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^ciiwgn» Wertes Blatt. 153. Jahrgang Freitag S.JauuL: 1903
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. zeigenteil: Hans Beck.
Ker Kejlreich-Nngarische Ausgleich gelungen!
Je mehr jich das verflossene Jahr seinem Ende zuneigte, desto geringer wurden in Wiener diplomatischen Kreisen die Hoffnungen auf das endliche Gelingen der Ausaleichsver- handlungen zwischen den Ministerpräsidenten beider Reiche und noch am Silvesterabend ergingen sich viele Blätter in dtttere Klagen darrcher, dag der so sehnsüchtig von allen »eiten «rhofste Ausgleiche abermals gescheitert sei. Aber im letzten Moment hat sich das Blatt doch noch zum besten gewandt, denn em Telegramm aus Wien von gestern meldet-
NachtS 10 Uhr wurde im „Hotel Sacher" der Aus- alerch zwrschen Oesterreich und Ungarn per- fert. An dieser letzten Konferenz nahmen die Ministerpräsidenten v. Szell und v. Körber sowie der österreichische Finanzminister Böhm-Bawerk teil. Der ungarische Finanz- mmrster Lukacs, der in Budapest weilt, beteiligte sich telegraphisch an den Beratungen.
Diese plötzliche Wendung in der Ausgleichskrise trat, wre werter aus Wien gemeldet wird, am Mittwoch mittag ein. Ministerpräsident o. Körber besuchte Szell, der einen neuen Bermittelungsversucli machte, wofür Körber in dem österreichischen Ministerrat sich einzusetzen versprach. Der MiNisterrat wurde sofort einberufen und beriet bis 6 Uhr. Zu dieser Stunde wurden beide Ministerpräsidenten vom Kaiser empfangen, dem Körber die Ergebnisse des Minister- rates vortrug. Nach, der Audienz setzten Szell und Körber die Beratung fort. *
Der ungarische Ministerpräsident v. Szell hat sich beim gestrigen Neujahrsempfang einer Abordnung der böhmischen liberalen Partei bereits eingehend über den Ausgleiche geäußert. Er sagte mit Bezug auf das mit dem Ministerpräsidenten v. Körber getroffene Uebereinkommen:
„Ich komme soeben aus einer Schlacht; an mir klebt ttoch der Staub des Kampffeldes. Erst vor wenigen Tagen hat der große Kampf und die große Arbeit den Abschluß gesunden. Es gibt jedoch in diesem Kampfe keinen Sieg und keine Niederlage, und doch hat es in diesem Kampfe einen Sieger gegeben. Sieger ist der Gedanke geblieben, daß zwei Staaten, die, wie Ungarn und Oesterreich, durch die Gemeinsamkeit des Herrschers und durch unlösliche Bande verknüpft sind, richtig bandeln, wenn sie bestrebt sind, auch die wirtschaftliche Gememsamkeit ausrecht- zuerhalten, indem sie sich mit Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Interessen verständigen und eine billige Aus- gleichung dieser Interessen versuchen. (Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident erklärte Hierauster werde hinsichtlich des Inhalts der mit Oesterreich geschlossenen Uebereintünft im Reichstage Eröffnungen machen, er hoffe, die Volksvertretung werde dem Ausgleich chre Anerkennung nicht versagen. Derselbe sei mit vollständiger Wahrung der Interessen Ungarns und gerechter Berücksichtigung der Interessen Oesterreichs geschlossen worden. Der Ministerpräsident erklärte sodann, er habe darnach getrachtet, den wirtschaftlichen Zuständen des Landes, auf welchen die Ungewißheit der langwierigen Berhandlungen schwer gelastet habe, die Stabilität wiederzugeben; falls jedoch ein Ueb erein komm en mit Oesterreich auf der Grundlage der Billigkeit nicht möglich gewesen wäre, sei er entschlossen gewesen, ein getrenntes Zollgebiet zu errichten. (Beifall.) Redner schloß, indem er die Partei ersuchte, namentlich im Hinblick aus die großen Aufgaben, die des Parlaments harren, ihm und seinem Kabinett fernerhin Vertrauen und Unterstützung zu gewähren. In diesem Falle könne das Land mit Zuversicht der Zukunft entgegensehen. (Lebhafter Beifall.)
Ueber die Aufnahme der Verständigung wird uns aus Wien, 1. Januar, gemeldet: Die gesamte Presse spricht ihre Beftiedigung über die Verständigung aus. Die in der Ausgleichsfrage gestern spät abends erfolgte. — v. Szell, welcher um 11 Uhr nach Budapest abreiste, wird in den nächsten Tagen nach hier zurückkehren, um die endgiltigen Formalitäten zu erledigen. Die getroffenen Vereinbarungen beziehen sichi nicht nur auf die Hauptfragen des Ausgleichs, sondern auch- auf die Nebenfragen, insbesondere auf Die Transportsteuer, die Aufnahme der Barzahlungen, die Rentenkonversion re.
