Ausgabe 
14.7.1901 Zweites Blatt
 
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Arbeitrihemegung

wurde kürzlich zu fünf Jahren Kerker verurteilt. Er wäre von einem GehMen möget tlf, daß btr bctr. (uns von sonst zuvrr- billiger weggekommen, hätte er sich mit seinem Buren- lässiger Seite zugestellte) A titel nicht ganz den Thatfachm entspreche

ifhnvinhr't rim'r 4ii eien ab reffe iiii SVrüaier uiib einem ütdücii u d geeignet sei, ^einerfetls Itn Publikum falsche Begriffe von bet

-LLnTÄta- er E W Berechtigung der von den Gehilfen gestellten Forderungen zu erweck-n,

?urenfest rn den hatte umH J bfiS -ines Teil« der Mitglieder d-S Bücket-

Dalma

. 196 40

Gewicht.

Wetter

2

I>ie heutige Hlummer umfaßt 16 Seite«.

Heller Himmel Sonnenschein Sonnenschein

8C/0 Portugiesen 8 o/o Mexikaner .

4*/b °/o Chinesen .

4- 31.60 C.

4- 12.1» C.

. 100 80

. 90 30

. 100.80

. 90.50

. 98.00

. 97.00

43.00

. 25.70

. 26.20

. 80.30 Tendenz

s ec- l

. 17; 80 . 123 90 . 124 40 . 131 40 . 133 50

. 172.00 . 178 20

. 161 50 . 148 00

Kreditaktien . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges* Oeaterr. Staatshalt Gotthardbahn . - Laufahütte . Bochum . . . « Harpener ... schwach.

und verbreitete sich mit größter Schnelligkeit auf die gesamten Mälzereianlagen, welche völlig ausgebrannt sind. Dagegen ist die Brauerei gerettet und die Maschinen- und Kesselhäuser sind erhallen wordeu, ebenso der Lagerkeller mit etwa 10 000 Zentner Malzvorräten. Rach Mitteilungen von zu­ständiger Stelle erleidet der Betrieb der Brauerei und der Versand keine Unterbrechung. Das Feuer war um Mitter­nacht noch nicht völlig gelöscht, doch ist bei der herrschenden Windstille die Gefahr der Weiterverbreitung ausgeschlosien.

Horuberg, 13. Juli. In dem Orte Tennenbronu wurden gestern abend durch eine Feuersbrunst 24 Häuser, darunter die evangelische Kirche und die Schule, eiugeäschert. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Die EntstehungSurs.che des Brandes ist noch nicht bekannt.

Chicago, 12. Juli. In der heutigen Versammlung der Vertreter der Hauptbahnen des Westens wurde die völlige, unbedingte Wiederherstellung derFrachtsätze offiziell beschlossen. Auch der von der Kommission entworfene Plan der Teilung des Geschäfts unter den Bahnen wurde von allen, mit Ausnahme der Chicago-Great-Wertern-Bahn, an­genommen, welche einwilligte, die Frachtsätze beizubehalten, jcdoch erklärte, sie wolle unabhängig ihr Geschäft machen.

Still NNW. ESE.

reHamen soll Strohmayer teilweise schuldig geblieben sein. Ein anderer kühner Unternehmer, der ein Jahr lang mit seiner Maitresse von Burenbegeisterung lebte, Kapuschka,

VLckerstreik. Za unstet Notiz in Nr. 162 ds. Bl. wird uns von einem Gehttten möget tlf, daß btt bctr. (uns von sonst zuver-

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Aechf nur in versiegelten \ß grünen Packefen ä 30u.50Pfg.

Tötet sicher alle Jnsecten sammt Brut.

seit 30 Jahren.

