Ausgabe 
3.4.1903 Zweites Blatt
 
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cnaiis- rpachtung. Ql» 7. und 8. ^uni tfinbenben litt* rbandiestzvKro» Jirö em tulyuger gejuxt NjtiDciütt } im Metemslolal t Ebert am.Äpril llhr einsmden.

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Freitag 3. April 1903

153. Jalirgang

Str. 79

Zweites Blatt.

rid>iet ist, einen a l (

JHe yeulige Dummer umfaßt 10 Selten.

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Dr. Breidert.

Äbrrfle für Tepeldien: «»teiger «trtzen. ^frnlprfd)anldlu§4fr.5l.

worden sind, mit, daß die AitSlcgung der Wählerlisten nicht bereits Mitte April, sondern Dienstag den IS. Ata i d. I. zu beginnen hat. Wir setzen Sie hiervon mit dem Auftrag in Hnmlnifl, 1. die Wählerlisten unfehlbar biS zu ge­nanntem Termin fertig zu stellen; 2. SamStag den 16. und Montag den 18. Mai l. I. in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen, baß die Listen der Wähler von Dienstag den IS. Mai biS Dienstag den 2 6. Mai l. I. beide Tage einschließlich, auf dem Gemeinde- Hause oder dem etwa sonst hierfür bestimmten Lokale zu Je­dermanns Einsicht auSgelegt feien, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen inner­halb 8 Tagen nach Beginn dieser Auslegung bei Meidung des Ausschlusses den betreffenden Bürgermeistereien vorzu­tragen seien.

Wellcre Anweisung für daS Wahlgeschäst folgt dem­nächst.

oui,er SonntagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen landwlrt die Giehener $amilicn blätter viermal in der

Woche deigelegt.

RoiaiionSdruct u. Ver­lag der Brüh l'lchen Unioerl.-Buch- a.Siem- brudrrti (thedCbUcben) Redaktion, Erveduwn und Druckerei:

GietzenerAMiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Zur KcientpouUL.

DaS Mißbehagen Rußland- über die Dricnt^xotitiT Frankreichs, von dem der gestern von uns auSzugsiveisc wiedergegebene Leitartikel eines osfi^iüsen russischen Blaues mit deutlichen Worten sprach, datiert, wie man darau­ersehen kann, aus der Zeit derOperettenfahrl" des fron» zos ischen Geschwaders nach den Gewässern von Eypern. Man sano damals, daß Minister Telcassä allzu schweres Ge- schuß aussuhr, um dem EntschädigutigSanspcuch in der Lo- ranoo-Tubitii-Angelegenhcil in llvnftaniiiuopel Geltung zu verschaffen. 9tod> mehr verdroß an der Newa das herriscist und hitzige Auftreten deS damaligen fratizösischen Botschaf­ters am Goldenen Horn. Rußland wünscht nicht, daß über die breite und ruhige Position, die es im Orient ein­nimmt, Frankreich oder eine andere Machthinwegsetze". TeSwegen befriedigt daS Verhalten der englischen Re­gierung in der Orientpolllik bei weitem mehr. Zn Balkan­sragen gilt Frankreich dem Verbündeten nur wie jemand, der allenfallsgehört" wird, aber nicht mitzustimmen hat. Daher die unverhüllt rücksichtslose Zurechtweisung Del- casfoS durch den Grasen Lambsdorff, dtach der hier verbreiteten Ansicht ist die Stellung DelcassvS erschüttert. Der Minister deS Auswärtigen, der längst in Petersburg als ein Mann von zuviel Ideen, zuviel Selbstbewußtfeitt gilt, werde dem Zorn des mächtigen Verbündeten zum Opfer gebracht werden müssen. Zn Pari - soll man in der aus­wärtigen Politik da, wo wichtige Interessen Rußlands in Betracht kommen, nach Petersburger Instruktio­nen handeln. Und nun ist gar die Verwegenheit soweit getrieben worden, Frankreich in der macedoirischen Frage in den Vordergrund zu rücken und Rußland im Schatten zu lassen"! Dies Streitigmachen der führenden Rolle ver­zeiht Rußland nicht, am wenigsten dem Verbündeten, der sich die Schuhsohlen abgelausen hat, um die Allianz zu erringen. Frankieiu) Ijat sich diese abkauzelnde Behandlung selbst zuzu- schreiben; das kommt davon, well es so außerordentlich verwöhnt worden ist von dem Freund, durch Darlehen, durch ungezählte Aufmerksamkeiten.

