Ausgabe 
31.12.1899 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1899

Sonntag den 31. Deeember

Amts- uitb Anzeigeblatt für den Arei» Gieren.

Hessische Totenschau aus dem Jahre 1899.

m,i Bekannten.

8

*

Mt lnjti|tn»8trmitt1imfiReat® M In- nnl ÄnfleeNt «rtzrven Rnzkißeri für den «Siehrner Änjeiger eatfefO.

Mmheimer

SM

NtWttir, iptlttien «nl DruSrrei: »r. 1.

Wissenschaft" beschäftigt, der eine Darstellung der deutschen Besteuerung im 19. Jahrhundert bringen und sich auch mit der kürzlich zum Abschluß gelangten hessischen Steuerreform eingehend befassen wird. Die hessische Reform wird m diesem Werke des bedeutenden Finanztheoretikers eine sehr günstige Beurteilung erwarten dürfen, und dürfte es weitere Kreise interessieren, daß Wagner im Anschluß an das Studium des gesamten, umfangreichen Gesetzgebungs­materials überaus anerkennend über die Neugestaltung der hessischen direkten Staatssteuern sich geäußert hat. Wagner hebt die Summe von Fleiß und intelligenter Arbeit, die in Hessen auf die Lösung der Resormfrage verwandt wurde, rühmend hervor, bezeichnet das Ergebnis der Reform als im Ganzen sehr gelungen und erfreulich" und sagt: Hessen hat so das Verdienst, zum dritten Male unter den süddeutschen Staaten als Pionier vorangegangen zu sein, 1 QOP. QnfftiorottKShprfrrtn. 1 896 mit der Eiien-

leee^eM Infreiftn zu bet fit bat

Äet erNfrtaeubcn Thunmer W 10 W.

Bearbeitung der grtechiscken Tragiker und Sptfer. JSetne Opuscula (8 Bände) enthalten schätzbare sprachwissenschaftliche, kritische und mythologische Abhandlungen.

In des Herzens heilig stille Räume Mußt du fliehen aus des Lebens Drang, Freiheit herrscht nur in dem Reich der Träume, Und das Schöne blüht nur im Gesang.

Ob wohl der diesmalige Jahrhundertwechsel em gleich gehaltvolles und warme Begeisterung athmendes Gedicht, wie es seinerzeit das Schiller'sche war, liefern wird?

Ibrtffe für Depeschen: A»»e1,er Fernsprecher Nr. 61.

9* Ak,-

Grstistttiiasen : «ießemr ZamttiendlSNer, Ker tzePhche Kandwirt, KStter für hessische Volkskunde.

5^# |

Yiww* r

Rr. 307 Drittes Blatt

vierteljährlich

2 Mari 20 Pftz- monatlich 75 Pftz. mit Bringerloh«.

Bei Postbezug 2 Mar! 50 Pf^ vierteljährlich.

eidenstoffe, Sammle von Elten & Keussen und Velvets M« Mti. unser »iufUifodtaunt.

Mir e*tw*w bei

Wie Mchener »iWilwMHter webte km «mzei^r »ilchinMch »Ucaol kttfrioft.

Ingelheim, Dekanat Mainz, die evangelische Pfarrstelle da- selbst^zu ^übertragen.^ Seine Königliche Hoheit der

Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. De­zember den Lehrer an der Realschule zu Gernsheim, Pro­fessor Dr. Gustav Storck zum Mer an dem Real- avmnasiuw und der Realschule zu Mainz und den Lehrer an der Realschule zu Oppenheim Hans Kromm zum Lehrer an der Realschule zu Gernsheim, beide Mit Wirkung vom

SM««'1 I* * 8

^'«uouft 13. AmtSgerichlsrat Karl SchweiSgut in Darmstadt, 42 I. - 26. Karl von Zimmermann. Oberst- l^Sep"em>ber 3. Oberrealschuldirektor vr, August Frhr. . vllu ------£' ' Meder

(gJt jn Darmstadt, 53 I. 8. Steuerrat i. P. Th. I zember dem Pfarrverwalter Wilhem Hartmann zu Nieder- Scklmisaut in Groß-Gerau, 83 I. - 21. Kommerzienrat > - $m^wl h,p -^naelrscke Marrstelle da-

Ptter Becker in Offenbach, 72 I. 21-_©®fmufxfbltc!tot x b Wilhelm Niederhof in Darmstadt, 93 I.

