Zweites Blatt.
Nr. 174
Samstag 27. Juli ltM)l
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151. Jahrgang.
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China.
In Weihaiwei sind die Befestigungsarbeiten eingestellt worden. Tie Kaufleute und Grundeigentümer sind darüber ungehalten, da sie fürchten, daß die von ihnen kürzlich erworbenen Rechte nicht genügend geschützt sind.
Nach aus der iNongolei in Brüssel eingetroffenen vom 9. Mai datierten Nachrichten weilt der Nachfolger des ermordeten Bischofs Hamer, der apostolische Vikar Bermyn, gegenwärtig in Santaoho im Nordwesten des Ordoslandes, wo sich .Prinz Tu an aufhält. 2000 Christen seien dort dem Hungertode nahe. Bermyn habe von dem französischen Gesandten in Peking europäische Soldaten oder Waffen und Munition erbeten, jedoch keine Antwort erhalten. Tie Mongolen bedrohten die Christen fortgesetzt mit dem Tode. Tas Erscheinen einiger hundert europäischer Soldaten würde genügen, um die Mongolen niederzuhalten. Bermyn fordert die Rückkehr der 15 jüngst über Rußland heimgekehrten Missionare, um den in Not befindlichen Christen zur Seite zu stehen.
Ter „Standard" meldet aus Shanghai vom 24. Juli: Chinesischen Meldungen zufolge erlitten chinesische und russischeTruppen im Südvsten der Mandschurei eine ernste Niederlage durch Aufftändische. Die Letzteren zerstören jetzt die Telegraphenlinien. t
Aus Hongkong wird gemeldet: Nachdem der Lloyp- dampfer „Bayern" mit dem Prinzen Tschun hier eingetroffen war, begab sich der Prinz sofort in das Regierungsgebäude; später gaben ihm die in Hongkong ansässigen chinesischen Großkaufleute ein Festmahl. Am Nachi- mittag erwiderte der Gouverneur den Besuch des Prinzen, worauf die „Bayern" die Reise nach Deutschland fortsetzte.
Im englischen Unterhause stellte Lambert (Liberal) die Frage, ob die Regierung bestimmte Zusicherungen von der deutschen, französischen und japanischen Regierung verlangt habe, daß deren Truppen nur zeitweilig in Shanghai stationiert sein sollten. Unterstaatssekretär Cranborne entgegnete, der Tag der endgiltigen Räumung Shanghais wie der anderen von den verbündeten Truppen besetzten Orte sei noch nicht festgesetzt. England habe aber keinen Grund, anzunehmen, daß irgend eine der genannten Regierungen ihre Truppen dauernd in Shanghai zu belassen wünsche. — Der französische General Voyron ist abberufen worden.
S.. M- S. „Bussart/' ist am 23. Juli in Chinkiang und S. M. S- „Iltis" am 23. Juli in Kanton eingetroffen. S. M. S- „Säger" ist am 23. Juli in Mukiang eingetrossen und geht am 25. Juli von dort wieder in See.
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Gartenbau-Zölle.
