Ausgabe 
15.10.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. S42

151. Jahrgang

Erstes Blatt

Dienstag 15» Oktober 1901

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Votitische Wochenschau.

Tiie vergangene Woche hat an .innerpolitischen Begeben- Keiteu nicht viel Besonderes gebracht. Der Reichskanzler Gras Bülow hat, nach Monatsfrist, am Freitag und Samstag dem Kaiser Vortrag gehalten, und man nimmt fxa, daß diese Audienzen keine eigentlich zwingende Ver­anlassung gehabt, sondern nur der Erörterung geschäftsord- fwrngsmäßkiger Fragen in Erledigung des langsam an- itvachsenden Materials gegolten haben. Die Zolltarif-Vor­lage befindet sich in der Behandlung des Bundesrats, und die auswärtigen Angelegenheiten nahmen seither einen Verlauf, der besondere Entschließungen der Reichsregierung nicht notwendig machte. Auch dem Zwischenfall in Puerto Cabello wird keine erheblichere Bedeutung veizumessen sein. Der Vorfall ist bei der venezolanischen Regierung anhängig gemacht. Man wird daher zunächst den Ausgang der Untersuchung abwarten müssen, durchs die zunächst der wirkliche Sachverhalt in einer von beiden Teilen gerecht befundenen Art und Weise zweifelsfrei fest- gestellt werden soll. Nach den Meldungen, die der Ver­treter des Deutschen Reiches in Venezuela erstattet hat, Meldungen, die Jid) naturgemäß auf den Bericht des Kom­mandeurs derVineta" stützen, trifft die beiden von vene­zolanischen Polizisten und einer aufgeregten Menge miß­handelten Unteroffiziere keinerlei Schuld für die bedauer­lich,en Vorgänge. Es steht außer Zweifel, daß Venezuela, sobald die Angelegenheit aufgeklärt ist, bereit sein wird, uns Genugthuung zu geben, sofern allerdings es gelingen wird, nod), nach Wochen oder Tagen eine Regierung in Caracas aufzufinden, die man verantwortlich machen kann, denn der Kriegsgott ist offenbar dem Präsidenten de Castro feindlich DieInsurgenten" besiegen seineGeneräle" und diecolumbische Kriegsmacht" wagt es, den Kampf in das Gebiet von Venezuela, dessen Offensive jämmerlich ge­scheitert ist, zu tragen. Die fragwürtngevenezolanische Regierung" ist von gar zu vielen Seiten bedroht. Ob de Castro in seiner hohen Stellung noch die Ehre haben kann, die 'Differenz mit Deutschland zu ordnen, bleibt vor­erst unentschieden.

Es wurde übrigens dieser Tage in den Betrachtungen verschiedener Preßorgane davon geredet, daß eine Kanzlerkrisis im Anzuge sei. DieVoss. Ztg." führt in dieser Beziehung u. a. aus:Mrd der Mindesttarif gar Gesetz, so ist es mindestens in hohem Maße wahrschein­lich, daß neue Handelsverträge mit den wichtigsten Staaten nicht zu stände kommen. Die Politik des Grafen Bülow würde daher zu einer vollkommenen Niederlage führen . wenn die Handelsverträge, die vorerst bis Ende 1903 gelten, gekündigt werden. Daß Graf Bülow eine solche Niederlage nicht überdauern würde, ist die Meinung Weiler Kreise. Einstweilen jedoch ist noch nicht abzusehen, welchen Gang die Verhandlungen über den Zolltarif im Bundesrat und im Reichstag nehmen werden, Noch ist der Widerstand der Gegner der Zollerhöhungen nicht überwunden. Es ist daher verfrüht, als Folge der Verhandlungen schon jetzt die Unvermeiolichikeit des Rücktritts des Kanzlers zu kol­portieren."

