Ausgabe 
15.7.1900 Erstes Blatt
 
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Ruder-Verein 1865, 3. Offenbacher Ruder-Gesellschaft Undine, 4. Offen­bacher Ruder-Verem; Nr. 5. Dollen-Zweier. 1. Ruder-Verein Ems, 2. Neuwieder Ruder-Gesellschaft, 3. Ruder-Klub Hamm; Nr. 6. Junior- Vierer. 1. Ruder-Klub Hamm, 2. Frankfurter Ruder-Verein 1865, 3. Offenbacher Ruder-Verein; Nr. 7. Akademischer Vierer. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877, 2. Heidelberger Ruder-Klub; Nr. 8. Dollen-Vierer. 1. Ruder-Gesellschaft Rhenania-Koblenz, 2. Kölner Ruder«Gesellschaft, 3. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877; Nr. 9. Großer Achter. 1. Frankfurter Ruder-Verein 1865, 2. Gießener Ruder- Gesellschaft 1877; Nr. 10. Ermunterungs-Vierer. 1. Ruder-Klub Hamm, 2. Offenbacher Ruder-Verein, 3. Ruder-Verein Limburg, 4. Hanauer Ruder Gesellschaft Hassia 1884, 5. Gießener Ruder-Gesell­schaft 1877. Die gestern als Nr. 1 (Junior-Einer) und Nr. 4 (Junior-Achter) bezeichneten Rennen fallen aus, well zu jedem nur ein Boot gemeldet ist.

** Der Bäuerische Gesaug Verem wird sich morgen mit etwa 40 Sängern am Sängerfest in Dillenburg be­teiligen. Bon dort schreibt man uns, daß zur Unterbringung von über 400 Sängern Vorkehrungen getroffen sind.

** Preis Schaustellung. Der Preis, den der Bauer'sche Gesang-Verein bei dem Gesangwettstreite in Weisenau errungen hat, ist mit Diplom im Schaufenster der Firma Retter am Lindenplatz (Ecke Wallthorstraße) ausgestellt.

-ff-. Landes st ati st ik. Den Mitteilungen der hessi­schen Zentralstelle für die Landesstatistik entnehmen wir, daß die Schülerzahl in den LehrerPräparanden- Anstalten zu Lindenfels, L i ch und Wöllstein am Ende des Schuljahres 1898/99 185 (Lindenfels 62, L i ch 60, Wöll­stein 63) betrug, wogegen sie sich während des Schul­jahrs 1899/1900 nur auf 173 (Lindenfels 54, Lich 62, Wöllstein 57) belief. Der Konfession nach gehörten 115 der evangelischen, 57 der katholischen und 1 der israeli­tischen an. Der Heimat nach verteilten sie sich auf Starken­burg 50, Oberhessen 58, Rheinhessen 57, Nichthessen 8. Söhne von Landwirten waren 66, von Handwerkern und Geschäftsleuten 64, von Beamten 20, von Lehrern 19, von Eltern andern Standes 4. Der Lehrer- und Schüler­bestand der Schullehrer-Seminarien zu Fried­berg, Bensheim und Alzey im Schuljahr 1899/1900 stellte sich wie folgt: a) Lehrer-Personal: 3 Direktoren, 19 ordentl. Lehrer, 6 außerordentl. Lehrer, 3 Hilfs­lehrer ; b) Schülerzahl: Am Schlüsse des Vorjahres 298 (Friedberg 94, Bensheim 95, Alzey 109), Bestand am Schlüsse dieses Schuljahres 312 (Friedberg 105, Bens­heim 105, Alzey 102). Davon zählen 244 zur evangelischen, 75 zur katholischen und 2 zur israelitischen Konfession. Der Heimat nach gehörten 91 nach Starkenburg, 99 nach Oberhessen, 115 nach Rheinhessen und 16 nach nichthessischen Staaten. 136 waren Söhne von Landwirten, 113 von Hand­werkern und Geschäftsleuten, 42 von Lehrern, 24 von Be­amten un5 6 von Eltern andern Standes. In Präparan­denschulen waren 209, in Realschulen 54, von Volksschul­lehrern 42, auf Gymnasien 7 und in anderen Lehranstalten 9 vorbereitet. An höheren Mädchenschulen in Hessen unter­richteten im Schuljahr 1899/1900 48 ordentliche Lehrer (einschl. Direktoren) und 45 Lehrerinnen (Darmstadt 16 bezw 12, Offenbach 6 bezw. 5, Gießen 12 bezw. 9, Mainz 9 bezw. 13, Worms 5 bezw. 6) und 32 außerordent­liche Leher und Hilfslehrer bezw. Lehrerinnen (Darmstadt 8, Offenbach 4, Gießen 3, Mainz 10, Worms 7). Die Gesamtzahl der Schülerinnen betrug 2174 (Darmstadt 629, Offenbach 289, Gießen 337, Mainz 582, Worms 337). Die Seminarklassen in Darmstadt wurden außerdem noch von 80 Schülerinnen besucht. Der Konfession nach gehörten 1630 Schülerinnen der evangelischen, 322 der israelitischen, 298 der katholischen und 4 einer anderen an. Aus dem Orte der Lehranstalt waren 2056 (Gießen 308), aus anderen hessischen Orten 133 (Gießen 16), aus andern deutschen Staaten 62 (Gießen 13) und aus nichtdeutschen Staaten 3.

