Ausgabe 
2.9.1900 Zweites Blatt
 
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werden die rumänischen Kavallerie- und Pionier-Manöver in diesem Jahre bei der neuen Donaubrücke abgehalten werden.

Washington, 31. August. Die schwedische Regier­ung ist mit der Nationalbank wegen Aufnahme eines Dar­lehens von 10 Millionen Dollar in Verhandlung getreten.

Das Dieustjubiläum des Geheimrats Dr. Braden.

-nn- Friedberg, 31. August.

Gestern wurde daS fünfzig-jährige Dienst­jubiläum des Kreisrats, Geheimen Regierungsrats Dr. Braden gefeiert. Die ungemein zahlreiche Beteiligung an dem Festakt legte beredtes Zeugnis ab von der großen Beliebtheit, deren sich der erste Verwaltungsbeamte unseres Kreises in allen Bevölkerungsschichten erfreut. Gestern abend schon wurde die Feier durch ein Ständchen des Ge­sangvereinsLiederkranz" eingeleitet. Heute morgen er­schienen dann die gratulierenden Deputationen in schier nicht endenwollender Zahl, sodaß Stunden verrannen, bis diese Empfänge vorüber waren. Es kamen in die Wohnung des Jubilars die Vertreter der Gendarmerie des Kreises und der Polizei der Stadt Friedberg, die Beamten des KreiSamts (Reg.-Rat Süffert überreichte ein Photogravhie- album mit den Bildern der früheren Mitarbeiter), die Offi­ziere des Bezirkskommandos Friedberg, eine Deputation des Kriegervereins, die ein Diplom mit der Ernennung zum Ehrenmitglied überreichte, die Kreisschulkommission, eine Deputation des hiesigen Gymnasiums (Direktor Professor Löbell, Oberlehrer Reitz und Walz), der Stadtvorstand von Friedberg und Vertreter der Armenkommission (Geschenk der Stadt: ein Sektservice), der Präsident der Handels­kammer des Kreises, Herr Fertsch, Vertreter des katholi­schen Männervereins und des katholischen Gesangvereins, eine Deputation des Geflügelzuchtvereins (Kreisamtmann von Bechtold, Lehrer Knaup und I. Schmidt, die ein Ehrendiplom überreichten), die evangelischen Dekane des Kreises (Sprecher: Dekan Sartorius-Großkarben), der Kreisausschuß (Sprecher: Justizrat Jöckel, einen silbernen Pokal überreichend), der Kreistag (Sprecher: Justizrat Geyger, eine Uhr überreichend), eine Deputation des landwirtschaftlichen Bezirks- und des Zuchtvereins (Sprecher: Graf Oriola, mit einer Ehrenurkunde), eine Deputation des Oberhesstschen Obstbauvereins (Sprecher: Direktor Dr. von Peter mit einer Ehrenurkunde), eine Deputation der Lehrer des Kreises (Sprecher: Lehrer LooS-Södel), Ver­treter der katholischen Geistlichkeit unter Führung des De­kans Friedrich-Ilbenstadt, Fabrikant Bindewald namens des hiesigen Bürgervereins, Vertreter der Mathilden- stiftungen Friedberg, Butzbach und Vilbel, (Vertreter: die Herren Hieronymus, Vogt, Metzger, Müller und Fritzel), eine Deputation des evangelischen Predigersemi­nars (Direktor Dr. Weiffenbach, Dr. Flöring und Schöler), die Bürgermeister des Kreises Friedberg, (Sprecher: Bürgermeister Wörner - Nauheim, (drei silberne Vasen mit Widmung übergebend), Oekonomierat Schlenke-Hardthof als Vertreter des landw. Provinzial­vereins von Oberhessen (mit Ehrenurkunde), Vertreter der Provinz, Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold- Gießen, ferner Kreisrat Geh. Reg.-Rat Schönfeld- Schotten, KreiSrat Meli or-Alsfeld, Dr. Wall au-Lauter­bach, Dr. Göttelmann-Heppenheim, Amtmann Sand­mann-Büdingen, Landrat Dr. Beckmann-Usingen, Geh. Med.-Rat Dr. Lorenz rc. re. Mittags fand das Fest- efsen im Hotel Trapp statt. Ueber 300 Personen nahmen daran teil. Um 2 Uhr betrat der Jubilar, geführt von Justizrat Jöckel und Dekan Meyer, den festlich ge­schmückten Saal, begrüßt von den Anwesenden durch Er­heben von den Sitzen. Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold brachte das Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Dekan Meyer begrüßte dann aufs herzlichste den Jubilar, seine vielfachen Verdienste um die Entwickelung des Kreises, seine Liebenswürdigkeit und sein Entgegen­kommen im amtlichen Verkehr, seine Sachlichkeit und seine aus die Förderung des Wohles der Bevölkerung gerichteten Bestrebungen gebührend hervorhebend. Er feierte den warmen Freund der Landwirtschaft, den Vorsitzenden der Kreisschulkommissionen rc. rc. Dem Jubilar als echtem, wahrem Volksfreund galt sein Hoch. Justizrat Jöckel feierte in dem Jubilar den Vorsitzenden des Kreisausschusses, der die Geschäfte stets in liberaler Weise zu führen wußte und auch für die Ansichten anderer ein offenes Ohr hatte, mit dem für das Wohl des Staates und des Kreises zu sorgen darum eine große Freude gewesen sei. Gras Oriola sprach namens des Kreistags und aller mit der Landwirt­schaft zusammenhängenden Vereine. Er feierte den eifrigen Förderer derselben, der voranstrebend für Verbefferung der Saatfrucht, der Viehzucht, des Obstbaues, der besseren Verwertung des Obstes und für die jüngste derartige Schöpfung, den Geflügelzuchtverein, gewirkt habe. Aber nicht nur für die Landwirtschaft habe der Jubilar in ein­seitiger Weise gesorgt, auch dem Handel und der Industrie galt seine warme Fürsorge; die Gemeinwesen seien unter seiner Verwaltung emporgeblüht, die VerkehrSverhältniffe gehoben und verbeffert worden. Sein Hoch galt dem treuen Berater aller Stände. Kreisschulinspektor Süß betonte nun, wie der Jubilar, dessen Anfangsthätigkeit für unseren Kreis in die siebziger Jahre fiel, in denen der Ruf nach mehr Luft und Licht in den Schulhäusern und mehr Licht in den Köpfen laut wurde, dadurch ein reiches Arbeitsfeld vorfand. In 48 Gemeinden des Kreises wurden neue Klaffen errichtet, 62 neue Schulhäuser erbaut, 41 zeit- entsprechend eingerichtet, neue Lehrmittel angeschafft und der Jndustrieunterricht, der mit der Zeit vorbildlich wurde, geschaffen. Er wünscht, daß der erprobte Steuermann des Tchulschiffleins, der cs au Klippen und Untiefen vorbei

