Ausgabe 
14.7.1901 Drittes Blatt
 
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unterlassen, um das Entre nous zu

in Homburg durch eine vom Prinzen

wird, als abgelehnt in schlechtem Deutsch Deutsch ausgedrückt.

So wird nichts

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unter Aufsicht des preußischen Staates von den städtischen Behörden .Homburgs benutzt und verwaltet wird.. Durch die Zurücklassung der Blancschen Immobilien kam das Bad zu fürstlich eingerichteten Kurräumen und, wenn auf der rei und breit angelegten Kurparkterrasse, vor der über­dies der liebe Herrgott ein wunderbares Panorama hin­zauberte, die Ladies und Gentleman in gründe toilette dinieren, wenn im Goldsaal, von dessen Wänderi wie ein unverwüstliches Menetekel gleißender GoldsckMuck lockend grüßt, von. dessen Plafond aus fcingeschliffenen Gläsern ich blendendes Licht ergießt, die Paare elegant im Kreise ich drehen, dann wird ein Stück Pracht einer erfreulicher­weise dahingeschwrmdenen Epoche lebendig. Wer weiß, ob Homburg Homburg geworden wäre, wenn Blanc nicht existiert hätte, wer weiß, ob das idyllische Taunusbad auf )ie Luxus und Komfort beanspruchenden und honorieren­den englischen Gäste jene Anziehungskraft dauernd aus- geübt hätte, wenn der selige Spielpächter nicht die prunk-

Homburgs Vornehmheit wird nach jeder Richtung hin gewahrt, Damen zweifelhafter Art, und sei ihre Toilette noch so kostbar,, werden auf administrativem Wege ver­bannt, und selbst bezüglich der Reunions existiert ein Reglement, das den Zutritt jeder unpassenden Persönlich­keit ausschließt. Dos Reglement lautet:Die Reunions­karten sind nicht zu bezahlen. Man meldet fkfy aus dern Kurbureau. Folgt auf die Anmeldungen keine Zusendung! von Karten, so sind sie von der Kurverwaltung als ab­

vollen Immobilien zurückgelassen hätte. Vielleicht er­richten die Homburger dem Spielkönig no chsein Denkmal mit der Inschrift:

Schande seinem Andenken

Das dankbare Homburg."

Homburg hat die ererbte Eleganz weiter gepflegt und unter anderen Reueinlagen ein Marmorbad erbaut, in dem das Höchste an Einrichtungen und Preisen zu be­wundern ist. Rur Fürsten oder Millionäre können hier ihre Glieder benetzen lassen, denn jedes Bad kostet 10 Mk., gleichviel, ob die Glieder gesund oder morsch sind. Bau- rat Jacobi, der Erbauer der Saalburg, ist der Schöpfer dieses marmornen Badetempels.

Heute gehört Jocobis ganze Tätigkeit der Römerburg, an deren Wiederherstellung unser Kaiser bekanntlich den lebhaftesten Anteil nimmt.

Als der Monarch vor ca. zwei Wochen die Saalburg be­suchte er fuhr mit der elektrischen Bahn hinauf gab er ferner Zufriedenheit und seiner Anerkennung einen sehr praktischen Ausdruck:

Lieber Baurat, zur Erinnerung an meinen heutigen Besuch spende ich dem Saalburgfonds aus meiner Privat­schatulle abermals 1OOOO Mk." Mit diesen Worten, welche durch Geheimrat Mießner sofort in die That umgesetzt wur­den, verließ der Kaiser die Römerburg.

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gelehnt zu betrachten."

Tie Karten sind zwar nicht von der Kurverwaltung, sondern von denen, deren Meldung nicht berücksichtigt zu betrachten, das thut aber nichts, wird, doch hier eine Meinung auf gut

wahren, das gerade in «yvinvm-y vuiuji vmu will von Wales eingesührte Institution bereichert worden ist.

von Mecklenburg-Strelitz, der Prinz Christian von Schleswig- i Holstein, der Großfürst Michael Michaelowitsch von Rußland, der Prinz Albert zu Schleswig-Holstein und die Prinzessin i Albrecht zu Solms-Braunfels. Ter Golf-Klub hat auch < Ehrcnbesucher, die besonders eingeladen werden; zu diesen gehörte im Vorjahre Prinz Adalbert von Preußen, der i hier anläßlich des Aufenthalts der Kaiserin und der Kaiser- , lichen Prinzen das Golfspiel erlernte. Er wurde jetzt zum Ehrenmitgliedc ernannt. Tie Mitgliedschaft, zu der man gewöhnlich aufgefordert wird, ist natürlich nicht leicht zu erlangen, und bei der Ballotage rollt die schwarze Kugel und ^heißt es, wie ehedemnoir perd."

