Ausgabe 
3.1.1903 Drittes Blatt
 
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Samstag 8. Januar 1908

ISS» Jahrgang

Drittes Blatt.

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Nr. 2

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Hamlliew blätter viermal in der Woche beigclegt.

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen

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Verantwortlich für den poltt. u. allgem. Teil i.Vu Fr. Hanne mann; fürStadt u. Land" und Gerichtssaal": Eurt Plato; siir den An­zeigenteil: HanS Beck.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, den 3. Januar 1903.

* Gedenktage. Vor 100 Jahren, am 3. Januar Z803, wurde zu Hünshoven der preußische Staatsmann Ludolf Camphausen geboren. In verschiedenen Schriften wirkte er als einer der ersten in Deutschland auf den Bau von Eisenbahnen hin. 1841 rief er die Kölner Dampfschlepp- schiffahrts-Gescllschaft in§ Leben. Infolge der Märzereignisse wurde er 1848 an die Spitze des preußischen Staatsministe­riums berufen, später wurde er Mitglied des Herrenhauses und beschäftigte sich auf seiner Sternwarte bei Bonn mit astro­physikalischen Arbeiten.

In Hanau wurde am 4. Januar 1785 der Begründer äer deutschen Philologie, Jakob Grimm, geboren. 1808 wurde er auf Empfehlung Johann von Müllers Privat­bibliothekar Jeromes in Kassel. Als Mitglied der Akadeniie der Wissenschaften siedelte Jakob Grimm mit seinem Bruder nach Berlin über, wo er die beliebten, einzigartigenKinder- und Hausmärchen" herausgab. Mit dem BandeDeutsche Grammatik" beginnt die Reihe Grimms bahnbrechender Werke. Das deutsche Wörterbuch" der Brüder Grimm wurde als unvollendetes Vermächtnis dem deutschen Volk hinterlassen, das mit Reichshilfe als nationales Werk der Vollendung entgegengeht.

** 300 Mark Belohnung. Am Sonntag, 16. November 1902 wurde zwischen 12 und 2 Uhr nachmittags im hessischen Vogelsberge auf der Straße zwischen Ilbes­hausen und Grebenhain ein kroatischer Erdarbeiter Namens Marko Cindric ermordet und beraubt. Auf die Ermittelung des Mörders hat der Untersuchungs­richter des Landgerichts Gießen nunmehr eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Ueber den Mord selbst wird folgendes mitgeteilt: Der Thäter, gegen welchen Haft­befehl erlassen ist, ist flüchtig und gleichfalls kroatischer Erdarbeiter. Er hat mehrere Monate lang mit dem Er­mordeten und dessen Freunde Mijo Luketic zusammen ge­arbeitet und gewohnt und ist unter verschiedenen Namen ausgetreten. Zuletzt nannte er sich Johan Sabljak aus Siabgec, er besaß aber noch im Oktober v. I. in Bebra eine, in Höhrath am 20.März 1902 ausgestellte auf Mijo Cindric aus Ogulin lautende Quittungskarte, hat ferner eine in Medenesr am 11. August 1902 ausgestellte auf Petar Rendulic aus Sulofrek lautende Quittungskarte einem gewissen Anton Laskarin in Wiedenest in Rhein­preußen verabfolgt und endlich hcch er sich möglicherweise auch des Namens Marko Eerdic oder Gudic bedient. Der Name Petar Rendulic findet sich auch auf einem von dem Thäter hinterlassenen Kontobuch und mehrmals auf der Innenseite eines ebenfalls von ihm zurückgelassenen kleinen schwärzlichen Holzkoffers. Nach der von den Zeugen gegebenen Personalbeschreibung ist der Thäter etwa 2025 Jahre alt, etwa 1,701,75 Meter groß, schlank, hager, hat bleiches Gesicht, braunes, in die Stirn gekämmtes Haar, Anflug von Schnurrbärtchen und trägt im linken Ohr­läppchen ein Goldblättchen. Am Tage der That bestand seine Kleidung in weißlichem Jägerhemd, sch-varzem Anzug (Sackrock, einreihige Weste und Hose), Stiefeletten mit Gummizügen und hellgrauem weichem Filzhut mit weißem Besatz und einer Sprechahnfeder auf demselben. Tas Aeußere des Thäters fiel auf wegen einer breiten aus weißlichem Metall bestehenden, von einer Westentasche zur anderen reichenden Uhrkette, an welcher große silberne Münzen hingen. Während er wenige Tage vorher deren noch fünf Stücke getragen hatte, sind am Tage der That nur noch drei Stücke an seiner Uhrkette bemerkt worden, nämlicl) in der Mitte ein silbernes Fünfmarkstück und rechts und links von diesem je ein seltenes Thalerstück. Kurze Zeit vorher hatte er in Bebra einen Maria-Theresia-Thaler ver­kauft. Da der Ermordete nicht nur seiner gesamten, ver­mutlich in Gold bestehenden, etwa 100200 Mark be­tragenden Barschaft und einer einfachen Cylinderuhr, son­dern auch eines erst am Tage der That gekauften, noch wenig getragenen schwarzen Jackettrockes beraubt worden ist, so ist es möglich, daß der Thäter statt seines eigenen diesen Rock trägt oder zu verkaufen versucht hat. Der Jackettrock hatte vorn drei, hinten an der Taille zwei und an dan Aerrneln ebenfalls je zwei wahrscheinlich mit schwarzem Stoff übersponnene Knöpfe; er war vollständig mit schwarzem, bezw- in den Aermeln mit weiß gestreiftem ^Seidenstoff gefüttert und auf der Innenseite war ein Name (vielleicht Emil Liebmann, Frankfurt a. M.) ein- lenäht. Im weiteren dürften noch folgende Thatsachen für

