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Nr. 23 Zweites BSatl Freitag den 27. Januar
1899
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Bezugspreis viertel jäljvltdj 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vicrtrljäbrlich.
«»»ahme von Anzeigen zu der nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorrn. 10 Uhr.
Hrfcheint täglich mit Ausnahme deS Montag».
Die Gießener Aamitienötätter werden dem Anzeiger wöchentlich vier in al deigelegt.
Alle Anzeigen-Dermittlungsstellen de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
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Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Ml.
Bekanntmachung, betreffend: die Revision der Maße, Gewichte und Wagen in Grünberg und Lollar.
Es wird hiermit zur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß vom 16. Februar l. I. ab in Grüuberg und Lollar eine allgemeine Revision der Maße, Gewichte und Wagen stattfinden wird. Dieselbe wird durch den Aichmeister des Großh. Aichamts Gießen und einen Polizeibeamten vorgenommen werden. Die Gewerbetreibenden sind gehalten, diesen Beamten bei Meidung der Strafe des § 369, Z. 2 St. G. B., Art. 73 P. St. G. B. alle in ihrem Gewerbebetriebe benutzten Maße, Gewichte und Wagen vorzuzeigen und die Prüfung derselben zu gestatten. Bei der Revision sich ergebende Vorschriftswidrigkeiten werden nach den angeführten Gesetzesstellen mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. ober Haft bis zu vier Wochen, auch mit Einziehung der unvorschriftsmäßigen Maße, Gewichte und Wagen gerügt. Ilm Strafen möglichst zu verhindern und das Revisious- geschäst zu beschleunigen, empfehlen wir den Interessenten, ihre der Revision unterworfenen Maße, Gewichte und Wagen vorher aichamtlich prüfen zu lassen, und machen zugleich darauf aufmerksam, daß die Prüfung bis zu obigem Termin bei Grosih. Aichawte dahier wöchentlich am Montag, Dienstag und Mittwoch geschehen kann. Dieselbe verursacht nur unerhebliche Kosten.
Ferner werden die Besitzer von feftfundamentierten Briickenwagen und Wagen über 2000 kg Tragkraft darauf hingewiesen, daß nach § 68 Z. 1 der Aichordnung vom 1. Januar 1888 die Aichung der genannten Wagen alle drei Jahre zu wiederholen ist, daß weiter bei denselben auf das Vorhandensein der Jahreszahl der Aichung, sowie darauf zu achten ist, daß diese Jahreszahl dem laufenden oder einem der drei vorangegangenen Kalenderjahre angehört.
Gießen, den 23. Januar 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Gießen, 23. Januar 1899.
Betr.: Wie oben.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen
au Gr. Bürgermeistereien Grüuberg und Lollar.
Sie wollen obige Bekanntmachung in ortsüblicher Deise bekannt machen und über den Erfolg hierher berichten, v. Bechtold.
Zum Geburtstage des Kaisers
am 27. Januar 1899.
Die Schalten verfliegen ... der Tag beginnt; Frisch regt er die leuchtenden Schwingen! . . . Da wehen die Fahnen im Morgenwind Und wirbelnde Trommeln erklingen! . . .
Von den Buchten der Ostsee bi» an den Fuß Der schimmernden Alpen wogt heute der Gruß:
Er lebe der Kaiser!
Hin über die Dächer verkünden es weit Die erzenen Zungen der Glocken! . . . Zum Schulhaus wandert im festlichen Kleid Das junge Volk mit Frohlocken: Heut ruhen die Bücher, heut rastet der Fleiß, Heut schallt es dem Schirmer des Reiches zum Preis:
Es lebe der Kaiser!
Beim strengsten der Meister wird heut nicht geschafft, Die Werkstatt liegt still und verlassen . . .
„Viktoria" donnern die Mörser voll Kraft Und Hurrahruf rauscht durch die Gassen! . . . Traut hallt's durch die Hütte beim einfachen Mahl, Laut schallt es zum Fistschmaus im funkelnden Saal: Es lebe der Kaiser!
Und wo auf dem endlosen Ozean Germanengeschwader fahren, Da flattern die Wimpel an Masten und Raa'n, Da jauchzen die wackeren Scharen Es jubelentflammt in des Sturmes Gebraus, Auf die wogenden, schäumenden Fluten hinaus:
Es lebe der Kaiser!
Laß diesen Festtag uns für der blühn, Gottvater, mit Deinem Segen!
Erhalt' uns den Kaiser so froh und kühn Und schütz' ihn auf allen Wegen, Daß oft noch an diesem Wintertag Durch Deutschlands Gau'n es erklingen mag: Es lebe der Kaiser!
