Lehr hier; Frl. Köllirrg, Mannheim; Frl. Osche (?); Oberlehrer Kersten, Lukan; Marie Stegmayer, hier; Postbote Speck (?). Die Zahl der Leichtverletzten ist ebenfalls bedeutend. Darunter befindet sich von auswärts Professor Vogel aus Stuttgart.
Aus Stadt und Kan-.
Gieße«, 9. Oktober 1900.
•• An der Abschiedsfeier zu Ehren unseres bisherigen Oberbürgermeisters, des Präsidenten deS Finanzministeriums, Herrn Gnauth, werden sich nach den nunmehr abgeschlossenen Einzcichnungslisten gegen 300 Personen beteiligen. Angesichts dieser zahlreichen Beteiligung können die Veranstalter des Festes den einzelnen Besuchern keine Plätze reservieren; dagegen steht den Teilnehmern frei, von Donnerstag vormittag um 10 Uhr an sich selber Plätze zu belegen. Die Tafelmusik wird von der Regiments« kapelle ausgeführt und der Kronbauer'sche Quartett- verein wird durch einige Liedervorträge die Festbesucher erfreuen.
• • Stadttheater. In „Vasantasena", das am kommenden Donnerstag dem 11. dss. Mts. erstmalig aufgeführt wird, spielt Fräulein Henny Schoelermann die Titelrolle. Der Künstlerin ist damit zum ersten Male Gelegenheit geboten, sich dem hiesigen Publikum in einer hervorragenden Rolle zu zeigen. Die übrigen Hauptrollen des Stückes liegen in den Händen der Herren Liebscher als Snmsthanaka, d i B a l t h y n i als Karudatta, Ramseyer als Maitreja rc. Der Kartenverkauf findet von Mittwoch mittag in Ernst Challier'S Musikalienhandlung statt.
• * -8- Konzert. DaS Konzert, das der erblindete Pianist Heinrich Hartung auS Eschwege unter Mitwirkung von Fräulein Else Grosse aus Kassel und Herrn Wilhelm Schmidt gestern abend in Leibs Fest- saal veranstaltete, erfreute sich eines recht guten Besuches. Herr Hartung spielte drei bekannte Stücke von Mendelssohn (zwei Lieder ohne Worte und das Capriccioso in e-moll), eine Transcription von Kullack — eine recht geistlose Komposition — und die as-äur-Sonate von Beethoven op. 26; Fräulein Grosse sang einige Lieder, meist leichten Gehalts, und die Arie aus der Oper „Mignon" von Thomas: „Kennst Du das Land", wozu Herr Schmidt die Begleitung dankenswert ausführte. Das Capriccioso und das Liedchen „Die Bekehrte" fanden besonderen Beifall. Fräulein Grosse verstand sich zu einer kleinen neckischen Zugabe. Die Darbietungen wurden von der Zuhörerschaft freundlich ausgenommen, sodaß die Vortragenden mit ihrem Erfolge wohl zufrieden sein dürfen. Höheren künstlerischen Anforderungen wurde durch die ver« schiedenen Vorträge allerdings nicht entsprochen.
• * Verbandsfchießen 1899. Dem Geschäftsführenden Ausschuß des vorjährigen Verbandsschießens war es endlich gelungen, gestern abend den zu einer Gesamtausschußsitzung geladenen Mitgliedern Rechnungsablage zu erstatten. Die Einnahmen und Ausgaben des Festes balancieren mit Mk. 130,990.50. Zur Prüfung der Rechnung wurden die Herren Hermann Eichenfauer, Wilh. Hornberger und Ed. Schiffnie gewählt. Zur Erinnerung an das rubr. Fest wurde den Anwesenden das seinerzeitige SchützewFest- abzeichen gratis überlassen. Der Schützenverein hatte zu Ehren der Festausschußmitglieder eine Feier mit Preisverteilung veranstaltet, die recht amüsant verlief. Unter den Schießpreisen befanden sich auch zwei künstlerisch aus- gestattete Ehrenscheiben (von den Herren Photograph Wilh. Becker und Kunstmaler Scheich verfertigt), die zur Besichtigung in dem Erker der Firma W. Reiber, SelterS- weg, aus einige Tage ausgestellt sind und allgemein gefallen dürsten.
