Ausland.
London, 21. September. Aus Auckland wird gemeldet, daß der Gouverneur von Tahiti von den Inseln Rw rutu und Tutuai auf Verlangen der Bewohner für Frankreich Besitz ergriffen hat.
Brüssel, 21. September. „Jndep. beige." veröffentlicht einen Bnef aus Rom, wonach die Möglichkeit einer Wahl eines belgischen Kardinals zum Nachfolger Leos XIII. vorhanden sei. Die Kräfte des Papstes Leo seien bedenklich in der Abnahme begriffen.
Nom, 21. September. Der Friedensvertrag zwischen Jtalien^und Abessynien ist unterzeichnet worden. Der König Menelik ^verzichtete auf das Gebiet nördlich vom Mareb gegen Bezahlung von 3 Millionen Lire seitens Italiens; er erkennt den Mareb-Fluß als rechtsgiltige Grenze an.
Washington, 21. September. Mc Arthur telegraphiert aus Manila vom 19. dS., daß eine amerikanische Streitmacht 800 Aufständische in einer Stellung bei Mavitac angriff. Nach heftigem Kampfe zogen sich die Amerikaner zurück, aber auch die Aufständischen hatten die Stellung am folgenden Tage geräumt. Der Verlust der Amerikaner beträgt 24 Tote oder an den Wunden Gestorbene. Die Aufständischen verloren 10 Tote und 20 Verwundete.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 21. September 1900.
** Circus Blumenfeld. Auch die gestrige Vorstellung war in anbetracht des vorzüglichen, vorher bereits im „Gieß. Anz." veröffentlichten Programms fast ausverkaust. WaS man bot, war geschmackvoll und erfreulich, und eS wurde lebhaftester Beifall geschenkt. Wollten wir einzelne Stücke aus dem reichhaltigen Programm herausgreifen, so würden wir dem Ganzen nicht volle Gerechtigkeit entgegenbringen. Wir erwähnen daher nur, daß die Leistungen des Circus Blumenfeld sowohl was Künstler wie Pferdematerial betrifft, die allgemeine Anerkennung, die sie finden, vollauf verdienen. Die zum Schluß gegebene Pantomime „Unter der Burenflagge" wurde viel belacht. Die Ausstattung war pompös. Heute und morgen finden die letzten Vorstellungen statt.
•* Die Thätigkeit im Baugewerbe, soweit Schreiner, Schlosser, Spengler und Weißbinder in Frage kommen, ist immer noch überaus lebhaft für die Jahreszeit. Besonders in den Schlosser- und Schreiner-Werkstätten ist noch soviel Arbeit vorhanden, daß dringende Sachen von den Meistern gewöhnlich abgelehnt werden. Diese Arbritsüberhäusung findet darin ihren Grund, daß die Arbeitseinstellung der Maurer es zuwege gebracht hat, daß fast alle Neubauten in der Stadt zu gleicher Zeit, oder wenigstens kurz hinter einander, bis auf den inneren Ausbau fertig geworden sind, und die Bauherrn dringen, um je eher je lieber vor dem Winter noch fertig zu werden. Wie wir aus den Architekten Bureaus hören, liegen für das kommende Jahr wieder ziemlich viele Bauprojekte zur Ausführung vor, besonders auch für das Innere der Stadt.
^Militärisches. Zahlmeister Lüther vom 1. Nassau. Jnf.-Regt. Nr. 87, wurde zum 2. Bat. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt.
- b. Lang Göns, 21. September. Heute nachmittag 3 Uhr erscholl Feueralarm. Es brannte die Scheune des Konrad Schmidt in der Breitgaffe, der gerade eine Dreschmaschine hier hatte. Der Dreschmaschinenwagen wurde ein Raub der Flammen. Stallungen und Scheune sind niedergebrannt. Die freiwillige Feuerwehr war eifrig in Thätigkeit. Ohne Hilfe fremder Wehren wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt.
