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so große Räume wie der Ausstellungssaal des Zoologischen Gartens, für einen so speziellen Zweck herzugeben; und wer die langen Reihen der Glaskasten aufmerksam abschreitet, wird den Vorzug, in wenigen Minuten alle bekannten Schmetterlingstypen an sich vorübergleiten zu sehen, zu schaßen wissen. Besonderen Wert hat die Ausstellung für Sammler, die fiel) die Arten ihrer Privatsammlungen nach den vorgeschriebenen Namen bestimmen können.
(:) Amöneburg, 10. Mai. Unser kleines anmutiges Bergstädtchen ist wegen seiner schönen Lage namentlich in den letzten zehn Jahren ein Anziehungspunkt für Fremde geworden. Ter Reisende, der die Bahn benutzt und aus der Ferne unsere auf einem hohen Basaltkcgel gelegene Stadt erblickt, saßt unwillkürlich den Gedanken, hier aus- zusleigen. Hat er den Berg erklettert, und unternimmt er einen Rundgang um die Stadt, welcher prachtvolle Anblick bietet sich seinem Auge dar! Ringsum im herrlichen L7l;mtliale sieht er zu seinen Füßen eine Anzahl von Städten und Törsern, es sind 32 Orte, über die sein Auge schwerst, und überall lachen die üppigen Fluren des gesegneten Ohm- thales. Schon Jahrzehnte lang trägt man sich mit dem Gedanken, das Städtchen wegen seiner gesunden Berglust zu einem Erholungs und Luftkurort zu machen, aber man hat cs seither an dem nötigen Eifer und an Energie fehlen lafsen, für fremde Gäste hier einen angenehmen und bequemen Aufenthaltsort zu schaffen; trotzdem es nicht allzu schwer ist, dieses zur Ausführung zu bringen. Man mußte 1. bessere Wohnungen Herstellen, denn hierin ist immer noch Mangel, 2. müßte ein gutes Trinkwasser aus den Berg geleitet werden. Dieses ist in ganz vorzüglicher Güte in der am Fuße des Berges liegenden unversiegbaren sog. Bonifaziusquelle hinreichend vorhanden und müßte vermittels einer Wasserleitung mit Druckwerk auf den Berg geschasst werden, 3. müßten außer den bereits vorhandenen schattigen Plätzen und Wegen noch andere schöne Fußpfade,
B. von der Schloßruine nach der Weineburg angelegt und rechts und links mit Bäumen bepflanzt werden. Tie günstigen Verhältnisse unserer Stadttasse bieten hierzu hinreichende Mittel. Bemerkt sei noch, daß sich im vorigen Jahre hier ein Verschönerungsverein gebildet hat, der sich hauptsächlich die Aufgabe gestellt hat, zunächst die äußere Verschönerung unseres Ortes vorzunehmen. Dieser Verein hat rinas um die Stadt, sowie aü den Straßen nach Kirchhain, Rieder- klein, Rüdigheim und Schweinsberg, sowie an der Straße nach unserm Bahnhof Ruhebänke anbringen lassen.
•* Kleine Mitteilungen aus Hessen uud den Nachbarstaaten. Jüngst fiel in Hungen ein Kind in eine an der Straße stehende volle Wasserbütte und wäre sicher ertrunken, wenn nicht ein in der Nähe besindlick)er Herr rechtzeitig den Vorgang bemerkt und das Kind gerettet hätte. — Tie Stadtverordneten jn Mainz beschlossen, eine Erklärung gegen die übertriebenen agrarischen Forderungen und für langfristige Handelsverträge. — Die Elektrizitäts- und Straßenbahn- kommission in Mainz hat beschlossen, nachdem Baurat Riese Frankfurt ein Gutachten über die Erwerbung der Straßenbahn durch die Stadt Mainz erstattet hat, das mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft, als Eigentümerin der Mainzer Straßenbahn bestehende Vertragsverhältnis au das Jahr 1904 zu kündigen. — Aus verschmähter Liebe hat sich Freitag nacht der 21 jährige Sohn des Sparkasserechners \t in Reinheim in der Hosraite seiner Geliebten, der Tochter des Gasthofbesitzers Sch., erschossen.
Vermischtes.
