e* iis
r bf, teubau k 'S?« rjMSS »kg DS Wulf, ®t- SÜbeif ? «orten- 6i? blMß>„ «orfaj, fon $rof °°r- bem
ebnet bkr hessi- *effe säte *ÄÄ ^uMachtz. t Miedbera bandessen- Mle dem Inches für M. Reform Drejfen. alschule auf 'w Progym- Zahre 1893 eierte, hatte bt 22 Lehrer
Namen der t Dank aus ie Erbauung t >be. Die wie es feine ndung und feierte ben reiche Haus des Werkes, in früheren aus diesem dem Vater- »ch auf den Beinen» brachte die ■berget Bild- icken Fned- nieder herge-
Burg, das i der Augusti- lit herzlichen
•fielt Hau/t's A Mi den s der Biotit n der Archi- e Gotik aus. :er breit, bei »ule besitzt 9 assen, und 4 verschiedenen die Räumlich >hr schon unö er). Das himi 330 000 Mark, hessische Ltaat n. Besonders öffiten Sänge, entsprechend tlung der mtergedracht
Tiefe vai" cabungen ar- ahen
■efteiie«"" [eben getjalW : Lchcheit««
Büdittge».
r gßtiD -
1. Äugust. esteru dir SV n Tiergar"' hellte fich schwarze« Jten Da«eo § n S*®£ Säften W*”* ,ruß:
<•** r ü er L
*Ä
et#” «jjf#
e --E
. Stande"
Der englische Botschafter in Berlin,
wurden die drei Kandidaten der mit 172, 162 und 155 Stimmen Gegenkandidaten nur etwas über
Gemeiuderatswahl Sozialdemokraten gewählt, während die 100 Stimmen erhielten.
Frankfurt, 6. Aug.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
„CoralieLCi e.", der verbotenste aller französischen Schwänke, hat nunmehr in Frankfurt a. M. am dortigen
niemand so schnell vergessen; sie sind eigentlich der schönste Teil des ganzen Festes gewesen. Prälat Habicht übergab draußen im Walde den von früheren Schülern für eine Stts- lung gesammelten Geldbetrag von 4000 Mk. mit einer Ansprache an den Direktor. ES soll dafür ein Spiel- und Sportplatz geschaffen werden für die Schüler des Gymnasiums. Direktor Mohr nahm mit Worten des Dankes die Spende an und brachte aus die Opferfteudigkeit der früheren Schüler rin Hoch aus. Die Festesfreude stieg immer hoher, und immer ausgelassener wurde Jung und Alt. Ungern trennte man sich um 1 Uhr von dem schönen Waldplatze, um mit Musikbegleitung heimzuziehen.
Das Nachmittagskonzert war wiederum sehr gut besucht. Auch zum Ball um 9 Uhr war alles zur Stelle; es wurde fleißig und zum großen Leidwesen mancher müden Ballmutter bis zum grauenden Morgen getanzt.
Das Fest ist vorüber! Die Züge werden heute einen großen Teil der Gäste wieder heimführen, die alle gewiß mit Freude sich der in Büdingen verlebten schönen Tage erinnern werden. Dem Gymnasium aber wisien wir für das neue Jahrhundert keinen besseren Wunsch mit auf den Weg zu geben, als daß es stets eine solche Zahl dankbarer Schüler wie jetzt finden möge, die alle Zeit bereit find, ihre Anhänglichkeit an die Schule, die sie einst besuchten, zu beweisen.
Sir Frank Lascelles, traf heute nachmittag hier ein, hatte eine Besprechung auf dem Hauptbahnhofe mit dem Großherzog von Hessen und reiste sodann nach Homburg v. d. Höhe weiter. — In der Nähe der Station Louisa schleuderte Dienstag abend gegen 9 Uhr ein unbekannter Mensch einen schweren Stein gegen das Fenster eines von Heidelberg kommenden Eilzuges. Der Stein zertrümmerte die Scheibe; durch die Glasscherben wurden zwei Personen verletzt. Einem zehnjährigen Kinde fiel ein Stück Glas aufs Bein, durchschnitt ihm sämtliche Kleidungsstücke und brachte ihm noch eine lange Wunde bei. Ferner erlitt ein 21 Jahre alter Techniker zwei starkblutende Schnittwunden an zwei Fingern.