Friedberg, 21. Skptemben. Am Mittwoch fand in der hiesigen Burgkirche die feierliche Entlassung der fünf Kandidaten Chantre, Otto Pabst, WilhelmVogel, Vogt, Weber statt, zu der sich neben anderen Gästen insbesondere fünf junge Pfarrer, die vor zehn Jahren vom Predigerseminar abgegangen waren (Allwohn-Petterweil, H. Becker-Ober-RoSbach, Klingenfchmidt-Romrod, Schwabe- Rödgen bei Gießen, Vogt-Mainz, Zimmermann-Gräfen- hausen), eingefunden hatten. Die Hauptrede hielt Direktor D. Weiss enbach, der ein Lebensbild des Grafen von Zinzendorf entwarf und die Frage beantwortete: Was ist von der christlichen Lebeusanschauung und Lebensleistung ZinzendorfS auch noch für unsere Kirchenzeit wert- und be deutungsvoll? Durch diese Rede sowie durch Einrahmung des Festaktes mit Liedern des genannten Mannes gestaltete sich der Festakt zugleich zu einer ansprechenden Zinzendors- Feier. Die Abschiedsrede hielt cand. theol. Chantre, während Oberkonsistorialrat Waas namens der Kirchen- behörde eindringliche und packende Worte an die abgehenden Kandidaten richtete. An die schöne Feier schloß sich um P/2 Uhr im „Hotel Trapp" ein einfaches Mittagsmahl, sowie später ein Zusammensein im „Restaurant Weith" an.
Darmstadt, 21. September. Heute mittag fuhren die Großherzogin von Hessen und ihre Schwester, die Kronprinzessin von Rumänien, nach Schloß Friedrichshof, um der Kaiserin Friedrich einen Besuch abzustatten.
Mainz, 21. September. Heute vormittag wurde die Versammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit wieder ausgenommen. Ministerialrat Dr. Breidert begrüßte die Versammlung namens der großherzoglichen Regierung, die ein großes Interesse an den Verhandlungen und Beschlüssen der Versammlung nehme. Stadtrat Cuno-Königsberg und Beigeordneter Schmitt-Mainz sprachen hierauf über die Organisation der Gemeindewaisenpflege. Es wurde folgende Resolution angenommen:
„Der gesetzlichen Gemeindewaisenpflege ist die Fürsorge für die schutzbedürftige Jugend, soweit dies landesgesetzlich zulässig ist, durch Uebertragung der Verrichtung des Gemeindewaisenrates an Gememde- organe anzugliedern. Die Zuziehung der Frauen ist ein dringendes Bedürfnis. Zur Fürsorge für Kinder im ersten Lebensjahre sind besoldete Pflegerinnen unter Leitung eines Kinderarztes anzustellen. Es empfiehlt sich, von der landesgesetzlichen zugelassenen Generalvormundschaft in weitestem Umfange Gebrauch zu machen *
— Der bedeutende Warendieb stahl, der durch Zufall in dem benachbarten Hechtsheim bei einer wegen eines geringen, dahier verübten Diebstahls erfolgten Haussuchung
Eine Depesche Lord Roberts' giebt Einzelheiten über | das Komplott in Johannesburg, die besagen: Am 14. Juli kamen die Konsuln Deutschlands, Frankreichs, Schwedens und Amerikas, von deren Staats-- angehörigen einige verhaftet waren, zu dem Kommissar der Staatspolizei. Jedem Konsul lvurde der Thatbestand . in den betreffenden Fällen übergeben. Die Konsuln gaben ihre völlige Zustimmung zu den gethanen Schritten und versprachen jegliclre Unterstützung (!). Zwischen 400 bu 500 Verhaftungen wurden vorgenommen. 75 wurden wieder entlassen, da die Konsuln für sic verbürgten. Ich befahl die Deportierung aller verhafteteii Fremden, für deren Verhütten die Konsuln keine Bürgschaft leisten wollten, und 6er Angestellten der niederländischen Eisenbahngesellschaft. Es wurden sehr wenige Ausländer aus Südafrika deportiert. _ ,
Dr. Lehds empfing die aus Transvaal ausaewiesenen A m b u l a n z m i t g l i e d e r , die ihre Beschwerden gegen die englischen Behörden von Südafrika vorbrachten. Dr. Levds wird hierüber einen Protestbericht an die Mächte erstatten.
