Ausgabe 
28.12.1899 Erstes Blatt
 
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"leichte Panzerplatten geschützt. Mannschaften der Eisen­bahnbrigade dienen als Besatzung. Der Zug ist mit einem Maschinengewehr ausgerüstet. Der Wagen, worin sich die mit Gewehren bewaffnete Mannschaft befindet, sieht wie eine Festungsmauer mit Schießscharten aus. Nach oben ist der Wagen offen. In einem besonderen Panzerwagen vor der Lokomotive befindet sich das drehbare leichte Geschütz. Dasselbe kann nach drei Richtungen feuern. Die Panzer­platten beider Wagen werden durch eiserne Querträger ge­halten.

Flottenvorlage und Agrarier. Die Deutsche Tageszeitung" wehrt sich mit rühmlicher Ent­schiedenheit gegen die Unterstellung, daß die Anhänger des Bundes der Landwirte ihre Stellung zur Flottenfrage von ihren parteipolitischen Jntereffen abhängig machen wollten. Das bündlerische Organ schreibt:Was unsere Stellung zur Flottenfrage anlangt, so ist sie bekannt. Wir wieder­holen ein für allemal, daß wir Fragen, die mit der Autorität des Staates und mit der Wehrkraft zu thun haben, niemals unter parteipolitischem Gesichtswinkel betrachten, möge es kommen, wie es wolle. Das Vaterland, seine Kraft und seine Sicherheit steht uns höher als alles Andere!" Diese entschiedene und unzweideutige Abkehr von der berüchtigten ParoleKein Kanitz, keine Kähne" verdient uneingeschränkte Anerkennung.

Ausland.

Wien, 26. Dezember. Wie verlantet, tritt Graf Clary bereits anfangs Januar seinen ftüher innegehabten Statt­halterposten in Graz an. Sicherem Vernehmen nach werden auf dem am 29. d. M. in Prag zusammentretenden böhmischen Landtage Versuche zur Verständigung zwischen den Deutschen und den Czechen unternommen und von der Regierung nachdrücklichst unterstützt werden.

Rom, 26. Dezember. Der Papst nahm am Sonntag­vormittag in feierlicher Weise in der Sixtinischen Kapelle die Ceremonie die Eröffnung des heiligen Jahres vor. Der Papst, welcher der Ceremonie bis zum Schluß beiwohnte, sah sehr ermüdet aus. Seine Stimme klang äußerst schwach.

Paris, 23. Dezember. Charles Dilke erklärte einem Redakteur desFigaro", wenn Deutschland und Frankreich ihre Flotten vermehrten, werde auch England die seinige vermehren, derart, daß sie die erste bleibe und der zweiten und dritten zusammen gewachsen sei.

Paris, 26. Dezember. In Marinekreisen verlautet, die Negierung werde demnächst von der Kammer einen Kredit von 250 Millionen verlangen zur Umbildung des Hafens von Biserta zu einem Hafen ersten Ranges. Auch der Hafen von Diego Suarez soll in einen erstklassigen Hafen umgewandelt werden.

Sofia, 26. Dezember. Die russische Regierung ließ offiziell hier mitteilen, daß die Meldung derNowoje Wremja", Rußland beabsichtige den Hafen von Burgas zu erwerben, jeder thatsächlichen Grundlage entbehrt.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 27. Dezember 1899.

** Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 23. Dezember den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rhein- heffen Richard Stephan zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, den Notar Johann Stenn er zu Oppenheim zum Notar mit dem Amtssitze in Ober-Jngelheim, und den Notar Dr. Johann Reinhardt in Wörrstadt zum Notar mit dem Amtssitze in Gau-AlgeS- heim, den Rechtsanwalt Otto HallwachS in Darmstadt zum Notar mit dem Amtssitze in Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Januar 1900 an, zu ernennen.

