Ausgabe 
16.2.1900 Zweites Blatt
 
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Salzschlirf, 13. Februar. Herr Direktor Berlit der AktiengesellschaftBadSalzschlirf hatte auf gestern vormittag die sämtlichen Hoteliers, Gasthausbesitzer und Wohnungsvermieter unseres Ortes zu einer Besprechung eingeladen, in welcher derselbe den Wunsch aussprach, daß man Hand in Hand gehen möge, um Salzschlirf zu heben, und es zu dem zu machen, was es durch die Vorzüglichkeit der Bonifacius-Quelle zu sein verdiente. Die Aktiengesell­schaft so erklärte Herr Berlit lege viel weniger Wert darauf, aus der Vermietung von Zimmern und der Restauration Vorteil zu erzielen, als auf Heranziehung von Badegästen und auf den Wasserversandt, sie wolle gar keine

lärm erschreckt, und zwar brannte es im Hause des Metzger- meisterS Faubel. Das Feuer ist gelegentlich des Räucherns von Speck entstanden, wobei eine Seite Speck anging. Es gelang jedoch durch sofortiges Eingreifen der Feuerwehr, das Feuer mittelst der Hydranten auf seinen Herd zu be­schränken. Trotzdem ist ein beträchtlicher Schaden ent­standen, da sehr viele Fleischwaren ungenießbar geworden sind. Auch soll F. schlecht versichert haben.

tb. Hofgeismar, 14. Februar. Wie man erfährt, ist unter den Pferden des Gestüts Beberbeck die Influenza in sehr arger Art aufgetreten. Eine Anzahl Tiere find

I Die Zahl der Mitglieder darf 25 nicht überschreiten. Die Gesellschaft führt den NamenDeutscher Adler-Klub".

Heiligenstadt, 13. Februar. Auf schreckliche Weise I haben zwei junge, verheiratete Arbeiter der hie- I sigen Sländer'fchen Dampfbierbrauerei ihr Leben einge- I büßt. Der Heizer Weiß und der Bierfahrer Rot, welche die Nachtwache hatten, schliefen zusammen in der Arbeiter­schlafstube. Vor dem Schlafenlegen heizten sie den im Nebenzimmer stehenden Ofen nochmals stark, sodaß das durch die Schlafstube führende Rohr glühend wurde, und die Holzteile der Wand so stark erhitzte, daß sie glimmten und mächtigen Rauch erzeugten. Heute früh fand man die Armen auf ihren Lagern erstickt vor.

| § Mainzer Karnevalverein. Die große Fremden -

sitzung findet nächsten Sonntagnachmittag 5 Uhr in der närrisch dekorierten Stadthalle statt. Die beliebtesten Redner haben sich dem Komitee sür diese Paradesitzung zur Ver­fügung gestellt, und die Sitzung verspricht eine der glanz­vollsten zu werden. Auch das Eröffnungsspiel gelangt zur Darstellung. Ganz besondere Anziehungskraft verspricht für die auswärtigen Besucher die Aufführung von Daub'S sprechenden Automaten, welche urkomische Szene, wie dies die letzte Herrensitzung bewies, auch den hartgesottenen Philister zu Lachsalven veranlassen wird. Wir können allen denjenigen, die sich einmal recht närrische und vergnügte Stunden bereiten wollen, nur dringend anempfehlen, am nächsten Sonntagmittag demgoldenen Mainz" und der ; Narrhalla (Stadthalle) einen Besuch abzustatten. Die Vor- I bereitungen für die drei Fastnachtstage sind schon eifrig im Gange. Fastnachlsonntag findet durch die Prinzengarde die Erstürmung der Philisterburg auf dem Schloßplatze statt, dann wird närrischer Jahrmarkt mit allerlei ge­lungenen Veranstaltungen bis zum späten Abend in der Stadthalle abgehalten. Am Montag und Dienstag Abend I finden die beliebten großen Maskenbälle und am Montag I Mittag große maskierte Kappenfahrt mit Blumen- I

korso statt. Alles in allem wird auch der diesjährige I

Karneval sich seinen Vorgängern in bester Weise anreihen I

können, der Mainzer Humor sorgt schon für eine fidele I

Fastnacht.