Der „Standard" glaubt zu wissen, daß die englische Regierung Angebote erhalten habe von Personen, die in Transvaal Minenrechte erwerben wollen. Das Blatt fügt hinzu, durch einen Verkauf solcher Minenrechte werde ein großer Teil der Kriegskosten gedeckt werden können.
Ohm Paul sieht mittlerweile der Ankunft des ihm in Aussicht gestellten holländisckMn Kriegsschiffes entgegen. Der Vertreter des „Daily Telegraph" sah ihn dieser Tage kerzengerade in seiner Lieblingsecke auf der Veranda des Gouvernementsgebäudes in Lourenzo Marques sitzen. Er hatte seinen hohen Zylinderhut auf dem Kopfe und sein Gesicht in die mächtige Bibel vergraben, die er in beiden Händen hielt und aufmerksam und weltvergessen las, wahrend der Arzt und der Gouverneur auf der Veranda auf- und abgingen. — Nach einem Telegramm aus Petersburg kommt Präsident Krüger nach Europa, um an das internationale Schiedsgerichtstribunal zu appellieren, das durch die Haager Konferenz eingerichtet ist.
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T>le§ramur brd Oiehener Vttfteifterd.
Pretoria, 22. September. Die englische Regierung hat bereits bedeutende G r u b e n - K o n z e s s i o n e n verkauft. Der Ertrag derselben soll zur Deckung der Kriegskosten dienen.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. September. Der Kaiser hörte heute vormittag in Cadinen den Vortrag des als Vertreter des Auswärtigen Amts dort eingetroffenen Botschafters Fürsten zu Eulenburg und den Vortrag des Chefs des Civilkabinetts v. Lucanus. Das Kaiserpaar unternahm dann einen längeren Spazierritt durchs den Wald. Später besichtigte der Kaiser das Gut Cadinen.
— Tie „Post" berichtet: Die Ankunft des K a i s e r s in R o m i n t e n zur Herbstpürsche erfolgt voraussichtlich am 22. d. Mts., abends. Der Kaiser wird sich im Anschluß an die an diesem Tage nachmittags 2 Uhr in Tilsit erfolgende Enthüllung des Königin Luise-Denkmal s dorthin begeben und zwar wird Seine Majestät über Gvldap fahren und von letzterem Orte die am 15. d. Mts. neu eröffnete Eisenbahnstrecke nach Gr.-Rominten benutzen. Dort werden Trabfahrer-Fuhrwerke in Bereitschaft gehalten werden und den Kaiser nebst Gefolge in etwa einer Stunde über Szeldkehmen, Jagdbude nach Rominten bringen. Ob die Kaiserin ihren Gemahl auf dieser Fahrt begleiten wird, steht noch dahin. Es wird dies das erste Mal sein, daß der Kaiser in der herrlichen Ro- mintener Haide dem Waidwerk obliegä Während der Anwesenheit des Kaisers in Rominten stellt, wie in ben Vorjahren das in Gumbinnen garnisonierende Infanterie-Regiment Graf Roon Nr. 33 im Forstrevier Jszlandzen eine kombinierte Ehrenkompagnie, desgleichen das in Goldap stehende Infanterie-Regiment Hiller Nr. 59 eine Kompagnie im Forstrevier Szittkehmen. Die Absperrungen in der näheren und weiteren Umgebung des kaiserlichen Jagdschlosses werden auch diesmal wieder von der Gendarmerie vorgenommen werden. Im übrigen ist die Sperre der F o r st iv e g e während der Anwesenheit des Kaisers in Rominten in diesen: Jahre wesentlich verschärft worden, indem das Gehen, Fahren, Reiten und Viehtreiben in dieser Zeit nur mit einem besonderen Erlaubnisschein und nur auf bestimmten Wegen gestattet ist. Der Aufenthalt des Kaisers in Rominten dürfte etwa fünf Tage währen.