** Ernennungen u. s. w. Seine Königl. Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Dezember den Notar mit dem Amtssitze in Bechtheim Johann Jehle zum Hypothekenbewahrer bei dem Hypothekenamt Worms mit Wirkung vom 16. Januar 1900 an zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Aller­gnädigst geruht, am 23. Dezember die mit Wirkung vom 1. Januar 1900 erfolgte Ernennung des Rechtsanwalts Geheimen Justizrats Dr. Arthur Osann I. in Darmstadt zum Notar mit dem Amtssitz in Darmstadt auf sein Nach­suchen zurückzunehmen.

* Dienstuachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht: Am 23. o. M. den Steuerkommissär des Steuerkommissariats Höchst, Karl Fresenius, in gleicher Diensteigenschaft, mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an, in das Steuerkom­missariat Büdingen zu versetzen, sowie die Steuerkom- missariatsassistenten bei den Steuerkommissariaten Worms, bezw. Offenbach und Gießen, Regierungsaffessoren Karl Fe ick zu Worms, bezw. Adam Frenz zu Offenbach und Heinrich Lindenstruth zu Gießen, mit Wirkung vom Tage ihres Dienstantritts, zu Steuerkommissären der Steuer- kommissariate Wörrstadt, bezw. Hungen und Höchst, ferner die Steuerkontrolleure, Regierungsaffessoren Bernhard Wenzel zu Groß-Gerau, Fritz Dölp zu Friedberg und Georg H o o s zu Büdingen, zu Steuerkommissariais­assistenten bei den Steuerkommissariaten Worms, bezw. Gießen und Offenbach, mit Wirkung vom Tage ihres Dienst­antritts an, zu ernennen.

** Ernannt wurde am 19. Dezember der Gerichts­schreiber-Aspirant Jakob Pitzer zu Mainz zum Hilfs­gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Mainz.

* Kirchliches. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 19. Dezember dem Sekretär des hessischen Zweiges der Südwestdeutschen Kon­ferenz für Innere Mission, Albert Waldeck zu Darmstadt, den Charakter als Pfarrer zu erteilen.

** Militardienstnachrichten. v. Brandt, gen. Flender, Leutnant der Res. des 3. Garde-Feldart.-Regts. (Gießen), zum Oberleutnant, Koeper, Vizefeldwebel im Landwehr- Bezirk Effen, zum Leutnant der Reserve des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, Hasen­kamp, Vizewachtmeister im Landwehr-Bezirk Düsseldorf, Gildemeister, Bizewachtmeister im Landwehr-Bezirk Bremen, zu Leutnants der Reserve des 2. Großh. Hessischen Dragoner-Regiments (Leib Drag.-Regts.) Nr. 24, Laubis, Vizefeldwebel im Landwehr-Bezirk I Braunschweig, zum Leutnant der Reserve des 1. Großh. Hess. Jnf.<Leibgarde«) Regts. Nr. 115 befördert.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag dem 2 8. Dezember 1899, nachmittags 3*/2 Uhr pünktlich: 1. Gesuch der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke um Er­laubnis zur Benutzung des Hasenköppelweges zur Legung von Röhren für eine Wasserleitung. 2. Gesuch des Georg Hilgen um Austausch bezw. käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes am alten Steinbacherweg. 3. Baugesuch des Johannes Altensen für die Bruchstraße 12; hier: Ein­friedigung betreffend. 4. Gesuch der Garnisonverwaltung wegen Anlage von Fenstern in der Waschanstalt. 5. Bau­gesuch der Gambrinusbrauerei Butzbach für die Klinikstraße. 6. Umbau des Güterschuppens der Main-Weser-Bahn. 7. Baugesuch des Georg Balser für die Goethestraße 27. 8. Desgl. des Julius Siesel für die Marktstraße. 9. Die Verbindungsstraße zwischen Ludwigsplatz und Schiffenberger- weg. 10. Den öffentlichen Zettelanschlag in der Stadt Gießen. 11. Vorlage der Rechnung des städtischen Gas- und Wasserwerks pro 1898/99. 12. Festsetzung der Cokes­preise. 13. Das Halten der Faselochsen. 14. Gesuch des Georg Emil Seng zu Gießen um Erlaubnis zum Wirtschafts­betrieb im Hause Seltersweg 50.