| Konkurrenz für die Hotels- und Wohnungsvermieter sein- I und werde eine Wohnungsliste in der Geschäftsstelle der I Verwaltung aufstellen, so daß jeder ankommende Gast nach I Belieben seine Wahl treffen könne, wo er wohnen wolle. I Ferner werde jede kleinliche Rücksicht schwinden; in der I Kurliste solle jeder Gast mit seiner Wohnung aufgeführt und diese nicht, wie seither, verschwiegen werden. An den Bädern werde ein Kontrolleur die Billette der Reihenfolge nach stempeln, cs werde keine von Trinkgeldern abhängigen Badegäste mehr geben, keine Gäste erster und zweiter Klaffe. Auch beabsichtige die Gesellschaft keine Spekulationskäufe, was man kaufen werde, solle nur zur Vervollständigung des Bades benutzt werden. Die anwesenden Herren äußerten sich durchaus befriedigt über das entwickelte Programm der Ge­sellschaft und erklärten, für die Entwickelung des Bades

! gern Mitwirken zu wollen. Es kamen dann noch die Frage der Wasserversorgung Salzschlirfs durch eine Quellwasser­leitung, Kanalisation, Trottoiranlage rc. zur Besprechung, und es wurde deren Dringlichkeit anerkannt. Die Aus­führung ist so gedacht, daß auch künftige Generationen an den Lasten wie an den Vorteilen teilnehmen sollen. Endlich beschloß man, jeden Montagabend zusammenzukommen, um die vorliegenden Gegenstände weiterer Beratung zu unter­ziehen. Jedenfalls ist mit dieser Besprechung der Anfang gemacht zu einer wechselseitig vorteilhaften Verbindung und sind Streitigkeiten, wie sie seither wiederholt zwischen der früheren Verwaltung und den anderen Interessenten vorge­kommen sind, durch die ausgesprochene Haltung des Direktors der Aktiengesellschaft fernerhin unmöglich.

Treysa, 13. Februar. Herr Oberleutnant a. D. Westmark hielt am Sonntag Nachmittag im Saale der GasthausesZur Burg" dahier einen Vortrag über seine Erlebnisse bei den Menschenfressern am oberen Kongo, wo­selbst er sich 15 Monate lang aufgehaltcn hatte. Der Vor­trag, der des Interessanten sehr viel bot, fesselte die Zu­hörer von Anfang bis zu Ende, und trug dem Redner lebhaften Beifall ein.

Fritzlar, 13. Februar. Gestern nacht gegen 3 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt plötzlich durch Feuer-

m. Gudensberg, 14. Februar. Ein in jeder Beziehung vortrefflich gelungener Transvaal-Abend fand gestern hier im großen Rathaussaale vor einer zahlreichen Zuhörer­schaft statt. Den Vortrag über Transvaal hatte Herr Dr. Winterstein aus Kassel übernommen. Derselbe führte auch mittelst einer Acetylenlampe 60 hübsche und bemerkens­werte Ansichten aus Südafrika vor. Im übrigen bot das reiche Programm viele musikalische Genüsse. Der Rein­ertrag von 70,45 Mk. kommt den verwundeten Buren zugute. Der nächste TranSvaal-Abend soll in Allendorf a. W. stattfinden.

m. Gudensberg, 14. Februar. Nachdem die Frage wegen Errichtung einer Bismarcksäule von den Kasseler Alldeutschen in Fluß gebracht ist, sind die Gudensberger eifrig bemüht, sie auf ihren Odenberg zu bekommen. Der beste Stein dazu, Basalt, kann unmittelbar an seinem Fuß gebrochen werden. Außerdem will die Stadt Wege anlegen, und namentlich oben auf der Höhe einen Platz unentgeltlich zur Verfügung stellen.

eiden Institute sind durch eine Brandmauer senkrecht von einander getrennt, die nur im Sockelgeschoß einen Durch­gang hat, da, wo sich die neu gewonnenen Räume befinden. Die Beleuchtung ist elektrisch, die Heizung erfolgt durch Niederdruckdampf, für Ausnahmefälle stehen Gasöfen zur Verfügung. Daß für die innere Einrichtung in bestmög­licher Weise gesorgt ist, dafür bürgen die Namen der In­stitutsleiter. Die Geländeerwerbung erfolgte 1891. Die ersten Pläne wurden 1893 entworfen, erfuhren aber, zumal infolge des Wechsels in der Besetzung der Lehrstühle für Physik und physikalische Chemie, mehrfache Umänderungen. Nachdem die Angelegenheit dann längere Zeit geruht, wurden die Vorarbeiten 1896 wieder ausgenommen und im folgenden Jahre mit der Bauausführung begonnen. Im Frühjahre 1898 waren die eigentlichen Bauarbeiten beendigt, deren Kosten sich auf 310 000 Mk. belaufen. Darnach wurde für die innere Einrichtung und Beschaffung neuer Apparate eine Summe von 182 000 Mk. bei den Landständen ange­fordert, deren Bewilligung aber infolge Verlängerung des damaligen Staatsbudgets sich beträchtlich verzögerte. Nach dem hierdurch entstandenen Aufschub in der Fertigstellung des Institutes, konnte die physikalisch-chemische Abteilung im Frühjahr, die physikalische im Herbst 1899 in Gebrauch genommen werden. Die Entwürfe wurden auf dem bau­technischen Bureau Großh. Ministeriums unter Leitung des Geh. Oberbaurat von Weltzien angefertigt, die Ausführung erfolgte durch die Großh. Baubehörde für die Universitäts- Neubauten.

