Ausgabe 
26.9.1900 Zweites Blatt
 
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A Ludwig Görnert VIII., Landwirt zu Queckborn, 11) H. 4-4)11. Wrlh. Kotter, Landwirt zu Alten-Buseck, 12) Georg Korell, Bürgermeister zu Sctnvabenrod.

?ta<l) dem Eröffnungsbefchlusfe wurde dem Ange­klagten zur Last gelegt, daß er sich am 5. Juni 1900 seiner damaligen Dienstmagd gegenüber eines Verbrechens gegen dre Srttlichkeit int Sinne des § 176 Pos. 1 Str.-G.-B. schuldig gemacht habe . Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit bis zur Ver­kündung des Urteils die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Dieses lautete, nachdem die Gesckstvorenen die auf Gruud des § 176, 1 gestellte Hauptfrage verneint, wohl aber die wegen tatsächlicher Beleidigung im Sinne des § 185 _SA.-G.-B. gestellte Hilfsfrage bejaht hatten, auf eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Der erlassene Haftbefehl wurde aufgehoben.

grannn geschickt werden. Hierbei ist das Porto bis Ham- burg vom Absender zu tragen. Die Adresse lautet: Bahnhofs-Kommandantur Hamburg", dazu die genaue Angabe des Adressaten. Die nächste Feld- brrespost nach, China geht von Berlin am 28. Sep­tember über Brindisi mit einem Dampfer der Peninsular and Oriental Steam Navigatton Company bis Shanghai Die Ankunft in Shanghai erfolgt am 2, November, in Tsingtau am 5. November. Befördert werden Briefe und Postkarten. Die Schlußzrit findet beim Marinepostbüreau ui Berlin morgens 10 Uhr statt. Doch empfiehlt es sich), die Sendungen möglichst früh zur Post zu geben. Welche Arbeit das Marinepostbüreau zu bewältigen hat, geht daraus hervor, daß mit der letzten Feldpost nach China und Cgypten nicht weniger als 80 000 Briefpostsendungen beim Marinepostbüreau eingegangen sind.

-w- Appenrod, 24. September. Bei der gestrigen Kirmes stürzte bei Beginn des Tanzes unter furchtbarem Geprassel die Musiktribüne zusammen, sodaß die Musiker zum Teil unter ®ben Trümmern begraben, zum Teil in weitem Bogen auf den Hof geschleudert wurden, glücklicherweise ohne sich oder ihren Instrumenten erheb­lichen Schaden zuzuziehen. Ebenso gebrechlich war der über der Dunggrube errichtete" Tanzboden, bei dessen Be­treten man jeden Augenblick fürchten mußte, durchzubrechen und in unangenehme Berührung mit der darunter befind­lichen übelriechenden Flüssigkeit zu kommen.

Darmstadt, 24. September. Gestern wurden der seit­herige englische Gesandte Buchanan und dessen Nachfolger Johnstone in Abschieds- beziehungsweise Antritts-Audienz empfangen.

Darmstadt, 24. September. Das Offizierkorps des 2. Garde-Ulanen-Regiments widmet dem verstorbenen Prinzen Heinrich von Hessen folgenden Nach­ruf :Fast fünf Jahre hat Hochherselbe in ruhmreicher Zeit an der Spitze des Regimentes gestanden und an Ehren und Anerkennungen geerntet, was zu erkämpfen war. Allen, die unter seinen Befehlen gestanden, wird, dem Soldat durch seine Fürsorge, die er ihm gewidmet, dem Offizier durch das ritterliche Beispiel, das er .gab, die Erinnerung an ihren heldenhaften Führer unvergeßlich sein."

bm. Mainz, 23. September. Freitag sand im kurfürst­lichen Schlosse hier die Jahresversammlung des Ge­samtvorstand es des Römisch-Germanischen Cen- rralmuseums statt, die diesmal ein besonderes Interesse bot, weil nach Erhöhung des Reichs- und Staatsbeitrages auf 38 400 Mk. durch die definitive Wahl der leitenden Beamten die im vorigen Jahre begonnene Neuorganisation ihre Vollendung fand. Außer den hiesigen Herren des Vorstandes nahmen an den Verhandlungen, die, abgesehen von einer Mittagspause, von morgens 9 bis abends 10 Uhr dauerten, folgende Vorstandsmitglieder teil: Prof. Dr. Mommsen, Geheimrat Virchow, Prof. Ranke, Prof. Furtwängler, Prof. Dietzler, Baurat Jakoby, Direktor Voß, Prof. Zangenmeister, Direktor Hettner, Prof. Dr. Faß, Regierungsrat Friedel, Pros. Dr. Gundermann - Gießen, Ministerialrat Soldan und Hofrat Wagner. Als Vertreter der Hess. Regierung war Frhr. von Gagern und als Vertreter der Reichsregie­rung der vortragende Rat im Reichsamt des Innern, Haus erschienen. Es wurde nach verschiedenen Vorschlägen beschlossen, der Regierung zur Ernennung als Direktoren Prof. Schuhmacher in Karlsruhe und Direktor Linden- schmitt in Mainz vorzuschlagen, und als Assistenten Dr. R e i ck e anzustellen. Außer der Feststellung des Voranschlages