* Eisenbahn Komitee. Die am 20. Dezember ver­sammelten Mitglieder der beiden Komitees in Sachen der Gießener Eisenbahnverhältnisse beschlossen einstimmig, eine weitere Eingabe an die in Betracht kommenden Behörden zu richten, in der ein genereller Plan mit Kosten­voranschlag zur Kenntnis gebracht wird. Die IKosten belaufen sich nach Abzug einiger Einnahme-Posten auf ungefähr 2% Millionen Mark, betragen also viel weniger, als vielfach angenommen worden ist. Dabei ist noch nicht veranschlagt, daß die Gemeinde Wies eck das Terrain für den Bahnhof Wieseck, soweit ihre Gemarkung berührt wird, kostenlos zur Verfügung stellen will.

** Stadttheater. Gastspiel der GesellschaftLa Roulotte". Ein Genuß ganz eigener Art war es, der am 24. Dezember im Stadttheater geboten wurde: Die Roulotte aus dem Montmartre-Theater in Paris, welche gegenwärtig unter Führung der Jmpresaria Dora Bauer-Sachse die größeren Städte Deutschlands bereist, z.B. in Berlin (Viktoria Theater), Hamburg, Wiesbaden (Residenz-Theater) mit großem Erfolge gespielt hat, erwies auch Gießen die Ehre eines Gastspiels. Mancher, der das Paris der letzten Jahre kennt, mag sich gefragt haben, was kann diese bekannte ausgezeichnete Truppe wohl veranlassen, in dem kleinen Gießen zu. spielen, und wieder andere, die Paris nicht kennen, dürften der Meinung gewesen sein, daß die Gesellschaft, eben weil sie sich nach Gießen verirrte, keine bedeutende sein könne. Nun, der Umstand, daß die Gesellschaft sich gerade in der Nähe Gießens, in Wiesbaden, befand, erklärt ihr Hierherkommen wohl zum Teil, andernteils aber nehmen wir es gern als Zeichen der Anerkennung Gießens als Stadt und als Universitätsstadt, sowie als Zeichen des Ansehens, in welchem unser Theater außerhalb steht. Leider entsprach der Besuch der Vorstellung in keiner Weise der Bedeutung der Gäste, er war so lächerlich gering, daß wohl kaum die Kosten gedeckt werden konnten. Entschuldigen läßt sich das freilich mit der Ungunst der Zeit vor Weihnachten und mit der geringen Zahl derjenigen in Gießen, welche mit den Pariser Verhältnissen vertraut sind. Heber die Vorstellung selbst ist nur lobenswertes zu berichten, es dürfte kein Besucher bereut haben, ins Theater gegangen zu sein, wenn auch gewiß wenige der französischen Sprache so vollkommen mächtig waren, daß sie jedes einzelne Wort verstanden. Doch kam die ausgezeichnete Mimik der Darsteller dem Verständnis wesentlich zu Hilfe. Es traten drei Damen und sieben Herren auf, fast sämtlich, jeder in seiner Art, vorzügliche Künstler. ES hat aber kaum einen Zweck, einzelne Teile des abwechslungsreichen Programms zu besprechen; denen, die nicht da waren, würden wir doch keinen Begriff geben können von dem, was sie versäumten. Die Roulotte, welche im Residenztheater in Wiesbaden an mehreren Abenden aus­verkaufte Häuser erzielt hatte, ging von hier aus wieder dorthin zurück, um auf allgemeines Verlangen ihr Gastspiel noch um einige Abende zu verlängern.