Aus Budapest, 1. Ian., berichtet Wolffs Depeschenbureau: Sämtliche Blätter drücken ihre hohe Genugthuung
über den Abschluß des Uebereinkommens zwischen den beiden Regierungen betr. die zoll- und handelspolitischen Ver- haltnyse aus. Der „Pester Lloyd" schreibt: Wie wir erfahren, hat Ungarn alle Ursache, mit dem zustande gebraten Ausgleich zufrieden zu sein. Die ungarische Regierung widersetzte sich den ungerechten Forderungen v. Körbers so lange, bis diese im letzten Augenblick fallen gelassen wurden, und erst, als dies geschehen, gelang es auf Grund der Vorschläge v. Szells, der sich ein unvergängliches Verdienst um den Älüsgleich erwarb, sowie dank der Geschicklichkeit v. Körbers, der für die Interessen Oesterreichs Mit Zähigkeit kämpfte, einen Modus dafür zu finden, daß Ungarn volle Kompensation für die an Oesterreich gemachten Zugeständnisse erhalte und umgekehrt.
Die Einführung einer einheitlichen deutschen Rechtschreiönng.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern erläßt folgende Bekanntmachung:
In der Sitzung des Bundesrats vom 18. Dezember 1902 haben die Verbündeten Regierungen vereinbart:
1) Eine einheitliche Rechtschreibung in den Schul- unterricht und in den amtlichen Gebrauch der Behörden einzuführen und von dieser Rechtschreibung nicht ohne wechselseitige Verständigung untereinander und mit Oesterreich abzuweichen;
2) als Zeitpunkt für die Einführung der neuen Rechtschreibung in den Schulen, insofern die Einführung nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt ist oder ersolgt, den Beginn des Schuljahres 1903/04 und als Zeitpunkt für die Einführung in den amtlichen Gebrauch aller Behörden des Reiches und der Bundes st aaten, insbesondere bei allen amtlichen Veröffentlichungen, denl. Januarl903 festzusetzen;
3) auf die Einführung der neuen Rechtschreibung im Verkehr der kommunalen und sonstigen nichtstaatlichen Behörden in geeigneter Weise hinzuwirken.
Demgemäß bestimmen wir hiermit, daß vom 1. Januar 1903 an für den amtlichen Gebrauch aller staatlichen Beamten und Behörden, insbesondere für alle amtlichen Veröffentlichungen, die „Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis, herausgegeben im Auftrage des Königlich Preußischen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten" (Berlin, Weid- mann'sche Buchhandlung, 1902) maßgebend sein sollen. *)
Wegen der Einführung der einheitlichen Rechtschreibung in den Schulen ergeht besondere Verfügung.
Darmstadt, den 31. Dezember 1902.
Großherzogliches Staatsministerium.
Rothe» Dittmar. Gnauth.
*) In Uebereinstimmung mit dieser Verfügung wird von heute ab auch im „Gießener Anzeiger" die neue Rechtschreibung zur An- wendung gelangen. ______________________ D. Red.
Politische Tagesschau.
Die Neujahrsfeier am Kaiserhofe.
Zur Feier des Neujahrsfestes im Berliner königlichen Schlosse trafen der Kaiser und die Kaiserin, die kaiserliche Familie und Prinz Heinrich gestern um 9y2 Uhr vormittags aus Potsdam ein. Prinz Arnulf von Bayern war bereits rüher angekommen und hatte im Schlosse Wohnung genommen. In der Schloßkapelle bereitete sich inzwischen der feierliche Gottesdienst vor, an dem teilnahmen die anwesenden Prinzen aus souveränen und fürstlichen Häusern, die Bevollmächtigten zum Bundesrat, die Staatsminister, Generale, Admirale, die Präsidien der parlamentarischen Körperschaften, sowie die Ritter des Schwarzen Adler- ordens. Den Reichskanzler Grasen von Bülow erblickte man in längerem Gespräche mit dem sächsischen Gesandten, dann mit den Herren v. Kröcher und Frhrn. v. Manteuffel
sowie dem Grasen Waldersee. Um 10 Uhr hielt der Hof unter Vortritt der höchsten Hofchargen seinen Einzug in vie Kapelle. Ter Kaiser führte die Kaiserin, der Kronprinz die Herzogin von Albany, Prinz Arnulf von Bayern die Prinzessin Friedrich Leopold. Nach Schluß des Gottesdienstes schritten die Majestäten und Fürstlichkeiten in feierlichem Zuge zum Weißen Saal zur Abhaltung der großen Gratulationscour. Das Kaiserpaar nahm vor dem Tron Platz, die Prinzessinnen links, die Prinzen rechts. Dem zuerst vorüberschreitenden Reichskanzler reichte der Kaiser die Hand und richtete freundliche Worte an ihn, ebenso die Kaiserin. Durch Händedruck und Ansprachen zeichnete der Kaiser auch den Grafen Ballestrem, den Grafen Udo zu Stolberg, den Fürsten zu Wied, den Frhrn. von Manteuffel, sowie die Herren v. Kröcher und Krause aus. Nachdem der Kaiser die Glückwünsche der Botschafter, kommandierenden Generale und Minister entgegengenommen hatte, begab er sich in Begleitung des Kronprinzen, der Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert, sowie der Herren des Hauptquartiers nach dem Zeughause, von der auf den Straßen angesammelten Menge mit lauten Hochrufen begrüßt. Im Lichthofe des Zeughauses, wo die kommandierenden Generale und die Offiziere der Garmison versammelt waren, sand Parole-AuSgabe statt. Die Parole lautete, wie immer am NeujahrStage, „Königsberg-Berlin".