• Berlin, 10. Mat. Ueber ein sonderbares Renkontre, das schließlich zu einer Duellforderung führte, wird einem hiesigen Blatt berichtet: Als dieser Tage ein Wagen der Straßenbahnlinie Mittelstraße—Pankow an der neuen Alexander-Kaserne vorbeifuhr, sagte ein auf dem Hinterperron stehender Herr zu seinem Nachbar lächelnd: „Zwing- Uri.- Ein gleichfalls auf dem Perron befindlicher Offizier mischte sich darauf in das Gespräch, und es kam zu recht heftigen Auseinandersetzungen, die schließlich in einem Karten- -vechsel gipfelten.
♦ Berlin, 10. Mat. Zum Unfall des Linien, schiffes „Kaiser Friedrich III.- wird mitgeteilt: Die Bermesiungsarbeiten auf dem Adlergrund unter Leitung des Kapttänleuinants Deimling schreiten wegen der ungünstigen Witterung nur langsam fort. Da zur Feststellung der Lage deS AdlergruvdeS die Aufnahme der Insel Bornholm notwendig ist, entsandte die dänische Regierung mit dankenswerter Bereitwilligkeit einen Seeoffizier zur Unterstützung des BermesiungSdetachementS dorthin. Wenn neuerdings in einzelnen Blättern Nachrichten über falsche Lage deS Feuer schiffes im Adlergrund verbreitet sind, daran anknüpfend Betrachtungen über die verantwortliche Stelle und Bestrafung des oder der Schuldigen angestellt werden, fei nur hingewiesen, daß die Ursache des Unfalles des „Kaiser Friedrich III.- insbesondere die Lage deS Feuerschiffes im Adlergrund mit Sicherheit erst durch die eingeleitete Untersuchung und Ber- meffung festgestellt werden kann.
* Unheilbar Kleptomanie. Bei einem Spezial, arzte im vornehmen Etoileviertel in Paris stellte sich zu Anfang der letzten Woche ein elegant gekleideter Herr ein in Begleitung seiner Tochter und eines Kammermädchens. Er gab sich als der in der Kleber-Avenue wohnende Monsieur be S. aus und setzte dem Arzte auseinander, daß feine Tochter an Kleptomanie leide. Der Doktor möchte das junge Mädchen in Behandlung nehmen und die Heilung versuchen. Da der Arzt derartige Kranke im Hause zu behalten pflegt, um sie beständig unter Aussicht zu haben, so ließ der unglückliche Vater Kind und Kammerfrau in der Heilanstalt zurück unter Hinterlegung einer Summe von 500 Frks. Der Arzt wandte alle Kunst an, die diebischen Instinkte seiner Patientin zu neutralisieren, aber vergebens: vorc^stem war das junge Mädchen verschwunden und 20 000 Frks. in Banknoten dazu. Der an seiner Wissenschaft verzweifelnde Medi- finer eilte sofort nach der Avenue Kleber, um den Vater von der Flucht und dem Diebstahl der Tochter zu benachrichtigen. Er war nicht wenig erstaunt, in dem Herrn v. S., der wirklich unter der angegebenen Adreffe wohnte, eine ihm fremde Persönlichkeit zu finden, die ihm erklärte, nichts von der ganzen Angelegenheit zu wiffen. Der Arzt begriff nun, daß er das Opfer raffinierter Gauner geworden war.
* Pest. Aus Konstantinopel wirb gemeldet: Nachdem in den letzten sechs Tagen kein pestverdächtiger Fall
voraekommen ist, sind die den Reiseverkehr betreffenden Maßregeln aufgehoben worden. — Die Deutsche Levantelinie teilt der Hamburgischem Börscnhallc mit: Nachdem der in Konstantinopel vorgekommene Pestfall vereinzelt geblieben ist, und günstig verläuft, hat der russische Sanilätsrat in Odessa beschlossen, Konstantinopel nicht als verseucht zu betrachten. Schiffe und Passagiere unterliegen infolgedessen in den russischen Häfen keinerlei Quarautänemaßregeln^
Theater, Kunst und Wissenschaft.
— AuS Darmstadt wirb uns geschrieben, daß die F'stoor- iellung der „Darmstädter-Spiele 1901" ntöt um 9 Uhr adendö sondern um 8 Uhr beginnt. Auch für diese Festlichkeit ergehen persönliche Einladungm.
