Ausgabe 
10.5.1900 Erstes Blatt
 
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** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaateu. Der Inhaber eines Juweliergeschäftes in Hanau, Karl Craß, beging Selbstmord durch Erhängen. Mißliche Ver­mögensverhältnisse bilden die Ursache der That. Eine 20jährige Dienstmagd aus Oberrodenbach wurde in Kastel als Kindesmörderin verhaftet. Am Sonntagvor­mittag kam ein Mvnn aus Lampertheim auf die Polizei­verwaltung in Kastel und srug nach einem Pflegekind, zu dessen Vormund er gerichtlich ernannt worden sei. Als man ihm bedeutete, daß das befragte Kind nicht dort in Pflege untergebracht sei, gab der Mann an, daß das ihn begleitende Mädchen, ein aus Oberrodenbach gebürtiges Dienstmädchen, die Mutter des Kindes sei. Angegangen, darüber Auskunft zu geben, bei wem ihr Kind in Pflege sei, erwiderte die Mutter stotternd, sie wisse nicht den Namen der Pflegeeltern. Ihr ganzes Betragen war derart aufgeregt und verdächtig, daß ihr direkt gesagt wurde, sie habe dem Kinde ein Leid angethan. In die Enge getrieben, gestand die unnatürliche Mutter endlich, daß sie das Kind am 27. Februar bei Kelsterbach in den Main geworfen habe. Sie wurde sofort verhaftet und in das Unter­suchungsgefängnis nach Mainz verbracht. In Ober- Saulheim sollte gestern mittag Frau F. beerdigt werden. Viele OrtSeinwohner waren am Sterbehause erschienen, um der Verstorbenen die letzte Ehre zu geben, und eben wollte sich der Leichenzug in Bewegung setzen, als Herr Bürgermeister Weber erschien und mitteilte, daß nach einer soeben eingetroffenen Verfügung die Beerdigung zu unterbleiben habe. Morgen werde Sektion der Leiche statt- finden. Aus derselben Familie war vorgestern ein neunzehn­jähriges Mädchen beerdigt worden. Die Frau stand in mittlerem Alter und war geistig nicht normal. Ein schwerer Unglücksfall auf der Jagd hat sich vorgestern

I utkntGroßherzog" am Feldzuge teilgenommen, I ?lso auf französischem Boden gekämpft haben, und somit I 101 Besitz der Kriegsdenkmünze für Kombattanten I sind, eingeladen sind, und an der Parade und dem Fest- I essen teilnehmen können. Einzige Ausnahme bilden die I geladenen Söhne Gießens. Dagegen müffen die Inhaber I der Kriegsdenkmünze für Nichtkombattanten, auf die I sich also die Einladung keineswegs erstreckt, unbedingt aus den I Kompagnien der Kombattanten ausgeschlossen werden. I Diese Maßregel muß streng innegehalten werden, für die I vor allem der Platzmangel sowohl auf dem Denkmalsplatze, I als auch auf dem Paradeplatze und in den Festlokalen I maßgebend gewesen ist. Ferner werden die Nicht-Kom- I battanten es durchaus nicht als eine Zurücksetzung empfinden, I wenn sie sich klar machen, daß die Denkmalsenthüllung I und die damit verbundenen Feierlichkeiten keineswegs ein I allgemeines Kriegerfest, sondern eine Ehrung der I sm Feldzuge 1870/71 gefallenen Kameraden seitens der I überlebenden Kameraden ist, die Seite an Seite gekämpft haben. Und wenn dann nachher bei dem gemütlichen Bei-

I sammensein gemeinsame Kriegserlebnisse ausgetauscht werden, I f° können die Nichtkombattanten, die, natürlich unfreiwillig, I -bei Muttern" geblieben sind, doch nicht mitreden. Einen deutlichen Beweis, daß die Feier lediglich einen geschlossenen

I Charakter trägt, giebt ja schon die stille Vorfeier, die heute I Abend an den Gräbern der gefallenen Krieger stattfinden wird. I Um V27 Uhr begeben sich die hiesigen und schon ein» I getroffenen auswärtigen Veteranen, sowie der Festausschuß I und Vertreter der Stadt zum Friedhof. Pfarrer Dr. Grein I wird die Gedächnisrede halten. Die Gräber sind einfach, I aber würdig geschmückt. An den Gräbern des Generals I Hofmann, des Obersten Kraus, des Hauptmanns Heydacker, I des Oberleutnants Kißner und des Leutnants der Reserve i I Gail werden Kränze niedergelegt, die von den Offizieren ! des vormaligen 2. Gr. Hess. Inf. Rgts. gewidmet sind.