* Vortrag. Am verflossenen Samstagabend hielt Herr Ingenieur Förtsch im technischen Verein dahier einen interessanten Vortrag über die neuesten Er­findungen in der Gasbeleuchtungstechnik unter Vorführung von Apparaten, sowie über die neuesten Gas- Koch- und Heizapparate. Redner leitete seinen Vortrag mit einer kurzen Erklärung der Gasbereitung ein und erläuterte die verschiedenen Brenner re., um auf das neueste, die Preßgas­lampe, überzugehen. Letztere Beleuchtungsart wurde dem­gemäß mit größter Spannung erwartet. Eine in dem ge­räumigen Saal desHotel Großherzog von Hessen" in­stallierte Lampe SystemSchülke, Brandholt u. Co., Berlin" machte gegenüber der vorher nacheinander vor­geführten Beleuchtung durch zwölf Auer'sche Glühlichte und alsdann von zwölf elektrischen Glühlampen einen über­raschend großartigen Eindruck; hatte doch diese Lampe eine Leuchtkraft von ca. 600 bis 1000 Kerzen. Der Beschreibung dieser neuen Beleuchtungsart wurde mit sichtlich größtem Interesse gelauscht. Die zum Betrieb gehörigen Apparate und Mechanismen funktionierten sehr gut. Im zweiten Teile seines Vortrags erläuterte der Vortragende

an den verschiedensten im Betrieb aufgestellten Brat-, Koch- ' Badeapparaten rc. die Zweckmäßigkeit und Bequemlichkeit des Koch- und Heizverfahrens mit Gas und gaben die verab­reichten Kostproben der auf dem Rost zubereiteten Brate« rc. den besten Beweis, daß die oft zu ende Anpreisung Kochet mit Gas" eine zu beherzigende Mahnung an alle Hausfrauen ist, denn die Speisen waren alle im Nu her­gestellt und von vorzüglichem Geschmack. Nach weitere« interessanten Vorführungen wurde dem Vortragenden für seine sachlichen Darbietungen die wärmste Anerkennung ge- gezollt. Schade daß das an diesem Abend Dargebotene nicht einem größeren Publikum zugängig war.

** Polizeibcricht. Am 23. d. Mts. entgleiste beim Ausfahren eines Zuges im Bahnhof der Bieberthalbahn der letzte Wagen und lief eine Strecke außerhalb des Geleises mit dem Zuge, bis es der Zugführer gewahrte, ohne daß ein weiterer Unfall geschah. Allerdings erlitt der Zug eine erhebliche Verspätung. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag trieben mehrere Studenten in einer Wohnung der Ludwigstraße beim Zechen Allotria dadurch, daß sie Flaschen und sonstige Gegenstände nach den Fenstern einer Nach­barwohnung warfen; damit nicht zufrieden schlug einer der Zecher an der fremden Wohnung eine wertvolle Fenster­scheibe mittelst einer Hacke entzwei. Ein hier bedienstetes Mädchen aus Burkhardsfelden, welches bei der Bescherung in der Familie ihrer Dienstherrschaft plötzlich unwohl wurde, starb kurze Zeit darauf in ihrem Zimmer in Gegenwart des Arztes, vermutlich an einem Lungen- oder Herzschlag. In der ersten Feiertagsnacht fand zwischen einer Anzahl junger Leute eine Schl ä gerei in der Steinstraße, ebenso in einer Wirtschaft in der Wetzsteingasse statt. In letzterem Falle setzte es blutige Köpfe ab; in beiden Fällen wurde Anzeige erhoben. In der zweiten Feiertagsnacht wurde ein junger Mann wegen fortgesetzter Ruhestörung, einer wegen Trunkenheit und einer wegen Obdachlosigkeit arretiert.

