Vorsitzende, Landgerichtsrat Seeger, den Geschworenen die sehr eingehende Rechtsbelehrung.
Der Wahrspruch lautete den Anträgen des Staatsanwalts gemäß. Worauf dieser gegen den Angeklagten Rullmann 6 Monate, gegen den Angeklagten Birkenstein 9 Monate Gefängnis zu erkennen beantragte und dem Gerichtshof anheimgab, dem geständigen Rullmann die zweimonatliche Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen. Die Verteidiger baten um Strafen, welche durch die Untersuchungshaft ihrer Klienten als verbüßt zu erachten seien.
Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Rullmann zu 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monat der erlittenen Untersuchungshaft und erkannte gegen den Angeklagten Birkenstem auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat der Untersuchungshaft.
Lokales mid Vroviryielles.
** Sitzung des Kreisausschuffes. Samstag, den 17. März d. I. findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wildschaden zum Nachteil des JohS. Schäfer I. und Karl Fischer IV. zu Lich. 2. Gesuch des Ludwig Schneider zu Trais-Horloff um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.
P. S t a d t t h e a t e r. Für die gestrige Volksvorstellung hatte sich die Theaterleitung nach vorhergehender Ankündigung eines klassischen Stückes schließlich eine ebenso leichte wie dankbare Aufgabe erwählt: den ostbewährten Schwank der beiden Schönthan „Der Raub der Sabinerinnen". Hier in Gießen ist das harptlos lustige Stück durch frühere Aufführungen von Berufsschauspielern und von Dilettanten in weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt. Diesem Umstand ist es wohl zuzuschreiben, daß das Haus nur leidlich gut besetzt war. Der Haupttreffer der Verfasser besteht darin, daß sie in parodistischer Form ein Stückchen Theater aufs Theater selbst bringen. Sie versetzen den Zuschauer in die anaenehme Täuschung, als ob er hinter die Kulissen sehen, und die,,Mache" bei einer „Schmiere" durchschauen könnnte. Da fällt es denn dem eifrigen Theaterbesucher nicht schwer, Dichtung und Wirklichkeit mit einander zu vergleichen und zwischen beiden eine Anzahl von Beziehungen aufzuspüren, die seine Heiterkeit erregen. Diese Bühnenwelt im kleinen wird durch den Theater-Direktor Striese verkörpert, der die einzige eigentliche Originalrolle zuerteilt bekam, während die übrige Handlung hauptsächlich aus hundertmal dagewesenen Zerwürfnissen zweier Ehepaare und noch landläufigeren Liebesszenen eines jungen' Pärchens besteht. Es war nicht mehr wie recht und billig, daß Herr Direktor Helm sich der Wiedergabe seines „Kollegen" aus allen Kräften annahrn und damit die am meisten belachte Figur des Abends schuf. Von den beiden Damen, die die älteren Rollen vertraten, stand Frau Helm wohl über Frau Kruse, weil letztere über der Komik doch zu sehr die immerhin gebildete Frau Professor vergaß. Die beiden Schwestern waren bei den Damen Haussig und Knöfel gut untergebrackst. Herr Walter legte den Professor Gollwitz richtig an, hätte ihn aber noch etwas mehr als Unglücksraben kennzeichnen können. Der Eindruck, den Herr Hiller, das jüngste Mitglied der Gesellschaft, diesmal machte, war etwas günstiger. Doch störte in der Sprache hie und da ein gewisser nasaler Klang, und im allgemeinen hielt sich der Schauspieler zu sehr in der Reserve. Dr. Neumeister ist zwar kein Schwerenöter, aber doch findig und gewandt, was zu wenig betont wurde. Die beiden Groß — der polternde Vater und der leichtlebige Sohn — erfuhren durch die Herren Rolan und Henry eine ganz entsprechende Wiedergabe. Nur ließ es der erstere mitunter vergessen, daß man es doch mit einem älteren Herrn %u thun hat. Einzelne Verschleppungen abgerechnet loar der Schwank gut einstudiert, und die von Striese einmal scherzhafter Weise in ihrem Kasten angeredete Frau Stephani hatte nicht übermäßig viel zu thun.