Oktober 1. Dr. Frhr. von Wedekind m Darmstadt, 74 > 22. Bürgermeister und Landtagsabg. Glaser in

Don Mainz 71 I. 21. Regierungsrat Karl Snell m Hungen -27. Salinendirektor RichardMerkermWimpfen.

28. Steuerkommissär Karl Jäger: m Wörrstadt ^6 J^

Dezember 2. Justizrat Adolf Müller m Worms, 70 I 6 Schulrat K. Schmitt, Kreisschulinspektor i. P. ci 17 Dr Ga. Grosch, pr. Arzt m

Osftnbach, «1 I. 23. Gustav Schmitz, Gymnasiallehrer i; P. in Darmstadt.

1 Januar 1900 an, zu ernennen.

'» Einer Berliner Korrespondenz entnehmen wir

solgendenBries aus heffen^: Daß der Prophet w-mx, m seinem Vaterlande gilt, ist eine oft zu beobachtende Thai- suche. So scheint auch die Bevölkerung Hessens das große Werk der Steuerresorm als etwas ganz selbstverständ­liches hinzunehmen, als etwas, das unter allen Umstanden kommen mußte und leicht zu entwerfen und durchführen war. Mit einer solchen Anschauung geschieht dem Finanz Minister Küchler und seinen Räten und ihrer großen Arbeit entschieden Unrecht. Da ist es denn bemerkenswert, daß von außerhalb des Landes und einer gewiß sachverständigen Seite ein Urteil kommt, das doch mehr Anerkennung und Verständnis verrät. Der bekannte Berliner Profesior der Staatswissenschaften, Adolph Wagner, ist zur Zei mit der Herausgabe des vierten Bandes seinerFmanz-

mütiaen zu verleihen. L ..

** Kirchliche Dienstuachrichten. Seme König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 23. De-

Lokales und VrooinsieUes.

Gießen, 30. Dezember 1899.

*«eschichtSkalender. (NachdruckD^bott^;\eb^rm°ann: mn 31. Dezember 1848, starb zu $efonber6 ver-

etner ber genialsten Philologen der neuettn ^ - ^rte über bie dient machte er sich durch seine wisienschaf"!sckar/sinntge kritische «vttke Metrik unb griecht che Grammatik, seine Iw-minn g

»echstl )

ffiejie»1' X

;h Kl»5es X

;,i M 1

** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 6. Dezember dem Bürgermeister Jakob Strack zu Rhem-Dürkheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps oes Groß-

(Nachdruck verboten.)

Januar 3. Geh. Justizrat Michael Bauer in Bad Nauheim, 68 I. 8. Rechnungsrat Moritz Moter in Darm­stadt, 68 I. 12. Geh. Kommerzienrat Wilhelm Merck in Darmstadt, 65 I. 15. Oberst a. D. Ferdinand Habermehl in Darmstadt, 79 I. 16. Kreisschulmspektor i. P K. Eckhard in Lauterbach. 18, Dr. Jul. Konradi, pr. Arzt in Wöllstein, 73 I. 22. Dr. Jos. Th. Dal- quen, pr. Arzt in Mainz, 56 I. 24. Generalleutnant Jos. Frhr. von Jungenfeld in Darmstadt, 87 I. 24. Bahnhofsverwalter a. D. Wilhelm Heimburg, fr. in Mainz, gest. in Eberstadt, 62 I. - 29. Färbereibesitzer LomS | Braubach in Butzbach, 75 I. .

Februar 1. Gr. Oberbuchhalter B. Best m Darm­stadt, 76 I. 2. Bürgermeister Schäfer in Heldenbergen, 65 4 5. Betriebsdirektor Kaspar Mergler in Mainz, 65 I. 7. Karl Christian Frhr. Röder von Diersburg, Generalleutnant z. D. in Darmstadt, 70 I. 8. Geist!. Rat, Dekan Joh. Ad. Keller in Mainz, 63 I. 24. Dr. Georg Eichhorn sen., pr. Arzt in Mainz, 79 I.