Neue Schwierigkeiten mit China.
Das Reutersche Bureau meldet aus P e k i n g, 31. Dez,: Ueber die Weigerung Chinas, die Entschädigungen auf der Goldbasis zu zahlen, wurde von den Gesandten, die darüber auch ihren Regierungen telegraphisch berichten, gemeinschaftlich beraten. Es wurde die Fragender Ueber- reichung einer gemeinschaftlichen oder identischen Note erwogen, in der Chiira darauf hingewiesen wird, daß das Protokoll ausdrücklich die Zählung auf der Goldbasis vorsieht. Sollte China seinen Berpflichtunge.l nichst nach^ kommen, so würde das ernste Folgen nach sich ziehen. Die amerikanische Politik ist das hauptsächlichste Hindernis, das einer gemeinschaftlichen Note entgegensteht. Tie bestehenden Schwierigkeiten werden allgemein der Ermutigung zugeschrieben, die China in oem Umstand findet, daß seine Argumente von der amerikanischen Regierung gutgeheißen werden. Die Chinesen begnügen sich damü, die weitere Entwicklung abzuwarten, weil sie glauben, die Mächte werden es so schwierig finden, sich über irgend ein Vorgehen zu einigen, daß die Angelegenheit auf unbegrenzte Zeit völlig zum Stillstand kommt.
Die Krönuugsseier in Delhi.
Ein Telegramm des Wolff'schen Bureaus meldet aus Delhi vom 31. Dez.: Unter größter Prachtentfaltung wurde heute die Krönung des Königs in dem herrlichen Amphitheater verkündet, in welchem die Königin Viktoria zur Kaiserin ans'gerufen worden war. Ungefähr 15 000 Personen nahmen an dem Tu.rbar teil. Nachdem der Bize- könig auf dem mit goldenem Löwen verzierten Trone Platz genommen hatie, verlas ein Herold die Proklamation. Ter Vizekönig hielt dann eine Ansprache, in der er sagte, aus dem Durbar sei fast ein Fünftel der gftnzen Menschenrasse vertreten; alle beugten sich vor dem einzigen Trone. Eine solche Herrschaft zu gewinnen, sei ein großes Werk gewesen, sie aber zu einem einzigen Ganzen zusammenzuschweißen, sei das größte Werk. 2er Bizekönig verlas dann eine Bo tschaft des Königs, in der der König dem Wohlwollen, das er für Indien hegt, und der Anerkennung der von den indischen Truppen geleisteten Tienste Ausdruck gibt und die zuversichtliche Hoffnung aus- irückt, daß der Prinz und die Prinzessin von Wales binnen kurzem Jndiep besuchen werden. Der König, heißt es in der Botschaft weiter, märe selbst gern nach Indien gekommen, wenn es möglich gewesen wäre, er habe indessen einen Bruder geschickt. Schließlich gibt der König in der Botschaft all seinen Vasallen und Untertanen in Indien )ie erneute Versicherung, daü $r ihre Freiheiten und Rechte achten und ihre Wohlfahrt sich angelegen fein lassen werde. Nach der Verlesung der Botschaft verkündete
Au den Kröuungsfestlichkeiten in AeHi.