** Zum 13. deutschen Bmrdesschießen in Dresden (7. bis 15. Juli) sind eine Reihe Preise, wie Gold- und Silbermünzen, Pokale, Becher, Uhren usw., be­stimmt worden, die sich auf die verschiedenen Scheiben ver­teilen. Als Ehrenpreise wurden 300 Stück Pokale (Römerform) auf Standpunktscheiben, 300 Stück Pokale (Becherform) auf Feld-Punktscheiben, 20 Stück Pokale mit j silbernem Untersatz mit Deckel, reich vergoldet, für das Kon­kurrenzschießen gewählt. Ferner werden vergeben: 300 Stück goldene Damenuhren, 250 Stück Savonetteuhren für Herren und 3500 Stück silberne Festmünzen auf Standscheibe I (Größe eines Fünfmarkstücks), 3500 Stück Festmünzen auf I Feldscheiben (Klippenform), sowie 200 Stück goldene Münzen I (Thalergröße). Die Festmünzen zeigen auf der einen Seite I die Germania und auf der anderen einen deutschen Schützen. I Die vorgenannten Zahlen bezeichnen nur die Stückzahl der I fest in Auftrag gegebenen Gegenstände, wahrscheinlich aber I werden diese Zahlen, wie es schon in den zwölf vorher- I gegangenen Feststädten der Fall §war, so auch hier vor- I aussichtlich um ein Drittel durch Nachlieferung erhöht I werden.

Tagen ein sehr wertvoller Hengst. Der durch die Influenza in letzter Zeit herbeigeführte Schaden an dem Pferdebestand des Gestüts soll über 120000 Mk. betragen.

Caffel, 14. Februar. Zur Beerdig ung ihres Mit­gliedes, des verstorbenen Referendars Oppermann, waren gestern die gesamte deutsch-katholische Stu­dentenverbindungRhenania" aus Marburg, sowie Deputationen der katholischen Verbindungen in Halle und Göttingen hier anwesend. Der Beerdigung, welche um 4 Uhr nachmittags stattfand, wohnten die Chargierten in Wichs bei.

Heer und Marine.

Die neue Schietzvorfchrtft für die Infanterie.

