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Elberfeld, 1. Mai. lexander Wüster (Gro= des Präsidenten, er habe Er interessierte sich feiner« \be junge Dame, die dort meldete er sich im März ' Magdeburg. Er wurde mb wegen allgemeiner ib chronischen Leidens
,ns Wüster sen. bemertt, annover sein Jahr, ab- ter von ihm verheirate: ohn wollte in Magdeburg lbst lebende junge w t ein Notizbuch gefunden jimmel gemachten Ju| jenen fein &ofyn sreige« gfter en. bemerkt .« «be sich "*em± n eingeleitet roar, diese [ter in Gronenberg ab»
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Tie Angeklagten Hermann Hufschmibt, Karl Schmidt -und Karl Kremer geben zu, bei Baumann gervefen zu sein. — Präs.: Nun, Baumann, was sagen Sie dazu- — Baumann: Ich habe dem Hufschmidt n>eder Pillen gegeben, noch demselben geraten, sich in Bochum zu stellen, ich kenne die Hufschmidts überhaupt nicht.
Präs.: Herr Oberstabsarzt Dr. Schimmel, finden Sie es nicht ausfallend, baß bei den vier Musterungen, denen der Angeklagte sich unterzogen hatte, ein Herzfehler nicht vorgefunden wurde?
Tr. Schimmel: Tas schließt doch nicht aus, das; schließlich doch ein Herzfehler vorhanden war.
Generalarzt Tr. Stricker: Der hier anwesende Oberstleutnant v. Oer, der sechs Jahre lang bei den Aushebungen die Listen geführt hat, wird bestätigen, daß es bei jedem Bezirkskommando bekannt ist, daß bei Gestellungspflichtigen bei drei Musterungen kein Herzfehler gefunden wird, bei der Generalmusterung sich aber ein solcher ergiebt. — Präs.: Ist es aber nicht möglich, daß in dem vorliegenden Falle der Herzfehler nicht vorhanden war? — Generalarzt Dr. Stricker: Herr Präsident, ich wiederhole, Dr. Schimmelwar und ist einEhrenmannundwird auch ein Ehrenmann bleiben. — Präs.: Herr Generalarzt, die Schlußfolgerung zu Ziehen, ist Sache des Gerichtshofes. Ich ersuche Sie, vom militärischen Standpunkte zu sagen: Liegt die theoretische Möglichkeit vor, daß in dem vorliegenden Falle Herr Tr. S ch, immel sich geirrt hat, oder daß er getäuscht worden ist? — Generalarzt Stricker: Diese Möglichkeit halte ich nick)t für ausge schlossen. — Präs.: Existiert nicht die ausdrückliche Vorschrift für die Militärärzte, bei den Aushebungen mit der größten Sorgfalt, unter Anwendung aller Hilfsmittel der Wissenschaft äh verfahren? — Tr. Stricker: Allerdings. Selbstverständlich ist das letztere praktisch kaum ausführbar.
Auf Anregung des Bert. R.-A. Tr. Wallach, bemerkt Generalarzt Tr. Werter, daß er eine Bemerkung zu machen habe. — Ter Präsident bedeutet dem Generalarzt, daß er »hm nur das Wort geben könne, um ein Gutachten auf Grund der mündlichen Verhandlung abzugeben. — Generalarzt Tr. Her ter: Herr Präsident, ich bin hier im höheren Auftrage. — Präs.: Herr Generalarzt, Sie haben aber nur den Auftrag, hier Sachverständiger zu sein, und nicht, um Schlußfolgerungen zu ziehen; diese stehen lediglich dem Gerichtshöfe zu. Ich kann Ihnen das Wort nur geben, wenn Sie eine neue Thatsache anzuführen haben. — Generalarzt Tr. Herler: Tas will ich. — Präs.: Dann haben Sie das Wort. — Generalarzt Tr. Herter: Der Herr Präsident äußerte, aus die Bemerkung meines Kollegen Stricker, es käme häufig vor, daß bei den ersten drei Musterungen ein Herzfehler nicht entdeckt, dieser aber bei der vierten Musterung gefunden werde; „es liegt doch auch die theoretische Möglichkeit vor, daß, wie die Anklage behauptet, der Herzfehler alsdann auch bei der vierten Musterung nicht gefunden werden kann". Ich habe darauf zu bemerken, daß ich diese Möglichkeit mit meiner militärärztlichen Erfahrung nicht in Einklang bringen kann. — Ter Präsident bemerkt, daß diese Aeußerung sich nicht im Rahmen eines Gutachtens bewege. — Generalarzt Tr. Herter: Ich hielt es von meinem militärärztlichen Standpunkte für geboten, diese Erklärung abzugeben.
Tie Angeklagten Handlungsgehilfen Ernst und Franz Wester (Ohligs) stehen nebst ihrem Vater, dem Fabrikanten August Wester, ebenfalls im Verdacht, zwecks Freimachung die Hilfe Baumanns in Anspruch genommen zu haben.
