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Judentag - er wiü Ito: Ich muß fonfto eider nicht mehr gitbt . (Lärm.) Die voraus- ,en Juden.- die Sprache, st ein kolossaler Fehler, gute Juden sein ' ^schließlich der Sozialgearbeitet, ebenso unser menthal spricht be- idische Volk erhebt fity las Band der Religion fühlt sich jeder als Jude. } muffe fein: 2o$ vom Stürm ffdjer Beifall.)- haben als Boll noch • inst, größer, als ein ■ n Judentag haben'. — t" gernten. (Lärm und lehrt, immer der । qtaube nicht an eine i re Mission erfüllt uni b menjWen Sufgata > die „Staatsbürger-Zelt er ist für einen W nvertretungen anknup M die Lage der ,;ud lantener Asfaii j-linÄÄ (jSÄn nn®ebMiS=W tus geschickt hat, daß M ^Me Erklärung mrdr
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mit allen gegen sieben Stimmen angenommen, die den Judentag als notwendig bezeichnet, in der Erwartung, daß derselbe zur Wahrung bedrohter staatsbürgerlicher Rechte, zur Neubelebuug des Zusammengehörigkeits- gesühls, zur Bildung berechtigten Selbstbewußtseins beitragen wird, und verlangt, daß die Delegierten durch allgemeine gleiche Wahl aller deutschen Juden bestimmt werden.
Kolonialpost.
Gegen die Vergebung von G bietSteilen in unseren Ko Ionien an private K 'loiwationSgelkllichaften erhebt Major v. Francois, der frühere Landeshauptmann von Deutsch Südwestafi ika, in den „ Sozialen Streitfragen" seine Stimme. Der Z.izuq von Farmern, Handwerkern und Kaufleuten fei mehr zu fö-bern.
Aus Stadt und Zand.
Gießen, 9. Januar 1901.
* Auszeichnung. Der Großherzog hat am 8. Januar dem Prästoenteu beS BerwaltungsgerichtShofeS, Wirklicher. Geheimerat Dr. Heinrich Knorr von Rosenroth, das G oßkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
♦♦ Vom Landtage. Aus Darmstadt wird gemeldet, daß der nationatliberale Laudtagsabgeordnete Schmeel, dort, sich aus Gesundheitsrücksichten genötigt gesehen hat, sein Landtagsmandat niederzulegen. Ferner rft der Abgeordnete der zweiten Kammer, Bierbrauereibesitzer Schönberger aus Groß-Bieberau aus der national- liberalen Fraktion ausgetreten. Tas sind schwere Verluste für die Nationalliberalen des Landes.
♦* Tie 3. Plenarversammlung der Hessi- schenHandwerkskammer findet am 22. Januar, nachmittags 2 Uhr, zu T a r m st a d t im Sitzungssaale der Stadt- verordneten-Versammlung, Marktplatz 8, statt. Die Sitzungen der Handwerkskammer sind öffentlich.
** Fr. Bergs Welt-Theater-Menagerie. Die Eröffnungs-Vorstellung findet Umstände halber erst heute abend 8 Uhr statt.
** Eissport. Bei anhaltendem Frostwetter beabsichtigt der Vorstand des Eisvereins am nächsten Samstag den 12. ds. Mts., abends von fünf bis halb acht Uhr, ein Nachtfest mit Konzert und bengalischer Beleuchtung der Eisbahn abzuhalten. Ta die elektrische Beleuchtung erst für nächstes Jahr in Aussicht genommen werden konnte, wird die Bahn mit Pechfeuer erleuchtet, während die Schlittschuhläuferinnen und -Läufer sich mit Lampions versehen mögen, die auf der Eisbahn käuflich, zu erhalten sind. Näheres über das Programm folgt morgen.
•• Der Plan der Errichtung einer technischen Mittelschule für Maschinenbau, hier, ist vom Ausschuß des Landesgewerbe Vereins angeregt worden und zu diesem Zwecke eine Kam misston gewählt worden, die sich mit dieser Frage des näheren beschäftigen wird. Die Kommission besteht aus nachstehenden Herren: Geh. Baurat Professor Berndt in Darmstadt, Kommerzienrat Schenck in Darmstadt, Kommerzienrat Hkyligenstaedt in Gießen, Kommerzienrat Engelhardt, Professor Brockmann und Ingenieur Georgi, letztere in Offenbach
* Folgende meteorologischen Stationen zweiter Ordnung befinden sich in unserem Lande: 1. Darmstadt. Leiter: Großh. Geh. Hofrat Professor Dr. Schering. Beobachter: Wärter am Physikalischen Institut, Mahr. 2. Gießen. Leiter: Stadtbaurat Schmandt. Beobachter: Städt. Bautechniker Köhler. 3. Bad Nauheim. Leiter: Großh. Bergrat Profesior Dr. Chelius. Beobachter: Großh. Bademeister Kissel. 4. Mainz. Leiter: Großh. Wasierbauamt Mainz. Beobachter: G'.oßh. Dammmeister Engelhardt.
