der letzten 20 Jahre nahm er teil und erzielte hierbei größere Erfolg« als irgend ein Spieler vor ihm. Seine Spielweise war geistreich und glänzend. Er war kein Vertreter der korrekten Schule, die nur sorgfältig analysierte Züge bevorzugt, sondern er sah sich seinen Gegner an und richtete darnach seine Spielweise ein. Fast zwei Jahrzehnte lang hatte er die unumstrittene Weltmeisterschaft inne, und er galt für den genialsten Schachspieler der Welt, big er vor 6 Jahren von dem jugendlichen Lasker in btt Weltmeisterschaft abgeldst wurde Dieser überwand ihn in zwei aufeinanderfolgenden Zweikämpfen, und seither hatte er auch in Turnieren keine Erfolge mehr aufzuweisen. Freilich war Steinitz durch ein körperliches Leiden zuletzt stark indisponiert geworden. Gelegentlich eines Aufenthalts in Moskau vor drei Jahren war er bereits auf kurze Zeit in einer Irrenanstalt interniert. Dasselbe Schicksal widerfuhr ihm kürzlich in New'York. Vor wenigen Wochen erst wurde er aus der dortigen Irrenanstalt entlassen, sitzt hat ihn der Tod vor langem Siechtum bewahrt. In allen Lehrbüchern deS Schachspiel» wird sein Name fortbestehen bleiben.
Loudon, 15. August. Dem „Daily Expreß" zufolge, steht allgemeiner Ausstand der marokkanischen Muselmanen gegen Frankreich bevor. Die Muselmanen wollen die chinesischen Wirren benutzen zu einem An- giiff auf die Franzosen.
Nom, 15. August. Bischof v. Anzer ist auf direktem Wege nach China mit geheimen Ordres des Papstes abgereist. — Heute empfing der Papst in einer Abschieds-Audienz den preußischen Gesandten beim päpstlichen Stuhl, Freiherrn von Rothenhau, der chm den neuen GesandtschaftS-Sekretär Slatow vorstellte. Der Papst sprach in Worten der Bewunderung über den deutschen Kaiser.
Wien, 15. August. Wie ungarischerseits versichert wird, gab der Kaiser die Zustimmung zu den ihm vom Ministerpräsidenten Körber unterbreiteten Sanierungs- Vorschlägen. Körber kehrt heute aus Ischl zurück.
Wien, 15. August. Die gestrige Audienz des Minister - Präsidenten Körber beim Kaiser in Ischl dauerte ungewöhnlich lange, nahezu 2 Stunden. Ts wird ihr in politischen Kreisen große Bedeutung beigelegt. Körber will dem Vernehmen nach das Abgeordnetenhaus für Ende September oder Anfang Oktober einberufen, vorher jedoch mit den Führern der Parteien in Fühlung treten, ob nach deren Meinung ein ruhiger Verlauf der Tagung möglich erscheint. Sollte dies nicht der Fall sein, so würde der ReichSrat aufgelöst werden. Körber hatte in auch Besprechungen mit Baron Chlumecky.
Rew-Nork, 13. August. Schachmeister Steinitz ist am Sonntag gestorben. Mit Steinitz ist einer der ruhmreichsten Schachspieler der alten Schule dahingegangen. Steinitz stammte aus einem kleinen Städtchen Ungarns. Schon als Knabe von 12 Jahren zeigte er im Spiele mit seinem Lehrer, dem Rabbiner des Ortes, eine hervorragende Begabung für das königliche Spiel. Nachdem Steinitz seine Studien m Europa beendet hatte, siedelte er zu dauerndem Aufenthalt nach New-York über, wo er eine Schachzeitung herausgab. An allen größeren internationalen Schachturnieren
Diez für noch zu groß; Abmessungen für Schiffe bis zu 350 Tons wären seiner Ansicht nach zweckentsprechender. Gegen Ende September soll ein allgemeiner Lahnkanal- landtag einberufen werden.
