Ausgabe 
8.12.1900 Zweites Blatt
 
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Mk. 288 Zweites Blatt

Samstag den 8. Dezember

15V. Jahrgang

im

Heneral-Unzeiger

Aßnts- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieszen

hat dem amerikanischen Gesandten

*

Sehern elo

Schwurgericht.

Staatssekretär Hay in Peking mitgeteilt, jetzigen Form unter»

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Unsere Marine (Militärpersonal) soll für daS nächste Jahr um 2 82 7 Mann vermehrt werden, und zwar um 91 Offiziere, 11 Mariueärzte, 100 Deckoffiziere, 628 Unteroffiziere, 1707 Gemeine und 300 Schiffsjungen. Wir werden also fortan haben 1447 Offiziere, und zwar 974 Seeoffiziere, 159 Maschinen-Jngenieure, 44 Offiziere der Marine-Infanterie, 164 Marineärzte, 61 Offiziere der Artillerie-Verwaltung, 29 Offiziere des Torpedoowesens, 16 des Marinewesens. Die Zahl der Mannschaften soll 29,591 betragen, und zwar 1306 Deckoffiziere, 6241 Unter­offiziere, 20,744 Gemeine und 1300 Schiffsjungen, also alles insgesamt 31,038 Monn. Das Offizierkorps wird zählen 2 Admirale, 4 Vizeadmirale, 11 Kontreadmirale, 54 Kapitäne zur See, 109 Fregatten- oder Korvetten- Kapitäne. Es sei bemerkt, daß es außerdem noch 1929 Beamte der Marine giebt, unter ihnen 215 höhere. Zu den Beamten gehört auch der Staatssekretär von Tirpitz.

Stuttgart, 6. Dezember. Das bisherige Wahlergeb­nis zur Landtagswahl ist folgendes: Definitiv gewählt find 16 Centrumsparteiler, 8 Bolksparteiler, 4 National­liberale, 4 Konservative und Boucrnbündler, 4 Wilde und 2 Sozialdemokraten. Es haben noch 34 Stichwahlen statt­zufinden.

oeEcharpesl

er und Gesellschaften.

Blumen und fidschube. I en-Röcke. 1

daß er das Programm in seiner schreiben soll.

uer-lM

Regierung wird selbst ihre Verantwortlichkeit anerkennen. Die Anerkennung dieser Verantwortlichkeit muß der Ab­schließung des Vertrages vorangehen.

Der Krieg irr China.

Wie dieDtsche. Tgsztg." berichtet, ist kürzlich in Berlin ein neues China-Kommando formiert worden und hat sich jetzt nach Bremerhaven begeben, um demnächst von dort aus die Ausreise anzutreten. Im ganzen ist das Kommando 400 Köpfe stark und besteht aus Train-, Feldpost- uud Jntendanturpersonal, das um­fangreiche Transportmittel an Wagen u. s. w. nach dem fernen Osten bringen soll.

Das Ministerium des Auswärtigen in Washington wurde im Dienstwege informiert, daß die Gesandten in Peking die Redaktion des abgeänderten ProgrammfS beendet haben. Das neue Protokoll umfaßt sämtliche von Amerika geforderten Abänderungen. Der neue Vertrag schließt eine exemplarische Bestrafung der wegen Boxer- Unthaten verantwortlichen Beamten ein, aber die chinesische

Deutsches Reich.

I Berlin, 6. Dezember. Der Kaiser hörte im Neuen I Palais heute vormittag u. a. die Vorträge des General- I inspekteurS der Fußartillerie v. d. Planitz, des Kriegs- minifters v. Goßler und des Chefs des MilitärkabinetS v. Hahnke und empfing das Oberhaupt der muhamedanisch- indischen Koja-Sekte, Aga Khan, in Audienz. Um 1 Uhr begab sich der Kaiser nach Königs-Wusterhausen.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." mitteilt, wurden der württembergische Finanzminister v. Zeyer heute und der badische Miuifter v. Brauer vorgestern vom Reichs­kanzler zu längerer Konferenz empfangen.

Dem Bundesrat ist jetzt die Vorlage über Her­stellung von Denkmünzen zugegangen, die der Kaiser zur 200jährigen Jubiläumsfeier des Königreichs Preußen in Aussicht genommen hatte. ES sollen für 500,000 Mk. Fünf- und Zweimarkstücke geprägt werden. I In der Form sollen sie auf der Reversseite keine Verände­rungen erleiden, um sie als Reichsmünze erkennbar zu machen; dagegen soll die AverSseite das Doppelbild König Friedrichs I. und Kaiser Wilhelms II. zeigen mit der Um­schrift: Friedrich I. 1701 - Wilhelm II. 1901.

Im Reichstage haben nationalliberale Ab­geordnete den Antrag eingebracht auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs, wonach für solche Kartelle oder Syndi­kate, deren Geschästsgebahruug einen nachweislich mono­polistischen Charakter angenommen habe, eine sachgemäße Staatsaufsicht eingeführt wird.