* Die Opfer der Leipziger Bank. Vom Regen in die Traufe gekommen ist die Witwe Grünewald in Leipzig, die sich in 50jähriger Thätigkeit als Viktualien- händlerin ein großes Vermögen erworben hatte. In der Nacht zum 21. Mai 1900 wurde ihr das gesamte Vermögen durch Einbruch geraubt, indessen nach der Ergreifung der Diebe wieder herbeigeschafft. Glücklich! hierüber, beschloß die alte Frau, den Mammon nicht wieder in einem alten Spind ihrer Wohnung aufzubewahren, trug ihn zur Leipziger Bank und hat nun abermals einen großen Teil des Geldes leider endgiltig verloren. Ebenfalls ein Opfer ist in Bezug auf seine pekuniären Verhältnisse ein Leutnant in München geworden. Dieser hatte erst kürzlich« geheiratet und die Mitgift seiner Braut im Betrage von 70 000 Mark von seinem Schwiegervater in Aktien der ge­nannten Bank empfangen. Nun sind diese so gut wie wertlos. Ein in Lohme auf Rügen zur Kur weilender Gast, der bei der Leipziger Bank mit seinem Vermögen stark engagiert ist, machte bei dem Eintreffen der Nachs- richt von dem Bankkrach einen Selbstmordversuch; er schoß sich eine Kugel in den Kopf und liegt hoffnunghlos dar­nieder.

* P a r i s, 12. Juli. Der Luftschiffer Santos Dumont unternahm heute vormittag bei fast windstillem Wetter mit dem von ihm erfundenen Luftschiffe mehrere Fahrten, die, wie Augenzeugen versichern, vollständig ge­langen. Santos Dumont stieg in St. Cloud auf, machte fünf Rundfahrten oberhalb des Rennplatzes von Longchamps im Boulogner Wäldchen und kehrte sodann nach, dem Aus­gangspunkte zurück. Auf Wunsch seiner Leute, die von dem Ergebnis der Fahrt überaus befriedigt waren, unter­nahm Santos eine Fahrt nach dem Eiselturm. In der Nähe des Turmes riß ein Steuerseil. Santos landete vor dem Trocadero, besserte den Schaden aus und erhob sich neuerdings zur Spitze des Eiffelturms, fuhr um denselben herum und kehrte zur Abfahrtstelle nach St. Cloud zurück. Morgen unternimmt Santos abermals eine Fahrt, um sich um den 100 000 Francs-Preis des Aero-Klubs zu be­werben, den der Großindustrielle Henri Deutsch für das erste lenkbare Luftschiff gestiftet hat, das innerhalb einer Stunde eine bestimmte Zahl von Kilometern zurücklegen und an den Ausgangspunkt zurückkehren sollte.

* Wien, 12. Juli. Jetzt ist der Gründer der Wiener Volksoper, die mit gewaltigen Zeitungsreklamen und vielen berühmeten Namen als Schützern und Stützern ins Leben trat, der kaufmännische Direktor desWiener Musik-Ver- lagshaus" und Vize-Generalsekretär des großenkaufmän­nischen Vereins", Strohmayer, plötzlich mit Hinterlassung von Fehlbeträgen in verschiedenen von ihm verwalteten Kassen unsichtbar geworden. Wie weit dasMusikverlags­haus", das in Wien sechs Zweigstellen errichtet hat, be­troffen ift, wurde noch nicht festgestellt. Die Zeitungs-

Meteorologische Beobachtungen

der Gtatiov Gieße«.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt, den 13. Juli

Dichte.preiswürdige.schöne.dauerhafte

MG HO ffl stelle man her aus denV

fU/flAF ächten Andernachs fahrt jityte JWw Mld A sphalt Steinpappen aus der Fabrik von A.W. Ander nach in Beuel am Rhein »Muster. Anleitung, .ßemeise über .ßeurährung postfrei und umsonst Zu haben in Gießen auf der Fabrik - Niederlage bei Herrn Willi. Textor. Walliborstraße 6. 8

Höchste Temperatur am 11.12. Juli

Niedrigste ________, , -

Lande! und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gieße«, 13. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 0.901.10, Hühnereier per St. 00 L, 2 St. 1314 «j, Enteneier 1 St. 78 «J, Gänse« eiet per St. 1112 Käse 1 St.58 a,, Käsematte 2 St. 58 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 34 , Tauben per Paar