I Nach der Gedächtnisfeier findet aus dem Felsenkeller eine zwanglose gesellige Bereinigung der bereits ein­getroffenen Veteranen und der Mitglieder derVereinigung Gießener Militärvereine" statt. Morgen früh 88/4 Uhr erfolgt die Sammlung der Veteranen am Bahnhofe, von wo aus sie mit Musik nach den Plätzen geführt werden, die sie bei der Spalierbildung einnehmen.

I Die Studentenschaft der Landes-Universität wird dem Landesherrn, ihrem Rector magnificentissimus, bei I seiner Anwesenheit in unserer Stadt an dem neuen physika­lischen und physikalisch-chemischen Institute ihre Huldigungen I darbringen. Sie versammelt sich in corpore und nimmt I längs der Neubauten Stellung in der Stephan- und der Goethe st raße. Am Eingänge zum physikalischen In- I Mute stehen unter dem Universitätsbanner die Ersten Chargierten der einzelnen Korporationen. Die übrigen I Chargierten entfalten ihren Fahnenschmuck von ihren Ver- I bindungen. So sollen Seiner Königlichen Hoheit dem I Großherzog die Gefühle der Verehrung und der Dank- I darkeit entgegengebracht werden, denen der Rektor Pro- I fessor Dr. Netto in einem Hoch auf den erhabenen Pro- I tektor der Alma mater Ludoviciana Ausdruck geben wird. I ein Denkmal für die im Kriege gefallenen Söhne Gießens besitzen wir bereits seit Jahren! Es mag nicht jedem bekannt sein, daß im botanischen Garten ein | Denkmal den im Kriege gefallenen Söhnen der Landes- I Universität errichtet ist. Es trägt die Namen: Wilhelm Kullmann, Georg Friedrich Klink, Ernst Weckerling. Zur Feier der Einweihung des Krieger- I denkmals aus dem Marktplatz ist auch dieser Gedenkstein gemeinsam von der Universität und vom Veteranen Verein I mit frischem Grün geschmückt worden.

abend in den Waldungen am Knüllgebirge ereignet. Der Gutsbesitzer Heußner aus Grebenhagen bei Schwarzenborn war auf den Anstand gegangen, als der- selge beim Verlassen des Platzes in der Dunkelheit über eine Wurzel stolperte und zu Boden fiel. Dabei entlud sich das Jagdgewehr, und das Geschoß drang Herrn Heußner in die Seite. Der Zustand des Verletzten ist bedenklich. Die jüngst gebrachte Mitteilurg von der Uebersiedelung des Herrn Geh. Regierungsrat Haas von Offenbach nach Darmstadt, welche inzwischen nochmals von andrer- Seite bestätigt wurde, entbehrt, nach Mitteilung des Be teiligten, der Begründung.

Anstand.

Brüssel, 8. Mai. DasAmtsblatt" veröffentlicht eine Verfügung, durch die beide Kammern aufgelöst und die Neuwahlen auf den 27. Mai festgesetzt werden.

Madrid, 8. Mai. In Barzelona dauern die Un­ruhen fort. Der Rektor der dortigen Hochschule beschloß nach vergeblichen Bemühungen, die Studenten zu beschwich­tigen die Schließung der Universität. Die kata- lonische Bewegung nimmt einen beruhigenden