** S t a d t thea t er. Wie wir vernehmen, wird der jugendliche Liebhaber unseres Stadttheaters, Alwin Henry, im Laufe des Monats April am Stadttheater zu Breslau, seiner Vaterstadt, auf Engagement gastieren. An seinem Benefizaüenb (Freitag) spielt Herr Henry den Jack Chesney in dem Schwank „Charleys Tante", welcher, wie überall, auch hier seine altbewährte Zugkraft zeigen dürfte. Dem Benefizianten wäre ein recht volles Haus von Herzen zu wünschen, denn wir entsinnen uns kaum, eine Vorstellung gesehen zu hüben, ohne daß darin Herr Henry hervorragend beschäftigt gewesen wäre. Es würde zu weit führen, wenn wir hier all seine Rollen aufzählen wollten; spielte er nun ernste oder schüchterne Liebhaber, immer hatte er bei unserem kunstsinnigen Publikum schöne Erfolge.
** Polizei bericht. Am 13. d. Mts. wurde in einem Kalksteinbruch zu Hermannstein der Arbeiter Heinrich Hößler dortselbst durch herabfallende Erdmassen verschüttet, wobei derselbe einen Beinbruch erlitt und Verletzungen im Rücken davontrug, sodaß seine Verbringung in die hiesige Klinik erfolgte.
e esitzwechsel. ®er Bankier Zobel aus Köln kaufte für 8'500 Mark die Villa Heß in. der Ludwigs- straße ausschließlich des als Bauplatz eingefriedigten Geländes.
** Kaiser-Regatta auf dem Rhein! Der Termin für die Kaiser-Regatta bei Biebrich ist nunmehr endgiltig auf Donnerstag, 17. Mai, festgesetzt worden. Der Frankfurter Regatta-Verein schreibt lsterzu sechs RenneU aus, und zwar einen ersten und einen zweiten Vierer, einen Vierer für Studenten, einen Einer, einen Dollenzweier und einen Achter. Das Dollenzweier-Rennen ist mit Rücksicht auf die zahlreichen kleinen Vereine am Mittel- und Niederrhein ausgeschrieben, um auch diesen zu ermöglichen, ihre Mannschaften an der Regatta teilnehmen zu lassen. Alle Rennen sind unbeschränkt; die Einsätze sind sehr mäßig bemessen. Für die Zuschauer wird eine große Tribüne nut Kaiserzelt errichtet, außerdem steht ein Begleitdampfer für den Kaiser, der sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat, bereit. Alle Meldungen und Anfragen wegen der Regatta sind an den Frankfurter Regattaverein, Junghofstraße 14 in Frankfurt a. M., zu richten.
? Echzell, 13. März. Von verschiedenen Seiten wurde wohl mit Recht in Ihrer Zeitung darüber geklagt, daß der Preis der fetten Schweine in den letzten Wochen bedeutend gewichen sei. Mit diesen weichenden Preisen stehen die Ankaufspreise der Milchferkel, der Läufer und Springer in ganz auffallendem Widerspruche. Wir hatten gestern Schweinemarkt, er war mäßig befahren und die Preise gingen so hoch, wie man sie nicht erwartet hatte. Milchferkel im Alter von 6—7 Wochen kosteten 30, 36 und sogar 40 Mark das Paar. Läufer und Springer wurden mit 60—75 Mark bezahlt. Der geringe Auftrieb dürfte darin seine Erklärung finden, daß viele Züchter nicht auf dem Markte erschienen, weil sie glaubten, wegen Maul- und Klauenseuck^e, die jedoch hier garnicht herrscht, fände kein Markt statt. Tie hohen Preise finden ihre Erklärung aber noch in einem anderen Umstande, nämlich in den sehr billigen Kartoffelpreisen. Man kauft den Doppelzentner Futterkartofseln zu 2 Mark 50 Pfennig. Bessere Sorten kosten 3—4 Mark. Da nun die Molkereien viel Magermilch u. dgl. in. erzeugen, die den Lieferanten sehr billig zu Gebote steht, so ist das Auffüttern und Mästen der jungen Tiere immer noch kein schlechtes Geschäft, weil die Molkereiabfälle und die billigen Kartoffelsortimente in der Schweinezucht immer noch am besten verwertet werden können.