Alwin Römer.
Die Ehrung der vormals hannoverschen Armee.
Die lippe'sche Frage ist neueren Datums, alt aber ist die braunschweigisch-hannoversche Frage. Neben den Dänen, Polen und Elsässern stehen noch immer — und zwar im
Herzen der preußischen Lande — die „Welfen" der Neuordnung der Dinge in Deutschland feindlich gegenüber. Es liegt in der Natur der Sache, daß die welfische Bewegung im Laufe der Jahre und Jahrzehnte an Boden verloren hat, aber doch ist sie noch kräftig genug, um fort- gesetzt die Aufmerksamkeit der leitenden Kreise auf sich zu ziehen. Noch größere Bedeutung hat die Frage für Deutschland bekanntlich erlangt, seitdem der braunschweigische Thron mit dem Tode des Herzogs Wilhelm erledigt worden war und die Rechte des Herzogs von Cumberland auf die Erbfolge zwar anerkannt, diese selbst aber wegen der bundesfeindlichen Haltung des Herzogs verhindert werden mußte. Die Welfenfrage hat seitdem verschiedene Stadien durchlebt, mächtige Einflüsse sind thätig gewesen, um eine Versöhnung zwischen dem preußischen Königshause und dem Hofe von Gmunden herbeizuführen. Aber einmal haben sich die Differenzen als zu tiefgehend erwiesen, andererseits aber beharrte der Herzog von Cumberland zu fest auf dem nach dem Tode des Königs Georg eingenommenen Standpunkte, so daß der preußische Hof im nationalen Interesse nicht die Hand zu einer Verständigung bieten konnte.
Man spricht in oberflächlich unterrichteten Kreisen, daß in nicht allzu ferner Zeit die welfische Frage von selbst von der Tagesordnung verschwinden werde, und die Wahlstatistik scheint diese Ansicht bestätigen zu wollen. Aber man gebe sich doch in dieser Hinsicht keiner Täuschung hin! Der niedersächsische Volkscharakter hängt zu zähe an dem Althergebrachten, als daß einige Jahrzehnte seine Anschauungen zu ändern vermöchten.
Der Adel, der Bauer und der Handwerker, das sind die Träger des Welfentums, welche alles daran setzen, um die alten Ucberlieferungen und die Anhänglichkeit an das angestammte Herrscherhaus auch auf ihre Nachkommen zu übertragen. Solche Treue, die selbstlos alle Vorteile von sich weist, soll man achten, auch wenn mau sie aus nationalen Gründen nicht billigt, und daß unser Kaiser die Treue der Hannoveraner hochschätzt, hat er vielfach bewiesen. Wohl kaum eine Stadt besucht er so oft wie Hannover, und daß er sich dort wohl fühlt, geht aus den Kund- gebungen des Monarchen unzweideutig hervor. Diese Besuche in dem alten Welfenlande haben aber auch wenn nicht einen politischen Zweck — so doch aber einen Politischen Erfolg, sie ebnen der Versöhnung der Hannoveraner mit den jetzigen Zuständen den Boden. Und es darf als ein großer Fortschritt bezeichnet werden, daß heute kein denkender Welfe mehr die Herstellung seines angestammten Königreich« herbeiwünscht unter der Voraussetzung der Zertrümmerung des deutschen Reiches.
Kaiser Wilhelm hat am Dienstag die alte hannoversche Armee in ganz ungewöhnlicher Weise geehrt. Bewegten
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Feuilleton.
Jus dem Feöen eines Kofpredigers.
Persönliche. Erinnerungen an den unlängst in Berlin Erstorbenen Hofprediger Emil Fromme! veröffentlicht T!>eodor Kappstein im „Deutschen Wochenblatt" (Verlag tDn Wilhelm Süsserott in Berlin). Ueber Frommels Aonfirmanden-Unterricht wird folgendes mitgeteilt: .Der Unterricht war Samstag abend; Fromme! segnete ach am Abend ein. Es war ihm Poetischer so. Wir gingen turch die dunkle große Garnisonkirche in die helle freund- liche Sakristei. Da war keine mitten in den Schultag Weingedrückte „Pastorstunde" zwischen Vor- undNachmittags- Mterricht; — hinter uns lag die Arbeit der Woche, vor ms der freie Sonntag. Etwas Sonntägliches hatte die Etinde das wollte Frommel; darum brachte er uns dao Opfer. Meist setzte er sich zu Beginn ans Harmonium, md wir sangen recht und schlecht einen Choral — oder auch nicht, sondern hörten ihn mit seiner schönen Stimme nni weltentrückt die innigen Weisen singen. Dann begrüßte « jeden einzeln, und wußte so väterlich und onkelhaft nach Eltern und Geschwistern, nach Schule oder Reiseplan zu Mgen, unterstützt von seinem ungemein treuen Gedächtnis
Briefe, Vornamen, Verwandtschaftsgrade, daß wir engens alle Befangenheit verloren und überaus glücklich wd stolz waren. Jeder wußte sich persönlich gewertet.
