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Sander in Darmstadt eine Anleihe abgeschlossen, deren Erlös zu verschiedenen Verbesserungen Verwendung finden soll. — Durch eine Baggermafchine in Kastel wurden dieser Tage zwei Anker zu Tage gefördert, die französische Zeichen haben und aus dem letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts stammen, aus der Zeit, als die Franzosen hier am Rheine waren. — Eine grauenvolle Entdeckung machten am Mittwoch die Bewohner eines Hauses in Eppertshausen. Den Bewohnern des Hauses fiel in den letzten Tagen auf, daß die einsame HäuSlerin seit mehreren Tagen sich nicht mehr sehen ließ. Man öffnete daher gewaltsam die Thür. Hier sand man nun im Zimmer eine die Spuren der Verwesung schon zeigende Leiche. Der Kreisarzt konstatierte, daß der Tod schon vor einigen Tagen infolge SchlagflufseS einge- ttettn sei.
Vermischtes.
* Warendorf, 21. März. NachlS zwischen 11 und 12 Uhr erschoß der Schmied Schuster durch das Fenster einer Wirtschaft die Bauern Siefken und Schntütker, und versuchte sodann den Gemeindevorsteher Obermeyer zu erschießen, traf aber einen in dessen Wohnung zu Besuch weilenden Verwandten, der in seinem Bette schlief. Er wurde an den Armen und Beinen verwundet. Der Mörder wurde verhaftet.
* Dresden, 21. März. Ter König!. Kammermusiker Gunkel wurde gestern abend, wie bereits gemeldet, nach der Vorstellung von einer Dame, mit der er in intimen Beziehungen stand, in einem Wagen der elektrischen Straßen- bahn erschossen. G. war sofort tot. Die Dame hatte den Revolver in einem Blumenbouqet verborgen und gab zwei Schüsse auf G. ab. Den dritten Schuß richtete sie gegen sich selbst, ohne sich zu verletzen. Die Attentäterin isi eine von ihrem Mann getrennt lebende Frau Jahnel. G., der in dem König!. Opern-Orchester 1. Violine spielte, galt als einer der schönsten Männer Dresdens. Als Komponist war er schon mit zwei Opern vor die Oeffentlichkeit getreten.
* Eine abgesperrte Stadt. Ter neulich erzählte Scherz der Studenten in Heidelberg, den Semester- fdjlufj dadurch zu markieren, daß sie das Universitätsgebäude thatsächlich zugeschlossen haben, ruft einem Leser der Breslauer Zeitung einen lustigen Streich ins Gedächtnis zurück, den die Heidelberger Studenten vor etwa sechzig Jahren verübt haben. Tamals gab es noch keine Eisenbahn zwischen Frankfurt und Heidelberg, und Heidelberg Land mit ganz Norddeutschland und auch mit Mannheim, joivic mit den Vororten Nauenheim, Handschuhsheim und! Ziegelhausen nur durch die steinerne Neckarbrücke in Verbindung, ivelche auf der Heidelberger Seite durch ein gewaltiges Steinportal geziert war, das zwar in seinem gewaltigen Thorbogen zwei große Torflügel hatte, aber niemals geschlossen wurde. Ta wurden eines Morgens die Heidelberger recht unangenehm überrascht. Auf dem Markt ßehlten die Händlerinnen aus den Vororten, den Haus- frauen wurde keine Milch und kein Gemüse ins Haus ge- vracht, in den Geschäften uni) in den Familien fehlten; die Briefe und — horribile dictu — die ehrbaren Heidelberger Philister konnten sich nicht über die neueste Politik unterrichten, denn das Frankfurter Journal und die Ober- Kostamtszeitung, das Mannheimer Journal und die Augs- Burger Allgemeine Zeitung, die Quellen für die politische Weisheit in Süddeutschland, waren ausgeblieben. Alles Kürzte auf die Straße, um den Grund der Kalamität zu erforschen, und man sah bald, daß die ganze Brücke und die jenseitige Straße am Neckar bis weit nach Handschuhs- Seint gedrängt voll Wagen stand, die nicht in die Stadt ineinkonnten, weil des Nachts lustige Studenten die Holz- oben, die unterhalb der Brücke auf dem Holzhauer lagerten, hinaufgeschleppt und damit das Brückenthor bis oben heran vollgepackt hatten. Es muß eine recht mühsame Arbeit gewesen sein, denn die Freimachung der Passage Erforderte mehrere Stunden, aber die Studenten — die Attentäter sind, wie das damals meist die Regel war, «jemals ermittelt worden — fanden wohl auch in dem Aufsehen, welches das Vorkommnis machte, vollen Lohn für ihre Anstrengung. Vergleicht man übrigens das damalige Vorkommnis mit dem heutigen, so erkennt man, fern wieviel zahmer die Jugend im Laufe der letzten sechzig £a!)re geworden ist. Tamals wurde ihr Thatendurft nur durch die Sperrung einer ganzen Stadt befriedigt, heute Begnügen sie sich damit, ein einzelnes Gebäude ab- zu sperren.
