Ausgabe 
26.10.1899 Erstes Blatt
 
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' Muennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 21. Oktober den Direktor der Realschule zu Gernsheim, Dr. Wilhelm Lahm, rum Direktor der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß- Umstadt zu ernennen.

Charaktererteilung. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 14. Oktober dem städtischen Oberkontrolleur i. P. Friedrich Wilhelm Ruland in Mainz den Charakter alsRechnunasrat" zu verleihen. 0

* Von der Universität. Vor einiger Zeit ist in standesherrlichen Kreisen des Großherzogtums Hessen der Wunsch ausgesprochen worden, an der Landesuniversität ein Privatissimum über das bürgerliche neue Gesetzbuch Horen zu können, insbesondere über dessen Einfluß auf die Interessensphäre der standesherrlichen Familien. Die ordent­lichen Professoren der Rechtswissenschaft, Dr. Biermann und A. Schmidt, haben sich bereit erklärt, dem Wunsche zu willfahren, und in diesem Wintersemester ein solches Privatissimum abzuhalten. Bereits sind zu den Vorlesungen, die zu Ende Oktober ihren Anfang nehmen werden, zahl- , reiche Anmeldungen erfolgt.

i arzt war ein guter Liebhaber, auch im Auftreten ein ganz pasiabler Militärarzt, aber zu wenig Offizier. Etwas mehr von dem sogen.Schneid" derwirklichen" Offiziere haben auch unsere Militärärzte. So wie Herr Rolan stellt sich | kern Stabsarzt vor einen General; das thut höchstens ein i Bursche. Herr Wilhelmi bot einen trefflichen Apotheker: diese Ungeschicklichkeit und Schüchternheit schien wirklich echt zu sein. Herr Paren als General war in Spiel, Haltung und Uniform tadellos chic. Frl. Duve als Elsa hatte mit ihrer munteren, natürlichen Sprechweise und ihrer an­sprechenden Erscheinung wohlverdienten Erfolg. Regie Herr Helm und Zusammenspiel waren lobenswert.

* Adalbert Matkowsky. Am Freitag dieser Woche eröffnet der T h e a t e r v e r e i n die Reihe seiner Vorstellungen mit der Aufführung eines Bühnenwerkes, dessen hervor­ragende Schönheit in diesen Blättern von berufener Seite schon gewürdigt worden ist, mit Calderon de la BarcLs herrlichem DramaDas Leben ein Traum", und es ist gelungen, für die Rolle des Königssohnes einen Darsteller zu gewinnen, dessen Auftreten in jeder Stadt und an jedem Theater als Kunstereignis ersten Ranges gilt: Adalbert Matkowsky, den ersten Heldendarsteller der Königlichen Schauspiele in Berlin. Leicht ist es gewiß nicht oewesen, diesen Künstler zu einem einmaligen Gastspiel in Gießen zu bewegen; denn Matkowsky ist von Gastspielanträgen immer so umworben, daß er bei weitem nicht alle befriedigen kann. Er gastiert nicht nur in anderen Ländern nächsten Montag z. B. tritt er eine Gastspielreise nach Rußland an und in anderen Städten, sondern häufig genug auch in Berlin selbst, an einem der anderen Berliner Theater, und stets ist, wo er auch immer in einer seiner Glanzrollen auftritt, der letzte Platz besetzt. Mit Vorliebe stellt er feine hohe Kunst in den Dienst wohlthätiger Veranstaltungen,