Aus der Rhön, 11. März. Der landwirtschaftliche Hauptverein Zella läßt zur Förderung der Einführung von Simmenthaler Zuchtvieh ca. 40 Kalben und 10 Bullen einkaufen, die Ende d. M. in Dermbach öffentlich verkauft werden sollen. — In Schlitzenhausen wurde der Bauer Adam Grob zum Bürgermeister auf 8 Jahre gewählt. Der seitherige Bürgermeister Kalb lehnte eine Wiederwahl wegen seines vorgerückten Alters ab. — In verschiedenen Gegenden der Rhön kauft gegenwärtig ein Schafhändler aus dem Rheinlande ganze Waggons von Schafen auf. Im allgemeinen werden sehr gute Preise bezahlt, besonders für fette Hammel, für welche selbst 60 Mark für das Paar gelöst werden. Durchgehends wird für das Paar 46 Mark bezahlt oder 26 Pfennig per Pfund, wobei jedoch vom Zentner aioch 5 Prozent in Abzug kommen. Die Schafe kommen alle nach Elberfeld, um dort geschlachtet zu werden. Die Schafpreise sind int allgemeinen, seitdem auf die Ausfuhr nach Frankreich 15 M. Zoll gelegt ist, sehr zurückgegangen, und die Schafzucht ist nicht mehr so rentabel, wie in früheren Jahren. — In Wölferbütt stürzte vor einigen Tagen der Landwirt Höh beim Futterholen vom Gerüst in die Tenne. Höh ist jetzt seinen schweren Verletzungen erlegen. — Die Gewerkschaft Bernhardshall bei Salzungen beabsichtigt, auf ihrem Kaliwerk in der Hermannsroda die Anlage einer Chlorkalium-Fabrik. Es giebt die erste chemische Fabrik dieses Kaligebietes.
Fron Hausen, 11. März. Vor etwa sechs Wochen entfernte sich der frühere Schlossermeister Hügel von seiner Familie. Am Freitag abend fand ein Bahnarbeiter die Leiche desselben in der Lahn unterhalb des Schlosses Friedelhausen.
Marburg, 11. März. Nach hierhergelangten Mitteilungen aus Berlin ist der vom Kaufmännischen Verein und der städtischen Behörde gestellte Antrag um Errichtung einer Reichsbank in hiesiger Stadt von Erfolg gewesen. Es wird eine solche hier errichtet. — Im Geschichtsverein sprach vorgestern hier Herr Felix von und zu Gilfa über die interessanten Altertumsfunde auf Feldern bei Niederurff. — Der vom Landwirtschaftlichen KreisvereiuMarburg auch in diesem Jahre arrangierte 6. Frühjahrs-Saatmarkt, welcher gestern im vorderen Saale des Restaurants Värtsch abgehalten wurde, war wohl nicht so zahlreich wie früher, aber doch völlig genügend be schickt. Im Laufe des Tages fanden sich auch zahlreiche Besucher und Käufer ein. — Gleichzeitig begann in dem eiben Restaurant gegen 12 Uhr mittags eine sehr gut beuchte Versammlung des Landwirtschaftlichen Vereins. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen schritt man zur Wahl von 5 Delegierten zu der am 17. März d. Js. in Cassel stattfindenden Generalversammlung der Landwirt- chastskammer. Gewählt wurden die Herren Dr. Hesse- Marburg, Oberleutnant a. D. Grimm Marburg, Rentier Pauli-Marburg (früher Hof Fortbach), Gutspächter Schla- >ach Medebach, Gutsbesitzer Klingelhöfer (Brücker Hof), owie als Stellvertreter Prof. Dr. Dietrich Marburg.
Fulda, 12. März. Gestern abend kurz vor 7 Uhr ereignete sich in einem Neubau an der Bahnhofstraße ein chwerer Unglücksfall. In dem bis zum dritten Stockwerk aufgeführten Rohbau brach plötzlich die obere Schutzdecke und riß einen großen Teil der Jnnenrnauern und Decken mit sich fort. Leider sind dabei drei Personen chwer zu Schaden gekommen. Der Handlanger Hermann Döring aus Mittelrode, 17 Jahre, wurde von den herab- türzenden Steinen und Balken derart verletzt, daß er bewußtlos in das Landkrankenhaus gebracht werden mußte, wo er gegen 10 Uhr starb. Vorher konnte ihm noch die heilige Oelung gespendet werden. Ein anderer Arbeiter, Adolf Hill en brand, ebenfalls aus Mittelrode, erlitt einen Beinbruch und andere Verletzungen; derselbe liegt im Landkrankenhause. Ein dritter Arbeiter trug Verletzungen am Kopfe davon und konnte, nachdem ein Verband angelegt war, sich nach Hause begeben, lieber die Ursache des traurigen Unglückes wird die bereits eingeleitete Unter- uchnng Aufklärung schaffen.
