Ausgabe 
1.4.1900 Fünftes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Sonntag den 1. April

|k 77 Fünftes Blatt

Anrts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.

8SSS

Bischof von Anzer

Mai ult.

Mai

frkif:hr, ey>rfriti»n und Truckers:

-chotstratze Nr. 7.

«llk Anzeigen.BermittlungSstellm KeS In- und Äuilenm nehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgegcr: ZeilenprriS: lofo( 12 Pfg., au-wärt- 20 Pfg

Der Leiter der deutschen christlichen Missionen in Ost- cHn, Bischof Joh. Baptist von Anzer, der gegen- rMig wieder in Berlin weilt, stammt aus Weinried in t»r Diözese Regensburg. Dort wurde er im Jahre 1851 m 16 Mai geboren. Er steht demnach erst im 49. LebenS- j -hre. Als Missionar ging er 1879 nach China, wurde 11686 upostolischer Vikar und Bischof von Schantung und ffiüte sich 1890 unter deutschen Schutz. Wir führen unseren Afttn diesen Mann im Bilde vor. _____________

Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.______

Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze^ Fernsprecher Nr. 51.

w

w*

Ehrling gejuj-

nbw^i£i.i' Stor-M^-

kavrr Juo,, SnftoHatio^ ßMl.

ub°r bem ft

1900

Aezugspreis vrerreljährl. Mt. 2^1 monatlich 75 Psg mit Bringerlohn; durch die Abholestell- merteljährl. Mk. 1,^ monatlich 65 Psg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäb* mit Bestellgeld.

Gießener Anzeiger

General-"Anzeiger

fiff*1 "«NH p Ejüeefom de- «tag*.

Di#

D»Ikte«ßtätter de« Anzeiger mH ^Hess.

1 Ijicnrt «. ^Blätter ö»lMhinb<-

Prämien auf Kredit per ult. April 1.25 %, do. per ult. 2 20% Diskonto Kommandit per ult. April 1 257oi d°- P®r Mai 2.15% Lombarden per ult April 0 75do. per ult. 1.00%, Deutsche Bank per ult April 0.00%.

Notierungen: Kreditaktien 234 60-00-00, Diskonto- Kommandit 198 10-198, Staatsbahn 186.90, Gotthard 142 50, Lombarden 28.00-00, Ungar. Goldrente 96 90, Italiener 94 40, Sproz. Mexikaner 26.00, Oesterr Coupons 84, Amerik. Coupons 4.19%

w*

oböi'

N Silk* totfM 25.

m*MI« S

l. Dfl*S M TW'" fort ober 1^'/.

01212 anj!^

-"'L 5:-'

wW^

00

Mn«^« »nzetgen zu der nachmittag« für de» «scheinenden Nummer bi« wenn. 10 Ufe. Gelungen spätesten« sbenW vorher.

Kchisssnachrichten.

Norddeutschsr Lloyd, bi Gtetzrn vertreten durch die Ngenrrn »«- l LooS und I. M- Süutbol-

Bremen 30.-z. [Vtr transatlantischen

York angekommm.

treuesten Gehilfen der Feld- und Gartenbesitzer, den nütz- I lichen Singvögeln, die geeignetsten, und deshalb von ihnen I am meisten bevorzugten Nistplätze genommen werden! Um I vielleicht einen schmalen Streifen oft minderwertigen^ I Bodens zu gewinnen, nimmt man manchem Vogelpaar die I Gelegenheit zu nisten undjagt somit im eigenen Walde". I Aucl; das Zurückschneiden der Hecken erfolgt in der Regel I viel zu spät; es müßte dies schon jetzt geschehen sein, da I sonst die Vögel bei dem Brüten gestört werden. Es ist unter diesen Verhältnissen kein Wunder, daß allerorts über die Verminderung der gefiederten Lieblinge geklagt wird.