auch letzte Woche, wo er im Belle-Alliance Theater in Berlin als Othello zum Besten der Madai-Stiftung auf- I sekundiert von Fräulein Clara Leno als Desdemona,. I Welche Künstlerin von ihrem Engagement in Gießen vor drei Jahren noch in Erinnerung sein wird. Adalbert Matkowsky ist am 6. Dezember 1858 in Königsberg i. Pr. geboren. Sein schauspielerisches Talent brach sich so früh Bahn, daß er schon mit 19 Jahren ein Engagement am Dresdener Hoftheater fand. Dort blieb er 9 Jahre, war dann 3 Jahre Mitglied des Hamburger Stadttheaters und wurde 1889 vom Intendanten Graf Hochberg für das Königliche Schauspielhaus gewonnen. Seine außerordentliche Begabung kann in Bezug auf das, was die Natur für eine Schauspielerlaufbahn mit auf den Weg zu geben ver- mag, nur mit derjenigen Barnays verglichen werden» Schönheit, feunges Temperament, wohlklingendes Organ machen ihn überall sofort zum Liebling des Publikums, und tote es auch für einen Liebhaber gehört, besonders des weiblichen Teils desselben. Als seine hervorragendste Rolle gilt die des Sigismund, in welcher er sich den Gießener Theaterfreunden am Freitag zeigen wird.

** Sitzung der Großh. Handelskammer am 20. l. Mts. Anwesend waren die Herren: Scheel, Balser, Heichel­heim, Katz, Klingspor, Schirmer und Wortmann. Ueber die außerordentliche Sitzung der Großh. Handels­kammer, welche an dem gleichen Tage stattfand und in welcher die Neuorganisation der Kammer beraten wurde, ist bereits in Nr. 248 d. Bl. berichtet worden. Die Handelskammer für den Kreis Mannheim hat an den Herr« Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, eine verstärkte Wieder­aufnahme der Kronenprägungen und der Prägung von Nickel 10- und 20-Pfennig Stücken anordnen zu wollen. In der Eingabe wird ausgeführt, daß die Krone bei den wöchentlichen Lohnzahlungen an tausende von Arbeitnehmern unentbehrlich sei, da das Silbergeld wegen seines hohen Gewichts und der Schwierigkeit der Auszählung und Aus­händigung erhebliche Unzuträglichkeiten im Gefolge habe. Auch die Doppelkrone sei wegen der Betrüge, um die cd sich bei den Lohnzahlungen überwiegend handle, nicht in gleicher Weise brauchbar und mache sich der Mangel an Kronen ebenso wie den an 10- und 20.Pfennig-Stücken aus sbit dem Beginn der Einziehung der silbernen 20^Pfennigstucke besonders fühlbar. Die Kammer beschloß, diese Petition zu unterstützen, da auch in ihrem Bezirk der Mangel an diesen Münzsorten häufig fühlbar geworden ist. Desgleichen soll eine von der Großh. Handelskammer Worms an den hohen Bundesrat gerichtete Eingabe unter­stützt werden, in der um eine Erleichterung bei der zollamt­lichen Behandlung von Gütern bei der Durchfuhr durch das Ausland zur zollfreien Wiedereinfuhr in Deutschland ge­beten wird. Der Bundesrat wird in dieser Eingabe ersucht, Bestimmungen darüber zu erlassen, daß künftig bei der Versendung größerer Warenposten in Kisten, Ballen 2C. u. eineprobeweise" Anlegung der vorschriftsmäßigen Blei- verschlüsse in einem bestimmten Prozentsatz gestattet sei. Die gegenwärtig geforderte Verschnürung und Abfertigung aller Warenposten sei kostspielig, mühsam und zeitraubend. Von feiten eines Kammermitgliedes wird darüber Klage ge­führt, daß für Waggonladungen mit Getreide, welche auf einer Station eintreffen und sodann weiter versandt werden, noch einmal besondere Expeditionskosten berechnet werden, welche pro Waggon 8-12 Mk. betragen. Die direkte Ver­sendung an die Adresse des Empfängers erscheine häufig aus geschäftlichen Interessen nicht wünschenswert. Die doppelte Zahlung der Expeditionskosten schmälere jedoch den Gefchäfts- nutzen erheblich. Der gerügte Uebelstand soll zum Gegen­stand einer Eingabe an den Elsenbahnrat in Frankfurt a. M. gemacht werden. Die hiesige Großh. Eisenbahn-Verkehrs­inspektion, bei welcher die Kammer um eine Beschleunigung des Stückgüterverkehrs nach Schotten gebeten hatte, teilt derselben mit, daß von Gießen nach Gelnhausen und Schotte» nur einmal täglich Stückgülerverkehr statifinde, und zwar ab Gießen 4" vormittags. Die hierfür bestimmten Güter müssen jedoch in Gießen spätestens am Tage vorher um 12 Uhr mittags aufgeliefert fein, weil Schuppen und Rampe

Ausland.