seither glücklich zu führen wußte, «och lange aus der Kom­mandobrücke bleiben möge. Für die Offiziere des Bezirks­kommandos brachte Oberstleutnant von Eyuatten Glück­wünsche, auch namens der waffenfähigen Mannschaften deS Kreises, dem langjährigeu Vorsitzenden der Ersatzkommisfion, der mit so großer Gerechtigkeit und vielem Wohlwollen die Geschäfte geführt habe. Als Vertreter der Bürgermeister des Kreises sprach dann Beigeordneter Hieronymus von hier. Er dankte dem wohlwollenden Vorgesetzten, der stets mit Rat und That jedem zur Seite gestanden, und wünscht, daß er noch lange an der Spitze der Verwaltung des Kreises stehen möge. Der letzte offizielle Redner, Justizrat Dr. Geyger, feierte zum Schluß die Familie des Jubi­lars. In humorvoller Rede erwiderte dann der Jubilar. Er dankte für die Aeußerung der Anerkennung, der Sym­pathie und Liebe, die er an seinem Jubeltage nicht missen möchte. Der Tag, an dem ihm aus warmem Herzen so viele Wünsche entgegengebracht worden, werde ihm un­vergeßlich bleiben. Wenn es ihm vergönnt gewesen sei, manches zu erreichen, so gebühre sein Dank den Männern, die ihm immer treu zur Seite gestanden, nicht links und rechts schauend, nur ihrer Pflicht lebend. Er wolle, so lange ihm Gott die Kraft verleihe, in seinem ihm so lieb gewordenen Kreise bleiben und wirken. Sein Hoch galt dem Kreis. Obgleich hiermit die offizielle Rednerliste ab­geschlossen war, wurde doch noch manches schöne Wort, dem man es anmerkte, daß es aus warmen Herzen kam, ge­sprochen, erneutes Zeugnis ablegend von der Verehrung und Beliebtheit, deren sich der Jubilar in allen Schichten der Bevölkerung erfreut.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 1. September 1900.