** Ueber Otto Beck, der am Freitag im Theater- Verein als Kollege Crampton auftritt, schreibt die „Köln. Ztg.": „Das Stadttheater brachte wieder einmal Hauptmanns Kollege Crampton zur Aufführung, Herr Beck spielte die Titelrolle dieses erschütternden SeelenbtldeS einer moralisch versinkenden Künstlernatur. Wenn der erste Komiker die Hauptrolle hat, muß das Stück doch zum Lachen sein, denkt das Publikum und erschwert dadurch dem Darsteller die Charakteristik des Tragikomischen der Figur, verdirbt ihm die Stimmung. Nm so rühmlicher ist es, daß Herr Beck diese Gefahr so glücklich überwand, daß das Publikum wirk lich ziemlich schnell begriff, eS handle sich nicht um einen V umenthal'schen Spaß, sondern um eine recht ernste Sache. Herr Bcck verzichtete darauf, die naturalistisch-pathologischen Erscheinungen der beginnenden Gehirnerschütterung so scharf heroorzuheben, wie es Engels, der typische Crampton thut, ohne sie jedoch zu übersehen. DaS Hauptgewicht legt er, statt auf ein solches Krankenbild, auf die den Menschenfreund mit tiefer Wehmut erfüllende Kennzeich nung des Gemütszustandes eines Unglücklichen, in dessen Seele vergebens die edleren Elemente mit der moralischen Haltlosigkeit kämpfen, eines Menschen, der sich aus dem Sumpfe mit wilder Kraft herausreißen möchte, um alsbald wieder schlaff die Arme finken zu lassen. Für diese Darstellung setzte Herr Beck ein kraftvolles Temperament ein, das in der Gestalt das Tragische des Kerns über die humoristischen Nebenerscheinungen siegen ließ."
** Bei der jetzigen Kälte dürfte für Hausbesitzer, Installateure rc. eine kürzlich patentierte Erfindung, betreffend eine Vorrichtung zur Verhinderung des Platzens von Wasserleitungsröhren beim Gefrieren des Wasiers von Interesse fein. Wie uns das Intern. Patentbureau von Heimann & Co. in Oppeln mitteilt, wird das Platzen der Röhren beim Gefrieren des WasierS in denselben dadurch vermieden, daß die Röhren an den gefährdeten Stellen von fl 'chem oder flach gedrücktem Querschnitt sind, so daß die Röhren dem größeren Raumbedarf des erstarrenden Waffe S entsprechend kreisförmigen Querschnitt annehmen können. Die man sieht, ist diese praktische Einrichtung äußerst einfach. DaS genannte Patentbureau erteilt unseren Abonnenten AuS fünfte und Rat in Patentsachen gratis.
** Aus dem Staatsbudget 19 01/02. Unter Erhaltung «ndRestauration staatlicher Bauend Kunstdenkmäler" wird, wie schon eine Reihe von
Jahren hindurch, für eine größere Anzahl von Gebäuden, Schloß- und Bergruinen, welche die Bedeutung von geschichtlichen Altertümern und Kunstdenkmälern haben und deren notdürftige lausende Unterhaltung (d. h. Schutz gegen Einsturz Md Zerfallen) zu Lasten besonderer Fonds geschieht, ein Betrag von 8000 Mk. für besondere Herstellungen, bezw. für maßvolle Ergänzung und Besserung in Anspruch genommen. In Betracht kommen bezüglich dieses Fonds: Burgruine Frankenstein, Klosterkapelle zu Lorsch, Schloßruine Alsbach, Schloßruine zu Auerbach, Schloßruine Starkenburg, Schloßruine Lindenfels, Schloß zu Hirschhorn, Burgruine Schadeck (Schwalbennest), Veste Otzberg, vormalige Abtei Seligenstadt, Wasserburg bei Seligenstadt, Burgruine Staufenberg, Burg zuFriedberg, Schloßvuine Münzenberg, Burgruine Lißberg, Schloßruine Ulrichstein, Wartturm bei Nierstein, Schloßruine Lands- kron, Schloßruine Schwabsburg. Nunmehr werden unter „Denkmalpflege" weitere 11 000 Mk. jährlich gefordert, und zwar 4000 Mk. für persönliche und 7000 Mk. für sachliche Ausgaben. Jene, die persönlichen Ausgaben, sind vorgesehen als nicht pensionsfühige Vergütungen im Betrage von