Die Lex Heiuze uvd die Buchhändler.
Leipzig, 11. März. Mit Rücksicht auf die zurzeit dem Vernehmen nach noch schwebenden Verhandlungen, die es ermöglichen sollen, eine Einigung zwischen der Regierung und dem Reichstage über Aenderungen und Ergänzungen des Strafgesetzbuches, soweit der § 184 in Frage kommt (lex Arenberg), herbeizuführen, hat der Vorstand des Börsenvereins der deutschen Buchhändler zu Leipzig an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der um Berücksichtigung verschiedener Vorschläge gebeten wird. Ans der Eingabe ist folgendes hervorzuheben: „In dem vom Reichstag angenommenen Entwürfe ist nicht Rücksicht darauf genommen, ob die Person, die unzüchtige Schriften u. j. w. vorrätig hält und deshalb mit Strafe bedroht wird,
von dem unzüchtigen Inhalt der Schriften Kenntnis hcit oder nicht. Während es für den Inhaber einer großes Sortimentsbuchhandlung mit den größten Schwierigkeiten verbunden, zur Weihnachtszeit aber völlig undurchführbar wäre, sich von dem Jnhalte,eines jeden in seinem Grffcyäft; befindlicyen Buches u. s. w. zu überzeugen, so ist dies du dem Inhaber eines großen Kömmissionsgeschäftes vok ständig ausgeschlossen, und er ist auch gar nicht berufen, die ihnen übersandten buchhändlerischen Artikel auf ihren moralischen Wert hin zu prüfen. Diese Buchhändler würden aber trotzdem unter die Strafbestimmung des § 184 al. ; fallen, denn sie halten die Werke zum Zwecke der Verbreitung vorrätig. Aber selbst wenn der Buchhändler sich bezüglich jeder einzelnen Schrift u. s. w. davon überzeugen könnte, ob sie unzüchtig ist oder nicht, würde er nicht sicher sein, der Strafe zu entgehen. Tenn was ihm lediglich ästhetischen Ztunstgenuß verschafft, kann leicht von anderer Seite, insbesondere auch von dem Publikum oder sogar von dem Richter, als unzüchtig angesehen werden, (h müßte daher, um die Buchhändler vor einer unbeabsichtigten Härte zu schützen, im §184 al. 1 mindestens eine Einschaltung gemacht werden, die als Voraussetzung der Strafbarkeit des betreffenden Buchhändlers erklärt, daß der Ve- schuldigte die Unzüchtigkeit der Schriften, Abbildungen und Darstellungen, die bei ihm vorrätig sind, gekannt hat, oder den Umständen nach hätte kennen müssen". In der Eingabe wird ferner gebeten, die Altersgrenze in al. 2 des § 184 nach der Regierungsvorlage auf 16 Jahre, nicht, wie der Reichstag beschlossen hat, auf 18 Jahre, festzufetzen, da nach Annahme der Petenten die Heranwachsende Jugend durch die Altersgrenze von 16 Jahren genügend gegen' die Verführung geschützt ist, und so sehr es zu verurteilen sei, wenn einzelne Buchhändler überhaupt sich dazu hergäben, absolut unzüchtige Schriften gewerbsmäßig zu vertreiben, so müsse doch dem Bedenken Ausdruck gegeben werden, daß auch ehrenhafte Buchhändler sich strafbar machen könnten, wenn sie in einem einzelnen Falle einmal , ein solches Werk auf Verlangen beschaffen und verkaufe». Es könne dem einzelnen soliden Buchhändler nicht ange- sonnen werden, in jedem einzelnen Falle, wo ein mehr als 16 Jahre zählender junger Mann ein unzüchtiges Werk u. s. w. geliefert verlangt, zu prüfen, ob er dies thut, um bei sich oder anderen dadurch Lüsternheit zu erregen, oder um die Darstellung zu wissenschaftlichen oder fünft lerifchen. Zwecken zu verwenden. Die schwersten Bedenken werden in der Eingabe aber gegen § 184 a sowohl in der Fassung der Regierungsvorlage, als in der Fassung, die er durch die Beschlüsse des Reichstages erlangt hat, erhoben. Was die Altersgrenze anbelange, wird gebeten, sie aus den schon angeführten Gründen auch hier auf 16. Jahre herabzufetzen. Die größte Gefährdung des deutschen Buch und Kunsthandels werde aber in der unbestimniten Bezeichnung der unter Strafe gestellten Werke (Schriften u. s. w., die, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verletzen) erblickt, und es wird daher gebeten, in § 184 a die Worte „zu geschäftlichen Zwecken oder" zu streichen. — Die oben erwähnte Eingabe gegen die Ier Heinze an den Reichskanzler lautet im letzten Abschnitt:
„Wir haben geglaubt, diese unsere Bedenken auch jetzt noch Eurer Durchlaucht zur Kenntnis bringen zu sollen, weil der deutsche Buchhandel mit ängstlicher Spannung der Entscheidung der Regierung über die Beschlüsse des Reichstages entgegensieht. Wir bitten inständig. Euer Durchlaucht wolle unseren Bedenken Beachtung nicht versagen, und bei den verbündeten Regierungen befürworten, die schwere Schädigung, die dem deutschen Buch- und Kunsthandel und damit mittelbar der deutschen Kunst und Wissenschaft selbst droht, dadurch abzuwenden, daß den angeführten gesetzlichen Bestimmungen mindestens in der vorliegenden Fassung die Zustimmung versagt wird".
Gerichtssaal.
— Entsprechend dem Abolitionsausspruche des Herzog» von Sachsen-Sobura-Gotha erkannte aestern der 3. ©treffenet des Reichsgerichts auf Einstellung des Strafverfahrens gegen den Landtagsabgeordneten Redakteur Dr. Heusinger, der em 27. Februar vor. Js. von der Strafkammer in Koburg wegen Beleidigung des koburgischen Ministeriums zu 200 Mk. Gäbst'afe verurteilt worden ist. Im Gegensatz zu einer früher von ihm vertretenen Ansicht hat damit der Senat anerkannt, daß das Abolilioni- recht der Landesherren dem Reichsgericht gegenüber nicht wirkungslos ist.
Wetterbericht. Das Zentrum der nördlichen Depression liegt heute nicht weniger chs 738 mm Barometerstand in der Gegend von Stockholm. Von ihm aus zieht ftai ein rückwärts gerichteter Ausläufer gegen beu Kontinent herein, und ganz Ost- und Süddeutschland befindet sich heute bereits unter seiner Einwirkung- Daselbst ist denn auch allgemeine Trübung und Regenfalle eingetreten. Das gestern schon über Irland vorhandene Maximum hat 'sich noch verstärkt und der Luftdruck hat dortselbst die Höhe von 783 mm erreicht. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges, ziemlich kühles Wetter mit zeitweisen Regen- und Schneefällen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom 13. März
Wechsel auf New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult März 0.95 %, do. per ult. April 2.10% Diflkonto Kommandit per ult. März O85'7o» do. per ult. April 1.95% Lombarden per ult März 0.55% do. per ult April 0.85%, do. per ult. Mai 0.00, Deutsche Bank per ult März 0 00.
Notierungen: Kreditaktien 235.70-00-000.00, Diskonto- Kommandit 197.30-50, Staate. 139.50, Gotthard 143.20, Lombarden 29.00-00, Ungar. Goldrente 97.70, Italiener 94 80-00, 3pK*» Mexikaner 26.10, Oeaterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.20% Privat-Diskont 5%% G.
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 235.70-50.000, Diskonto-Komman- dit 197 60-00, Staatflbahn 139.50, Lombarden 29-28.90 Portugiesen 00 00 B. 00 G. Bochumer 00.00.
„Henneberg-Seide“
— nur eck-t, wenn direkt von mir bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18 65 per Meter. An jedermann franko un» verzollt ins Haus. Muster umgehend. 12
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140 Mm- u von 18 bis 31 ci 6 bis 14 m Län 555 Me/k-Derb 12 cm Durchmesse Ange mit 38,801 Uchangen von 5 mtfiet unb 6 bis 20,24 kw, 21 n hiervon 13 rm i 2,5 unb 8,5 m 2än 41 rm St öde. flufamhiitft tue auf dem Randweg
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