Aber derRüssel" ist verdient. Tie maeedonische Auf- standsbeweguna hat in Paris mit stiller Billigung der Re­gierung mindestens ebensooiel Unterstützung erfahren, wie in Sofia. Tie russische D i p l o ma t i e, die einen sorg- faltig organisierten Ueberwachungsdienst in der französischen Hauptstadt unterhält und diesen Dienst auf die hohen und höchsten Beamten der Republik ausdehnt gelegentlich sind interessante Berichte der Geheimagenten in die Hände von Unberufenen gelangt die russische Diplomatie dürfte im Besitz eines umfassenden Tatsachenmaterials nach dieser Richtung hin sein. Man mußte sich in Petersburg fragen, woher es komme, daß dürft Ferdinand von Bulgarien allen väterlichen Ermahnungen zum Trotz immer wiederrollenwidrige Seitensprünge" ver­lebte, statt gründlich und entschieden Ernst zu machen gegen die Umtriebe der bulgarischen Macedonier? Tie russisch. Kundgebung lüftet nur einen Zipfel des Schleiers. Sie wirst bezüglich der Depesche des französischen Vertreters in Sofia an TeleassS,Man hoffe, daß Frankreichs Wort die Mächte mit sich reißen nud über ihre Unemschiedenhett triumphieren werde" die scharf inquisitorische Frage auf: Vonwelcher Unentschiedenhell fpredje der französische Ver­treter, und wohin werde Frankreichs Wort die Mächte mit sich reißen? In Paris wird die Frage begriffen werden; es ist eine von denen, die dem Angeschuldiglen zu ver­stehen geben, er sott sich nicht die Mühe machen, zu leugnen, alle» fei klar am Tage. Tie französische Tiplomatie hat für gut befunden, in Soph.a Rontreminen gegen den Gin- iluß Rußlands zu legen, um als Protekwr der Balkanstaaten auszutreten. Tie Entrüstung Rußland- über denselt­samen Versuch" au» der Tiplomatensprache in die Sprache ^r Deutlichkeit übersetzt: Zntriauenspiel ist unter diesen Umständen berechtigt. Man darf gespannt sein, welchen Rechtfertigungsversuch Delcasss unternehmen wird.

't, einen allgemeinen Ausstand hervorzn- rujen. Tie Komitees hofften, indem sie die Ehristen nnssciit- lich zu dem ungleichen Kampfe au|ricfen, eine Einmisch­ung Europas herbeizusühren. Die Stimniung ist soivoyl bei den Muselmanen wie bei den Christen äußerst beunruhi­gend. Die Behörden sind in der Voraussicht von Lerwick» tungen mit dem Bau von Wegen und Laternen beschäftigt. Die Bandenzahl wachst mit jedem Tage. Im ganzen Bezirk giebt es kein Torf, indem sich nicht eine Bande Ausstan- vischer befindet, welche von der chrisllidstli Bevölkerung gezioungen oder freiwillig verborgen wird. Die Komitees bereiteten mit ficbcihafter Eile alles für einen Ausstand Rötige vor und jorgten für die Anwerbung junger Ehristen, für die Besü-afjung von Schuhwerk, ftleioung, Verband­zeug und anocren Vorräten. Was das Programm des Auf­standes betrifft, so betont dasselbe die Nonzentrierung oer Banden in den Bergen, wohin auch die Einwohner

Ls muß sehr bald etwas geschehen, denn die russische Re­gierung geht, einmal mißtrauisch gemacht, den Dingen bis auf den Grund und schreckt keineswegs vor einer Bloßstell­ung zurück. Rußland bleibt auch ohne Frankreich die ge­waltige Macht, Frankreich ohne Rußland verliert gleich die Hälfte seines Einflusses im Rat der Völker.

Dem Artikel derdtowoje Wremja" wird derNat.-

Gießen, den 1. April 1903. Betr.: Reichstagswahlen.

Das (tzrohhtrzoßliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreise».

