Ausgabe 
24.4.1901 Erstes Blatt
 
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r-, sowie Regierung r. v. ©tauet) an Mit n Herren W ftad :t roorben. dem iirfl. Gehejmmk ball- eitshalber, Die Pro- ob, und nmibcu durch -rialrat v. Piegeleben Zillh Merck und Kunst- - dre^e sämtlich in telle des Herrn Simth ^ialbireffor o. Bech- >i tarnen Direktor Tr. in Ciienbadfftnirai )ie Herren Dorr und ch Manisterialredrsor dene Ach« wurde M trat man in, eint >ie sich meist auf den merken zur öffentlichen

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wienerwald" klang durch deu Saal. Kronprinz Friedrich Wilhelm trat auf die Erzherzogin MariaAnnuuciata zu und forderte sie zum Tanz auf, seinem Beispiele folgten >ie jüngeren Erzherzöge und eine Anzahl junger Kavaliere. Auch die folgenden Tänze ließ der Kronprinz nicht vorüber­gehen, ohne sich an ihnen zu beteiligen. Er tanzte mit den Erzherzoginnen Maria Christine und Elisabeth Amalia und ließ dann seine Blicke durch den Saal schweifen; er suchte offenbar eine Tänzerin, deren Namen er vorher votiert hatte, denn mau sah, daß er einen Zettel aus der Tasche zog und sich fragend an den deutschen Botschaftsrat Freiherr« v. Romberg wendete. Die erste Polka hatte schon begonnen, die Paare wirbelten durch den Saal, und der Kronprinz schritt durch die Reihen der Tanzenden quer durch den Saal auf eine Gruppe junger Komtessen zu. Dor der Gräfin Alexandrine Eulenburg, der ältesten Tochter des deutschen Botschafter«, blieb er stehen und forderte sie, sich verneigend, zum Tanz auf. Die Musik hörte plötzlich auf, ehe die Polka zu Ende gespielt war, und der Kronprinz blickte fragend um sich; es war ihm neu, daß nach der Tonzordnung am Wiener Hof die einzelnen Tänze nur eine bestimmte Zeit lang dauern dürfen; so war für die Polka die Zeit von 8 Uhr 43 Min. bis 8 Uhr 49 Min. bestimmt gewesen. Auch einige junge Damen der österreichischen Aristokratie, so eine Prinzessin Monlenuovo, Prinzessin Auersperg und Komtesse S"ilern, sowie Komteffe FestetitS, eine Tochter des Grafen Tassilo FestetitS, forderte der Kronprinz zum Tanz auf. Schließ­lich erwähnt der Bericht noch die Toiletten: Der eigen« tümliche intime Reiz des Balles bei Hofe, der ganz den Charakter eines fröhlichen Tanzfestes hat, was sich in jedem Detail des Arrangements ausdrückte, kam auch in der äußeren Erscheinung der Damen zur Geltung. Der reiche Schmuck, die funkelnden Riviären, die blitzenden Diademe waren alle so wie bei den glänzenden Winterfesten da; bei den Toiletten dagegen hatte der gute Geschmack und die einfache Eleganz das Ucbergewicht über den Prunk und die Pracht der eigent­lichen Hoftoiletten. Die Schleppen waren weniger lang, die Tanzkleidchen der unverheirateten Prinzessinnen und Komtessen waren noch duftiger als in der eigentlichen Tanzsaison. Da« mit war gleichsam der Frühling angedeutet, in den das gestrige Fest fiel.

* Die Ehe des Grafen KinSky geschieden. In den aristokratischen Kreisen Wiens erregte es Aufsehen, al­ber böhmische Großgrundbesitzer Graf Rudolf Kinsky im vorigen Jahre gegen seine Frau, geborene Gräfin Wilczek, beim Budapester Gerichtshof eine Klage auf Auflösung der Ehe überreichen ließ. Man sah der Entscheidung dieser Affaire mit um so größerem Interesse entgegen, als es offenes Geheimnis war, daß Graf KinSky nach Auflösung seiner Ehe die viel gefeierte Künstlerin der Wiener Hofoper Fräulein Marie Renard, die fich vor einem Jahr von der Bühne zurück­gezogen hat, zu heiraten beabsichtigte. Wie man jetzt meldet,

Schiffsmrchrichte«

Norddeutscher Lloyd,

tn Gießen vertreten durch ten Iflmtcn 8008.