Der baHerrssche Landtag hat eine Zolltarifdebatte gehabt. Die Regierung hat für ihre ablehnende Haltung in der Gerstenzollfrage dadurch entschädigt, daß sie eine Erhöhung des Tabakzolles und eine mäßige Er­höhung des Hopfenzolles befürwortete. Das Problem, das die bayerische Regierung schon lange beschäftigt, geht dahin, wie sich eine weitere Erhöhung der Reichseinnahmen ohne den befürchteten Rückgriff auf die Brausteuer, die in Berlin einflußreiche Befürworter zählt, erreichen läßt. Da liegt es nahe, an den Tabak zu denken, zumal hier für Bayern mit Rücksicht auf die Pfalz auch schutzzöllnerische Gesichts­punkte mit im Spiele sind. Innerhalb der Reichsregierung besteht aber aus leicht erklärlichen Gründen eine Abneigung gegen die Erhöhung des Tabakzolles. Dieser hat eine große finanzielle Bedeutung. Gegenwärtig hat sich zwischen Tabakzoll und Tabaksteuer ein gewisser Ausgleich vollzogen, wird nun aber der Zoll einseitig erhöht, so leidet dar­unter ebenso die große Tabakindustrie, wie die Reichs­finanzen, die aus einem höheren Zoll jedenfalls geringere Einnahmen zögen. Sollte alsdann zum Ausgleich auch die Tabaksteuer emporgeschraubt werden, so würde sich da­gegen eine sehr heftige Agitation richten, und es wäre keineswegs sicher, ob der Reichstag eine solche Steuer­erhöhung genehmigen würde. Der bayerische Antrag ist also im Interesse der ohnehin arg bedrängten Reichs­finanzen abgelehnt worden, und wenn er jetzt im Bundes­rat wiederkehrt, wird chm jedenfalls dasselbe Schicksal widerfahren.

Die Landtagswahlen in Ba den haben für die National­liberalen einen Mehrgewinn von zweihundert ergeben, auch, haben sie Karlsruhe wieder erobert, was die Sozialdemo­kraten für ganz unmöglich, gehalten hatten, mit der vom Zentrum erhofften Zweidrittel-Mehrheit für dasselbe ist es nichts geworden.

Ueber die Stellung Rußlands zu dem französische türkischen Streit, wie zur Balkanpolitik überhaupt ließen sich, dieser Tage dieBerl. Reuest Nachr." in einer be­merkenswerten Meldung aus Petersburg wie folgt aus:

französische Preßstimmen versichern, die russische Re- alerung habe zugesagt, mit ihrer ganzen Kraft bei der hohen Pforte auf Durchführung der französischen Forder­ungen hinzuwirken, eveut. bei Ausbruch eines französisch­türkischen ernsteren Konfliktes Frankreich thatkräftig zu unterstützen. Von einer solchen Verpflichtung der russi­schen Regierung es konnte sich hierbei dock) nur um den Zaren und den Minister Grasen Lambsdorff Handels ist im Ministerium des Auswärtigen jedoch nichts bekannt. Mau ist auf die bezüglichen französischen Wünsche nicht weiter eingegaugen, als daß man fick) bereit erklärt hat,

ihnen gegenüber eine wohlwollende Stellung einzunehmen; man hoffe jedoch, daß auch ohne eine solche baldigst eine Verständigung zwischen Paris und Konstantinopel erzielt werde, für mehr dürfte Rußland nicht zu haben fein. Der Zar sei fest entschlossen, es nicht zu Kompli­kationen auf dem Balkan kommen zu lassen."

Der Tod des Emirs von Afghanistan wird von der gesamten Presse Londons als ein Hochernstes Ereignis für England behandelt, das zu keiner ungelegeneren Zeit hätte erfolgen können, als eben fetzt. Die Gründe liegen auf der Hand. Afghanistan ist einPuffer"-Staat zwischen Rußland und Indien. Bricht hier ein Bürgerkrieg und ein Kampf um die Nachfolge aus, so wird früher oder später Intervention von außen nötig, und die Gefahr ist groß, daß sie das Signal zu dem entscheidenden Kampf um Indien geben mag. Aller­dings wird englischen Blättern von Kabul aus versichert, daß dort alles in Frieden lebe und völlige Ruhe herrsche. Die afghanischen Häuptlinge brächten dem neuen Emir ihre Huldigungen entgegen. Aber den Wert derartiger für die Welt bestimmter Beschwichtigungsnachrichten aus eng­lischer Quelle kennt man zur Genüge. Auch in Afghanistan weiß man, daß das Gros der englischen Armee in Südafrika festgelegt ist, und die englische Armee in Indien, die selbst nie mehr als eine Vorhut ist, ist heute unter ihrer normalen Stärke, während jede Möglichkeit fehlt, ihr die Verstärkungen, die für den Ernstfall vorgesehen waren, zu schicken. Die resignierten Auslassungen des Kriegsministers Brodrick über die Aussichten dort bei Beginn des dritten Jahres müssen darin bestärken. Und es ist jedenfalls verständlich genug, daß das ganze britische Reich mit peinlichster Spannung auf weitere Nachrichten wartet.

