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«uouyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen!
Gießen, 5. Januar 1900.
In den 150. Jahrgang
tritt mit dem 6. Januar der Gießener Arrzeiger. Indem wir unseren geschätzten zahlreichen Lesern und werten Mitarbeitern hiervon gebührend Mitteilung machen, weisen wir auf den im heutigen Feuilleton beginnenden Aufsatz unseres verehrten langjährigen Mitarbeiters, des Herrn Dr. Karl Ebel hier:„DerGießenerAnzeiger - o r 150 I a h r e n" hin. Anderweiter dringender Arbeiten und geschäftlicher Veränderungen wegen war es uns leider unmöglich, den Anzeiger heute in einem der Bedeutung des Tages entsprechenden Gewände erscheinen zu lassen; doch hoffen wir dies im Laufe des Jubeljahres nachholen zu können. Die Wandlungen, welche der Gießener Anzeiger während anderthalb Jahrhunderten an Inhalt, Gestalt und Leitung erfuhr, werden Gegenstand einer besonderen Abhandlung fein; sie stehen in engem Zusammenhänge mit den Fortschritten, welche im Laufe der Zeit die Technik bei Herstellung des Blattes verzeichnen konnte. Dieses Gebiet berührend, teilen wir unfern Lesern, Mitarbeitern, Gönnern und Geschäftsfreunden mit, daß wir heute zwei Setzmaschinen — gewissermaßen als Zeugen des jüngsten Fortschrittes der Buchdruckertechnik — in den Dienst des Gießeners Anzeigers gestellt haben. Damit, so hoffen wir, soll es uns fernerhin gelingen, den billigen Anforderungen, die man an die Presse der Neuzeit zu stellen gewohnt ist, überall zu genügen. Schließlich bitten wir, das Wohlwollen und die Wertschätzung, deren sich unser Blatt allezeit zu erfreuen hatte, und die ihm, besonders in letzter Zeit, zu einer stetig wachsenden Auflage verhalfen, dem Unternehmen auch fernerhin erhalten zu wollen, während uns das Jubeljahr Veranlassung geben soll, der Erfüllung unseres Wahlspruches
„Niemals rückwärts"
in unferm gesamten Betriebe Geltung zu verschaffen.
•• Kammermustkabende. Es ist eines der vielen Ver dienste, ein neues Blatt zu feinem Ehrenkranz, das sich unser hochverehrter Herr Musikdirektor G. Trautmann nun wieder zu erwerben anschickt, wenn er einige wenige, hoffen wir aber desto sicherer wiederkehrende und regelmäßige Äammermusikabende ins Leben ruft. Möge ihm die Unterstützung unserer kunstsinnigen Kreise in reichem Maße zu ■ eil werden! Ist doch dieser Zweig der Musik der intimste und feinste aller für eine größere oder kleinere öffentliche Zuhörerschaft geschriebenen Musik überhaupt. Man möchte sagen, die Kammermusik steht zur großen Orchestermusik im gleichen Verhältnis, wie eine herrliche innerliche Hand- zcichnung, eine köstliche Radierung zu einem großen Wandgemälde und der, verzeihen Sie den Vergleich, wie ein pckfeines Gabelfrühstück zu einem großen Diner. Also alle ihr Liebhaber solcher Genüsse heran! Unsere Stadt wird sich ein treffliches Zeugnis ausstellen, wenn diese Sache sich nicht nur halten kann, sondern solche Abende zu den auserwählten langersehnten ständigen Kunstfreuden Gießens heranwachsen werden. Und welch' ein treffliches Programm steht mns bevor! (Siehe Inserat.) Wo bekommt man solche Sachen geboten, wenn man sein Geschick an unsere gute Stadt gebunden hat? Wie ganz außerordentlich wenige von uns haben Gelegenheit diese Sachen einmal zu hören? Wir danken es Herrn Trautmann und seinen trefflichen Freunden Herrn Redner und Herrn He gar, letztere beiden bei uns schon früher gehörte und gerngesehene Gäste! Für den 1. Abend hat außerdem Frau Uzielli ihre Mit- Wirkung zugesagt, und wir Gießener erinnern uns gern der Genüsse, die wir schon früher von dieser vorzüglichen Sängerin geboten erhielten. Wenn uns eine Frage erlaubt ist: War es Zweifel an der Zugkraft des Unternehmens, wenn die Abende in der Aula unserer Alma mater statt- finden, statt im Klubsaale? Wir glauben nicht, daß wir Gießener solchen Zweifel verdient haben. Weshalb also? -r-
* Mit Anfang dieses Monats hat die Allgemeine rutsche Kleinbahn-Gesellschaft als Eigentümerin den Betrieb her Bieberthalbahn selbst übernommen. Zum verantwortlichen Betriebsleiter wurde der Oberbeamte, der Eisen- bahn-Betriebs.Jngenieur Stütz er von der Direktion Frankfurt ernannt. Das Publikum wird diese Veränderung, welche eine gedeihliche Entwickelung des Bieberthalbahn- Betriebes erhoffen läßt, sicher mit Freude begrüßen.
