Bad'Nanheiv».
Von der Fabrikinspektion
das bei Lch Lerlangsamem^g-n der« der > besonders von der Thatsache aus, daß durch den Nord-
ficrren können guten N Mittagsiisch erhallen.
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Kolonialpost.
Aus Kamerun. Laut amtlicher Ankündigung ist der Sitz des Gouvernements Kamerun von der Joßplatte an der Mündung des Kamerunslusses nach Buea, etwa 1000 Meter hoch am südwestlichen Ab hange des Kamerun- Gebirgsstockes verlegt worden. Der Gouverneur hat das neben der bisherigen Station Buea gelegene Essersche Vorwerk angekauft. Tort befinden sich Gebäude mit vollständiger Einrichtung für den Aufenthalt eines Verwalters. Sonach fand der Gouverneur alles für seine Ansiedelung fertig vor. Er hat auch,, wie verlautet, den neuen Regierungssitz ohne weiteres bezogen. Damit wird man auch hier der Arbeiten überhoben, welche die Errichtung von neuen Bauten und deren Einrichtung gewöhnlich erfordert. In Buea war schpn lange ein Sanatorium vorhanden. Die Gebäude auf der Joßplatte hat jetzt das Bezirksamt in Be-
Die Darmstädter Künstlerkolonie.
(Origlnalbericht des „Gieß. Anz.")
Nachdruck verbot«».
bittMWu sucht ettOt, Narburgerstr. »S, «eben». 021231 Sin Sklera Mta
sucht lecke W.butd) fai Aärnr, Teufelslustgärlten 3.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis von Interessenten, daß nach Mitteilung der Geschäftsstelle des landwirtschast» lichen Provinzialvereins im Zuchthof Zwiefalten 9 und im Zuchthof Bingmühle 3 Zuchtbullen verkäuflich find.
Gießen, den 31. Mai 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
.v Bechtold.
1 hohen Lohn K t schkt M Nauheimer
Aus Stadt und Land.
Sieben, 4. Juni 1901.
** Provinzial - Ausschuß. Am nächsten SamStag, vormittags 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude hier (Brandplatz 9) eine öffentliche Sitzung des Provinzial-AuSjchusseS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Gießen; die Verlegung der EiseubahnhaltestelleOber- Widdersheim und Ausbau zum Güterverkehr.
H. Akademische Vorträge. Am Mittwoch den 5. Juni, abends 8 Uhr, wird der dritte der von Professor Tr. A. Dieterich angekündigten Vorträge über Kunst und Leben in Pompeji stattfinden.
** Ter Maschinenbauer-Gesangverein hält — wie bereits gemeldet — am 23. Juni nachmittags in Steins Garten sein F a h n e n w e i h f e st ab. Tie Fahne wird in der hiesigen Fahnenfabrik Schulze hergestellt und wird nur Handarbeit sein. Kommerzienrat Heyligenstaedt hat einen namhaften Betrag dazu gestiftet. Tas Fest wird um halb 4 Uhr seinen Anfang nehmen. Nach der Fahnenweihe und dem Weihelied findet Konzert statt. Am Abend wird die Operette „Sängerreise nach Algier" von dem Verein aufgeführt, woran sich ein Ball schließt.
** T i e W a g e n m e i st e r auf den preußischchessischen Staatsbahnen haben als technische Beamte das Abzeichen „Goldene Personenwagen", sowie das Mecht der Beibehaltung der Goldtresse mit Sammetkragen erhalten.
** Oefseutliche Lesehalle. Im Mai wurden 1695 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 375, Erzählende Litteratur 756, Jugendschriften 308, Litteraturgeschichte 14, Kulturgeschichte 12, VerSdtchtuugen 12, Länder- und Völkerkunde 33, Naturwissenschaft, Technologie 63, Geschichte und Biographieen 74, Seewesen 11, GesundheitS- lehre 9, Philosophie und Religion 17, fremdsprachliche Litteratur 11 Bände. Es wurden verliehen au Männer: Handwerksmeister 230, akademisch Gebildete 43, Kaufleute 151, Beamte 14, Unterbeamte 99, Techniker, Schriftsetzer 102, Diener, HauSburscheu 33, Arbeiter, Tagelöhner 80, Lehrlinge, Gehilfen 240, Studenten 78, Rentner 4, zusammen 1074 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 220, Gewerbetreibende 127, Dienstmädchen, Lauffrauen 25, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 50, Be-
Bekanntmachung.
Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Polizeiamis Darmstadt bringen wir hierdurch zur Kenntnis des Publikums.
