Ausgabe 
16.9.1900 Drittes Blatt
 
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wegen Geschäfts-Aufgabe

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X Llch bltte Interesse einer ^rgkältjgea Bedienung, für grössere Einkäufe möglichst die Vormittagsstunden zu wählen. | X

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Hallen, freie Plätze und bergt, wo Glühlampen unrationell und viel zu tßuer sein würden.

Pfennig.

320 725

1000

1520

2000 2400 2910 4410 6000 s- W.

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Loudon, 15. September. Lord Salisbury, der gestern zum ersten Male das Auswärtige Amt besuchte, hatte eine einstündige Unterredung mit dem deutschen Botschafter. Er unterhielt sich dann längere Zeit mit dem chinesischen Legations-Sekretär.

Loudon, 15. September. Der französische Transport­dampfer Adour wurde südlich von Hongkong von einem Cyklon überrascht. Eine Anzahl Pferde und Maulesel wurden über Bord gespült.

Rom, 15. September. Granetti, der Mitschuldige BreScis, soll sich augenblicklich in Zermatt in der Schweiz versteckt halten.

RewAork, 15. September. Die Lage in Galvestone hat sich gebessert. Lebensmittel treffen reichlich ein. Die meisten Leichen sind beerdigt. Die Subskription zur Unter­stützung der Bedürftigen beträgt bereits über eine Million Dollars.

TelephorrischeMelduugerr deSGiefteuerAuzeigerS

Müucheu, 15. September. Geheimrat Professor von Plauk ist gestorben. (Dr. v. Plank, geboren 1817, war ein bedeutender Lehrer des Zivilrechts. D. Red.)

Petersburg, 15. September. Einer Meldung der Rusfia" zufolge ist gestern auf der Strecke Kursk-Sebasto- pol ein Güterzug entgleist. 15 blinde Passagiere, die den Zug benuhteu, wurden teils getötet, teils verwundet, 20 Güterwaggous find zertrümmert.

Loudon, 15. September. Daily Telegraph meldet aus Lourenzo Marquez: Präsident Krüger wird nominell ge­fangen gehalten. Er befindet fich im Regierungsgeb'äude, wo er scharf überwacht wird; jeder Zutritt zu ihm ist streng unter- sagt. Standard meldet aus Magadodorp vom 13.: General French traf in D ab er t en ein und fand 3000 Frauen und Kinder vor, die aus Pretoria und Johannesburg geflüchtet waren. Die Buren haben zwischen Helvetiu und Schoe- mausdrift einen Wagen der englischen Telegraphen Sektion mit Bullers Postsachen erbeutet.

DieTimes" melden aus Shanghai: Bezüglich der Bestrafung des Prinzen Tu an und seiner Mitschuldigen er­klärte Li-Hung-Tschaug es für wünschenswert, daß die Berbün- beten eine Liste zusammenstellen über die, welche sie für ver­antwortlich halten, und ihre Forderungen dementsprechend stellen.

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Vermischtes.

* Em neuer Kouiher Mord, von dem wir in unserer Nr. 207 (2. Bl.) nach böhmischen Blättern berichteten, ist nicht verübt worden. Der Pfarrer von Könitz in Böhmen (nicht in Westpreußen) sandte einem schlesischen Blatte folgende Berichtigung:Zum Berichte desTagesboten" teile ich mit, daß der Konitzer Pfarrer dies schreibt, also lebt und nicht gestorben ist. Auch das andere bezüglich seiner Köchin ist nicht wahr, da dieselbe in aller Ruhe ihre Geschäfte führt und noch niemals vor dem Gerichte, auch nicht als Zeugin, stand. Der Bericht derLid. Nov." be­sagt jedoch, daß eine Wirtin in der Nachbarschaft von Könitz, wo der Pfarrer gestorben ist, verhaftet worden war. Dazu erkläre ich, daß über Auftrag der Staatsanwaltschaft in Olmütz die Wirtin (Hrabel) von Jesenetz, jetzt jedoch schon nach dem Tode des Pfarrers in Sluzin bei Proßnitz wohnhaft, am 17. August verhaftet wurde und beim Ge- richte in Könitz verhört worden war, aber nach geschehener Untersuchung im Auftrage der Staatsanwaltschaft am 22. August als unschuldig ganz frei entlaffen wurde. Ein Nachspiel mit dem Verleumder ist zu erwarten. Zboril, Pfarrer zu Könitz, Gottlob gesund und am Leben." Wir entnehmen diese Erklärung des beschuldigten Pfarrers Zboril derGermania", die an anderer Stelle noch weitere Be. merkungen macht, aus denen sicher zu entnehmen ist, daß die grausige Mordgeschichte erfunden ist.