— Infolge des Todes des Prinzen Heinrich von Hessen, der ohne erbfolgeberechtigte Leibeserben verstorbent ist, ist als einziger männlicher Vertreter des Großherzoglichen Hauses der Großherzog übrig geblieben, der bis .chtzt nur eine 1895 geborene Tockster besitzt. Sollte er keine männliche Erben mehr erhalten, so würde die landgräfliche Linie von Hessen-Kassel, zu- zunächst also der fast erblindete Landgraf Alexander Friedrich, zur Thronfolge berufen sein. Dessen nächstältester Bruder Prinz Friedrich Karl von Hessen, ist bekanntlich mit der jüngsten Schwester des Kaisers, der Prinzessin Margarete von Preußen vermählt. Dem Prinz- lichen Paare sind bereits vier Söhne geboren.
— Zu der bevorstehenden Entfestigung von Spandau wird gemeldet, daß betreffs Erhaltung der bedeutendsten Einzelwerke ’bier Festung eine Entscheidung bereits getroffen ist. Danach bleibt im Nordosten der Stadt unweit der großen Militärwerkstätten die Eitadelle mit sämtlichen Bastionen und dem Juliusturm bestehen.
Karlsruhe, 21. September. Für den Prinzen Heinrich von Hessen und den Prinzen Albert von! Sachsen ist zehntägige Hoftrauer angeordnet worden. — Die „Karlsr. Ztg." veröffentlicht die Verleihung der Kette zum Großkreuz des Ordens Berthold des Ersten an den Staatsminister, Präsidenten des Staatsministeriums und Minister der Justiz, des Kultus und UnterriMs Dr. Nokk.
aufgedeckt worden ist, wurde zum Nachteil des Warenhauses Wronker in Mannheim verübt. Eines der in HechtsheiM verhafteten Mädchen war daselbst seinerzeit als Ladnerin beschäftigt.
Frankfurt a. M, 22. September. In vergangener nacht versuchten sich der 23 Jahre alte Ludwig Müller und die ebenso alte Katharina Müller im Bethmann- weiher in der Friedberger Anlage zu ertränken, nachdem sie vorher Vitriol getrunken hatten. Ein Schutzmann, der den Vorgang bemerkt hatte, sand in Begleitung eines Kameraden die beiden Lebensmüden mit total durchnäßten Kleidern und bewußtlos am Ufer liegen. Er veranlaße ihre Ueberführung nach dem Bürgerspital, wo der junge Mann hoffnungslos und ohne Bewußtsein darniederliegt. Bei dem Mädchen besteht keine Lebensgefahr. Der junge Mann hat vor längerer Zeit einen Arm verloren und fühlte sich nicht im Stande, einen eigenen Haushalt zu begründen. — Ueber den Nachlaß des Dr. Marx wurde heute Konkurs erkannt und zum Maffenpfleger Dr. Hassel ernannt.
* * Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In Biebrich wurde der „Wunderdoktor" Müller wegen fahrlässiger Körperverletzung — er hatte eine Frau an einem Unterleibsleiden behandelt, indes starb die Patientin — von der Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Oerichtssaal.
22 September. Der Fuhrknecht Belten von hier, 27 crabre alt war mit dem Maurermeister Joh. Grohe in Frankfurt in einen Konflikt gekommen, weil er mit einer schweren Fuhre Kohlen auf hpa Mferen Trottoir fuhr. Grohe drohte dem Velten mit einer Anzeige^ worauf der letztere den alten Mann zu Boden warf und mißhandelte. Die Strafkammer in Frankfurt verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten. Der Angeklagte erklärte, diese Strafe nicht annehmen zu wollen.
Vermischtes.
B e r l i n, 21. September. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei sind hier vor eine neue Aufgabe gestellt, denn anscheinend ist wieder ein Mord verübt worden. Es wurde ein Student B. in der Wohnung seines Studiengenossen H. mit einer von einer Revolverkugel her- rührenden Wunde in der linken Schläfe tot aufgefunjden. Der Freund. wurde zwar verhaftet, weil angenommen wurde, daß er den Kommilitonen vorsätzlich erschossen habe, aber wegen Mangels ausreichender Anhalts- unbf Beweispunkte für die That vorläufig wieder aus der Haft entlassen. Gleich nach Erlangung seiner Freiheit verließ H. Berlin und entging dadurch einer erneuten gegen ihn verfügten Verhaftung. Die Staatsanwaltschaft erließ nun hinter ihn einen Haftbefehl, der vorgestern in Maadebnrg zur Ausführung gebracht werden konnte. Beide Freunde stammen nämlich von dort, und als sich H. jetzt dort sehen ließ, wurde er unter dem erneuten Verdacht, seinen Freund ermordet resp. erschossen zu haben, festgenommen. Gestern Abend erfolgte bereits seine Einlieferung in das Moabiter Untersuchungsgefängnis. Das Belastungsmaterial soll sich in der Zwischenzeit zu seinen Ungunsten verdichtet haben.