Tic Angeklagten bestreiten ihre Schuld mit voller Ent- tzchiebenheit. — Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Wallach wird hierauf der Bezirkskommandeur, Oberstleutnant Frhr. v. Oer, der bekanntlich im Auftrage des Kriegsministeriums der Verhanblung beiwohnt, als Zeuge vernommen. Dieser bekundet, es komme vielfach vor, baff bei Musterungen Fehler gefunben werben, die bei spateren Musterungen nicht gefunden werben. Es entstehe baburch nicht ber geringste Verbacht, irgend ein Arzt habe mala fibe gehanbelt.
Tie einzelnen Anklagefälle sinb nunmehr sämtlich er- ibebigt. Tie Verhandlung wird auf Donnerstag, vormittags 9 Uhr vertagt. Es soll morgen noch eine „Nachlese" stattenden, und Freitag die Plaidoyers beginnen.
Elberfeld, 2. Mai. Im Militärbefreiungsprozeß würden heute mehrere Zeugen über den Vekehrr Bau
manns mit Tr. Schimmel vernommen. Tie meisten derselben teilen -einen solchen Verkehr bestimmt in Abrede, nur eine Zeugin will in Baumann denjenigen erkennen, der bei ihr nach ber Wohnung Dr. Schimmels gefragt habe. Anbere Zeugen befunben, sie trauten Schimmel nicht zu, baß er sich habe bestechen lassen. Morgen beginnen bie Plaiboyers.
Aus Ztavt uniT
Gießen, den 3. Mai 1901.
Auszeichnung. Dem Regierung-- und Baurat S t ü n • dock, Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M wurde das Ritterkreuz 1. Kl. des Großh. Hess. Verdienst- Ordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Das Großh. Regierungsblatt Rr. 32, ausgegeben am 30. April 1901, enthält: 1. Bekanntmachung, die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Spar- und Kreditkasse zu Groß- Umstadt betr. Vom 24. April 1901. 2. Bekanntmachung, die Errichtung einer Rotlauf-Jmpfanstalt betr. Vom 25. April. 3. Bekanntmachung, die Errichtung einer besonderen Baubehörde für die Erweiterungsbauten der Technischen Hoch schule zu Darmstadt betr. Vom 22. April.
Alldeutscher Verband. Wir machen bie Mitglieder auf den am Samstagabend auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe im Cafs Ebel stattfindenden Vortrag des Prof. Samasfa aus Berlin über „bad Deutschtum inj den Donauländern in seiner Bedeutung für die Weltpolitik- aufmerksam.
** Konzert des Akademischen Gesang-Vereins. Wie unsere Leser schon aus .dem Anzeigenteil unseres Blattes ersehen haben werben, wirken bei dem am 8. b. Mts. in Steins Saalbau nachmittags halb 6 Uhr statt- finbenben Konzerte eine stattliche Reihe von Solisten mit. Schumanns Faustmusi t ist sehr reich an solistischen Gesangspartien unb Ensemblesätzen, als Duetten, Terzetten unb Quartetten, insbesonbere verbienen bie verschiedenen Ensemblesätze für Frauenstimmen hervorgehoben zu werden. An und für sich enthält das Werk ja nicht weniger als allein schon sechs Partien für Baß- oder Bariton-Solo: Faust, Mephistopheles, Böser Geist, Pater profundus, Pater Seraphicus und Dr. Marianus. Sopransoli sind die Gretchenpartie, die Sorge, sowie bie zum Teil boppelt- gesetzten Ensemblesätze für Frauenstimmen unb bas Terzett der Magna peccatrix, Mulier Samaritana, und Maria Aegyptica zusammen mit Altsolis, und ber Tenor beherrscht bie Partie bes Pater ecstaticus unb bes Ariel. KurÄ, es kann bei keiner Faustaufführung baran gebacht werden, jebe biefer Partien burch einen besonberen Solisten zu besetzen, überall müssen zwei Vertreter jeber Stimmgattung sämtliche Soli übernehmen, nur in ganz besonbers großen Verhältnissen können ausnahmsweise noch ein ober zwei Stimmen mehr hinzugezogen werben. Diesen Um- stänben ist auch bei der bevorstehenden Aufführung Rechnung zu tragen gewesen und wir freuen uns umsomehr, konstatieren zu können, daß für die wichtigsten Partien vorzügliche Gesangskräfte gewonnen worben sinb. In erster Linie wollen wir Frau Kammersängerin Emma Hille r- Rückbeil hervorheben. Was das Gießener Konzertleben dieser begnadeten Sopranistin schon verdankt, ist wohl noch in aller Erinnerung, und wir sehen bem kommenden Genuß mit einer Spannung entgegen, mit Erwartungen, bie sicherlich erfüllt, wo nicht übertroffen werben. Frau Hiller darf einer freubigen unb bankbaren Aufnahme in Gießen gewiß sein. Noch nie im Stich gelassen hat uns Herr Adolf Müller, wo