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1999
Nr. 275
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Drittes Blatt. Mittwoch den 22 November___________________________
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
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Grattsdeilasen: Gießener Zamütenblätter, Der hessische Landwirt, Klälter für hessische Volkskunde.
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heit zählen.
Großalmerode, 19. November. Gestern mittag wurde vor dem östlichen Thore der Stadt die Frau des Tiegel- drchers Fr. Peter, die ihrem Manne das Mittagessen in die Fabrik bringen wollte, von einem Kohlenwagen üb er fahren und blieb auf der Stelle tot. Die Frau hinterläßt sechs kleine Kinder. Die Schuld trifft den Fuhrmann, einen Burschen von 16 Jahren
eine Hand vor meinen Augen und konnte die Finger zählen, die sich mir entgegenstreckten; es waren drei. Allmählich wurde es noch Heller, und ich konnte die Möbel in dem Zimmer unterscheiden, es waren zwei Tische und acht Stühle, die ich mit Leichtigkeit zählte. Ich hatte auch das Gefühl, daß ich bei längerer Dauer des Experimentes meine gewöhn'iche Sehfähigkeit erhalten würde; den Schläfen entlang spürte ich etwas wie einen elektrischen Strom. Plötzj^h wurde der Apparat weggenommen und sofort war um mich her wieder die tiefste Finsternis. Das Experiment war zu Ende."
Professor Stiens weigerte sich auch jetzt noch, seinen Besucher mit dem Apparat vollständig bekannt zu machen, weil dieser, wie er sagte, noch mancher Verbesserungen bedürfe. Doch gab er ihm wenigstens einige Andeutungen über die Prinzipien, auf die er sich gründet. „Der Mensch sieht bekanntlich nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn; die Augen nehmen nur die Sehbilder auf und der Sehnerv leitet sie zum Gehirn, wo die Wahrnehmung statt- findet. Die Blinden machen sich durch Betasten ein genaues Bild von der äußeren Form der Gegenstände. Wenn die Augen verloren sind, treten andere Sinne in die Lücke. Viele niedere Tiere haben fein besonderes Sehorgan, aber sie sehen sozusagen mit dem ganzen Körper. Wenn also ein Bild ohne Mitwirkung der Augen dem Gehirn zugeführt werden kann, dann kann ein Blinder eben so gut sehen, wie ein Mensch mit gesunden Augen. Das ist die Grundidee des Stiens'schen Apparates. Statt durch die Netzhaut des Auges wird das Bild eines Gegenstandes durch ein Blättchen aufgenommen und durch einen elektrischen Strom in das
deutsche. Die dem Hilfsausschuß für diese erste Expedition zur Verfügung gestellte Summe beläuft sich mit Einschluß einiger noch aus Deutschland erwarteter Beiträge auf 40 000 Franken, wovon etwa 28000 Franken in Fl andern aufgebracht wurden. Ebenso wurden von hier aus die Verbandsstoffe usw. gestellt, während die Kosten für die über Neapel fahrende Damengesellschaft teils von den Teilnehmern selbst, teils im engsten Kreise aufgebracht wurden. Die Gesinnungsfreunde im Deutschen Reiche werden deshalb begreifen, daß der Ausschuß, so sehr er auch bemüht war, den deutschen Charakter der Expedition zu wahren, doch für Flandern eine größere Zahl der Teilnehmer zu- rückbehalten mußte, als für die übrigen hoch- und niederdeutschen Länder. Voraussichtlich aber wird für die weiteren Unternehmungen das alldeutsche Verhältnis hinsichtlich der Beteiligung ein gleichmäßigeres werden. Es sind hier bei uns aus Alldeutschland bisher etwa 700 Angebote eingelaufen von Aerzten, Pflegern und Pflegerinnen, oder von solchen Personen, welche in dieser Eigenschaft nach Südafrika mit- ziehen möchten. Die Begeisterung, der Mut und die Opferfreudigkeit, welche aus der Mehrzahl dieser Briefe hervorleuchten, zeigen uns, wie gewaltig die Seele des deutschen Volkes durch das frevelhafte Vorgehen ^dcr Engländer gegen unsere niederdeutschen Brüder in Südafrika erschüttert wurde; und cs schmerzt uns tief, daß wir fast alle diese Angebote unberücksichtigt lassen müssen. Hoffen wir jedoch, daß Alldeutschland bald in der Lage sein wird, für die wackeren Buren mehr zu thun. Wir bitten nun, daß alle uns noch zugedachten Sendungen an Heilmitteln, Kleidern und sonstigen Gaben noch vor dem 21. November nach Hamburg gesandt werden, entweder in Postpacketen an Herrn Rechtsanwalt Jacobsen, Neust. Fuhlent miete 95, oder als Eilgut (für den Reichsposidampfer „Herzog") an die Deutsche Ost Afrika Linie. Später cin- treffenbe Sendungen werden mit dem ersten Dampfer im Dezember abgehen. — Diejenigen Freunde, welche in Deutsch land und Oesterreich Einzelsammlungen begonnen haben, werden gebeten, den Ertrag recht bald an Herrn Professor Pol de Mont, Antwerpen, Ommeganckstraat 30, einzusenden. — Im Anschlüsse an diese Mitteilungen bittet der Hamburger Hilfsausschuß nochmals dringend um weitere Geldsendungen. Jede Gabe trägt dazu bei, die Zahl der Hamburger und Reichsdeutschen im Hamburger Hilfszuge zu vermehren.
