'Helmen wie Riesenpilze aussahen. 9hin wußten wir, woran wir waren, fingen an zu feuern mit dem Erfolge, daß, unsere Gegner sofort int Grase und hinter den nächsten „Klippen" verschwanden, einige von ihnen anscheinend verwundet, denn man vernahm durch das Geschieße hindurch ihr Aechzen und Stöhnen. Nach kurzer Zeit entschlossen wir uns zum Umgehen der Engländer und Avancieren; von links her gelang es einem von uns, dem Feinde in den Rücken zu kommen, und als seine ersten Schüsse erschallten, sprangen verschiedene Engländer auf, um sich durch die Flucht zu retten, andere schossen wir hinter den Klippen ab, da keiner sich ergeben und unserer Aufforderung „Hands uP" Folge leisten wollte. Ta nun von allen Seiten Engländer gegen unsere Kopse anrückten, mußten wir schleunigst und unter heftigem Feuer des Feindes retirieren, wir verloren aber wunderbarerweise bei der ganzen Affaire weder einen Toten noch Verwundeten, während wir allein sechs tote Engländer zählten, darunter einen Offizier. Tie Engländer schossen, wie gewöhnlich, viel zu hoch, die uns gegenüber hinter den Klippen und im Grase Liegenden wagten nicht, ihre Köpfe zu erheben und knallten nur blind darauf los, während unsere Kugeln gegen die ihnen Schutz bietenden Steine anschlugen oder hart über dem Boden durch das Gras zischten. Ruhiges, langsames Zielen und Schießen, das ist die Hauptjache im Gefecht, bei den Engländern' giebt es aber meist nur viel Lärm um nichts.
Daß die Engländer selbst der Gemalt ihrer Waffen zur Beendigung des Krieges nicht ganz trauen, erhellt wohl am besten daraus, daß sie auch die Macht des Goldes noch heranzuziehcn suchten und ihr gewöhnliches Mittel, die Bestechung, ausprobierten. Sowohl dem General-Kommandant Louis Botha und General Del ar e y-wie dem Präsidenten Steijn und De Wet haben sie ein Jahrgehalt von, wie man sagt, zehntausend Pfund Sterling angeboten, wenn sie die Waffen niederlegten. Ja, „im Kriege gelten alle Mittel", denkt der praktische John Bull' und bestechen ist entschieden billiger wie Krieg führen. Daß die Explosion der Geschoßfabrik in Johannesburg auf englische Machenschaften ^urückzuführen ist, unterliegt ebenfalls keinem Zweifel; die Opfer bei letzterer Katastrophe waren zum größten Teil Italiener.
Verbandstag der deutschen evangelischen Pfarrervereine.
X. D a r m st a d t, 29. August.
Heute früh einviertel 10 Uhr begannen die Verhandlungen der gesamten Deutschen evangelischen Pfarrer-Vereine, nachdem eine Vorstandssitzung vorhergegangen war. Anstelle des durch Krankheit verhinderten Vorsitzenden, Superintendenten a. D. Sternberg - Selchow bei Kehrberg (Pommern), übernimmt die Leitung der Verhandlungen das Vorstandsmitglied Superintendent Dr. R a t h- m a n n-Schönebeck (Sachsen). Nach Absingen des Liedes „Eine feste Burg" hält der Vorsitzende eine erbauliche Ansprache, Fürbitte und Gebet. Die nunmehr erfolgte Feststellung der Präsenzliste ergiebt die Anwesenheit von 16 Landesvereinen' 'mit 58 Stimmen. Es sind vertreten: Altenburg, Berlin, Brandenburg, Braunschweig, Coburg, Gotha, Hannover," Hessen, Cassel, Sachsen-Meiningen, Nassau, Ostpreußen, Pommern, Posen, Rheinprovinz, Braunfels, Simmern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Westpreußen.
Vor Eintritt in die Beratungen wird zunächst der Antrag des Berliner Pfarrervereins, der seither zu Brandenburg zählte, aber immer schon eine selbständige Stellung cinnahm, um Ausnahme in den Verband der Deutschen Pfarrervereine beraten. Nach eingehender Begründung des Berliner Vertreters, der nachwies, daß der Verein, 139 Mitglieder zählt, eigene Sterbekasse und eine ganze Reihe eigener Wohlfahrtseinrichtungen mit gutem Erfolge eingeführt hat, wird dem Antrag, der eigentlich gegen die Statuten verstößt, da nur Landesverbände in den allgemeinen Verband ausgenommen werden können, mit der Motivierung: In Anbetracht der Ausnahmestellung, die Berlin sowohl in kirchlicher, wie in politischer Beziehung einnimmt, stattgegeben.