zusammen 2000 Mk. für zwei Tenkmalpfleger (Konservatoren), von welchen dem einen die Fürsorge für die Baudenkmäler, dem anderen die Fürsorge für die Altertümer und beweglichen Gegenstände von künstlerischer, kunstgeschichtlicher oder geschichtlicher Bedeutung übertragen werden soll. Die übrigen 2000 Mk. sind zur Bestreitung der Taggelder und Reisekosten der Tenkmalpfleger, sowie zur Teckung der durch Hilfe bei archivalischen Nachforschungen entstehenden Kosten bestimmt. Tie sachlichen Ausgaben bestehen in staatlichen Aufwendungen behufs Erhaltung und Wiederherstellung, sowie für Aufnahmen nicht staatlicher Baudenkmale, Altertümer und sonstiger Gegenstände von künstlerischer, kunstgeschichtlicher oder geschichtlicher Bedeutung. Aus der zu dieser Anforderung gegebenen Erläuterung entnehmen wir das folgende: Tas Großherzogtum Hessen ist reich an Gegenständen von künstlerischer, kunstgeschichtlicher odek geschichtlicher Bedeutung, insbesondere an Baudenkmalen und Altertümern, und zwar nicht nur an solchen im staatlichen Besitz, sondern auch an solchen, welche sich im Besitz von Gemeinden, Kirchengemeinden oder Privaten befinden. Nicht überall ist der Sinn für Erhaltung oder Wiederherstellung solcher Bauten rc.. vorhanden, vielfach fehlt es aber auch an den erforderlichen Mitteln, mag es sich um Rathäuser, Kirchen oder Stadtbefestigungen u. dergl. handeln. Es muß daher der Staat im Interesse der Allgemeinheit eintreten, um der Zerstörung oder einer unverstandenen Restauration entgegen zu wirken. Hierzu gehört in erster Linie die Bestellung besonderer, mit der Denkmalpflege betrauter Beamten. In zweiter Linie müssen, da ein wirksames Einschreiten der Verwaltungsbehörden im Aufsichtswege in vielen Fällen nicht möglich ist, dem Staate Mittel in die Hand gegeben werden, damit derselbe bei nicht staatlichen Baudenkmalen rc. durch Leistung von Beiträgen auf die Beteiligten einwirken, eine etwaige' Wiederherstellung unterstützen und in die richtigen Wege leiten kann. Es liegen bereits von verschiedenen Seiten Anträge zu staatlichen-Beitragsleistungen vor, welche die eingestellte Summe weit übersteigen, so für die Kirche in Großen-Linden, das Quintinsportal zu Mainz, Rathaus in Michelstadt, Rathaus in Schotten, die Kreuzigungs-Gruppe in Wimpfen, Kirche in Offenthal und Wandmalereien in der evangelischen Kirche zu Gau- Odernheim. Aber auch für weitere, jetzt noch nicht vorgesehene Fälle müssen Mittel zur Verfügung stehen, weil häufig nur durch rasches Eingreifen die Zwecke der Tenkmalpflege erreicht werden können. Tie regelmäßige Einstellung eines solchen Fonds in das Staatsbudget entspricht auch einem im Herbst 1899 seitens des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine auf der Generalversammlung zu Straßburg in Form einer Resolution ausgesprochenen Wunsche. Tie Entscheidung, in welchen Fällen und in welcher Höhe, sowie unter welchen Bedingungen Beiträge zu leisten sind, muß der Erwägung im einzelnen Falle Vorbehalten bleiben. Auch Beiträge für Projektierungskosten, sowie die Kosten für Aufnahmen von Bau- und Kunstdenkmälern, insbesondere gefährdeter Bauwerke, sollen aus dem Fonds bestritten werden. Tie Anforderungen für sachliche Ausgaben sind mit Rücksicht auf die Gesamtlage hhunlichst beschränkt worden und werden in 6er Hauptsache zunächst der Ermöglichung einer sachgemäßen Projektierung dienen. (Darmst. Ztg.)
** In Amerika gestorbene Hessen. Fulton, W. Va.: Hermann Gehringer aus Grünberg, 59 Jahre; Cannelton, Jnd.: Anna E. Heube, 66 Jahre alt, aus Marburg; Kyle, Tex.: Ludwig Feth aus Nauheim, 66 Jahre.
