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stillen, ärmlichen Speffartdorfe, wo wir uns im Wirtshause eine Erfrischung geben lassen. Mit dem Ueberschreiten des Engländers haben wir das Freigericht verlassen und wenden uns nun nach Heigenbrücken, dem Mittelpunkt des Spessarts. Bevor wir von Jakobsthal die Straße nach Heigenbrücken einschlagen, machen wir noch einen Abstecher nach der nahen, 490 Meter hohen Steigkoppe, um von hier aus die herrliche Aussicht auf die zahlreichen bewaldeten Höhen de- Spesiarts zu genießen. Durch schönen Wald erreichen wir wieder die Landstraße und gelangen nach dem Bahnhof Heigenbrücken, in dessen Nähe sich mächtige Sandsteinbrüche und die bekannten Kurhotels „zum Hochspessart" von E. Kobinia und „die Löwengrube" von Jos. Pfister befinde». Heigenbrücken selbst unterscheidet sich durch nichts von sonstigen Spessartdörfern, dagegen ist es als klimatischer Kurort für Lungenkranke bekannt und stark besucht. Unser Weg führt über das Bahngeleise und direkt in die Löwengrube, die malerisch am Eingang des Tunnels durch den Schwarzkopf, einen 350 Meter hohen Berg, liegt. Ich muß gestehen, in dieser Löwengrube habe ich mich recht behaglich gefühlt, und ich habe die Absicht, so oft mich mein Weg hierher führt, immer wieder in die Löwengrube zu gehen. Aber drüben winkt das vor zwei Jahren neuerbaute, in modernem Stil gehaltene Spessart- hotel, das zu besichtigen wir nicht unterlassen dürfen. Auch hier ist man sehr gut aufgehoben, und man findet, daß in dem sogen. „Hungerspestart" durchaus nicht schlecht zu leben ist. Auf der Höhe, ganz nahe des Hotels, genießt man eine prachtvolle Aussicht, und wir steigen hinauf, um im Glanze der Abendsonne nochmals die schöne Landschaft zu beschauen, ehe wir die Heimreise mit der Eisenbahn antreten.
verscheucht die Nebel im Thale, über welches ein leichter Reif sich ausgebreitet hat. Es ist recht herbstlich kühl in den frühen Morgenstunden, als aber die Sonne höher kommt, da herrscht bald fast sommerliche Wärme und wir wandern weiter mit dem befriedigenden Gefühl, einen solch schönen Tag zum marschieren als Entschädigung für den gestrigen, beinahe verregneten, getroffen zu haben. Ueber Ernstkirchen schreiten wir seitwärts dieStraße nachSommerkahl, indem wir es vermeiden, über Vormwald die stets im Walde hinziehende Landstraße zu benutzen; das Thälchen ist reich bestanden mit Obstbäumen aller Art, und gerade jetzt entfaltet sich hier und in den nächstliegenden Orten ein lebhafter Handel mit dem köstlichen und sehr gesuchten Freigerichter Obst. Es passierte uns deshalb auch einige Male, für Obstkäufer gehalten zu werden, und wir nahmen ruhig die Offerten der geschäftigen Makler entgegen, ohne indes zu einem Vertragsabschluß zu kommen. Von Sommerkahl aus steigen wir wieder die Höhe hinan, kommen an dem, übrigens längere Zeit außer Betrieb befindlichen Kupferbergwerk vorbei und gelangen dann nach etwa einftündiger- Wanderung nach dem Waldhäuschen „am Engländer-, einem idyllischen Aussichtspunkte auf der Höhe der Landstraße nach Heigenbrücken. Der Sage nach wurde hier ein reicher Engländer, der aus der Schlacht von Dettingen (1743) in diese Waldeinsamkeit verschlagen wurde, ermordet und beraubt. Das Waldhäuschen ist seit langer Zelt ein beliebter Ausflugsort, an welchem an Sonn- und Feiertagen, sowie an Donnerstagen im Sommer Wirtschaftsbetrieb stattfindet. Wir finden eö geschloffen, ruhen aber dennoch auf einer Bank im Waldesgrün aus und gehen dann wieder bergab nach dem nahen Jakobsthal, einem
©ratisbrtltigni: Gießener Fsmilientüätter, Der hessische Landwirt, KtStter für hessische Volkskunde.__________________
kr. 250 Drittes Blatt
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Gießener Anzeiger
General-'Unzeiger
ßskckes und PrMMyirües.