Meder ist ein Zipfel des Schleiers gehoben worden, \ der den Zolltarifentwurf verhüllt. Tie in der „Deutschen i stAärlnerztg." mitgeteilten Sätze für die Erzeugnisse des ; ^Gartenbaues sind als authentisch zu betrachten. Das jGartenbaugewerbe gehört zu denjenigen Interessenten- ■ gruppen, deren Mitglieder sehr verschiedener Ansicht sind über die Zweckmäßigkeit eines Zollschutzes. Eine Anzahl Handelsgärtner und Blumengärtner hat den Zoll für schädlich erklärt. So sagte der Vorsitzende des „Verbandes Deutscher Handelsgärtner und Blumengärtner", Riemer- IKöln, in einer Versammlung von Gartenbauinteressenten in Köln u. a Folgendes: Die italienische Regierung werde «deutsche Gartenbauzölle sofort mit Gegenzöllen beantworten; die aber würden deutsche Jndushrieprodukte treffen. Dieselbe Repressalienpoliti! würde natürlich gegen unsere Industrie auch von den anderen Staaten, Belgien, Holland, Frankreich eingeschlagen werden, von denen wir Garten- ^auprodukte beziehen. Die Versammlung beschloß aber mit 547 gegen 26 Stimmen: daß die Einführung eines Schutzzolls für Gartenbauerzeugnisse jeder Art zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und einer angemessenen Rentabili- ität des einheimischen Gartenbaus dringend geboten fei. Ebenso wurden die Zollbestrebungen vom „Bund der Landwirte" und vom Zentrum unterstützt, mit dem Hinweis vuf die außerordentlich gestiegene Einfuhr von Garten- lbauprodukten. Auf dem deutschen Gärtnertag in Leipzig fanden, August 1898, die Schutzzoll-Vorschläge zwar die Mehrheits-Zustimmung, ober auch hier wurde die Frage Aufgeworfen, ob die Regressivmaßregeln der anderen Staaten oder die planmäßige Organisation der Produzenten im Auslande nicht den Nutzen wettmachen würden? Der „Verband der Blumenhändler Westdeutschlands" lehnte d-ie Einführung eines Blumenzolls ab. Der „Süddeutsche Mrtner-Verband" erklärte in einem Aufruf geradezu: der Zoll würde für die große Mehrheit der süddeutschen Gärtner isttehr Nachteile als Vorteile haben. Dagegen empfahl man in Bonn, Magdeburg, den SchuUoll. Die „Korresp. des Bundes der Landwirte" berief sich — wir folgen hier der ^achtenswerten Schrift von Dr. Georg Tischert „Zollpolitische Jnleressenkämpfe" — auf Aeußerungen der Handels- fammern von Frankfurt a. M., Magdeburg, Leipzig. Darin Wurde geklagt, daß bei der riesigen Einfuhr laus dem Süden die Frühgemüsekultur nicht mehr lohne; Berlin sage ausdrücklich, daß ohne Zollschutz für den Berliner Gärtner die Gemüsezucht und die Gemüsetreiberei teufhören müsse.
Wie aus den Zollsätzen hervorgeht, haben die Schutz- zöllner im Gartenbaugewerbe gesiegt, d. h. vorläufig gesiegt, denn noch haben Bundesrat und Reichstag zu entscheiden, fordern die Rücksichten auf die Volksernährung beim Gemüse- und Obstzoll, ihr Recht. Endlich ist kein 'Zweifel, daß die Staaten, die Gartenbauprodukte mach Deutschland einfiihren, von den Zollsätzen abhandeln werben. Tie „Nat. Ztg." hält speziell den Zoll auf Kartoffeln |für „so phantastisch", daß es schwer falle, an seine Aufnahme in einen Regierungsentwurf zu glauben. Ein notwendiges Nahrungsmittel, ein Hauptgegenstand des M assen - Konsums soll in der Zeit vom 15. Februar bis 31. Juli nrit einem Zoll belegt werden, der bis auf das Sechsfache des Preises gehe? Die „Voss. Ztg." bezeichnet die Zölle teuf Gartenerzeugnisse als die „unerträglichsten Plackzölle". Bei der Einführung von Gartenzöllen werde jeder Handelsvertrag mit Italien von vornherein unmöglich. Die Offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." nimmt auch von den neuen Tarif-Enthüllungen feine Notiz. Dies Schweigen wird nun Kcks eine Bestätigung aufzufassen sein.
Ten Besuch des Staatssekretärs Grafen Posadowsky in Stuttgart kann man vielleicht mit den Erwägungen der Regierungen über die Veröffentlichung des Zolltarifs in Verbindung bringen. Da nun einmal die Zolltarif-Diskussion in Fluß gelangt ist, hat eine weitere amtliche Geheimhaltung der Zollsätze keinen Zweck. Es ist sicher, jiod) andere Tarif-Enthüllungen folgen.
Politische Tagesschau.