Es folgten nunmehr die Beratungen über die Vorlagen des Verbandsvorstandes, als deren erste die Erledigung des Stendaler Beschlusses über die Ortsschulinspektion angesetzt war, über die man aber auf Grund der durch den abwesenden Vorsitzenden Sternberg eingeleiteten befriedigenden Schnitte zur weiteren Tagesordnung übergehen konnte.
Pfarrer Schrader -Breitenbach bei Bebra referierte hierauf über die Erledigung des Stendaler Beschlusses, betreffend die engere Verbindung der Landeskirche. Nach vorgenommener Enquete hat sich eine Anzahl der Vereine für, eine andere Anzahl dagegen ausgesprochen. Auch der Hessische Pfarrerverein hat Stellung gegen diesen schwer durchzuführenden Antrag genommen. Dem Zweck werde besser gedient, wenn man zur Bildung möglichst vieler Psarrervereine beitrage und dafür sorge, daß sich alle dem Deutschen Verband anschließen.
Von 16 Verbänden haben 9 geantwortet und 7 geschwiegen. Von 8 außerhalb stehenden Vereinen hat nur einer sich zustimmend geäußert, von diesen 10 Antworten seien zusammen 7 gerade der hervorragendsten Vereine für die Sache günstig ausgefallen.
Der Referent beantragt eine Resolution. Inzwischen rechtfertigt Pfarrer Wahl-Langen die Stellung des Hessischen Pfarrervereins gegen den Antrag in eingehender Weise und führt besonders an, daß auch der Hessische Pfarrerverein von Herzen das hohe schöne Ziel erstrebe, daß dazu aber die Zeit noch nicht gekommen sei; denn er befürchtet, daß die nötige Festigung innerhalb des Verbandes noch nicht vorhanden sei, was ja schon die lässige Behandlung seitens einzelner Vereine ergebe. Die Pfarrvereinsbewegung sei hierfür noch nicht reif und noch nicht selbständig genug; man müsse vorsichtig zu Werk gehen, da man den Erfolg vielleicht nicht absehen tonne.
Pfarrer So ld an und,Superintendent T e i ß m a n n- Wiesbaden sprechen für die Resolution Schrader und glauben, daß die Befürchtungen des hessischen Vertreters grundlos seien; denn gerade der engere Zusammenschluß, der einzelnen Landeskirchen werde das richtige Mittel sein, die Stellung der Kirche gegenüber dem Staate zu festigen.
Auch Pfarrer D i st e l p a n k - Berlin und Meyer- Sachsen beanstanden die Fassung der Resolution. Dieselbe wird alsdann in folgender Form gegen 12 Stimmen angenommen :
„Die Abgeordneten des Vereins der Deutschen Evangelischen Psarrervereine erkennen das Bedürfnis einer engeren Aneinanderschließung der deutschen evangelischen Landeskirchen au und beschließen die Einsetzung einer Kommission zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit." Die Kommission besteht aus den Herren: Schrader- Breitenbach, Wahl-Langen, Meyer-Sachsen, Deiß- mann- Wiesbaden und O v e r d i e k - Hannover.
Ter Vorsitzende nimmt hierauf Veranlassung, den inzwischen erschienenen Prälaten D. H abicht zu begrüßen.
Pfarrer P i l l m a n n - Uehrde (Braunschweig) berichtet hierauf über die Ausführung des Stendaler Beschlusses betr. die „Los von Rom"-Bewegung, resp. über die Stellungnahme der einzelnen Vereine dazu. Die meisten zeigen großes Interesse für die Sache und stellen teilweise regelmäßige, teilweise einmalige Unterstützungsbeiträge in Aussicht. — Pfarrer Frit s ch-Ruppertsburg erklärt, daß gleich anderen auch der Hessische Pfarrerverein bereit sei, außer den eingegangenen und noch eingehenden Geldern Asyle für übertretende katholische Priester zur Verfügung zu stellen. Ein Beweis für das bethätigte und anerkannte Interesse ist der Umstand, daß man den Schriftleiter des .Hessischen Pfarrervereins in den Vorstand der deutschen evangelischen Bewegung gewählt hat.