Wien, 8. Mai. In der heutigen Sitzung des Abge­ordnetenhauses brachte die Regierung das Sprachen­gesetz em. Ministerpräsident v. Körber hielt eine Rede, in der er die Grundzüge der Sprachengesetze, sowie die Stellung der verschiedenen Parteien des Hauses zu den einzelnen Punkten desselben skizzierte und mit warmen Worten an die Mäßigung und Friedensliebe der Parteien appellierte. Weiterhin erklärte der Ministerpräsident von Korber, daß selbst im Falle der Nichtannahme des Sprachen­gesetzes die Regierung das Verfassungsleben aufrecht er­halten werde. Von den ihr zu Gebote stehenden Voll­machten werde sie nur jenen Gebrauch machen, den die Erhaltung und die Verwaltung des Staates erfordert. , Nach Ansicht v. Körber ist selbst der angefochtenfte Kon- mtutlonalismus noch immer wertvoller als die Rückkehr zn irgend einer Form einer Gesetzgebung, welche die Völker von j mer Mitwirkung ausfchließt und alle Kräfte zersplittert. Bei der zweiten namentlichen Abstimmung entstand auf der Metten Gallerie ein großer Tumult. Auf dieser Gallerte waren 300 Mitglieder des deutsch-österreichischen Gewerbebundes, die im Hause wegen Erledigung der Ge­werbenovelle vorsprachen. Der Ruf:Heraus mit Para­graph 59 und 60 des Gewerbegesetzes?" gab das Signal I zu einem großen Skandal. Die Gallerie schrie:Pfui, I ihr Czechen, schämt euch! Bagage! Volksbe-! trüger!" u. dgl. Man sah Fäuste ballen gegen! die Czechen. Der Präsident verfügt die Räumung der | Gallerie. Der Tumult wird immer ärger: es wird auch | gepfiffen. Man hört.Rufe:Ihr czechischen Diebe! Ihr stehlt täglich 10 fl.! Volksverräter!« Viele! Besucher leisten bei der Räumung Widerstand und die I Diener zerren einzelne Personen mit Gewalt heraus. Unten im Saale geraten die Jungczechen mit den | Christlich - sozialen hart aneinander. Wolf ! schreit zu den Czechen:In Prag habt ihr die Gallerten mtt dem ärgsten Gesindel gespickt; hier wird auf der | Gallene die Volksmeinung laut!" Nach acht namentlichen j Abstimmungen wurde die Sitzung geschlossen. Sechzig | Czechen besorgen die Obstruktion ohne jede Beihilfe. j

Bukarest, 8. Mai. In Braila wurde der Kaufmann | SteUan Stefanovici angeblich auf Anstiften der bul­garisch-mazedonischen Revolutionäre meuchlinas er- ! mordet. I

Zur Deukmalseuthüüuug. I

_ . .... Gieße», 9. 3Jiai 1900.

Seme Königliche Hoheit der Großherzog wird nicht, | tote ursprünglich beabsichtigt, mit dem fahrplanmäßigen Zuge 9 * hier eintreffen, sondern 10 Minuten später mit einem Sonderzuge. Bereits um 8 Uhr 25 Minute» w"d er, neuesten Meldungen zufolge, abreiseu.

Von den Ehrengästen für den morgenden Festtag treffen im taufe fces heutigen Tages hier ein, und werden "Großherzog von Hessen" absteigen: Exellenz ^"dequist, Kommandeur des 18. Armee.

«Utna.nt Scholz, Chef des General- 8t,moec,0t*,e- Adjutant Major Hildebrand; (SfeUenj General-Leutnant v. Perbandt ^nmmnnhpnr

HeMchen Division, General-Major v/Ploetz Bri- ! gade-Kommandeur, Ad;utant Oberleutnant Graf v Schulen­burg-Wolfsburg. 1 vumiui-

Veteranen. Obgleich in der an die Veteranen er­gangenen Einladung ausdrücklich heroorgehoben ist daß diese ungiltig sei, falls sie irrtümlich an Kameraden gekommen sei, die bei dem Ersatzbataillon gestanden haben find doch noch immer Wünsche bezw. Beschwerden ein- I gelaufen, weshalb an diesen oder jenen keine Einladung ergangen fei. Wir machen zur Vermeidung von Weiterungen »nd Unannehmlichkeiten nochmals darauf aufmerksam, daß nur Veteranen, die im mobilen Insanterie-Regi. |

I Verbandes kostenlose Bergung und Uebersührunt

ihrer Familien angeboten wer?