a Klein Linden, 9. Oktober. Die Arbeiten an dem Schulhaus-Neubau haben heute wieder begonnen, nachdem sie 21/, Wochen geruht hatten. Gestern sind die Zimmerleute endlich angekommen, heute beginnen auch die Maurer wieder zu arbeiten. In den nächsten Tagen wird das Dach von dem älteren Flügel des Schulhauses abgerissen, da noch ein Stockwerk auf dasselbe gebaut werden soll. Im ganzen wird das Gebäude nach seiner Fertigstellung drei Lehrerwohnungen und drei Säle enthalten.
e- Ettingshausen, 9. Oktober. Gegen die Zurückweisung der Reklamation und die Bestätigung unserer Bürgermeisterwahl seitens des Kreisausschusses will die unterlegene Partei abermals Einspruch erheben. Leider wird dadurch immer noch keine Ruhe in unserem Orte einkehren. Die Angelegenheit wird also vor die letzte Instanz, den Provinzialausschuß, gelangen.
r- Stockhausen, 8 Oktober. Unser Ort, der im vorigen Jahre zum großen Teile niedergebrannt war, hat durch die an Stelle der alten Häuser entstandenen schönen Neubauten ein stolzes Gepräge angenommen. Auch die damals abgebrannte Riedeselische Oberförfterwohnung ist jetzt wieder fertig ausgebaut.
Lehrerheim Vogelsberg, 8. Oktober. In der „Alemannia" zu Frankfurt a. M. tagte die sechste Mitgliederversammlung des Vereins „Lehrerheim Vogelsberg". Der Jahresbericht des Vorsitzenden ersuhr {einerlei Beanstandung. Im verflossenen Geschäftsjahre hatte der Verein eine Einnahme von 1545 Mk. und eine Ausgabe von 1419 Mk. Das Vermögen des Vereins beträgt 39 236 Mk., die Schulden 24 269 Mk. Eine Erweiterung des Heims erklärte die Versammlung für wünschenswert. Durch die Ausgabe von Anteilscheinen zu 50 und 100 Mk., die mit drei Prozent verzinst und von denen jährlich eine bestimmte Anzahl ein- gelöst werden sollen, gedenkt man die Baukosten zu decken. Ein Satzungsentwurf, der dem Bürgerlichen Gesetzbuch angepaßt ist, wurde mit einzelnen Abänderungen genehmigt. Der gesamte Vorstand wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt.
Darmstadt, 8. Oktober. Am Freitag wurde die gerichtliche Sektion der in so schrecklicher Weise getöteten Dienstmagd Gunst vorgenommen. Die Leiche des Mädchens, das von auffallender Schönheit gewesen sein soll, zeigte fünf Schußwunden, davon drei im Kopf, eine in der Hand und eine in der linken Brust, unmittelbar unter der Achselhöhle. Die vier ersten Verletzungen bestanden nur in Fleischwunden und hätten voraussichtlich keinen ernsten Ausgang verursacht, dagegen mußte die letzterwähnte, welche Lunge und Herz durchbohrt hatte, alsbald tötlich wirken. Der Schuß in die Hand war wahrscheinlich erfolgt, während die Angefallene eine abwehrende Bewegung machte; der rötliche Schuß scheint, der Brandspur im Kleide nach zu schließen, aus allernächster Nähe abgegeben worden zu sein. DaS Verhältnis zwischen der Getöteten und dem Thäter bestand, wie die „N. H. V." melden, schon längere Zeit und nahm in Neckarsulm, wo die G. diente und der in Heilbronn in Fabriken arbeitende Pflüger wohnte, seinen Anfang. Als sich die G. in eine Stelle nach Frankfurt begab, siedelte auch Pfl. dorthin über und war in dortigen Fabriken beschäftigt. Wegen eines Vorfalls hatte die G. Unannehmlichkeiten und trat, um dem Gerede zu entgehen, ohne dem Pfl. etwas zu sagen, am 1. ds. MtS. ihre hiesige Stelle an. Der Verlassene ermittelte jhren Aufenthaltsort, erfuhr von der Herrschaft, daß das Mädchen gerade ausgegangen sei, erwartete sie auf der Straße und stellte sie zur Rede. Als sie sein dringendes Bitten, sich nicht von ihm abzuwenden, zurückwies, führte er, angeblich in höchster Erregung '.nicht wissend, was er thue, die blutige That aus, die er nicht vorher geplant haben wolle. Er war bei Agnoszierung der Leiche völlig gebrochen und zeigt lebhafte Reue.