•• Kleine Mitteilungen an» Heffen nnd den Nachbarstaaten Am 11. August findet im Hotel Kessel, Bahnhof Wetzlar, die Wörthfeier und Rechnungsablage in der Denkmalsangelegenheit des 2. Naff. Infanterie Reg. Nr. 88 statt. — In Neu-Isenburg wurden bei sehr ^starker Wahlbeteiligung sämtliche fünf sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. — Ein blutiger Vorfall spielte sich am letzten Samstag vor der Wirtschaft „Zur Krone" in Hofheim ab und endigte mit dem sofortigen Tod des 20jährigen Bahnarbeiters Jako ) Lösch. Einige junge Burschen, darunter Lösch und der aus Eßlingen (Württemberg) gebürtige Metzgerbursche Paul Fischer hatten den abend über Karten gespielt. Fischer glaubte sic i beim Aufschreiben benachteiligt. Seine Bemerkung wies Lösch mit der Drohung, ihm, wenn er nicht ruhig sei, aufs Maul zu schlagen, ab, und führte, als Fischer entgegnete, diese Drohung nachdrücklichst auS. Fischer verließ mit einer Drohung gegen den Thäter daS Lokal. Als er später mit ihm wieder zusammentraf, kam es zu einer Schlägerei, be der Fischer von seinem Messer Gebrauch machte. Ein Stich durchbohrte das Herz des Lösch und ließ den Getroffenen leblos uiederfinken.
einen. Auch der Turnverein verschönerte da« Fest durch Pyramiden und Stabreigen, welche großen Beifall fanden. Abends fand in der Turnhalle Feftball statt. Den Abschluß des Festes bildete heute ein fröhliches Zusammensein im Hochwald.
Offenbach, 6. Aug. Zum Eisenbahnunfall bei Oberrad werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Wie nunmehr festzustehen scheint, trifft die Schuld an dem Unglück den 28jährigen Weichensteller Diehl, der, wie man annimmt, die richtig gestellte Weiche unter dem einlaufenden Zuge vorzeitig wieder umgestellt hat. Von der Annahme, raß die neue Weiche nicht richtig funktioniert habe, scheint man wieder abgekommrn zu fein; ein Beweis dafür ist die Verhaftung des Diehl. Als das Unglück geschehen war, eilte sofort das Personal des Zuges und das des eben ein- gefahrenen Sachsenhäuser Zuges herbei, um zunächst die Fenster des umgestürzten 3. Klasse-Wagens, aus dem laute Hilferufe erschallten, einznschlageu und den darin befindlichen Personen, die alle mehr oder weniger verletzt waren, herauS- zuhelfen. Die 69jährige Frau JouaS Weber aus Offenbach, die in dem umgestürzten Wagen geseffen hatte, erzählt, der Schaffner Jeckel habe kurz vor dem Unglück den Wagen durchschritten. Bald darauf habe man plötzlich einen furchtbaren Ruck verspürt; der Wagen sei so hin- und hergeworfen worden, daß alles durcheinander fiel, bis er endlich völlig umgeworfen wurde. Frau Weber hat Verletzungen an der rechten Hand und unbedeutende Schürfungen am Knie davongetragen. Der 42jährige Klavierlehrer Moritz Lüdicke hat eine Brustkastevquetschung und einen Rippenbruch davon- getiagen, während der Weinwirt Adolf Klement innere Verletzungen erlitt, deren Natur noch nicht festgestellt werden konnte. Lebensgefährlich find die Verletzungen bei keinem der Verunglückten. — Wie die „Offenb. Ztg." erfährt, hat der Weichensteller Diehl 'zugegeben, daß er fich bei der Weichenstellung vergriffen und dadurch das Unglück herbei- geführt habe.