Ermittelung des Thäters von J-nteresse sein: Derselbe Nicht nur gebrochen deutsch, kann aber deutsche Schrift und scheint ziemlich gewandte Handschrift zu besitzen. M dem Umstande, daß sich unter seinen Effekten ein Machen roter Tinte befindet, darf geschlossen werden, daß m mitunter solcher Tinte bedient oder doch bedient hat. «te besonderes Kennzeichen kann eine Narbe am linken in der §tähe des Knies gelten, die auf eine

v. I. bei Bebra erlittene Quetschwunde zurück- Zuführ^ m Wann der Gesuchte nach Deutschland ge- tominen konnte nicht ermittelt werden. Als feststehend darf an^ommen werden, daß er etwa von Mitte Atärz ms Aiun v.J. sich in fcen Orten Wenkhausen, Höhrath, Wiedenest, ^xgneustadt, Drolshagen und Rernze in der preußischeProvinz oder in deren Nähe aufgehalten und «uh alsdann n?cd Bebra bezw. Weiteroda bei Bebra be- geoen hat, von wo er am 11. November mit Cindric und ^ukellc nach Jlbesbausen abreiste. Im Anschlüsse an das von der Großh. Staatsanwaltschaft hier unterm 18. Nov. ü- £ erlassene Ausschreiben wird wiederholt um eifrige Nachforschung nach dwi Thäter ersucht und bemerkt, daß

5. Dez. Ten 26. Dezember. Dem Bäcker Karl

Tochter,

Januar

2*

9SS ? 25

Dezember + 3,2° 0.

, 4- 1,2» 0.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

3.

2.

3.

Höchste Temperatur am 1.2.

Niedrigste , 1.2.

rief), geb. den 27. Nov. Ein unehelicher Sohn, Äugust, geb. den 19. März. Den 25. Dezember. Dem Bierbrauer Karl Wilhelm Rentmeister ein Sohn, Wilhelm Karl Friedrich Max, geb. den 19. Okt. Tem Schneider Karl Hofmann ein Sohn, Karl Heinrich Joses, geh. den 29. Sept. Dem Oekonomen Heinrich Weber ein Soyn, Karl Konrad Emil, geb. den 16, Ott. Den 26. Dezember. Dem Taglöhner Kaspar Schmidt eine Tochter, Sidonie Lina Emma Katharina, geb. den 2. Oktober. Den 28. Dezember. Dem Lackierer Wilhelm Horn ein Sohn, August Martin, geb. den 81. Okt. Dem Kaufmann August Leithauser ein Sohn, Karl August, geb. den 6. Nov. Dem Schneider Heinrich Klös ein Sohn, Karl Ludwig, geb. den 20. Nov. Dem Sattler Friedrich Groß ein Sohn, Karl Lud­wig, geb. den 8. Dez. Den 81. Dezember. Dem Militär-Jnten- danlur-Sekretär a. D. Johannes Matthäus Selzer eine Tochter,