Bremen, 19. Aprtl. fPer transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraubrn PostdampserBarbarossa", Kapitän F. Mentz, vom Norddeutschen Lloyd jtn Bremen, ist gestern 8 Uhr morgen» wohl- bebalten tn Newport anaekommen. ____

Seid. Bluse m. w

und höher 4 Meter sowieHenneberg-Seide" in schwarz, weiß und farbig, v. 95 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Met. An jedermann franko u. verzollt ins Haus. Muster umgehend. Doppelte« Briefporto nach ber. Schwerz. G. Henneberg, Seiden-Fabrikant (k.ii, k. Holl.) Zürich.

rincä Lötofens Feuer aus, das bald gelöscht wurde, nur einige Tachpf osten des linken Seitenflügels sind verbrannt.

* Beim Reiten verunglückt. Aus Hannover wird berichtet, daß der Kommandeur der Königshusaren, Oberst­leutnant v. Heyden-Linden, der zu den populärsten deutschen Rennreitern gehört, Montag vormittag in der Haide beim Trainieren von Rennpferden von einem Jockey überritten und am Kopf und Schulterblatt schwer verletzt wurde. Bei dem Frankfurter Rennen am Sonn­tag gewann v. Heyden-Linden das Goldstein-Hürdenrennen.

* Wilhelmshaven, 22. April. Tas Torpedo­boot S 74 kollidierte gestern in der Nähe von der Wester Tillkönne bei dickem Nebel mit einem Fischkutter. Ter Kutter sank. Die Mannschaft wurde gerettet. _ Tas Torpedoboot, anscheinend unbeschädigt, lief heute früh in Wilhelmshaven ein.

Finsterwalde, 22 April. Seit Samstag brennt auf der Grube Henriette bei Sallgast die Oberkohle-Neben­strecke Ein Löschzug der Berliner Feuerwehr ist in Tätig­keit. Menschenleben sind nicht gefährdet. Bisher ist kein Unglücksfall vorgekommen. Ter Grubenbetrieb ist nicht ge­stört.

* Metz, 22. April. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Gesamtzahl der T y p h u s k r a n k e n des 2. Bataillons des 3. bayr. Jnf.-Regts. gegenwärtig 282 beträgt, die der Todes fälle 12. Ein Zugang von ausgesprochenen Typhusfällen sand in den letzten zwei Tagen nicht statt. 12 Fälle werden noch beobachtet. Im Befinden des größten Teils der 5d)U>erfrnnfen ist eine deutliche Besserung eingetreten.

* London, 22. April. Aus Wisby wird gemeldet: Ter deutsche DampferHelios", mit Getreide beladen, ist bei Falsud aufgelaufen und hat um Hilfe gebeten.

* Chartres, 22. April In dem Nachbardorfe Go- rancez drangen in der vergangenen Nacht zwei Landstreicher in das Haus eines Landwirts, der abwesend war, und töteten die fünf schlafenden Kinder. Ter heim-- kehrende Vater wurde von den Mördern nieder­geschlagen und schwer verwundet. Die Verbrecher ent­flohen unter Mitnahme einer größeren Geldsumme und zahlreicher Wertgegenstände.