In der Budget-Kommission des Reichs­tages wurde heute die Beratung der Chinavorlage fortgesetzt. Zunächst stand Titel 4, Pensionen und Witwen- und Waisengelder, sowie Zuschüsse zu denselben und Unter­stützungen, zur Verhandlung. Der Titel sieht für diesen j Zweck 243,000 Mk. vor. Es gelangt ein Antrag Richter zur Annahme, die Ausgabe für die Pensionen, Witwen- und Waisengelder abzusetzen bis zur Vorlage der betreffenden generellen Verfügungen und eines Jndemnitäts- gesetzes in Betreff der im Widerspruch mit gesetzlichen Be­stimmungen gewährten Zusicherungen. Hierauf wurde der letzte Teck des Nachtragsetats, Kosten einer Medaille für die Chinakämpfer mit 70,000 Mk., ohne Debatte be­willigt. Alsdann ging die Kommission zu Erörterungen der verschiedenen Anträge des Abg. Richter über. Nach längerer Debatte wird der erste Antrag Richters, in den I Etat einzufügen, daß Bestände und Restausgaben aus den I für das Rechnungsjahr 1900 bestimmten Mitteln über das Rechnungsjahr 1901 hinaus nicht zu übertragen sind, und daß, sofern späterhin sich noch Ausgaben und Aufwendungen tm Jahre 1900 erübrigen, dieselben auf den Reichshaus­haltsetat zu bringen sind, angenommen.

»Itersweg

Ohm Krüger.

Präsident Krüger ist am 6. d. M. morgens kurz vor Wr mittels eines Extrazuges, der zur Entlastung des s ^planmäßigen Zuges diesem vorausgeschickt war, von Söfemadj dem H a a g abgereist. Der Weg zum Bahnhof im Mn, der polizeilich abgesperrt worden war, war trotz- k!mi -oieder von einer dichten Menschenmenge besetzt, die r mter brausenden Hochrufen dem Präsidenten ihre Abschieds- kimße entbot. Aus dem Bahnhof ließ der Alldeutsche INerband durch ein kleines Mädchen ein Blumenarrange- r mt mit Glückwunschworten für die Weiterreise dem Präfi- tiwlfn überreichen. Der Präsident nickte den mit entblößtem Itwupt umstehenden Herren zu und begab sich in den Wagen. » tor her Abfahrt richtete im Auftrage des Kölner Buren- k miteLs der Kaufmann Karl Lammen herzliche Worte des MWrdS an den Präsidenten und schloß mit dem Wunsche, dH c-8 ihm mit Hllfe des Allmächtigen vergönnt sein nuÄje, sein geliebtes Vaterland bald wiederzusehen. Der Wisent schwenkte grüßend feinen Hut, und unter den Aimahrufen der Anwesenden verließ der Zug die Halle.

stand so lange am Wagenfenster, bis der Zug dem Orfcheskrerse der Erschienenen entschwunden war. Die Maischenansammlungen waren bedeutend geringer als beim EiHsang, einesteils roeit die Abfahrt Krügers mit Sonderzug z a spät bekannt geworden war, andernteils wegen des fitcküm Polizeiaufgebotes. Selbst den Vertretern der Presse öltHing es nur in einzelnen Fällen, Zutritt zu der Bahn- hiisihalle zu erlangen.

Auf den deutschen und holländischen Stationen, die .Mmber berührte, wurden ihm mannigfache Ovationen zu- i i2äL 3ir Utrecht waren alle Korporationen der Uni- Ef i t ä t mit ihren Fahnen anwesend. Der Bürger- , ter und der Rektor der Universität hielten Ansprachen, i Sm Haag langte der Extrazug gegen halb vier Uhr Lin Frauenchor sang Psalm 72. Im Wartesalon be­iten der Bürgermeister und Vorstand der Südafri- ^^inigung Krüger. Dieser erwiderte, aufrecht x. i ^^f^er Stimme in einer etwa viertelstündigen ubve. Seme Worte'waren von glühendem Gottvertrauen »einem Haß gegen die Engländer, deren Un- vn.en ichllchkerten er erzählte, beseelt. Zum Schluß

Kruger die Hoffnung aus, daß ganz Holland, Sprache dieselbe wie seines Volkes sei, sich mit zu Werke der Befreiung vereinen werde.

Meich nach seiner Ankunft empfing Krüger im Mcl alle niederländischen M i n i st e r, außer dem I Minister des Auswärtigen und dem Finanzminister. Ter I Wch'ident legte sich früh schlafen.

Bieide niederländischen Kammern nahmen einstimmig I CÄmp athiekundgebungen für Krüger an.

Äon Zevenaar aus sandte Krüger eine Begrüß- I MWgsdepesche an die Königin Wilhelmina.

* *

Telegramme des Gießener Anzeigers.