Offenbach, 6. Aug. Die Untersuchung gegen die in Haft befindlichen Mechaniker C. Heß in Offenbach und dessen Filialleiter Kaufmann C. Koch in Hanau sowie Kaufmann Otto, Beamten der Adlerwerke, wegen Unterschlagungen bei den Frankfurter Adler-Fahrradwerken ist noch nicht abgeschlossen. In Anbetracht der Gerichtsferien und der Schwierigkeit der Sachlage wird immer noch eine geraume Zeit bis zur Klärung verstreichen. Die Möglichkeit des unrechtmäßigen Bezugs von Fahrradteilen seitens Heß durch den Beamten Otto ist nur dadurch zu erklären, daß von der Direktion sowohl dem häufig in der Fabrik der- kehrenden Heß, als auch dem seit 18 Jahren in der Fabri! thätigen Beamten Otto großes Vertrauen geschenkt wurde.
Hausen bei Offenbach, 5. Aug. Aus der heutigen Ge- meinderatswahl gingen die drei Kandidaten des Sozialdemokratischen Vereins mit 170, 105 und 94 Stimmen al« Sieger hervor. Zwei Gegenkandidaten erhielten 85 bezw. 78 Stimmen.
Dietesheim, 6. Aug. Bei der gestern stattgehabten
Aos Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist mtt unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Still** gestattet.)
*' Gantnrnfahrt deS Turngaues Heffen. Wir haben bereit« in unseren beiden letzten Nummern ausführlich über da« Gauturnfest de« TnrngaueS Hessen, da« am 4. und 5. August in Schlitz stattfand, berichtet und auch erwähnt, daß die Gießener Turnerschaft fich daran beteiligte. Im ganzen hatten sich 198 Wettturner angemeldet, von denen 160 Preise erhielten, eine Ziffer, die im Verhältnis zu der Zahl der Beteiligten bisher noch nie erreicht wurde. Von unseren Turnern wurden folgende mit Preisen ausgezeichnet: 5. Preis (34 Punkte) Karl Erb Tv., 10. Preis (31 P.) August Eger Tv., 15. Preis (281/2 P.) Heinrich Wehn Tv., 16. Preis (28 P.) Louis Bogt M.-Tv., 17. Preis (27 P.) Karl SavelSberg Tv., 18. Preise (26^ P.) H.Geitz To., H. Wahl Tv., A. Dotzenroth M Tv., 19 Preis (26 P ) W. Georg M.-Tv., 20. Preise (25y2 P.) W. Förtsch M.-Tv., Ang. Heß Tv, 21. Preis (25 P.) Eh. Hüttenberger Tv., 22. Preise (241/, P.) Karl Wenzel Tv., W. Wiederstein M.-Tv., 23. Preis (24 P.) Karl Geitz Tv., 24. Preise (23«/2 P.) L. Schmalz Tv., Ad. Schmidt Tv., Ludwig Dechert Tv., W. Heß Tv., W. Hüttenberger.
** AuS ben Ergebnissen der der deutschen Kriminalstatistik Die Zahl der wegen Verbrechen und Vergehen im Jahre 1899 verurteilten Personen belief sich auf 479,129, d. h. mit anderen Worten: auf je 100 über 12 Jahre alte Be wohner Deutschlands kommt ein wegen Verbrechens oder Vergehens gegen die Reichsgesetze Verurteilter. Allerdings schränkt fich diese Zahl wesentlich dadurch ein, daß cfl zu »inem statistisch nicht nachweisbaren Teil dieselben sind, die in demselben Jahre wiederkehrend verurteilt wurden. DaS gilt in erster Linie von Personen, die wegen geringer Delikte mit Geldstrafen oder mit kurzen Freiheitsstrafen belegt werden. — Innerhalb der letzten 18 Jahre ist die Zahl der Verurteilten von Jahr zu Jahr absolut und relativ stetig gestiegen. Zur Erklärung dieses betrübenden Umstandes meint H. v. Scheel in den „Jahrbüchern für National- Zkonomie und Statistik", daß es mit den allgemeinen Aussprüchen über zunehmende Verrohung und Verwilderung und dergleichen nicht gethan ist, er ist vielmehr der Ansicht, daß eine absolute und relative Vermehrung der Strafthaten und also auch der Verurteilungen auch käme, selbst wenn das sittliche Niveau dasselbe bleibe oder sich sogar hebe, sie trete ein, wenn die Gelegenheit häufiger werde, die Versuchungen zur Befriedigung strafbarer Wünsche, zu rücksichtslosem Nachgeben an Leidenschaften sich mehren. Es ist nun außer Frage, daß gerade der Zeitraum der letzten 18 Jahre diesen Charakter in Deutschland getragen hat: es fand eine sehr starke Bevölkerungszunahme statt; also die Volksdichtigkeit stieg bedeutend und dadurch wurde die Berührung zwischen Len Menschen häufiger; zugleich fand aber auch ein bedeutender Aufschwung deS wirtschaftlichen Lebens, namentlich im Gewerbe nud Handel, infolgedessen auch im Verkehr statt. Die Lebhaftigkeit des wirtschaftlichen und zugleich persönlichen Verkehrs brachte vermehrte Gelegenheit auch zu strafbaren Handlungen und erhöhte deshalb deren Zahl. — Auf diese Weise erklärt v. Scheel die Zunahme der „Kriminalität" und warnt davor, sich nicht durch diesen Ausdruck verwirren zu lassen, der auf innere Eigenschaften deutet und zu der Annahme verleitet, daß die steigenden Zahlen eine Verschlechterung der Sitten und Gesinnung bedeuten müßten.
