Schuhmann spielte nach längerer Krankheit als Emilie
Gebiete der hohen Politik. In Wirklichkeit ist sie jedoch nur eine Folge der Einführung des Preßgesetzes vom 4. August 1898. Dagegen bleibt das Verbot einer Anzahl französischer Hetzblätter wohl noch auf längere Zeit in Kraft. Es sind dies Blätter, die als Hauptvertreter der Revanche- Idee täglich neue Verunglimpfungen Deutschlands und deutscher Einrichtungen in so gehässiger und gemeiner Weise bringen, daß es als selbstverständlich angesehen werden muß daß man ihnen das Gastrecht entzieht. Das hat auch der Landesausschuß eingesehen, als er den darauf bezüglichen Paragraphen des neuen Preßgesetzes annahm.
Schenkungen und Vermächtnisse für evangelisch-kirchliche Zwecke. Dienstnachrichten. Konkurrenzeröffnungen.
** Kirchliche Dienstnachrichten und Koukurrenzeroffnungeu. Ernannt: Pfarrverwalter Schäfer zu Heuchelheim zum Pfarrassistenten in Mainz, Pfarramtskandidat Schultheis zu Gießen zum Pfarrverwalter in Heuchelheim. — Gestorben ist Pfarramtskandidat Paul Schott, zuletzt Lehrer am evangelischen Pädagogium zu Godesberg, in Godesberg a. Rh. am 7. Februar. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Horrweiler, die evangelische Pfarrstelle zu Heuchelheim.
• ’ Einjährigen-Prüfung. Bei der Prüfung für Einjährig Freiwillige in Darmstadt bestanden von 19 Prüflingen 5.
Postpersonal - Nachrichten. Versetzt sind: der Postrat Wagner von Kassel nach Darmstadt, der Postinspektor Jng el t von Erfurt nach Darmstadt, der Ober-Postdirektionssekretär Münch von Düsseldorf nach Bad Nauheim als o. Postdirektor, der Ober-Postdirektionssekretär Härtel von Darmstadt nach Magdeburg als c. Telegraphenamtskassierer, der Telegraphensekretär Maurer von Worms nach Kolmar als c. Ober-Telegraphensekretär, der Postassistent Sommer von Frankfurt (Main) nach Darmstadt. An gestellt sind: als Telegraphen-Mechaniker der Telegraphen-Hilfsmechaniker Ernst Schneider in Darmstadt und als Postassistent der Postanwärter Knodt in Gießen. Ernannt ist der Telegraphenassistent Schlubdibir in Darmstadt zum Ober- Telegraphenassistenten. In den Ruhestand tritt: der Postmeister Foucar in Bad Nauheim Gestorben ist: der Ober-Postassistent Weber in Büdingen.
- e- Stadttheater. Das bekannte L'Arronge'sche Volksstück „Hase man ns Töchter" erfuhr gestern abend eine in allen Teilen wohlgelungene Wiedergabe. Frl. Helene
Rosa (Frl. Schloß) durch ansprechendes Spiel und vorteilhafte Erscheinung. Besonders war es die letztgenannte Dame, welche das verzogene Kind Hasemanns, das vergnügungssüchtige aber treuliebende Weib des Fabrikanten Körner, der durch Herrn D i e tz s ch wirkungsvoll dargestelli wurde, recht natürlich zum AusdruA. ^Die jüngste Tochter Hasemanns gabFr^.- Isenburg befriedigend. Ein prächtiges Ehe^ Herr Direktor Helm als Anton Hasemann Frau Direktor Kruse als dessen Gattin
Auch Herr Merker als Emiliens Gatte und "Herr Köhler als Provisor Klein gefielen gut; nicht minder Frau Direktor Helm als die geschwätzige Frau Klinkert. Das ziemlich zahlreich erschienene Publikum nahm die Vorstellung beifällig auf.