** Heuchelheim, 14. Juli. Das«Lruse'sche Streichquartett, das vielen noch von seinen Konzerten in früheren Jahren her in ehrenvoller Erinnerung sein dürfte, veranstaltete gestern abend im KonzertsaalZur Ludwigsburg" seinen ersten Kammermusikabend dieser Saison, der einen glänzenden künstlerischen Verlauf nahm. Gleich die erste Nummer, das Es-dur-Quartett von Mozart, bereitete einen ungetrübten Genuß. Es wurde schwungvoll und mit sorgfältiger Ausarbeitung aller Fein­seiten vorgetragen, ebenso die folgenden kleineren Quartett- jätze. Das Hauptinteresse des Abends konzentrierte .sich naturgemäß auf die beiden Solisten, die Herren H. und W. Kruse. Ueber Herrn H. Kruse, der seit einiger Zeit seinen Aufenthalt in Altona genommen hat, liegen uns die vorzüglichsten Kritiken aus Großstädten wie Berlin und Petersburg vor, die durch sein gestriges Spiel voll und ganz bestätigt wurden. Was Herr Kruse an Seele und Feinheit des Vortrages in dem Nocturno von Chopin und der Träumerei von Schumann bot, war schlechterdings unübertrefflich und stellt ihn in die Reihe der allerersten Cellisten der Gegenwart. Wir haben es eben hier mit einem Künstler zu thun, den man gehört haben muß, um die faszinierende Wirkung zu begreifen, die sein Spiel auf den Hörer äusübt. Zudem besitzt Herr Kruse ein Instru­ment von seltener Schönheit und Fülle des Tones, eine estte Guarneri, der von London aus für 10 000 Mark in \übergegangen ist. Das Publikum dankte dem Künstler durch anhaltenden Applaus, sodaß er sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Nicht minder erfolgreich trug tftTufe, der gegenwärtig an der Stuttgarter Oper ^.bben Prof. Singer als Konzertmeister und vielgesuchter Sonst, sowie als Lehrer am dortigen Konservatorium wirkt, Pavlo de «.arasates Zigeunerweisen mit staunenswerter Technik und großem Ton vor. Auch ihm spendete das Publikum für seine glänzende Leistung rauschenden Bei- fall bis .sich der jugendliche Künstler zu einer Zugabe verstand. Das zahlreiche ersmienene Publikum lauschte sämtlichen Vorträgen mit bewunderungswürdiger Ruhe und Aufmerksamkeit, abgesehen von einigen Störenfrieden die hier .»n keimnn Konzert fehlen zu dürfen scheinen. Alles in allem war der gestrige Musikabend für die Hörer eine Quelle reinsten Genusses, sodaß wir den Besuch des näcl)sten Konzertes äm Freitag kommender Woche nur em­pfehlen können. '

O Großeulmdeu, 14. Juli. Sonntag feiern auch in der hiesigen Gemeinde dieFünfziger", gemeinschaftlich mit ihren Familienangehörigen im Weigaudt'schen Saale die Wiederkehr ihres fünfzigjährigen Geburtstages. Es wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß es den Jubi- laren noch recht lange vergönnt sein möge, in ihrem Beruf

und im Kreise ihrer Angehörigen und Freunde gesund und froh zu wirken.