Butzbach, 5. Aug. Zurzeit ist ein Kommando, bestehend aus 1 Offizier, 2 Unteroffizieren und 10 Manu des Leib-Draa.-Regts. Nr. 24, dem hiesigen Bataillon zugeteilt zwecks Verwendung beim Vorpostendienst. Voraussichtlich rückt daS hiesige Bataillon am 22. August zum Regiments, und Brigade-Exerzieren auf den großen Truppenübungsplatz bei Darmstadt aus. Hieran schließen sich die Manöver.
Bad-Nauheim, 5. Aug. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, fand gestern daS 25jährige Jubiläumsfest der hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt, zu dem zahlreiche Wehren aus der Nähe hierhergekommeu waren. Vormittags fanden in Anwesenheit des Vertreters der Regierung, Amtmanns v. Bechtold-Friedberg, des Kreis Feuerwehr, mspektor« HieronimuS Friedberg, sowie der Vertreter der diesigen Behörden Hebungen am Steigerturm statt. Leider ereignete sich hierbei ein kleiner Unfall, indem der Feuer- ivehrmann Götz durch Reißen de« Sprungtuches zur Erde stürzte, doch scheint er keine Verletzungen davongetragen zu haben. Um 3 Uhr nachmittags bewegte sich der Festzng durch die Straßen der Stadt nach dem Hochwald. Die Festrede wurde von Bürgermeister Wörner gehalten. Kreis- amtmann v. Bechtold überreichte hierauf mit einer Ansprache dem ältesten Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr, Johannes Pfeffer I., das demselben vomGroßherzog verliehene Ehrenzeichen. Ein frohes Treiben entwickelte sich dann auf dem Kestplatze, abwechselnd mit Mufikvorträgen der Offenbacher Feuerwehrkapelle und Gesangsvorträgen von hiesigen Der-
GerichtsfaÄ.
Darmstadt, 6. Aug. Wegen gewohnheitsmäßiger Verkuppelung der eigenen 15jährigen Tochter wurde gestern die 44 jährige Händlerin K. W. Wienand ^.Witwe von Offenbach, ohne Anrechnung der etwa dreimonatigen Untersuchungshaft zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt.
F ü r t h, 6. Aug. Vor einigen Jahren wurde der Rechtsanwalt Tr. F r a n r wegen Betrugs zu einer kurzen Gefäng-
Kenmsihter.
• Berlin, 6. Aug. Heute mittag brach in der landwirtschaftlichen Hochschule Feuer auS, das auf den Dachstuhl beschränkt wurde. Um 3 Uhr nachmittags war die Gefahr für daS Gebäude und das Museum beseitigt.
♦ Rastenburg, 6. August. Seit gestern nachmittag ist die Stadt durch mehrere Brände heimgesucht worden. Bisher sind fünf Gebäude vollständig, und zwei teilweise vernichtet. Von Königsberg ging eine Danrpsspritze zur Hilfe ab.