Erna Anna Elisabeth, geb. den 25. Okt. Den 1. Januar. Dem Heizer August Deiß eine Tochter, Elisabeth Maria, geb. den 12. Dezember.

Getraute. Matthäusgemeinde. Den 22. Dezember. Ludwig Weinrich, Fuhrmann zu Gießen und Kacharina Bern­hardt, Tochter des verstorbenen Fabrikarbeiters Anton Bernhardt zu Crumbach. Den 24. Dez. August Henkel, Friseur zu Gießen und Luise Schmidt, Tochter des verstorbenen Christian Schmidt II, zu Freienseen. Johannesgemeinde. Den 20. Dezember. Max Julius Müller, Kaufmann zu Frankfurt a. M. mrd Marie Pfaff, Tochter des Schlossermeisters Karl Pfaff zu Gießen. Den 25. Dez. Heinrich Christian Brückel, Bauführer zu Frankfurt a. M. und Theodore Susanne Wilhelmine Michel, Tochter des ver­storbenen Monteurs Georg Michel zu Gießen.

Beerdigte. Markusgemeinde. Den 23. Dez. Luise Marie Minna Lips, Tochter des Kaufmanns Hermann Lips zu New-Pork, 22 Jahre all, starb den 24. Dez. L u k as gemeinde. Den 27. Tez. Katharine Eickemeyer, geb. Sarasin, Witwe des Geh. Baurats August Eickemeyer, 73 Jahre all, starb den 24. Dez. zu Griesheim bei Frankfurt. Johannesgemeinde. Den 21. Dez. Wilhelm Döring, Schriftsetzer, Sohn des verstorbenen Schuhmachers Jakob Döring, 49 Jahre all, starb den 18. Dez. Ten 27. Dezember. Michael Pfeil, Privatier, 72 Jahre all, starb den 25. Dezember.

Sohn Ernst, geb. den 28. Nov. Dem Installateur Georg Katyik ein Sohn, Friedrich, geb. den 8. Dez. Dem Schriftsetzer Wilhelm Lenz eine Tochter, Lina Luise Karola, geb. den 9. Nov. Dem Metzgermeister Johann Georg Kraft ein Sohn, Ludwig Gustav Otto, geb. den 29. Okt. Markusgemeinde. Den 21. Dezbr. Dem Maurer Heinrich Erb eine Tochter, Marie, geb. den 21. Nov. Dem Fuhrmann Karl Wolf ein Sohn, Johann Georg, geb. den 27. Nov. Den 25. Dezember. Tem Lackiermeister Georg Bellos eine Tochter, Lina Luise Karola, geb. den 20. Nov. Dem Taglöhner Karl Feldbaus ein Sohn, Gustav Karl, geb. den 8. Sept. Dem Schlosser Bruno Frank eine Tochter, Lisa Lina Alwine, geb. den 16. Nov. Dem Bäcker Gustav Henn ein Sohn, (Suftao Josef, geb. den 6. August. Dem Schlosser Wilhelm Klös eine Tochter, Auguste Margarelhe Elisabeth, geb. den 25. Sept. Dem Fuhrmann Georg Leinbach ein Sohn, Karl August, geb. den 20. Nov. Dem Tug­löhner Ludwig Pfeiffer ein Sohn, Valentin Ludwig Konrad Hein­rich, geb. den 6. Nov. Dem Dampfbaggereibesitzer Konrad Rüb- samen ein Sohn, Ernst Hermann, geb. den 28. Mai. Dem Kauf­mann Wilhelm Rühl eine Tochter, Erna Elisabeth Johanna, geb. den 15. Nov. Dem Polsterer und Tapezierer Friedrich Zimmer­mann ein Sohn, Hans Karl Martin, geb. den 29. Okt. Den 26. Dezember. Dem Packmeister Johann Stehling eine Tochter, Mar­garethe Lina, geb. den 24. Aug. Lukasge m.e i n d e. Den 28. Dezember. Dem Privakdozent Dr. Franz Volhard ein Sohn, Ernst Hermann, geb. den 3. Aug. Dem Handelsmann Eduard Batten­berg eine Tochter, Johanna, geb. den 15. Nov. Den 25. Dezember. Dem Maschinist Andreas Schröder ein Sohn, Albert, geb. den 29. Oktober. Den 26. Dezember. Dem Bahnarbeiter Ludwig Lub eine Tochter Katharine, geb. den 6. Tez. Dem Werkmeister Wil­helm Grümer ein Sohn, Ernst Ludwig Friedrich Wilhelm, geb. den 4. Okt. Dem Schneider Georg Hildebrandt eine Tochter, Eli- sabetha, geb. den 24. Okt. Dem Schuhmachernreister Johannes Glitsch eine Tochter, Käthchen Katharina Luise Elisabetha, geb. den 25. Okt. Den 28. Dezember. Tem Lokomotivheizer Philipp Georg Heep eine Tochter, Karoline Katharine Otlilie, geb. den 25. Oktbr. Johannesgemeinde. Teu 21. Dezember. Dem Bierhändler Heinrich Merz ein Sohn, Willy Heinrich Friedrich Otto, geb. den 9. Nov. Dem Kutscher Friedrich Thiele ein Sohn, Friedrich Hein­rich, geb. den 27. Nov. Ein unehelicher Sohn, August, geb. den