Ier 80. Geburtstag Airchows.

Berlin, 12. Oktober.

Anläßlich! des mörgigen 80. Geburtstages des Professors Dr. Rudolf Virchow weilen zur Zeit in Berlin die hervor­ragendsten Vertreter der Wissenschaft des In- und Aus­landes, um dem Gefeierten die Huldigungen der medizini­schen Welt darzubringen. Heute vormittag lud Professor Virchow die zur Zeit hier weilenden Gelehrten zu einer Besichtigung seiner weltberühmten Sammlung im pathv- l o g i s ch e n M u s e u m ein. In der Halle des Erdgeschosses, wo noch verhüllt die Büste Virchows, die Ehrengabe des Kultusministeriums, steht, empfing der Jubilar seine Gäste, unter denen sich der Kultusminister Dr. Studt, der Staats­sekretär des Auswärtigen Freiherr v. Richthofen, der Staatssekretär des Innern Graf v. Posadowsky, die Mi­nister v. Thielen und Möller, sowie der Oberbürgermeister Kirschner befanden. Minister Dr. Studt hielt folgende Ansprache:

Hochzuverehrender Herr Geh'eimer Medizinalrat! Ich begrüße es als einen sinnigen und besonders glücklichen Gedanken, daß der erste Akt der aus Anlaß der Vollendung Ihres achtzigsten Lebensjahres veranstalteten Festlichkeiten uns mit Ihnen gerade nach diesem Hause beruft. Ist es mir doch auf diese Weise vergönnt, als Vertreter der preußi­schen Unterrichtsverwaltung, Sie in erster Reihe an der hervorragendsten Stätte Ihres Wirkens zu beglückwünschen. Sie werden nunmehr aufs ueue bestätigt sehen und hören, wie Sie in einem Alter, das der Psalmist sonst als die Grenze des Menschenlebens bezeichnet, in voller Kraft und Freudig- des Schlaffens mitten im Kampfe der wissenschaftlichen Arbeit stehen und dem großartigen Bau, den Ihr Wissen und Können errichtet hat, als einer der berufensten Meister der Wissenschaft immer neue Pfeiler und Werkstücke hinzufügen. Und wenn dieser Tag zugleich zum Rückblick in die Ver­gangenheit auffordert, so erscheinen die Sammlungen dieses Museums, ob sie gleich mtr einen Zweig Ihrer ausgezeich!- neten Thätigkeit darstellen, geeignet, auch dem Laien vor Augen zu führen, was Sie in einem thatenreichssn Leben durch nahezu zwei Menschenalter als Forscher und Lehrer für die Wissenschaft und unsere Hochschule erzielt haben. Aus bescheideneu Anfängen und aus dem Zustande der Zerrüttung haben Sie die uns hier umgebenden Samm­lungen zu einer Reichhaltigkeit und Vollkommenheit aus­gestattet, die im In- und Auslande neidlos als unerreicht anerkannt wird. Darum ist dieses Museum auf alle Zeiten mit Ihrem Namen verknüpft. Die kommenden Generationen sollen aber auch die äußere Persönlichkeit des Mannes sich gegenwärtig halten, welche in diesem bedeutungsvollen Ge­bäude sich gewissermaßen verkörpert. Deshalb darf nach der Absicht der staatlichen Unterrichtsverwaltung Ihr Bild in diesem Hause nicht fehlen. Sie hat von bewährter Künstlerhand eine Büste von Ihnen fertigen lassen, welche ich Ihnen, als dem Leiter des Museums, zugleich als ein Zeichen unserer Dankbarkeit mit dem herzlichen Wunsche übergebe, daß auch der Geist Ihres unvergeßlichen Sck)affens dieser Stätte für immer erhalten bleibe und daß Sie selbst noch lange Jahre in der bisherigen bewundernswerten Frische unter uns wirken mögen, zu Ehren und zum Stolze der deutschen Wissenschaft."