* Philadelphia, 6. Aug. Durch eine Explosion in der Locust Street, die auf Entzündung eines Behälter« mit GaSäther zurückgeführt wird, wurden gestern abend 25 Häuser zerstört; zehn Personen wurden getötet und über 40 verletzt.
„Orpheum-Sommer-Thcater" unter Mitwirkung der Tarnen Betty L'Arrvnge, Mary Spieler, Margarethe Ferida, Paula Hochthal und der Herren Ludwig Ansspitz, Josef Giam Pietro, Hermann Haack und Julius Geisendörfer seine erste Aufführung in Preußen und gleichzeitig einen stürmischen Öeiterkeitscrfolg erlebt. Erst nach langem dampfe mit der Zensurbehörde und nach einer unter Ausschluß der Oeffent lichkeit stattgehabten Separat-Borstellung, der je ein Vertreter des Regierungs- und Polizeipräsidenten beiwohnten, wurde die Erlaubnis zur Aufführung ohne jedwede Streichung oder Aenderung erteilt.
In Dresden beabsichtigt der Regisseur Alexander Rotter die Leitung eines in Dresden neu zu errichtenden Theaters zu übernehmen.
Kammersänger H. Gießen. Den „Dr. N." schreibt man aus Konstantinopel: Aus Anlaß der Anwesenheit des Großherzogs Johann Albrecht von Mecklenburg- Schwerin nebst Gemahlin uno des Prinzen Rcuß XXXIII. gab am letzten Dienstag im Mldiz-Pnlast der Sultan ein Gala-Tiner, dem sich ein Hof-Konzert anschloß, zu dem die sich gerade auf einer Orientreise befindenden Herren Generalmusikdirektor Dr. Lassen aus Weimar und Kammersänger H. Gießen (bekanntlich eigentlich H. Buff aus Gießeni von der Dresdener Hofoper mit Einladungen ausgezeichnet worden waren. Kammersänger Gießen begann das Konzert mit dem Vortrag der Cavatine aus Gounods „^auft". Hierauf fang der Künstler zwei Lieder von Lassen („Ich halt' einst ein schönes Vaterland", „Wie dunkle träume") und dann noch auf besonderen Wunsch des Sultans die „Troubadour"-Cavatine. Begleitet wurde Kammersänger Gießen von Tr. Lassen auf einem kostbaren, ganz aus Glas und Metall gefertigten Instrument. Ter Sultan sprach sich außerordentlich schmeichelhaft über die Leistungen der deutschen Künstler aus und wurde nicht müde, den tadellos geschulten Tenor des Dresdener Sängers zu loben. Dor dem zweiten Teil des Konzerts ließ der Sultan seinen Sohn, den jungen Prinzen Kemal-ed-dine rufen, damit dieser vor Dr. Lassen eine Probe seiner musikalischen Fähigkeiten abgebe. Der Prinz, dessen musikalische Ausbildung in den Händen des Chefs der türkischen Musil d'Aranda Pasck)a liegt, eines belgischen Musikers, der am Hofe des Sultans sich zu hohen Ehren gebracht hat — er lM u. a. den Rang eines Generals der Infanterie — spielte zunächst den Minuten-Walzer von Chopin und dann mit seinem Lehrer zusammen mehrere Stücke von Channnade, sehr geschmackvoll im Vortrag und brillant rhythmisiert, sodaß der prinzliche Künstler die Anerkennung seiner Kollegen vom Fache in reichem Maße fand. Mit dem exzellenten Vortrage von Jensens „Murmelndes Lüstchen und Lassens „Lenz" durch Kammersänger Gießen schloß die kurze musikalische Unterhaltung, die so außerordentlich ehrenvoll für die deutschen Künstler verlief. Selbstverständlich sprach auicfy d'Aranda Pascha, der mit seiner aus 300 „Hofmusikern" bestehenden Kapelle während des und nach dem Diner konzertiert hatte, Kammersänger Gießen nut begeisterten Worten seine Bewunderung aus, wobei er die Hoffnung laut werden ließ, den Künstler in kommendem Winter in Konstantinopel wieder zu hören. Unmittelbar nach dem Konzert erhielten Generalmusikdirektor Dr. Lassen den Osmanie-Orden 3. Klasse, Kammersänger Gießeti den Med- jidie-Orden 3. Klasse, und beide die Medaille für Kunst und Wissenschaft.