Darmstadt, 13. Juli. Aus Stuttgart kommt folgende Meldung: Gestern abend wurde im Wilhelma- Theater zu Cannstatt nach Schluß der Vorstellung der Puppe" ein A1 t e n t a t auf die Schauspielerin Fräulein Sa c cur ausgeführt. Ein junger Mann, der im Orchester saß feuerte drei Schüsse auf die Künstlerin ab, ohne zu treffen. Es entstand eine furchtbare Panik, die sich indessen legte, als Direktor Klein auf der Bühne erschien und das Publikum beruhigte. Der Attentäter erklärte nach seiner Festnahme, die sofort erfolgte, daß er seine That nicht bereue. Der Attentäter heißt Franz D a l l m e y e r, ist Handlungslehrling, stammt aus München und ist 1820 Jahre alt. Er hat sich in Fräulein Saccur verliebt und ist offenbar infolge dessen übergeschnappt. Nach dem Ab­feuern der drei Schüsse warf er den Revolver auf die Bühne. Frl. S. ist seit einem Jahre Mitglied des Darm­städter Hoftheaters als Opernsoubrette. Die Künstlerin^ erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit. Sie war für ein Feriengastspiel nach Stuttgart engagiert. Die Ver­waltung der Oberpostdirektion in Frankfurt ist dem Ober- Postdirektor Maier aus Darmstadt vom 1. August ab übertragen. Der kommissarische Ober-Postdirektor Hohl- f e l d in Kassel erhält die Ober-Postdivektorstelle in Darm­stadt.

Mainz, 13. Juli. Ein interessanter Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbs spielte sich vor der hie­sigen Strafkammer ab. Angeklagt war der Obermüller Wilhelm Seidel von Amöneburg, der bei der Cement- fabrik Dyckerhoff u. Söhne beschäftigt war. Die Firma hat eine Erfindung zur Herstellung von Cementschlamm ge­macht, die weniger Zeit als das bisherige Verfahren er­fordert. Der Angeschuldigte hatte nun den Versuch ge­macht, durch einen Patentanwalt von Frankfurt die Er­findung der Firma voraus in Berlin zur Anmeldung zu bringen. In der Verhandlung behauptete der Angeklagte, welcher den Besprechungen der Firma Dyckerhoff über die Versuche zu der Erfindung mehrmals beigewohnt, daß die Erfindung sein geistiges Eigentum und ihm von der Firma entwendet worden sei. Das Gericht verurteilte den An­geklagten zu 300 Mark Geldstrafe.

Braunfels, 13. Juli. Am 18. Juli findet, wie wir bereits gestern kurz meldeten, in der herrlichen Linden- Allee des Herrengartens ein W o h l t h ä t i g k e i t s f e st! statt, dessen Erträgnisse mit anderen Einnahmen zusammen zum Bau eines eigenen Hauses für die hiesige Klein­kinderschule besttmmt sind. Das Fest beginnt um halb 3 Uhr. Unter den Klängen der beliebten und be­währten Marburger Jäger-Kapelle werden von schöner Frauenhand Speisen und Getränke zu billigen Preisen verabreicht und in geschmackvoll arrangierten und schön ausgeschmückten Verkaufsbuden Sachen verschiedenster Art feilgeboten. Für allerlei besondere Ueberraschungen ist selbstverständlich gesorgt. Ein herrliches Schauspiel wird am Abend die festlich beleuchtete Lindon-Allee gewähren. Bei Regenwetter findet das Fest in dem in der Linden-Allee errichteten, hinlänglich Raum gewährenden Zelt des fürst­lichen Sommertheaters statt. Mancher auswärts Woh­nende wird vielleicht gerne diese Gelegenheit ergreifen, unserem schönen Orte einen Besuch zu machon, durch den Besuch des Festes sich auch ein billiges Vergnügen bereiten und damit zugleich ein Werk bVr Wohlthätigkeit thun. Zur Erleichterung des Besuches wird ein Extrazug der Ernstbahn von Stadt Nach Station Braunfels Abends 10 Uhr 30 Min. eingestellt.

Wiesba den, 13. Juli. Der Schahvon Persien traf heute nachmittag mittelst Extrazuges hier ein, um sich in die Behandlung des Geh. Sanitätsrats Dr. Pfeiffer zu begeben. Ter Schah wurde bereits vor zwei Jahren von diesem Arzt behandelt, der damals zu diesem Behufe nach Teheran berufen wurde.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Arn 11. d. M. ertrank bei der etwa zwei Stunden südlich von Marburg gelegenen Nehmühle beim Baden in der Lahn der 20 Jahre alte Arbeiter Opper aus Niederwald bei Kirchhain. Wie die New-Aorker Staatszeitung be­richtet, ist in New-Jork der deutsche Arzt Dr. L. Arcu- larius im Alter von 62 Jahren gestorben. Dr. ArculariuS war in Schotten geboren, und seit 1866 in New-Dork als Arzt ansässig. Wie man aus Mainz mitteilt, sind von den Truppen, die sich freiwillig nach China gemeldet hatten und angenommen waren, einige wieder zurückgestellt worden, weil deren Eltern sich an die Militärbehörde mit der Bitte gewendet hatten, ihren Söhnen die Erlaubnis zur Teilnahme an der Expedition zu versagen. Der Ober- landesgerichtörat Dr. Frhr. Sprecher von Bernegg in Frankfurt a. M. ist zum Reichsgerichtsrat ernannt worden.