Der bereits angekündigte Neuabdruck der Schießvorschrift für die Infanterie ist zur Ausgabe an die Truppenteile gelangt und auch zum Verkauf durch den Buchhandel freigegeben worden; er schließt sich im ganzen der alten Vorschrift an, weist aber doch viele Verbesserungen auf, welche von der hohen Bedeutung einer guten Schießausbildung Zeugnis geben. Nicht nur daß die verschiedenen Bedingungen des Schulschießens eine endgültige Erweiterung und Erschwerung auf Grund angestellter Versuche erfahren haben, es sind auch zur Erzielung größerer Mannigfaltigkeit mehrere neue Scheibenarten eingeführt, von denen wir die Ringkopsscheibe und Ringbrustscheibe erwähnen, wozu noch drei be­sondere Arten von Sektionsscheiben für die Entfernungen von 400, 500 und 600 Meter hinzugetreten sind. Zum erstenmale wird auch das Schießen der Radfahrer erwähnt, die außer den gewöhnlichen Schieß­übungen wie alle andern Mannschaften ihres Truppenteils noch mit dem Gewehr 91, womit die Fußartillerie ausgerüstet ist, sechzehn Schuß auf vier verschiedene Entfernungen von 150 bis 600 Meter ohne besondere Bedingungen abzugeben haben. Warum dies aber im Anzuge der Hauptübung, d. h im Helm, geschehen muß, ist nicht recht erfindlich, da der Helm nicht zu den Ausrüstungsstücken des Radfahrers gehört. Von weiterer Bedeutung ist es, daß in der neuen Schießvorschrift zum ersten­male unser nenes Jnfanteriegewehr als Gewehr 98 amtlich vor der Oeffentlichkeit erwähnt wird. Zwar ist eine genaue Beschreibung darüber in der Vorschrift nicht enthalten, aber aus den einzelnen Anmerkungen ist abgesehen von den durchaus gleichen Schußleistungen wie beim Gewehr 88 zu entnehmen, daß das alte Kastenmagazin mit dem Patronenrahmen weggefallen und an seine Stelle ein mit dem Schaft verglichenes Magazin getreten ist, das mittels Ladestreifens geladen wird. Weiterhin sehen wir, daß die Kammer einen festen Verschlnßkopf hat und das Gewehr einen hölzernen Handschutz besitzt, ferner daß der Laufmantel weggefallen ist, sodaß also auch kein Mundring be8 Laufes mehr vor­handen ist. Auch das Zielgewehr hat für das Muster 98 eine ent­sprechende Aenderung erfahren müssen; um nämlich das Mundstück des Einlegeläufchens zugänglich zu machen, ist der Lauf mit einem Ausschnitt versehen, der durch einen Schieber verschlossen werden kann Für die Jäger und Schützen, sowie für die Pioniere, die Eisenbahn- und Tele­graphentruppen ist die neue Schießvorschrist mit einzelnen Aenderungen, die in besonderen Nachträgen enthalten sind, ebenfalls maßgebend.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 13. Februar. Der am 11. Februar nach kurzem Leide« im Alter von 83 Jahren verstorbene Privatgklehrte Dr. Friedrich Jagor hat in der wiffenschaftlichen Welt der Reichshauptstadt eine sehr bekannte und eigenartige Stellung eingenommen. Als Sohn des Begründers und Besitzers des früheren vornehmen Hotel de Russie am Schinkelplatz, war auch er zuerst bestimmt, sich dem Gastwirtstande zu widmen. Aber früh siegte in ihm der Drang nach Reisen und nach geographischen Foffch- ungen und auf diesem Gebiet hat er eS dann nach und nach zu einer besonderen Spezialität gebracht. Er hat langjährige Reisen unternommen, vor allem nach Ostindien, den Philippinen, Java und Malakka. Als er schon 76 Jahre zählte, unternahm er noch eine mehrjährige Reise nm die Welt und immer wieder kam er von seinen Reisen mit neuen Schätzen und Sammlungen zurück, zunral ihm reiche Geldmittel zur

§§ Mainz, 14. Febr. Anläßlich der Gutenbergfeier fit die Gründung eines Guteüberg-Museum hier in Aussicht genommen, welches Projekt sich der weitgehend­sten! Sympathien erfreut. Insbesondere interessiert sich der Staatsminister Rothe in Darmstadt sehr für das Projekt und hat dasselbe in Aussicht gestellt, den Landständen eine Vorlage zur Unterstützung dieses Unternehmens zu unter­breiten, um die Stadt Mainz in den Stand zu setzen, den Museums-Gedanken in der denkbar würdigsten Weise zu verwirklichen. Ferner wird in Aussicht gestellt, auch das Reich und die Einzelstaaten zur Unterstützung anzurufen. , ... ,_,v ,UIV

^=lbc" b-r-tts »um.Opser gefallen, fo erft in diesen schlossen, bei den Stadtverordneten die Bewilligung von Mk. 35 000 für das Museum zu beantragen. In Folge der heftigen Regengüsse der letzten zwei Tage ist der Oberrhein in rapides Steigen gekommen, so daß heute der telegraphische Wasserstandsnachrichtendienst wieder ausge­nommen wurde. In Waldshut ist der Rhein von 1,95 Meter auf 3,32 Meter gestiegen, in Kehl von 3,22 auf 3,87, in Maxau von 3,56 auf 4,10. In Wimpfen ist der Neckar von 1,82 auf 3,56 Meter gestiegen.