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 6. Aug. 1901.
Die in dem gestrigen Eingesandt gemachten Ausführungen bezüglich des Geschäftsberichts der Ortskrankenkasse Gießen werden wohl bei jedem Eingeweihten ein Lächeln des Erstaunens über die große Naivität des Einsenders hervorgerusen haben und für diese bedürfte es auch gar keiner Entgegnung. Allein in weiteren Kreisen ist man fich Über die Materie des Krankenversicherungsgesetzes doch nicht so ganz klar, weshalb folgendes zur Aufklärung und Verteidigung unseres Berichtes dienen möge.
Die von dem Einsender angezogenen gesetzlichen Bestimmungen be- stehen allerdings, allein das allgemein bekannte Stichwort: „Gesetze sind da, damit sie umgangen werden", trifft auch hier zu.
In dieser Beziehung ging eine den Betriebestankenkaffen nahe verwandte Kaffenart vorbildlich vor. Obwohl im Gesetz ausgesprochen war, daß von Versicherungspflichtigen, welche nachwetsen, daß sie Mitglied einer auf Grund des Gesetzes errichteten Krankenkaffe gewesen waren, kein Eintrittsgeld erhoben werden durfte, that sie dies doch.
Nachdem ihr dies durch die höhere Behörde verboten worden war, erhob sie zwar lein Eintrittsgeld mehr, allein jeder nen Eingestellte mußte eine Untersuchungsgebühr in Höhe des früheren Eintrittsgeldes zahlen. Kommentar überflüssig.
Was nun die Betriebskrankenkaffen anbelangt, so ist es richtig, daß diese alle in dem Betriebe, für welche sie errichtet sind, beschäftigten Personen aufnehmen müffen.
Aber der größte Teil derjenigen Herren, welche für ihren Betrieb eine derartige Kaffe errichtet haben, sind so schlau und lassen jeden, bevor er in ihrem Betriebe ausgenommen wird, auf seinen Gesundheitszustand ärztlich untersuchen Von dieser Untersuchung hängt die Einstellung in den Betrieb und folgeweise Aufnahme in die Betriebskrankenkaffe ab.
Da ich in dem Herrn Einsender einen einer Betriebskrankenkasse nahe stehenden vermute, so gestatte ich mir im Jntereffe der Oeffentlichkeit und zuletzt auch zur Bereicherung meiner Kenntnis um Beantwortung nachstehender Fragen zu ersuchen und hoffe, daß er, bet dem großen Drange, die Oeffentlichkeit aufzuklären, meinem Wunsche nachkommen wird.
1. Warum findet ausschließlich nur in solchen Betrieben vor Em- stellung in dieselben ärztliche Untersuchung statt, in welchen BetriebS- kcankenkaffen errichtet sind?
2. WeShalb lassen wohl alle anderen Betriebe, für welche kerne Be- triebskcankenkasien errichtet sind, in welchen aber auch sehr schwere und manchmal gesundheitsschädliche Arbeiten verrichtet werden müffen, ihrer Aufnahme keine ärztliche Untersuchung vorangehen r
3. Warum werden in Betrieben, in welchen BetriebSkrankenkaffen errichtet sind, hier und da Arbeiter nach erfolgter ärztlicher Untersuchung erst dann ausgenommen, wenn von ihnen nach- gewiesen werden kann, daß sie Mitglieder einer anderen, den gesetzlichen Vorschriften genügenden Krankenkasse sind?
Es wird sich alsdann Herausstellen, inwieweit unsere Bemerkung in das Gebiet haltloser Nachreden gehtzrt.
Hrch. Fourier, Geschäftsfübrer der Ortskrankenkasse Gießen. Sport.
Radfahrfast de« Gießener RadfahrvereinS 1885. Wi wir berichteten, hat auch der nicht dem Bunde angehörige Radfahrer Verein 1900 Wteseck an dem Radfahrfest deS Gießener Radfahr oereinS 1885 teilgenommen. Auch er (nicht der R.-Ki. Germania Gießen) ist durch ein Diplom auSaezeichnet worden.


