Ausgabe 
15.9.1901 Zweites Blatt
 
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/Saidullah den Dortigen Serbentcrufmann Nastas Dungu- ritsch. In Gostivcrr tötete der Albanese Male Bcrrmajowskr eine Frau des Serbenspasen Bozsinowitsch.

Tientsin, 13. Sept. (Meldung desReuter,chen Bureaus".) Die französischen Kolonialtruppen gehen heute nach Tonkin ab. x

San Juan (Portorioo), 14. Sept. (Reuter) Em von Venezuela gekommener Dampfer bringt die Nachricht, alle venezolanischen Arbeiter im Alter von 14 bis 60 Jahren wurden gezwungenen das Heereinzutret en. Auch eine Anzahl Dampfer der Handelsmarine wurden für den Staatsdienst! beschlagnahmt, ebenso alle Pferde und Maul­tiere. Die Gefängnisse sind voll. Selbst ein Gei p rach über den Krieg gelte als ein Vergehen, das mit Gefängnis bestraft werde. Einer Anzahl Venezolaner, die sich bereits Plätze auf nach Norden fahrenden Dampfern ^efi^r^^attcn^^rde^die^Abfahr^nich^ge^ttct^^^

Aus Stadt und Land.

(DerAbdructderunter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist mir unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, 14. September 1901.

- Die Gießener freiwillige Feuerwehr hält am Sonntag, 22. .September zur Feier ihres 46. Stiftungsfestes eine Uebung mit darauf folgenden Brandangriff. Am Nachmittag findet dn Festzug nach dem Cafö Leib statt, wo der Wehr eine von der Bürgerschaft gestiftete Standarte überreicht wird. Nach dieser Feierlichkeit findet Kommers statt.

- Verhaftung. Zwei liederliche Frauenzimmer, die sich seit einiger Zeit mit ihren Zuhältern hier umhertrieben, wurden gestern Abend verhaftet.

x Rieder-Moos, 12. Sept. Hier wurde der große Fisch- keisch der Frhrn. Niedeseln in Eistnbach ausgefischt. Gegen 8000 Kärpfen wurden gefangen. Diese Fische sind sehr ge­sucht und wurden durch Käufer nach Frankfurt a. M., Hanau, Fulda, Seligenstadt und Marburg gesandt. Der Centner kostete 52 Mk.

§ Volkartshaiu (Kreis Schotten), 13. Sept. In dem nahen Lichenroth wurde durch die Gendarmerie Birstein ein Zigeuner, der unberechtigterweise gefischt hatte, verhaftet und in das Gefängnis nach Birstein abgeführt.

A Bleicheubach, 13. Sept. Heute wurde das Ge­meinde-Obst versteigert. Wohl hatten angrenzende Ge­meinden auch hohe Preise erzielt, aber die hiesige Gemeinde machte ein außerordentlich gutes Geschäft. Mehrere Aepfel- weinproduzenten aus Frankfirrt, Sachsenhausen, Bergen usw. stritten sich um das schöne Obst. Ein Wirt aus Bergen er­hielt den Zuschlag. Für das Malter Kelterobst wurden 14.60 Mk. erlöst. Die Gemeinde hat ungefähr 150 Malter Obst, erzielt demnach eine schöne Einnahme, die chr zur Be­streitung ihrer Wasierleitungskosten recht wohl zu statten kommt.

fc. Darmstadt, 13. Sept. Die Stadtverordneten be­willigten einstimmig den Antrag der Bürgermeisterei, allen städtischen Arbeitern, die über 3 Jahre bei der Stadt thätig sind, jährlich 3 Tage, und denen, die über 6 Jahre thätig sind, jährlich 4 Tage Urlaub zu gewähren.

e Bingen, 13. Sept. Dank Der Fürsorge des Kreis- amtes in Bingen ist ein altes Rhetnhessisches Wahrzeichen, die 900 jährige Korkulme in Schimsheim, Kreis Alzey, die in tuen lebten Jahren dem Untergang geweiht zu sein schien, jetzt vor der Zerstörung geschützt worden, und sproßt heute in alter Kraft und Fülle. Diese Ulme auch Ess genannt ist für einen weiten Umkreis eine große Sehenswürdigkeit und soll zur Zeit der dickste Baum in Deutschland sein. In früheren Zeiten war d-er Baum zugleich Versammlungs­ort der Gemeinderatsmitglieder und in französischer Zeit wehte auf seiner Krone eine Trikolore.