* * Stadttheater. „Das grobe Hemd", Volksstück in vier Akten von C. Karlweis, wird am Dienstag den 28. ds. Mts. als 15. und letzte Volksvorstellung gegeben. — „Fuhrmann Henschel" von Gerhart Hauptmann soll am Freitag dieser Woche mit Herrn Hof- schauspieler Hermann Leffler vom Wiesbadener Hof- heater als Gast in Szene gehen. Es kann, wie man uns aus dem Theaterbureau mitteilt, nur diese eine Aufführung der berühmten Novität stattfinden.
• * Theaterverein. Am Mittwoch kommt Gutzkows historisches Lustspiel „Zopf und Schwert" zur Aufführung. (Siehe Inserat.) Wir weisen auch an dieser Stelle auf das interessante Stück hin, und empfehlen namentlich auch der Heranwachsenden Jugend den Besuch desselben. Das historische Tabakskollegium des Königs Friedrich Wilhelm I. auf der Bühne zu sehen, macht der Jugend gewöhnlich besonderes Vergnügen.
■ *</ Konzert vom 5. Marz. Es wäre sehr zu wünschen, daß die drei jungen Musiker am Sonntag eine recht zahlreiche Zuhörerschaft gewinnen möchten. Keiner der Drei will sich des Geldgewinnes halber hören lassen, edlere Motive sind dazu die Veranlassung. Herr Hüttenberger möchte von seinem Können dem musikalischen Publikum seiner Vaterstadt einen Beweis liefern, und die beiden anderen jungen Herren üben mit ihrer Mitwirkung einen sehr zu achtenden Freundschaftsdienst. Herr Jost, der Vertreter des Cello, kann übrigens schon auf recht hübsche Erfolge zurückblicken; die Braunschweiger Kritik äußert sich recht günstig über ihn und berichtet, wie folgt. Eine interessante Bekanntschaft machte das Publikum in dem Braunschweiger Cellisten Herrn Karl Jost. Der junge Musiker offenbarte in Kompositionen von Mendelssohn, Goltermann, Schumann, und Popper eine liebevolle, von schönen Erfolgen begleitete Hingabe an das Studium des Cellospiels; er hat nicht nur eine vorgeschrittene Technik erreicht, die er in tadelloser Durchführung von Flageolet- und Stakkato-Läufen kundgab, sondern ist auch, wie schon die Wahl seiner Vorträge zeigte, sichtlich bemüht, als warm empfindender, denkender Künstler gelten zu wollen. Sein Spiel fand mit Recht großen Beifall und läßt den Wunsch laut werden, dasselbe noch recht oft hören zu können.
** Musikalisches. Seit einer Reihe von Jahren pflegt Fräulein Minna Körner, die Vorsteherin der Schule für höheres Klavierspiel, Prüfungs-Konzerte zu ver- anstalten, denen stets in den musikalischen Kreisen Gießens lebhaftestes Interesse entgegengebracht worden ist. In diesem Jahre werden die Aufführungen am 10. und 11. März im Hotel „Einhorn" stattfinden.
** Bei Gelegenheit des in Mainz tagenden Hessischen Handelskammertages werden auch die hessischen Steuergesetzentwürfe einer eingehenden Beratung unterzogen werden. In dieser allgemein sehr interessierenden Frage hat die Handelskammer zu Worms bereits folgende Stellung genommen: 1. Die Gesetzentwürfe, die Einführung einer staatlichen Klassenlotterie, die Gemeindeumlagen und die Hundesteuer betr., find zur Annahme zu empfehlen. 2. Bei dem Gesetzentwurf, die Abänderung des Einkommensteuergesetzes betr., müßte daran festgehaltcn werden, daß die i Progression nicht über den Satz von 4i/,pCi. hinaus fort
Lokales und ProvinMes.
Gießen, den 27. Februar 1899.
•• Empfang. Sc. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 25. Februar den Oberleutnant v. Kries, A la suite des 3. See-Bataillons und zur Dienstleistung bei dem Matrosen-Detachement Kiautschou kommandiert, den Leutnant zur See, Trapp, den Zahlmeister Kuhn vom Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie-Corps), den Hofgarteninspektor Noack; zum Vortrag den Geheimen Kommerzienrat Freiherrn Hehl zu Herrnsheim, den Kabinettsrat Römheld.
•• NuhestandSversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Februar den Lehrer an der Augustinerschule (Gymnasium und Real- schule) zu Friedberg, Dr. Leonhard Ebner, auf sein Nach- suchcn, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. April l. Js., in den Ruhestand zu »ersetzen.
Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Grohherzogtums Hessen, Nr. 2, ausgegeben Darmstadt, 22. Februar, hat folgenden Inhalt: Ausschreiben Nr. 4, vom 30. Januar, betr. Ausübung der kirchlichen Armenpflege. Verzeichnis der im 4. Vierteljahr 1898 genehmigten
Ausland.
Budapest, 26. Februar. Das neue Ministerium wird sich am Mittwoch den beiden Häusern des Reichstages vorstellen. Ein Komits von Bürgern und Studenten veranstaltet morgen einen Fackelzug, dessen Teilnehmer vor dem Oppositionsklub und vor der Wohnung Szilagyis in Reden ihrer Freude über den Sturz Banffys Ausdruck geben werden.
Rom, 26. Februar. Der Vatikan ersuchte den Gesandten Nisand um die Hilfe Frankreichs in betreff der in Changyang in China gegen die katholischen Missionen stattgehabten Excesse.
Paris, 26. Februar. Der Leiter der Bank für Bauunternehmer ist seit einigen Tagen nach Unterschlagung von 200000 Francs verschwunden. Die Polizei ist der Meinung, daß der Verschwundene sich in Paris verborgen halte.
Paris, 26. Februar. Die Polizei hat gestern in den Wohnungen verschiedener Mitglieder der Patriotenliga Haussuchungen vorgenommen. Dieselben werden heute
Zeugen verhört sein werden. Dsroulede erklärte seinem Verteidiger, dem Advokaten Andrieux, er habe nicht in einem Augenblick der Ueberreiztheit gehandelt, sondern im vollen Bewußtsein der guten Sache. Seine That sei nicht diejenige eines Irren, sondern eines Mannes, der nach reiflicher Ueberlegung zu einem bestimmten Ziele gelangen wollte. Deroulöde bat seinen Advokaten, die vorstehende Erklärung zu veröffentlichen, damit niemand über die wirkliche Ursache seiner That Zweifel hege.
Paris, 26 Februar. Fürst Rad- sich einem Diplomaten g-genüb-r,,^- f?ine im Austrage Kaisers -usg-sührtewie folgt: Der Kaiser telephomert- nur au« o6' meine Gesundheit
aris zu reifen. Ich bejahte sosort, ob- Teumatisches Leiden sich gerade in den letzten unangenehm fühlbar machte. Der Kaiser ernannte ffort meine Begleiter. Fürst Radziwill charakterisierte dem Diplomaten die Vorzüge jedes einzelnen der Herren. Der Fürst äußerte sich weiterhin, daß der Kaiser die Bestrebungen Frankreichs zur Vervollkommnung seiner Armee schätze, Frankreichs Vergangenheit ehre und mit lebhaftem Interesse allen Anzeichen folge, welche beweisen, daß die öffentliche Meinung die besten Beziehungen Frankreichs zu Deutschland wünsche. Zwischen Deutschland und England existierten zwar bestimmte Abmachungen, die aber nur spezielle Jn- leressenfragen berührten. Diese Abmachungen würden eine Annäherung Frankreichs an Deutschland keineswegs ausschließen. Eine Gefahr in ökonomischer Beziehung drohe den kontinentalen Mächten nur von Amerika. Dies sollten wir alle im Auge behalten. Fürst Radziwill teilte dem Diplomaten ferner mit, daß er dem Kaiser einen besonderen Bericht über seine Mission unterbreiten werde, und er sei gewiß, daß dieser das lebhafteste Interesse des Kaisers erregen werde. Fürst Radziwill gab seiner Befriedigung Ausdruck, die Pariser Bevölkerung in allen Schichten wohl gesinnt gegenüber der Deputation des Kaisers gefunden zu haben. Er rühmte die gute Haltung der Truppen.