JK 0.801.00, Hühner per St. M 1.001.50, Hahnen per Stück jft 0.801.50, Enten per St. M 2.002.20, Gänse per Pfd. jt 0.00 Bifi 0.00,'Ochsenfleisch per Pfd. 6676 , Kuh« und Rindfleisch per Pfund

6064 Schweinefleisch per Pfd. 6474 L, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 L, Kalbfleisch per Pfd, 6066 &, Hammelfleisch per Pfd. 5070 d, Kartoffeln per 100 Kilo 7.00-11.00 ^Weißkraut per St. 0000 Zwiebeln per Ctr. JK, 8.008.50, Milch per Ltter 18 jj. Kirschen per Pfd. 15-20 Pfg.

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vornnttags brs 1 Uhr mittags.

Grünberg, 13. Juli. Fruchtmorkt. Durchschnittspreis pro 100 KUo. Weizen 17,50 Mk., Korn 1515,25 Mk., Gerste 15,10 M., Hafer 1516 Mk., Erbsen 20 Mk.,' Linsen 00,00 Mk., Samen 00,00 Mk., Wicken 00,00 Mk., Kartoffeln 5,006,00 Mk. __

Temperatur der Lahn und der Luft.

13. Juli. Nach Reauwur gemeßen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. «.Wasser 21», Lust 24°.

des 18. Armeekorps zusammengetreten. Es find dies üb.r ; 100 Mann aller Truppenteile des Armeekorps Bezirks, Unter Offiziere und Mannschaf!en, sowie auch Offiziere. Das l Detachement, daS von Oberleutnant Ewald vom 3. Großh. } Hess. Infanterie Regiment Nr. 117 befehligt wird, ist in der , Bauhoskaserue untergebracht worden. Am 11. Juli nahm Direktor Lindenfchmidt von Mainz in Anwesenhett des , Pfarrers Dr. Probst eine Untersuchung des in Bretzen heim gefundenen Steinsarges vor. Dieser enthielt daS Skelett eines Menschen, der von außergewöhnlich starker Körperkonstitution gewesen sein muß, und drei gut erhaltene Glasaefäge. In einem der letzteren befand sich noch em Rest aromatisch n OeleS. DaS Alter des Steinsarges wurde von Direktor Lindenschmitt auf 1600 Jahre geschätzt. Der Fand ist in allen seinen Teilen dem Museum in Mainz zu, gewiesen worden.

»» Kleine Mitteilungen aul Hessen und den Rachbarstaate». Durch Stiche mit einer Mistgabel wurde ein Oekonom in Grün berg von seinem bei ihm lebenden Schwager, mit dem er in Streit geraten war, schwer verletzt; besonders steht der Verlust des einen Auges zu befürchten. Am 5. August d. I. begeht Oberlehrer Weifenbach in Als­feld sein 50jähriges Berufsjubiläum. Seine erste Lehr- thätigkeit übte er am damaligen Institut des Pfarrers Schick zu Laubach aus. Erhängt hat sich in der Mittagsstunde in dem Aborte eines Branntweinausschankes der Altstadt zu Offenbach der 50 Jahre alte Gelegenheitsarbeiter Th. Schwarz, der früher in der Sterngasie ein kleines Tabak- geschäst betrieb, in letzterer Zeit aber dem Alkoholgenuß sehr stark ergeben war. Am Dienstag nachmittag wurde in Hanau, Büdingen, Offenbach, Säckingen und anderen Orten ein riesiger Ballon bemerkt. Das interessante Schauspiel hatte zahlreiche Neugierige zur Beobachtung ins Freie ge­lockt. Nach dem Abzeichen zu urteilen, ist der Ballon von der Luftschifferabteilung Berlin losgelaffen. In dem Keller des Hauses Zanggasse 28 in Mainz wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes, daS bei der Geburt gelebt, aber ge­tötet wurde, aufgefunden. Als der That dringend verdächtig wurde in Wiesbaden die Luise Schneider aus Erbach im Odenw. gebürtig verhaftet. Ein Segelschiff aus Xanten geriet am Mäuseturm bei Bingen durch den starken Nebel und andere Windrichtung aus seinem Fahrwasser und trieb gegen die Kippenmauer des neuen Fahrwaffers. Es erhielt verschiedene Leckagen und sank. DaS neue Fahrwaffer ist für einzelne Schiffe offen, aber für den Schleppschifffahrts- verkehr gesverrt.