Aus der interessanten Diskussion geht noch hervor, daß bisher immer noch Mangel an geeigneten Hilfskräften vorhanden ist, da die entsandten 40 Vikare nicht ausreichen, ferner daß nicht immer die geeigneten Kräfte daselbst thätig sind, die das Evangelium hinreichend in sich ausgenommen haben, daß man auf die jungen Pfarr- kandid nen keinen Druck ausüben, sondern sich selbst überlassen !olle, damit nur diejenigen sich für die gute Sache interessieren, die das Bedüfnis, die heilige Ueberzeugung und die nötige Gabe haben, das Evangelium zu predigen; ferner daß von feiten des evangelischen Oberkirchenrates in Wien den Predigern nicht immer das nötige Entgegenkommen gezeigt wird, sodaß die Stellung daselbst eine sehr schwere ist.
Hierauf wird nachstehende Resolution angenommen: Die Abgeordneten-Versammlung des Deutschen evangelischen Psarrvereins in Darmstadt wolle
1. das Folgende erklären:
a) Tie Abgeordnetenversammlung zu Darmstadt hat mit Freuden Kenntnis genommen von dem Interesse, welches die Vorstände und Mitglieder der Deutschen evangelischen Pfarrervereine in der Unterstützung der österreichischen „Los-von-Rom"-Bewegung durch Wort und That, insbesondere auch durch bewiesenes Entgegenkommen gegen übertretende katholische Priester bekundet haben, und bittet dieselben, sich fernerweit der guten Sache mit Eifer zu widmen.
b) Die Abgeordneten-Versammlung empfiehlt den angeschlossenen Pfarrervereinen, zur Förderung der evangelischen Bewegung in Oesterreich mit den freien Vereinen des evangelischen Bundes und des Gustav- Adolf-Vereins in unmittelbare Beziehung zu treten, und richtet an die einzelnen Mitglieder der Deutschen evangelischen Pfarrervereine die besonders herzliche Bitte, bet Ankündigung kirchlicher Kollekten für den Evangelischen Bund, wie des Gustav-Adolf-Vereins, sowie bei Veranstaltung von Gemeinde-Familienabenden der „Los- von-Rom"-Bewegung mit warmen Worten zu gedenken.
c) Die Abgeordneten-Versammlung macht die Kandidatur des evangelischen Pfarramtes darauf aufmerksam (S. das bezügl. Inserat im Theol. Vakanzenanz. des Verbandes, redigiert von P. Pasche-Dieskau, Nr. 31 von 1900), daß für Oesterreich immer noch geeignete Hilfskräfte gesucht werden, das in weitesten Kreisen vorhandene Bedürfnis nach Verkündigung des göttlichen Wortes zu befriedigen und hofft, daß ihnen bei ihrer Rückkehr in die heimatliche Kirche Schwierigkeiten nicht entstehen.
2. Folgendes zu bestimmen:
Die Abgeordneten-Versammlung zu Darmstadt bestimmt, daß der Verbandsvorstand die für die „Los-von- Rom"-Bewegung in Oesterreich innerhalb des Verbandes der Deutschen evangelischen Pfarrervereine noch verfügbaren Barmittel in Uebereinstinimung mit dem evangelischen Bunde stiftungsgemäß verwendet.
Politische Tagesschau.