* Wiener Hofball. Geschichten. Eigentlich tst diese Einleitung inkorrekt; e« müßte genau ausgedrückt heißen ,Ball bei Hof-Geschichten, denn ein Hofball in Wien ist eine sehr weitläufige Veranstaltung, zu der fast alle Rang klaffen Zutritt haben. Zu Ehren des jüngsten Gastes, des deutschen Kronprinzen, wurde am 16. April ein ex­klusiveres Ballfest veranstaltet. der Ball bei Hofe, der nur für Gäste au« dem Hochadel bestimmt ist. Ueber die Vor­gänge auf diesem Ball und die Tanz Partnerinnen des Kron Prinzen entnehmen wir einem Berichte der ..N. F. P- fol gendeS hübsches Stimmungsbild: Die Mitglieder des Hofes schritten durch da« von der Ballgesellschaft gebildete Spalier bis zur Estrade. Dort gab der deutsche Kronprinz seinen Säbel und Tschako einem Lakaien, man sah, er wollte tanzen. Gleich darauf bekam Joh. Strauß jun., welcher mit seiner Kapelle auf der Galerie stand, vom Vortänzer Grafen Peter Szechenyi ein Zeichen, und der WalzerGeschichten aus dem

)Qt die Königliche Kurie unter Verwerfung der Kompetenz« Einwendungen der Gräfin und entgegen tun Ausführungen ihres Anwalts die Ehe für definitiv aufgelöst erklärt. Interessant ist, daß auch der ältere Bruder des Grafen eine Künstlerin Frau Ilka Palmai geheiratet hat.

* New - Dork, 20. April. Infolge der starken Schnec- und Regenfälle der letzten Zeit ist im westlichen Teil des Staates New Dork, in Weft-Pennsylvanien, Ost«Ohio und West-Dirginien Hochwasser eingetreten. Viele Fabriken in PittSburg stehen tetlweise unter Wasser. Ebenso ist ein Teil von Beaver-Falls überschwemmt. Die Ueberschwemmung deS niedrig gelegenen Teils von Wbeelinq steht bevor.

* N e w - A o r k, 22. April. Tas H v ch w a s s e r in Pitts- burg fällt schnell. Einige Personen sind ums Leben gekommen. Der Schaden wird auf 3 Mill. Doll, ge- chätzt. Auch in Connecticut und Massachusetts wurde durch die Ueberschwemmuugen viel Schaden angerichtet. In Gin» cinati herrscht große Besorgnis.

Sitkratiir, Wissenschaft und Kunst.

Da» Betlltiet Deutsche Theater hat sich nach Budapest begeben, um dort An Gastspiel zu absolvieren. Man vermutete erhebliche Störungen und Lärmszenen von Seiten der antideutschen magyarischen Bevölkerung, nachdem es zu höchst stürmischen Debatten aus diesem Anlaß im Stadtparlament gekommen war. Trotzdem ist der erste Gastsplelabend völlig ungestört verlaufen. Es wurde Hauptmann-Fuhrmann Henschel ßeÖCti®ati», 20. April. Die Stadt gab heut- abend in dem festlich geschmückten Rathaus ein Mahl zu Ehren der Mttgluder der Inter« nationalen Vereinigung der Akademien an bem °uch dn Unter­richtsminister Leygues, der Seinepräfekt de Selves und der Polizeipräfett Lvpine teilnahmen. Der Präsident des Gememderats gedachte rühmend der Arbeiten des Kongreffes und sprach die Hoffnung aus baß bre Wissenschaft bald die unversiegbare Quelle des Frredens für die Völker werde. Der Seinepräfekt sagte, Pans sei stolz, die bedeutenden Männer die Zierde der ganzen Menschheit, bet sich zu empfangen und pde» ba8 Wallen der Wissenschaft, welche die Gren,pfähle niederlege. Proseffor v. Wald euer-Berlin dankte im Namen der fremden Tecknehmer der Stadt Paris für den herzlichen Empfang. Nach dem Mahle fanden in den Räumen des Rathauses Mufikausführungen statt, zu denen gegen 4000 Personen geladen waren. ___ ________________

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Gießen, am 18. April 1901. Grobherzogliche Bürgermeisterei

Centimtil Ctwtrtwc 4 Mtapinbi bat, teswiv.

Der Vorstand.

3098

zum Würzen

i 74

Eschen-Reirholz, Eichen-Reisholz, Radel-Reisholz,

10

9 82 25

11

21 13575 1400 4150

950 41

19

3 13

Brichen-Scheitholz, EschewSchritholz, Buchen Knüppel, Eschen-Knüppel, Eichen. Knüppel, Nadel-Knüppel,

sollen DieuStag, 7. Mai l. I.. vormittags IO Uhr im Amtszimmer des Unterzeich­neten, woselbst Voranschlag, Zeichnungen und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, ver« geben werden.