Gießen, den 1. Juni 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Warnung.
Von dem „ficUmagndlftur" Emil Kirmse ta Stublach wird auf dem Wege der ZettungBrrklrmc durch Vermittlung eines angeblich Geheilten, deS „Etfenbahnbeamten" (nämlich: Weichenstellers) Ende zu Stublach, als sicher wirkende» Heilmittel gegen Rheumatismus und Gicht der von dem Erstgenannten erfundene magnetische WLrmsietn angeprtesen. Derselbe kostet nebst Broschüre 6 Mark. In den Prospekten wird behauptet, dieser Stein sei „aus de» besten Medikamenten nach einem besonderen Verfahren auB 14 Bestandteilen sorgfältig zusammengesetzt und enthalte Zug-, TeU- und Heilmittel", welche „gleichsam, wie dies durch den Leber: BmagnettSmuB geschieht, dm KrankhettSstoff aus dem Körper ziehen."
Nach den amtlichen Feststellungm wird der „magnetische Wärm« fleht* aus Zement in einer Zementwarmfabrik hergestellt unb enthält im Inner» eine Kapsel, welche mit Kampfer, Salmiak und Naphthalin gefüllt ist.
Die Mitteilung dieser Thatsache genügt wohl zur Kennzeichnung deB Apparats.
Darmstadt, den 15. Mai 1901.
GroßherzoglicheB Polizeiamt.
Dr. Kratz.
deutscl.cn Lloyd in Bremen die Schiffahrt auf dem Pang tse kiang in ganz hervorragendem Maße der deutschen Flagge zugeführt worden ist. Der Norddeutsche Lloyd läßt bekanntlich bereits jetzt zweimal wöchentlich im Anschluß an seine ostasiatische Reichspostlinie Tarnpfer von Shanghai bis Hankow laufen und dehnt die Schiffahrt bis Chungking, ctiua 1200 engl. Meilen von der Küste entfernt, aus. Im Zusammenhänge damit steht die Aufnahme der Küsten- schiffahrt in Hinterindien und zwischen Hinterindicn und Shanghai, sowie an der chinesischen Küste durch den Bremer Lloyd; ferner die Aufnahme der Schiffahrt nad)i den Philippinen, den Carolinen, dem deutschen Schutzgebiet der Südsee und die Verbindung von Hongkong mit Australien. Es ist damit ein ganz außerordentliches Netz von Linien geschaffen, welche unter der Flagge des Norddeutschen Lloyd den deutschen Interessen im gesamten Osten dienstbar sind und es wohl verstehen lassen, daß die kolonialen Zkreise ihr Interesse daran in intensiver Weise bekunden.
Ter Reihenfolge nach sind nunmehr die bayerischen, hessischen, badischen und sächsischen Gewerbeinspektionsberichte erschienen. Ausnahmslos sind sie gegen früher weit kürzer ausgefallen. Ter badische Bericht z. B. ist auf die Hälfte des früheren Umfangs zusammengeschrumpft, und das früher mit großer Sorgfalt behandelte Kapitel über Ursachen, Umfang und Verlauf der Streiks ist diesmal ganz weggefallen. Im sächsischen Bericht sind die einzelnen Mitteilungen aus den 13 Jnspektionsbezirken zu fünf Hauptabschnitten zusammengearbeitet, und nach den Kreishauptmannschaften gegliedert worden. Der Bericht ist diesmal in der Reichsdruckerei gedruckt worden und tragt den Vermerk: „Sonderausgabe nach den vom Reichsamt des Innern veröffentlichten Jahresberichten der Gewerbeaufsichtsbeamten". Es hat sich in dem gewerbe- und industriereichsten deutschen Bundesstaate im vergangenen Jahre ein wirtschaftlicher Rückgang bemerkbar gemacht. Es wird berichtet von Betriebseinschränkungen, stellenweisen Lohnherabsetzungen und verminderter Arbeitsgelegenheit, so daß zahlreiche Arbeiterfamilien einen nicht unbeträchtlichen Ausfall ihres früheren Einkommens erlitten haben, und
Nutzung genommen. , c ,
Man schreibt uns: Die außerordentliche Ausdehnung der deutschen Interessen in Ostasien und insbesondere die Aufschließung eines Teils des Yang tse Hang durch die deutsche Schiffahrt hat den kolonialen Kreisen Deutschlands Anlaß gegeben, sich mit der Frage deutscher Konsulate im Yang tse-Gebiete näher zu beschäftigen. Ein diesbezüglicher Antrag wird dem Vorstande der Deutschen Kolomal- gesellschaft in der in Lübeck bevorstehenden Tagung unterbreitet werden. Die Motivierung des Antrages geht dabei
in.