Frankfurt a. M., 12. Sept. Im Opernhaus erlitt xrm 12. September die Vorstellung von WagnersRhein- gold", worin Dr. Raoul Welter von München als Gast den Loge darstellte, eine Unterbrechung durch einen kleinen Feuer-Alarm. Während der zweiten Stzene sah man oben an der vordersten Sosfite eine Flamme aufzucken, bald danach auch Funken fallen. Im Nu entstand eine starke Bewegung im Zuschauerraum; einzelne eilten hinaus, viele schickten sich an, ihnen zu folgen. Indessen kam es zu keinem eigent­lichen Schrecken. Von der Bühne her gab der Darsteller, des Wotan, aus seiner Loge Intendant Jensen dem, Publikum die laute Versicherung, daß keine Gefahr vorliege; der letztere bemerkte noch, er werde das Theater nicht eher verlassen, als bis aud), der letzte Zuschauer hinaus sei. Dieses Zureden schuf bald wieder Beruhigung. Die Auf­führung, die durch das Abbrechen der vom Publikum ich ertönten Musik und das Schließen der Gardine jäh ein­gestellt worden war, konnte nach Verlauf einiger Minuten wieder ausgenommen und ohne fernere Störung durchgeführt: werden, nachdem sich der Intendant vor der Rampe gezeigt und dem Publikum sichtbar gemacht hatte, daß die Flamme gelöscht war und nichts als einen unbedeutenden Brandriß in oer Sosfite hinterlassen hatte. Der größere Teil des Publikums, auch das weibliche Geschlecht, bewahrte Fassung, indessen wäre es ohne das kaltblütige Benehmen der Dar­steller und des Intendanten doch leicht zu einer Art Panik gekommen, da die Beunruhigung in solchen Fällen in wenig Sekunden Fortschritte macht.

Groß-Gerau, 12. Sept. Ein unerhörtes Buben­stück ist in der Nacht auf Dienstag an dem am Neubau Väth angebrachten, dem Malermeister Volk gehörigen Gerüst ver­übt worden. Als heute früh die Leute des Meisters das Gerüst betreten wollten, fanden sich vier zum Befestigen der Gerüsthebel verwendete Stricke durchschnitten vor. Nur der Vorsicht der dort arbeitenden Leute ist es zu verdanken, daß ein Unglück verhütet wurde.

):( Vilbel, 13. Sept. In dem benachbarten Nieder- <Lrlenbach ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Taglöhner Julius Neubauer war gestern Abend auf dem Heuboden seines Dienstherrn Julius Peters gestiegen um Futter zu holen und stürzte dabei rücklings durch die Ein­steigeöffnung in den Hof. Dem Unglücklichen wurde der Hinterkopf vollständig zerschmettert. Der Tod trat rlsbald ein.

T. Rodheim v. d. H., 14. Sept. (Telegr. des Greß. Anz.) Heute Nacht wurde uuser Ort von einem furchtbaren Feuer heimgesucht. Der Vraud konnte noch nicht auf seinen Herd beschränkt werden. Die Löscharbeiten dauern fort. Es soll Brandstiftung vorliegen.

Frankfurt a. M., 14. Sept. (Bereits durch Extrablatt bekannt gegeben.) Ja dem au der Großen Friedberger Straße gelegenen Hause der Drogueu- uud Materialwarenhandlung von Glocke und Scharoke erfolgte heute Morgen eine Benziuexplosion,

Gerste:

Liter 34

1,001,50

ol

n

n

russischer amcrifan. weiß Mired

Donau

. 90.05 '98.25 *98.80

Hafer:

Mais:

Walla Walla Laplata Nicolajeff 9p**9pM

lOp-lOp« Theodosia 10plOp%5 Saxonska Rumänischer Pommer u. Mecklenburger 129/130 Psd.