0 jerum, jeram, jerutnl
0 quae matatio rerum.
* London, 21. März. Eine Depesche aus Southampton meldet, daß ein leichter Pestsall an Bord des bei Netley liegenden Dampfers Simla ärztlich konstatiert wurde. Der Kranke wurde in ein Hospital gebracht, die mit ihm in Be rührung gekommenen Personen wurden isoliert. Simla ist ein kürzlich mit einer Anzahl Invaliden vom Kap einge trofsenes Hospitalschiff.
• Antwerpen, 21. März. Der deutsche Dampfer «Chemnitz-, der in der letzten Nacht mit dem englischer. Dampfer „Tay" auf der Rhede von Blissingen zusammen gestoßen war, ist hier eingetroffen. Von dem Dampfer «Tay" sind 14 Personen ertrunken, drei wurden gerettet.
* Verona, 21. März. Ueber einen durch daS Anschwellen des Flusses GuL herbeigeführten Bruch des Deiches tm Mittelpunkt der Stadt Bologna wird gemeldet, daß der Deichbruch sich auf eine Ausdehnung von 50 Meter erstreckt. Gerüchtweise verlautet, daß 15 Personen bei der Ueber schwemmung umS Leben gekommen sind; zahlreiche Verwundete wurden in daß Krankenhaus geschafft.
Gerichtssaal.
Sch. D a r m st a d t, 21. März. Der Kurpfu scher - Drozeß gegen Schumacher und Genossen, hat durch Nie plötzliche Amerikareise des Hauptangeklagten Schumachers nicht die sensationelle Wendung genommen, die man erwartete. Wohl geht aus den Zeugen-Vernehmungen unb aus dem Verlesen der kommissarischen Zeugen-Proto- tollc hervor, daß die Heilanstalt „Isis" in raffinierter Weise eine Unzahl Heilbedürftiger, die vertrauensvoll um Linderung und Heilung baten, dadurch betrog, daß sie durch Veröffentlichung gefälschter und verbesserter Tanksagungen Uen Glauben erweckte, es mit einer achtbaren Anstalt und
soliden tüchtigen Spezialärzten zu thun zu haben, die ihnen Hilfe bringen könnten. Es wurden auch den Leuten bestimmte Versprechen gemacht, daß sie bald geheilt sein würden, und dabei die praktische Einrichtung der Anstalt und die guten Resultate erwähnt. Statt dessen waren die Leute in die Hände von, gelinde gesagt, Pfuschern geraten, denen jede Spezialvorbildung abging, davon abgesehen, daß Sch. nur Heilgehilfe war; statt einer Anstalt mit praktischen Einrichtungen, Apparaten und Betten waren nur Mei gemietete Zimmer vorhanden, und in den meisten Fällen wurde den Hilfesuchenden wenn nicht gerade schädliche, so doch fast wirkungslose, oder sich in ihrer Wirkung gegenseitig aushebende Arzneimittel für teueres Geld gc [anbt, die den vier bis fünffachen normalen wirklichen Wert überschritten. Der gute Glaube verursachte bei manchen anfangs gelinde Besser,mg, bei manchen halfen sie wirklich etwas, bei der weitausgrößten Zahl blieben sie wirkungslos. Ter Angeklagte Tr. Lang will nun mit der geschäftlichen Leitung der Anstalt absolut nichts zu thun gehabt, sondern dies alles dem Sch. überlassen haben, dessen Befugnis so weit ging, sogar die Privatbriefe des Lang zu öffnen. — Tie meisten Begleitbriefe zu den Arzneien trugen die Unterschrift beider und L. will nur den medizinischen Teil gelesen und sich um sonstiges nicht gekümmert haben, wie er sich überhaupt nur um