Wer sich in den letzten Jahrzehnten um die Wohnungsverhältnisse ein wenig bekümmert hat, der mußte die Wahrnehmung mach,en, daß diese Verhältnisse auch da, wo sie sich noch nicht zur „Frage" zugespitzt chatten, immer mehr diejenigen Räumlichkeiten cinengten ober ganz verschwinden ließen, welche man ehedem von Traditionswegen snr einen ober mehrere liebe Gäste zu reservieren pflegte. Allmählich „schien das Fremden- ober Gastzimmer als em Luxus, d^i sich nur bie Behausung des Reichen und auch diese nur mit gewisser Einschränkung gestatten konnte. In der tunebmenden Nervosität der Menschen von heute fitste man u. a. den Grund für die sichtbare Abnahme der Gastfreundschaft Tie Eigenheiten hatten suh so ausgebildet,
Weber für ben Gast noch den Gastgeber ein längeres gemeinsames Bewohnen der gleichen Räumlichste Mr Erhöhung des Lebensgenusses beitragen kannte. Ganz recht. Wenn man den etwa zu erwartenden Gast al- eine Unterbrechung in den Lebensgewohnheiten empfindet, wird man sein Erscheinen als mehr ober imnbet große Storung betrachten. Völlig anders gestalten sich l-d-ch die Dinge, wenn von vornherein bei der Anlage des Hauses, Einrichtung ^ Gemächer aus sein Vorhandensein sinnige überlegende Mcksicht genommen wird. Tas geschieht nun oder ist Diel« Ä geschehen in den Häusern der Kunstlerkolonie^ die d-xüs biirrf)' alles andere eher wirken als durch dre Große d>Er Dimensionen. Raumausnützung! Wie schrecklrch verehrt pflegte man 'ich bad) in den letzten Jahrzehnten dieser Parole zu bedienen, indem man )ie sich geradezu
im Sinne der Raumverstellung und Raumverengung auslegte. Praktische Wohnungseinrichtung schien mit den Gesetzen der Schönheit nicht das geringste zu thun zu haben. Und nun kommt eine kleine Schar von zielbewußten Künstlern, die zugleich jung genug sind, um gesellige Bedürfnisse zu haben und den Sinn des Wortes: „Ter Mensch bedarf des Menschen!" in seinem vollen Umfange zu erfassen, und zeigt der erstaunten Welt, daß Schönheit und Zweckdienlichkeit nicht nur die gleiche Straße wandern können, sondern von rechiswegen wandern sollen, und daß die Behaglichkeit eines zum Alleinbewohnen bestimmten Hauses nicht im gerinsten dadurch verliert, wenn man ihr auch eine deutlich ausgesprochene Beziehung zum erbetenen und bewirteten Gaste giebt. Das Gastzimmer ist in den Bauplan der ganz auf den Geschmack und die Individualität ihrer Besitzer zugestimmten Künstlerheime liebevoll hineingezogen worden.
So ist z. B. in dem Haus von Peter Behrens ber der Anlage der sich im Dachgeschoß befindlichen Gästezimmer dem Prinzip der Separierungsmöglichleit, für das bekanntlich die Engländer großes Verständnis zeigen, in hohem Maße Rechnung getragen. Gleichsam im kleinen sollen hier dem Gaste alle Wohnungsbequemlichkeiten ge- geboten werden. Indem die Stuhlsäulen zur Gliederung des Gemaches ausgenutzt wurden, gliederte sich dieses in einen Wohn- und einen Schlafraum, und der anschließende Balkon bietet dem Gaste einen Aufenthalt im Freien, ohne ihn mit Hausgenossen in Berührung zu bringen.
Tie Gastzimmer im Hause Olbrich sind nach den feinsten ästhetischen Gesichtspunkten durchaebildet. Im blauen Gastzimmer soll den Fremden durch ben Farbenton der Möbel und der Wand, sowie des Fußbodenbelages in einem tiefen Saphyrblau das Gefühl breiter behaglicher Ruhe überkomnren, wogegen chn das grüne Zimmer, „ein Raum, der einem frischen Morgen gleicht", mit seinen
aus dem ßlrün des Tannenwaldes in Eichenholz gearbeiteten Möbeln, seinem Wandornament von gelben Pappelrosen und seinen farbigen Intarsien auf weißer Wand in junge, kräftige Taseinsstimmung versetzen muß.