Holsteiner 128/129

Roggen: Nicolcjeff, 9. 15/20 russische Futtergcrste 60/61 Ko.

16.75

14.25 16.5017 14.2514.75

Neueste Meldungen.

b. Mainz, 14. Sept., 12Uhr40Min. mittags. (Telegr. desGieß. Anz.") In Anwesenheit des Großherzogs uud der Großherzogin, sowie des Staatsmiuisters Rothe wurde soeben unter strömendem Regen die Deutsche Gartenbau-Aus­stellung eröffnet.

Frankfurt a. M., 14. Sept. (Telegr. desGießen. Anz."1 Bei der Explosion in der Droguerie wurden der Ausläufer der Firma uud der zufällig vorübergehende Sohn des Briefträgers Faber getötet. Der letztere wurde durch den Luftdruck an das gegenüberliegende Hans geschleudert, wobei ihm der Schädel zertrümmert und der Kopf vom Rumpfe geriffeu wurde. Lebeus'gefährlich verletzt wurde der Lehrling Ein schütz, deffeu Körper total ver­brannt ist uud dem beide Beine zerschmettert wurden. Der Schwerverletzte, der zwei Stunden unter den Trüm­mern gelegen hatte, wurde ius Krankenhaus gebracht. Der Kommis Reinicke wird noch vermißt. Er befindet fich wahrscheinlich noch, unter den Trümmern. Leicht verletzt wurde einer der Besitzer, der sich gerade im Laden befand und infolge der Explosion durch die Erkerseite auf die Straße geschleudert wurdet Ein Oberfeuerwehrmanu wurde durch die Explosion betäubt uud erst nach vieler Mühe wieder in's Bewußtsein zurückgerufen.

Lübeck, 14. Sept. Bei einer Feuersbrunst im Dorfe Lebente verbrannte - ein Knecht. Der Besitzer des Hauses,' erlitt schreckliche Brandwunden an beiden Beinen.

London, 14. Sept. DieDaily Mail" meldet aus Johannesburg vom 12. September: Heute begann der Pro--- zeß gegen den früheren" dritten Staatsanwalt Brocktma, der wegen Spionage angeklagt ist. Aus ben 3eugenau§fagen; geht hervor, daß der Angeklagte der Vermittler zwischen Dr. Leyds und Krause sowie den Buren, die sich in Europa aufhalten, und den'im Felde stehenden Buren war. Die Briefe wurden durch den amerikanischen Konsul in Johannes­burg befördert. Unter dm im Hause Brocktma's vorgefundenen! Schriftstücken befand sich auch eine Proklamation, wodurch Kitchener sowie 'feine. Offiziere imd Soldaten für vogelftei er­klärt werden und dm Buren befohlen wird, alle bewaffnetem Britm, die nach dem 15. September gefangen genommen werden, zu erschießen. Ferner wurden im Hause Brocktma's zahlreiche Briefe vonKrmlse und Kopien von Antwortschreiben Brocktma's. gefunden. ,

London, 14.Sept. General Buller wurdezum Kom­mandeur des Nach'dem neuen Reformplan in Adershotj gebildeten Armeekorps ernannt.

Loudon, 14. Sept. DieDaily Mall" meldet^ms Kap­stadt vom 28. August. Die Lage in der Kapkolonie ist düster. Im Jnnem des Landes schließen sich ganze Feld-. kometschaften dem Feinde an. Heute traf die Nachricht ein,- der ganze Nordwesten der Kapkolonie befinde sich in offenem) Aufrrchr.