Schriftliche Angebote find bis zum gleichen Termine daselbst abzugeben.

M n

Zusammenkunft ist an der Fichtewies.

Allendors an der Lumda, deu 22. April 1901.

Nadelstämme mit 24,07 fm, Nadel D.rbstangM 15,72 fm, Nadel-Reisstangen 20,44 fm,

wigen angeordnet werden.

Gießen, den 22. April 1901.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Sohversteigenmg

Freitag deu 26. April 1901, vorm. V29 Uhr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda, Distr. Fichtewies, Nassestrauch und Dörnbach, folgende Holzsortü mente versteigert:

und die Wieseck, Flur 36 Nr. 206«/ie 159 Grabgarten daselbst, Flur 36 Nr. 206»/« 129 Grabgarten daselbst, Flur 86 Nr. 206»/ie 306 Grasgarten daselbst, Flur 36 Nr. 206Wi(x» 45 Wiese daselbst

Materiallieferungen (Bruch­steine, Kleinschlag, Sand, Cement und Kalk), veran­schlagt zu 12 OuO. JL Errichtung einer Notbrücke, veranschlagt zu 750. JL

Für Fahrräder und Motorfahrzeuge die beste Bereifung.

Jeder Reifen trägt obige Schutzmarke.

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 9. April 1901.

Großh. Ortsgericht Gießen.

Mittwoch Ätn 22. Mai, nachmittags 2Ve Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Bleicher Wilhelm Schmall und besten 4 Kindern in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 86 Nr. 206,/n 503 qm Hofraite aufdieGichgärten

Mehrere Centaer sehr gute Wetterauer Speisekartoffeln können billig abgegeben werden.

Wo? sagt die Exped. 3099

Allendorf an der Lumda.

Rein. 3095

Der Großh. Kreis bauinspkAor.

Stahl. 3039

rm Buchen-Stockholz, Eschen-Stockholz, Gichen-Stockhol), Radel-Stockholz.

Bekanntmachung,

betreffend: Die Vertilgung der Ranpeuoester.

Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgesordert, bis zum 15. Mai 1901 ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Rauprnnestern zu rei- nigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die in § 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Ver- tilgung der vorhandenen Raupennester auf Kostcn der Säu-

Bekanntmachung,

betreffend: Da» Einhalten der Tauben während der Saatzeit.

Die Besitzer von Tauben werden unter Hinwet» auf Art. 79 des Feldstrafgesetzes aufgefordert, ihre Tauben vom 23. April bi» 5. Mai 1901 in den Schlägen einzuhalten Uebertretungen dieser Vorschrift müffen nach Maßgabe des Feldstrafgesetzes zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden.

Gießen, den 22. April 1901. 8081

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Vrrgrbng vosKtöckkvbgMdritt«.

Die zur Erbauung einer gewölbten Lahubrücke bei Ruttershausen erfordere Üchen Arbeiten und Lieferungen und zwar:

1. Abbruchsarbeiten, veran­

schlagt zu 550. JL 2. Steinharierarbeiten, veran­

schlagt zu 84 500. JL 3. Erd- xnb Maurerarbeiten,

veranschlagt zu 8900. JL 4. Zimmerarbeiten,veranschlagt

Contentia.

(Wohtthätigketts-Serein.)

Gamstag deu 27. d. Mts findet bei Mitglied Hartmann (Rheinischer Hof) die statutengemäße

General - Versammlung

statt. Tages-Ordnung:

1. Rechnungsablage. 2. Sommerfest. 8. Verschiedenes.

Continental

PNEUMATIC

der Sappen, Saucen, Hemüle, Salate u. f. w., ebenso Baggis Äemüse- und Kraflsnppeu und Maggis Aouitron-Sapsetu. So­eben wieder eingetroffen bei: Fried*.PauschWwe.,Weserstr.8.