Darmstadt, 15. August, -ter deutsche landwirtschaftliche Genossenschaststag in Halle nahrn mit dem 'neuen Statut eine festere Organisation eines allgemeinen Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossensckiaften an, verlegte den Sitzdes Verbandes nach Darmstadt und wählte den Reichstagsabgeordneten Geh. Regierungsrat Haas zum Präsidenten und Berufsanwalt. . t „
M ainz, 14. August. In -Sachen des Peter Metten von hier, der in der Nähe von Wiesbaden seine Geliebte, die Iosefine Engelhard durch Revolverschufse I tötete' sei noch folgendes nachzutragen: Metten ist ein I arbeitsscheues Subjekt, das den ganzen Winter nichts arbeitete und das sich von seiner Frau, welche Monatsdienste verrichtete, ernähren ließ. Den ganzen Tag las Metten Schauerromane und äußerte häufig zu seiner Frau den Wunsch, in einem Walde in einer Höhle wohnen zu wollen. Nach einigen Wochen trafen hier bei seiner Frau Ansichtspostkarten ein, die die Unterschrift seiner Geliebten und seine eigene Unterschrift erhielten und worin sie der Frau gemeinsam ein letztes „Lebewohl" zuriefen, woraus | hervorgeht, daß sie schon vor einigen Tagen die Absicht i hatten, sich das Leben zu nehmen. Metten ist überhaupt ein Phantast: schon vor einigen Jahren hatte er hier in Mainz mit einer gewissen Mumm ein Verhältnis; als die Mumm nichts mehr von ihm wissen wollte, paßte er ihr in der Nähe der Holzgasse auf und schoß auf das davoneilende Mädchen, das schwerverletzt zusammenbrach. Metten wurde verhaftet und damals zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Tie Mumm lag lange im Hospital, bis sie wieder genesen war.
•* meine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Zu der Ausschreibung der evangel. Pfarrstelle zu Södel und deren Präsentation durch den Grasen zu Altleiningen-Westerburg äußert sich nun das „Hessische Kirchenblatt", das Organ des hessischen PfarrveremS, woraus deutlich ersichtlich ist, wie die Geistlichen selbst über diesen Unfug der Präsentation einer Pfarrftelle durch einen solchen „Patron" denken. DaS „Hessische Kirchenblatt" schreibt: „Der ganze hessische Psarrerstand, der über diese Aus- schreibung aufs Tiefste erregt ist, würde der Kirchenbehörde I dankbar sein, wenn sie auf geeignete Weise ihn darüber aufklären wollte, was sie gethan hat, um eine solche Schmach I von unserer Kirche abzuwenden, und an was ihre Bemühungen gescheitert sind, und ob Hoffnung vorhanden ist, daß noch in letzter Stunde die Nichtigkeit des PräsentationSrechtS I anerkannt werde. Die hessische Geistlichkeit aber wird hoffentlich die Ehre ihrer selbst wahren und aus ihrer Mitte keine Meldung um die so ausgeschriebene Stelle ergehen lassen, damit nach fruchtlos abgelaufener Bewerbungs- I frist das Recht der Wiederbesetzung unserer Kirchenbehörde I zusällt."
Vermischtes.
♦ Berlin, 15. August. Die Hinrich'ung des Doppel- mörderS Köberle ist gestern morgen um 6 Uhr aus dem Hof des Gefängnisses für Jugendliche der Strafanstalt Plötzensee durch den Scharfrichter Reindel jun. vollstreckt worden. Nachdem der Verurteilte am Montagnachmittag um Va3 Uhr mittels des grünen Anstaltswagens nach dem Plötzenseeer Zellengefängnis übergeführt worden war, wurde er hier von dem Polizeiinspektor Schmidt in Empfang genommen und in der im Parterre des rechten Flügels (C) belegenen sogen. Mörderzelle untergebracht. Der Delinquent lehnte jeden Zuspruch des Anstaltsgeistlichen beharrlich ab, dagegen ließ er sich am Nachmittag ein englisches Beefsteak, eine Flasche Rheinwein, zwei Flaschen Bier und zehn Zigarren reichen, die er sich in Gegenwart der ihn beaufsichtigenden Aufseher gut schmecken ließ. Köberle hatte solchen Gleichmut, daß er auch in der Nacht zeitweise schlummerte. Um 6 Uhr trat Köberle, der seine eigene Kleidung trug, den Gang zum Schaffott an, das auf dem nebenan belegenen, durch eine Mauer getrennten Hof errichtet war. Hier hatten der Staatsanwalt vom Potsdamer Landgericht, sowie eine kleine Anzahl geladener Personen Aufstellung genommen. Begleitet von zwei Aufsehern und dem Anstaltsgeistlichen, trat der Mörder, ohne das geringste Zeichen einer Gemütsbewegung, vor den Staatsanwalt, der das Urteil verlas und ihm verkündete, daß der König von dem Recht der Gnade keinen Gebrauch gemacht habe. Nach den Worten: „Herr Scharfrichter, hier ist der Delinquent, thun Sie Ihre Pflicht!" ergriffen die Gehilfen Reindels den Delinquenten und legten ihn auf den Richtblock. Eine Sekunde später sauste das Beil durch die Lust und aus den Nacken des Köberle nieder--der Gerechtigkeit war Genüge gethan!