New-Hampshire, 14. Sept. Der Chef der hiesigm Polizei brachte in Erfahrung, daß ein Mann, der von hier nach New-Pork abgereist ist, geäußert habe, er gehe nach Was­hington, um dm Vizepräsidenten zu töten. DieNew- Porker Polizei wurde darauf aufmerksam gemacht, dm Mann zu überwachen.

Halifax, 14. Sept. Der DampferErick" miüFräulein^ Peary, der-Tochter des Ziordpolfahrers Peary, der bei cnts- gezeichneter Gesundheit am Cab Sabine überwintert hat, ist hierher zurückgekehrt. Sie berichtet, das Schiff habe die äußerste Nordspitze des grönländischen Archipelagus umfahren, und die Breite von 83 Grad - 50 erreicht. Es wurde beab­sichtigt, im nächsten Frühjahr den Versuch zu machen, den Nordpol zu erreichen.

Buffallo, 13. Sept. Große Menschenmengen habm sich in den Straßm an gesammelt, in der Nähe der Poli­zeihauptwache, - wo sich, Ezolgoxz in Haft befindet. . Der Zutritt wurde jedoch verboten. Eine große Pulizei- trupp.e bewacht das Haus. Zwei Negimmter werben in Bereitschaft gehalten, falls die Menge die Polizeihauptwache

S/jjO/fl Eeichsan leihe 3% do-

Laplata rye tcrms ,,

per Tonne cif Rotterdam.

Weizen Pfälzer All. 16.7517

Roggen 14.25

Braugerste Pfälzer 16.7517.26 Hafer, badischer 14.5015 per 100 Kilo ab Mannheim.

~ Berlin, 13. Sept. An der Börse verlautete, der Direktor Schostag von der Rhederei vereinigter Schiffer zu Breslau, der Selbstmord beging, hätte Unterschlagungen in Höhe von IV, bis l3/« Millionen in der Weise begangen, daß er gefälschte Conno sse- mente lombardirte.

Der Getreidemarkt verkehrte die ganze Woche in ziemlich ruhiger Tendenz. In Weizen waren die Forderungen von Amerika ohne Veränderung, während Rußland mit billigeren Offeriert am Markte war. Die Kauflust seitens der Mühlen war rege uud kamen größere Abschlüsse zu Stande. In Roggen war wmig Verkehr, da­gegen sind Hafer urrd Mais anhaltend fest und gefragt. Gerste Braugerste sowohl als Futtergersle ruhig; Preise nachgiebiger.

Die heutigen Notierungen sind:

Weizen: Redwinter, * M. 124127 125127

Kansas 2 N 125129 125127

Gießen, 14. September. Marktbericht. Auf dem heutigen- Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,001,20 Mk., Hühner­eier pr. Stuck 7 Psg., 2 Stück 00OO Pfg., Käse pr. Stück 58 Psq,. w , Käsematte 2 Stück 58 Pfg., Erbsen pr. Liter 22 Pfg., Linsen per 1turmt. ,

Ä Tauben pr. Paar 0,751,00 Mk., Hühner pr. Stück Ntw-York, 13. Sept. Der Anarchist Johan« Mo-st,? ., Hahnen pr. Stück 0,701,20 Mll, Enten pr. Stück Herausgeber derFreiheit",'-ist verhaftet worden.

2,00220 Mk., Gänse pr. Pfd., Mk., Ochsenfleisch pr. Pfund New-Vork 14. Sept.. Der Ausländer, der gesternMorgen 6676 Pscu. Kuh-und Rindfleisch pr.Pfund 6064 Psg., Schweine- «a r- /^iv-L>amvsbire): verließ und erklärte, daß er den fleisch pr. Pfund 6480 Psg., Schwemefletsch, ge,alzen, pr. Pfund ^ertin-7. p- ft ei-morden < wollte wurde ner-

84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 60-66 Pfg., Hammelfleisch pr. P und Vtzeprastdenten Roosevelt ermorden wome, wurde 4>er« 5070 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,008,00 Mk., Weißkraut per haftet und nach demiKrankenhaufe gebracht, da er irr- Stück, Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,008,00 Mk., Milch per finnia ist. Er ist ein Deutscher und heißt Karl Miller.