London, 26. Februar. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß das energische Vorgehen Englands beim Sultan von Maskat deshalb erfolgte, weil der seitens Frankreichs mit dem Sultan abgeschlossene Vertrag sich als eine Etappe zum Eindringen in die jede Rivalität ausschließende Macht Englands am persischen Meerbusen herausgestellt hat. Trotzdem hofft man, daß deshalb keine ernstlichen Reibungen zwischen England und Frankreich entstehen werden.
und morgen fortgesetzt. Derouläde wird vor dem Unter- _ ........
fuchungsrichter erst am Montag oder Dienstag vernommen ^zum erstenmal wieder und erfreute uns gleich ihrer Schwester werden, nachdem alle beschlagnahmten Papiere durchgesehen und die Generale Roget und Falentin, sowie alle übrigen
geführt wird; eS aber wünschenswert erscheine, wenn dar Einkommen unter 600 Mk. steuerfrei bliebe. 3. Der Gesetzentwurf, die Vermögenssteuer betr., sei mit dem Vorbehalt als annehmbar zu bezeichnen, daß über den an und für sich schon hohen Satz von 55 Pfg. für 1000 Mk. nicht hinausgegangen werde, um das Kapital nicht zum Lande hinauszudrängen. 4. In dem Entwurf, die Weinsteuer betr., ist eine schwere einseitige Belastung der Weinbau und Weinhandel treibenden Provinz Rheinhessen zu erblicken, auch wenn die dem Handelsstande gerade unannehmbaren Kontrollvorschriften in § 20 von der Großh. Regierung zurückgezogen werden. Wenn auch der Wein als geeignetes Steuerobjekt anzusehen ist, dürfte es sich bei der weitgehenden Opposition gegen die Weinsteuer empfehlen, von einer solchen abzusehen. Der entstehende Ausfall wäre zu decken durch eine Lizenzsteuer für Wirte unter Festsetzung einer Taxe bei der Konzessionierung von Wirtschaften, Ein- führung einer Stempelabgabe beim Wechsel von Immobilien, die ohne jede Strafbestimmung einführbar und jedenfall- sehr einträglich wäre, ohne daß sie die Höhe der Sätze in der Pfalz, Baden und Elsaß-Lothringen zu erreichen brauche. Dann könnte herangezogen werden eine Erhöhung der Ge- bühr für Jagdwaffenpässe, sowie das sicher zu erwartende höhere Erträgnis der übrigen Steuern und das Mehrerträgnis aus der hessisch-preußischen Eisenbahngemeinschaft. Einer vorgeschlagenen Erhöhung der Erbschaftssteuer kann die Großh. Handelskammer nicht zustimmen.
Darmst. Tägl. Anz.
•• Zur Beschleunigung des Verkehrs an den Postschalter« ist jetzt von dem Reichspostamt die Einrichtung getroffen worden, daß denjenigen Absendern von Postanweisungen, welche regelmäßig eine größere Anzahl Postanweisungen gleichzeitig einliefern und ein Posteinlieferungsbuch nicht in Gebrauch nehmen wollen, gestattet werden kann, die Postanweisungen mittels Einzelverzeichnisses auf amtlich geliefertem Formular aufzugeben. Die Formulare werden von den Postanstalten nach Bedarf unentgeltlich verabfolgt.