Die Balkanreise des Großfürsten Alexander Michails witsch läßt die Politiker nicht zur Ruhe lammen. Jetzt sagt auch die „Wiener Neue Presse" dem Großfürsten eine diplomatische Mission nach, und zwar soll Rußland eine Entscheidung des Sultans in Sachen der Unabhängigkeit Bulgariens und der Angliederung Kretas an Griechenland herbeizuführen trachten. Obwohl das Gerücht in Konstantinopel selbst entstanden ist, gebricht es ihm an innerer Wahrscheinlichkeit. Rußland hat wiederholt und unzweideutig zu erkennen gegeben, daß es eine Aenderung der Status quo in Südosteuropa nicht wünscht. Tas trifft auf die ehrgeizigen Pläne des Bulgarenfürsten sicherlich ebenso zu, wie auf die Bemühungen des Prinzen Georg von Griechenland hinsichtlich Kretas. Hat doch selbst die Rundreise, die der Prinz zu Beginn des Jahres bei dtzn Schutzmächten unternahm, im Interesse einer Aenderung der staatsrechtlichen Stellung Kretas zur Türkei, lediglich den Erfolg gehabt, daß die Botschafter Rußlands, Frankreichs, Italiens und Englands auf einer in Rom abgehaltenen Konferenz die Vorschläge des prinzlichen Gouverneurs von Kreta ablehnten. Prinz Georg aber fügte sich und erklärte sich bekanntlich erst kürzlich bereit, das im August l. I. ablaufende Gouverneur-Mandat wiederum zu übernehmen. Am Ende hat ja auch in Bezug auf die Zukunft Kretas der Sultan ein Wort mitzusprechen. Er ist über die Pläne des Prinzen Georg, denen die griechische Regierung naturgemäß geneigt ist, unterrichtet und hat
macht ihnen den Aufenthalt auch in ausgeplünderten Gegenden leicht. Die Engländer leisten eben Danaidenarbeit. Lord Roberts hatte in einzelne größere Orte Garnisonen, meistens Fußvolk, gelegt, mit dem allgemeinen Auftrage, in der Umgegend Ordnung zu halten. Der Machtbereich war aber viel zu groß, und ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Besatzungen nicht vorhanden, sodaß die englische Infanterie gegenüber den flinken Burenreitern nichts ausrichtete und aus dem Zustande der Blokade kaum herauskam. Eine der ersten Maßregeln des neuen Oberkomman- bierenben Kitchener war dann, diese verlorenen Außenposten einzuziehen und die englische Streitmacht in wenigen großen Standlagern an den Bahnlinien zu konzenttieren, von wo aus sie beständig Streifzüge unternahmen. Dieses Spiel dauert nun beinahe neun Monate; man hat ungezählte Mengen von Pferden, Rindern, Schafen vom Lande eingetrieben, man hat die Burenfamilien von ihren Farmen, gegenwärtig 85 410 weiße und 23 489 farbige Per- onen, in jene entsetzlichen sog. Konzentrationslager zusammen gebracht, um sie beständig unter Aufficht zu haben, und noch immer ist das Ende der Kämpfe nicht abzusehen, ind die Eisenbahnen fortwährend gefährdet. Angesichts dieser Thatsachen hat sich nun Kitchener entschlossen, das System der dauernden Bewachung in neuer Form wieder aufzunehmen. Er teilt den ganzen Kriegsschauplatz in kleine Militärbezirke unter je einem Offizier und errichtet durch diese Bezirke hin Blockhäuser mit kleinen Posten, die untereinander Verbindung halten und einen ihnen zugewiesenen Gelände-Abschnitt ab patrouillieren. Begonnen hat er mit dieser Methode