Wien, 24. Oktober. In völliger Ruhe begann das Abgeordnetenhaus die Debatte über das Programm der Regierung. Die Linke schlug vor, die Debatte durch Reduzierung der Redner, deren hundert vorgemerkt waren zu verkürzen, was jedoch die Rechte kategorisch ablehnte. Unter den erngegangenen Vorlagen und Anträgen befinden sich das Ansuchen der Regierung um Vornahme der Dele- gatronswahlen, ferner eine Interpellation des Dr. Groß von her deutschen Fortschrittspartei wegen der Ausschreitungen czechischer Unterthanen in Böhmen und Mähren und endlich der Antrag Daszinskis im Namen der Sozialisten um Versetzung des Ministeriums Thun in den Anklagezustand.

Skutsch, 24. Oktober. Bei einer Kontrollver- sammlung, die hier stattfand, betrugen sich die czethi­sch en Refervisten so renitent, daß der diensthabende Offzrer sie einschließen und um militärische Hilfe depeschieren kaffen mußte.

Paris, 24. Oktober.Echo de Paris" meldet, daß Gallifets Rücktritt ober Ausscheidung nahe bevor- ste h e. Waldeck Rousseau werde selbst das Kriegsportefeuille übernehmen und das Innere einem hervorragenden Radikalen abtreten. Der Pariser Stadtrat beschloß, der nächsten neuen Straße den Namen Sch eurer-Kestners zu geben.

Amsterdam, 24. Oktober. Die Königin Wilhelmina hat dem Comitö des Roten Kreuzes 2000 Franks über­wiesen. Die Plantagenbesitzer von Sumatra sandten tele- | graphisch 8000 Franks. Die Summen werden zur Aus­rüstung der noch diesen Monat nach Südafrika abgehenden Ambulanz-Abteilungen verwendet werden.

Die Aufhebung der Spracheuverorduuugeu.

Prag, 24. Oktober. Unausgesetzt laufen hier Meldungen der Provinz über czechische Demonstrationen »nd Ausschreitungen ernster Natur ein.

Wien, 24. Oktober. DieAbendpost" dementiert amtlich die Meldung von der Aufhebung der Sprachenverordnung für Schlesien.

Wien, 24. Oktober. Im Abgeordnetenhaufe kam ts m der heutigen Sitzung anläßlich der Interpellation Pacak wegen der Aushebung der Sprachenverordnungen in I Böhmen und Mähren zu einem großen Skandal. Die Jungczechen attackierten den Justizminister thätlich, während Vie Linke dem Justizminister applaudierte. Die Sitzung mußte schließlich aufgehoben werden; die nächste Sitzung wird brieflich bekannt gegeben. a

| tanzlustigen Backfischchen liebevoll angenommen und ihren Einzug in die heiligen Hallen der Tanzmeister gehalten, wo nun nicht mindere Freude herrscht, wie einst inTrojas Hallen". Die Tanzstunde hat begonnen! Wer das nicht für etwas Wichtiges hält, der versetze sich nur zurück in feine Anfangsjahre der Jugendzeit. Die Mutter weiß das freilich mehr zu würdigen, wie der in dieser Hinsicht etwas hölzerne Vater; denkt sie doch selbst noch gern zurück an die schöne Zeit der erwachenden Jungfräulichkeit. Und so hat das Töchterlein, das schlagend nachzuweisen vermocht hat, daß es unter ihren Freundinnen nur allein noch nicht tanzen könne, in ihr die entscheidende Stütze. Der Herr Papa muß sich dann bei dem doppelten Angriff natürlich ergeben, und plädiert nur noch für mildernde Umstände, b. h. für möglichst nichtigen Etat her neuen Steuer. Die Mama schwört, baß kein neues Kleid gemacht wird, für sich allem aber denkt sie, das kommt auf die anderen an, zurück- stehen darf meine Paula auf keinen Fall. Nach dem an­fänglichen Alleinüben naht endlich die so sehr gefürchtete und doch so heiß ersehnte Stunde, da das errötende Magdelem zum ersten Male von einem männlichen Arm umschlungen werden soll. Und nun beginnt der Tanz des Lebens mit zarter Sehnsucht, süßem Hoffen, mit Leiden und Freuden, aber auch nicht selten mit Jntriguen und Ränkcn, und auf der männlichen Seite mit Plänen und Kampf um des Sieges Krone, mit Fensterparaden und j rosenroten Billeta doux. Auch hier gilt es, dem Mutigen | gehört der Preis, die schüchterne Bescheidenheit unterliegt. I ~U(9 die Komik fehlt nicht, denn die ersten Tanzstunden haben für den Zuschauer stets etwas Possierliches, aber für ^ele junge Wesen sind sie schon ein entscheidender Moment des Lebens geworden inder ersten Liebe goldenen Zeit".