* Zum Kouiher Mord Nach einer Meldung aus Könitz sind auf dem jüdischen Friedhof in Czersk (Kreis Könitz) zehn Grabdenkmäler total demoliert worden, wober auch eine Kinderleiche bloSgelegt wurde. Einige noch jugendliche Burschen sind als Thäter zur Anzeige gebracht.
* Die seltsame Manövergeschichte von der angeblichen Gefangennahme des Prinzen R u p p r e ch t von Bayern mit seinem ganzen Regimente, und einem infolgedessen entstandenen Streit zwischen zwei höheren Offizieren, die wir bereits kurz erwähnt haben, bildet in München das Tagesgespräch Die erste Notiz darüber braute das „Bayr. Vaterland". Diese Mitteilung wurde dann bald durch nähere Angaben bereichert. Die „Münch Post" gab folgende Darstellung: „Prinz Rupprecht, der das 2. Infanterie-Regiment befehligte, wurde von dem Gegner, dem 16. Infanterie-Regiment, unter der umsichtigen Führung seines Kommandeurs, des Obersten von Walther, so in die Enge getrieben, daß seine Niederlage außer allem Zweifel stand und die Hebung sofort abgebrochen werden mußte. Bei der Kritik stellte sich nun der stellvertretende Korpskommandeur, Generalleutnant von Könitz, der, nebenbei gesagt, bei Hofe persona gra-, tissima ist, auf die Seite des aufs Haupt geschlagenen Prinzen und suchte die von diesem ausgesührten Bewegungen zu rechtfertigen. Als nun Oberst von Walther bat, die Gründe für die von ihm ergriffenen Maßnahmen und für sein Vorgehen darlegen zu dürfen, da schnautzte ihn Generalleutnant v. Könitz kurz ab mit den Worten: „Sie haben ruhig zu sein!" Daraufhin ritt Oberst von Walther mit seinen beiden Dienern ins Quartier und meldete sich krank. Oberst von Walther, ein Sohn jenes Generals, der den Sturm auf Bazeilles kommandiert hat, hat im deutsch-französischen Kriege selbst im Felde gestanden und ist einer der tüchtigsten Offiziere der bayrischen Armee, der sich im Offizierkorps des größten Ansehens erfreut . Auch unter den Mannschaften 'st Oberst von Walther wegen seiner bekannten strengen RechtlMert allgemein beliebt Der Vorfall aus dem Manöver,elde erreate in Dffmertreifcn das peinlichste Aussehen Oberst von Walther stand vor seiner Besörderuug zum General- maior und Brigadekommandeur. Nun ist ja wohl die St frei für den Prinzen Rupprecht!" Die „M. 91. N." haben sich an Generalleutnant von Könitz nm Informationen über die auf seine Person bezüglichen Gerüchte aewandt und von ihm die bestimmte Auskunft erhalten, daß die Angaben der „M. P." „frei erfunden" feien. Oberst von Walther habe die Manöver gar nicht mtt- q em acht, sondern sich, vor Beginn der eigentlichen Manöver krank gemeldet. Der Oberst befinde fick) zur Zett lediglich in Urlaub. Daraus gehe, so schreiben die „M. N. k , zweifellos hervor, daß zum mindesten die aus Ar Generalleutnant von Könitz und Oberst von Watther bezüglichen Mitteilungen jeder Grundlage entbchren.
' Zur Dux» Katastrophe. Jia» e.ncr Meldung lebe« von den im Tcplitzer Krankenhaus- l'-ll-ndcii Letzten der Duxer Katastrophe nur noch ein Arbeiter und der Betrieb»- leiter Dyk.___


