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2.9.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 205

Vrscheirrt täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Mittwoch 2. September 1903

GietzenerAnzeiger

w General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspretsr monatlich75Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20 ; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post All. 2. viertel- fährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer d18 vormtttagS 10 Uhr. h eUenpreiS: lokal 12 Pf» auswärts 20 Psg.

Beraatwortltch für den pollt und allgem. Teil: P. ©Utto: für , Stadt und Land^ und .GerichtsfaalE: August Götz; für den An­zeigenteil: Öan« Beck.

Die heutige Wummer umfaßt 8 Seiten.

I........'

Kaiser Wilhelm in Dresden.

Der Kaiser reifte am Dienstag nachmittag von Berlin /rach Dresden, nachdem er am Vormittag durch seinen Ober­hofmarschall dem Dresdener Oberbürgermeister Beutler fol­gendes Telegramm gesandt hatte:

Berlin, Schloß. Es ist dem Kaiser besonders schmerz­lich, auf den heutigen Besuch derStädteausstell- ung verzichten zu müssen. Allerhöchstdieselben wol­len aber ihrem besonderen Interesse für alle dort zur Geltung kommenden hochherzigen, Humanitären und sani­tären Bestrebungen durch Entsendung des Kronprinzen Ausdruck geben, gez. Graf Eulenburg, Oberhofmarschall.

Ter deutsche Kronprinz ist denn auch bereits bald nach lli/o Uhr am Vormittag mit dem Großherzog und der Großherzogin von Sachsen-Weimar in Dresden eingetroffen. Zum Empfang waren auf dem Bahnhof anwesend der König, der Kronprinz, Prinz Johann Georg, die Söhne des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar, die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden. Im Residenzschloß fand bald darauf beim Könige eine Familien-Frühstückstafel von acht Gedecken statt.

Gegen 31/2 Uhr fuhr der deutsche Kronprinz mit Oem Prinzen Johann Georg vor dem festlich geschmückten Hauptportal des Ausstellungspalastes vor, wo sich die Herren des Vorstandes und des Hauptausschusses mit dem Oberbürgermeister Beutler zur Begrüßung einfanden, auch die Staatsminister und Vertreter des diplomatischen Korps waren anwesend, ferner waren die zum deutschen Städtetage entsandten Vertreter von 158 Städten zu- Vegen. Oberbürgermeister Beutler, Staatsminister Metzsch Md Oberregierungsrat Burgsdorff geleiteten den Kron­prinzen in den Kuppelsaal, wo derselbe sich mehrere Herren vorstellen ließ. Fanfaren ertönten aus der Höhe der Mppel. Oberbürgermeister Beutler hielt die Begrüßungsansprache, im welcher er dem Kronprinzen für die Auszeichnung, die er mrt seinem Besuche den deutschen Städten erweise, dankte und das Gelöbnis der versammelten Vertreter zum Städte- Lage aussprach, das erhabene Lebensziel des Kaisers, die Stärkung der Macht und die Größe des Reiches nach außen und die Ausgleichung und Versühnung der sozialen Gegen- sLtze im eigenen Vaterlande, soweit sie es in ihrem Wirk­ungskreise könnten, zu fördern und zu unterstützen. Hier­auf begann der Rundgang. Der Kronprinz besuchte u. a. die Lingnersche Sonderausstellung für Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung, die Sonderausstellung der Sicherheits- pölizei und betrat dann wieder die Kuppelhalle, wo er viele «Vertreter der deutschen Städte ansprach und ihnen herzlichst für die Begrüßung dankte. Nachdem der Kronprinz dem Oberbürgermeister zum Abschiede die Hand gereicht hatte und seine höchste Bewunderung für das Gesehene aus­gesprochen hatte, fuhr er mit dem Prinzen Johann Georg zürn Empfange des Kaisers nach dem Hauptbahnhof, von der Menschenmenge mit stürmischen Hochrufen begrüßt.