März 3. Gerichtsassessor Dr. Wilhelm Kohler in Gießen, 31 I. 8. Pfarrer Joh. Schneider in Lampert­heim 56 I. 10. Pfarrer Ed. Eckstein in Alsbach, 68 I. - 13. Hofrat K. Gg. Becker, Redakteur in Darm- stadt, 50 I. 14. Dr. Ludwig Bamberger, geb. in Mainz, aest. in Berlin, 76 I. 23. Oberlandesgerichtsrat l P. Dr. Ä. Riedel in Darmstadt, 53 I. 29. Dekan Gustav Römheld in Bessungen, 67 I. 30. Rechtsanwalt E. Emmerling in Darmstadt, 64 I.

April 2. Pfarrer Joh. Weil in Gaubickelhenn, 55 I. 4. Dr. Levi, em. Provinzialrabbiner in Gießen, 95 I. 4. Fürst Karl von Isenburg-Büdingen zu Birstein, 61 I. 13. Bürgermeister Adolf Schönherr in Lorsch, 36 I. 16 Frhr. Max. von Biegeleben, Ministerialpräsident i. P. in Darmstadt, 86 I. 18. Landtagsabg. K. Neeb in Windhausen, 48. I 21. Hauptmann i. P. Joh. Heinrich Maurer in Darmstadt, 58 I. - 30. Kommerzienrat Georg Reinhart in Worms, 62 I. 30. Professor Dr. Ludwig Büchner in Darmstadt, 75 I.

Diai 8. Justizrat Dr. Wolf in Gießen. 9. Geh.

Regierungsrat Fr. K. v. Kopp m Darmstadt, 81 I I die jedermann bekannt sind:

17 Landtagsabg. Sturmfels m Nidda, 69 I. 21. Lehrer | w W51 beilia stille Räume

Karl Schaffnit, als Volksdichter bekannt, in Darmstadt, 49 I. 22. Professor Dr. Th. Goldmann, Gymnasial­direktor in Friedberg, 49 I.

Juni 2. Dekan Joseph Sieger in Herrnsheim, 84 I. 11. Oberst Hermann von Hanneken in Offenbach, 52 I. _ 14 Brauschuldirektor Helbig in Worms. 18. Geh. Oberrechnungsrat Wilhelm Melchior in Darmstadt.

£uli 1 Forstinspektor i. P. Karl E. Trautwem in Darmstadt, 82 I. - 12. Major Wilhelm Herzel in Darm-

* 3w

«075

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

achbarn und Verwandten Q lülktvüHe x ffel! X

ink und Fran, $

ichsttaße 29. ffl

«6S6S6S6A

Freunden und Gönnern,

iilkwAlche

tjre! 4

old und 4

mm Schipkapaß <

rfen, |

* Zum Jahrhundertwechfel. ^Der Antritt des neuen Jahrhunderts", so lautet die Ueberschrist eines neuen hundert Jahre alten Gedichtes von Schiller, an welches bei dem bevorstehenden Jahrhundertwechsel erinnert zu werden verdient. Aehnlich, wie es damals war, ist es heute noch und doch wieder in vielen Stücken anders. Wenn Schillers Gedicht beginnt mit den Worten:

Edler Freund! Wo öffnet sich dem Frieden, Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, Und das neue öffnet sich mit Mord", so liegt darin eine Anspielung auf die Gräuel ber frati^ ersten Se^nnenU^^^De^enbeCnt Wu^fgenKriege Napoleons. Aber I nämlich 1825 mildem Zollvereinsvertrag, 1896 mit der Eisen- auch Englands ist gedacht, welches seine begehrlichen Arme bahngememschaft und jetzt mit der Steuerreform. Warner nach allen Erdteilen hin erobernd ausstreckte. Daran er- glaubt, nur ein günstiges Urteil über die Reform, ms.

innern die Worte: I besondere mit Bezug auf die Annäherung an das preußisch^.