Gieße», den 23. Oktober 1899.
— Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot- geborenen, betrug in der Woche vom 1. bis 7. Oktober in Mainz 19, in Darmstadt 24, in Offenbach 4, in WormS 10 und in Gießen 7, zusammen 64, darunter 16 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 12,3, Darmstadt 18, Offenbach 0,5, Worms 14,9 und auf Gießen 14,8. — Die Todesursache anbelangend, verstärken an Masern 1 (Worms), an Rachenbräune (Diphtherie) 1 (Gießen), an Diarrhöe und Brechdurchfall 3 (je 1 in Mainz, Worms und Gießen), an Wochenbettkrankheiten 1 (Mainz), an Lungenschwindsucht 7 (4 in Mainz, je 1 in Darmstadt, Offenbach und WormS), an akuten 'entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 7 (5 in Darmstadt, je 1 in WormS und Gießen), an Gehirn-Apoplexie 2 (je 1 in Mainz, und WormS), an sonstigen Krankheiten 41 (12 in Mainz, 18 in Darmstadt, 3 in Offenbach, 5 in Worms, 3 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitt 1 Person (Gießen).
*• Reue Briefmarken. Die auf vielfache Anregungen aus Geschäftskreisen in Vorbereitung begriffene und von den Briefmarkensammlern mit Spannung erwartete Ausgabe neuer deutscher Reichspost - Briefmarken wird voraussichtlich am 1. Januar 1900 erfolgen. Es handelt sich aber nicht etwa, wie vielfach irrtümlich angenommen wird, um eine NeuauSgabe sämtlicher Postwertzeichen, sondern eS werden zu den bereits vorhandenen in den Nenn- werten von 3, 5, 10, 20, 25, 30 und 50 Pfg. nur sechs neue Sorten in den Nennwerten von 40, 80 Pfg., 1, 2, 3 und 5 Mk. hinzugefügt werden. Die neuen 40- und 80-Pfennig-Marken werden in Größe und Zeichnung den seither im Gebrauche befindlichen Reichspostmarken entsprechen, wogegen für die Postwertzeichen von 1 Mk. und höher ein größeres Format und eine künstlerische Ausstattung nach Art der amerikanischen KolumbuS-Briefmarken in Aussicht genommen ist. Auch neue Verficherungsmarken für die durch Ausgestaltung des Versicherungsgesetzes neu geschaffene 5. Lohnklaffe, sowie Sammelmarken für alle fünf Llaffen werden mit Beginn des nächsten Jahres zur Ausgabe gelangen. ,
§ Grebenhain, 22. Oktober. Eine Jagdgesellschaft, bestehend aus hiesigen und auswärtigen Jägern, machte gestern eine reichliche Jagdbeute, sie schoß nämlich 13 Rehe, 21 Hasen, sowie — den Jagdhund des Herrn Oberförsters.
§ Bermuthshain, 21. Oktober. Forstwart Dillemuth hier pflückte dieser Tage im Oberwald ein Sträußchen
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Feuilleton.
Keröststreifzüge durch Mnterfranken.