» Paris, 14. August. Die oberste Kommission der Preisrichter der Weltausstellung hat ihre Arbeiten beendigt. Im ganzen werden 42 790 Preise zuerkannt werden und zwar 2827 Große Preise, 8166 goldene, 12244 silberne und 11615 bronzene Medaillen, sowie 7938 ehrenvolle Erwähnungen. Die auSsührliche Liste der preisgekrönten Aussteller wird nächsten SamStag im „Journal Offiziel" veröffentlicht werden. Am gleichen Tag findet unter Vorsitz des Präsidenten der Republik im großen Feftsaal aus dem Marsfeld die feierliche Verteilung der Preise statt. Wie mitgeteilt wird, find unter den höchsten Auszeichnungen die deutschen Aussteller sehr gut vertreten.
besonders bei Mordthaten, zu bieten, wird, wie verschiedene Abendblätter melden, in allernächster Zeit zur Durchführung gelangen ES wird geplant, eine eigene Kommission zu bilden, die kurzerhand „Mordkommission" genannt werden wird, und deren Zweck es ist, sich einzig und allein mit Kapitalverbrechen zu beschäftigen. . M
— Wie aus Kiel gemeldet wird, gelangen aus Anordnung des Kaisers die ausgedienten Mannschaften der Marine vom 20. bis 25. September zur Entlassung. Bei der Entsendung weiterer Marinetruppen nach China kommen nur jüngere Mannschaften zur Verwendung.
— Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Bekanntmachung des Finanzministers betr. die Waarenhaus- stener. — Im „Reichsanzeiger" erläßt die Direktion der Deutschen Seewarte in Hamburg eine Ausforderung zur Beteiligung an der 24. Chronometer-Konkurrenz- Prüsung.
Ausland.
London, 14. August. Auf Anraten der Aerzte ist Lord Salisbury abends nach Schlucht in den V o - gesen abgereist, wo er einen Monat zu bleiben gedenkt. Er wird von dort die Geschäfte des Ministeriums iveiter- führen. : . - .
Paris, 14. August. Die Bestimmung, wodurch das | französisch-deutsche Telephon-Abtom men, vpm 6. März d. I. in Kraft gesetzt wird, ist heute amtllrch । veröffentlicht worden. . . .
San Sebastian, 14. August. Tie Kon i,g i n - Regentin wird vor der Rückkehr nach Madrid ein Dekret unterzeichnen, wodurch das Parlament für Anfang November einberufen wird.
Rom, 14. August. Wie die Blätter melden, wurde in Jufa in der Provinz Avellino ein als Priester verkleideter Mann verhaftet, dessen Briefschaften sowie falsche englische und französische Pässe beschlagnahmt wurden. Man glaubt, es handle sich bei ihm um den Genossen Brescis bei dem Attentat in Monza, der gegenwärtig von der Polizei gesucht wird.
Wien, 14. August. Herr v. Ko er der ist m Ischl heute vom Kaiser in Audienz empfangen und sodann zur Hoftafel zugezogen worden. — Ter ehemalige Handelsminister Marquis Bacquehem wurde zum Senatspräsidenten beim Verwaltungsgerichtshof ernannt.
Bu d a p e st, 14. August. Wie ein hiesiges Blatt mtt- teilt, meldete der E x k a p i t ä n T r e y f u s der Badejdirek- tion von Menyhaza in Südungarn, die ihn schon vorher eingeladen hatte, er werde im Laufe des September mit seiner Familie nach Ungarn kommen.
Belgrad, 14. August.• Alle Minister mit ihren Frauen sind Nach Sem endria gereist, um dem König Alexander morgen zu seinem Geburtstagsfeste Glück zu wünschen.