zuerst an den Eisenbahnen. Es ist.jetzt z. B. an der Delagoabaibahn eine Kette kleiner Blockhäuser in Zwischenräumen von etwa 3 Kilometer aufgeführt, die den Buren das Ueberschreiten der Linie höchstens noch bei Nacht gestattet. Der erfindungsreiche Tommy Atkins hat alles Mögliche gethan, um die Blockhäuser zu sichern. Er hat sie mit Draht eingezäunt und die Drähte mit leeren Blechbüchsen behängt, die im Falle eines nächtlichen Ueberfalls beim Zerschneiden der Drähte den Posten automatisch alarmieren. Außerdem hat er in den Zwischenräumen zwischen den Blockhäusern in Khaki gekleidete Strohmänner aufgestellt, die bei Nacht die Buren täuschen sollen. Auch im Innern des Landes ist mit der Durchführung des Blockhaussystems begonnen worden. Nach einer Timesmeldung ist der Kommandonek in den Maga- liesbergen mit dem südlich gelegenen Krügersdorp durch eine solche Blockhäuserkette verbunden, und eine andere Kette ist von Middelburg nach Standerton, also quer durch das südöstliche Transvaal ,in Vorbereitung. Ebenso will man in der Kapkolonie das Verfahren anwenden. Zweifellos erfordert dieses neue System viel Arbeit, Geld, Geduld und vor allem Leute, und wird wohl schließlich die Engländer auch nicht zu dem von ihnen erwünschten Ziele führen. _
Nach dem „Pester Lloyd" ist in Pretoria am 11. Funr ein Norddeutscher, Namens Krause, auf Grund eines kriegsgerichtlichen Urteils erschossen worden. Krause hatte sich wiederholt mit einigen verwegenen Genossen bis in das von Stacheldraht umgebene Gebiet Pretorias gewagt, um Pferde, Schlachtvieh und Berpflegungsartikel zu requirieren. Am 9. Juni wurde er, als er sich wieder zu seinem Kommando zurückbegeben wollte, verraten, von Patrouillen verfolgt und noch innerhalb des Befestigungsgürtels nut zweien seiner Begleiter, Namens Fenter und Delport, gefangen, während zwei andere entkamen. Auf der mißglückten Flucht hatte er einen der Verfolger angeschossen. Am nächsten Tage wurden die drei befangenen unter sol- genben Anklagen: erstens wegen ^^^0^5
zweitens wegen Bruches des ^eutra^^tatöetbe§, dritten5 wegen unerlaubten Besitzes von Waffen — vor ein Kriegsgericht gestellt: Krause wurde aller drei, Fenter und Delport wurden der zwei letzten Anklagen schuldig befunden, und daraus verurteilte man alle drei zum Tode durch Erschießen. Am 11. wurden Krause und Fenter erschossen,
1 Delport jedoch hatte man, wahrscheinlich weck er als Kronzeuge gegen die zwei Anderen ausgesagt, begnadigt Von
- Meuchelmord kann natürlich m diesem Falle nicht dre Rede sein und zur Verletzung des Neutralitatseides reizen
; die Engländer alle Tage auf, indem sie Buren dazu be- ■ wegen , die Waffen gegen ihre Landsleute zu ergreifen.
^er Tod der beiden Erschossenen", bemerkt der Bencht- erftatter, „wird den Engländern wenig nützen. Sie haben im Gegenteil den Buren-Kommandanten eine gute Lehre gegeben, die Delarey bereits beherzigt hat. Dieser ließ zwanzig Buren, die sich den Engländern angeschlossen hatten und gefangen genommen wurden, niederschießen. Vielleicht wird diese Maßregel auch auf englische Soldaten ausgedehnt, welche das zweite Mal gefangen werden."