Vermischtes.

* Der ermsrdete deutsche Gesandte io Peking, Freiherr v. Ketteler, zeichnete sich durch eine außerordentliche Liebenswürdigkeit aus. Aus diese spekulierten zwei Schüler des Warendorfer Gymnasiums, eifrige Markensammler. Wie dieWests. Rundschau" mitteilt, wandten sie sich an den Gesandten brieflich um Uebersendung einiger seltenen Freimarken. Thatsächlich traf nach Verlaus einiger Zeit eine eingeschriebene Sendung aus Peking, die eine überaus reiche Kollektion seltener Freimarken enthielt, mit folgendem eigenhändigen Begleitschreiben des Gesandten ein:

Kaiserlich Peking, den 2. April 1900.

deutsche Gesandtschaft.

An Herrn Helmuth Klostermann

Warendorf i. W.

Dem in der wieder beifolgenden Postkarte ausge­sprochenen Wunsche entsprechend, sende ich Ihnen anbei eine Auswahl chinesischer und anderer fremden Postwert­zeichen. Freiherr von Ketteler,

Kaiserlicher Gesandter.

Der Brief war 49 Tage unterwegs gewesen. Hoch­erfreut teilten die beiden Schüler sich in die willkommene Beute Das Dankschreiben der erfreuten Sammler hat Freiherr v. Ketteler nicht mehr erhalten.

Lemberg, 13. Juli. Die Witterung hat sich gebessert. Das Hochwasser nimmt in Stry und Borys- law. ab. Der Schaden beträgt viele Millionen Gulden. Der Bahnverkehr ist noidj, gestört.

* Unter dem Titel:Auch e i n D ue l lm o ti v" be­richtet dieCorr. Hung.": In Kasch au trug sich der eben nicht ungewöhnliche Fall zu, daß ein Oberleutnant in Geld­verlegenheit geriet; er stellte demzufolge einen Wechsel aus, ließ ihn von zwei Kameraden mit unterschreiben und reichte ihn bei einer dortigen Sparkasse ein. Es ist be­greiflich, daß er mit Spannung den Erfolg seiner schrift­stellerischen Leistung mit Erfolg abwartete; allein derselbe war ein negativer, da Militärpersonen gerade auf diesem Gebiete schriftstellerischer Thätigkeit nicht beliebt sind und der Name selbst des verhaßtesten Wucherers auf einen Wechsel einen besseren Klang hat, als der des größten Kriegshelden. Der Wechsel des Oberleutnants wurde zu­rückgewiesen und der Oberleutnant nahm sich! das so zu Herzen, daß er den Bankdirektor sowohl, als auch die ganzeDirektion zum Duell forderte. Der Bank­direktor, der aber mehr Finanzmann als Ritter ist, wies ebenso wie den Wechsel auch die Herausforderung zurück.

Aus dem Geschäftsleben.