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. September 1900.

Tagelö'hne in Gießen. Die Bürgermeisterei Gießen macht im Anzeigenteil die Festsetzung der ortsüblichen Tage­lohne, sowie der Durchschnittswerte der Naturalbezüge

Oerrchtssaat.

Mainz, 14. September. Vor der Strafkammer begann heute der Prozeß gegen den 62 jährigen Steuermann und Nachenführer Franz Hauck von Bingen wegen fahrlässiger Tötung. Das Bootunglück auf dem Rhein zwischen Bingen und Rüdesheim am 17. April,_daö siebzehn Menschenleben zum Opfer forderte, ist noch in frischer Er­innerung. Studenten und Geistliche, darunter auch einige Damen, hatten am 17. April imEnglischen Hof" zu Bingen an dem Osterferien- KommerS des Rheingauer Philisterzirkels katholischer Studentenvereine teilgenommen. Da das Trajektboot seine Fahrten nach neun Uhr abends einstellt, so Beauftragten sie den Nachenführer Franz Hauck, den Ange­klagten, mit der Ueberfahrt. Er verständigte seinen Bruder Karl. Dieser holte einen Nachen des Schiffers P. Jos. Schmitt, der größer als der Hauck'sche war. Aber auch der Schmitt'sche Nachen hatte nur Platz für 16 Personen; dennoch wurden 20 Fahrgäste aufgenommen; einige waren gezwungen, auf dem Schooß anderer Platz zu nehmen. Außerdem befand sich der Nachen in einem erbärmlichen Zustand. Franz Hauck ist nun angeklagt, weil er mit einem unbrauchbaren Nachen, von deffen schlechter Beschaffenheit er sich nicht vorher überzeugte, die Ueberfahrt unternommen hatte. Die beiden Brüder sollen, wie die An­klage behauptet, wohl gewußt haben, daß sich der fremde Nachen in einem äußerst vernachlässigten Zustande befand, trotzdem waren sie leicht­sinnig genug, mit der großen Last durch die dort stets vorhandene starke Strömung die Ueberfahrt zu wagen. Er gibt zu seiner Verteidigung an, er habe schon im Bette gelegen, als er von dem Kellner in denEng­lischen Hof" gerufen worden sei, um mehrere Personen überzusetzen. Er habe gefragt, wieviel Personen es seien, und da wäre ihm erklärt worden, ein Nachen voll". Der Preis für die Ueberfahrt sei auf 50 Pfg. für jeden Fahrgast festgesetzt worden. Er habe im Dunkeln die Fahr­gäste auf 16 bis 17 Personen taxiert. Der Wind sei nichthart" ge­wesen. Er bestreitet entschieden gewußt zu haben, daß der Nachen des Schmitt in Reparatur gewesen ist- Er will auch von dem schlechten Zustand des Bootes keinerlei Ahnung gehabt haben. Daß der Schmitt'sche Nachen auf 16 Personen geaicht war, habe er gewußt. Der Vorsitzende der Strafkammer, Direktor Obenauer, bemerkte hierzu, daß die Schiffer es bei der Befrachtung der Nachen nicht so genau nehmen. Der Angeklagte erklärte weiter:Als wir auf der Mitte des Stromes waren, baden die Leute plötzlich gesagt,- Wir sichen ja im Wasser!" Darauf habe ich erwidert:Warum habt ihr das nicht schon früher gefaßt. Ich hätte dann noch an daL