K o n st a n t i n o p e l, 14. August. Wegen der k u r d r - schen Greuelthaten erhob der russische Botschafter persönlich die ernstesten Vorstellungen bei der Pforte. Sinovjew wies dabei auf die große Gefahr hin, die die Fortdauer dieses für die russischen Grenzprovinzen unerträglichen Zustandes herbeiführte und er erklärte, Rußland werde selbst zur Herstellung der Ruhe eingreifen, wenn die Pforte nicht schleunigst die umfassendsten Maßnahmen treffe. —Die Kurden griffen den englischen Vizekonsul in Wan an, während er einen Ausfliig in die Umgebung der Stadt machte. Sie oertrieben seine Begleitung, verwundeten den Dragoman und raubten das Gepäck. Der englische Botschafter unternahm energische Schritte bei der Pforte, verlangte die Besttafung der Schuldigen und forderte Genugthuung. — Die Pforte sucht die n e u e n M a s - sakres in Spahgangh abzuleugnen oder sie als em- fodrc Uebergriffe hinzustellen. Der Mdizkiosk verbirgt dagegen nur schwer den peinlichen Eindruck dieser Ereignisses die eine schrille Dissonanz in die fieberhaften Vorbereitungen zu dem Jubiläum des Sultans werfen. Man befürchtet neue Schritte der Mächte. Die ausführ licben Berichte der Konsuln werden erst abgewartet. Die Zahl der Massakrierten schwankt zwischen 150 und dreihundert. Die Pforte gesteht vorläufig nur 16 zu. Der Sultan gab strengste Ordre zur Vermeidung weiterer Mas- sakres und zur Bestrafung der Schuldigen. Die kurdische Soldateska hat sich bisher wenig um Befehle von Konstantinopel gekümmert, und nichts weist darauf hin, daß die türkische Autorität in den kurdischen Provinzen seit den letzten großen Massakres Fortschritte gemacht hat.
Aus Stadt und Kmd.
Gießen, den 14. August 1900.
** Ein großes Extrakonzert ttindigt die Kapelle unseres Regiments „Kaiser Wilhelm" für Freitagabend in „Steins Garten" an. Der Ertrag ist zum Besten hilfsbedürftiger Musiker der deut- schen Armee und Marine bestimmt. In Anbetracht des guten Zweckes wird es ja an zahlreichem Besuch des Konzertes nicht fehlen, soweit ein solcher jetzt in der allgemeinen großen Ferien- und Erholungszeit, wo jeder den Staub der Stadt auf kürzere oder längere Zeit von den Füßen zu schütteln pflegt, überhaupt zu erwarten ist. Tenn wir können, ohne die löbliche Absicht und Mühewaltung unserer Regimentskapelle zu verkeimen, uns doch nicht der Thatsache verschließen und mit Befremden konstatieren, daß auch dies Konzert gleich dem am Freitag nach Pfingsten „zum Besten des Jnvalidendank" gegebene wieder in die Studentenferien und diesmal gar in eine noch stillere Zeit fällt, — ob zufällig, lassen wir dahingestellt.
** Lahnkanalisation. Die Kommission zur Förderung der Lahnkanalisation hielt am 11. August in Diez eine Beratung ab. Ter Schriftführer Frohwein-Tiez, der als Delegierter dem Metz'er Kanallandtag beigewohnt hat, berichtete über dessen ablehnende Haltung gegenüber dem Lahnprojekt. Trotzdem beschloß man, dem Verband für Kcmalifierung der Mosel unb Saar als Mitglied beizutreten. T-as von den Regierungsbauräten Havelstadt und Contag-Berlin ausgearbeitete Lahnprojekt, das auf Fahrzeuge mittlerer Größe von 60 Meter Länge, 8 Meter Breite und 1,8 Meter Tiefgang berechnet ist, hält Baurat Röder-
Arbeiterbewegung.
Mainz, 14. August. Zirka 800 Arbeiter und Arbeiterinnen der Lederwerke sind um 12 Uhr in den Ausstand getreten. Die Direktion hatte den Arbeitern vormittags mitteilen lasten, daß sie strikte jede Forderung ablehne. Zu den 20 Mann, denen die Direktion schon am SamStag gekündigt hatte, sind gestern weitere 10 gekommen. Es waren diejenigen, die die übrigen als Wortsührer gewählt hatten, um der Direktion die Forderungen der Arbeiter zu unterbreiten. Vorläufig streiken nur die Arbeiter und Arbeiterinnen der hiesigen Fabrik; die der Fabrik auf dem Bruch bezw. im Gartenfelde arbeiten vorläufig weiter. Um 1 Uhr fand nach dem „Mainz. Anz." im Lokale von Porsberger zum „Frauenlob" eine Versammlung der Streikenden statt, in der die Tagesordnung „Lohnbewegung der Lederwerke" verhandelt wurde. In einer gestern abend in demselben Lokale abgehaltenen Versammlung der Holzarbeiter wurden 5000 Mk. für die in den AuSstand tretenden Lederarbeiter bewilligt. — Die Zentralkaste in Berlin hat 29 000 Mk. bewilligt.