es galt, ber guten Sache zu bienen, und seine sonore, klangvolle, echt baritonale Stimme werden wir immer wieder mit Vergnügen anhören. Herr R. Fischer schaut auf einen verheißungsvollen, an Konzerten reichen Winter zurück; wir haben in ihm bei verschiedenen Gelegenheiten einen Sänger kennen gelernt, ber es wie wenige versteht, seine temperamentvolle Hingabe an bas Kunstwerk zum vollen Ausbruck zu bringen. Es war ihm unter anderem mehrfach vergönnt, unter Felix Weingartners Dirigentenstab als Solist mitzuwirken, überall mit bestem Gelingen und gutem Erfolge. In Herrn H e l l m r i ch hoffen wir einen Bassisten kennen zu lernen, der mit seines Basses Grundgewalt seiner Aufgabe herrlich
gerecht werden wirb; ganz besonders freuen wir uns auf einen Pater profundus! Fräulein Groß ist eine verheißungsvolle Anfängerin, für die uns allen wohl bie auf ic gefallene Wahl unseres Universitäts Musikdirektors G. Trautmann volle Gewähr für eine tüchtige Leistung giebt, und wir werden sie mit dem Wunsche geleiten, eS möchte ihr die hiesige Faustaufführnng bä* erste Blatt zu einem reichen Ruhmeokranze auf dem erwählten Kunstgebiete bedeuten. Die kleineren Gesangspartien sind zum Teil mit uns allen wohlbekannten und geschätzten Freunden der edlen Sangeskunst besetzt, die schon so manchesmal zur Freude jedes Kunstfreundes ihrer Aufgabe mit Hingebung gerecht geworden sind. Schließlich erfahren wir, daß das Orchester durch eine große Zahl von Frankfurter G ä st e n verstärkt werden wird, die gewiß zum Gelingen des tzlanzen im reichsten Maße beitragen roeroen. Für das Eellosolo ist Herr Johannes Heg ar mit einem vortrefflichen Instrumente gewonnen, ein Mnstler, bem es, wie wir metbeten, unlängst vergönnt war, sich in Paris bei einer Matinee bes Figaro mit bestem Erfolge hören zu lassen. Er ist uns ja von ben Hainmcrmufif- abenben bestens bekannt imb wird an ber Ehrt.des Abends in reichem Maße teilhaben. So dürfen wir auch au dieser Stelle nur wünschen, es möchte sich niemand ein Konzert entgehen lassen, das einen hohen edlen Genuß verspricht und nur selten zu Gehör gebracht werben kann.
-m- Harbach, 30. April. Hier sand vorgestern eine Delegierte »Versammlung ber Kriegervereine des Bezirks Lich statt. Nach Begrüßung ber Erschienenen durch ben Bezirkspräsibenten Ble i sprach Lehrer Erbmann über die Bedeutung der Kriegervereine für unser deutsches Volksleben. — Am 7. und 8.^Juli sindet hier ein Sängerfest, verbunden mit Fahnenweihe des Vereins „Germania" statt, wozu Anmeldungen ber geladenen Vereine schion zahlreich eingelaufen sind.
O Ulrichstein, 2. Mai. Das erste Bezirkskrieger- fest des „BezirkSkriegerverbandes Ulrichstein und Nmgegend- findet hier am 9. und 10. Juni statt. Zugleich verbindet bimit der hiesige Kriegerverein fein 25jährigeS Jubiläum unb die Einweihung des neu errichteten Kriegerdenkmals.
Meine Mitteilungen an» Hessen und den Rachbarstaate». Die Sozialdemokraten in Marburg hatten Mittwochabend unter starker Beteiligung eine Maifeier veranstaltet, bei der Stadtverordneter Krumm aus Gießen eine Rede hielt Über die Bedeutung der Maifeier für die Arbeiter. — Geh. Kommerzienrat Jakob Freiherr v. Mayer, Chef des großen Ge- treidehauses in Coburg und in Frankfurt a. M., ein intimer Freund bes verstorbenen Herzogs Ernst II., ist heute nachmittag verstorben.
SWsrrschrichleu
: norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl LooS.
Bremen, 30. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Großer Kurfürst, Kapt. W. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in New-Jork angekommen.
Bremen, 29. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Norderney, Kapt. R. Pesch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 27. April 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Galveston angekommen.
Der Postdampfer „FrieSland der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 29. April wohlbehalten in Newport angekommen.
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Iß dem hiesigen Handelsregister wurde gewahrt, baß bie Firma „August Frensdorf" zu Lang-Göns ihre« Sitz nach Gießen verlegt hat.
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