Ter Kaiser langte um 5 Uhr 15 Min. nachm. an. Zmc Begrüßung waren der König, Kronprinz Friedrich August, Prinz Johann Georg, Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig und der Großherzog von Sachsen- Warmar am Bahnhofe erschienen; ferner waren anwesend der preußische Gesandte Graf von Toenhof, der sächsische Gesandte in Berlin, Graf von Hohenthal, das diplomatische Korps, hie Staatsminister, die Generalität und die Spitzen der Staats- und städtischen Behörden. Die Ehrenkompagnie stellte bie 11. Kompagnie des Grenadierregiments Nr. 101. Der Kaiser trug dre Uniform seines sächsischen Grenadier- reg^nrents, der König die Uniform seines preußischen Ulcmenregiments, Kronprinz Friedrich August trug große, Generalsuniform, der Großherzog von Sachsen-Weimar Uniform des Karabinierieregiments, Prinz Johann Georg und Prinz Albrecht von Preußen trugen die Uniform ihrer preußischen Ulanenregimenter. Nach dem Abschreiten der Ehvmkompagnie begaben sich die Herrschaften zu den Wagen und fuhren nach dem Schloß. Ter ä la Daumont bespannte Wagen, in welchem der Kaiser und der König Platz genommen hatte, wurde von einer Schwadron Garde­reiber eskortiert. Zahlreiches Publikum hatte auf den Straßen Aufstellung genommen, alle Häuser waren von Zuschauern besetzt. Der Kaiser wurde mit lebhaften Hoch­rufen begrüßt. Auf dem Schloßhof hatte die 5. Kom­pagnie des Grenadierregiments Nr. 101 Aufstellung ge­nommen. Im Vestibül begrüßten die Hofchargen, in der ersten Etage die Prinzessin Johann Georg und die Groß­herzogin von Sachsen-Weimar den Kaiser.

Um 6 Uhr war im kgl. Schlosse Tafel zu 300 Ge­decken. Es nahmen daran teil der Kaiser, König Georg, der Großhel.'o0g und die Großherzogin von Sachsen-Weimar, Prinz und Prinzessin Johann Georg, Prinz Rupprecht von Bayern, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg usw. Nach der Tafel wohnten die Fürstlichkeiten mit ihren Umgebungen und den Würdenträgern der Galaoper im Theater bei, das mit Rosenguirlanden festlich geschmückt war. Nach der Ouvertüre von Rossinis Tell hörten die Fürstlichkeiten von der Loggia des Theaters den Zapfenstreich an. Die Schloß- lirche und der Zwinger waren von Rotfeuer beleuchtet. Tie Regimentskapellen führten Magnesiafackeln mit.

Der deu tsche Städtetag wurde namens der Stadt Lresben von Oberbürgermeister Beutler begrüßt. Vertreten sind 158 Groß- und Mittelstädte durch 334 Bürgermeister, Staotverori netenvorsteher, Stadtverordnete und andere 'tädti.sche Beamte.

Alle ch Deutlichen mtb zahlreiche Privatgebäude Dres­dens sind beflaggt. Einen besonders schönen Anblick ge­währt der Altmarkt, aus 5cm sich das Siegesdenkmal im .Halbbogen von Obelisken und Flaggenmasten vor einem

gufragenden Wald von Kiefern und Fichten wirkungsvoll emporhebt. Rings um ihn sind an den Häusern und Tüchern unzählige flaggentragende Guirlanden, Kränze und Blumen angebracht. Ein wogendes Flaggenmeer bildet die Zufahrt­straße zum Bahnhof, die mit ihren Guirlanden, Blumen und laubgeschmückten Häuserwänden einer prächtigen via triumphalis gleicht. In den Straßen bewegt sich eine festlich geschmückte Menschenmenge. Das Wetter ist prachtvoll.'

Aer König von England in Wien.

.Wien, 1. September.

König Eduard besuchte heute vormittag die Kaisergruft in der Kapuziner Kirche, wo er an den Särgen der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolf stille Gebete ver­richtete und Kränze niederlegte. Im Laufe des Vormittags gab der König beiden hier weilenden Erzherzogen und Erz­herzoginnen seine Karte ab und fuhr zurn^F r ü h st ü ck na ch der englischen Botschaft.

Während d.es Mahles brachten König Eduard und der Kaiser folgende sreigesprochcne Toaste aus. Der König sagte:

Da wir hier auf englischem Boden sind, will ich noch­mals Euerer Majestät danken für den herzlichen warmen Empfang, der mir in Wien zu teil wurde. Ich möchte in diesem Sinne meinen Gefühlen Ausdruck geben und speziell namens des englischen Heeres auf das Wohl Euerer Majestät als Feldmarschall meiner Armee trinken. Se. Majestät der Kaiser und der König lebe hoch.

.Ter Kaiser Franz Josef antwortete:

Es erfreute mich sehr, auf englischem Boden zu kom­men und Eure Majestät neuerdings zu begrüßen. Ich danke Euerer Majestät ganz besonders für die verliehene hohe Auszeichnung, auf welche ich stolz bin und die meine Beziehungen zu der taps ern englischen Ar­mee noch näher knüpfte. Ich trinke auf das Wohl Euerer Majestät, der Königin und das Wohl des eng- lijchen Heeres.

Nach dem Frühstück empfing König Eduard die Bot­schafter und Gesandten der fremdländischen Missionen; darauf eine Abordnung der englischen Kolonie, die eine prachtvolle Huldigungsadresse überreichte. Am Abend war bei der Erzherzogin Maria Josepha Farn i l i e n d i n er, an dem beide Monarchen, die Erzherzoge und Erzherzogl­innen teilnahmen. Der König verlieh den Erzherzogen Leo­pold Salvator und Franz Salvator das Großkreuz des Viktoriaordens.

König Eduard wohnte der Galavorstellung im Opernhaus bei, worauf er sich in den Jockeytlub begab. Der König verweilte eine Stunde im Jockeyklub. Er hielt Cerele und kehrte dann in die Hofburg zurück.

Aus Stad! und Kund.

Gießen, den 2. September 1903.

* * Gießener Volksbad. Im August wurden 8883 Bäder verabreicht gegen 12421 im Juli 1903 und 9132 im August 1902 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 312 Bäder gegen 428 im Juli 1903 und 326 im August 1902. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt:

Schwimmbad 3640' Männer, darunter 922 zu 10 Psg., 1472 Frauen, 326 , 10

Wannenbäder 1. Klasse 222 Männer, 147 Frauen, 2. , 692 547

Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 109 Männer und 20 Frauen, Brausebäder 1732 Männer und 302 Frauen. Die Personenwage wurde von 240 Per­sonen benutzt, das Bad von 10 Personen besichtigt.

* * DerVerein d e r O b e r h e s s e n i n D a r m st a d t, von dem wir bereits eine kurze Meldung brachten, hat zum ersten Vorsitzenden den Ei)enbahusekretär Bauer, zum zweiten Herrn Seipel. Erster Schriftführer ist Herr F. W. Lenz, zweiter Schriftführer Herr Klein, Rechner Herr Haber­mehl, Kontrolleure die Herren Lang und Hahn und Beisitzer die Herren Beck, Noll, Lein, Tiebert und Lump. Es sind bereits über 100 Landsleute beigetreten. Inzwischen hat eilte Vorstandssitzung stattgesunden. Die erste Monatsver- ammlung ^oll am 5. September abgehalten werden.

* * Am gestrigen 1. September brachte uns ein Freund unseres Blattes ein niedliches Zweiglein von einem der drei im schönsten Blütenschmucke stehenden Birn­bäume aus dem Garten des Gärtners Becker in der Gutenbergstraße. Diese lieblichen Frühherbstblüten zieren nun unseren Redaktionstisch und halten wehmütige Umschau nach dem heute noch fehlenden Probeexemplar eines Redaktions- jafen. Bekanntlich hat am 1. d. M. die allgemeine Jagd in Wald und Feld im ganzen Großherzogtum Hessen ihren Anfang genommen. Der Hasenbestand soll, nach den Er­mittelungen der Jagdpächter, wesentlich günstiger sein als der Hühnerbestand. Auch wir haben auf Radtouren in Wäldern und Feldern stets zahlreiche Hasen angetroffen.