_ Ä? e? rst e F e l d p a ck e t p o st nach China geht = l?"0ver mit dem fälligen Dampfer des Norddeut­schen Lloyd von Bremerhaven ab. Weitere Postpackete ab: von Bremerhaven am 30. Oktober, 27. November und 2c>. Dezember; von Hamburg am 17. Oktober, 14. No­vember und 12.. Dezember. Die Packete müssen 24 Stunden ! vor Abgang der betr. Dampfer in Bremen eingehen, um befördert werden zu können. Die Feldpost - Packete werden von den Eisenbahnpostanstalten in Packetsäcke ver­packt und nach Bremen an die daselbst bei dem Post-- amt 5 auf dem Zentralbahnhof eingerichtete besondere v.^?vtmelstelle für Feldpostpackete" verschickt. Für die Be­förderung in Ostasien hat die Militärbehörde die Ge- Feldpostpackete dürfen bis 5 Pfund schwer, 35 Zenttmeter Feldpostpackete dürfen bisfünf Pfund schwer, 35 Zentimeter lang 15 Zentimeter breit und 10 Zenttmeter hoch fein. Die Verpackung hat in Kistchen oder festen Kartons mit äußerer Umhüllung von haltbarer Leinwand oder Wachs- leiuwand und mit fester Umschnürung zu erfolgen. Zur Aufschrift ist eine genaue und deutlich ausgefüllte Feld­postkarte zu verwenden, die auf der Sendung zu be­festigen ist. Die Karte muß außerdem den Absender und den Inhalt angeben. Das Porto beträgt für jedes Packet 1 Mark, die vom Absender zu entrichten ist. Postpacket- vbrefscn werden nicht beigegeben. Eingeschriebene, Wert- und ^Nachnahmesendungen find nicht zulässig. Flüssigkeiten, Lebensmittel und alles, was dem schnellen Verderben ausgesetzt ist, wird nicht befördert. Lttcht zu verwechseln ist dieser Packetdienst der Feldpost mit der einmaligen Gelegenheit zur Verschickung schwerer Packete an die An­gehörigen des ostasiattschen Expeditionskorps und des Oberkommandos, welche das Kriegsministerium eingerichtet hat. Hierzu wird das Ende September, etwa am 2/. oder 28. d. M., von Hamburg nach Ostasien abgehende Material - TransportschiffMara Kolb", benutzt. Es i dürfen dann an jeden Offizier und im Offiziersrang stehende Mitttarpersonen insgesamt 50 Kilogramm, an

tvurbe noch beschlossen, Anschaffung von Original-Alter- andern sroY" B.anj beschränkter Weis- vorzunehmeu, sodaß 699 lnJcmer Weise Konkurrenz gemacht werbe6

fi8un^ber'2O2,^'SFtCmbcr' bct ö-strigen Schluß

I s er eins für H^resversamnllung bes deutschen ^cretnö für Armenpflege und Wobltbätiakeit

Ur Der einstimmig angenommen:

die F§sorge^dtt (A.menwaisenpflege) ist

gesetzlich zulLssia ift Jugend, soweit dies landes-

GtMeindewaifenrsteS 'an GememdÄrg^ 6cB

(olbele Weaerlnnen unter Leitung eines »W «muMen. 6 °° 3«n.r'' b= lfJÄeSÄl!$ Tu-Ä esS1' 5 8

aus Mittels ^er wenig wohlhabenden Gebieten

der größeren korporativen Verbände (Landarmen.

! ^ovinzen, Kreise, Distrikte u. s. w.) und wo diese nLt ausreichen durch staatliche Beihilfe zu fördern und zu unterftüfcm. mit h?r °""enärztliche Tätigkeit muß in ständiger Fühlung K'PZegertschen Thätigkett bleiben. Wesentlich aus diesem S h f $,um mindesten in größeren Armenverwaltungen bas System der freien Arztwahl nicht durchführbar. 6

Schatz der Tagung bieten in üblicher Weise der Vollzug der Wahlen, die Mitteilung über die an den Zerem ergangenen Einladungen, das Schlußwort des Vor­sitzenden Seyffardt und der Dank der Versammlung für seine vortresfiiche, sachkundige und unparteiische Leitung. Einladungen für die nächstjährige Tagung liegen vor von Mannheim, Heidelberg, Lübeck, Posen; die Wahl des Ortes bleibt dem Vorstande anheimgestellt. Ausnahmsweise wird schon heute die Einladung der Stadt Elberfeld für 1903 angenommen, die in diesem Jahre die 50jährige Jubelfeier ihres berühmten Armensyftems feiert.

* * Die Pacht desWindhofes" übernimmt vom 1. Oktober ab Herr Otto Primfer aus New-Jork.