Im Anschluß an unser AuSschreiben vom 26. v. M., 9h. 73, 2. Blatt deS .(Siebener Anzeiger»^ teilen wir Ihnen, nachdem durch Kaiserliche Verordnung vom 28. d.M.

monaihd>7b'V1^oiertel- föbrhcb 4)11. 2.20. durch ')lbbole- il Zweigstellen monaihtti 65 PI.: durch die Post Mk.2. oienel- jäbvL au*ltt)L Bestellg. Annahme von Lnzelge» ür die Tageouuminer l'ti Dormiuoge 10 Uhr. Zeitenorel«: total!2Pk^ aueiuartt 20 Pig.

Veraniworilich tflr den doIil und düfltm. Teil P. W > llto. »ür ,Siadi und Vanö* und (Mcnd)l«laal*; Auaust ® öt). (ür den II r>- zeiaenteil: $>on< Beck.

Die neuesten Meldungen vom Balkan lauten recht schauerlich. Nach einer Wiener Depesche über­fiel eine bulgarische Bande am 29. März ein Dors an der Orientbahn, ermordete einen bulgarischen Mülstcn- besitzer, der sich trotz der Drohung des VauoenfübrerS gc- ivcigert hatte, diesen zu unterstützen und sich dec ^niurict- ilon anzuschließen, tötete auch den Müht knecht und schlach­tete auch die schwangere (Sattln deS Müllers barbarisch ab. In der ganzen Qxgenb herrscht unter der Bevolllrung Panik und Furcht vor der Bande. In dem Bezirk Tewwo plünderten die Albanesen mehrere serbische Türfer und steckten zwei serbische Kirchen in Brand.

Ein Telegramm des russischen jwnsuls in lleskueb be­stätigt, daß der russische Konsul in Mitrowitza verwundet wurde und zwar aU er in Begleitung seiner jtaiuaffen das HauS Verließ Ein Soldat albanefu- scher Herkunft Namens Ibrahim trat ihm entgegen, an­scheinend um ihn zu grüßen. Der Soldat richtete fein (Se» wehr auf den Jbonful und verwundete ihn an der linken Selle. Nachdem er noch auf die Kawassen geschossen hatte, wurde der Soldat von der Beglellmannsd)ast des Konsuls entwaffnet. Ibrahim behauptet, aesck-osien zu haben, um sich für die am Samstag erfolgte Beiwunduiig emed feiner Verwandten zu rächen. Der Milllär^lvmmandant von Mllrowitza eilte sofort in Begleitung eine» Arztes herbei und brachte den Konsul nach dem Konsulat. Der General- Inspektor Hilmi-Pascha sprach unverzüglich telegraphisch fein Beileid aus. Nach Ansicht der Aerzte befindet sich der ilvnful außer Gefahr. Am L d. M. begaben sich der Grvßwcsir Ferid Pascha und der Sekretär des türkiscl-en Ministeriums des Aeußcrn, 9äiri Dcy, auf die russiiche Botschaft, um dem Botschafter Sinowjew das lebl-aste Bedauern des Sultans über den Zw.schenfall in Mitrowitza und die Ver­wundung des Konsul- auszusprechen. Zugleich wurde dem Botschafter die Zusicherung gegeben, daß dec Täter und etwaige Mitschuldige auf das strengste bestraft würden, und daß Der Sultan durchgreifende Maßnahmen zur vollstän­digen Wiederherstelluna der Ruhe und Ordnung angeordnei habe. Der Vorfall scheint im Dildiz und bei der Pforte liefen Eindruck gemacht zu haben. Der türkische Minister- rat beschäftigte sich mit demselben. Er beschloß die schärfsten Maßregeln gegen die Albanesen und den energischen Divi- sions-Eeneral mit der Ausführung derselben zu betrauen.