* Vom Orkan in Texas. In Galveston zählt man 300 Typhusfälle. Die Militärbehörden beschlag­nahmten alles Betriebsmaterial der Eisenbahnen, um den Zuzug zur Stadt zu verhindern. 10,000 Frauen und Sinbcr wurden fortgeschafft. Der Gouverneur schätzt den Materialschaden auf 40 Millionen.

Bom südafrikanischen Duell teilen dieBert N. N." mtt, daß der Regierungsrat Freiherr v. Eber stein an einem angeblich in Dar-eS-Salam stattgehabten Zweikampf nicht beteiligt gewesen Ist. *

.herausgezahlt haben. Ferner verlangen sie, daß die- zehnstrmdthe Arbeitszeit sofort oder längstens bis zum 1. Januar ein- geführt werde, nicht erst am 1. April. Weiter fordern sie bei lieber- stunden, Sonntags- und Nachtarbeiten 12 Prozent Zuschlag. Auf dieser Grundlage soll heute nochmals mit dem Chef, Geheimen Kommernenrat Michel, verhandelt werden. 5

Nr. 215 gemeldete Prämiierung bezieht sich auf die von Herrn Hermann Heller hier vertretene FirmaDeerina Hervester Comp., Chicago. Sie bestand in 1 Grandprix 2 goldenen nnd 1 silbernen Medaille und erfolgte für Mähmaschinen rc. auf der Weltausstellung in Paris

Marburg, 14. September. Zwei Radfahrer wollten die altberühmte ^Stiftskirche des Städtchens Wetter Stmern besichtigen und ließen sich zu dem Zwecke die Schlüssel geben. Sie hielten sich längere Zeit in der Kirche auf und lieferten dann die Schlüffe! wieder ab. Als man einige Zeit nachher die Kirche wieder betrat, fand man den Kirchenkasten erbrochen und seines Inhaltes beraubt. Die Radfahrer waren damit verschwunden, jedenfalls um an anderen Orten dasselbe Manöver zu versuchen.

- Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt stürzte sich der Rechtsanwalt Dr. S. Marx aus seiner Wohnung in der Goethestraße in den Hof hinab. Schwer verletzt wurde er in das Krankenhaus verbracht, wo er kurz nachher starb.

Kunst und Wissenschaft.

fAn6 JSfi* Jurtstentage. In den ständigen AuS.

Mutz wurden wieder-, bezw. neugewahlt: Prof. Dr. Brunner- Berlin, Prof. Dr. Eck-Berlin, Prof. Dr. Enneccerus-Marbura

Lustizrat Goldschmidt Berlin, Ministeri«!- rat v.Schuell-Munchm.OberlaadeSger.-Präs. Hamm-Köln, Prof.Pfsff- Wim, Dr. Wildhagm-Leipzig, Prof. Kahl-Berlin, Geh^Rat Prof. Dr. Strohal-Leipzig, Thinius-Berlin Thomsen-Münster, VierhauS-Berlin, Dr. Wilke-Berlin, Freiherr v. Pechmann-Munchen, Dr. OlShausen-Leipzig. y 9

Der Energieverbrauch, bei Elektromotoren schwankt bei den verschiedenen Konstruktionen etwas und hierfür sind nur ungefähre Mittelwerte angenommen. Da der Preis für die Kilowattstunde in Gießen auf 25 Pf. festgesetzt ist so stellen sich, die Preise für die Motoren wie folgt

Vs Pa. (Pferdestärke) ca. 260 Watt = 6 Pfennig.

Arbeiterbewegung.

Mainz, 14. September. In einer Versammlung der Streiken- gin tTr?en *eUtc°" ber Direktion der Lederwerke die schriftlichen Vorschläge zur Verlegung des Streiks vorgelegt, die gestern schon roSrr?en finb- Die Streikenden stimmten nicht in allen Punkten .u; .Den Abzug von Mk. 5 für dre Witwen- und Waisenkasse wollen sie sich zwar gefallen lassen, den Rest des einbehaltenen Wochenlohnes

Aandei Kerkrhr. Uolkswirtsihast.