*t* Oberhesfifcher Obstbauvereiu, Ortsgruppe Gießen. Irr der am 25. Februar, abends 8 Uhr abgehaltenen Versammlung sprach Herr Reichelt-Friedberg über die Blutlaus und ihreBekämpfung. Nachdem Redner das schädliche, zur Familie der Blattläuse gehörende Insekt eingehend an der Hand von konservierten mit Blutläusen reich besetzten Aesten und Zweigen und mikroskopischen Präparaten beschrieben, seine interessante Lebensweise und Fortpflanzungs geschichte dargelegt hatte, behandelte er ausführlich die Frage, wie wir dem Auftreten der Blutlaus erfolgreich begegnen. Der Obstbaumzüchter muß vor allem darauf bedacht sein, so führt Redner aus, seine Obstbäume durch regelrechte Pflege in den Stand zu setzen, daß sie auch mit der Blutlaus leben können, da wir nicht unter allen Umständen mit diesen Parasiten fertig werden. Ein gesunder, kräftiger Baum aber wird, auch wenn er von der Blutlaus befallen ist, nicht zu Grunde gehen, ebenso wie ein kräftiger Mensch eine Krankheit leichter übersteht als ein schwächlicher. Stets müssen wir ein wachsames Auge haben und die Blutlaus vernichten, wo wir sie finden, sei es durch Zerdrücken mit den Fingern oder durch Abschneidcn der damit besetzten Zweige. Hat sich aber das Insekt auf einem Baume schon weiter verbreitet, so ist derselbe zu bespritzen mit einer Mischung von 100 Liter Wasser, 20 Psund grüner Schmierseife, 25 Pfund Fuselöl und 30 Pfund Weingeist. Als noch wirksamer, aber teuerer, empfiehlt Herr Reichelt zum Bespritzen: 20 Gramm dickes Terpentin in Terpentinöl gelöst und vermischt mit 20 Gramm Schwefelkohlenstoff und 60 Gramm süßer Milch. Wenn es aber durch Vernachlässigung oder Unachtsamkeit so weit gekommen ist, daß selbst die äußersten Zweige mit dem weißen Flaume bedeckt find, dann ist aller Kampf gegen die Blutlaus vergeblich. Als eine eigentümliche Erscheinung bezeichnet es der Redner, daß einige Aepfelsorten ganz besonders von der Blutlaus bevorzugt werden, vor allem der weiße Astrachan und die Winter-Goldparmäne. Schon in der Baumschule muß man auf diese Sorten ganz besonders achten. I« seinem zweiten Vortrag bespricht Herr Reichelt die Der suchspflanzungen im Vogelsberg. Wie so manche Gebirgsgegend in unserem Vaterlande, so ist auch der Vogelsberg besser als sein Ruf. Das wissen die am besten, die Gelegenheit haben, ihn durch eigene Anschauung kennen zu lernen. Obgleich man Obstbäume im Vogelsberg nur wenige findet, so kommen dieselben unter Umständen doch ganz gut | fort und liefern ansehnliche Erträge. Nur müssen bestimmte Sorten. nach einem bestimmten Plane gepflanzt werden. Dadurch, daß man vor Jahren an verschiedenen Orten deS Vogelsberges planlos pflanzte, gingen die Bäume zugrunde und der Erfolg blieb aus. Die Bewohner des Vogelsberges selbst sind dadurch mutlos geworden und haben die Obst' baumzucht aufgegeben. Darum hat es sich der Oberhessischc Obstbauverein zur Aufgabe gemacht, in den verschiedensten Gegenden des Vogelsberges, die zum Obstbau geeignet erscheinen, Versuchspflanzungen anzulegen. Der Anfang damit wurde bei Alsfeld gemacht, wo auf einer hoch gelegenen, nach Nordosten geneigten Stelle ein zwei Morgen großer Versuchsgarten eingerichtet worden ist. Gepflanzt wurden hier nur solche Sorten, die erfahrungsgemäß in rauherem Klima gedeihen. Dies sind, nebenbei bemerkt, nicht immer du minderwertigen Sorten, sondern auch ganz vorzügliche Tafel' früchte. Die Wintergoldparmäne befindet sich darunter in einer größeren Anzahl von Exemplaren. Ein Drittel derselben hat Wildlingsunterlage, das zweite Drittel ist auf hoch gezogene Wildlinge veredelt, und das letzte Drittel besitzt Zwischen Veredelung. Man will hieran sehen, welches Verfahren m für die Höhenlage am besten bewährt. Die gepflanzten Bäume haben sich bis jetzt prächtig weiterentwickelt, un» schon beginnen die Anlieger dieses Versuchsgartens Grundstücke ebenfalls mit Obstäumen zu bepflanzen. o“ ähnlichen Bersuchspflanzungen find dem Oberhessischen Obst
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