Gerichtssaal.
D. Gießer,, io. Mai. Ltraskammersttzuug Der in Londorf am 24. Dezember 1867 geborene, zu Gießen wohnhafte Mineralwasser- Händler Ferdinand Paul, zweimal wegen Betrugs vorbestraft, ist an^e- riagt, zu Gießen im Jahre 1900 das Vermögen des Schlosserme^sters Karl Schmidt von hier dadurch beschädigt zu haben, daß er durch Vor- piegelung falscher bezw Unterdrückung wahrer Thatsachen diesen zur Hergabe von 6C Mk. und am 2. Februar 190t von 200 Mk. bewegte. Das Moment der Jrrtumserregung liegt nach der Anklage darin, daß er den Karl Schmidt durch die Vorspiegelung, er sei im Besitze von hinreichenden Mitteln, daß insbesondere die Forderung durch eine in seinem Eigentum stehende Wasiermaschine gedeckt sei, zur Hergabe der genannten Beträge verlettet haben soll. Die Wassermaschine war aber noch nicht Eigentum des Angeklagten, da er aus die 430 Mk. betragende Kaussuinmc noch 130 Mk. zu bezahlen hatte, und die Fabrik hatte einen Eigentumsvorbehalt an chr. Der Angeklagte bestreitet seine Schuld, insbesondere Vorspiegelung falscher Thatsachen und bie Absicht der VermügenSbeschädi- gung des Schloffermeisters Schmidt. Die Beweisaufnahme ist sehr umfangreich, und beansprucht längere Zeit; die Verteidigung sucht insbesondere durch die von ihr produzierten Zeugen die Glaubhaftigkeit der Hauptzeugen, insbesondere der hiesigen Gesindevermieterin Schmidt zu erschüttern. Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten wegen Betrugs in zwei Fällen, die, weil aus einem Entschluß entsprungen, als fortgesetztes Delikt zu betrachten seien, in eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten und in die Kosten des Verfahrens zu verurteilen. Der Verteidiger des Angeklagten plädiert auf Freisprechung, zu deren Begründung er ausführt, daß der Thatbestand der angezogenm 88 des Strafgesetzbuches in jeder Be- ziehung nicht als gegeben angesehen werden könne; es fehle die Absicht der Täuschung wie das Bewußtsein, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Der Fall sei überhaupt nicht von strafrechtlichem, sondern von civilrechtlichem Standpunkte nur zu betrachten. Das Gericht kommt zu der Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten und verurteilt ihn unter Anrechnung der vom 1. März bis 19. April 1901 erlittenen Untersuchungshaft wegen des ersten Betrugsfalls in eine Gefängnisstrafe von drei Monaten und vierzehn Tagen. Des anderen ihm zur Last gelegten Betrugsfalles wird der Angeklagte für nicht schuldig erkannt. — Der Stationsgehilfe Ernst D a u b e r in Deutsch-Oth, Lothringen, war vom Schöffengericht Vilbel durch Erkenntnis vom 3. April d. I. in eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen verurteilt worden, weil er zu Dortelweil am 23 September 1900 das Wirtslokal des Gastwirts Vönel, obwohl er ohne Befugnis darin verweilte, auf die Aufforderung des Berechtigten nicht verließ, auch widerrechtlich in dieses eindrang, und daß er den Hausfriedensbruch mit einer Waffe, nämlich einem Revolver, verübt habe. Der Angeklagte hat gegen das erstinstanzielle Urteil Berufung eingelegt, weil der qualifizierende Moment des Waffentragens bei der Verübung des Hausfriedensbruchs nicht gegeben sei. Das Gericht schließt sich seiner Ansicht an, giebt seiner Berufung statt und setzt an die Stelle der erkannten Gefängnisstrafe eine Geldstrafe von 50 Mk., die im Nichtbeitreibnngsfalle mit 10 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist. Die Kosten der Berufungsinstanz werden der Staatskaffe zur Last gelegt. — Der zu Daueruheim geborene Karl Heck war durch Urteil der hiesigen Sttaskammer vom 28. Januar d. 3? gemäß § 267 des St.