Dem „Bureau Reuter" ging aus Delhi ein langer Spe- ^ialbericht über das Durbar zu, dem wir einige Bilder entnehmen. Der Berichterstatter erzählt zunächst, daß „Durbar" eine Festverfammlung bei Gelegenheit einer Tronöesteigung oder Ktönung bezeichnen könne. Der Namen paßt also in diesem Falle, da die Festlichkeit zu Ehren der Thronbesteigung König oder vielmehr Kaiser Eduards statt- sindet. Ten Zusammenstrom der Volksmassen schildert der Berichterstatter wie folgt: „Von allen Seiten strömen die Menschen in die alte Stadt Delhi. Alle Rassen und alle Glaubensbekenntnisse des Ostens sind hier vertreten. Die Chadni Chouk, die Hauptstraße von Delhi, ist ein Meer von Farbenpracht, Leben und Thätigkeit; Araber, Afghanen, Siamesen, Burmesen und Japaner, die Einwohner von Neapel, Sikkim, Rajputana, Muskat, Balutschistan und Travancore, Sikhs, Mohammedaner, Hindus, Parsen, Europäer und Buddhisten, alles drängt durcheinander in der geräuschvollen Menschenwoge. Elefanten mit hohen Türmen auf dem Rücken, Kamele, eingespannt in merkwürdige Karren, Motorwagen, elegante europäische Landauer, Rick- schas, gezogen von buncgeileideten Läufern, Fahrräder, Ochsenwagen und Bauerngesährte aller Art, ziehen in langem unnnterbroche^lem Zuge einher. Niemals, selbst nicht zur Zeit -der Moguln, hat Delhi ein solches Bild ausgeregiec Tätigkeit -gejeh^l, niemals haben sich der Osten und der Westen in seinen Straßen w fremdartig vermMt,"
Nach Angabe des Berichterstatters wurde ein Zusam- menstvom von etwa 250000 Menschen in dem Zeltlager bei Delhi erwartet. Die Zahl der Zelte schätzt man auf 80000 bis 100 000. Der äußere Umfang des Lagers beträgt 35 englische Meilen, und seine Garmison besteht aus 45 000 europäischen und indischen Truppen. Tas ganze Lager ist elektrisch beleuchtet, Der Draht, der über die Zelte hinweggeführt ist, wiegt 60 Tons. Unter dem Lager ist ein Kabel von 50 Meilen Länge gelegt worden. Durch das Lager selbst führt eine Eisenbahn von 12 Meilen Länge, an der sich zehn Stationen befinden. Große Lagerhäuser enthalten über 30000 Tons Nahrungsmittel für Menschen und Tiere, und 2000 Kamele haben mit 4000 Ochsenkarren für weiteren Transport von Vorräten zu Jorgen. Tie telegraphischen Anlagen mußten sehr ausgedehnt werden, und die Länge der Neuanlagen beläuft sich auf 5000 Meilen. Im Sager selbst befindet sich ein Telegraphistenlager mit 400 Beamten, denen 50 Militärradfahrer zur Beförderung einlaufender Telegramme beigegeben sind. T-as Amphitheater, in welchem die Proklamation verlesen werden sollte, hat Raum für 15 000 Personen. An orientalischer Pracht stehen die Lager der einheimischen Fürsten obenan; acht' englische Meilen lang zieht sich der Weg durch diese Lager. Um die Prachttelte jedes Fürsten reihen sich die feiner Unterfürsten und,Vornehmen, und die Zelte für die Elefanten und Leibwachen und Tiener.
In der Nähe des bekannten Kafchmirtores erhebt sich
das Gebäude für die gestern eröffnete indische Ausstellung, die größte, die man bisher zusammenzubringen vermochte. Ein ganzes Jahr lang har Tr. George Watt, der Veranstalter dieftr Ausstellung, das ganze Land bereist, um die Kunst- fchätze zusammenzubringen. Alles, was den Einfluß des Abendlandes erkennen ließ, wurde streng ausgeschlossen. Tie Ausstellung umfaßt Gegenstände, die verkauft werden können, eine Abteilung geriehener Kunstwerke, eine Abteilung, in der indische Kunsttischler und Kunsthandwerker tätig sind, und endlich eine Abteilung der indischen Juweliere. Holz und Elfenbeinschnitzereien, kostbare Metallgefäße, Teppiche und Stickereien sind die Hauptausstellungsgegenstände; dabei hat man aber auch historische Bauwerke aus allen Provinzen in getreuer 'Nachbildung hergestellt. Tie einzelnen Provinzer- haben sich außerdem durch Verleihen der kostbarsten Schätze ausgezeichnet. Kaschmir lieferte 400 der kostbarsten Shawle, wie sie bisher in dieser Pracht niemals das' Auge eines Europäers sah, Barada stellte einen Perlenteppich aus, dessen Wert auf viele Tausend Pfund Sterling geschätzt wird ufw. In der Iuwetenabteilung flimmern die Schmucksachen aus den Werkstätten der acht reichsten indischen Iuwelenhändler; auf drei Viertel Millionen Pfund Sterling berechnet man den Wert dieser Juwelen.