Darmstadt, 9. Jan. Das „lieber brettl" ober das „Bunte Theater zum rafenben Jüngling", das uns schon verloren schien, soll nun boch hier in Darmstabt zuerst baS Licht der Welt erblicken. Ein litterarhisto risches Ereignis wirb sich bamit nächsten SamStag Abenb, den 12. Januar, im Saalbau vollziehen, Dank ber Bemühungen des Musikvereins! — Was das Ueberbrett'l ist? — man hat eS ja letzchin in allen Zeitungen gelesen. Ein paro diftisch satyrischeS Varist^ Theater! Aber noch mehr wirb dieses unser Ueberbrett'l sein. — Es führt sich bei uns ein 'n ber Form der französischen „Roulotte", denn es wird eine kleine, eigens für den Zweck gebildete Theatergesellschaft mit Thespiskarren und allem Zubehör ihren Einzug im Saalbau ballen, ihre Bühne aufschlagen und eine Reihe von brama tischen und musikalischen Aufführungen veranstalten, während Die Pausen durch die Späffe des Hanswurstes, des Harlekins und der Colombine ausgefüllt werden.
Offenbach, 6. Jan. Der Wert der Einführung der Schulärzte geht aus einem Bericht hervor, den die hier angestellten drei Aerzte über ihre Thätigkeit im Jahre 1899/1900 der Bürgermeisterei erstatteten. Vor allem wird eine Abnahme gewisser Krankheiten konstatiert, was darauf zurückgeführt wird, daß die Eltern durch die rechtzeitige Benachrichtigung des Arztes bei Zeiten geeig nete Maßnahmen zur Abwendung drohender Krankheiten amvandten und so dieselbe schon im Keime ersticken konnten. Dies wurde besonders ber Erkrankungen des Nasenrachenraumes beobachtet. Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Besserung wurde seit der Installierung der Schulärzte in Betreff der Sauberkeit der Kinder beobachtet. So ging beispielsweise die Zahl der unsauberen und mit Ungeziefer behafteten Kinder der zweiten Mädchenschule von 726 auf 105 zurück. Daß freilich manche der von den Aerzten gegebenen Anregungen auch noch auf unfruchtbaren Boden
fiel, zeigen die Klagen über di^ Vernachlässigung der Augen und Zahnpflege, der freilich von feiten der Eltern mehr Beachtung geschenkt werden sollte, obgleich nicht zu verkennen ist, daß heutzutage, wo in vielen Fällen Vater wie Mutter ihrem Broterwerb nachgehen müssen, dies eben sehr erklärlich ist. Daß die Thätigkeit der Aerzte in ganz besonderer Weise auch den Lehrern zu gute kommt, beweisen die fortgesetzten Hinweise auf die chronische Ueber- füllung der Klassen sowie deren Einrichtungen in Bezug auf Heizung, Ventilation rc.
Kleine Mitteilungen aus Hesten und den Nachbarstaaten. Die Grube Fiiedrrch bei Hungens eabsichngt, neue Arbeiter- wohnungen und einen Arbeiterschlufsaal rc. zu bauen da die uon auswärts zugrhenden Arbeiter oft n-cht genügend Logis erhalten können. Mit diesen wette, en Bauten nimmt daS E'ablissement „®,ube Friedrich- riesige Dimensionen an. — In Offenbach explodierte die in der Küche einer B lla befindliche Heizungsanlage. Durch die Detonation, die weithin vernehmbar war, wurde die Küchenthür auS ihren Angel» gehoben und in den Garten geschleudert. Auch die Fenster- jcheiben gingen in Trümmer. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt. — Am 1. Jan. waren eS 25 Jahre, daß das Standesamt Offenbach eingerichtet wurde. Im Jahre 1876 erfolaten bei einer ca. 28 000 Seelen zählenden Einwohnerzahl 273 Aufgebote, 247 Eheschließunaen, 980 Geburten und 646 Todesfälle. Im Jadre 1900 wurden bei einer Bevölkerungszahl von 51 000, 861 Paare aufge- oten, 576 schloffen die Ehe, 1831 Geburten und 893 Tod,S- fälle wurden zur Anzeige gebracht. — Mit dem 1. Jan. ist er vom staatlichen hydrographischen Bureau in Darmstadt organisierte meteorologische Beobachtungsdienst im Großherzogtum eudgiltig ins Leben getreten. — Wie seit vielen Jahren wird die Mainzer Prinzengarbe auch im diesjährigen Karneval wieder zwei große Veranstaltungen in ber m narrischer Weise glänzenb bekorierten Stadthalle abhalten. Diese Sitzungen beginnen bereits um 6 Uhr und enden um 10 Uhr, um den auswärtigen Besuchern noch Gelegenheit zur Rückfahrt zu geben. Die erste Sitzung findet am Sonntag, den 13. b. Mts. statt. — Die Stadtverordnetenversammlung in Marburg beschloß, zur Unterstützung des Oberbürgermeisters, ber bann jebenfalls sein Rücktrittsgesuch zurück- nehmen dürste, einen besoldeten Beigeordneten anzustellen. — Dem an Stelle des verstorbenen bisherigen General Konsuls Ferdinand Leuchs Mack een. zum Königlich Serbischen General- Konsul mit dem Amtssitze in Frankfurt a. M. ernannte« Rechtsanwalt Dr. jur. Louis Thebesius ist namens des Reichs das Exequator erteilt worben.
