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Butzbach, den 15. Mai.
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worden war.
Alle Anzrigen-BermittlungSstellen bei Ja- unb Kuilanbei nrhmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgtg*.
Rtbeftton, Expedition und Druckerei:
Fch«tßr«te Nr. 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße*.
Fernsprecher Nr. 51.
M einige Schiffe da; der Ausschuß der Fünfzig in Frank- i:Brt hat einen Aufruf zur Bildung von Vereinen erlaffen, m im ganz Deutschland Beiträge zu diesem Zwecke zu MM-ln. Eine Volksversammlung hat am Freitag den L» Mai beschlossen, auch in Gießen und in der Provinz Oberhefsen eine Sammlung zu veranstalten und sie hat uns eit d er Ausführung beauftragt.
Nur was frei aus dem Willen des Volkes hervorgeht, w« seine Wurzeln in den Wünschen und Bedürfnissen Liutsichlands selbst hat, das ist auch wirklich zeitgemäß und
run :n S*. Meinungen oeranfafje, verkauft werde«, * g überzogen und auch
b AppMichW^ck^- - In Amvendung foiE n, ist 6W iinotM: rfti Xiiiföiotytn bei M ’ji - Wnadi und Lch ntie, daß unsere gebrannten intgirmawti Wi nut mA vvrMichee
eee Anzeigen zu der nachmittags Mr dm | harten $»| erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr.
WNoemdig. . , .
Mitbürger! wir werden, tote früher für Schleswrg- M1«iu in Gießen, von Haus zu Haus Beiträge sammeln Sem, an denen Ihr Euch, wenn auch mit kleinen Gaben lottkidigen mögt: laßt auch uns beweisen, daß wir nicht die Litten sind, wo es gilt Hand anzulegen an einem gemein- {in deutschen Zwecke. An unsere Mitbürger auf dem Lad« geht ebenfalls die Bitte um ihre Teilnahme, nament- I-ch ersuchen wir die Herren Pfarrer, Schullehrer und Orts- »Hände, Subskriptionen einzuleiten und den Betrag hier eianiS zur Beförderung einzusenden.
Gießen, 16. Mai 1848.
M Komitee zur Sammlung von Beiträgen zur Gründung einer deutschen Flotte.
Sine geschichtliche Erinnerung.
Ein Freund des hiesigen Museums hat demselben in lü cknj würdiger Weise ein gerade für die jetzige Zeit hoch- rinlerksiantes Flugblatt überwiesen, das wir im folgenden achudiiucken uns erlauben:
An die Bewohner
üom Gießen und der Provinz Oberhessen. Mitbürger!
I bermals richtet das Vaterland seine Stimme an Euch, ntitjiurirten durch Euren Gemeinsinn an einem Werke, das v:m dr:r Macht und Einheit deutscher Nation ein neues und c Duzendes Zeugnis ablegen soll.
Mitbürger, es gilt mitzuwirken, daß die wett aus- «Zehnen Nord' und Ostküsten unseres Vaterlandes durch eiiine d eutsche Flotte geschützt werden, es gilt zu beweisen, N'aß wir auf deutschem Meere nicht mehr machtlos sind und ri rr schwarz-roth-goldnen Flagge, wenn sie von den Masten : unser m Schiffe weht, Achtung zu verschaffen wissen.
Ungestraft bedroht der Däne, ja selbst der Russe den «Zeehomdel Deutschlands, der sich an den Mündungen der 'Lkeftr, der Elbe, der Oder und der Weichsel in blühenden » Stabten allmählich wieder erhoben hat, seit der Zeit, wo • Deutschland durch seine Hansa ein meerbeherrschendes Land - wor, iioo England, Skandinavien und Rußland ihm Tribut ! ofltfiu! Dänemark, das kleine Dänemark kann auf lange Zeit mit einigen Schiffen den Wohlstand und das Glück injerttr deutschen Brüder im Norden hindern und vernichten, wir ihm nicht bald eine deutsche Flotte ent-
Deutscher Flotteri-Derein.