die speziell medizinische Leitung kümmerte. Daß Sch. dabei manchmal auch selbstständig ordinierte und daß umgekehrt. Lang wiederholt auch die Begleitschreiben diktierte und allein unterfrfirieb, und dabei den ttunben die unglaublichsten Versprechungen machte, wie er nach einem heute verlesenen Protokoll einem Blinden sogar bestimmte Heilung versprach, scheint L. heute selbst nicht mehr klar zu sein; er scheint den blöden Mann zu spielen, denn, selbst zugegeben, daß L. ein Phantast und wenig energischer Charakter war, der ohne sichere Existenz in vorgerücktem Alter, die Gelegenheit gut unterzukommen, gerne wahrnahm, so mußte er sich doch als gebildeter Mensch bald sagen, wer ist dieser Schumacher, und daß er in fünfmonatlichem täglichen Zusammenarbeiten mit demselben nicht hinter das ganze Schwindel-System Schumachers kommen sollte, wird ihm kein vernünftiger Mensch glauben. Seine Charakteranlage und seine Unselbstständigkeit kann man ja als Milderungsgründe gelten lassen, er mag sich der Schwere seiner Verantwortlichkeit nicht voll bewußt gewesen sein, das kann aber nicht hindern, daß er als Arzt außerordentlich frivol und leichtsinnig gehandelt hat.
Kirchliche Kachrichten.
Evasgelifche Seweinde.
Sonntag den 24. Man. Judica.
Gottesdienst.
In der Dtadlktrche.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde Pfarrer Schlosser.
Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskircke.
Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen aus der Markus- gemeinde am Donnerstag den 28. d. Mts. fällt aus. Dr. Grein
Die nächsten Abendmahlsfeiern finden statt am Gründonnerstag abends 6 Uhr und am Karfreitag im Vormittagsgottesdienst, jedes ■ mal für die Matthäus- und Markusgememde gemeinsam.
’in her ^obanneskirtde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes gemeinde. Pfarrer Dr. N a um a n n.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.
Montag den 25. März, abends 8 Uhr: Bibelpunde in Konfirmandensaal der Johanneskirche. Hebräerbrief Kap. 11. Des Glaubens Wesen, Kraft und Segen. Pfarrer Dr. Naumann
DienStag den 26. März, nachmittags 5'/, Uhr. Äon firmandenvereinigurrg der LukaSgemeinde im Schwesternhaus (Johannesstraße). Pfarrer Euler.
Mittwoch den 27. März, abends 6 Ubr: 6. Passionsandachl Pfarrer Euler.
Die nächsten Abendmahlsfeiern finden statt am Gründonnerstag abendS 8 Uhr und am Karfreitag im Vormittagsgottesdienst, jedes• mal für die LukaS- und die JohannsZgemeinde gemeinsam.
Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch em kirchliches Aufgebot vorher-ugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.
Katholische Gemeinde.
SamStag den 28. März
Nachmittags um 4V| Uhr und abendS um 8 Uhr: Gelegenheit zw heil. Beichte.
Sonntag den 24. März. Pasftoussozmtag.
Vormittags von 6»/« Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
(g , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion Aussetzung deS Allerheiligsten. Beginn des »Großen Gebets".
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
„ um 10 Uhr: Die dritte heil. Messe.