Zwei gewalt'ge Rationen ringen I System fällen zu müssen, und er faßt das Ergebnis seiner

Um der Welt alleinigen Besitz, I Studien in die Worte zusammen:Wenn ich als Theore-

M-r Linder Fr°ih-it titer n0(% hier und da Heine Wünfche hege und in einer

Und das Reich der freien Amphitrite I te|nen Abbruch." Die hohe Anerkennung, die hier die

Will er schließen wie sei" eignes Haus I deutsche Wissenschaft durch einen ihrer berufensten Der-

Wie nahe liegt es, daran einen vergleich zwischen damals I dem hessischen Reformwerke zollt, darf als eine er- und jetzt anzuknupfen. Wahrend Frankreich, wemi auchi w I Bürgschaft für den inneren Wert der gesamten Innern voll Haders, nach Außen Ruhe halt, obgleich dieser rm vor bem Forum der Wissenschaft und

Ruhe nicht zu trauen ist, so gilt doch noch von England b mit g^ichem Erfolge bestehen kann. In diesem

| Schillers Wort: Sinne wird das Urteil Adolph Wagners Jeden mit be-

Lgt'ÄSÄÄ - r-chtigt°m Stolz- °rM°n, ber im Jnt-r-fs- d-s Groß- Alle Inseln spürt er, alle fernen I Herzogtums den Wert einer solchen, von kompetentester

Küsten nur das Paradies nicht auf." I Seite erfolgten Anerkennung zu schätzen weiß und in der-

Wenn auch England ziemlich dieselbe Rolle heute spielt I reI()en eine überaus wertvolle Bestätigung der Richtigkeit man denke nur an Transvaal so fragt es sich doch, vv I Ieitcnben Grundsätze in der Steuerreformgesetzgebung es nach hundert Jahren noch die gleiche meerbeherrschende I ^h^cken will.

Macht sein wird, und wie nahe knüpft sich daran der Ge- I -----------

danke an, ob Deutschland, wenn wieder em Jahrhund-r I = 6tgnierg, 29, Dezember, Das neuePostgebaude wendet, mächtiger zur See g°w°rden fern_lmrb, als e« je| ^nmehr soweit vollenbet, unb «S sinb bie im unteren I ist, Gebenken-wtr.aber enbltchder,Schlußworte bes | b-finblichen Diensträume mit bem gestrigen Tage

bezogen worben, DaS Haus selbst bilbet eine Hauptzterbe unserer Stadt, und auch die innere Ausstattung und Ein­richtung sind in jeder Hinsicht zweckentsprechend. Die Bewohner der Stadt, namentlich die Geschäftsleute, sind jedoch von der Verlegung des Postamts an den Bahnhof nicht sehr erbaut. Während sich dasselbe seither im Mittel­punkt der Stadt, am Marktplatz, befand, ist es jetzt etwa zehn Minuten von demselben entfernt. Der Verkehr mit der Postanstalt ist infolgedessen bedeutend erschwert und dabei auch recht zeitraubend, undZeit ist bekanntlich Geld . Viele Geschäftsleute werden daher in Zukunft ihre Post­sachen nicht mehr abholen lasten, wie sie dies seither m ihrem Interesse und zur Entlastung der Unterbeamten zu thun gewohnt waren. Der hiesigeTurnverein ver­anstaltet am Abend des Neujahrstages in seiner geräumigen Turnhalle eine Abendunterhaltung, bei welcher auch der Musikverein mitwirken wird. Das Programm ist sehr reich­haltig, sodaß den Besuchern einige recht genußreiche Stunden in Aussicht stehen.

A Aus Rheinhessen, 29. Dezember. Die von dem deutschen Weinbauverein bezüglich des neuen Weingesetzes gefaßten Beschlüsse finden in der diesseitigen Provinz täglich neue Gegner, die teils in Versammlungen, teils in der Presse ganz entschieden Stellung gegen den Weinbauverein nehmen und dessen Mitglieder bezichtigen, lediglich die Interessen des agrarischen Großbesitzes zu vertreten. Bezüglich der streitigen Punkte (§ 4 Abs. 4 Verzuckerung - unb §8 Kellerkontrolle) vertreten die diesseitigen Gegner des Wein­bauvereins den Standpunkt, daß 1. die Beigabe retnen Zuckers in wässeriger Lösung zu Most oder Wem lnsowett zulässig ist, als damit deren Bestandteile verbessert und nicht unter die bei normalen Mosten oder Weinen beobachteten Grenzen herabgedrückt werden, und 2. jede Kellerkontrolle bei Winzern und Händlern, welche noch nicht wegen vor­sätzlicher Vergehen gegen das Weingesetz bestraft sind, aus­geschlossen bleibt. ___________