König i. O., 8. Oktober. Die junge Königin der Niederlande ist mit ihrer Mutter heute abend im Sonderzug von Frankfurt hier eingetroffen. Der Besuch trägt einen rein familiären Charakter und ist als ein Stückchen Nachsommerfrische gedacht, eine Absicht, die durch das herrlichste Herbstwetter aufs beste unterstützt wird. Der Empfang sowohl wie der Aufenthalt soll mit so wenig offizieller Feierlichkeit wie nur möglich ausgestattet werden. Es dürste den Intentionen der Fürstinnen von Niederland am besten entsprechen, wenn ihr zehntägiger Aufenthalt im Mümlingthal nicht allzusehr durch „Aufmerksamkeiten" gestört würde. Die Bevölkerung wird allerdings den Gästen des erbgräflichen Paares ein Willkommen bieten und hat in üblicher Weise Straßen und Häuser geschmückt.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen nnd den Nachbarstaaten. Daß der Gerichtssaal keine Lesehalle ist, hat ein Handelsmann vor dem Schöffengerichte Alzey erfahren. Derselbe wollte sich zurzeit, bis seine Sache zur Verhandlung kam, mit Lesen seines LeiborganS vertreiben, was ihm jedoch, wegen Ungebühr vor Gericht, eine 24stündige Haftstrafe eintrug. Damit er in seiner Lektüre ungestört weiterfahren konnte, wurde der neugierige Leser sogleich in ein „separates Lesezimmer" verbracht.
Vermischtes.
* Pforzheim, 7. Oktober. Heute nachmittag wurde hier die 24jährige Kettenmacherin Frieda Bohnenberger unter Umständen tot auf gefunden, die es zweifelhaft erscheinen lassen, ob sie freiwillig aus dem Leben gegangen, oder infolge eines Verbrechens nach § 219 des Strafgesetzes gestorben ist. Sie war mit ihrem Bräutigam und einem seiner Freunde kurz vorher in dessen Wohnung. Der Bräutigam hat die Anzeige erstattet, daß das Mädchen sich vergiftet habe.
* Nürnberg, 8. Oktober. Heute morgen stieß ein nach Bamberg abgehender Personenzug beim Verlassen des Centralbahnhoses mit einem Rangierzuge zusammen, der mißverständlich in Bewegung gesetzt war. Drei Reisende, der Zugführer und der Schaffner erlitten leichte Verletzungen. Der Materialschaden ist unbedeutend.
Kunst und Wissenschaft.