Nie „Butzbacher Zeitung" bringt in Nr. 112 folgenden
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde.
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Aints- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren.
Co., HannbeiB affee-Vrevverei,
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's-te.
U Web er. Herzber ger. I. Kuntz. H.Hoffmann. E. Dieffenbach. Ricker.
Es sind heute 51 Jahre, seit dieser Aufruf erschien, hn den damals so lebhaft von vaterländischen Gefühlen legten Gemütern begeisterten Widerhall fand. Den vereitelt Bemühungen patriotischer Männer in allen Gauen Mvschlands gelang es, zusammen mit einer Bewilligung Ikt '-Frankfurter Nationalversammlung so viel aufzubringen, daß eine deutsche Kriegsflotte gebildet werden konnte, die N9 im Kampfe gegen Dänemark die Feuertaufe erhielt. Air bekannt, wurde dieser Lieblingsschöpfung des deutschen M'es ein schmähliches Ende bereitet: die Regierungen der Aalltionszeit wollten nichts davon wiffen, und so wurden üir Schiffe, für die Hoch und Niedrig mit gleicher Opfer- M.zkeit beigesteuert hatten, 1852 öffentlich versteigert! vintschlands militärische Entwicklung zur See war zur znu-de unserer Konkurrenten wieder auf den Nullpunkt arÄlckaeschraubt.
Auch heute geht wieder der Ruf durch die deutschen Wc, beizutragen zur Stärkung unserer Kriegsflotte, die, »je die letzten Ereignisse nur allzudeutlich gezeigt haben, Ri unzulänglich ist, uns zu schützen gegen bte Anmaßungen inbetrer, von bitterem Neid auf unseren materiellen Auf-
tut »glich m Ausnahme des MsrttagS.
Üt Gießener M«E«u»tttter ■ lekK bau Anzeiger WMtllckich viermal beigelegt.
Vermischtes.
* D°S Scheitern des „Pari»". Der amerikanifch - Dampfer „Paris" ist — wie schon gemeldet — am 21 Mat an der Küste von Cornwall auf den berüchtigten Felsen gescheitert, die Manacles heißen. Als es Tag wurde, sahen die Gescheiterten nicht eine Meile von ihrem Schiff das Wrack des „Mohegan", der am 14. Oktober letzten Jahres hier über hundert Personen in ein nasses Grab gebracht hat. Nichts konnte den Passagieren des „Paris" die ungeheure Gefahr, der sie nur wie durch em Wunder entronnen waren, klarer zu Gemüt führen. Reinem Zufall war es zu verdanken, daß der „Paris", der noch viel weiter aus dem Kurs war, als der „Mohegan" es gewesen, den zackigen Felsen, die diesen aufgeriffen halten, gerade entging, und durch den einzig sicheren Kanal zwischen den gefürchteten Riffen hindurch dampfte, und auf flachem Boden zwischen zwei hohen Felsenmassen ganz nahe am Land ^eiterte. Da die See ganz ruhig war, war die Landung der 38b Passagiere eine relativ leichte Sachs. — Abgesehen von dem Ausgang erinnert das Scheitern des „Pans" in allen j Stücken an das des „Mohegan"; es ist nur noch viel rätselhafter. Das Schiff hatte Cherbourg am Samstag abend um 6 Uhr verlassen und hatte, nachdem es um Cape de la Hague herum war, eine ganz offene See vor sich. Es brauchte nur westlichen Kurs einzuhalten, um an den Scilly Islands vorbei zu kommen, und hatte in der Nahe der englischen Küste absolut nichts zu suchen. An dem Punkt, I wo es scheiterte, war es nicht weniger als 50 Kilometer I entfernt von dem denkbar nächsten Punkt seines richtigen I Kurses! Dabei war die See ruhig, die Flutströmung nicht I abnorm und die Luft, wenn nicht klar, so doch nur leicht nebelig. Man darf auf das Resultat der öffentlichen I Untersuchung gespannt sein. Das einzig erfreuliche Momenr I an dem Ereignis ist die Ruhe und Kaltblütigkeit, die nach allen Berichten die Ofsiziere und die Mannschaft, nachdem das Unglück geschehen war, zutage legten, und die mächtig I dazu beitrug, eine Panik unter den Passagieren zu vermeiden, und ihre Rettung zu erleichtern. - Unter de« I 23. Mai meldet man der „Frkf. Ztg." aus London: Der I „Paris" liegt noch immer so ruhig an der Stelle, an der I er gestrandet ist, als sei ihm gar kein Unglück passiert. Aus I den drei Schornsteinen steigt Rauch empor, und hinten I flattert die amerikanische Flagge. Man ist noch damit be- I schäftigt, die Ladung an Land zu schaffen, und beinahe stündlich treffen Dampfer und Lichterkähne mit Ladung vom