Mannheim, 12. Juli. Vor einigen Tagen versam­melte die hiesige Sunlight-Seifenfabrik A.-G. zum ersten Male ihre sämtlichen Reiflichen und Vertreter, sowie auch viele Herren der Presse in dem großartig angelegten Eta­blissement, welches von Fachgenossen als eine Musterstätte gepriesen wird. Die große Anzahl der Teilnehmer, Ver­treter und Reisende der Firma aus den) verschiedensten! Teilen Deutschlands, nebst den Herren der Presse wurden in eleganten Landauern zur Fabrik gefahren, wo sie int Bureausaale von der Direktion in herzttchster Weise begrüßt wurden. Nachdem eine photographische Gesamt-Aufnahme der Teilnehmer erfolgte, begann der Rundgang in der Fabrik. Als Unterbrechung desselben fand eine Wasch­demonstration mit Sunlight-Seife statt, die äußerst intern essant und instruktiv verlief und bei allen Zuschauern Be­wunderung hervorrief. Eine Anzahl Mädchen legten nach­folgendes in kaltes iWasser, um alle diese schmutzigen Stücke den von der Firma empfohlenen Waschverfahren, zu unter­ziehen: Eine Schürze, ein blaues Arbeiterbeinkleid voll von Flecken und Oel, einen Schleier, einen Hertenkragen, eine Damenblouse, ein Küchenhandtuch, ein wollenes Kleid, ein Fensterwaschjeder, ein Betttuch usw. Nachdem diese schmutzigen Wäschestücke in kaltem Wasser eingeweicht waren, wurden sie mit Sunlight-Seife eingeseift und jedes Stück wieder in lauwarmes Wasser eingelegt, um der Sun­light-Seife Zeit zu geben, ihre Arbeit zu thun. Nach/ Be­sichtigung der Fabrikräumlichkeiten begaben sich die Gäste wieder in den Demonstrationsraum zurück, um die bei der Wäsche erzielten Erfolge zu beobachten. Die einge­legten Wäschestücke wurden von denselben Mädchen aus dem Wasser herausgenjommen und auf einem Waschttsch leicht mit der Hand bearbeitet. Die Ueberraschung über die Arbeit, welche die Sunlight-Seife in so kurzer Zeiti es waren eineinhalb Stunden verflossen vollbracht hatte, war groß. Aller Schmutz wurde mit dem ablaufenden Wasser hinweggeschwemmt und alles war rein. Der wesentliche Vorzug der Sunlight-Seife besteht eben darin, daß das Kochen, Brühen, Zerren, Bürsten und Wringen der Wäschestücke nicht mehr nötig ist. Allseitig gefielen die ausgedehnten, Hellen, luftigen Räumlichkeiten der Fa­brik mit ihren vorzüglichen Einrichtungen, welche den weit­gehendsten hygienischen Anforderungen entsprechen. Im Siedehaus, Dem eigentlichen Herz der Fabrikation, fesselte ein sehr spannender und belehrender Vortrag des techni­schen Direktors die Aufmerksamkeit der zahlreichen Zu­hörerschaft. Es wurde der Werdegarrjg der Sunlight-Seife von Eingang des Rohmaterials bis zur Fertigstellung des bekannten charakteristischen Doppelstücks gezeigt, und alle Teilnehmer waren hochbefriedigt über das, was ihnen hier gezeigt wurde. Auch die eigenle Druckerei, die Kartonnägeu- fabrikation, die Kistenfabrik, das Laboratorium und die Wohlthättgkeitsanstalten wurden besucht. Nach einer Er­frischung an einem reichhaltigen Buffet versammelten sich nachmittags die Herren zu einer geschäftlichen Sitzung, welche unter dem Vorsitze des kaufmännischen Direktors einen sehr guten Verlauf nahm und sicherlich durch den erfolgten gegenseitigen Meinungsäustauch wesentlich zur Entwickelung des Geschäftes beitragen dürfte. Am Abend fand ein Bankett im HotelPfälzer Hof" statt, bei welchem eine wahre Familienstimmung herrschte, und womit dieser für die Sunlight-Seifen-Fadrik so denkwürdige Festtag seinen guten Abschluß fand.

Meratur.

Deutsches Schnellzugs-Kursbuch. Verla- von Richard Schröder (norm. Ed. Dörings Erben), Berlin. Preis 50 Pfg. Im 3. Jahrgang erschien soeben das Deutsche Schnellzugs-Kursbuch" für den gesamten Bahn­verkehr Deutschlands einschließlich Dampferverkehr, unter besonderer Berücksichtigung der nach dem Auslände durch­gehenden Routen. Die erhebliche jährliche Vermehrung der Schnellzüge auf allen Bahnen, die Einlegung von D- und Luxus-Zügen für den großen internationalen Verkehr, machen ein Mrsbuch wie das vorliegende zu einem Be­dürfnis. Das vorliegende Kursbuch setzt die Schwierig- feiten des schnellen und sicheren Aufschlagens auf ein Mindestmaß herab, indem es bestrebt ist, dem Reisechden möglichst alles auf einer Seite zu bieten und durch klaren Druck das Ueberblicken der Anschlüsse zu erleichtern. Neben den eigentlichen Fahrplänen enthält das Kursbuch noch eine praktische Aufstellung von schnellsten Verbindungen, sowie Verkehrsbestimmungen. Eine Karte ist dem Buche bei­gegeben.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwottung.)

Wiese», 14 Juli 1900.

Die ungeheure Vermehrung derSperlinge bietet Veranlaffung, nachstehende Zeilen der Oeffentlichkeit zu unterbreiten.

Alle Gartenbesitzer und Landwirte werden mit mir übereinstimmen, daß der Schaden der Sperlinge sehr groß ist, dagegen der Nutzen un­bedeutend. Kommt im Frühjahr die Hausfrau in den Garten und die Saat kommt nicht zum Vorschein, dann tadelt sie den Samenhändler -