Die Betstunden werden von vormittags 7 bis nachmittags 6 Uhr ununterbrochen gehalten; die letzte Betstunde ist von 5 bis 6 Uhr, nach derselben feierlicher Schluß des Großen Gebets mit To Deum
Mittwoch abend um 6 Uhr ist Fastenandacht.
Freitag abend um 6 Uhr ist MuttergotteZandacht.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religiousgemeinde.
SamStag Den 23. März 1901.
Vorabend 6“ Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrift» erklärirng, SabbatbauSgana 7« Ubr.
Landwirtschaft.
— Das Kaiser!. Gesundheitsamt teilt mit: Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ist gemeldet vom Schlachthof und der Viehhofabteilung für Schweine zu Nürnberg am 20. März.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Arankfurter Getreidemarktbericht vom 21. Mürz. Die Stimmung des Produktenmarktes läßt sich kurzweg als gleichgilttg charakterisieren. In der That erweckte der gesamte Verlauf des geringen Geschäftes den Eindruck, als wären die Börsenbesucher des ewigen Hin und Her müde und entschloffen, vorerst unthätig zuzusehen, wie die Dinge sich außerhalb unseres Platzes entwickeln. In Weizen war eine kleine Belebung deS Verkehrs wahrzunehmen, doch hatte sich in der Grundstimmung keine Veränderung eingestellt. Der Konsum in Roggen zeigte sich zurückhaltend. Gerste war ohne Handel, weder angeboten noch beachtet. Hafer begegnete anhaltend guter Nachfrage, und sind befftre Qualitäten rech, knapp geworden Mais war unverändert ruhig. In sonstigen Futter stoffen haben sich die Umsätze nicht vergrößert. In Spelzenspreu, H-u und Streu war schwerfälliges Geschäft. Mehl behielt in zur Stelle be findlicher Ware schwachen Verkehr. — Weizen ab unserer legend 17 91t.,
do. frei hier 17—17,10 M!, do. La Plata und Kansas (kleberreicher Weizen) 17,60—18 Mk., do. Redwinter und russische Sorten (kleberreicher Weizen 17,60-18 Mk. Roggen hies. 14,75 Mk. Braugerste, Wetterauer- gelb und unegal) 16,50 Mk., do. Franken (Ochsenfurter Gau) 17,50 bis '7,75 Mk., Pfälzer und Ried 17,50-17,75 Mk Hafer (je nach Qualität, exquis. 25-50 Pfg. über Notiz) 14,25—14,75 Mk. Mais (gesundes m.xed) per März April 11,20 Mk, Weizenkleie 9—9,25 Mk-, Roqgenkleie 10-10,25 Mk. Malzkeime 9,75—10 Mk. getrocknete Biertreber 10,50 big 10,75 Mk. Spelzspreu pr Ztr. ca. 2 Mk. Hafe'hülsen pr. Ztr. -,— Mk., Heu (je nach Qualität) pr. Ztr. 3,75—4,25 Mk. Roggenstroh iöanddrusch) 2,60—2,75 Mk. Weizenstcoh (gepreßtes) pr Ztr. ca. 2 Mk Weizenmehl (automat.) 0 25,50—26 Mk., I 23,50—24 Mk, III 21,50 bi« 22 Mk., do. exquis. Qualität pr.Sack 1,50-2 Mkr über Notiz, Roggen mehl 0 22.50 - 23,50 Mk., 0/1 1,25 1,50 Mk. darunter Torffireu pr. Ztr. 1,25 Mk Die Preise verstehen sich pr. 100 Kqr- ab hier, häufig auch loco auswärliaer Stationen bei min»-<•<!«-ti» *nco6 Rnv.
Neueste Meldungen.