O, Mainz, 14. Februar. Bei der hiesigen Bürger­meisterei, wie auch bei der Handelskammer sind von der Bürgermeisterei von Mertzig (Lothringen) wiederholt Ge­suche eingelaufen, die darauf hinzielten, die Erbauung einer Eisenbahn von Metz nach Mertzig bei den maßgebenden Faktoren zu befürworten. Als außerhalb der Interessensphäre von Mainz liegend, wurde dem Ersuchen von hier aus keine Folge gegeben, und immer darauf hin- gewiesen, daß eine Bahnlinie von Metz nach Mertzig nur dann sür Mainz ein Interesse habe, wenn die Bahn bis DürkeSmühle weitergebaut werde, indem sich alsdann eine kürzere Verbindung MetzMainz ergebe. Da jetzt be­schlossen ist, die Verbindungslinie nach DürkeSmühle zu bauen, hat man von hier aus der Bürgermeisterei Mertzig die Bereitwilligkeit ausgedrückt, der angcstrebten Bahn­verbindung in jeder Weise seine Unterstützung zu leihen.

§ Butzbach, 15. Februar. Der Landes-Pferde- zuchtverein wird Samstag den 3. März, von nachmittags 21/, Uhr imHessischen Hofe" dahier eine Versammlung abhalten, welche den Hauptzweck hat, Fachfragen eingehend zu besprechen und sonstige interne Angelegenheiten zu be­raten. Bei der hiesigen Sammelstelle gingen für die Buren bis jetzt etwa 1000 Mark an Geld ein.

-o- Schotten, 14. Februar. Am 11. ds. Mts. waren es 53 Jahre, daß Herr Rendant Reitzel in den Staatsdienst trat. Nur einer sehr geringen Anzahl von Beamten, und wahrscheinlich auch von Privatbediensteten, ist es beschicken, in ungetrübter körperlicher und geistiger Frische so lange zu dienen. Vor drei Jahren, am 11. Feb­ruar 1897, feierte Herr Reitzel sein goldenes Dienst­jubiläum, wobei ihm von seinen Vorgesetzten und vielen Freunden und Bekannten die verdienten Ehrungen zuteil geworden sind. Er beabsichtigt, am 1. April l. I. in den Ruhestand zu treten, und die ihm verbleibenden Jahre im Kreise seiner Kinder und Enkel in Darmstadt zu verleben. Unsere besten Wünsche begleiten ihn.

Nidda, 14. Februar. Prinz Karneval wird in diesem Jahre auch in unserer Stadt seinen Einzug halten. Während früher dann und wann ein kleiner Zug stattfand, wird dieses Jahr in dem projektierten größeren Zuge ein hiesiger Bürger die Rolle des Prinzen übernehmen. In einer kürzlich abgehaltenen Versammlung der hiesigen Ver­eine ist ein festes Komitee, sowie ein vorläufiges Zug­programm entworfen worden. Vorgestern wurde auf Reklamation auswärtiger Gerichtsbehörden ein in der BrauereiG a m b r i n u s" bediensteter junger unverheirateter Arbeiter auswärts verhaftet, weil der Ver­dacht auf ihm ruht, die Ermordung eines Mädchens in Süddeutschland begünstigt zu haben. Er wurde an den Thatort abgeliefert. Die von Herrn Gewerbeschul- inspcktor Meyer zu Darmstadt am Montag vorgenommene Revision der hiesigen erweiterten Handwerker­schule hat ein erfreuliches Resultat ergeben. In diesem Jahre wird wieder eine freiwillige Gesellenprüfung vorge­nommen werden, zu der bis jetzt schon 12 Anmeldungen ergangen sind.

t Vom höheren Vogelsberg, 14 Februar. Seit I heute ist hier wieder ein Witterungs-Wechsel! erfolgt durch Eintreten von Thauwetter. Wenn auch seither der Verkehr durch Schlitten schon ziemlich schlecht ging, so muß doch nun jetzt das Schlittenfahren eingestellt werden.

Schnee geht allmählich weg, und befürchtet man Schaden der Wintersaaten. Bis jetzt steht dieselbe noch

Darmstadt, 14. Februar. Nach einem derDarmst. Ztg." aus Capri, 13. Februar, zugegangenen Privat- Telegramm sind die Allerhöchsten Herrschaften mit­tags daselbst wohlbehalten eingetroffen.

Arheilgen, 13. Februar. In aller Stille hat sich hier! eine Gesellschaft gebildet, die auf dem Wege der Er­sparnisse ihren Mitgliedern z. B. bei einer Heirat eine Aussteuer übermachen, oder im Notfall auch Unterstützung gewähren will. Nur junge Leute von 18 bis 25 Jahren, die einen tadellosen Ruf haben, können ausgenommen werden.

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