Vermischter.

* ueber die m aßlose Verschwendungssucht des Direktors der Kasseler Treber-Trocknungs - Gesellschaft, Schmidt, wird aus Gr.-Tabarz folgendes gemeldet. Schmidt kam im vergangenen Sommer mit einer eigenen Konzertkapelle dort an, und nahm mit derselben in einem ersten Hotel Wohnung. Er gab nie unter 20 Mk. Trinkgeld; sein täglicher Aufwand wurde auf über 1000 Mk. geschätzt. Nach einigen Tagen reiste der Direktor mit seiner Kapelle von Gr.-Tabarz nach dem Jnselsberg und von dort weiter^ überall mit einem fürstlichen Aufwand auftretend.

* Essen, 12. Juli. Die Eingemeindung von A l t e n do r f in die Kommune Essen wurde durch Kabinetts­ordre zum 1. August genehmigt. Essen hat dann 180 000 Einwoh n er.

* Leipzig, 12. Juli. Die BrauereiRiebecku. Co. ist durch eine Feuersbrunst vernichtet. Die ge­samte Feuerwehr Leipzigs und der vielen Vororte sind energisch thätig, um den Brand zu lokalisieren. Das Sud­haus ist teilweise erhalten geblieben, so daß der Betrieb nicht gestört wird. Ein Feuerwehrmann ist schwer verletzt. Ein Zuschauer erlitt durch den Zusammenbruch! einer Bretterbude einen Beinbruch. Der Brand ist hier der größte

auch Hunderte von SteÜensuchenden mit erheblichen Kan- SV RÄl der gerAtm Sache wavkm tionen" angestellt, und sie um ihre letzte Habe gebracht, machen." W iter entsoreche es nicht den Thatsacken, daß kteBäckn- was strenge Bestrafung erheischte. Die Zeitungen bringen g(f flen Jur Ejnsidtt gekommen und an ih-e Backuöge zurückgekehrt ans Graz die Verlobungsanzeige:Ella v. Grasenberg feien (l tzle^es tft doch der F-ll gewesen). Die Lohr kornmission habe und Balays-Joska, Verlobte". Der Zigeunerprimas Balays- d r I.nung bebtut.nb reduzierte Forderungen dngaeiat, um eine "wska soll sich durch seine bezaubernden ungarischen Weisen fcirdttcherSiUigung der Bewegung zu ermöglichen. Auch entspreche der steirischen Braut, die 200000 Kronen besitze, ins Herz es 'icht denToatsachkn,daß innerhalb der Gesellen-Veretntgung keine

r horamAfirfii' tSröfckm ftS 6efcbichte ®Waung zu Ltandr gekommen zu sein scheine, es sei vielmehr in der

gefiedelt haben ^Z,Eine herzogliche M-chckaft.ge; >i )te. GehUfen-Vers.mmlung eine E nmütigkeit zu Ta°e get den, bte zu den Die halbamtliche ,,Wwne^^ndpoch ^richtet, daß $offnunßen berechtige." Tie Zusch ist schli.ßt damit, daß

Erbansprüche an den Nachlaß de» am,4 April Der-1 mcnJ1 öonetten btr $trr,n Meister daS An erbieten der Gehilfen storbenen Erzherzogs Ernst, die durch Geschwister Walburg Kur fikbltchm Beilegung der Bewegung ebcclebnt weid'« sollte, die- erboben wurden, vom zuständigen Obersthofmarschallamt selben dann für die Folgen auch dnzustehen hätten." (Wie wir er- unbedinat abaewiesen worden seien. Auch hätten die Ge- fahren, haben die Meister auch die neuerlich gestellten Forderungen ickmn'ster Walbura keinen Anspruch auf ein Adelsprädikat, abgttehnt, weniger wegen der Höhe des Lohne«, als deshalb, weil die to/ hPT Neuen dreien Presse" stützen sie jedoch ihre 'N Gießen obwaltenden Verbällnisse im Bäckergewerbe das Wohnen Nach der ,,Reuen. Freren i ^simile der Gesellen außer dem Hause der Meister nicht gestatten. Die Lohn-