I „Paris" in Falmouth ein. Doch ist es fraglich, ob der I Dampfer je wieder vom Felsen loszubringen sein wird. Der vordere Teil des großen Schiffes liegt fest auf dem Felsen
I auf, während der hintere Teil über sieben Faden tiefem Wasser frei schwimmt. Taucher haben den Schlffsboden untersucht und sollen fünf Löcher darin gefunden haben. Alle Versuche, den „Paris" mit Schleppdampfern vom Felsen wegzubringen, sind fehlgeschlagen, und man befürchtet, der I Dampfer würde untergehen, wenn er vom Felsen loskäme. 1 Es müsse darum zunächst ein falscher Boden im Schiff hergestellt werden, ehe an ein Flottmachen des Dampfers zu denken sei. Andererseits hofft man trotzdem noch, mit Hilfe stärkerer Schleppdampfer, die von Liverpool und Plymouth erwartet werden, den „Paris" vielleicht mit der am nächsten Freitag zu erwartenden Springflut flott zu bekommen. Der Norddeutsche Lloyd-Dampfer „Bremen", der am Sonntag nachmittag von Southampton abfuhr, lief am Montag im Hafen von Falmouth ein, um die Kajütenpassagiere des „Paris", die bereit wären, die Reise nach New-Jork fortzusetzen, an Bord zu nehmen. Es war aber nvch Kemer zur Weilerfahrt bereit; viele litten thatsächlich noch unter den Folgen des Schreckens, und fo fetzte „Bremen" ihre Fahrt unmittelbar fort. Die meisten der Kajütenpassaglere werden nun wahrscheinlich mit dem Lloyd-Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" nach New-York abfahren. Die Ruhe der Passagiere und das musterhafte Verhalten der Mannschaft des „Paris" wird von allen Augenzeugen lobend hervorgehoben. Die Passagiere hielten in Falmouth eine Versammlung ab, auf der sie dem Kapitän, den Offizieren und der Mannschaft des „Paris" und namentlich der Dampfergesellschaft ihren Dank aussprachen für die gute Behandlung, die ihnen bei diesem Unglücksfall zuteil ge-
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Berlin, 26. Mai. Dem preußischen Abgeordnetenhaus ist das Kommunalwahlgesetz, nunmehr zugegangen. Zur Ausgabe ist die Vorlage indeß noch Nicht gelangt, so daß man auf die Angaben angewiesen ist, die | die ministerielle „Berliner Korresp." darüber verbreitet. Darnach läßt die Novelle das Dreiklassensystem und die Steuerleistung als Merkmal für die Abgrenzung der Klaffen bestehen. Bezüglich der ersten Klaffe bleibt es bei der bisherigen Scheidung nach der Ouote der Steuersumme. Dagegen soll die zweite und dritte Klaffe nach einem sog. Durchschnittsprinzip abgeteilt werden. Dieses Durchschnittsprinzip soll indes nur dort eintreten, wo die Wähler, die den Steuerdurchschnitt zahlen, nicht schon durch die einfache Drittelung der zweiten Wählerklasse angehören. Dadurch soll die zweite Klasse, wie unter Berufung auf umfangreiche statistische Berechnungen dargethan wird, erheblich verstärkt werden und in ungleich breiterem Umfange als bisher bte für das Gemeinbeleben besonbers wichtigen Schichten des besseren Mittelstandes" in sich aufnehmen. Die erste Klasse soll nur eine mäßige Erweiterung ihres Bestandes an Wählern erfahren. Es erscheint auch gerechtfertigt, so sagt die offiziöse Begründung, daß die steuerkräftigste Oberschicht, welche durch die Steuerreform den erheblichsten Zuwachs an Belastung empfangen hat, in ihrem bisherigen Wahlrecht nicht allzu einschneidend verkürzt wird. Außerdem soll die Vorlage noch mehrere Unklarheiten bezüglich des geltenden Rechtes beseitigen. Um Stellung nehmen zu können, muß der Entwurf und seine Begründung, ins- | besondere aber der statistische Nachweis abgewartet werden.