Liter 18 Pfg. ------ -----------------------

Dauer der' Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags

1 Uhr, wahrend der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen fellgeboten werden.

Getreide.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M., 13. September.

100.101 Kreditaktien ... 1 , 00.00, ,.90.20 i Diakonto-Kommandit . ,172.30 100.201 Darmstädter Bank , , . 118.50 Dresdener Bank . . . § 127.70 Berliner Handelsgee. < 133.50 Oesterr. Staatebahn , . 133.501

Gottbardbahn ..... 154.00 Laurahütte . , . ..... 181.00 Bochum . . . . . z. -. 162.80;

>84.50 | Harpener*- ^150,75

v Tendenz; still«

durch die da? Haus stark beschädigt wurde. Es wurden 4 Tote und Verwundete aus dem Hause befördert. Eiu Vorüber- gehender wurde durch die gewaltige Explosion über die Straße geschleudert und getötet- In dem gegenüberliegenden Geschäfts, hause vou Schmoller u. Co. wurden die Schaufenster zertrüm­mert. Die Feuerwehren und die Rettungsmaunschaften waren sofort zur Stelle,

Vermischtes.

* Bonn, 13. Sept. Tie Polizei ist einem scheuß­lichen Verbrechen auf die Spur gekommen. Dem Poli­zeiinspektor Witkud ist es gelungen, den Urheber des Ver­brechens in dem 48jährigen Heizer Freiwald aus Ohligs und dessen beide Schwestern zu verhaften. Der Heizer, deffen Frau hier lebt, hat mit den Schwestern in unerlaubtem Ver­kehr gestanden, soll der Vater ihrer zwölf unehelichen Kinder sein, von welch letzteren nur eines lebt. Die übrigen sind kurz nach der Geburt gestorben. J^tzt geht das Gerücht um, daß diese elf Kinder einen gewaltsamen Tod gefunden haben. Die bisher nach dieser Richtung angestellten Untersuchungen haben noch kein Resultat ergeben. Es sind bereits in dieser Sache viele Zeugen vernommen worden. Die Verhafteten sind in Amerika geboren. Ihr Vater ist ein ausgewanderter Deutscher, die Mutter eine Negerin.

* Frankenthal, 13. Sept. Der im April d. I. aus Anlaß seiner gegen Frauen und Mädchen in Ludwigshafen begangenen Unthaten verhaftete Ludwig Graf ist wegen schwerer Körperverletzung in 10 Fällen zu 9 Jahren Ge­fängnis verurteilt worden.

Dortmund, 13. Sept. Auf der Zeche Grimberg bei Garnen sind durch schlagende Wetter neun Bergleute getötet worden.

Die Instrumente her Pekinger Stern­warte, die mit dem DampferPalatia" nach Deutsch­land gebracht worden sind, werden auf Anordnung des Kaisers ihren Platz in dem Park von Sanssouci vor dem Orangeriegebäude erhalten; auch die berühmte Weltkugel mit dem Sternenhimmel befindet sich dabei. Die Instru­mente sollen auf dem großen Rondell vor dem Haupteingang zur Orangerie aufgestellt werden. Sie besitzen mit der Weltkugel zusammen das ansehnliche Gewicht von 520 Zent­nern. Die Kugel wird den Mittelpunkt der Gruppe bilden. Bekanntlich ist eine Berechtigung, diese Instrumente in Besitz zu nehmen, vielfach in Abrede gestellt worden, und auch jetzt wissen wir nicht, auf welche völkerrechtlichen Gründe sie sich stützt, es sei denn, daß die chinesische Regierung sich mit der Abtretung der Instrumente einverstanden er- klärt hat. Hierüber ist bisher aber nichts bekairnt geworden.