Warnung!

Die meisten Nachabmaugen von Dr. Hommels Haematogeft werden, um das D. K. P. No. 81,d»l zu umgehen, nut Zuhiifeuanme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommela Haematogen und achte auf die Schutzmarketiäu- gende Löwin/4 92

derselbe wahrscheinlich unter fälschem Namen und mit Margareche Luise, geb. den 8. Okt. Dem Taglöhner Peter Schnei­falschen Papieren als Erd- oder Steinbrucharbeiter bei der eine Tochter, Emilie Elisabeth Katharine, aeb. den 2. August, einem Eisenbahn-, Straßen-, Damm--, Kaüalbau oder einem Dem Fuhrmann Konrad Graulich em Sohn. Hemrich^ geb. den

beiträgt, daß daraufhin dessen Ergreifung geschieht, wird eine Belohnung bis zu 300 Mark zugesichert.

** Die Gemälde-AuSstellung am Brand, welche

seit den Weihnachtsfeiertagen wie bereits schon kurz er­wähnt eine Aenderung erfahren hat, hatte sich dieser Tage fortgesetzt eines regen Besuches zu erfreuen, welches als Be­weis gelten dürfte, daß die gegenwärtige Serie wieder recht interessant ist. Vor allein erregt das Kolossalgemälde,1793" betitelt, von Hans Koberstein, Berlin, besonderes Interesse. Der Künstler führt uns mit seinem Bilde in die Zeit der ranzösischen Revolution. Die Macht der damaligen Regie­rung war zerstört, Gesetz und Ordnung wurden nicht mehr beachtet. Die Jacobiner, die durch Verheißung vonFreiheit und Gleichheit" die Leidenschaften der Volksmassen ent- lammten, waren bei den breiten Schichten der Bevölkerung zu großem Einfluß gelangt. Welcher zweifelhaften Elemente ich die damaligen Gewalthaber bedienten, schildert uns Koberstein in seinem lebensvollen Bilde, das uns einen Blick in eine Wachtstube gewährt, in welcher außer einer Straßen­dirne drei rohe Gesellen, die sich an dem Anblick einer jungen und vornehmen Frau weiden, zu sehen sind. Mit sprechender Geste, die unzweideutig eine Liebeserklärung ausdrückt, ist einer der drei Kumpane vor die junge Frau hingetreten, während das übrige Gesindel in schallendes Gelächter ausbricht. Das Milieu und die Charakteristik sind gleich vorzüglich ge­troffen. Scharf fällt das helle Tageslicht durch das Fenster, versieht die auf dem Tische am Fenster sitzende Dirne mit kräftigen Lichtern, streift zwei der männlichen Figuren und üllt den ganzen Raum mit einem gleichmäßigen, kühlen Tone. Das mit außergewöhnlicher Verve gemalte Bild zeich­net sich auch durch leuchtende und stimmungsvolle Tonmalerei aus. Weiter verdienen noch als vorzügliche Gemälde her­vorgehoben zu werden: von L. Dettmann-Königsberg i. P., von C. Küstner-München, von O. Modersohn und F. Over- !reck-Worgswede, von O. H. Engel und H. Hendrich-Berlin, von W. Steinhausen-Frankfurt, und von P. v. Ravenstein- Karlsruhe, die aber nur noch kurze Zeit ausgestellt bleiben, da in den ersten Tagen eine Ausstellung von nur Frank­furter Künstler veranstaltet wird.

)(Nieder-Ofleiden, 1. Jan. Ein junger Mensch namens Pfeil von hier wurde tm Hornberger Stadtwalde wildernd angetroffen. Durch den Waldhüter aufgefordert, das Gewehr niederzulegen, schoß er auf letzteren, ohne zu treffen, und suchte dann das Weite. In derselben Nacht noch wurde er in seiner Wohnung verhaftet und dem Gericht zu Homberg zugeführt. Einem Gerücht zufolge soll er indessen dort wieder entsprungen sein.

Z Nieder-Mörlen, 1. Jan. Unter Überaus zahl­reicher Beteiligung wurde der im 67. Lebensjahre verstorbene hiesige Pfarrer I e n n e ro e i n zu Grabe getragen. Im Leichen­zuge sah man den Gemeinde- und Kirchenvorstand, die Lehrer, Deputationen von Vereinen, auswärtige Geistliche und den größten Teil unserer Einwohnerschaft. Hatte doch der Ver­ewigte sich große Verdienste um die Gemeinde erworben, so­wohl durch opferfreudige Seelsorge als durch hingebende Nächstenliebe und leutseliges Wesen. Herr Jennewein wirkte vom Herbst 1860 bis 1869 als Kaplan und Pfarr­verwalter, dann als Pfarrer, und zwar in letzter Eigenschaft hier seit 1888.

Vermischtes.

Im Sarge erfroren. Die 18jährige schöne Tochter des Grundbesitzers Lang inMoson (Ungarn) ist nach Angabe des Totenbeschauers im Sarge, der in einem kalten Zimmer aufgestellt war, erfroren. Eine der beiden Nonnen, die bei der Leiche Wache hielten, hatte nämlich, wie der Pest. Lloyd" erzählt, wahrgenommen, daß die Leichenstarre an dem im Sarge liegenden Alädchen noch nicht eingetreten war. Sie teilte dies dem Polizeiarzte mit, der konstatierte, daß das Mädchen noch lebte, als es in den Sarg gelegt worden war; es müsse aber im ungeheizten Zimmer bei der damals herrschenden grimmigen Kälte in der Nacht erfroren fein. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet, da das Mädchen als gewöhnliche Tote begraben wurde, obschon eine Obduktton nicht stattgefunden hatte. Die Leiche wird exhumiert werden.

Ansz»g avs Len Kirchellbüchtt» der Stadt tzikstu

Evangelische Gemeinde.

Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 2L Dezember. Dem Schneider Roelof Meindert Winterwerp eine Tochter Elisa­beth geb. den 15. Okt. Den 25. Dezember. Dem Kutscher Karl Fiedler ein Sohn, Karl, geb. den 27. Okt. Tem Schneidermeister Johannes Eckert eine Tochter, Marie Wilhelmine Karoline, geb. den 6. Nov. Tem (Berber Heinrich Kraft eine Tochter, Adostme

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Windstärke

Weller

743,1

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Bed. Himmel

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SSE.

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Regen

1 741,2

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6,9

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Frankfurt a. H.

Hotel Iflwlal.

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Am Operuplatz.

Zimmer von Mk. 3,50 an. J. C. Schweinaler, Hoflieferant.