Vermischtes.
* Könitz, 9. Jan. Jaquet, Weste unb Schlips des Gymnasiasten Winter sinb im Konitzer Stadtwälochen, unweit der Stelle, wo vor einigen Monaten ber Kopf des Ermordeten gefunden wurde, von Soldaten des 14. Regiments entdeckt worden. Durch Schüler wurde feftgefteflt, daß die Kleidungsstücke, die noch Blutflecken aufweisen, dem Winter gehörten.
* Ein beachtenswerter Zug des verstorbenen Großherzogs von Weimar. Man schreibt dem „Rh. C.": Die Nekrologe, die zur Zeit über das Leben und Wirken des Großherzogs von Weimar zu lesen find, bringen mir eine Episode aus meiner Jenenser Studentenzeit in Erinnerung.
einfach sie ist, fo wird sie doch für manchen interessant fein. Der regierende Großherzog von Sachsen-Weimar- Eisenach ist in seiner Eigenschaft als Landesfürst gleichzeitig Rector magnificus der Universität Jena. Daher und weil er auch sonst gern in der gemütlichen Studentenstadt weilte, kam es wohl, baß er doch ein häufiger, fast von allen Studenten gekannter Gast war. Und „Gast" war er im vollsten Sinne des Wortes, indem er sehr häufig nicht nur die Stadt, sondern auch die CollegS besuchte. Von der Einfachheit, mit welcher es hierbei zuging, bekam Schreiber dieses einen Begriff, als eines Tages durch die Hörsäle das Murmeln ging, der Großherzog kommt. Mit Blttzeseile holte unser Pedell den StaatS- seffel herbei, unb wenn er auch in ber Eile unb Verwirrung ?es Professors besten Rock barauf liegen ließ, so war doch wenigstens der Sessel da. Im nächsten Moment erschien auch schon her hohe stattliche Herr, begrüßte die zufälligerweise nicht sehr zahlreichen Hörer mit einem freundlichen Kopf- N'cken, besah sich den inzwischen rasch von seiner Bürde befreiten Sessel, lächelte erst—setzte sich mit sichtlichem'Wohlbehagen auf die erste, die Spuren verschiedener Jahre deutlich zeigende Bank, dicht neben mich. Dann bat er mich freundlich um mein Kollegheft, und nachdem er daraus ersehen hatte, um was es sich handelte, folgte er dem Vortrag des Professors — es war über Taxationslehre — mit größter Aufmerksamkeit. Am Schluß beS Kollegs verabschiebete sich •jiein hoher Bankg noffe mit einem Händcbruck von mir, sagte dem Professor ein paar liebenswürdige Worte unb verschwand ebenso wie er gekommen war, ohne Begleitung. Der Pebekt erzählte mir nachher, daß er das schon seit Jahren jebeS Jahr einmal so mache, sobaß er auf dem Stuhl noch nie ge- fiffen habe.
Wöchentliche Üederstcht der Todesfälle In Gießen.
53 Woche. Vom 30. bis 31. Dezember 1900. Einwohnerzahl 24 800.
Ts starben an: Zusammen: Erwachsene: Im vom
_ r 1. Lebensjahr: 2.—lö. Iah«
Maseru 1 — i —
Leo-msschwSche 1 — 1 —
Nteienentzündung 11 — —
tm Woche. bctt 1 (1) 1 (1) —___________—
Summ«: 4 (1) 2 (1) 2 —
Gestorben im
Sehre 1900 527 348 98
O tÄsr.mde (183) (147) (18)
davon an Maser» 26, an D'phlbcrte 17 (12), an TyphuS Scharlach 1, an Lungenschwindsucht 73 (22).
81
(18)
3 (1), «T
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vtck bet Todesfälle in der betreffenden KrankheU auf von au?wärls nach Gießen gebrachte Kranke kommen.