Wr ü s se l, 7. Dezember. Abg. Buhl, der der Kammer I lünen Antrag betreffend eine Sympathie-Adresse für I Lien Präsidenten Krüger unterbreiten wollte, hat dieses I 'ergaben auf gegeben, wie es heißt, 'infolge einer I 11 Hier:cedung mit dem König Leopold.

Karis, 7. Dezember. Die Ausgaben für den i «ststmthalt des Präsidenten Krüger belaufen sich mit I -lncklmechnung und Trinkgeldern auf 25 000 Franks. I

Ausland.

London, 6. Dezember. In der heute bei Eröff- | n u n g des Parlaments verlesenen Thronrede I wurde an das Parlament das Ersuchen gestellt, die Vor­lage betreffend die K r i e g s k o st e n zu bewilligen. Kimberley sagte: Der Mieg nähere sich offenbar noch sticht dem Ende, die Feindseligkeiten hätten im Gegenteil in letzter Zeit zugenommen und einen bedenklichen Cha­rakter angenommen. Sehr peinlich hätten auch die Meld­ungen über die g r a u s a m e B e h a n d l u u g d e r B u r e n berührt. Er wünscht zu erfahren, wie weit das strenge Vorgehen unvermeidlich war. Es käme vor allem darauf an, daß der Krieg, nach Beendigung möglichst wenig Er­bitterung zurücklasse. Bezüglich der Lage in China.hält der Redner dafür, daß die Mächte sich so gut verstMdigt hätten, loie dies unter so schwierigen Umständen ver­nünftigerweise man erwarten konnte. Der Abschluß des englisch-deutschen Abkommens habe ihn mit Genugthuung erfüllt, er hoffe jedoch nicht, daß dieses Abkommen einen Plan der Expedition nach dem Innern Chinas einschließe, um dort den Kaiser und die Kaiserin von China gefangen zu nehmen und solche Unternehmen noch länger hinzu- ziehen als den Krieg in Südafrika. Das einzige, was die Guerillas befriedigen könne, sei die Wiederherstellung einer Art von Unabhängigkeit. Da» könnte nicht geschehen. Die Position einer britischen Kolonie mit eigener Verwalt­ung wünsche die Regierung dem Volke anzubieten, wenn es bereit fei, diese anzunehmen. England könne niemals erlaubeii, daß auch nur ein Stückchen Unabhängig­keit bleibe.

Rom, 6. Dezember. Tie Deputiertenkammer hat eine jährlicheDotation von 1 Million Lire für die Königin-Witwe ohne Debatte bewilligt. Der König hat sich verpflichtet, diese eine Million aus eigenen Mitteln dem Staatsschätze wieder zu ersetze n, so daß dem Lande also keine neue Last dadurch auferlegt wird . Dezember. Der Verwaltungsgerichtshof

wres die Beschwerden der Stadtgemeinden Linz und Jrnns- bruck wegen Verbots, je eine Straße in den genannten StädtenBismarckstraße" zu benennen, zurück

Sofia, 6. Dezember. Der Fürst beauftragte Rados- l a w o w, der über eine Mehrheit in der Sobranje ver- fügt, mit der Neubildung des Kabinetts

Bekanntmachung.

Bet r.: Die Maul- und Klauenseuche

In Allen darf a. d. Lahn ist die Maul- und Klauen- frte erloschen und die Aushebung der Sperrmaßregeln rietfügt worden.

Gießen, den 7. Dezember 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

*

Telegramm des Gießener Anzeigers.

Peking, 7. Dezember. Zu der Beisetzungsfeier für den Obersten Grafen 9)orf von Wartenburg entsandte Li-Hung Tschang einen Vertreter und ließ durch diesen einen Kranz am Sarge niederlegm.

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Bekanntmachung.

Betr.: Die Maul und Klauenseuche.

Nachdem der Seucheftand in Langsdorf so zurück- ^l«janz,en ist, daß blos noch drei Gehöfte verseucht sind, liafcen wir die Gemarkungssperre wieder aufgehoben.

Gießen, den 7. Dezember 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

(Fortsetzung aus dem ersten Blatt.)

94 ^i"er hat, wie der Angeklagte weiter angiebt, am u ^"els Postkarte geantwortet, und zwar dahin- b-cr ®el*eib ru spät erfolgt fei, da er feinen Mobelbedarf inzwischen anderweit gedeckt habe. Der Vor­sitzende konstatiert durch Vorzeigen dieser Karte, daß Dem n er r ®ater Grünebaums erhob darauf die Klage auf Zahlung von 716 Mk., indem er behauptete, es sei etn Kaufabschluß zu Stande gekommen; er berief sich hierbei auf das ZeugntS feines Sohnes, des jetzigen Angeklaoten, der auch am 9. Oktober l. I. vor dem Landgericht Gießen unter Eid über das Zustandekommen des Geschäfts und - D°rR-ichsanz-ig-r- veröffentlicht eine Bekannt- I fc

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