Von Carl Geißler,
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Das Rauschen des Kahlflüßchens, das nahe an unserem Gasthause vorüberflietzt, hat uns in süße Traume gewiegt, und wir versenken uns in eine ferne Zeit, da Ritterburgen und Schlöster in großer Zahl die Höhen des Freigerichts hönten und Kaiser Barbarossa von seiner Beste tn Gelnhausen oft in die Lande hinauszog. Gar manche Stätte deS Freigerichts weckt Erinnerungen an die Kaiserherrlichkeit Friedrich Rotbarts; verdankt ja doch auch das Freigericht ihm seine Entstehung aus dem Anlaffe, daß es Bewohner deS Freigerichtes waren, die bei einem gegen den Kaiser geplanten Ueberfall im Birkenhain Barbarossa das Leben retteten. Zum Dank für diese edle That gab der Kaiser baß heutige Freigericht seinen Rettern zum Lehen und stattete es mit mancherlei Gerechtsamen und Freiheiten aus. Auch Schöllkrippen, daS sonst wenig Anziehendes hat, besitzt noch pei Denkmäler aus uralter Zeit: Die Kapelle im Orte, deren Entstehung in die ersten Anfänge der Verbreitung deS Christentums in deutschen Landen zurückfällt, und das jetzige Amtsgerichtsgebäude, welches ehemals ein Jagdschloß ü.user Barbarossas gewesen sein soll.
Die stattliche Pfarrkirche, das Schul- und Schwestern- HanS befinden sich nicht in Schöllkrippen, sondern in dem iin wenige Minuten entfernten Ernstkirchen, welchen Namen auch die Pfarrei trägt. .
Die Sonne steigt freundlich über die Geiershohe »nd
51JsSl ehester j (1770-1837).
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reifer und gleichzeitig auch ein Sträußchen blühender Erdbeeren.
Darmstadt, 20. Oktober. Das für Samstag, 4. November, von den hiesigen Ortsverbänden der „Pensions- Anstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller" sowie der „Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger" angekündigie große Wohl- thätigkeitsfest in sämtlichen Räumen des Städtischen Saalbaues wird auch auswärts in künstlerischen und littera- rischen Kreisen mit Aufmerksamkeit verfolgt. Der beste Beweis hierfür besteht darin, daß auf eine diesbezügliche Anzeige schon jetzt von Bühnenkünstlern, Schriftstellern, Journalisten und Gelehrten Hunderte von Ansichtspostkarten, Photographien, Büchern u. s. w. zur Ausstattung der geplanten „Tombola", sowie zum freihändigen Verkauf an Liebhaber von Autographen eintrafen. Unter , den Spendern und Spenderinnen befinden sich die Träger berühmter Namen in großer Anzahl, von denen wir hier nur eine kleine Auslese geben wollen: Von Vertretern der Litteratur finden wir u. a. in bunter Reihe: Paul Heyse, Julius Wolff, Paul Oskar Höcker, Karl Bleibtreu, Bertha von Suttner, Detlev von Liliencron, Hedwig Dohm, Hermine von Preuschen, Balduin Wöllhausen, Anna Crois- sant-Rust, E. Vely, Franz Wichmann, Marie von Ebner- Eschenbach, Johanna Ambrosius, Arno Holz, Ludwig Fulda, Dr. Franz Koppel-Ellfeld, Richard Dehmel, Wilhelm Raabe, Paul von Schöuthan, Dr. Alfred Friedmann, Maximilian Harden, Gerhart von Amyntor, Rudolf Presber, Ernst Eckstein, Max Kretzer, Heinrich Seidel, Friedrich Spielhagen, Hermine Dillinger, Lili Braun-Giziky, Hermann Heiberg, Julius Rodenberg, Alexander Moskowsky, Ossip Schubin, Dora Dunker, Clara Viebig, Mina Holm, Elisabeth Mentzel, Viktor Blüthgen, Ida Boy-Ed, Ernst Wichert, Eufemia B. Adlersfeld, geb. Gräfin Ballestrem, Richard Schmidt- Cabanis, Gräfin Gertrud Bülow von Dennewitz, Schulte vom Brühl, Josef Lauff, Wilhelm Jordan, Frieda Schanz, Johanna Feilmann (London), Max Nordan (Paris), B. Rauchenegger rc. Von Gelehrten, Künstlern und Musikern find u. a. vertreten: Professor Max v. Pettenkofer, Professor Carl Reinecke (Leipzig), Geh.