ihrem Lachen will Carlyle die Menschen abschätzen: ^o^imel hätte dabei Nummer 1 bekommen. Er konnte Mchtig lachen! Es war der 15. Februar, Lessings '^rbetag. Mitten in der Stunde sragt Frommel:
„Sagt mal, Jungens, was ist denn heut? Das wißt Ihr nicht? Das muß jeder wissen!"
Nach mehrfachem Ermuntern hebt sich schüchtern ein Arm.
„Siehst Du," sagt Frommel erfreut, „das ist schön; da ist doch einer! Nun paßt auf, Ihr andern, damit Ihr etwas lernt! Also was ist heut?"
„Mein Geburtstag!" —
Wir wollten ihn pflichtschuldig „Herr Hosprediger" anreden; — „das wär noch besser! Ihr habt keinen Hofprediger — den kann sich nur der Kaiser halten; — Ihr seid Schafe und habt einen Hirten, einen Pastor." So nannten wir ihn denn „Herr Pastor".
Bezeichnend für seine Auffassung der Predigt ist ein kleiner Zug, den er mir einmal erzählte. Ein General sagte ihm ungnädig: „Sie müssen nicht so milde predigen, sondern die Kerls ordentlich anfassen und ihnen den Kopf waschen!" Darauf Frommel: „Herr General, die Leute haben sechs Tage in der Woche das schwarze Donnerwetter über sich; gestalten Sie mir, daß ich ihnen am siebenten ein Stückchen blauen Himmel zeige."
Auf Kirchenbehörden war er schlimm zu sprechen, — so schlimm wie auf die Verleger. Der im ganzen sanfte Mann konnte in hellem Zorn auflodern, wenn er an die Konsistorien kam. Ich erzähle ihm von der Ernennung eines ihm bekannten Geistlichen zum Konsistorialrat. „Aber mein Gott," ruft Frommel, „der Mann war doch noch immer ganz frisch!!"
„Gehen Sie denn nicht mehr in die Sitzungen als Konsistorialrat?" fragte ich eines Tages.
„Konsistorium — nein' Gott soll mich behüten! Seinen Schritt mehr! Weißt Du, was die da drin thun? Sie sitzen an einem langen, grünen Tisch, mit dürren, klapsigen
Fingern, und passen auf, wo sich irgend Leben zeigen will; und dann schlagen sie drauf, bis alles mausetot ist und so friedlich-stille wie vorher. Ein paarmal bin ich dagewesen, bis ichs nicht mehr aushielt und aus der Sitzung lief, dem Präsidenten zurufend: „Mann Gottes, der Tod ist in Deinem Topf!" Ich Halts mit dem grünen Wald statt mit dem grünen Tisch — mir würd es da drin gehen, wie Johann dem munteren Seifensieder: ich würde alle meine Lieder verlernen."
Er wurde — Oberkonsistorialrat. Ich gratulierte. „Mein Sohn, wer mich lieb hat, der beweint seinen alten Pastor, daß der das noch erleben muß."
Die Akten wurden ihm ins Haus gebracht, als er stellvertretender Feldpropst war. Der vortragende Hilfsprediger wird gemeldet.
„Nun paß mal auf," sagte er lustig schmunzelnd, „wie ich die Arbeiten der Feldpropstei für mindestens eine Woche erledige. — Herein! Guten Morgen, mein Sohn. Die Akten! Kommen Sie mal her — machen Sie mal da« Dings auf. So — wo soll ich unterschreiben?"
„Aber Herr Hofprediger, ich — ich —"
„Ach, Sie wollen wohl Vortrag halten? Wollen Sie mich tot machen? Lassen Sie nur — es wird schon gut sein. Los — soll ich hierhin schreiben?"
Hilflos wie ein Kind folgt er mit seiner breiten Feder dem Finger des „Vortragenden", unterschrieb 6—12mal; in fünf Minuten war alles wieder verschnürt. Er lachte übermütig — „und nun kein Wort mehr von diesen Dummheiten. Hier haben Sie eine Cigarre, und nun erzähle« Sie mal, wie es Ihnen geht."
Da war er ganz Ohr und Herz. War der Vortragende


