Ausgabe 
24.2.1901 Zweites Blatt
 
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ung hatte, vermißr wird Man glaubt, daß sich 29 Ka- chtenpassagiere, darunter 7 Weiße, 150 Japaner und Chi­nesen im Zwischendeck und 140 Mann Besatzung an Bord befanden.

Aus Hamburg wird gemeldet: Der DampferEam den" iMauf der Fahrt von Kardiff nach Malta unweit vom Kap Spartet gestrandet. Ter Kapitän, der zweite Offizier, sowie der Steward sind beim Versuch zu landen, in der Brandung ertrunken. Ter Olden burger DampferHuelva" leistet Hilfe. Das gestrandete Schiff kann erst nach erfolgter Entlöschung abgebracht werden. Die übrige Mannschaft ist in Sicl>erheit.

Vermischtes.

Newyork, 22. Febr. Gestern abend fand auf der -öennsylvana Buhn zwischen dem von Newyoik nach Atlanticity .estimmten Expreßzug und ein von Cambdn, New-Jersey, nach Brevton gehenden Zuge ein Zusammenstoß statt. Reuters Bureau zufolae wurden 4 Personen gelobtet, 18 verletzt

Universitäts-Nachrichten.

N»l»n, 21. Febr. Hier unterzog sich zum ersten Mal eine Studentin, 'katharina Freytag aus Coblenz, an der hi sigen Universität einer Prüfung Nachdem fie Ostern 1899 am hiesigen städtischen Gymnasium daS Ab^ 'urienten-Examen bestanden hatte, studierte sie hier Heilkunde; sie erhielt beute bet der ärztlichen Vorprüfung in allen Fächern das Prädikat .sehr gut*.

Dr. Laenain, Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek in Freiburg i. B., wird dem an ihn ergangenen Ruf als Universitärs Bibliothekar nach Bern zum 1. April Folge leisten. Der Architekt Fritz Gummersbach in München wurde zum a -o. Professor an der Technischen ochschule in München ernannt. - Am 16. ds. feierte der Professor der nitt'lalterltchen und neueren Geschichte an der Universität Amsterdam, Dr. Hendrik Cornelius Rogge, seinen 70. Geburtstag und scheidet nun mehr, der gesetzlichen Bestimmung gemäß, aus dem Lehrkörper der Uni- »erfiiüt aus. Prof. Körner, Direktor der Universitätsklinik für Ohren- «nb Kehlkopskranke in Rostock, erhielt einen Ruf nach Straßburg als Nachfolger des verstorbenen Prof. Kuhn. Prof. Körner wird voraussicht­lich ablehnen.

Gerichtssaal.

:r, eine Plünde- 18 ihn der Fri« r demselben em Nlück war daS nr eine Fleisch- iUene bis gegen mpfe bekommen, >en betretenben Haier hat man

Geschäfts- und karnevalzag- abe faben, für illiger Wägt i, - Die Stabt rrichtnng eines

Da msiadt, 22. Febr. Sitzung des Kriegsgerichts der »>roßh. Hessischen Division. Musketier Franz Kroner aus Fried- 1 rg, jetzt 9. Kompagnie Ins-Regiments Rr. 117, hatte sich hei Gelegen- seit einer Felddienstübung am 9. Januar bei Stockstadt verschiedener Ver- i chen schuldig gemacht. Es war an jenem Tage sehr kalt und so war i on den Truppen die Einrichtung getroffen, daß die Mannschaften in der iweistündigen Pause bis zum Einsteigen in den Militärzug, der sie nach Stainz zurückbrachte, im Ort in einer Wirtschaft Kaffee und Bier erhielten Lnd sich dann fernerhin dort aufhalten konnten. Der Angeklagte trank dort sehr viel und machte Lärm, sodaß ihn ein anwesender Sergeant er­mahnte, sich zu entfernen. Er that dies nicht, führte vielmehr mehrere reringschäyige Redensarten und leistete auch einem mehrmals an ihn er -angrnen Befehl keine Folge. Bei dem Marsch zur Bahn erregte er durch Lrunkenheit unliebsames Aufsehen. Er erhielt deshalb s. Z. vom Stand­licht in Mainz 3 Wochen strengen Arrest wegen Gehorsamsverweigerung, .Uchtungsverletzung und Trunkenheit im Dienst. Heute wurde die Strafe 4 egen die der Oberst als Gerichtsherr Berufung eingelegt hatte, auf 4 Wochen :ihöht. W. O. K., der auf eine 14jährige tadellose militärische Dienstzeit ,urückblicken kann, war bann in den Eisenbahndienst übergetreten und nach Sestehung des Assistenten-Examens Stations-Diätar in Nierstein mit einem