** Stadttheater. Nächsten Sonntag bringt das Sradttheater die interessante Komödie von Franz v. Schön- than: „Zirkusleute" zur Aufführung. Die weibliche Hauptrolle des Stückes liegt diesmal in Händen von Lucie Kugler. — Am Montag findet außer der Reihe wieder Bolksvorstellung statt, und zwar wird als solche das Lustspiel: „Der Hypochonder" oder „Eine Stadtverordnetensitzung" gegeben. — Die Aufführung von „Zaza" soll nunmehr, nachdem sich Fräulein Hammer wieder gesund gemeldet hat, am nächsten Dienstag statt - fitiben.
*• Bauernkniff. Steht da vor einiger Zeit aus dem Markte in Steinau ein Bäuerlein aus dem „blauen Eck" bei einem Säckchen voll Linsen. Verschiedene Käufer sind schon bei ihm gewesen, aber, da die Linsen nicht schön sind, will sie keiner zu 14 Pfg. das Pfund haben. Alle anderen haben ihre Linsen bereits verkauft, nur unser Stöffel nicht, Md das ist um so ärgerlicher, da er gerade diese Linsen für feine Schwester zum Verkaufen mitgenommen hatte. Endlich naht sich noch ein Käufer, doch auch der will nur Pfg- für das Pfund geben. Ein Bekannter von unserem vlöffel sieht, wie dieser die Linsen gern los wäre, und
beschließt, ihm zu helfen. Er eilt auf seinen Nachbar zu und fragt: „Mann, wo seid Ihr denn her?" — „Aus —mühl," ist die Antwort. — „Ach, da seid Ihr ja der Mann, bei dem ich jedes Jahr meine Linsen kaufe; habt Ihr noch welche?" Der Stöffel brauchte nicht zu antworten; denn als der biedere Bürger aus Steinau sah, daß noch ein Käufer da war, packte er das Linsensäckchen mit beiden Händen und rief eilig: „Ich will se behalte!" — Daß die beiden Vogelsberger Schlaumeier sich über den gelungenen Streich weidlich satt gelacht, läßt sich denken.
F. Aus dem Kreise Friedberg, 4. Januar. In Nr. 1, zweites Blatt Ihrer Zeitung berichtet ein Korrespondent aus Grünberg, daß auf dem dortigen Neujahrsmarkte keine Spinnräder mehr ausgeboten wurden, diese nützlichen Hausgeräte vielmehr nur noch in der Rumpelkammer zu finden seien, und daß die Heranwachsende Generation sie nur noch dem Namen nach kenne. Da sieht es doch bei uns noch besser aus. Die feineren Damen schaffen sich nämlich bei uns wieder vielfach Spinnräder an und stellen sie als Zierde in ihre „altdeutsche" Wohnstube, wo sie gebührendermaßen kräftig bewundert werden. Daß nun aber auch daraus gesponnen werde--ja! das ist eine
andere Frage. Spinnen thut man nicht, das muß höchstens noch der Fuchs pro poena auf der Kneipe aus der Kanne. Es ist aber immerhin schon etwas, daß die Spinnräder wieder Mode werden.
— Lützellinden, 5. Januar. Wie in früheren Jahren, so wurde auch in dem verflossenen Jahre am Weihnachtsfeste dem Vorstände der hiesigen Kleinkinderschule die Freude zuteil, daß Herr Fer nie, der frühere Besitzer des Brannsteinbergwerks, durch gütige Vermittelung von Herrn Direktor Pascoe der Schule die Gabe von 150 Mk. zur Bestreitung ihrer Unkosten in hochherziger Weise zuwandte. Diese Gabe ist der hiesigen Schule um so wertvoller, als dieselbe ganz durch freiwillige Liebesgaben gegründet wurde und bis heute dadurch unterhalten wird; feste, regelmäßige Unterstützung oder Zuschüffe von Behörden besitzt dieselbe bis jetzt nicht. Der Vorstand der Kleinkinderschule verfehlt daher nicht, auch an dieser Stelle den edlen Wohlthätern herzlichen Dank und ein „Vergelts Gott" auszusprechen.