Berlin, 14. August. Fast sämtliche Arbeiter der Militär, effektenbranche, im ganzen mehr alS 400 Personen, haben, nachdem die Einigungsverhandlungen gescheitert sind, gestern früh die Arbeit niedergelegt. , c ,
Hamburg, 14. August. Heute vormittag fand eine von mehreren Tausend Personen besuchte Versammlung der ausgesperrten und ausständigen Werftarbeiter statt. Die Aussichten der Arbeiter wurden allgemein als günstig bezeichnet. Die Versammlung beschloß, an der Organisation sestzuhalten. In einem während der Versammlung einlaufenden Schreiben erbot sich das Hamburger Gewrrbegericht zu vermitteln. Die Arbeiter sprachen ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen aus und bezeichneten eine Anzahl Vertrauensleute. Der Arbeitgeberverband muß jetzt entweder die Vermittlung ablehnen und sich damit viele Gegner auch in unbeteiligten Kreisen erwecken oder sie annehmen und somit seinen neulich gefaßten Beschluß, kein Schiedsgericht anzuerkennen, hinfällig machen. Wie mitaeteilt wurde, haben die Arbeiter noch auf längere Zeit hinreichende Geldmittel. Eine Notwendigkeit zu Sammlungen liege nicht vor.
। Wm-el und Verkehr. Volkswirtschaft.
Freu klarier Börae vom 14# Aasust#
Wechsel auf New-York zu 0.00-00.
Prämien auf Kredit per ult Ang. 1.45%, do. per ult Sept. 2.55%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 1.15 %, do. per ult. Sept 2.35%, Lombarden per ult Aug. 0 55%, do. per ult Sept. 0.95%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.
Kotierungen : Kreditaktlcn 206 20-30-000.00, Diskonte - Kommandit 174.60-90-000-00, Staatsbahn 138.90-000, Lombarden 25.20, Italiener 93 30, Spanier 71.60-00, Bproz. Mexikaner 25.15, I Bochumer 188-189-000.00 bz., Laura 205.70-6.40 bz., Harpener I 179-179.90-000.00 bz., Gelsenkirchen 189.80-190.50 bz., Privat-Diskont I 43/iß°n
1% bis 2% ühr: Kredifaktien 206.30-20 bz., Dia- I konfo-Kommandit 174.90-50-000.00 bz., Berliner Handelsgesellschaft I 000 bz., Staatsbahn 138.80 bz., Lombarden 25.30 b., Laura 000-000. I 3proz. Mexikaner 00.00 bz.
BtehmLrkte.
Schotten, 14. August. Der erste Sommermarkttag zeigte ein überaus lebhaftes Bild. Auf dem Pferdemarkt herrschte reger Handel und flotter Absatz. Aeltere Pferde und gute Gebrauchspferde I waren verhältnismäßig wenig ausgetrieben, sodaß hierin nicht stark ge, I handelt werden konnte; vielmehr verteilte sich der Handel mit letzteren auf einzelne Stallungen, in welchen die Tiere verblieben waren. Fohlen I waren in zum Teil vorzüglicher Qualität am Platze. Es zeigte sich, I daß die besten Tiere zu verhältnismäßig billigen Preisen an den Mann I kamen, während Durchschnittsware teuer bezahlt Abnahme fand. Es I dürften alle aufgetriebenen Fohlen verkauft worden fein. Schwere I Ochsen waren weniger, dagegen Fahrochsen viel vorhanden und viel be. I gehrt, sodaß auch dieser Handel lebhaft war. Hauptsächlich konzentrierte I sich die Nachfrage auf gute Zucht- und Fahrkühe und Rinder. Nicht nur Händler, auch Landwirte schloffen zu diesen Zwecken zahlreiche Käufe I ab bei hohen Preisen. Trotz des sehr großen Auftriebs in diesen Tieren I wurden hohe Preise gefordert und bezahlt. Mehrere Extra-Viehzüge I wurden am Montag abgelasten. Schwer zu leiden unter den unzu- I reichenden Verkehrsverhältniffen hatte der Mittagspersonenzug, der mit I co. 1 Stunde Verspätung abging und somit in Nidda keine Anschlüffe I mehr erreichte. Erst mit einem Güterzug um 3'/, Uhr konnten einigt I Personenwagen nach Gießen befördert werden.