Jahreseinkommen von 1440 Mk., wovon monatlich 21 Mk. Kleidrrgeld - bgezogen nm den. Er hatte eine sechs Köpfe starke Familie, geriet durch ?rw rbsunfähigkeit der Frau und Krankheit eines Kindes in bittere Not j«b unt rschlug etwa 150 Mk ihm bienstlich anvertraute Gelber. Dieser 6 alb würbe er vom Schwurgericht in Main» zu 9 Monaten Gefängnis s «urteilt, wobei bas Gericht ihm mUbetnbe Umstände in reichlichem Maß jsubifliflte. (Es ist im Urteil sogar von seinemgerabe nicht sehr aus- Ä.mml'chen" Gehalt die Rede.) Heute hatte er vor dem Kriegsgericht zu «scheinen, das auf Antrag des zuständigen Bezirkskommanbos Worms iiber seine, nach bem Militärfirafgesetz nicht mögliche Degrabierung von dem Rang eines Felbwebel Leutnants ber Landwehr entscheiden sollte. Ä. machte einen durchaus sympathischen Eindruck und bat, unte« stützt durch geradezu glänzende Zeugnisse seiner früheren Vorgesetzten, ihm diese Schande )ii ersparen. Das Kriegsgericht erkannte auch demgemäß. Das Kriegs- g «icht bestand auS Major Frhr. v Seid, Vorsitzender, Rittmeister Mackensen r. Astfeld, Oberleutnant Albert Prinz von Schleswig Holstein und Ober >utnant v. Schmelzing und Wernstein als militärrischen Beisitzern, während die Kriegsgcrichträle Linck, Obenauer und Heß abwechselnd als juristische Beisitzer und Vertteter der Anklage fungierten. N. H. Volkvbl.

Frankfurt a. M., 22. Febr. Ein raffinierter Gauner hatte "i - in der Person deS schön öfters vorbestraften Landwirts Joh. Georg Krebs auS Kleinkarben wegen Diebstahl«, Betrug« usw. vor der bie- ngen Strafkammer zu verantworten. In Seulberg sah er in einer :ittrtfchast, wie die Wirtin eben empfangene 116 Mk. in eine offene Schublade legte. Kaum hatte die Wirtin auf einen Augenblick den Rücken gekehrt, als Krebs mit kühnem Giiff die 116 Mk. an sich nehm und verschwand. Er wandte stch nach dem schönen Rheinland und betrog in Düsseldorf die Fiau eines f üheren Regimentskameraden um 30 Mk., indem er ihr vorspiegelte, sein Portemonnaie verloren zu Laben. In Kauberfeld und Eldesheim hat er Zechprellereien verübt. In Eichstädt legte er fich bei einem Gutsbesitzer mehrere Tage ins Quartier und ging sogar mit ibm auf die Jagd. Beim Abschied tagte er, er habe nur einen Tausendmarkschein, und ließ sich 20 Mk. für ein Billet geben. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten Tiegen der aufgeführten Schwindeleien zu 1 Jahr 3 Monaten Ge­fängnis. Weitere Untersuchungen schweben noch in Großgerau und Hanau.