eitltx, 15. September. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 0.901.10, Hühnern« per St. O-o 4, 2 St. 1316 Entenein 2 St. 0016 X Gänse» der per SL'OO00 H, Käse 1 St. 5-8 Käsematte 2 St. 5-6 * «rosen per Liter 24 4, Linsen per Liter 34 H, Tauben per Paa» * 0.650.80, Hühner per St. A 1.001.40, Hahnen per Stück x 0.65-0.00, Enten per St. A 1.80-2.00, Gänse per Pfund 0 000.00 Ochsenfleisch per Psd. 6874 4, Kuh- und Rindfleisch per Psd. 6264 4 Schweinefleisch per Psd. 5070 4, Schweine- fletsch, gesalzen, per Psd. 74 A, Kalbfleisch per Pfd. 6466 4, Harmnelstesich per Pfd. 5070 Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 6.00 Weißkraut per St. 00-00, Zwiebeln per dtr. A 5.506.00, Milch per Liter 18 Bohnen per Pfund 810 H.

Daun der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach­mittags. Während der nsten drei Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

würzt den Kaffee wie das Salz die Suppe.

(Original-Marke in Dosen.)

Die kleineren Motoren sind für Handwerker besonders nützlich, da sie wenig Platz wegnehmen und sich allen Ver­hältnissen anpassen lassen. Sie können an der Decke, oder an Wänden, oder direkt an die Arbeitsmaschinen in jeder Lage befestigt werden, und bedürfen keiner besonderen! Wartung; eine zeitweilige einfache Reinigung genügt zur Instandhaltung der Motoren. Auch, ist kein besonderer Raum zur Aufstellung nötig, da der Elektromotor keine Dünste und Wärme ausstrahlt. Für Hausindustrie zum Trerben von Nähmaschinen aller Art, Tabakschneidern, rZ-lerschhackmaschrnen und bergt ist der Elektromotor sehr geeignet, indem man denselben direkt unter die Maschinen an die Gestelle befestigen und durch Drehen eines Schalters je nach Bedarf in und außer Betrieb setzen kann.

Das Gießener Werk wird, wie bekannt, im Drei-Liter syftem 2 Wal 220 Volt erbaut, ein System, das sich für die hiesigen Verhältnisse am besten eignet. Auch wird hierbei der große Vorteil erzielt, daß je nach dem Zweck mit einer Spannung von 220 oder 440 Volt gearbeitet werden kann

M.

Aus Sla-t und Land.

Gießen, 16. September 1900.

* Der Abendzug 1038 hält Sonntag den 16. und Montag den 17. September auf Station Schiffenberg zur Fahrt nach Gießen.

®i.nc sehr häßliche Schlagerei entstand gestern abend m einer hiesigen Wirtschaft zwischen einem Wirt und einem Geschäftsreisenden, bei der es arge blutige Köpfe gab. Wie wir hören, hat die Polizei einschreiten müssen.

** Brandstiftung? Zu der in unserer vorigen Nummer enthaltenen Notiz betr. eines im Packraum des Spielwaren- lagers im ehemals Reinig'schen Hause ausgebrochenen Schadenfeuers ist nachzutragen, daß wahrscheinlich Brand- stlstung vorliegt. Nach Vernehmung einer Anzahl Zeugen Yaven sich die Verdachtsmomente gegen den Eigentümer der Sp.-lwar-nhandlung, Müller, so gehäuft, daß gestern seine Verhaftung erfolgte.

in ml°" Daubringen, 14. September. Heute vormittag gegen 10 Ilhr brach in der Hofraite des Heinrich Braun II. hier Feuer aus, das die bis zum Dach angefüllte Scheuer ergriff und trotz aller Löschversuche vollständig einäscherte. Tleber die Entstehung des Brandes ist nichts bekannt. Braun soll nicht versichert gewesen sein.

Vt Lich, 14. September. Gestern hatte der Erbprinz von Solms-Lich seinen Geburtstag. Die Kinderschul- Kinder zogen deshalb in festlichem Zuge vor das Schloß, um dem nun Fünfjährigen ihre Glückwünsche darzubringen. Dem Geburtstagskinde wurde ein Liedchen gesungen und der Gesang durch ein Stück Kuchen belohnt. Damit war die kleine Ovation beendet. Ein rührender Abschied wurde gestern zwei jungen Amerikanern bereitet, die als kleine Jungen bei den Großeltern hier einige Jahre weilten und heuer den Sommer hier bei Verwandten verbracht hatten. Für gestern Abend war die Abreise festgesetzt, doch brauchten sie nicht einsam die Stadt zu verlassen, sondern Freunde und Bekannte gaben ihnen in stattlichem Zuge unter Vorantritt einer Musikkapelle das Geleite zum Bahn­hof. Heitere Weisen waren unterwegs ertönt, doch das Lebewohl mag manchem wehe gethan haben. Die in