-G.-B. In eine Gefängnisstrafe von fünf Tagen und zur Kostentragung verurteilt worden, weil er in einem an die Großh. Staatsanwaltschaft gerichteten Briefe, in dem behauptet wurde, daß ein gewisser Friedrich Hacker in Fauerbach bei Friedberg gegen die Ehefrau des Heinrich Rupp daselbst einen Notzuchtsversuch unternommen habe, den Namen des letzteren als Unterschrift zugesügt, sich also der Urkundenfälschung schuldig gemacht hatte. Die Staatsanwaltschaft, die gegen den Angeklagten auch Anklage gemäß § 268 des St.-G.-B. erhoben hatte, da die Absicht der Schadenszufügung vorliege, (egte gegen dieses Urteil Revision ein, weil das Gesetz durch Nicht- bezw nicht richtige Anwendung des § 268 des St.-G.-B. verletzt sei, da die Schadenszufügung nicht auf die Zufügung eines Vermögensschadens allein zu beschränken sei, vielmehr die Zufügung jeden Schadens genüge, um den Thatbestand des 8 268 zu erfüllen. Hier liege die beabsichtigte Schadenszufügung in der Absicht des Angeklagten, die Bestrafung des Hacker zu veranlassen. Das Reichsgericht, und zwar sein erster Strafsenat, hob durch Erkenntnis vom 28. März 1901 unter Stattgebung der Revision der Staatsanwaltschaft das angefochtene Urteil auf und verwies die Sache zu neuerlicher Verhandlung an die Straftammer zu Gießen zurück. Jn der heutigen Verhandlung kommt das Gericht entgegen dem Antrag bet Staatsanwaltschaft zu demselben Ergebnis wie bei der früheren UrteUsfällung und verurteilt den Angeklagten nur nach § 267 des St.-G.-B. und zwar in eine Gefängnisstrafe von fünf Tagen, auf die es. auch früher erkannt hatte, und zwar auf Grund der Erwägung, da es möglich sei, daß der Angeklagte im Glauben an die Strafbarkeit des Hacket den frag!. Fall zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gebracht habe. — Bemerkt sei noch, daß zwei falsche Einmarkstücke und ein falsches Zweimarkstück durch Urteil der Kammer eingezogen wurden. Die An- fertiger waren nicht zu ermitteln.
Jagd und Sport.
— Für die Internationale Hunde Ausstellung zu Gießen am 12. und 13. Met auf „TexlorS Terrasse" find 500 Hunde mit 830 Nennungen gemeldet und zwar: Bernhardiner 32, deutsche Doggen 22, Neufundländer 5, Leonberger 2, russische Windhunde 11, schottisch- Schäferhunde 34, Deuttch- Schäferhunde 12, Pudel 7, Dalmatiner 1, Spitz; 9, Pinscher 27, Dobermannpinscher 13, Bulldoggen 10, Boxer 5, Aive dale-Terriera 17, Iris-T. 1, Bullterriers 3, Black-and tau Terriers 3, seidenhaartge Pinscher 3, Brasilianische Rehhündin 1, schweizerischer Laufhund 1, kurzhaarige Vorstehhunde 67, langbaarige Vorstehhunde 12, stlbergraue Wcimeraner 1, drahtharige Vorstehhunde 20, Pudelpointer 16, Pointer 4, englische Setter 3, Irish Setter 4, Gordon-Setter 4, Dachshunde 103, Dachsbracken 2, Foxterriers 17, Sussex Spaniels 1, Schoßhunde 23. Als besondere Seltenheit ist heroorzuheben, daß hier eine brasilianische Rehhündin ausgestellt wird. Schon aus diesem Grunde ist der Besuch der Ausstellung zu empfehlen. Die Eröffnung findet am Sonntag, 8 Uhr vormittags, statt, die Prämiierung beginnt um 9 Uhr und von nachmittags 3 Uhr ab konzertiert die Kapelle deS Jnf.-RrgtS. 116. Montag nachmittag werden die ca. 103 Ehrenpreise verteilt und um 6 Uhr nachmittags ist Schluß der Ausstellung.
Kandel und Uerttehr. Volkswirtschaft.