Die Engländer haben besondere Korps gebildet, die Ochsen und Schafe zusammentreiben sollen, und die Sol-
feinem Unmut soeben in drastischer Weise Ausdruck gegeben. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, beabsichtigte die griechische Regierung, ein Geschwader in die türkischen Gewässer zu entsenden. Die Pforte lehnt jedoch diese Kundgebung „freundschaftlicher Gesinnung"' ab, indem sie „aus politischen Erwägungen" ihre Zustimmung zum Besuch türkischer Häfen durch griecl-ische Kriegsschiffs versagte, ______
Die „Landeszeitung für das Fürstentum R e u ß ä. L." pflegt ihren Bedarf an Leitartikeln aus der parttkularisttscheu Presse aller Schattierungen, vornehmlich aus der welfischen „Deutschen Volksztg.", den „Mecklenb. Blättern" und dem „Bayerischen Vaterlande" zu decken. Entschließt sie sich aber einmal ausnahmsweise einer eigenen Ausarbeitung, so kann man sicher sein, daß der Humor dabei noch mehr zu seinem Rechte kommt, als in den Fällen der Ausschlachtung anderer Partikularisten- Blätter. In ihrer vorletzten Nummer fühlt sich die „Landeszeitung" gedrungen, an eine Kundgebung des Prinz- regen ten Wilhelm zu erinnern, der es anläßlich des Antritts der Regentschaft als das Programm der preußischen Politik bezeichnete, die Welt müsse wissen, daß Preußen überall das Recht zu schützen bereit sei. Den Anlaß zu dieser Erinnerung findet die „Landeszeitung" in dem Bande, an dem die „Drachen-MHxrille" — so nennt das Blatt die China-Denkmünze — getragen werden soll. Tas Band ist nämlich orangegelb, und deshalb schreibt die „Landeszeitung" wörtlich: „Orangegelb ist. . - die Farbe des Bandes des Schwarzen Adlerordens, also einer speziell preußischen Dekoration, und daher kann man auch hier wieder beobachten, wie der bundesstaatliche Charakter des Reiches außer Acht gelassen, und um so mehr das persönliche Regiment ebenso wie bei der Inszenierung des Khakizuges in den Vordergrund geschoben hat. Welch' gemischte Gefühle aber dieses orangegelbe Band an verschiedenen deutschen Häfen hervor gerufen hat, das auszudenken überlassen wir dem geneigten Leser." — Der geneigte Leser, dem die Lektüre der „Landeszeitung für das Fürstentum Reuß ä. L." nicht täglich das Leben versüßt, wird seine helle Freude an der Meinung haben, da:ß der bundesstaatliche Charakter des Reiches durch die Wahl des orange- gelben Bandes für die China-Denkmünze beeinträchtigt worden sei. Noch größer aber wird seine Freude werden, wenn er hört, daß nach Ansicht der „Landeszeitung" die Farben des Bandes der China-Denkmünze nur schwarz-weiß-rot fein dürfen, weil es bei dem China-Feldzuge sich um eine reine Reichsangelegenheit handelte! Sollten auch die „verschiedenen deutschen Höfe", die laut der „Landeszeitung" durch das orangegelbe Band erschreckt worden sind, plötzlich die gleiche Begeisterung für schwarzemeiß-rot wie die „Landeszeitung empfinden, so wäre der Humor bei dieser Geschichte vollständig. Jene „verschiedenen deutschen Höfe" indessen werden sich samt der „Landeszeitung" vor ihren welfischen und sonsttgen Busenfreunden wegen ihrer schwarz-weiß^roten Anwandlung wohl gründlich zu rechit- ferttgen haben 1
Engländer und Buren.
Es fängt auch dem britischen Oberkommando an aufzudämmern, daß die grausame, zugleich Mann und Tier der eigenen Truppe aufreibende Steifzugtaktik gegenüber den unvergleichlich ausdauernden, beweglichen und anspruchslosen Buren dauernde Erfolge nicht schaffen kann. Wie oft find z. B. die Transvaalbezirke südlich der Linie Zeerust, Magaliesberge, Pretoria, Delagoabaibahn schon durchzogen und ,gesäubert" worden, unb immer wieder heißt es nad) kurzer Zeit, daß die Buren wieder da sind, gelegentlich in so überraschender Zahl, daß englische Abteilungen schwere Schlappen erleiden. Es fei nur an den blutigen, beinahe gelungenen Ueberfall von Vlakfonteiu am 29. Mai erinnert. Ihre Beweglichkeit ermöglicht es den Buren eben, wie sie sich schnell vor einem übermächtigen Gegner davonmachen, so auch zurückzukehren, sobald die Briten den Rücken gewandt haben, und ihre Genügsamkeit
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger **
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