Ja, früher! Vor dem Kurhause walten zwei Portiers mit gemessener Jovialität ihres Amtes, sie haben diesen Beruf bereits in jenen Zeiten auögefüllt, da noch Blanc der Herrscher des heute Königlich preußischen Homburg war. Tie braven Portiers glaubten, als der Spielbank die Kö­niglich preußische Totengl)cke geläutet wurde, jetzt sei auch ihr Ende gekommen, allein sie haben's glücklich über­wunden, sie haben sich im Verlaufe der Zeit sogar gesund und gedeihlich weiter entwickelt. Wie all jene deutschen Orte, bic mit der Aufhebung der Spielbank ihren Ruin befürchteten und erst nach! dem Eingehen der Blancschen ^!Ä^^onen einen allgemeinen, soliden, wirtschaftlichen Aufschwung nahmen.

.Hombergs Geschick ist in gewissem Sinne heute noch nut der einstigen Existenz der Spielbank verknüpft.

Dre interne Verwaltung des Bades ist überaus inter­essant, denn sie entwickelt sich aus der pikanten Historie des Homburg von ehedem. Als Homburg preußisch ge- woroen war, stellte man Blanc die Alternative, entweder dre Spielbank sofort einzustellen oder gewisse Opfer zu bringen, die der Zukunft des spielfreien Homburg zugute tommen sollten, d. h. man gestattete die Existenz 'der

"Ochauf wertere fünf Jahre, falls deren Pächter mehrere Millionen zahlen, sowie ^L. Schuten Immobilien überlassen wollte. Blanc ent­schied sich für das U>er, das ihm viele Millionen brachte, denn lene die nicht alle werden, benutzten die Frist, um die Wahrheit des Spruches zu erkunden: Rouge perd nmr perd, Blanc gagne toujours. a v

Der Staat überließ die von Blanc gezahlten Summen der .Stadt Homburg zur Gründung eines Badesonds der

The Homburg dinners", unter dieser Bezeichnung kur­sieren sie jetzt in den vornehmen englischen Kreisen.

Eine größere Gesellschaft bekannter Damen und Herren trifft die Verabredung, im Restaurant zum gemeinsamen zwanglosen Mittagessen zusammenzukommen, bei dem jeder auf seine Kosten nach Beließen essen und trinken kann. Ter Prinz von Wales, der diese T-iners anregte, hat an ihnen wiederholt hier in verschiedenen Kreisen mit chevaleresker -Ungeniertheit und Liebenswürdigkeit teilge-, nommen.

Homburg ist ganz englisch, aber hier macht's sich abge­schlossenerweise jener Teil der guten, englischen Gesellschaft bequem, deren Wesen und Gebaren ein Parfüm von Dor^ nehmheit verbreitet. Und wenn ein bevorzugtes Stückchen England sich an einem deutschen Orte wohl befindet, ohne sich prätentiös zu geben, so sei ihnen dieses Wohlbe- sinden gegönnt. Auch Richten aländer empfinden es gar oft als eine Wohlthat, wenn sie in Gottes freier Ratur> befreit von Menschen, die sie nicht interessieren, sich aus-, leben können; allerdings sind schwarze Fracks, weiße Binde« und kostbare Tinertoiletten hierzu nicht notwendig. Doch- ländlich, in diesem Falle also englisch sittlich!

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Bekanntmachung.

Dis Stadt Gi-ß-n hat aus der van ihr erworbenen Margarethcnhülte noch einige m

Lagerplätze und Lagerräume lu vervacktm. Reflektanten wollen sich an uns ober an das Stadtbauamt wenden, woselbst auch der Plan und die Be­schreibung über die einzelnen Plätze eingesehen werden können.

Gießen, den 14. Juni 1901. 4393

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachrmg.

Bamstag ben 20. Juli er., nachmittags » Uhr sollen vor Großh. Ortsgericht Gieben bre, der Stadt G>-tzen gchörige Bauplätze an bem Wetzlarerweg einer üffent- lichen Versteigerung ausgesetzt werden. Die Baup -itz- Haden ca. 23 Nieter Front und rund 36 bi« 37 Meter Ti-f--

La .eplan und Bedingungen find auf unserem Sekretariat, Zimmer Nr. 15, einzusehen. Ä77Q

Gießen, am 6. Juli 1901.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum. _______

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