Ansprüche hauptsächlich! auf das photographische m e anfptü4c bflt,en bf| @e?eUen auf 24, 22 und 19 Mk. reduziert) einer Eintragung imTrauungvbuch der A?^Vsa^re von _ Wetzlar, 12. Juli. Auch die hiesigen Bäckerei- Laibach, wo verzeichnet sieht, daß am 2 . ~ p . arberter haben ihren Meistern einen neuen Lohntarif vor-

Gornisonkaplan ^oseph Sameyzz Erzherz g Itzbkegt, in dem zunächst die Forderung erhoben wird, daß ungarischen Gutsbesitzerstochter ^ura v. ^kublitz unt ker bisher fast durchgängig geübte Brauch, wonach die Ge- Namen Laura Freifrau von Walburg uiorganatisck) g - , Kost und Logis im Hause des Meisters erhalten, in traut worden sei. Freifrau v. ^albu^g, st^-b , aufhören soll. Die hiesigen Bäckermeister haben

Hinterlassung von vier Kindern. C* Wmt f zu diesen Forderungen bereits Stellung genommen und vorzulicgcn, daß eine erzhcrzoglrche Ehe, °bw°hl^katho. t n ^Msen.

lisch geschlossen, rechtsungiltig ist, weil ihr die erforder- , ..

bwurde Graf P°t«cki Uemstk Melüungen.

ersten^aaliris^chm"FÜmlliei^ÄrwaiM^Der^ZI^jährige I B-rliu, 13. Jule Der .Lok..«-,.» meldet aus ftöln: bat ch^wenigen Jahren ein Vermögen von zwei Millionen Die Attentäter, welche chngst auf den Schnellzug Koblenz- Gulden verpraßt ^unb lebte in der letzten Zeit ausschließlich Köln einen Anschlag verübten, indem ste schwere Schwellen von Schwindeleien._________________________ siuer über das Geleise legten, find ermittelt worden. Vier

i ' «davon sind bereits verhaftet. Es find Italiener. Dafl«

Gerlchtssaai. selbe Blatt meldet ferner aus Kassel: ES ist nunmehr

D. Gießen, 13. Juli. (Kriegsgericht.) Nach!zweifellos festgestellt, daß der Direktor der Trebergesellschaft, längerer Pause fand heute wieder eine Kriegsgerichts-1Schmjidt, Donnerstag Nacht im benachbarten Grebenfiem itzung statt. Kriegsgerichtsrat Heß leitete die Verhaud-1xingestiegen ist mit einem Billet nach Düffeldorf. Er ist lung. Als Vertreter der Staatsanwaltschaft fungierte nch^rlich nach Holland geflüchtet.

Kriegsgerichtsrat Obenauer; die Verteidigung lag tn ßeiitaig, 13. Juli. Das Feuer in der Riebeckschen den Händen des Justizrats Metz. Den einzigen Punkt der . Treppenhause der Mälzerei Nr. 1 aus

Tagesordnung bildete die Verhandlung gegen den Krcmken- maueret oracp tm ^reppenyaufe -----» r ... --------

Wärter Adolf Merx am hiesigen Garnisonlazarett. Er ist beschuldigt, am 8. Juli das Schränkchen des Militärkranken-! Wärters Heinrich En g e l mit einem nicht zum ordnungs­mäßigen Gebrauch bestimmten Schlüssel geöffnet und 43 Zigarren daraus gestohlen zu haben. Die Verhandlung ergiebt folgendes: Militärkrankenwärter Engel war mit dem Angeklagten nachmittags gegen 3 Uhr auf derselben Stube. Er hate in seinem Spind ein Kistchen nut 100 Zigarren. Der Angeklagte schnd in der Nähe des ge­öffneten Schränkchens, sodaß er die Zigarren sehen konnte.