liebet die Art des Kaisers zu reden und im Reden plaudert ein Herr Schwaner in der Zeitschrift „Der VolkSer- zieher" wie folgt:
„Einige meiner Freunde haben sich darüber gewundert, daß ich die letzte Chinarede (die Bremerhavener) unseres Kaisers so „optimistisch" und „harmlos" aufgefaßt. Sie schreiben meine Gutgläubigkeit dem Umstande zu, daß ich auf Reisen in Oberbayern war, wo man „wenig Gelegenheit hat, die Tageszeitungen genau" zu verfolgen und infolgedessen Gefahr läuft, den Zusammenhang mit den neuesten Ereignisien zu verlieren. Wenn ich diesen meinen aufrichtigen Mitarbeitern hier antworte, so geschieht es nicht etwa, um mich zu rechtfertigen oder eine Richtung für den „Volkserzieher" anzugeben: ich stehe in Bezug auf die betreffende Kaiserrede noch genau auf demselben Standpunkt, den ich in Garmisch einnahm; und was den Kaiser selbst angeht, so habe ich auch da keinen Anlaß, irgend eine Ansicht von mir über ihn zu revidieren. Ich habe wiederholt den Kaiser sprechen hören und einige seiner Reden nachgeschrieben. Wer in der gleichen Lage mit mir ist, weiß, wie schwer es ist, solch einer Rede zu folgen und gar, eine richtig nachzuschreiben. Es kam vor, daß unser vier, jeder einzelne Vertreter eines besonderen Blattes, einen anderen Wortlaut niedergeschrieben hatten. Um die tollste nWider- sprüche zu beseitigen, blieb uns nichts anderes übrig, als aus den vier Reden durch Redigieren eine zu sixireM. Es hat niemand nachher gemerkt — auch das amtliche Wolfssche Bureau nicht — „wie die neueste Taufrede Sr. Majestät" zusammengeschweißt war. Sre galt für echt vom ersten bis zum letzten Buchstaben! Und doch konnte sie es nicht sein. Denn der Kaiser, der selten allen verständlich spricht, redet zwar stets zu Anfang so langsam und deutlich, daß man bequem nachschreiben kann. Rach und nach beschleunigt sich aber das Tempo der meist improvisierten Rede, um sich schließlich fast zu überstürzen. Dann heißt es abwechselnd stenographieren, jeder einen oder zwei Sätze, während der andere gespannt aufmerkt I So entstehen die wortgetreuesten Kaiserreden. Wenn aber j-der auf seine eigene Faust losschreibt, womöglich mit halbem Ohre hört oder gar noch niederschreibt, was man vermutet oder hofft, daß es „Majestät sprechen würden", so entstehen die Reden von „Pardon wird nicht gegeben". Da fehlt nur noch der Zusatz: „Weiber, Greise und Kinder werden aufgespießt I" . . .
Das angeführte Beispiel „Pardon wird nicht gegeben- ist nicht glücklich gewählt, da dieser Ausspruch auch vom „Reichsanzeiger" abgedruckt, also doch wohl als thatsächlich erfolgt zu betrachten ist. Im übrigen mag es sich mit den Schwierigkeiten einer korrekten Wiedergabe kaiserlicher Reden so verhalten, wie oben geschildert wird, um so näher läge es aber deshalb, daß bei wichtigen Reden stets eine amtliche Veröffentlichung derselben stattfände.
Zur Vorgeschichte der Ernennung des Grafen Waldersee teilt daS Organ der deutsch-sozialen Reformpartei, die „Deutsch-Sozialen Blätter", angeblich aus ganz sicherer Quelle Folgendes mit: „Eine hohe Frau, von deren schwerer Erkrankung einzelne Zeitungen jüngst zu berichten wußten, ist keineswegs so leidend, daß sie nicht noch jede Gelegenheit wahrzunehmen bereit wäre, um die Interessen ihres Vaterlandes zu fördern. Sie kennt den hohen Sinn ihres erlauchten Sohnes, der daraus gerichtet ist, dem deutschen Volke den ersten Platz unter den Völkern der Erde zu sichern, und da man neuerdings in England wieder einmal entdeckt hat — und ein englischer Staatsmann hat cs in den letzten Tagen offiziell ausgesprochen —, daß die Interessen Englands und Deutschlands in den meisten Fällen die gleichen seien, so schien der Zeitpunkt sehr geeignet, dem Deutschen Reiche eine Ehrung zu erweisen. Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland, bekanntlich eine Enkelin der Königin Viktoria, der dieser Plan unterbreitet wurde, hat ihren hohen Gemahl dann veranlaßt, unserem Kaiser den Vorschlag zu machen, daß Gras Waldersee zum Oberbefehlshaber präsentiert werden möge. Zarte Damenhände haben also dem Deutschen Reiche die verantwortungsreiche Ehre der Führerschast in Ost- asien verschafft."
Die Nordd. Allg. Ztg. behauptet, daß an dieser Erzählung nicht ein wahres Wort sei. Man wird dem amtlichen Blatte also glauben müffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 30. August 1900.