W. Gudensberg, 30. März. Gestern wurde vor dem hiesigen Schöffengericht gegen nicht weniger als 45 Angeklagte auf einmal verhandelt. Der kleine Schöffen-Gerichtsraum erwies sich für einen solchen Monstre-Prozeß" zu klein, und so wurde im Rathaussaal der Termin abgehalten. Im August v. I. feierte der Turn- | vereinFrohe Zukunft" in Besse ein Fest in geschlossener Gesellschaft und lud sich hierzu Turner aus den umliegen­den Dörfern ein. Die Leiter dieses Festes, ein Einwohner von Besse und einer aus Ermetheis kamen beim Bürger­meister in Besse um die polizeiliche Erlaubnis zur Ver­anstaltung eines Aufzuges ein. Obgleich nun die Erlaubnis versagt wurde, fand der Aufzug doch statt. Es erhielten deshalb 48 Personen, darunter Einwohner aus Ochshausen, Dittershausen, Besse u. s. w. Strafmandate mit einer Geld­strafe von drei Mark wegen Beteiligung an einem uner­laubten Aufzuge, gegen zwölf andere wurde Anklage er­hoben wegen Veranstaltung einer öffentlichen Tanzbelusti­gung, unerlaubten Aufzuges und Versammlung. Mit Aus­nahme einiger erhoben die mit einem Strafmandat Be­dachten Widerspruch, worüber gestern verhandelt wurde. Ein Teil derselben wurde von Herrn Justizrat Caspari- Kassel vertreten. Es wurde eine umfangreiche Beweis­aufnahme angestellt, welche allein nahezu vier Stunden in Anspruch nahm. Die .Teilnehmer, an.hent. Aufzug wurden sämtlich freigesprochen, da sie offenbar nicht gewußt haben, daß die Erlaubnis zu diesem Aufzug nicht erteilt war, und da auch während des Aufzuges kein polizeiliches Verbot er­gangen war. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. Einem Anträge, auch die den Beteiligten durch die Reise entstandenen Kosten zu erstatten, wurde nicht stattgegeben. Gleichzeitig wurde auch gegen die beiden Leiter des Festes, welchen die Erlaubnis zur Veranstaltung versagt worden war, und die trotzdem den Aufzug stattfinden ließen, ver­handelt. Sie wurden zu 24 Mark Geldstrafe und in die Kosten verurteilt, einige andere freigesprochen, da ihnen nicht nachgewiesen werden konnte, ob sie von dem Verbot etwas gewußt hatten.

Aus dem Kreise Kirchhain, 30. März. Em wichtiges Ereignis steht einem Teile der Bewohner des Kreises Kirch Hain bevor: am 1 April findet die Eröffnung der Teil strecke der Ohmthalbahn Kirchhain-Schweins­berg statt. Die Abnahme dieser Strecke seitens der König!. Eisenbahn-Direktion zu Kassel, sowie die Probe­belastung der sieben über Klein und Ohm führenden Elsenbahn- brücken ist bereits in vergangener Woche erfolgt. Nachdem nunmehr auch die landespolizeiliche Abnahme erfolgt ist, ist allen gesetzlichen Bestimmungen zwecks Uebergabe für den öffentlichen Verkehr genügt. Bei der bevorstehenden Er­öffnung genannter Strecke ist es wohl von Interesse, einen kurzen Rückblick auf die Entstehung derselben zu werfen. Vor ungefähr fünf Jahren wurde von unserer Kreis­verwaltung beschlossen, die etwa 9 Kilometer lange Strecke Kirchhain- Schweinsberg als Sekundärbahn auf Kosten des Kreises zu bauen. Der Bau derselben wurde dem Bau­unternehmer Max Hahn aus Berlin übertragen, und die Arbeiten im Jahre 1897 begonnen. Diese nahmen, wenn auch einen langsamen, so doch stetigen Fortschritt, und im Herbst war der Unterbau im wesentlichen soweit gediehen, daß man hoffte, im Sommer 1899 den Betrieb eröffnen zu können. Plötzlich aber legte Hahn im November 1899 die Arbeiten nieder, angeblich, weil die Kreisverwaltung sich weigere, ihm zustehende Ratenzahlungen zu leisten. Nachdem nun trotz mehrfacher Aufforderung der KreiS- verwaltung die Wiederaufnahme der Arbeiten seitens Hahn nicht erfolgte, übertrug dieselbe im Januar 1899 die Fort­setzung beziehungsweise Vollendung der unterbrochenen Ar- leiten dem Bauunternehmer Busch aus Münster. Der Bau und die Geleisanlagen des Kleinbahnhofes Kirchhain wurden der kontinentalen Eisenbahnbau und Betriebsgesell- schaft zu Berlin übertragen. Den Betrieb der neu zu er­öffnenden Strecken wird die König!. Eisenbahndirektion zu Kassel auf Kosten deS Kreises Kirchhain übernehmen. Täglich werden zwischen den beiden Endstationen Züge hin und zurück mit Anschluß an die Züge der Main- Weser-Bahn verkehren. Die Eiöffnung der ganzen Strecke

Privat-Diskont 5%°/ G., 51 '80/ Bf.

li/Mbis 2%Uhr: Kreditaktien 234.60-30.00, Diskonto-Kommandjt 197.90-50-00, Staatsbahn 136.70, Lombarden 00.00-00, Sproo. Portu­giesen 00.00, Sproz. Mexikaner 00.00.