O Wettlauf. Am Montagnachmittag um 3 Uhr soll vom Jagdschlößchen Dutenhofen aus eine höchst interessante Wette zum Austrag gebracht werden, die dahin geht, daß es einem Läufer zu Fuß, der die direkteste Linie wählen darf, möglich sei, schneller nach der Marx'schen Mühle bei Dorlar zu kommen, als jemand mit Pferd und Wagen, der allerdings den Fahrweg nach dorthin be­nutzen muß.

O Befitzwechsel. Das Haus der Frau Kaufmann Ferd. Hoffmann, Ludwigstraße 30, ging an die Firma Ed. Ott mann Druckerei (Inh. Heppeler & Meyer) für 51000 Mk. über. Die Erwerber beabsichtigen ihre Druckerei dorthin zu verlegen.

Butzbach, 30. August. Wie hier durch Mitteilung von Großh. Kreisamt Friedberg bekannt wurde, hat der hiesige Bürgermeister Wilhelm Joutz sein etwa ein De­zennium innegehabteS Amt als Leiter der städtischen An­gelegenheiten niedergelegt. In der Zeit seiner Amts­führung ist vieles geschehen, das der Stadt Butzbach zum Besten gereicht. Manch Stück der beengenden alten Stadt­mauer ist gefallen. Alle Straßen, Gaffen und Gäßchen der Stadt sind gepflastert, kanalisiert und eine ein aus­reichendes Quantum Trinkwaffer liefernde Wasserleitung ist angelegt worden. In den letzten Jahren wurde eine Klein­kinderschule und eine Turnhalle erbaut, wie eine solche wohl in ganz Oberheffen kaum noch einmal sich finden dürfte. Als ein rechter, zeitgemäßer Fortschritt muß auch das Legen von Zementtrottoir in den Hauptstraßen der Stadt bezeichnet werden. Vor allem aber muß noch er­wähnt werden, so schreibt derFr. Gen. Anz.", daß Butz­bach seit zwei Jahren etwa eine elektrische Beleuchtungs­anlage besitzt, die vorzüglich funktioniert. Herr Joutz, der erst im letzten Jahre als Bürgermeister wiedergewählt wurde, der auch den Bezirk Butzbach als Landtagsabgeord­neter vertritt, hat, obgleich er sich bereits seit einem Jahre w^gen Ueberarbeitung beurlauben ließ, durch seinen Rück­tritt seinen Wählern eine gewisse Ueberraschung bereitet, da den bisherigen Gerüchten über seine Amtsmüdigkeit kein Glauben geschenkt wurde. (Aus der Provinzialdirektion ist noch nichts davon bekannt. D. Red. d.Gieß. Anz.")