* * Der Ver bandstag des Verbandes süd- und westdeutscher Detaillistenvereine findet am 13. September in Darmstadt statt. An die Verhand­lungen wird sich ein Mittagsmahl anschließen. Für den Nachmittag ist ein Ausflug nach der Ludwigshöhe geplant. Die Tagesordnung bringt u. a. ein Referat über das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs von Otto I. Wolff, Sekretär des Verbandes; Einheitliche Regelung der Sonntagsruhe im ganzen Reich, Referent A. I. Supp, Vor­sitzender des Vereins der Detaillisten von Darmstadt; Das Verhängen der Schaufenster an Sonn- und Feler-

tagen, Referent Theodor Oestrich, Vorsitzender des Vereins der Detaillisten von Frankfurt a. M.; Ladenschluß und Ruhe­pausen der Angestellten in offenen Verkaufsstellen, Referent H. F. Nassauer, Vorstandsmitglted des Vereins der Detaillisten zu Gießen; Petroleum Monopol und Tank anlagen, Referent Syndikus Dr. Humann-Darmstadt; Die Kaufmannsgerichte, Referent W. Hofmann-Bang, Vor­standsmitglied des Vereins der Detaillisten von Frank­furt a. M.

-o- Dutenhofen, 1. Sept. Im hiesigen Jagd-schlöß- chen hat «der Brigadekommandeur Generalmajor v. Lede- b o u r seit Montag Wohnung genommen, um bei den Ge­fechtsschießen bei Groß-Rechtenbach teilzunehmen.

Stör ndorf, 1. Sept. Eine interessante a m e» r i k a n i s ch e Er b s ch a f t s a n g e l e g e u h e i t, die seit dem Jahre 1893 schwebt, ist endlich zu glücklicher Erledigung geführt worden. Tie Erbschaft war einem gewissen E. G. hier zugefallen; da dieser jedoch unter Kuratell stand, durste fic nach einem höchst sonderbaren in einigen Staa­ten von Nordamerika bestehenden Gesetze nicht ausgehändigt werden, nicht einmal an den ordnungsmäßig bestellten hiesigen Vormund und Bevollmächtigten. Tas Geld wurde vielmehr drüben unter Verwaltung der Behörde gestellt und mußte dort ruhig liegen bleiben, bis der Erbe ent­weder wieder mündig erklärt oder gestorben sein würde. Ter Tod des Betreffenden trat im Jahre 1900 ein, und als nun die Erbin des G. E, Frau K. E, ihr Recht geltend machen wollte, wurden neue Schwierigkeiten in den Weg gelegt. So erkennen die ameritanischen Behörden z. B. eine von einem deutschen Gerichte beglaubigte Vollmacht nicht an, sondern verlangen, daß der Vollmacht-Erteiler persönlich vor einem amerikanischen Konsul erscheine und dort die Vollmacht unterschreibe. Ta die inzwischen 92 Jahre alt gewordene Frau E. die Reise zum amerikanischen Konsul nach Frankfurt a. M. nicht mehr unter­nehmen konnte, mußte man den amerikanischen Konsul (natürlich unter Aufwand großer Kosten) nach Storndorf kommen lassen, und dort konnte dann endlich im vorigen Jahre die erforderliche amerikanische Vollmacht vollzogen werden. Dem Bankhanse Bückmg u. Langsdorfs in Alsfeld war es gelungen, alle diese Schwierigkeiten zu überwinden und den richtigen Weg zur Erlangung des Geldes einzu­schlagen. Auch hat, wie wir hören, das genannte Haus sämtliche Kosten vorgelegt und Frau E. in der Zwischenzeit durch ratenweise antijizierte Auszahlungen vor bitterer Not geschützt. Tas Geld ist nun glücklich der zähen ameri­kanischen Behörde entwunden und hier in einem Betrage zur Auszahlung gelangt, welcher der Erbin ermöglicht, den Rest ihres Lebensabends sorgenfrei zu erbring en. (Oberh. Ztg.)