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ichwunq erfüllter Völker. Möge darum die Flamme der , Begeisterung, die vor 50 Jahren alle Herzen durchglühte, I aufs neue auflodern, möge die Vergrößerung der Flotte I wieder ein Herzenswunsch aller Deutschen werden, wie es I damals war! Tausende und aber Tausende haben sich ja der Bereinigung angeschlossen, die dieses hohe Ziel erstrebt: I Dem deutschen Flottenverein.
Und wahrlich, auch jetzt geht Gießen wieder, wie vor I 51 Jahren, mit gutem Beispiel voran. Hat sich doch unter I dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heffen am 13. Mai d. I. Hierselbst ein Provinzial- Ausschuß des Deutschen Flottenvereins für die Provinz Oberhessen mit dem Anschluß an das Landeskomitee in Darmstadt gebildet, welcher schon rund 1000 Mitglieder in I der Provinz zählt und sich hoffentlich fort und fort segens- I reich weiter entwickeln wird.
Der Deutsche Flottenverein, von patriotischen Mannern I unter dem Eindruck der Kämpfe um das Flottengesetz ge- I gründet, hat den Zweck, das Verständnis und das Interesse des Deutschen Volkes für die Bedeutung und die Aufgaben der Flotte zu wecken, zu stärken und zu pflegen. Er erblickt die Aufgabe der deutschen Flotte vornehmlich in der Sicherung der Seegrenzen Deutschlands gegen Kriegsgefahr, tn der Erhaltung der Stellung Deutschlands unter den Grotz- mächten der Welt und in der Wahrung der überseeischen Interessen Deutschlands, sowie der Ehre und Sicherheit seiner im Auslande thätigen Bürger.
Mitglied des Deutschen Flotten-Verems kann jeder zu Kaiser und Reich stehende, großjährige deutsche Re,chsange- höriqe werden, welcher sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Der Jahresbeitrag ist dem Belieben der Mitglieder anheimgestellt, muß jedoch mindestens 50 Pfennig I betragen.
Den Mitgliedern des Deutschen Flotten-Verems werden allmonatlich die „Mitteilungen des Vereins mit reichen Ab- I bilbungen" unentgeltlich zugesanbt.
Der Provinzial-Ausschuß wendet sich daher an alle I vaterländisch gesinnten Männer der Provinz Oberhessen, ohne Ansehen des Standes und der Partei mit der Bitte, I sich dem DeutschenFlotten-Verein anzuschließen, behufs I Förderung unseres Flottenwesens, zum Segen deutscher I Arbeit, zur Ehre deutscher Gesittung, sowie zur Stärkung I des Nationalbewußtseins und deutscher Wehrhaftigkeit.
Beitritts-Anmeldungen, sowie die Beiträge behebe man gefälligst an die Geschäftsstelle des Provinzial-Ausschufses I des Deutschen Flotten-Verems in Gießen einzusenden.
Gießen, den 22. Mai 1899.
Der Provinzial-Ausschuß des Deutschen Flotten-Verems für die Provinz Oberheffen. I. A.: Dr. W. O n ck e n.
1. Vorsitzender._________________________
Deutsches Reich.