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-r. Stadttheater. Wir unterhielten uns kürzlich mit einer Dame über die Vorstellungen des hiesigen Stadt­theaters, bezw. über hie Art und Weise der Besprechungen über Stoff und Darsteller. Schließlich sagte man uns u. a.:Lassen Sie Technik Technik, Ethik Ethik fein, referieren Sie höchstens kurz über den Inhalt und loben Sie die Schauspieler; die Hauptsache ist doch, daß die Stroh- seffel besetzt sind und daß das Publikum sich amü­siert. Danach müssen Sie sich richten, alles andere ist Nebensache".... Frauen haben ja immer recht, und so strichen wir auch vor dieser verblüffenden Logik die Segel, zumal I die kluge Frau wenn auch im ganzen das Urteil para­dox klingen mag ein Körnchen Wahrheit sprach. Auf das gestern abend gegebene Lustspiel der Kompagniegesell- schaft Moser-Schoeuthan angewandt, trifft dieser weise Ausspruch so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Wollten wir das Lustspiel genannter Fabrikanten auf den innern Wert untersuchen, würde wenig herauszuholen sein, aber wir lassen die Dame noch einmal sprechendas ist ja auch Nebensache, die Hauptsache bleibt, daß das Publikum sich amüsiert!" Das hat nun auch baS P. T. Publikum gestern abend wieder gründlich besorgt. Wer sollte auch über einen Reif-Reiflingen nicht lachen! Bel aller Schablonenarbeit ist bei fast sämtlichen Moserschen Stucken die detaillierte Zeichnung der Haupttypen peinlich sauber. Das ist auch der Grund, weshalb die letzteren von einer ganzen Anzahl Mimen als Spezialität sorgfältig aus­gearbeitet und wenn sich das Stammtheater daran satt­gesehen zu Gastrollen verwandt werden. Eine der her­vorragendsten genannter Typen ist unstreitig der Leutnant Reif-Reiflingen in Moser-SchönthansKrieg im Frieden", welche Herr Carl Schön selb auf bereute Weise gestern abend uns wiedergab. Diese Leutnantsfigur bietet an und I für sich eine äußerst dankbare Rolle, sie will aber doch aus oben genanntem Grunde mit aller Feinheit, wozu die Leut­nants-Allüren bis zum Bürstenstrich gehören, gespielt sein, da der größte Teil der Zuschauer gewiß schon einen oder ben anderen Vertreter genannterSpezialitäten" auf den Brettern gesehen hat. Um so lobenswerter ist es denn, wenn ein Künstler so zu fesseln versteht und den Beifall so zu erringen weiß, wie Herr Schönfeld. Sein Spiel war elegant, ungezwungen und selbst in den Details des Leut- nantslebens natürlich, die Sprache mit dem bekannten Accent unb £onfaa treffend. Seinem Umfange nach hätte Herr Schönfeld allerdings längst Major fein müssen. Einen guten ©rfolg hatte Herr Henry zu verzeichnen: ein schneidiger Ulanenoffizier in Spiel und Erscheinung. Seine liebens­würdige Partnerin, Frl. Kugler, bot eine kecke, muntere Madchengestalt und nahm sich auch kostümlich recht vorteilhaft aus. Letzteres Kompliment dürfen wir, namentlich im Hinblick I auj ben gestrigen Abend, auchFrl. Hanssig machen.Unterstützt Sxta? schätzbare Talent her Dame noch durch ihre ungewöhn­lich schöne, deutliche Aussprache. Herr Rolan als Stabs-