Delcl>e polllischen Konsequenzen das Attentat gegen den russischen Konsul in Mitrowitza, das kaum dem Täter allein zur Last zu legen ist, haben wird, ist schiver ab­zusehen. Zum Mindesten wird die russische Regierung auf Todesstrafe für den Attentäter bestehen. ES wird sich bald zeigen, wie well daS albanesische Solidaritäts- gefühl mitspricht, und ob die Albanesen wirklich den Mut besitzen, den Sultan in die Schranken zu rufen, llnterwirst er die Albanesen nicht, so wird das Attentat gegen Schterbina blos als Vorspiel weiterer iScau- I am leiten gegen die dortigen Christen und die Er- teilung eines europäischen Mandats zur bewaffneten In­tervention an eine oder mehrere Großmächte zu Folge haben. So sehr man sich auch selbst in den nächst be­teiligten politischen Kreisen bemüht, daS Attentat in Mitrowitza vorläufig als die feige und nichtswürdige Handlung eines Einzelnen hinzustellen, so kommt im Zu­sammenhang mit den anderen Ereignissen und Erschein­ungen eine äußerst ungünstige Beurteilung der Lage zum Vorschein. Tie im Vilajet Smyrna zu mobilisierenden 16 Redifbataillone sollen in drei Tagen ma.schfertig sein und nach Albanien und Macedonien abgehen.

Der russischeRegierungsbote" veröffentlicht Tele­gramme des russischen Konsuls in Mllroivitza vom 26., wO. und 31. März. Danach forderten die in der Ncähe der Stadt Wutschitrn versammelten Albanesen die En fernung der chrisllicl-en Zaptiehs (Gendarmen). Als die Behörden diesem Verlangen nicht nad)tarnen, begaben sie sich am 26 .März nach Wutschitrn und brachten die christlichen Zaptiehs nach Pnfchtma. Am bO. März belagerten sie Mitrowitza, wurden aber von den türkischen Truppen durch Artittericfeuer zuruckgeschlagen und zerstreut. Tie Zahl der Toten und Verwundeten beträgt über 100. Neue Scharen von Albanesen rücken aus Jpck nach Ieni-Dazar. TerRegierungsoote" veröifentudjt ferner einen Auszug aus dem kxrid>t des russischen Gene- ralkonsulars in Saloniki vom 14. März, in dem es heißt: Ten Unorbnungen im vergangenen ^etoft ist eine Periode der Ruhe, aber energischen Tätigtell der revolutionären Komitees gefolgt, deren Augenmerk fortgesetzt daraus gc-

gelockt werden sollten, und die Angriffe einzelner Ab­teilungen auf die türkischen Truppen an veischiedenen Punkten. Rad) den Zusammenstößen zivischen den Bauden uiid türkischen Truppen, die in der letzten Zeit mertbac zunahmen, ist es |ujwer, die Annahme gelten zu lassen, oay die revolutionäre Agitation, iveld) im Lause vieler Jahre liefe Wurzeln gejagt hat, in friedlichem Wege von iclber aufyören wird. Obgleich noch kein Grund vorhanden ist, einen allgemeinen Aufstand zu erwarten, darf man ooch nicht aus dem Auge verlieren, daß gleichzeitig an verschiedenen Pünkten der drei Wllajets der Auf st and auS- bredk-n könne.

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Dnilschts jlkidj.

Berlin, 2. April. Der x aijet wird während seine- Aufenthalts in 91 u m der Benediktiner-Abtei von klonte Cassino, einer früher von ihm gemachten Zusage ent­sprechend, einen Besuch abstatten.

Wie die Blätter melden, haben die Pläne für das Deutsche Haus auf der Weitaus st ellung in 5 t. Louis in der Form, in der sie vorgelegt wurden, die Zustimmung des Kaisers nicht gefunden.

Im Befinden der Kaiserin ist weiterhin ein normaler Verlauf des HeilungsproLesses zu verzeichnen. Tas Allgcmeinbesinden ist dem,^Lok.-^nz." zufolge durch­aus befriedigend.

Durcy militärische Beförderungen sucht der Kaiser bekanntlich hohe Beamte von Zeit zu Zeit zu erfreuen. Vor Jahresfrist ist Graf Büloio zum Husarenoberst a la suite befördert worden. Jetzt hat der Kaiser dem früheren Staatssekretär v. Bötticher, Dem jetzigen Oberpräsidenten der Provinz Sadllen, den Eharalter als Oberst der Landwehr verliehen. Oberpräsi­dent v. Bottichcr gehört noch als Oberstleutnant zum ersten Aufgebot der Inianterie des Landivehcbezirks Magde­burg und feierte am L April sein 50 jähriges Milllär- dienstjubiläum.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz be­treffend die Kinderarbeit in den gewerblichen Be­trieben vorn 30. März.