Engel verließ kurze Zeit darauf, nachdem er das Lchrant- chen verschlossen hatte, die Stube, während Merx darin zurückblieb. Als Engel gegen Halb 8 Uhr zurückkam, fand er das Spind geöffnet und entdeckte, daß ihm 43 Zigarren fehlten. Der Verdacht, sie gestohlen zu haben, fiel natür­lich auf den im Zimmer zurückgebliebenen Merx. Von Engel aufgefordert, sein Schränkchen zu öffnen, erklärtes er, den Schlüssel dazu nichl bei sich zu haben. Wahrend^ nun Engel den Tiebstahl zur Anzeige brachte, begab fich Merx nach der Badestube, angeblich um dort seinen Schluffel zu holen. Er öffnete auf die Aufforderung des Poüzei- offiziers sein Spind. Es ergab sich, daß keine Zigarren ; mehr darin waren. Die vernommenen Zeugen bekundeten, aber, nachmittags im Schränkchen Merxs 20 30 Zigarren

1 gesehen zu haben. Tie Zigarren hätten ungefähr dasselbe ; Aussehen gehabt wie die des Engel. Befragt, wo dikfe ; hingekommen seien, erklärte Merx, er habe sie verbrannt, weil sie zerdrückt gewesen wären. Merx benutzte also die kurze Zeit, in der Engel die Polizeiwache benachrichtigte, dazu, die Zigarren aus seinem Schränkchen zu nehmen und im Badezimmer zu verbrennen. Trotz der Aufforderung, angesichts des erdrückenden Indizienbeweises lieber ferne Schuld zu gestehen, wodurch er die ihn treffende Strafe mildern könne, blieb Merx hartnäckig bei seinem Leugnen , ä _ ~ (besonders auch in stall-

Aus dem Zeugenverhor ergab irch übrigens day Merx iwX ll©g©Xl, ungen), Flöhe, Schnacken, Verdacht steht, auch noch andere Liebftahle ausgesuyrt u. s. w. ist die Wirkung des Dalma geradezu überraschend zu haben. Der Vertreter der Staatsanwaltfchaft )praa)il d von keinem anderen Mittel erreicht. In 10 Minuten lebt dem Angeklagten zwar mildernde Umstände zu, toegen ber kein stück mehr. Garantiert giftfrei. Fabrikant: Apotheker E. Lahr Geringfügigkeit des Wertobjektes und seiner bisherigen Würzburg. In Giessen zu haben in d. Hirsch-Apotheke Unbescholtenheit, beantragte aber wegen schweren Dieb- und bei Aug. Noll, Drogerie i#.m roten Kreuz. __________4548

stahls eine Gefängnisstrafe von neun Monaten und Ver-' setzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Ter Ver­teidiger stellte den Antrag, den Angeklagten freizusprechen ober doch nur wegen Genußmittelbiebstahls auf eine Haft­strafe gegen ihn zu erkennen. Er hob in seiner Verteidig­ungsrebe hervor, daß die von den Zeugen gemachten Zeit­angaben differierten und baß sie auch nicht tm stanbe seien, anzugeben, baß die von ihnen bei Merx gesehenen Zi­garren von derselben Sorte wie die des Engel gewesen seien. Ter Gerichtshof erachtete den Indizienbeweis als ausreichend und verurteilte den Angeklagten wegen schweren Tiebstahls, unter Annahme mildernder Umstände, . Betohianleihe zu sechs Monaten Gefängnis und Verätzung in i>teLLe zweite Klasse des Soldatenstandes. Bei der Bemessung ber 8t/| r/0 Koneols . . . Höhe ber Strafe fiel das hartnäckige Leugnen des Ange- ho/e do ... klagten und die durch seine Handlungsweise einem Käme- BV«c/a Heesee . . . raden gegenüber gezeigte niedrige Gesinnung mit Men.

Juli

Barometer auf Oo 1 reduziert

Temperatur der Luft

Absolute | Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

12.

9«

748,8

4-121,1

13,1

71

13.

7

748,9

4- 17,2

10,7

73

13.

2« |

747,6.

4-30,0

9,3

29