— Differdingen - Darnrenbaurrr. lieber diese Gesellscha brachten wir neulich eine MitteUung der Darmstädter Bank. Dtffer- dingen-Dannmbaum ist eine der größten Bergwerks- und Hütten- Gesellschaften, die ihren Sitz in Luxemburg hat, beren Papiere vorzugsweise in Berlin gehanbelt werben. Sie hat bie Zahlungen eingestellt und will bem Konkursrichter durch einen Zwangsoergleich entgehen, den die Darmstädter Bank begünstigt. Die Sache ist recht skandalös, denn noch Ende März d. I., also vor wenigen Monaten, ist an der Berliner Börse eine Anleihe von 8 Millionen Mark au: gelegt und zugelaffen worben. Dm Aktionären deS Werks wirb zu- gernutet auf zwei Dritteile ihres Kapitals zu verzichten und außerdem 5 Proz. dar rinzuzahlen. Dm Gläubigern follm 20 Proz. ihrer
Forderungen in bar, 30 Proz. in Schuldverschreibungen und 50 Proz. in Vorzugsaktien bezahlt werden. Auf diese Weise fallm 12 Million« Mark unter den Tisch.
Arbeiterbewegung.
Darmstadt, 10. Mai. Seit heute Nacht brfindet sich,bie Mehrzahl der Bäckergesellen im Ausstand. Auf die noch Arbeitenden wird von Seiten der Streikenden der stärkste Druck ausgeübt, um diese ebenfalls zur Niederlegung der Arbeft zu veranlassen. Jedenfalls werden die Behörden mit aller Energie den Arbeitswilligen Schutz angedeihen lassen uns gegen diejenigen, die sich derartige Drohungen zu Schulden kommen lassen, vorgehen.
Amsterdam, 10. Mai. Der Bund der Seeleute proklamierte in» folge von Differenzen wegen Sonntagsarbeit den allgemeinen Ausstand deS SLiffspersonals vom Steuermann und Maschinisten abwärts. Der Ausstand ist bis jetzt kein allgemeiner.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
Aufgebote.
Mai. 2. Paul Heinrich Karl Seibel, Kaufmann dahier, mit Emma Angelika Johanna Lmz in Klein Linden. 5. Jobann Runz- 'oebner, Taglöhner in Mornshausen, mit Katharine Runzhcirner, Dienstrnagd bahier. 6. Aböls Georg Karl Ludwig Johann Lyncker, Spediteur bahier, mit Helene Karoline Henriette Füll In WieSbabeo. 6. Ernst August Hirsch, Großh. Amtsrichter in Höchst t. O., mit Theobora Sibylle Sophie Elise Ploch bahier. 6. Moritz Georg Reitz, Sck-einermeifter in Groß-Kargen, mit Sophie Elise Nöbing bahier. 6. Hk'urtch Lich, Kutscher bahier, mit Ernestine Paulme Vogel hier- elbst. 7.' Ernst Friedrich Ferbinanb Schramm, GlaSreiniger dahier, mit Elisa Augusta Möllerbenn Hierselbst. 7. Philipp Heyligenstaedt, Kaufmann dahier, mit Paula Emilie Auguste Knauff in Frank' urt a. M. 7. Heinrich Emil W.ßner, Fabrikarbeiter dahier, mit Katharine Elisabethe Wenz in Burkhardsfelden. 9. August Karl Ludwig Rudolf Hahn, Kaufmann dahier, mit Friederike Auguste Louife Merlen in Münster. 9. Karl Franz Jahnsohn, der. Gendarm dahier, mit Frieda Seum in Nidda.
Eheschttetzungeu. •
Mai. 4 Philipp Eisenhardt. Geometer dahier, mit Karoline Valentin Hierselbst. 4. Christian Daniel Ludwig Weeg, Schuhmacher dahier, mit Johanna Luise Emilie Susanne Noll Hierselbst. 4. George Gustav OSkar Robert Giese, Oberleutnant dahier, mit Ella Sar- otiuß hie, selbst. 4. Dr. Otto Emil Dieffenbach, Chemiker in GrieS- hrim a. M-, mit Bertha Auguste Charlotte Textor dahier.