A Vom Mai«, 26. Dezember. Das gestrige Thau- und Re gen wett er hat die kräftige Eisdecke des Main­stroms an vielen Stellen gelichtet und das Überschreiten der Eisbrücke unmöglich gemacht. Die Schiffer und Fischer erwarteten stündlich den Abgang des Eises und beeilten sich, da Hochwasser befürchtet wurde, ihre kleineren Fahr­zeuge von den Ufern einige Meter weit an das Land zu schleppen. Die Befürchtungen haben sich indessen bis zur Stunde nicht erfüllt. Der Eisabgang dürfte auch in An­betracht der heute wieder gesunkenen Temperatur vorerst kaum zu erwarten fein. Der Personenverkehr mit dem jenseitigen Ufer bleibt indessen einstweilen gehemmt, sofern nicht, wie beispielsweise in Seligenstadt, durch die EiS- verschiebung prächtige Fahrbahnen gewonnen wurden. Die entstandenen Eislücken haben zahlreicheZwergtaucher" angelockt, welche der Hunger aus ihren versteckten Winkeln hervortrieb. Möven treten nur vereinzelt, Wildenten da­gegen in ganzen Scharen auf. Nicht selten kann man beobachten, wie einzelne dieser Vögel beim Erhaschen ihrer Nahrung unter der Eisdecke auf Nimmerwiedersehen ver­schwinden.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS Bureaußerolb*.

Berlin, 27. Dezember. Der Kaiser wohnte am Nachmittag des heiligen Abend der Bescherung der Leib- Kompagnie des ersten Garde-Regiments bei; später fand die Bescherung der kaiserlichen Familie statt. Am ersten Feier­tage besuchte das Kaiserpaar mit den vier ältesten Prinzen den Gottesdienst und unternahm am Nachmittag eine längere Schlittenfahrt; abends erledigte der Kaiser Re­gierungs-Geschäfte.

Brünn, 27. Dezember. Bei Cyropin kollidierte ein Personenzug mit einem Lastzüge. Drei Waggons wurden zertrümmert. Der Zugführer und ein Kondukteur wurden schwer, drei Personen leicht verletzt.

Paris, 27. Dezember. Aus Rive de Gier wird ge­meldet, daß daselbst die Grubenarbeiter heute früh in den Ausstand e in getreten sind.

Paris, 27. Dezember. Die deutsche Schauspielerin Frau Agnes Sorma erzielte bei ihrem gestrigen Gastspiel im Renaissance-Theater als Nora einen großen Erfolg.^

St. Etienne, 27. Dezember. Der allgemeineAus- stand ist in einer gestern abend abgehaltenen Versamm­lung beschlossen worden, nachdem ein Vermittlungsvorschlag gescheitert war. Die Gruben werden von der Gendarmerie bewacht. Die Arbeiter verließen gestern abend den Saal unter Absingung revolutionärer Lieder und nachdem sie eine Tagesordnung angenommen hatten, worin die Arbeiter von Lyon aufgefordert werden, mit ihnen gemeinschaftliche Sache zu machen.

St. Etienne, 27. Dezember, Die Bevölkerung des gesamten Loire-Departements ist in großer Aufregung infolge des Ausstandes der Grubenarbeiter. Die Vor­räte an Kohlen sind sehr gering, und ein Ausstand würde die sofortige Schließung einer ganzen Reihe von Hütten- und Stahlwerken nach sich ziehen. Die Zahl der Aus­ständigen im Loire-Departement würde 14000 Mann betragen.

Warschau, 27. Dezember. Der Budapester Schnellzug ist in der Nähe von Osany entgleist. Die Passagiere blieben unverletzt.

Moskau, 27. Dezember. Das Befinden des Grafe« Tolstoi hat sich wieder sehr verschlechtert.

Kennern empfohlen seien die feinen Thees 1899er Ernte der rühmlichst bekannten Firma Thee-Messmer (Kaiserl. Königl. Hoflieferant Berlin und Frankfurt a. M) Im Verkauf bei den Niederlagen von Messmers Thee. §64»

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