Tabak , .

Der Verlauf der vergangenen Woche brachte keinerlei Besserung des Geschäftes mit sich, es ist ausnahmsweise sehr ruhig. Ob dies mit den Klagen der Fabrikanten über schlechten Geschäftsgang infolge des langen Winters, der jetzt seine Schatten zeigt, zusammenhängt, oder ob die Ge­rüchte über Aenderungen der Tabaksteuern die Schuld hieran tragen, läßt sich heute noch nicht beurteilen. Nach unserer Ansicht ist der Mangel an guten, brennbaren alten Tabaken in allererster Linie in Erwägung zu ziehen; denn die Fabrikanten sind infolge Mangels hieran nun gezwun­gen, an die weniger brauchbaren Tabake heranzutreten. Es wurden verkauft in Friedrichsthal ea. 70 Ztr. 1899er Oberländer Tabak von Spekulant an Händler, Preis un­bekannt, eine Partie Haardtnebentabake versteuert zu Mk. 55, eine Partie 1897er Neckarthälertabak (ca. 100 Ztr.) zu Mk. 57 ebenfalls versteuert. Die erste Fermentation der 1899er Tabake aller Sorten ist jetzt beendet, doch wur­den, soweit uns bekannt, bis- jetzt, mit Ausnahme für <Roilenbcctyvcctc, Abschluss» nicht asstb-itiat. da jedenfalls seitens der Fabrikanten noch die Mai-Fermentatwn avge- wartet werden dürfte. In 1899er Sandblatt ist in den letzten Tagen wieder eine Kleinigkeit umgesetzt worden, es herrscht für gute, farbige Schneidware vermehrte Nachfrage. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose fein Mk. 8.509, gebündelte Mk. 1112.

Kohlen.

Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung 1 und 2 Mk. 230 bis Mk. 240, Nußschmiedekohlen Mk. 215225, Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 310-320, Englische Anthracrt- Nußkohlen Mk. 350-360, Ruhr-Flammnuß Körnung 1 und 2 Mk. 230240, Ruhr-Flammnußkohlen Körnung 3 Mk. 220 bis 230, Fettschrot Mk. 210220, Ruhr-Bruchkoks Mk. 325 bis 335, AussiebgrieS Mk. 150160. Alles per 10 Tonnen ab Mannheim. Die Situation ist unverändert.

Getreide.

Infolge der anhaltenden Festigkeit der Exportländer verkehrte auch in Mannheim der Markt in ßester Stimmung.. Der Konsum zeigte ziemliche Kauflust, wenn auch die den höheren ausländischen Forderungen entsprechenden Preise kaum durchzuholen sind. Roggen bleibt fest. Hafer und Gerste unverändert. Mais sehr fest. Die heutigen Notier­ungen sind: Kansas II 127-128, Laplata faq. 127-130, russ. Roggen 9.66 112, mixed Mais 89 per Tonne cif Rot- I terdam.

ÄroftfuttermitteL

I Das Geschäft entwickelte sich auch während dieser Be- I richtswoche nur sehr gering, und besteht in Baumwollen- faatmehl und Leinkuchen kein großes Angebot. Die Preise für beide Futtermittel hielten sich auf dem Niveau der Vorwoche, es wurden auch Abschlüsse für die nächste Saison gethätigt, jedoch kam hier hauptsächlich Baumwollsaatmehl I neuer Ernte in Betracht, das Mk. 1520 billiger ist, als I greifbare Ware. Kleien und Futtermehle bei anziehenden Preisen sehr gefragt, doch sind sehr geringe Zufuhren

I seitens der Mühlen zu verzeichnen.

ViehmLrkte.

Die süddeutschen Viehmärkte waren in der Berichts­woche durchschnittlich sehr gut frequentiert, und entwickelte sich allenthalben sehr lebhafte Kauflust. Erste Qualitäten Ochsen fanden glatten Absatz, aber auch prima Rinder und Färsen waren sehr begehrt und gut abgesetzt. Mindere Qualitäten und Kühe waren weniger gefragt. Der Handel I hierin auch sehr schleppend. Prima Kälber und Schweine sehr gefragt, der Absatz hierin war sehr belangreich, wäh­rend Läufer und Milchschweine wenig Beachtung fanden.