Bei diesen Worten übergab der Redner die von Hans Arnoldt geschaffene Büste des Jubilars. Professor Dr. Virchow dankte mit bewegten Worten.

Hierauf begaben sich die Versammelten in den großen Hörsaal, wo fick), inzwischen eine illustre Gesellschaft ein­gefunden hatte. Dem Festakte wohnte auch die Gattin und ihre drei Töchter und Söhne bei.

Kurz nach 12 Uhr erschien Virchow. Die Versammlung erhob sich und begrüßte ihn mit minutenlangem Hände­klatschen. Tief ergriffen bestieg Vir ow das Katheder und hielt einen zweistündigen Dort .i g über die Ge­schichte der patho ogischen Wissenschaft, ben er mit folgenden Worten begann:

Angesichts dieser erlauchten Versammlung würde ich kaum ein Gefühl von Stolz und Ehrgeiz zurückhalten können, die Wissenschaft ist indessen nicht geeignet, den Menschen tolz zu machen. Wenn etwas in der Wissenschaft dem Menschen vor Stolz und Ueberhebung bewahrt, so ist es die Erfahrung, daß jeder Tag neues bringt, und eine alte1 Wahrheit zur Unwahrheit macht. Wenn wir zurückblickew auf die Fortschritte der Wissenschaft, so können wir stolz: darauf sein, daß das deutsche Vaterland einen größeren, Anteil daran hat, als gewöhnlich angenommen roirb.: Virchow gedachte besonders der wissenschaftlichen Arbeit^ die in Bologna geleistet wird, und der Thätigkeit Bac-i cellis. Er zollte besonderen Dank dem verstorbenen Finanz­minister v. Miquel, der sich seinen Wünschen stets gängig gezeigt habe. Im weiteren Verlaufe seines Dor- träges präzisierte Virchow den BegriffPathologie" iw folgender Weise: Pathologie ist die Lehre von der Kranke heit als solcher. Die ganze Entwickelung der belebten!! Natur, auch, des Menschen, wäre ohne die Pathologie nickst das geworden, was sie heute ist

Bevor die zur Erläuterung des Vortrages dienenden, Projektionsbilder in dem verdunkelten Raum vorgeführt! wurden, fprady Generalarzt Prof. Schaper dem communis! mundi praeceptor die Glückwünsche und den tiefgefühltestzenl Tank aller aus, nicht nur für den durch Virchow erreichten Fortschritt in der ärztlichen Kunst und der Wissenschaft, sondern auch für die vielfachen Segnungen, welche biei Allgemeinheit dem Gefeierten zu danken habe, dessen Grund­satz stets gewesen sei: Suprema lex salus publica.

Es folgten sodann Vorführungen von Projektions-^ bildern, und später begaben sich die Erschienenen in dem mikroskopischen Demonstrationssaal, wo hochinteressante Ex-, perimente stattfanden. Professor O. Israel hatte Zellen- Präparate von verschiedenen Krankheiten und Tierarten; und die Doktoren Koch und Cönen mikroskopische Malaria-; Präparate ausgestellt. Hier erläuterte Dr. Koch an aus-- gehängten Tafeln die Entwickelungscyklen des Malarta-j Parasiten an Menschen und Mücken. Neben den TafelNi waren in einem Kasten die verschiedenen Arten der Stech-; mücken, die unschädlichen und die Malariaüberträger auä= gestellt. Die Gäste besichtigten sodann unter der Führung, Virchows und seiner Assistenten in mehrstündigem Rund-! gang die in den großen Ausstellungssälen ausgestellten- Objekte.