b. Gießen, 43. Sept. (Strafkammer.) Die Stammet be­schäftigte heute die ^Berufung des Rechtsanwalts Wagner dabier gegen ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts, durch das der An­geklagte bekanntlich vor einigen Monaten zu 100 Mk. Geldstrafe weaen Betrugs verurteilt worden war. T>er Anklage liegt im wesentlichen folgender Thatbestand zu Grunde: Rechtscmwalt Wagner hatte zu Beginn lfd. Jahres ein 15jähriges Dienstmädchen auf ein Vierteljahr gemietet. Demselben gab er einen Lohn von ea. ll Mk. pro Monat. Von dem Lohn des ersten Monats trug das Mädchen auf Veranlassung des Angeklagten ca. 7 All. zu einem hiesigen Bankier. Den darüber ausgestellten Schein gab es dem Angeklagten in Verwahrung. Nach kurzer Zett glaubte der Angeklagte bei dem Mädchen allerlei Verdächtiges zu bemerken und mtterzog die an dasselbe gerichteten Briefe einer Durchsicht. Dabei fand er einige nach seiner Ansicht für ihn beleidigende Stellen, worin er einen Grund zu erblicken glaubte, das Mädchen zu entlassen, was er denn auch that. An demselben Tag aber, an dem das Mädchen den Dienst verließ, begab sich der Angeklagte zu dem Bankier, zeigte demselben den von ihm aufbewahrten Depositenschein seines Dienst­mädchens und erklärte, das Mädchen wolle Anschaffungen machen und brauche Geld, er solle dasselbe holen. Obwohl der Bankier erstaunt war, daß das Mädchen das erst vor kurzem eingelegte Geld schon wieder holen ließ, zahlte er im Vertrauen auf die Richtig­keit der Angaben Wagners diesem das Geld aus. Wie er heute erklärte, hätte er das nicht gethan, wenn er gewußt hatte, daß Wagner das Geld ohne Wissen des Mädchens hob. Das Schöffengericht erblickte in dieser Handlungsweise den That­bestand des Betrugs und oerurteiUe den Airgeklagten zu 100 Mk. Geldstrafe. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte Berufung ver­folgt mit dem Antrag auf Freisprechung. Er behauptet heute, -er habe das Mädchen auf ein Jahr gemietet, ihm das Geld nur schenk­ungsweise gegeben und sei deshalb, da das Mädchen sich undankbar -erwiesen habe, berechtigt gewesen, das Geschenk zu widerrufen, was er durch Erheben des Geldes gechan habe. Er habe sich auch noch dazu für berechtigt gehalten, da er gewissermaßen noch im Besitz des Geldes gewesen sei. Einer ftrafbaren Handlung habe er sich bewußtermaßen nicht schuldig gemacht. Er müffe aus diesen Gründen fieigesprochen werben. Die Staatsanwclltschaft war je­doch anderer Ansicht. Sie führte aus, der Thatbestand des Be­trugs fei, wie das erstinstanzliche Urteil ausführe, gegeben, da der Angeklagte, widerrechtlich durch Vorspiegelung falscher Thatsachen, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen des Bankiers geschädigt habe. Jedoch habe das Unter-Gericht die Strafe zu nredrig bemeffen. Der Antrag der Anklagebehörde ging deshalb auf 4 Wo chen Gefängnis. Das Gericht ev- karmte auf eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen, indem es sich den Ausführungen des Staatsanwalts anschloß. Sttaf- erschwerend falle insbesondere noch der Umstand in Bettacht, daß Wagner als Anwalt des Rechts, sich einer solchen That schuldig gemacht habe, daß er aus diese Weise em junges Mädchen um feine geringen Ersparnisse gebracht und es mittellos auf die Sttaße gesetzt habe.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

31/,0/q Konsole . 3O/o do. . , 372% Hessen

.uiu 5% Halfen. Bento

anhaltend fest und gefragt. Gerste: 470 Gneoh. Monopol-AnL. , 43,o0 gerlte ruhia: Preise nachgiebiger. 37<,.kortogiesen .. . , >2o.80

30/0 Mexikaner , . . ° 26.40

4%%. Chinesen

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