Kskstes Md KromWelles

Gießen, den 25. Oktober 1899.

am 26. (Nachdruck verboten.) Vor 82 Jahren

Erzähler Moritz A6er geistvolle jpumotirt und bat7?sti^ g'ößrn Erfolg

'm 27. M», 1738 aus Schön-,.Id 6'

** Di- Ta»,stunden haben begonnen. Während jetzt die göttliche Ceres trauernd durch die öden, herbstlichen Auren dahinschreitet, ist ein anderes, nicht minder himmlische« Weib st> ahlenden «uges ,u uns herabgesticgen: Terpsichore di- Freudeugöttm des Tanzes und des Anstandes, Hai sich der

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* Muleu-Vereidi vorausgegangenem Mil' christlicher Konfessionen eingetretenen Rekruten Kaserne statt.

Wie aus dem Bereiu Zugendfreund sein ausgenommen. Die hat unsere verrhrliche diesen Betrag aus der i weisen lieh; auch aus dafür ausgesprochen, recht viele Nachfolger.

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wohner, sie sollten sich jeher Demonstration gegen die gefangenen Buren enthalten;benn," so heißt e«,obwohl sie unsere Feinbe fmb, sind sie tapfere Solbaten."

Deutsches Keich.

Berlin, 24. Oktober. Das Reichsamt bes Innern ist zurzeit mit her Ausarbeitung eines neuen Gesetzentwurfes beschäftigt, welcher bie Regelung her Beschäftigung verheirateter Frauen in Fabriken betrifft.

DerNorbb. Allg. Ztg." zufolge bürste in her nächsten Tagung bes preußischen Lanbtages auf irgenb einem Wege her Versuch unternommen werben, wirksame Vorschriften zur Verhütung von Seuchengefahr unb zur Bekämpfung von Epibemieen zu erreichen.

Die Einberufung bes Kolonialrates auf ben 9. November, bie schon früher angefünbigt worben war, ist jetzt erfolgt. Zweck seiner Einberufung ist bie Beratung der Etats her Schutzgebiete.

Das Reichsjustizamt ist mit ber Ausarbeitung eines Elektricitätsgesetzes beschäftigt, bas bem Reichstag in ber kommenben Session zugehen soll. Der Entwurf wirb Bestimmungen über bie Bestrafung von Diebstahl unb Ent- , Wertung elektrischer Kraft enthalten.

Die Jnstanbsetzung ber befähigten Siegesalleegruppen ist bereits gestern beschloffen worben. Im Auftrage bes Kaisers ist ben beteiligten Künstlern mitgeteilt worben, baß bie abgeschlagenen Stücke durch neue ersetzt werben sollen.

Köln, 24. Oktober. Bei ber heutigen Wahl würbe Dr. Hubertus ©imar bisher Bischof in Paberborn zum Erzbischof von Köln gewählt.

Hannover, 23. Oktober. Als eine Folge bes Berliner Spielerprozesses scheint sich eine Polizeimaßregel barzustellen, bie gestern hier großes Aussehen erregt hat. Bei bem vom Hannoversch en Rennverein gestern veranstalteten I Wettrennen sollte nach einer vorherigen Anzeige her Totali­sator nur für bie Mitglieber in Tätigkeit fein. Infolge eines im letzten Augenblicke eingetroffenen Verbotes bes I Polizeipräsibiums mußte ber Betrieb bes Totalisa- I lors überhaupt unterbleiben. Auch bie Buchmacher würben scharf überwacht. Der Oberpräsibent Gras Stol­berg, ber Ehrenpräsident bes Rennvereins ist, wohnte biefem I wettenlosen (?) Rennen bei.