* * Auszeichnung. [Dem Gerichtsschreiber Fe ick irr Friedberg wurde aus Anlaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums zum 29. August d. Js. die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* * Besttzwechsel. Die Villa unseres seitherigen Oberbürgermeisters Gnauth ist sür 35000 Mk. in den Besitz deS Regierungsbaurats Roth, desgleichen das Lotz'sche Haus in der Neustadt sür 100000 Mk. in den Besitz deS Herrn Borrmann übergegangen.
Bad-Nauheim, 28. August. Am letzten Montagvormittag besuchte, wie gemeldet, der englische Thronfolger, Prinz von Wales, von Homburg aus unser Bad, nahm in Gemeinschaft mehrerer Damen und Herren im „Kaiserhos" den Lunch ein und besichtigte sodann unter Führung des Bademeisters Kissel die Sprudel, die Badehäuser, Park, Kurhaus usw. Der Prinz fuhr in 45 Minuten von Homburg in einem Petroleum-Dampf-Automobil hierher, begleitet von dem Fabrikanten des letzteren. — Wie der „Bad-Nauh. Anz." schreibt, wurden eine Anzahl Hausburschen verhaftet, welche verdächtig sind, bei ihren Herrschaften Unterschlagungen und Betrügereien begangen zu haben. Mehrere der Burschen, die ebenfalls verhaftet werden sollten, zogen eS vor, sich davon zu machen. Auch eine Ladnerin wurde wegen Verdachts der Untreue gefänglich eingezogen.
△ Ortenberg, 29. August. Nach Veröffentlichung des Rechenschaftsberichts der Ludwig- und Mathil- denstiftung zu Ortenberg erfreut sich die Kaffe eines regen WachstumeS. Dank einer trefflichen Verwaltung, die in erster Linie dem verdienten Rechner Roth zuzuschreiben ist, wurden in 1899 dem Reservefonds, der bereits 109 115,45 Mk. betrug, wieder 3014,29 Mk. zugeschrieben. Der Ausstand an Kapitalvermögen beträgt weit über eine Million. Die alljährlichen Unterstützungen für Anstalten, Krankenpflege u. s. w. floffen reichlich, sodaß der Stiftung, die bislang so segensreich gewirkt hat, eine gedeihliche Weiterentwicklung in Aussicht steht.
x. Darmstadt, 29. August. Nach Schluß der gestrigen Beratungen der 10. Generalversammlung des Hess, evangel. PfarrvereinS sand im Kaisersaal gemeinsames Mittagessen statt, an welchem ca. 50 Personen teil* nahmen. Der Vorsitzende, Pfarrer Schrimpf-Butzbach, feierte in warmen Worten den Kaiser und den Großherzog durch ein beifällig ausgenommenes Hoch. Pfarrer Röschen- Winnerod feierte hierauf das hiesige Lokal-Komitee und den Vorsitzenden, Pfarrer Sch'impf; dem aus ihn ausgebrachten Hoch wurde jubelnd zugestimmt, woraus der also Gefeierte Worte des Dankes sprach und auf die Einigkeit unter den Amtsbrüdern jetzt und für alle Zeit ein Hoch ausbrachte. — Abends 6 Uhr fand in der „Stadt PfungstaM" eine Kommissionssitzung, den Pfarrverein und speziell das „Deutsche Pfarrerblatt" betr., statt, woran sich ein geselliges Zusammensein schloß, dem viele Amtsbrüder, zum Teil mit Familie, beiwohnten. . L . r „ „ ,
Hanau 29 August. Bei dem mit der Kmderheilanstalt in Bao Orb verbundene Pensionat wurde vom Regierungs- Präsidenten angefragt, wie viel Betten sür verwundete und erkrankte Krieger aus China bereit gestellt werden können. Die Antwort lautete, daß 70 Betten Mitte September zur Verfügung stehen können.
Uermsthtes.
* Berlin, 28. August. Acht Mitglieder der Berliner chinesischen Gesandtschaft traten nach der „Berl. Ztg." am Dienstag über Genua ihre Heimreise nach China an. Die Herren — es befinden sich darunter auch recht jugendliche — behalten, um etwaigen Belästigungen z»