G. Tarmftadt, 22. März. (Tel.-Meld, des „Gieß. Anz.") Die Sitzung der Zweiten Kammer wird uni 9 Uhr mit der Beratung des Verwaltungsvoranschlags 1901/02 fortgesetzt. Vor Beginn der Beratung giebt der Präsident Haas folgende Erklärung ab: An die Vorgänge des im Namen der Kammer von mir veranstalteten parlamentarischen Abends haben sich in der Presse eine ganze Anzahl Nachrichten mit unzutreffenden Schlußfolgerungen ange- fchlossen, die im Interesse des Ansehens und der Würde der Kammer, sowie des von ihr gewählten Vorstandes zu einer Zurückweisung die Veranlassung geben. Ich stelle deshalb von hier aus fest: es ist unwahr, daß die der sozialdemokratischen Fraktion angehörenden Abgeordneten durch bestimmte Zusicherung, insbesondere diejenige der Unterlassung monarchischer oder höfischer Ovationen zu bewegen, der Einladung zu der Veranstaltung Folge zu leisten. Die Wahrheit ist, daß ich auf eine private Anfrage von Mitgliedern dieser und anderer Fraktionen die Auskunft gab, daß Ansprachen überhaupt nicht stattfinden würden. Cs ist unwahr, wie behauptet wird, daß in einer am Schluß der Sitzung vom 7. März mit den Abgeordneten gehaltenen Besprechung von meiner Seite die Mitteilung gemacht worden sei, den Mitgliedern der sozialdemotrati schen Fraktion sei eine Garantie beregter Hinsicht gewährt und diese Herren würden deshalb erscheinen. Es ist unrichtig, daß ich mir für diesen parlamentarischen Abend 2000 Mk. hätte bewilligen lassen. In Wirklichkeit wurde auf Wunsch der Abgeordneten aller Fraktionen, auf Antrag des Büreaus und im Einverständnis mit der Großherzog liehen Regierung bereits vor Jahresfrist diese Summe in den Voranschlag eingestellt. Es ist unwahr, daß gelegentlich eines von den Mitgliedern des Hauses und der Regierung 1899 unternommenen Ausflugs nach Wimpfen von einem Toast auf den Landesfürsten abgesehen mürbe, damit den sozialdemokratischen Abgeordneten -die Teilnahme möglich wurde; und es ist unwahr, daß ich in der Sitzung vom 8. März eine Ansprache an das Haus aus Anlaß des auf den Kaiser begangenen Attentats ausdrück, lich mit Rücksicht auf die der sozialdemokratischen Fraktion angehörenden Abgeordneten auf das Ende der Sitzung verschoben hätte. Die meine Person betreffenden Angriffe lasse ich unerwidert und stelle sie Ihrem Urteil anheim. Wohl aber darf ich von allen anständigen Preßorganen, die den verschiedenen, den Thatsachen widersprechenden Erörterungen, in ihren Spalten Raum gewährten, erwarten, daß sie das ihrige dazu beitragen, durch unverkürzte Aufnahme dieser Erklärung der unwürdigen Hetze das verdiente Ende zu bereiten. — Die Abgg. Dr. Schmitt (Zentr.), Backes (ntL), Schönberger (frf. 23er.), Ulrich (Soz.) und Gundrum (fr). Vereinig.) danken dem Präsidenten für diese Erklärung. Daraus wird der Verwaltungsvoranschlag ge nehmigt und die Sitzung vertagt.
Berlin, 22. März. Die „Berl. Pol. Ncachr." melden: Die kommissarischen Beratungen über den neuen Zolltarifentwurf im Reichsschatzamt sind soweit vorgeschritten, daß die Mittwoch begonnene zweite Lesung Donnerstag oder Freitag beendigt werben dürfte. Das preußische Staatsministerium würde bemnach binnen kurzem in bie enbgUtige Beratung der Materie eintreten können.
Heibelberg, 22. März. Der wegen des Eisenbahnunglücks verurteilte Eisenbahnbeamte Weipert hat durch seinen Verteidiger gegen das von der Strafkammer gefällte Urteil Revision eingelegt.
Meteorologische Beobachtungen der Etotio-r Gieße».
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Höchste Temperatur am 20.-21. „ 8 8' 0.
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44.00
. 00.00
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Kreditaktien . . . D iskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelndes. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . • » Bochum . . • • Harpen er . . . .
Tendenz fest.
. 227.00
. 186 50
. 185.60
. 151 70
. 153 80
. 147 40
. 166 30
. 200 OJ . 196 30 . 173 50