Lokales mtb Nrorinstelles.

- lieber die Tätigkeit des städtischen Arbeitsamtes sSibeitsnachweises) im VeiwaltungSjahre 1898/99 ift u. a. KW der ichten, daß 528 Arbeitsstellen gemeldet, 728 Stellen aichcht, 138 Stellen vermittelt wurden. Es bedeuten diese ijifierm im Vergleich zum Vorjahre einen Rückgang, der seinen (sslund- darin hat, daß immer noch ein großer Teil der ilertjfenten den Arbeitsnachweis zu wenig berücksichtigt, anbererfeitd kommt in Betracht der Aufschwung, weichen die f-hbiiftae in der jüngsten Zeit genommen; infolgedessen E bunten die Arbeitnehmer auch ohne Jnspruchnahme der dlibkilMachweise leicht lohnende Beschäftigung finden. Von tien gemdbeten Arbeitsstellen entfallen 614 auf hiesige, IlUUuf auswärtige Arbeitgeber, 221 Stellen wurden von t Mißen, 307 von zugereisten Arbeitern gesucht; von den usmittdten 138 Stellen entfallen 5 auf auswärtige Ar- t lieber, 46 auf hiesige 89 auf zugereiste Arbeiter. Der r>«g!e ichsweise hohe Anteil auswärtiger Geschäfte und zahl- tieiijtr Arbeiter bei der Inanspruchnahme des Arbeits- rmtzveiseS bestätigt wiederholt, daß der letztere nach wie nötm Ausgleich von Angebot und Nachfrage über das i)«liche Bedürfnis hinaus dient. In Würdigung dieser ^tsache hat Großh. Ministerium des Innern auf An- liqiutfl der Bürgermeisterei zu den Kosten des Arbeitsnach- rririjeS einen Zuschuß von 300 Mk. aus Staatsmitteln cpchrt. Von der nach der Geschäftsordnung gegebenen 8 ksiglrchkeit bei dem Arbeitsnachweis Auskunft einzuholen iittr Fragen aus dem Gebiet der sozialen Gesetzgebung iP bisher in keinem Falle Gebrauch gemacht worden.

* Die Postschalter sind vom 2. April an von morgens 's Hr an geöffnet.

* Sein SOjähriges Dienstjubiläum feiert am morgigen ?Htge (1. April) Herr Stationsassistent I. Schadt.

» Jubiläum. Wie wir erfahren haben, legt mit I innigem Tage der Gr. Eisenbahnsekretär Herr K ar l S ch rn i d t !t.cher, eine vierzigjährige Dienstzeit zurück. Nachdem ,n mehrere Jahre beim Militär gestanden, widmete er sich 1 beeil 8 von 35 Jahren dem Eisenbahndienst, in welchem er 1 lisch lhätig ist. , ,, .

* Kunstverein- Der Gemälde-Ausstellung imTurm- am Brand sind im Laufe der Woche wieder 16 Gemälde bchfirgt worden, weiter einige kunstgewerbliche Sachen h on einer hiesigen jungen Dame. Wir wollen nicht unter- Ichm, nochmals auf die gegenwärtige, reichhaltige und tafreffante Ausstellung hinzuweisen, da voraussichtlich noch im Ostern wieder ein größerer Wechsel der Gemälde statt i j ____________________

(»Vorn Lande, 30. März. Wie alljährlich iin Früh- jach, io kann man auch jetzt wieder beobachten, wie |ich die Lmdiwirte im Ausrotten der Hecken gar nicht genug Ichn können. Bedenkt man denn gar nicht, daß dadurch den

öNbilk - )irtif imt he Bocte

N -

dtt tzM. l!, hi MNyMM ir. WN ü !M Mi.

t Off-rten m nt bit HMion: I gesuch!

Un an bie fr;,'.. « V 1628.

Me

s, brau» WM rfuil.

d) SflWM liinckabe 2b.

MW

m, WtenWi

W tzcht

. H. Fuh

i- unb SMraWv

der Ohmthalbahn Kirchhain Schweinsberg Homberg Nieder gemünd mit Anschluß an die oberhessische Eisenbahn Fulda- Gießen ist für nächsten Herbst in Aussicht genommen.

Dandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börne vom 30. Stärz

Wechsel auf New-York zu 4.21%-22%.