Vermischtes.
* Köln a. Rh., 4. Januar. Infolge fortgesetzten rapiden Steigens des Oberrheins, sowie sämtlicher Nebenflüsse desselben ist Hochwasser zu erwarten. Umfangreiche Vorkehrungen zum Schutze gegen eine Hochflut werden bereits getroffen.
* Berlin, 4. Januar. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Potsdam gemeldet wird, hat dort heute morgen zwischen einem Offizier der Prenzlauer Garnison und einem pornmer- schen Gutsbesitzer ein Pistolen-Duell stattgefunden, in welchem der Offizier eine Verwundung am Arme erlitten haben soll. Heber die Veranlassung zu dem Zweikampf verlautet nichts näheres.
* Wien, 4. Januar. Im Keller eines in der Strauchgasse gelegenen Hauses fand infolge unvorsichtigen Hantierens der Monteure eine furchtbare Gasexplosion statt. Zwei Monteure wurden tätlich, einer leichter verletzt.
• Zürich, 4. Januar. Im Gotthard-Tunnel entgleiste heute früh ein Güterzug. Der Verkehr ist unterbrochen.
* Riva, 4. Januar. Der verhaftete Italiener Bals an t i ist gegen eine Kaution von 4000 Gulden aus der Hast entlassen worden.
* Dover, 4. Januar. Der Dampfer Patria von der Hamburg Amerika Linie wurde heute morgen gehoben und eine halbe Meile weit bugsiert. An Bord des gesunkenen Dampfers fand man noch zwei Ertrunkene.
* Petersburg, 4. Januar. In Werny fand vorgestern ein starkes fünf Sekunden dauerndes Erdbeben statt. Dasselbe war von Kanonendonnerähnlichem Getöse begleitet. In Akontana wurde neuerdings ein heftiger Erdstoß verspürt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 7. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias. Landes-Misfiousfest.
Gottesdienst.
In per Stabtkirche.
Vormittags 9*/« Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Dr. Grein.
Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Donnerstag den 11. Januar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. Pfarrer Dr. Grein.
In der Joyarrneskirche.
Vormittags 9% Ubr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Montag den 8. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmändensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 8, ff. Pfarrer Euler.
Nack den Gottesdiensten in beiden Kirchen Kollekte für die Heidenmisfion.
Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, eS rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 6.Januar.
Nachmittags um 41/# Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 7. Januar.
Fest der Erscheinung des Herrn.
Vormittags von ß^e Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Communion;
, um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe;
, um 9i/e Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen.
Universität und Hochschule.
— Aus dem Seminar für orientalische Sprachen. Dar Seminar für orientalische Sprachen an der Berliner Universität hat, wie die „Berl Börfinztg." nulteilt, in diesem Winter eine bisher unerreichte Besuchsziffer aufzuweffen Die Zahl der Seminaristen, unter denen sich auch eme Lchrerm befindet, beträgt 186, gegen 118 im vorigen Halbjahr. Aus dem Auslande stammen 8 Dem Berufe nach sind 102 Assessoren, R-ferendare und Angehörige der juristischen Fakultät, darunter 62 Dragomanats^Aspiranten, von denen 4 bereits die Diplomprüfung bestanden haben. 35 sind Lehrer, Gelehrte und Angehörige der philosophischen Fakultät. Weiter reihen sich 25 Beamte, Privatpersonen und Kaufleute an, sodann 14 Offiziere (1 Hauptmann), 3 Mediziner, 5 Theologen und 2 Techniker. Aus einer Uebersicht nach den einzelnen Klassen ergiebt sich, daß die Vorlesungen über Realien von 69 Seminaristen, und die sprachlichen Kurse wie folgt besucht werden: Russisch 34, Arabisch 32, Chinesisch und Spanisch je 27, Suaheli 26, Türkisch 25, Neugriechisch und Persisch je 9, Japanisch 8, Guzerati 5, Hindustani 2, andere Kolonialsprachen 6. Die nichtamtlichen Kurse für Kaufleute besuchen: im Russischen 103, im Spanischen 49 Fremde. AlS Hospitantinnen nehmen 3 am Unterricht teil. Die Gesamtzahl der Seminarbesucher stellt sich a'so auf 341.
— Wien, 4. Januar. Der Borstand des embryologischen Instituts, Professor Leopold Schenk, der von der medizinischen Fakultät wegen der reklamenhasten Ankündigung seiner Schrift über die Voraus- bestimmung des Geschlechts eine Rüge erhielt, wurde vom Unterrichtsministerium veranlaßt, um seine Pensionierung nachzusuchen.