Darmstadt, 31. August. Auf dem Uebungsplatz Griesheim hat sich heute mittag ein schwerer Un­glücksfall ereignet, indem dem i. 1.1899 eingetretenen, jetzt in der 5. Kompagnie des 6. Ostasiatischen Infanterie- Regiments stehenden Rekruten Bozendorf aus Tiefen- >ach bei Neu-Ulm in Bayern bei dem Gefechtsschießen mit charfer Munition die rechte Hand durch- chossen wurde. Die Verletzung soll nicht unbedenklich ein, und der Verletzte wurde in das hiesige Militär- Lazarett verbracht.

Vermischtes.

Aachen, 31. August. Von den typhuskranken Soldaten des 40. Infanterieregiments ist einer ge­storben, der Zustand von sieben ist noch bedenklich.

Glasgow, 31. August. Die offizielle Ankün­digung des Pestausbruches hat eine förmliche Panik hervorgerufen. Wahrscheinlich werden Quarantäne­maßregeln erlassen.

Rom, 31. August. Die staatlichen Ausgrab­ungen auf dem Forum Romanum sind wegen Fund­mangels suspendiert worden. 140 Erdarbeiter und 100 Fuhrleute sind dadurch brotlos geworden. Die gestrige erstmalige Beleuchtung des Monte Pincio vermittels Ace­tylengas hat sich glänzend bewährt. Halb Rom ist hinauf- gepilgert.

Universität und Hochschute.

DerReichs-Anzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Adels­prädikats an den Privatdozenten der Philosophie Karl Wesendonk.

Der Arzt Dr. phil. etmed. Oskar Schulz aus 2Dritten wurde als Privatdozent für Physiologie, insbesondere physiologische Chemie, in die medizinische Fakultät der Universität Erlangen ausgenommen. Privatdozent an der Wiener Universität Dr. Leo Strisower wurde zum a.-o. Profeffor des internationalen Privatrechts ernannt. Der Eustos an der Wiener Universitätsbibliothek Dr. I. Meyer ist in den

Ruhestand getreten. Dr. Isidor Himmelbaur wurde zum Custos, ber Amanuensis Dr. Alfred Schnerich zum Skriptor und der Praktikant Dr. Friedrich Benesch zum Amanuensis an der Wiener Universitäts­bibliothek ernannt. Der deutsche Ichthyologe Dr. Rudolf Hessel, der sich große Verdienste um die Fischzucht in Amerika erworben hat, ist in Washington den Folgen eines Hitzschlages erlegen. Er war 1825 in Baden geboren. Am 27. August starb in Riga der Gymnasiallehrer Pawel Wassiljewitsch Schein im 74.Lebensjahr. ®r hat sich um die russische Folcloristik große Verdienste erworben und u. a. großrussische und weiß­russische Volkslieder gesammelt, die von der Petersburger Akademie herausgegeben worden sind.

Ardeilrrdewe-rrni.

Mainz, 31. August. Gestern Abend fand im Stadthaus zwischen dem Ches der Lederwerke, Geh. Kommerzienrat Michel, dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner, und dem Vorsitzenden der Lohnkommisfion der Streikenden, Siebert, nochmals eine Ver­handlung wegen Beilegung deö Streiks statt. Die Fabrik ist bereit, den Termin zur Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit auf den 1. Juli 1901 schriftlich festzulegen. Die Auszahlung deS einbehaltenen Wochenlohns an die Streikenden könne jedoch unter keinen Umständen zugeftanden werden, weil der ganze Betrag mit dem Einttitt des Ausstandes laut Albrttsordnung dem Fonds der Witwen- und Watsenkasse überwiesen sei. ES stände also nicht mehr in der Macht der Direktion der Lederwerke, selbst wenn sie dazu geneigt wäre, diesen Betrag dm Arbeitern zuzuweisen; indirekt käme daS Geld ihnen ja doch zu gute. Heute soll aus dem Stadthaus» nochmals einer größeren Anzahl von streikenden Arbeitern diese Er­klärung der Ledenwerke eingehend ausetnandergesetzt werdm.