I 1m 2" auf ettnge Zeiten em Requiem am 17 Avril ii der Rochuskirche zu stiften; 3. ein nod) näher \u beftiir! tuendes Gedenkzeichen, wahrscheinlich auf dem Rochusber^

| U errichten; 4. für standesgemäße Erziehuna der drc'i Binder des ertrunkenen Weinhändlerpaares ^Erb^ in Winkel zu sorgen. Bon dem Erfolg der Sammlungen wird es ab. hangen ob alle diese Zwecke erreicht -werden könner

I Jedenfalls wurden dazu sehr bedeutende Summen prfn-r- I derlich sein. 1

Dillenburg, 8. Mai. Der hiesige Magistrat bet | namens der Stadt zur Großjährigkeits-Erklärung des Kron- | Prinzen ein Glückwunsch-Telegramm an den Kaiser gerichtet. Darauf ist folgendes Antwort-Telegramm einar-

| laufen: Se. Maj. der Kaiser und König lassen der bortiqeit I Stadt für die freundlichen Segenswünsche bestens danken Auf Allerhöchsten Befehl: v. LucanuS, Geh. Kabinettsrat.

I Ms. Kassel, 8. Mai. (Großfeuer Wolken, I bruch Verkehrsstockung.) Nachdem gestern und I heute in hiesiger Gegend eine erdrückende Schwüle I herrscht, entlud sich heute nachmittag von 2 bis 5 Uhr ein | furchtbares Unwetter über Kassel und Umgegend, welches I nicht nur von ungewöhnlicher Tauer, sondern auch seltener : I Heftigkeit war. Neben ungewöhnlich vielen Blitzeinschläqen I siel ein starker Hagelschlag von TaubeneLer-Größe und ruh, I tete mit den wolkenLlruchartigen Regengüssen großen Scha- I R£?LaTl* Blitz schlug ein und zündete in mehreren I Fällen. Um 2 Uhr 15 Min. fuhr aus dem dicht ijerunte»

Hängendei, düsteren Gewölk zweimal ein Blitzstrahl in bic aufgestapelten Holz- und Dielen-Vorräte der Firma Leister in der Leipziger Straße gegenüber der Siecherchof-Kapelle Das ausgetrocknete Holz brannte wie Zunder, im Moment standen die sämtlichen, mit Dachpappe bedeckten Schuppen und Hallen mitsamt den angrenzenden Vorräten und Bret­terstößen in hellen Flaminen, der weite Lagerplatz ein einziges Flammenmeer, aus dem haushoch die Feuergarbcn zum Himmel emporloderten, die Bevölkerung aller Stadt­teile alarmierend! Eine intensive Glut herrschte, sodaß

l man sich nicht nähern konnte; man bedenke nur, daß für ca 100000 Mark Holz und Bretter brarimten. Noch ehe die städtische Feuerwehr am Platze war, standen zwei neu er­baute, massive fünfstöckige Wohnhäuser, welche mit der Hinterfront an den Lagerplatz anstoßen, ebenfalls in Brand. Die Bewohner der oberen Stockwerke hatten kaumi Zeit, das nackte Leben zu retten, da die Fenster von der I Hitze zertrümmert wurden und die Treppenhäuser brannten. Den übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehren gelang es schließlich, ein Weiterumsichgreifen zu hindern. Von den beiden Häusern sind die oberen Stockwerke ab­gebrannt, der andere Teil ist ausgebrannt. Mehrere der Abgebrannten haben leider nicht versichert. Das Un­wetter hat auch in der Provinz großen Schaden gethau. So sind durch den Wolkenbruch die Fulda, Eder und die Schwalm nebst Zuflüssen aus den Ufern getreten und haben die Niederungen überschwemmt. Der Bahnhof Grifte steht vollständig unter Wasser, ebenso der Bahtthamm der Main- Weser-Bahn eine lange Strecke; ein neu angelegtes drittes Geleise wurde völlig weggewaschen, wie telephonisch ge­meldet wird. Der Bahnverkehr von Frankfurt über Kassel nach Hannover-Hamburg bezw. Berlin-Köln und umgekehrt ist total unterbrochen. Auch auf der Bahnlinie nach Thü­ringen via Bebra stockt der Verkehr gänzlich, weil im . Tunnel bei Guxhagen infolge des Hochwassers ein Per­sonenzug festfitzt. Dadurch ist nicht nur auch auf der zwei­ten Verbindungslinie der Bahuverkehr mit Süddeutschland, sondern auch zwischen Ost- und Westdeutschland bis auf weiteres unterbrochen.

Aus Stadt und Land.

** Nach Paris. Der Staatssekretär des Reichs-Post­amts, von Podbielski, hat u. a. den Postkassierer Stroh in Gießen dazu bestimmt, in dienstlichem Interesse die Weltausstellung in Paris zu besuchen.