Zur Ausführung des Fleischbeschau-Ge- jedes hat der Bundesrat nach derBerl. Karr." de- ichlossen: Schweine, bei deren Beschau durch die mikro- |Iopi|d)e Untersuchung von mindestens je 6 aus den Zwerch- jellpfetlern, dem Rippentelle des Zwerchfells, den Kehl- kopsmuskeln und den Zungenmusleln zu untersuchenden Präparaten in nicht mehr als acht Präparaten Tridftnen festgestellt werden, gelten als schwach trid)inöd. Die ganzen Tierlörper von solchen Schweinen sind als bedingt tauglich anzusehen. Dte Brauchbarmach­ung fold)cn Flelschos zum Genüsse für Mettschen hat durch Kod)vn ober Dämpfen zu geschehen. Von Ähweinen, btt Deren Bcsd>au sich ergiebt, daß es sich nur um eine schleichend, ohne Störung des Allgemeinbefindens ver­laufende und mit erheblicher Abmagerung nicht ver­bundene Erkrankung an Schweineseuche ooer nur im Ueber- bleibsel dieser Seuche (Verwachsungen, Vernarbungen, ein­gekapselte, verkäste Herde und deral.) handelt, sind die ganzen Tierkörper mit Ausnahme der als untauglich au faustenden veiänderten Teile als tauglich zum Genüsse für Menschen anzusehen.

TerDearusbat. Organ des sozialdemokratischen Verbandes der Eisenbahner Deutsd)lands, verbreitet die Nachricht, daß infolge von Mißstimmungen zwischen Vor­stand und Mitgliedern die forigefd)rittenften Mitglieder dcS Vereins Teutjcher Lokomotivführer diesem Ver­ein den Rücken gelehrt und dem soz i a lde m o kr a ti- schen Verbände beigetreten seien. TieDeutsche Eisen- bahn-Ztg.", das PubnkalwnSorgan des Dereuis Deutscher Lokomotivführer, erllärt d.ese Nacksticht für eineebenso infame, wie bewußte Lüge."

Dresden, 2. April. StaatSminister von Metz sch wurde gestern telegraphisd» zum König Georg nach Gardone berufen. Er reiste noch am Abend dorthin ab und passierte heute vormittag München. Er halte dort auf dem Bahnhofe eine längere kouserenK mit dem sächsi­schen Gesandten. Es wird vermutet, dag diese Reise mit Der Ehe-Angelegenheit d e s KronpriNAen zu- sammcnhängt. Es sollen zur Zell oerschiedene hochstehende Persönlichkeiten nneoer eifrig bei Der Arbeit fein, den König zu einer milderen Auffajsuug der As,alle zu bewegen.

Heer und Flotte.

AuS dem Milreär-Wochenblatt: Ternen, Major und BatS-^ommandcur im 4. Gvoßh. Hess. Ins.- Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum Stabe deS Ins-Oiegts. Frechere v. Sparr (3. Westfäl Nr. 16 versetzt. Krause, Major aggreg. dem 4. Hess. Ins-^egl. (Pr^nz Carl) Rr. 118, zum vadS.-Lommandeur im Regt, ernannt

Ztg." zufolge in Berliner unterrichteten Kreisen keine polllische Tragweite beigemessen, durch die das Verhältnis zwischen Rußlaiid und Frankreich berührt werden Lönnte. W i r haben eine andere Ausfassung, näutlich die, daß das eussisch-sranAösifche Einvernehmen ziemlill) die ReichStagswahlcn auf den 16. Juni d. I. anberaumt getrübt ist, und daß nicht nur die Dalkansragen die Ur» lache bilden. Ucber die lategorisd-en Erklärungen Lon­doner Bläller, daß England eine eventuelle einseitige Intei- ucnlion Rußlands und Oesterreichs auf Der Ballanhalbmsll nicht dulden werde, dürste man in Petersburg zur Tages­ordnung übergehen. Die britische Regierung ist nicht so tatenlustig und sie ist außerdem ^lußlano »ioch den Dank für Die loyal gehaltene Zusage deS Zaren schuldig, daß er den südafrikanischen Krieg nicht benutzen wolle, um England anderwärts Schwierigkeiten zu machen.

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