Geburten. ~ _
April. 29. Dem Schneider Johannes Walter ein Sohn. 30. Den, Fahrkarten - Ausgeber Karl Christ ein Sohn, WUHelm Heinrich. Mai. 1. Dem Polizeigehilfen Ludwig Sier ein Sohn. 1. Dem Eisenbahn-BetriebSinspektor Wilhelm Horstmann eine Tochter, Gertrude Maria Clementine. 4. Dem Maurer Hermann Frey Zwillinge. Frieda und Hermann. 5. Dem Großh. Staatsanwalt Friedrich Zimmermann ein Sohn, Fritz Curl. 5. Dem Postschaffner Karl Ho> mann eine Tochter, Lina. 5. Dem Oekonomen Hermann Haubach eine Tochter. 6. Dem Bankier Albert Heichelheim ein Sohn, Fritz Moritz. 7. Dem Kaufmann Theodor Baubel ein Sohn.
Gestorbene. . ,,
Mai. 4. Katharine Ruhl, 33 Jahre alt, Dienstrnagd dahier. 5. Amöne Christiane Gail, geb. Banß, 73 Jahre alt, Ehefrau des Hut« machers Friedrich Emil Gail dahier. 5. Jobannette Sack, fil Jahre alt, geschästtzloS dahier. 8. Karl Gerbode, 73 Jahre 'alt, Oberpost- ftkretär i. P. dahier. 9. Christine Zinßer, geb. Ohr, 77 Jahre alt, Privatin dahier.
SliftMachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch den Agenten C. Lo oS.
Bremen, 9. Mai. fPer transatlantischen Telegraph.^ Der Doppelschrauben-Postdampfer ^H. H. Meier", Kapitän C. Steenckm, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Garteuftrahe 2.
Angebot der Arbeitnehmer: 1 Glaser, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Knecht, 1 HauSbursche, 1 Fuhrknecht, 1 Lausfrau, 1 Brödchenträgerin.
Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Glaser, 1 Wagner, 1 Sattler, 2 Schreiner, 2 Fuhrknechte, 1 Hausburfche, 2 Dienstmädchen, lIBrödchen» austrägerin, 1 Waschfrau.
Lehrlinger 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 8 Schlosser, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger.
Brodpreife
vom 12-. bis 26. Mai 1901.
Der hiesige« Bäcker.
I Kg. (2 Psd.) Taselbrod 28 Pfg 1 Kg. l2Pfd.)Schwarzbrod 24 Pfg.
2 Kg. 4 Pfd.) Tafelbrod 56 r 2 Kg. (4Pfd.)Schv»-rzbrod 48 ,
Kg. (2 Pfd.) Weißbrot, 26 r 8 Kg. (6Pfd.)Schwarrbrod 72 ,
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot, 52 ,
Der auswärtigen Bäcker. •
1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot, bei:
8. Schmidt, Gr.-Linden . 24 SB. Weitzel von Lang-GvnS 24 „ W. Steinmüller, Lang-GönS 24 C. Post von Wieseck . . 26 , 2 Kilogramm (4»Psund) Weißbrot) bei:
I. Kd. Belte, Kirch-GönS . 46 SB. Steinmüller, Lang-GönS 48H L. Schmidt, Großen-Linden 48 „ SB. Weitzel von Lang-GönS 48 „
2. Steinmüller, Gr -Linden 48 » C. Post von Wieseck . . 52 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot) bei:
L. Schmidt, Großen-Linden 22 SB. Weitzel von Lang-Svu« 22 4 W. St-inmüller, Lang-GöNs 22 ,
2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bei:
Zoh. Kd. Seite o. KirchgönS 42 SB. Weitzel v. Lang-GönS 44
L. Schmidt, Gr.-Linden . 44, W.Steinmüller o.Lang-Göns 44 „ e. Steinmüller, Gr -Linden 44 , Karl Post von Wieseck . 44 „
3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrod bei:
C. Post von Wieseck . . 66 Emst Chrift, Wieseck 69 ,
Der Brodverkäufer.
Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehm dieselb« Preise wie bei den hiesigen Bäckern.
Gießen, den 10. Mai 1901.
Großherzoglicher Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Mehrere Unterstützungen zu je 20 Mark sollen an bedürftige hiesige Familien durch den Fechtverbaud Gietzeu Lahr vergeben werden.
Nur schrifllich begründete Anmeldungen, welche bei dem Unterzeichneten bis zum 580. d. Mts. einzureichen sind, werden berücksichtigt.
Der Aorstand:
3526 E. Schiffuie, Grünbergerstraße 3.
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