Tie „Spiele" im Bühnenhause nehmen ihren Fortgang und zwar in der Weise, daß, mag auch heute ein Konzert, morgen eine spiritistischl-hypnotische Soiree auf dem Programm stehen, doch immer die seinen Stimmungspoesien Wilh. Holzamers*) den Darbietungen dieser ersten Wochen das Gepräge aufdrücken. Gewiß, nur ein kleines Auditorium finden diese Spiele. Es werden nur immer wenige sein, die im stände sind, in ihrer nachschaffenden Phantasie einen Resonanzboden zu bieten für eine Dichtung wie z. B. den „Brunnenzauber", die in nichts anderem besteht als in einem Zwiegespräch zwischen einer aus der Brunnenröhre auftauchenden lebensdurstigen Nymphe und dem Standbild eines Ritters. Der Zauber des Mondlichts hat ihnen beide die Zunge gelöst; aber dennoch spricht jeder in seiner Sprache; die beiden Welten bleiben strenge von- einanter geschieden. Ihre Liebes- und Lebenslust findet feinen Zugang zu seinem steinernen Leben. Was sie noch ersehnt und erhofft, hat er schon längst hinter sich und zum Ueberdruß genossen. Ter versteinerte Mann und das junge Weib — die passen nicht zusammen. Und in die Flüsterreden der beiden sendet das MondlicU seine geheim-- nisvollen Strahlen, plätschert das Brunnenwasser und tutet das Wächterhorn. Vielleicht würde die Szene auf den, der starker dekorativer Beihilfe nicht entbehren kann, wenn in ihm Illusionen erstehen sollen, nachdrücklicher wirken, wenn das „Bild des Ritters" neben dem Brunnen schärfere Modellierung, statt der unplastischen ' Flächenbehandlung aufwiese, dem ließe sich ja leicht abhelfen. Dr. M.
•) Verlag von Eugen Diederichs in Leipzig. Preis 1 Mk.
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Lebensmittel und des Feuerungsmaterials. Tie Arbeiterzahl hat sich dann aud) nicht in dem Umfange vermehrt, was auf eine Verdrängung der männlichen Arbeitskräfte durch die billigere Frauenarbeit hinausläuft. In der Kleiderstoffindustrie des Bezirks Glauchau-Meerane ver dienten geschickte und fleißige Weber, die in früheren Jahren bei gutem Geschäftsgang dis zu 20 Mk. wöchentlich verdienten, im Berichtsjahr oft nur 10 Mk. pro Woche! Nach der ganzen Art und Weife der Berichterstattung kann man den Auftichtsbearnten Fleiß und Gewissenhaftigkeit nicht absprechen. Es sind über 70 Prozent der Betriebe revidiert und in 1471 Betrieben Verstöße gegen die Schutzbestimrn ungen festgestellt worden; aber der eigenartige Geist, der in sozialpolitischer Beziehung in Sachsen und Preußen im Gegensatz zu Süddeutschland herrscht, beeinflußt auch die Berichte der Gewerbeinspektoren. Man vermißt ein Eingehen auf die Existenzverhältnisse der Arbeiterschaft und auf ihre Organisationsbestrebungen fast vollständig. Ter Verkehr der Aufsichtsbeamten mit den Arbeitern geht im allgemeinen mehr und mehr zurück, während der Verkehr mit den Unternehmern als befriedigend bezeichnet wird. Unter dem Mißtrauen der Arbeiter leiden auch die für jeden der fünf Regierungsbezirke bestellten fünf weiblichen Vertrauenspersonen, die bis auf weiteres Beschwerden und Wünsche der Arbeiterinnen mündlich oder schriftlich entgegennehmen, und der zuständigen Kreishauptmannschaft übermitteln sollen. In Bautzen-Zittau ist die neue Einrichtung von den Arbeiterinnen nur einmal in Anspruch genommen worden und im Chemnitzer Bezirk hat die weibliche Vertrauensperson nach dem Bericht „kein einziges Mal Veranlassung gehabt, mündliche oder schriftliche Anträge oder sonstige Anliegen entgegenzunehmen". Tie weiblichen Vertrauenspersonen klagen über große Ängstlichkeit der Arbeiterinnen, die aus Furcht vor den Unternehmern nicht wagten, mit der Sprache herauszurücken. Hoffentlich gelingt es den weiblichen Vertrauenspersonen, sich das Vertrauen der Arbeiterinnen zu erwerben.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen