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Gingesandt.

v5ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Großen-Linden, 22. Febr.

In Rr. 46 Ihres geschätzten Blattes ist zu lesen, daß die Kälte heute morgen 21 Grad betrug. Ich bitte Sie, dieses Schreiben veröffentlichen zu wollen, damit in weiten Preisen bekannt wird, wie das reisende Publikum unter der herrschenden Kälte zu leiden hat. Hier au: d«er Haltestelle an der Main-Weser-Bahn bestehen Zu­stande, die jedenfalls in Deutschland ihresgleichen jo leicht u icht jinden werden. Gestern früh fuhr ich mit dem 8 Uhr- j,ug nach Gießen. Tie Zahl der Reisenden, darunter neun- iährige Schüler, betrug« 121. Der Warteraum faßt nur 30 dis 40 Leute, und so mußten denn die meisten Reisenden um Freien aushalten. Dies war um so empfindlicher, als ö-tr Zug mit 25 Minuten Verspätung ankam. Die in Leih- 3 e ft er n wohnenden Schüler hatten sich in den Kohlen- ü.ud Petroleumbehälter geflüchtet. Es ist wirklich traurig, wenn Leute aus Hörnsheim und Hochelheim, die bei rief ec grimmigen Kälte 3 Kilometer marschieren müssen, statt buch hier in einem Warteraum erwärmen zu können, in Mattes freier Natur aufs Warten angewiesen sind. Der Staat verlangt, daß auf einen Arbeiter in Zigarrenfabriken

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7 Kubikmeter Luftraum kommen und hier duldet der Staat, daß hundert A rlb e i t e r, die morgens um 6 Uhr fahren, den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind. Ter hiesige Warteraum hat eine Bodenfläcbe von 18.50 Quadratmeter und nur 70 Kubikmeter Luftraum, sodaß sich nach den onstigen Regeln eigentlich nur 10 Personen darin auf­halten dürfen. Obwohl fast bei allen Zügen etwa 100 Per­sonen hier verkehren, sind alle meine Anträge um Beseitig ung dieser Uebelstände von der Königl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt bis jetzt unberücksichtigt geblieben, und wenn diese Notiz dazu beiträgt, Besserungen herbeizuführen, dann ist der Zweck derselben erreicht.

Hochachtend

Leun, Bürgermeister.

Vom höheren Vogelsberg, 21. Febr.

In Nr. 37 desGieß. Anz." befindet sich unterEin­gesandt" ein längerer Artikel bezüglich des Bahn P r o - ekts Gedern-Grebenhain, dessen Aussührung jeder, der nur einigermaßen über die Terrainverhältnisse informiert ist, gänzlich zustimmen muß. Es würde für den Sommer die Linie über Hartmannshain wohl gerade gut genug sein, jedoch bedeutend anders würden sich die Ver­hältnisse im Winter gestalten. Sollte gegenwärtig hier die Bahn abgesteckt werden, würden wohl die Ingenieure ein anderes Bild von dem Projekt bekommen, da jetzt überall der Schnee durchschnittlich 50 Ctm. tief, an Vertiefungen ogar über 2 Meter und mehr liegt Es müßten demnach in einem Winter, wie der diesjährige, (ber hier meistens vor­herrschend ist) alle Einschnitte der Bahn unpassierbar werden. Man findet nämlich feit den letzten Tagen speziell in der Nähe von Hartmannshain bedeutende Schneeverwehungen, odaß es öfters nur mit der größten Mühe gelingt, den fest­gefahrenen Postschlitten wieder flott zu machen. Kürzlich konnte der Postschlitten mehrmals, nachdem er oft umge- ällen war, nur sehr schwer mit Hilfe der Passagiere wieder aufgehoben und frei gemacht werden. Mitunter mußte der Postillon die Pferde wieder leer zurückbringen und den umgeworfenen Schlitten stecken lassen. Tie Post von Grebenhain kommt meistens nicht rechtzeitig zu dem Zug in Gedern, auch kommt jene öfters mit ein bis zwei Stunden Verspätung in Grebenhain an. Es mußte deshalb der große mit sechs Pferden bespannte sogenannteBahnschlitten" von Gedern nach Grebenhain fahren, um die Passage nur einiger­maßen herzustellen, auch bleibt die Bahn auf den Straßen überhaupt nicht, infolge der Verwehungen mit Schnee. Des­halb wäre es einzig und allein das Richtige, daß man diese Bahnstrecke durch ein Terrain führt, in dem man diese Einschnitte sparen kann. Dies wäre nur der Fall, wenn man die Bahn nach dem ursprünglichen Projekt, nämlich über Bermutshain, Völzberg usw. bauen würde. Eines weiteren Kommentares bedarf wohl diese Angelegen- heit nicht mehr.

Arbeiterbewegung.

Pari-, 22. Febr. Die Abendblätter melden aus Montceau-les- Mine«, daß dort im Auftrage deS Staatsanwalts zwei au8 St. Etienne angekommene Kisten mit Gewehren befchlagnahmt feien. Anläßlich dieser Maßnahme habe ein Führer der Ausständigen einem Bericht eistatter erklärt, daß die ausständigen Bergarbeiter nahezu 3000 Ge wehre besäßen.

Budapest, 22. F.'br. Die Arbeitslosen wollten heute abermale bcmonftiaitD die Stratzen ber Stadt durchziehen; die Polizei ver -rinderte dtetz jedoch und verhaftete 22 Personen, welche Widerstand leisteten.

Auszug aus den Staudesaintsregistcrn der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Am 14. Febr. Johannes Brücke! 13., Eisendreher in Watzenborn mit Helene Wagner dahier. Karl Lumy Kutscher dahier mit Maria Alb ach in Burkhardsfelden. 15. Paul Romahn, Färber in Stuttgart mit Karo- line Pfaff daselbst. 16. August Friedrich Louis Eisenträger, Schreiner in Lollar mit Juliane Jung dahier 18. Friedrich Philipp Kiefer, Berg, mann i. P. in Guichenbach mit Köchin Ernestine Pauline Fischer in Selters.

Ehrfchklestnnsrn*

Am 16. Febr. Albrecht Fey, Zuschneider in Euskirchen mit Ottilie Paula Schindler Hierselbst. Philipp Göbel, Stattonsgeh'lfe dahier mit Marie Menges Hierselbst. Jakob Zimmermann, Knecht dahier mit Katha­rina Kröck Hierselbst.

Geborene.

Am 10. Febr. Dem Geschäftsführer Heinrich Fourier eine Tochter. 12. Dem Schlosser Adolf Thomas ein Sohn, Hermann Adolf Heinrich. Dem Schneider Georg Nikolaus Leitner ein Sohn, Wilhelm Philipp 13. Dem Buchbinder Hugo Sann eine Tochter, Mathilde. Dem Fabrik­arbeiter Jakob Müller eine Tochter, Helene Anna Elisabeth. 15 Dem Dreher Johannes Rohrbach eine Tochter. Dem Dachdecker Wilhelm Röhrig em Sohn, Hermann. Dem Fuhrmann Ludwig Hofmann 3., eine Tochter. 16. Dem Taglöhner Johannes Hofmann ein Sohn, Johann Karl. 17. Dem Restaurateur Karl Lenz ein Sohn. Dem Hilfsheizer Philipp Heeg, eine Tochter. 18. Dem Kaufmann Georg Schmincke ein Sohn, Wilhelm August Georg. 19. Dem Hilfübremser Friedrich Wagener eine Tochter Maria Elisabeth.

Gestorbene.

Am 17. Febr. Luise Beil, 66 Jahre alt, Privatin dahier. 18. Ka- tfarine Zimmel, geb. Lyncker, 75 Jahre alt, Witwe dahier. 19. Karl Heinkelein, 2 Monate alt, unehelicher Sohn der Dienstmagd Babette Heinkelein in Riedbach, Württemberg. Erna Elisabeth Gemmer, 3 Monate alt Tochter von Schmied Heinrich Gemmer dahier. 21. August Rill, 6 Monate alt, Sohn des Bürstenmachers Friedrich Rill dahier. 22. Chri­stian Ludwig Friedel, 81 Jahre alt, Schuhmachermeifier dahier.

Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen

7. Woche vom 10. Februar bis 16. Februar 1901.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 25 560, inkl. 1600 Mann Militär.)

Sterblichkeitsziffer: 2O,34%o, nach Abzug der Ortsfiemden 12,12o/oo. Kinder

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel, der Todesfälle in der betteffenden Krankhett ans von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Es starben an:

Zusammen: Erwachsene:

1.

im Lebensjahr:

vom

2.15. Jahr

Diphtheritis

1 (1) -

1 (1)

Keuchhusten

1

1

Sttmmritzenkrampf

1

1

Hirnentzündung

1 (1) 1 (1)

Bronchitis

2 2

Lungenödem

1 1

_ <

Krebs

1 (1) 1 CD

Altersschwäche^

1 1

Verunglückung

i (n i (i)

Summa: 10 (4) 7 (3)

2

1 (1)

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gießen, 23. Februar. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per P'd. JC 0.901.00, Hühnereier per St. 79 2 St 00 - 00 4, Enteneier 2 St 00>6 Gänse-

eiet per St. 0000 4, Köse 1 St. 58 4, Käsematte 2 St. 58 4, Erbsen per Ltter 22 Linsen per Liter 34 <), Tauben per Paar JC 0.801.00, Hühner per St. JC 1 001.50, Hahnen per Stück JC 1.001.80, Enten per St. JC 2.002 20, Gänse per Psd. JC 0.00 bis " 00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh. und Rindfleisch per Pfund 6064 Schweinefleisch per Psd. 6474 , Schweinefleisch, gesalze»,

per Pfd. 78 , Kalbfleisch per Pfd, 6066 , Harnrnttsleisch per Pfd.

5066 Kartoffeln per 100 Kilo 5.006.00 jK, Weißkraut per St. 0000 £, Zwiebeln per Etr. JO 6.006.50, Milch per Liter 18 4.

fc. Frankfurt a. M., 22 Febr. (Heu- und St'obmarkk.) Anqefabrev: 14 Sßaam mit Heu, 3 mit Sh ob. Heu Mk. 4.50 bi6 Mk. 4 80, Stroh (Roggmstroh) Mk. 2 90 bi» Mk. 3.60. Alle» pcr 50 Kilo.

Neueste Meldungen.

Berlin, 23. Febr. Man meldet aus Cronberg: Die Kaiserin Friedrich empfing Freitagnachmittag mehrere Damen auS Homburg und Frankfurt a. M-

Köln, 23. Febr. Nach Meldungen aus St. Goar ist gestern nachmittag 4 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof 5t. Goar der drittletzte Wagen des O Zuges Basel Kölu infolge RadrcifenbrucheS entgleist und 250 Meter neben dem Geleise hwgeschleift worden. Niemand wurde verletzt. Nachdem die Reisenden der drei letzten Wagen in den vorderen Wagen untergebracht waren, konnte der Zug unter Zurück­lassung der drei letzten Wagen die Fahrt fortsetzen.

Görlitz, 23. Febr. Prof. Kaskaus, einer der letzten Ueberlebenhen des Frankfurter Parlaments ist 80 Jahre alt gestorben.

Paris, 23. Febr. Wie mehreren Blättern auS Laplouat in ©Übalgerien gemeldet wird, wurde am 8. Februar die oon 160 französischen Soldaten besetzte Ortschaft Pimimium von etwa 1000 Angehörigen deS BarabosstammeS angegriffen. Nach einem blutigen Kampfe zogen sich die Barabos, die 100 Tote und über 200 Verwundete hatten, zurück. Auf französischer Seite wurden 9, darunter 3 Offiziere, ge­tötet, 21 verwundet.

Loudon, 23. Febr.Daily Telegraph" meldet auS De Aar: Em Fallen des Oransiflusses, der Hochwasser hatte, ermöglichte den flüchtenden, in die Kapkolonie ein* aedrungenen Buren', den Fluß zu Überschreiten und in den Oranjestaat zurückzukchren. Doch wird De Wet, von Gene­ral Knox und anderen englischen Führern bei Reeddrift hart bedrängt und sucht nach Priqualand und PrieSka ab* zurücken.

Kapstadt, 23. Febr. Amtlicher Bericht. In der Woche vom 10 bis 16. Februar find 20 Personen, 1 Europäer und 19 Farbige, an der Pest erkrankt und drei gestorben. Außerdem befanden fich in derselben Woche 106 Farbige in ärztlicher Beobachtung.

London, 23. Febr. Die Morgenblätter melden au« Washington: Auf Verlangen des Schatzsekretärs Gage entwirft daS Staatsdepartement an Rußland, eine in ver* bindlichen Tone gehaltene Note. Dieselbe erklärte: Der Ausgleichszoll auf Zucker sei lediglich eine zeitweilige Maßregel, und ersucht die Russische Regierung, ReprcssionS- maßregeln zu unterlassen, bis die Gerichtshöfe die GesetzeS- interpretation vorgenommen haben.

Börsennachrechten.

Berlin, 22. Februar.

4% Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 40.30 M.

40/0 do. 8. 5/8 unk. b. 1904 40 30

BVe 0/0 do. 8. 7/8, unk. b. 1906 40 20

4 3/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 98.00 M.

8*/.% do. unk. 1905 90 00

4 °/o Preuas. Hyp-A.-Bank 8. 8-12 82.50 ,

40/0 do. 8. 15-18 unk. b. 1900 82.50 .

4 0/0 do. 8. 19-20, unk. b. 1905 00.00

8</, 0/ do. 8. 18, 14 74.50

81/, O/o do. 8. 21, 22, unk. b. 1905 74.50

Teiephomscher Kursbericht.

Bi/, ü/0 Reichsanleihe .

S o/q do

31/| ü/0 Konsole . . .

ß 0/0 do ...

8V1 % Hessen . . .

5/o Italien. Rente . .

4 3/o Griech. Monop.-Anl.

3 0/0 Portugiesen . .

3 0/0 Mexikaner . . .

4Vi % Chinesen . . .

Frankfurt, den 23. Februar.

Tender still.

98.50 88.75

98 20 00.00 94.40 96.10

44.90

25.25 25.60

82.25

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Btaatebahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . Harpener . . . .

. 212.10 . 184.30 . 184.00 . 15 .80 . 151.80 . 143.40 . 167.30 . 201.00 . 181.80

. 168 75

Meteorologische Beobachtungen

der Utatiou Gieften.

Februar

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23.

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746,7

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2,4

74

8.

g- Wetter e s

- sternhell

2 bed. Himmel

2

Höchste Temperatur am 21.22. Febr. 2.4° C.

Niedrigste , 21.2» 0.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen

Garteustraße 2.

Attgedot -er Arbeitnehmer: 2 Anstreick er, 2 Baufchloffer, 1 Scknelder, 1 Möbetschreiner, 1 Kellner, 2 Mechanikerlehrlmge, 1 Buckbinderlehrling, 1 Waschfrau, 1 Kochftau.

Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, r Fuhr- knecht, 1 Hausburfche, mehrere Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Lauffrau, 1 Waschfrau, 1 Flickerin. g, ..

8<6rltogo 2 Buchbinder. > ®lafer, I Kellner, 1 Schneid«, 1 Schloffer.