-nn- Darmstadt, 8. Oktober. Die heute stattgehabte erste Hauptversammlung des hessischen Goethebundes war gut besucht und wurde durch Prof. Harnack geleitet. Nach Verlesung des Protokolls über die konstituierende Versammlung durch Herrn Hartleb gab der Vorsitzende einen übersichtlichen Bericht des Bundes, aus dem die gedeihliche Entwickelung desselben zu konstatieren ist. In allm hessischen Städten sind Mitglieder beigrtreten, in Bensheim und Gießen sogar je ca. 30, sodaß dort die Bildung von Zwetgvereinen in Aussicht siebt; auch in Mainz sei die Gründung eines solchen in Sicht. Die Ziele des Bundes sollen in monatlichen V^sammlung^n auch iu Verbindung mit dem Theater e. örtert werden. In der Presse soll auf interessante Theatervorstellungen hingewiesen, und schwerer verständliche Stücke sollen der Allgemeinheit erklärt werden. Die Mitgltederzahl sei erfreulicherweise auf ca. 230 gestiegen. Da im Herbst voraussichtlich die deutschenGoethe- bündr in Berlin zu gemeinschaftlicher Thätigkett zusammentreten werden, wird auch der hessische Bund dort vertreten sein. Man tritt hierauf in die Beratung der Statuten ein. Diese werden nach dem Entwurf der unter Landgerichtsrat v. Hessert thätig gewesenen Kommission nach kurzer Diskussion ohne Aenderung angenommen. § 1 lautet: Der hessische Goethebund verfolgt den Zweck, die^reiheit der Kunst, Wissenschaft und Litteratur gegen Angriffe jeder Art zu schützen und weitere VolkSkretse zu ernster Würdigung wahrer Kunst und Wisienschaft und zu selbstständiger Abwehr von Ausschreitungen aus diesem Gebiete zu erziehen. Der Bund hat seinen Sitz in Darmstadt. — Mindestbeitrag ist jährlich eine Mark. Mitglied kann jede unbescholtene erwachsene Person werden. — Der geschästsführende Ausschuß (Vorstand) besteht aus neun Mitgliedern, die alljährlich zu wählen sind rc. — Bei der hierauf folgenden Wahl wurden folgende Herren bestimmt: Prof. Harnack, Lanbgerichtsrat v. Hessert, Bildhauer L. Habich, Hosschauspieler Hatker, Zahnarzt Heilbronn, Dr. med. Heil, Jnstitutsvorsteher Elias, Oberstleutnant a. D. Gab und Lehrer Hartleb. — Prof. Harnack gibt nun das vorläufigeWtnterprogramm bekannt, aus dem zu erwähnen ist: Eine Volksversammlung im November mit einem Vortrag des Prof. Harnack: „Ueber die Entwickelung deS Deutschen Dramas", sowie eine weitere Volksversammlung im Dezember, in der Dr. med. Heil über „Hygiene und Aesthetik in ihren gegenseitigen Beziehungen" sprechen wird.
Oerichtssaal.
Berlin, 8. Oktober. Vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I begann heute vormittag unter kolossalem Andrang des Dubli- kums der Prozeß gegen den Herausgeber der „Zukunft", Maximilian Harden, wegen Majeftätsbeleidigung, begangen durch einen Artikel in Nr. 45 der „Zukunft" mit der Ueberschrift „Der Kampf mit dem Drachen". Der Staatsanwalt beantragte Ausschluß der Oeffentlichkeit während der Verhandlung. Der Verteidiger Hardens, Rechtsanwalt Haußmann, widersprach diesem Antrag, da die öffentliche Ordnung nicht gefährdet sei. Der Gerichtshof beschloß aber nach dem Antrag des Staatsanwalts. Von der Verteidigung sind u. a. als Zeugen geladen: Prof. Schweninger, Prof. Lippold, Prof. Paulsen, Schriftsteller Fritz Mauthner. _______
Markus Bauer
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Gießen, Airchenplatz u-
5188
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vem 8. Oktober.
Wechsel auf New-York zu 0.00-00.
Prämie» auf Kredit per ult Okt. 1.80°/o, do. per ult. Novbr. 3.00%, Diskor.fo-Kommandit per ult. Okt. 1.75%, do. per ult. Novbr. 3.00%, Lombarden per ult Okt. 0.70%» do. per ult Novbr. 1.00%. Deutsche Bank 0.00%,
Notierungen : Kreditaktien 202.10-202.00.00,, Diskonto- K mmandit 171.10-171-171.20-171, Btaatsbahn 139.70, Lombarden 24.90-00, Italiener 93.90, Spanier 71.50-00, Sproz. Mexikaner 26.00, Bochumer 170 bz., Laura 192-193.50-40-50-191.80 bz. G., Harpener 178.20-179.00-00 bz., Gelsenkirchen 189.40-00 bz., Privat-Diß- kont 4%% G. _.
1% bv 2% Uhr: Kreditaktien 202-201.50-80-00 bz., Dja- konto-Kommandlt 171-170.70-80.00 bz. G., Staatsbahn 139.80 bz. Lombarden 24.90-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 000.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz., 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz , Bochumer 000.60 bz., Deutsche Bank 182.70-3.50 bz., Harpener 181 50 bz.
