fordert den schlechten Menschen, der diese fluchenswerte Tat vollbrachte, auf, „solche binnen 3 Tagen in demselben Lokale wieder abzugeben oder werde ich selbigen gerichtlich, belangen". Also auch damals machte man schon die gräßliche Inversion nach „oder" wie heute nach „und". Ein Herr' Barst ^eigt an: „Derjenige, welcher meinen Hut auf dem Klubball gefunden, wird ersucht, ihn an den Klubdiener zurückzugeben."
Bemerkenswert ist ferner folgende Anzeige: „Um bei den jetzigen bewegten Zeiten, wo der Gew erbe stand von ganz Deutschland so sehr nieder gedrückt ist, demselben sowohl andauernde Beschäftigung zu verschaffen, als auch die Ausbildung der gewerblichen Industrie^ zu befördern, geht der Unterzeichnete (Großh. Kanzlist L. F. Speyer) mit dem Plan um, eine Vereinigung der Gewerbhallen von süddeutschen Städten, welche an (Äsenbahnen, Flüssen oder Strömen liegen, zu dem Zwecke zu Stande zu. bringen, um fürs erste für diesen Sommer eine großartige Ausstellung von gewerblichen Erzeugnissen und Verloosung öerietben zuDarmstadt und später einen Turnus unter denselben zu veranstalten. Der überaus günstige Erfolg einer solchen Ausstellung und Verloosung von Gegenständen aus der Gewerbhalle zu Darmstadt gegen das Ende des vorigen Jahres hatte und welche von dem Unterzeichneten geleitet wurde, berechtigten denselben zu der Hoffnung, daß sein Plan in größt möglichster Ausdehnung von dem günstigen Erfolg gekrönt sein wird. (Ein recht selb- t unter Satz! D. Red.) Zur Vorbereitung dieses
Unternehmens bedarf es einer namhaften Summe zur Deckung der unvermeidlichen ersten Kosten. An alle diejenigen deutschen Frauen und Märmer, welchen das Wohl des Ge- toerbstandes am Herzen liegt, ergeht die innigste Bitte, dieses Unternehmen, was in seinen Folgen gewiß höchst segnend wirken wird, aufs Kräftigste zu unterstützen uä> durch Einzeichnung von Beiträgen über deren Verwendung demnächst von dem sich bildenden Ausschuß öffenlliche Rechnung wird abgelegt werden, zur Verwirklichung dieses Vorhabens beizutragen. Fürs erste sind die Städte: Stuttgardh Carlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Bensheün, Darmstadt, Worms, Frankfurt, Maittz, Offenbach, Wiesbaden, 5)vmburg und Gießen zu dieser Vereinigung vorgesehen."
Wir haben diese Anzeige in Orchvgraphie und Satzbau .genau nach dem Original wiedergegeben.
Tie Lokalsektion des Getverbevereins zu Gießen, unterzeichnet Knapp und P. Möhl, unterMtzt in einer Anfügung dieses Unternehtnen und fordert zur Teilnahme an einer Generalversammlung im Promenadehaus auf.
//Zugereiste Fremde" werden nicht nur von den Gasthäusern „Rappen", „Einhorn", „Prinz Karl", „Darmstädter Haus", „Stern" und „Rose" aufgeführt, sondern auch von Fr. Pfarr. Hilliger (Frls. Seydel v. Lich u. Baur v. Dornberg) und Hrn. Hofger.-Adv. Pfannmüller I. (Frl. Psarm- müller v. Nidda).
Sehr niedlich ist folgende „Leise Arrftage. Wer ist der von der Stadt Gießen bestellle Maulwurfssänger?"
Zum Schluß sei noch ein Eingesandt wortgetreu mitgeteilt, das in unserer Zeit der bösen Möbius-Broschüren, der Ueberfülle von kämpferischen Frauenzeitschriften, der die gesamte Männerwelt mindestens zum Idiotismus ver- urteilendett Frauenkongresse :c. geradezu aktuell erscheint:
Geehrteste Redaktion!
Viele Zeitunge'rl Deutschlands brachten s. Z. im Jnse- rarentheil öfter die Ankündigung einer Broschüre, worin dargethan werden sollte, daß „Frauenzimmer keine Menschen seien". Auch in Ihrem Blatte war dieselbe enthalten und ich ersuche Sie demgemäß folgendes kleine Gedicht als G e g e n b e w e i s zur Broschüre auch in Ihrem Blatte zu veröfsetrtlichen.
Zur Naturgeschichte der Frauen. Der Herr erschuf die Welt vor Zeiten Zuletzt vom '.Wann das Exemplar,
Dies schien nun freilich anzudeuten. Daß 'Gott schon etwas müde war. — Und als er sein Geschäft beäugte. Da fehlt ihm dies, da fehlt ihm das, Und an dem ganzen Manne taugte Nur eine einz'ge Rippe was. Und die ward ihm I) er ausgenommen Und eine Frau daraus gemacht; Trum sind auch später wir gekommen, Doch auch exschaffen mit Bedacht! — Und zu der Frau'n gerechtem Lobe, Sieht man gleich aus den^ ersten Blick: Ter Mann ward nur das L>tück der Probe, Wir!!! aber sind das Meisterstück!
Emilie B.
Darauf erwiderte dann in der nächsten Nummer „ein Junggeselle:
Ein jedes Ding, das Gott erschuf, Sgh er sich an und sprach dann: es ist gut. Doch als die Frau erschaffen ward — Seht nach, die Bibel sprichts — Die sah er an und sagte — nichts.
Man kann der Jungfer (Änilie B. ivenigstens ein weid ans größeres Reimtalent nicht absprechen. Der Herr Junggeselle hat Ltlso, wie fv oft, auch hier den Kürzeren ge- zogen. ____________
Aas neue Aürstenyaus Kröach-Schöuöerg und seine Stammgeschichte.
(Schluß.)
Mit Ludwigs „des Ritters" Tod fiel die ganzr Grafschaft Erbach an seinen jüngsten Bruder Georg Al'- brecht. Dieser hatte schwere Jugendschicksale zu erdulden. Er hatte in Straßburg studiert und dann mehrere Reisen durch Frankreich, England und Italien unternommen. Bei einer Fahrt von Malta ans kam er in Gefangenschaft von Seeräubern, wurde dann an den Bey nach Tunis verlaust und erst nach 14 Monaten gegen ein Lösegeld von 27 000 (1. freigegeben. Georg Albrecht übernahm 1643 die ganze Herrschaft, nacijbeni die Stürme des .chrecklichen 36 jährigen Krieges über das Land gegangen, t Das Land war verödet. Städte uni) Dörfer waren in