Die Ziehungsliste der landwirtschaftlichen Ausstellung«- lottene, gezogen in Darmstadt am 19. und 20. Sep- Umbcr, hängt in den Schaufenstern unserer Geschäftsstelle zur Einsicht aus. Die Ausgabe der nicht lebenden Ge­winne erfolgte von Montag, dem 24. September, ab in der Exerzierhalle von morgens 9 bis nachmittags 5 Uhr. Die - Gewinne werden acht Tage, die übrigen Gewinne «ter Wochen lang nach beenbeter Ziehung auf Kosten unb °er G-wmner ausbewahrt. Lebenbe Gewinne, zu­gehörige Wagen nebst Geschirren ec. werben nach acht Tagen verwertet, unb her Erlös wirb weitere brei Wochen zur Verfügung ber betreffeuben Gewinner gehalten Vier Wochen nach ber Ziehung verfallen bie nicht abgeforberten Gewinne, beziehungsweise bet lebenden Gewinnen der Erlös, SU« Besten beb «usstellungsunternehmens. Die Gewinne werben nur gegen Rückgabe bet betreffenden Lose verab- solgi. Auch findet die Ueberfenbung von Gewinngegenstäubeu «n auswärtige Gewinner nur auf beten Rechnung und Gefahr, sowie gegen Nachnahme der Verpackungskosten statt- dieselben haben ihre Lose an die Generalagentur von L. F Ohnacker in Darmstadt einzusenden.

** Militärpflicht der Volksschullehrer Den jungen Volks sch ullehrern, die von der Be-

24. September. Die wissenschaftliche ^hnrfhnrf Dauerfahrt, welche gestern nachmittag im Sportpark Friedenau von statten ging, ist mißglückt. Die Mer Teilnehmer sind genötigt gewesen, heute morgen in der Umgebung von Bernau zu landen. Nach einer auf hiesigen meteorologischen Institut eingegangenen Nach- kern Unfall passiert, sondern lediglich widrige Linde waren die Ursache der vorzeittgen Landung.

. J?vchburg, 24. September. Die seit einigen Tagen von Professor Braun (Straßburg) persönlich geleiteten Versuche mit dem Braunschen System der draht- Telegraphie haben, wie der Hamburgische Korrespondent aus Helgoland meldet, zu dem Ergebnis geführt, daß damit eine fehlerfreie Verständigung zwischen Cuxhaven und Helgoland Entfernung 62 Kilometer möglich ist.

. Paris, 24. September. Heute vormittag fuhr auf dahnhofe Montparnasse ein Schnellzug, an dem die Bremsen nid)t funktionierten, mit einer solchen Wucht aus den Prellbock, daß er diesen zertrümmerte, dann eine Strecke durch die Halle und endlich! noch einige Stufen der großen Aufgangstreppe hinab­fuhr. Sieben Personen wurden verwundet, indes nie­mand getötet.

Dux, 24. September. Der Betriebsleiter Dyk, der bei der Grubenkatastrophe schwere Verletzungen erlitten hat, ist gestorben. Die Zahl der Opfer der Katastrophe beträgt nunmehr 55.

Konstantinopel, 24. September. Eine furcht­bar e B r a n d k a t a st r o p h e hat den größten Teil der Vorstadt Hassakeui am Goldenen Horn vernichtet. Sieben Straßen Mit 300 Häusern und 50 'Magazinen sind nieder­gebrannt. Ein großes Fahrzeug mit freiwilliger Feuer­wehr an Bord sank am Goldenen Horn Mter.

New 9)orf, 24. September. Ein neuer Wirbel­sturm hat das ganze Thal von Colorado-River verwüstet. In Concho ist der Schaden ungeheuer. Telegraphenstangen wurden umgeworfen, Eisenbahn­schienen vom Wasser förtgerissen. Bis jetzt sind 18 Tote konstatiert.

- . T1?a9e VOrbnun9 für bie Sitzung ber Stadtvero rdneten-Ver sammlung Do nn ers- ! .d i 7- S eptember 1900, na.chmittags halb 4 Uhr: 1. Len Wirtschaftsplan für die Waldungen der Stadt fur 1901/1902. 2. Gesuch der Garnisonverwaltung um Erlaubnis zur Erbauung eines Scheibenwerkstätten-Ge- baudes: hier: Dispens. 3. Gesuch des M. Levi um Bau- erlaubms für den Seltersweg; hier: Dispens. 4. Desgl. des Hermann Elle für die Steinsttaße; hier: Dispens. 5. Lesgl. des Karl Berger für den Wieseckerweg; hier: Liepens. 6. Gesuch des Steinbrmchpächters Johannes Hickel Zur Aufstellung eines Steinbrechers im Stadtwalde. 7. Anfertigung von Plänen durch den Stadt­geometer; hier: Rechnung für die Großh. Baubehörde Gießen. 8. Anlage einer Verbindungssttaße zwischen der I^unksurter- und der Bahnhofstraße entlang der Wieseck.