— Die katholisch-theologische Fakultät in Straßburg darf nunmehr als gesichert angesehen werden. Daß man damit umgehe, eine solche Fakultät wieder an der Universität in Straßburg zu errichten, ist längst bekannt, und berichtet worden. Jetzt wird gemeldet, daß der F r h r. v. Hertling mit seinen Bemühungen in Rom deswegen den gewünschten Erfolg erzielt habe.
— Verschiedenes r Dem Herrn Dr. Carl Forch zu Darmstadt wurde die venia legendi für Physik an der Großh. Technischen Hoch- schule zu Darmstadt erteilt. __________________________
Aeurste MeUmngen.
Berlin, 5. Januar. Die von einem konservativen Parlamentarier verbreitete Nachricht von der bevorstehenden Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit wird dem „Lvkalanzeiger" als ganz unbegründet bezeichnet. An maßgebender Regierungsstelle hält man die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit überhaupt für ganz ausgeschlossen.
Berlin, 5. Januar. Als Präsident der Seehand lang stehen dem „Berl. Tagebl." zufolge drei Kandidaten zur engeren Wahl, nämlich der gegenwärtige Oberbürgermeister der Stadt Posen, Witting, der Direktor der Dresdener Bank, Geheimer Finanzrat Müller und Dr. Heiligen st adt, Mitglied des Direktoriums der preußischen Centralgenossenschaftskafse.
Berlin, 5. Januar. Das „Kleine Journal" meldet aus Paris: Die gesamte Presse von Paris bezeichnet die Kaperung des Reichs-Postdampfers „Bundesrat" als eine unverschämte englische Herausforderung, und man fordert zugleich die französische Regierung auf, die Aktion Deutschlands gegen England zu unterstützen. Man glaubt in Paris allgemein, England bereite die gewaltsame Besetzung der Delagoa-Bai vor. Die deutsche Protestnote in der „Bundesrat"-Frage ist ungewöhnlich scharf gehalten. Salisbury konferierte im Kolonialamt mit Chamberlain.
Berlin, 5. Januar. Während der gestrigen Vorstellung im königlichen Schauspielhause kam hinter der Szene ein Statist mit einer Fackel einer Kulisse zu nahe, sodaß sie Feuer fing. Dieselbe stand sofort in hellen Flammen, und Schauspieler und Statisten eilten den Not- Ausgängen zu. Mehrere Schauspieler rissen die Kouliffe herunter und erstickten das Feuer. Im Publikum war von dem Brande nichts bemerkt worden.
Stettin, 5. Januar. Der Stappellaus des Schnelldampfers „Deutschland" ist nach Ablauf des Eises auf den 10. d. M. bestimmt. Der Kaiser hat sein Erscheinen zugesagt.
Etienne, 5. Januar. Gestern abend kam es hier zu argen Str aß en -Krava llen und es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den feiernden Webern und der Polizei. Viele Personen wurden verwundet. Polizei und Gendarmerie gingen mit großer Brutalität vor. Die Demonstranten flüchteten nach dem Marengo-Platze, wo sie die Gendarmen mit leeren Flaschen erwarte- t e n. Die Gendarmen erhielten Hilse von einer Schwadron Dragoner. Inzwischen hatten die Demonstranten die nächstgelegenen Straßen durch Tische und Stühle für die Dragoner unpassierbar gemacht. Es entstand ein neue« Handgemenge, wobei ein Dragoner Offizier durch einen Glassplitter schwer verletzt wurde. Eine große Anzahl Demonstranten wurde verhaftet. Patrouillen durchziehen die Stadt.
Paris, 5. Januar. Die Regierung hat gleich nach der Urteils-Verkündigung des Staatsgerichtshofes gestern abend über die gegen Deroulöde und Buffet zu treffenden Maßnahmen beschlossen. Beide sind heute morgen 5 Uhr mittelst Spezialzuges nach der belgischen Grenze abgeschoben worden. Sie waren von Spezial-Agenten begleitet, die beauftragt waren, sie nach Belgien abzuschieben. Guörin wird seine Strafe in Clairvaux verbüßen.
Paris, 5. Januar. Der „TempS" meldet aus London, daß das Gibraltar-Geschwader für einen noch unbekannten Zweck abberufen sei und das Kanalgeschwader ersetzen werde.
Christiania, 5. Januar. Das Schiff „Akershus" ist bei Farsund gescheitert. 12 Mann der Besatzung sind ertrunken, einer ist gerettet.
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