Metzerr, 9. Oktober. Marktbericht. Muf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. 0.75—1.00, Hühnereier per St. 7—8 4, 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 00—16 H, Banse- eier per St. 00—00 H, Käse 1 St. 5—8 Kasematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 24 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar
0.65-0.80, Hühner per St. A 1.00—1.40, Hahnen per Stück ut 0.50-1.20, Enten per St. -X 1.80—2.00, Gänse per Pfund M 0.00-0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68-74 H, Kuh. und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 50—70 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Kalbfleisch per ^.64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50-70 H, Kartoffeln per 100 «ilo 5.00 bi, 6.00 vä, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. * 5.50—6.00, Milch per Liter 18 Bohnen per Pfund 8—10 H.
Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Während der ersten drei Stunden der Marktzett darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Berlin, 9. Oktober. Der Herausgeber der „Zukunft", Maximilian Harden, wurden gestern spät abends wegen der Majestätsbeleidigung zu 6 Monat Festungshaft verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt eS: „In der Kritik, die der Angeklagte an dem Verhalten des Kaisers gegenüber den China-Wirren und besonders an der Bremer- hav.ner Rede geübt, findet der Gerichtshof nicht blos eine Hintansetzung der dem Kaiser schuldigen Ehrerbietung, sondern direkt beleidigende Angriffe gegen den Kaiser. Der Angeklagte habe sich daher der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht und sei zu der genannten Strafe verurteilt. Außerdem wurde aus Vernichtung der Nr. 45 der „Zukunft" erkannt."
London, 9. Oktober. Wie verlautet, wird Hicks Beach das Marineamt und Chamberlain das Schatz- kanzleramt übernehmen. Falls Salisbury nicht das Ministerium des Aeußern mit dem Posten des Premierministers vereinigt haben wolle, werde Balfour dasselbe mit dem Range eines Pairs übernehmen. Chamberlain ist auch zum Präsidenten des Unterhauses in Aussicht genommen.
Paris, 9. Oktober. Gestern wurden 17 Personen die ihnen vom Deutschen Kaiser verliehenen Auszeichnungen Übergeben. Der Oberkommissar der Ausstellung, Picard, erhielt das Großkreuz des Roten Adler- ordens, der Chef des Protokolls, Cr ozier, den Kronenorden 1. Klaffe.
Paris, 9. Oktober. Die reaktionären Blätter beginnen wiederum einen äußerst heftigen Feldzug gegen das Kabinett Waldeck-Rousseau, und versichern, daß der Sturz desselben mit der Wiedereinberufung der Kammer zusammenfalle.
New-York, 9. Oktober. Die Nachrichten aus Cuba lauten fortdauernd sehr ungünstig. Gestern wurde ein Meeting abgehalten, in welchem die Hauptredner, unter denen sich die angesehensten Generale und Politiker des Landes befanden, aussührten, daß unter der spanischen Regierung das Volk ausgebeutet worden sei, daß aber nunmehr unter der amerikanischen Regierung die Ausbeutung eine noch weit größere fei. Wenn in dieser Beziehung keine Abhilfe geschaffen werde, so müßten die Cnbaner in der nächsten Zeit wieder zu den Waffen greifen, um sich der amerikanischen Ausbeuter zu entledigen.
Telephonischer Kursbericht
91.60 Berliner Handelsges.
. 200.20 . 169.20 . 129.10 . 141.50
. 141.50
. 138.20 . 139.50 . 191.50 . 168.20 . 175 50
3%% 3% 3V»°/o
3% 8%<Vo
Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn Laurahütte . . Bochum . . .
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . .
. 74.70J Harpener Tendenz; schwach.
do Konsole . do Hessen
5 n/u Italien. Rente
4 o/o Grieoh Monop.
3 % Portugiesen
3 °/,! Mexikaner .
4% % Chinesen .
. . 94.-
Anl. 42.—
. . 25.70
Frankfurt, den 9. Oktober.
Reiohsanleihe . . 93.90
85.3
93.40
85.40