Am Nachmittag fand in der Wandelhalle des Abgeord- netenhauses ein Festessen statt, an dem über 200 Per­sonen teilnahmen, darunter Staatssekretär Posadowsky, Kul^ tusminister Studt, Generalstabsarzt Leuthold uud Vertreter der fremden Säliber, darunter Baccelli, Lister und C'ornil., Ten ersten Trtnkspruch brachte Graf Posadowsky auf den; Kaiser aus, den er als Förderer der Kunst und Wissenschaft feierte. Geheimrat Körte sprach als ältester Freund des! Jubilars auf Virchow. Stadtverordnetenvorsteher Langer-! Hans feierte Frau Virchow. Sodann sprachen noch Minister! Baccelli und Ministerialdirektor Althoff. Darauf dankte! Professor Virchow.

Auf das Festessen folgte ein großer F e sta k t im reich-, geschmückten uno dichtbesetzten Saale des Abgeordneten-! Hauses um halb neun Uhr. Fanfaren klänge und Jubelrufe; begrüßten Professor Virchow. Das Ehrenpräsidium bildeten! Staatssekretär Posadowski, Kultusminister Studt, General-! arzt der Armee Leuthold, Minister Baccelli aus Rom, Lister! aus London, Cornil aus Paris, Doldt aus Wien, Raptschewskii aus Petersburg, Stokvis aus Amsterdam und andere aus-, ländische und deutsche Vertreter. Zuerst feierte der ständige! Sekretär der Akademie der Wissenschaften, Professor Wal-! deyer, Virchows bahnbrechendes Wirken uud seinen Welt­ruf, gedachte des Dreigestirns Virchow, Mommsen unbl Helmholtz und überreichte die Ehrengabe derAerzte, Deutschlands im Betrage von 50 000 Mark für; die Verstärkung der Virchowstiftung. Kultusminister Studt; teilte alsdann mit, daß der Kaiser dem Jubilar bie, große goldene Medaille für Wissenschaft ver-- lieh und verlas ein allerhöchstes Handschreiben.

Tas Handschreiben des Kaisers lautet:

Ick) spreche Ihnen zu dem heutigen Tage, an welchem, es Ihnen durch Gottes Gnade vergönnt ist, Ihr acht-! zigstes Lebensjahr in Rüstigkeit und Geistesfrische zu voll­enden, meine wärmsten Glück- und Segenswünsche aus. 2er unermüdlichen Arbeit Ihres langen Lebens verdankt: die medizinische Wissenschaft grundlegende und bahn-' brechende Forschungen, durch, welche Jl)r Manie nut; markigen Zügen in die Tafeln der Geschichte der Medizin: für alle Zeiten eingegraben und weit über die Grenzen bes deutschen Vaterlandes hinaus geehrt ist Aber auch mit nie rastender Fürsorge haben Sie in Kriegs- und Frtedenszeiten Ihre ärztliche Kunst und Erfahrung in den Dienst der leidenden Menschheit gestellt und sind ihr. stets ein treuer Arzt und Helfer gewesen. Als ein Zeichen meines Tankes und meiner Anerkennung für Ihr aus­gezeichnetes Wirken habe ich Ihnen die große goldene! Medaille für Wissenschaft verliehen und freue mich:. Ihnen dieselbe an Ihrem heutigen Ehrentage hiernebew. zugehen zu lassen."

Kultusminister Studt führte aus: Tie in so außer-, ordentlich anerkennenden Worten gehaltene Kundgebung des Kaisers ehrt nicht allein den Jubilar, sondern die gesamte deutsche Wissenschaft. Der Minister spricht seinen Dank für die treue Mitwirkung an den Aufgaben der Medizinal­verwaltung bei stets gutem, auf gegenseitigem Vertrauen beruhendem Einvernehmen aus. Daß es auch künftig so bleibe, sei sein aufrichtigster und innigster Wunsch (Stürmi­scher Beifall.) Namens der wissenschaftlichen Teputidrten für das Medizinalwesen spricht Ministerialdirektor Alt­hoff. Generalarzt Leuthvld gratuliert für das preu­ßische Kriegsministerium. Für die medizinische Fakultät Berlins sprech König, für die deutschen medizinischen Fakul-