Pslasternng der H-rankfurterstraße zwischen den Oberhefsi- schen Eisenbahnen und der Wilhelmstraße; hier: Pflaster­stein liefernng. 10. Gesuch des Philipp Wagner um Ueber- n vmi städtischem Gelände am Stadtbach in der Neu- uadt. 11. Gewährung freier Lehrmittel an den Volks- ^ulen; hier: freihändige Vergebung eines Teiles derselben. 12. Uebernahme von Medikamenten-Rechnungen der Apo- an ^sme auf die Armenkasse. 13. Gesuch des Joho.

Carle um Erlaubnis zum Wirtschastsberieb im Hause ^uW«lupn insgejamr öu Kilogramm, an

Kaplaneigasse 7. 14. Gesuch des Friedrich Kovv um Er- Jcbcn UntreE^p3^r oder Gemeinen insgesamt 30 Kilo­lau bnis zum Verkauf von Branntwein über die Straße ........ '

im Hause Bismarcksttaße 30. 15. Desgl. des Julius Schul­hof im Hause Marktsttaße 4. 1x5

vordneter Scheel f. Gestern abend verschied nach längerem Leiden der Kaufmann und Stadt­verordnete Richard Scheel im Alter von 64 Jahren Er war geboren am 10. Februar 1837 zu Daaden bei Siegen. Hn dem Verstorbenen verliert die Stadt einen ihre allgemeine Hochachtung genießenden Mitbürger, die Stadtvertretung ihr dienstältestes Mitglied, die Großh Handelskammer ihren zweiten Vorsitzenden und der Er- werbsstand einen überzeugungstreuen und mit vielseitigem Wisien ausgestatteten entschiedenen Verfechter seiner vital­sten Interessen. Die Verdienste des Herrn Scheel als Mitglied der Stadtverordneten-Bersammlung und der Fi­nanz-, ^chul-, Markt- und Vorschlagskommission wurden im ^anuar dieses Jahres, gelegentlich) seines 25 jährigen Ju­biläums als Stadtverordneter durch den damaligen Ober- bürgermeister Gnauth in öffentlicher Sitzung gebührend gewürdigt und ihm als äußeres Zeichjen der Anerkennung eine ^ordiniere überreicht. In der Geschichte unserer oft vor sehr schwierigen Aufgaben stehenden Handelskammer, der der Verstorbene seit 1882 als Mitglied und seit 1891 als stellvertretender Vorsitzender angehörte, wird der Name Scheel dauernd eine hervorragende Stelle einnehmen. Wenn die Angehörigen des Handels, der Industrie, des Gewerbes, die Vertreter der Volks- und Fachbildung, des Verkehrs usw. vor bedeutsamen Neuerungen standen, so fanden sie in Richjard Scheel jederzeit einen von jeder Voreingenommenheit freien, fachlich und unparteiisch denkenden und handelnden Berater. Besonderes Interesse nahm er an dem Aufblühen der kaufmännischen Fackj- schule. Auch hinsichtlich seines politischen Bekenntnisses Mgte sich Scheel als Vorstandsmitglied des freisinnigen Wahlvereins in harten Kämpfen als entschiedener Ver­fechter feiner Anschauungen und nötigte durch die Art, in der er seine Ansichten vertrat, auch seinen Gegnern auf diesem Gebiete Lichtung ab. Auch die Loge Ludwig zur Treue verliert in dem Verstorbenen ein langjähriges, geschätztes Mitglied. Sein Name wird bei der Bürger­schaft der Stadt Gießen stets in ehrendem Andenken bleiben.

rechtigung, als Einjährig-Freiwillige dienen zu dürfen, kernen Gebrauch) machen, find dieser Tage Gestellungs­befehle zum 1. Oktober für die Infanterie-Regimenter |tn Darmstadt und Worms zugegangen. Durch die Bestimm­ungen der neuen Wehrordnung treten die Lehrer nicht aus jeder 'Ausnahmestellung heraus, wie vielfach ange­nommen wird. Sie brauchen also nichch zwei oder drei ^ahre bei eurer Waffe zu dienen, sondern nur ein Jahr der einem Infanterie-Regiment, wenn sie es nicht vorzrehen, rhrer Dienstpflicht als Einjahrig-Freiwillige zu