Beerfelden, 7. Mai. Heute früh verschied hier der Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Wilhelm Friedrich Seip, Mitglied des Provinzialausschusses und des Kreis­tags. Es sind 14 Jahre, daß er Bürgermeister war. Reallehrer Kahl, früher in Wimpfen und jetzt Darmstadt, ist von der Kandidatur für den Starkenburger Landtags­wahlkreis zurückgetreten. Von einemZurücktreten" kann aber eigentlich keine Rede sein, denn Herr Wilh. Heinrich B reim er II. Brauereibesitzer in Beerfelden, hat sich bereit erklärt, die Kandidatur des durch den Tod seines Vaters erledigten Landtagsmandats anzunehmen.

Bingen, 8. Mai. Dieser Tage wurden bekanntlich zu Winkel a. Rhein die beiden Eheleute Weinhändler Erb, die am 17. April im Rheine ertrunken sind, feierlich be­erdigt. Es dürste wenig bekannt sein, daß diese schreckliche Stunde ihre drei Kinder zu armen Waisen machte, drei prächtige wohlerzogene Kinder, acht-, sechs- und noch nicht zweijährig, die nun ganz mittellos sind. Für das sechs­jährige kleine Mädchen haben sich bereits edle Adoptiv­eltern gesunden, für die beiden Jungen, besonders den ältesten, steht diese Frage noch aus. Welch schöne Gelegen- 1 heit wäre dies für ein kinderloses gutgestelltes Ehepaar, 1 den armen Kleinen Heimat und Elternliebe zurückzugeben I und sie zu tüchtigen Menschen zu erziehen! Wir bemerken I bei dieser Gelegenheit, daß sieben rheinische Philisterzirkel des Verbandes der katholischen Studentenvereine Deutsche lands sich dieser Tage in einem warmen Aufruf zu Samm­lungen an die sämtlichen Verbandsphilister gewendet haben. Als nächste Ehrenpflicht wird hier bezeickinet,für die Ueberführung der Abgeschiedenen in die Heimat zu den ihrigen zu sorgen". Der Kölner Philisterzirkel hat sofort einen größeren Betrag als erste Rate überwiesen. Die hier anmeItenau§ Frankfurt, Mainz und der Umgegend haben beschlossen: 1. Ten Angehörigen sämtlicher ertrunkener Kommersteilnehmer soll als Ehren- |

sich der Aus schuß der preußischen Aerztekam-- mern. TerBert. Aerzte^Korr." zufolge wurde bei den einschlägigen Verhandlungen der Hauptantrag, daß das Zeugniß der Reise eines humanistischen Gymnasiums auch fernerhin alleinige Vorbedingung der Zulassung zu den ärztlichen Prüfungen bleiben solle, mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt.

Die bayrische Regierung wird gegen die Erhöhung der Besteuerung der Lotterielose stimmen, und zwar mit Rücksicht auf die Kirchenbaulose und die Lotterien der Pferdezuchtvereine.

Bonn, 8. Mai. Die T0 r ped 0 fl0ttille traf unter strömendem Regen gegen 11 Uhr hier ein, empfangen von jubelnden Zurufen einer vieltausendköpfigen MenscKn- menge und überaus herzlich begrüßt von den staatlichen und städtischen Vertretern. Die Boote gingen an der ersten Fährgasse vor Anker. Heute abend findet ein großes Fest­mahl in der Lesegesellschaft statt. Morgen früh erfolgt die Wetterfahrt nach Königswinter.

Blankenburg i. Thür., 8. Mai. Tie Königin Wilhelmineder Niederlande und die K ö n t g i n - Mutter Emma sind heute nachmittag hier eingetroffen.

ls.ruhe, 9. Mai. (Reichstagswähl im Wahlfreis Kehl-Offenburg.) Im Amt Offenburg erhielt Schuler (Zentr.) 5859, Reinhard (ntL) 1533, Geiß ^Soz.) 769 (Stimmen, ,im Amt Oberkirch: Schüler 1276 Reinhard 846, Geiß 44, im Amt Kehl: Schüler etwa 200, Reinhard 4000, Geiß 44. Es ist Stichwahl erforderlich, Da nach einer Meldung Schüler hinter der absoluten Ma- Iontat mit etwa 70 Stimmen zurückgeblieben ist.

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