Berlin, 31. August. In einet in der letzten Nacht stattgehabten Versammlung haben die Rollkutscher und Speditionsarbeiter Berlins beschloffen, die von den vereinigten Spediteuren Berlins ge­machten Zusagen als Abschlagszahlung anzunehmen.

Marseille, 31. August. Der Ausstand gewinnt infolge des Kohlenmangels an Ausdehnung. So muhtm heute 26 Seifen­siedereien, mehrere Ziegelbrennereien rc. den Betrieb einstellen.

Dünkirchen, 31. August. Heute fanden wiederum zwischen dm Ausständigen und dm Arbeitenden Streitigkeiten statt. Die Polizei mußte einschreiten.

Sport, Spiet, Jagd.

() Gießen, 1. September. Dieser Tage werden die Herrenfahrer Duill, Stratta und Viancino von hier aus nach Paris gehen, um dort sich am Start um den großen Preis zu beteiligen. Hierbei sind bereits Preise zu erringen bei den Vorläufen und ebenso beim Zwischen­läufe. Außer zum großen Preis haben unsere Rennfahrer noch zu 2 Rennen in Paris gemeldet.

Käder.

Westerland-Sylt. Die letzte Kurliste weist die Zahl von 12054 Badegästen auf

Wm-et mr- Verkehr. Volkswirtschaft.

UtW/ 1. September. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.101.30, Hühnereier per St. 0-0 4, 2 St. 1315 4, Enteneier 2 St. 0016 4, Gänse, eiet per @l;oo00 4, Käse 1 St. 58 4, Käsematte 2 St. 56 4, Erbsen per Liter 24 4, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar X 0.700.80, Hühner per St. X 1.001.40, Hahnen per Stück X 0 601.00, Enten per St. X 1.802.00, Gänse per Pfund X 0.000.00 Ochsenfleisch per Pfd. 6874 4, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 6264 4 Schweinefleisch per Pfd. 5070 4. Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 4, ^Kalbfleisch per Pfd. 6466 4, Hammelfleisch per Pfd. 5070 4, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 Ml 7.00 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Etr. X 5.506.00, Milch per Liter 18 4. Bohnen per Pfund 915 4«

TelephouischeMeldmrgerrdesGietzeuerAuzeigerS.

Berlin, 1. September. Graf Waldersee meldet an den Kaiser aus Aden vom 31. August: Als der Reichspost­dampferSachsen" in den Hafen von Aden einfuhr, nahm das französische TruppentrausportschiffLa Cam­pagne" unter Musik und Hurrarufen denselben Kurs wieder DampferSachsen". Die Musik des DampfersSachsen" spielte die Marseillaise, die des französischen Dampfers die deutsche Nationalhymne. Graf Waldersee entsprach einer Ein- ladung des englischen Gouverneurs, wobei ein feierlicher Em­pfang unter Stellung einer Ehrenwache und nnter Salutschüffe« stattfand. Um 5 Uhr nachmittags setzte Graf Waldersee seine Reise fort.

Kopenhagen, 1.September. Der russische Finanz- Minister Witte ist von hier nach Paris gereist.

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Berlin, 1. September. Die große Herb st Parade über das Gardekorps hat heute vormittag bei prachtvollem Wetter stattgefunden. Schon von 6 vinhalb Uhr an zogen die Truppen mit klingendem Spiel in Parade-Uniform zum Tempelhofer Felde, wo sich wie immer das militärische Schauspiel abspielte. Die Straßen, durch welche die Truppen ihren Weg nehmen mußten, waren von einem zahlreichen Publikum angefüllt. Gegen 8 Uhr fand die Auffahrt der Prinzen und Prinzessinnen sowie der ge­ladenen Persönlichkeiten statt. Kurz vor 8 Uhr ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Kompagnie zum Tem­pelhofer Felde. Punkt 8 einhalb Uhr nahm die Parade ihren Anfang.

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