-Rat Professor Franz Reuleaux, Bildhauer Professor Ernst Herter, Rudolf Falb, Carl Gold- marck (Wien), Siegfried Wagner, Profeffor Dr. Harnack, Dr. E. Lasten (Weimar), Profestor Dr. Hanslick (Wien), Felix Mottl, Emil Steinbach, Professor Wilhelm Oncken, Ernst v. Heste-Wartegg rc. Bon Bühnenkünstlern nennen wir hier nur: Hermann Nissen, Friedrich Haase, Minnie Hauck, Agnes Sorma, Lola Beech, Sophie Burska- Hauser, Oskar Sauer, Oberländer, Dr. Max Grube, Nuschka Butze, Adolf Ritter v. Sonnenthal, Dr. Max Pohl, Alexander v. Bandrowsky, Ernst v. Postart, Erika Wedekind, Irene
Triesch, Arthur Vollmer, E. Kraus (Berlin), Anton Schott, Luise Dumont, Wilhelm Fenteu, Theodor Reichman», A. Strakosch, Kammersänger Buff Gießen rc. — Da die illustren Geber zum Teil mehrere Bilder oder Karten mit vielfach hochinteressanten selbstverfaßten Sentenzen sandten, so bietet sich hier für die Autographensammler eine außerordentlich günstige Gelegenheit zur Erwerbung von wertvollen Autographen berühmter Persönlichkeiten. Das vorstehend aufgeführte Verzeichnis liefert aber sicher auch den Beweis, daß das bevorstehende Fest wieder einmal ein । Unternehmen ist, das die Blicke weiter Kreise auf unsere ' Stadt lenkt, und man besonders in den Kreisen der Be- russgenosten das Ergebnis desselben mit Jntereste verfolgt. Wir sind überzeugt, daß das Interesse der einheimischen Bevölkerung für das eine Fülle von Genüssen versprechende Fest hiergegen in keiner Weise zurückbleiben wird, hierfür sprechen auch die jetzt schon vorliegenden Vorbestellungen auf Eintrittskarten. Der allgemeine Kartenverkauf in der Hofmusikalienhandlung des Herrn Georg Thies (Elisabethen- straße) beginnt Montag den 23. Oktober, und werden diejenigen, welche sich bessere nummerierte Plätze sichern wollen, gut thun, sich alsbald solche zu bestellen. N. H. V.
△ Mainz, 22. Oktober. Letzter Tage ist wieder ein größeres Quantum gefrorenes Fleisch für die hiesige Garnison hier angekommen. Während eine frühere Dersuchs- sendung aus Schweinefleisch bestand, ist die letzte Sendung Hammelfleisch, das von Thorn in gefrorenem Zustand hierher befördert wurde. Das Fleisch wird in ganzen Hälfte» großer Kälte ausgesetzt und wenn es hart gefroren i» Stroh verpackt versandt. Dem Kochen des gefrorenen Fleisches geht ein Aufthauungsprozeß voraus, zum Koche» selbst ist kaum eine halbe Stunde Zeit erforderlich. Eine vorgenommene Kochprobe mit dem eben eingetroffenen Hammelfleisch ist ausgezeichnet ausgefallen. Das Fleisch war von sehr gutem Geschmack und zeigte sich als erste Qualität. Jetzt werden weitere Versuche mit diesem gefrorenen Fleisch von anderen Sorten Schlachtvieh gemacht.
△ Hochheim a. M., 22. Oktober. Kommende Woche
beginnt hier der allgemeine Herbst. Einzelne größere .
Gutsbesitzer haben bereits Lese gehalten und dabei die Erfahrung machen müssen, daß das Quantum des Herbstes noch hinter den bescheidensten Erwartungen zurückgeblieben ist. In einzelnen älteren Weinbergen ist das Erträgnis gleich null. Die Qualität verspricht indes bester zu werden, als man erwartete. Der Most wiegt bis zu 85 Grad durchgängig und nimmt die Gährung einen Verlauf, die einen kräftigen Wein erwarten läßt.
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