(?) Ulrichstein, 1. Sept. Seit gestern besichtigen Se. Exz. Finanzminister Dr. Gnanth mit Oberbaurat Kull mann das umliegende Gelände, um die Bahnprojekte MückeUlrichsteinRixfeld und EhringshausenGroßfelda UlrichsteinRixfeld gegeneinander zu prüfen.

fc. O f f e n b a ch a. M., 1. Sept. Im Kleinen Biergrund brachte gestern abend der Tgglöhner Adam Bauch seinem Stiefbruder 6 Messerstiche bei. Der Gestochene liegt hoffnungslos im Krankenhause darnieder. Der Täter wurde verhaftet.

Mainz, 31. Aug. Unter dem Verdachte des Mor^ des kam der Taglöhner Kramer in Haft. Er soll an dem Tod der Anna Winkler, die letzte Fastnacht im Rhein ertrunken ist, schuld sein. Tie Winkler war zwei Matrosen auf ihr hier vor Anker liegendes Schiff gefolgt und soll sich nach Angabe der Männer dann selbst in den Rhein gestürzt haben. Tie Nachforschungen blieben da­mals erfolglos, da ein Selbstmord der Winkler um so wahrscheinlicher war, weil sie kurz vorher auch in Köln versucht hatte, sich das Seb en zu nehmen. In der gleichen Nacht, und wahrscheinlich um dieselbe Stunde, sanden aber auch ein städtischer Beamter und ein Husaren- Unteroffizier ihren Tod im Rhein. (Sine Gewiß­heit darüber, ob die beiden Männer einem Unglücksfall oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind, konnte ebensalls nicht geschaffen werden, auch ist es bis heute noch unklar, ob diese beiden Vorfälle mit dem gewalt­samen Tod der Winkler in irgend einem Zusammenhang standen. Mau nahm seinerzeit an, daß der städtische Be­amte die Winkler mit den Wellen ringen sah und ihr zu Hilfe eilen wollte, wobei er selbst den Tod in den Fluten fand. Der Husarenunteroffizier sollte so hieß es in betrunkenem Zustand den Weg verfehlt und in den Rhein gestürzt sein. Ter Säbel des Unteroffiziers, der vom Lederzeug nicht abgerissen, sondern ordnungsmäßig abgeschnallt mar, konnte bis heute noch nicht zur Stelle geschafft werden. Tie schrecklichen Verletzungen, die seine Lerche zeigte, sührte man darauf zurück, daß der Körper in eine Baggermaschine ooer in eine Schiffsschraube ge­raten war. Zur Verhaftung des Kramer, eines mit Zucht­haus vorbestraften Menschen, gab Veranlassung, daß er einer Geliebten drohte, er werde es ihr gerade so machen, wie der Winkler, wenn sie sich nicht bessere. Inzwischen ist Kramer wieder aus der Haft entlassen ivorden.

sc. Fr ankfurt a. M., 1. Sept. Tic 4 Kavallerie» Regimenter des 18. Armeekorps haben je 12 ihrer b e st e rr P f e r d e für das Gefolge des Kaisers wäh­rend der Kaisermanöver zur Verfügung zu stellen. Tie Pferde wurden gestern in Hanau verladen.

Die Ziehung der Hanpt- und SchlnßLlasse der 2. Hcstisch- Thüringischen (Mitteldeutschen) Stantslottcrie beginnt bereits am 9. September. Wer seine Spielcrrcchte wahren will, versäume es daher nicht, sein Los umgehend zn dieser Klasse An erncueru 6476