Bermuthshain, 20. November. Gestern abend bot sich unfern Ortsbewohnern eine ebenso seltene, als auch erbauliche Gelegenheit, Interessantes durch Lichtbilder mittelst einer „Laterna magica" zu sehen, im großen Saale des Jakob Hornung hier, dar. Der Saal war bis auf den letzten Platz voll besetzt. Herr Missionar Groh von
Lokales und Ursvinstelles.
Gießen, den 21. November.
** GeschichtSkalend-r. (Nachdruck verboten.) Vor 132 Jahren, «D 22. November 1767, wurde zu St. L.onhard <m Passey rthal ba heldenhafte u> d volkstümliche Sandwirt von Pass yer Andreas Hofer a.boren. Ec war bl« Seele des Tyroler Aufstandes 'm Jahre 1809. Durch Verrat fräter qefa-gen gerommen zog er, zum Lode verurteilt, die französischen Kugeln dem ttanzosrschcn Kriegs bienst vor. Ec starb am 20. Februar 1810 zu Mantua mit dem Mute eines Helden, hochgeehrt von feinem Volke.
** Scheck. Das Reichspostamt hat bestimmt, daß im Post Checkverkehr die deutsche Schreibweise „Scheck" angewandt werden soll.
•• Postalisches. Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Altmorschen ist am 20. ds. eröffnet worden.
** (Eingesandt) Dem Hamburger Hilssansschntz für die verwundeten Buren (Vorsitzender Herr Rechtsanwalt A. M. Jacobsen, Neust. Fuhlentwiete 95, Hamburg) gingen von dem Antwerpener HilssauSschusse für Transvaal und den Oranje Freistaat folgende Mitteilungen zu: Die erste von dem Ausschuß ausgerüstete Sanitäts-Expedition wird mit dem am 22. November von Hamburg abgehenden Reichs- vostdampfer „Herzog" der Deutschen Ostafrika-Linie nach der Delagoabucht abreisen. Der Ausschuß hat für jeden Teilnehmer, welcher in 2 Klasse fährt, für Hin- und Rückfahrt 1275 Franken und für jeden Teilnehmer in 3. Klaffe 750 Franken zu zahlen. Die den Aerzten an Kleidung gelieferte Ausrüstung kostet 200 Franken, für die Pfleger und Pflegerinnen 150 Franken. Die Jnstrnmenie, Hcilmittek und Verbandstoffe, welche einen Wert von 15 000 Franken darstellen, wurden größtenteils von den Apothekern Antwerpens und anderer flanderischer Städte unentgeltlich geliefert. In Hamburg werden die von dort und aus Norddeutschland kommenden Teilnehmer an Bord gehen. Die aus den Niederlanden, Mitteldeutschland und Oesterreich kommenden Teilnehmer werden den Dampfer am 2o. November in Amsterdam besteigen. Da von dort auch eine ({eine Gesellschaft des holländischen Rot-Kreuzes nach Transvaal abgehen wird, so ist für den Abend des 24. November in Amsterdam eine allgemeine hoch-niederdeutsche Festlichkeit vorgesehen. Außerdem geht eine aus fünf Damen bestehende Gesellschaft von Brüssel auS nach Neapel, um sich dort am 6. Dezember der Expedition anznschtteßen. Die Zahl der in Hamburg einsteigenden Teilnehmer ist augenblicklich erst auf acht Personen festgesetzt. Wir erwarten jedoch, daß einige örtliche Hilssausschüsse [für die dort gesammelten Geldmittel noch eine Anzahl Teilnehmer entsenden werden. Die über Antwerpen oder direkt nach Amsterdam gehende Hauptgesellschaft ist bis jetzt auf 30 Personen festgesetzt, unter diesen befinden sich neun Hoch-
Gehirn geleitet. Das Prinzip ist also dasselbe wie beim Telephon, das die menschliche Stimme aufnimmt, fort- pflanzt und sie wieder von sich giebt. Der Apparat giebt also nicht blos den Blinden das Gesicht, sondern er dient auch zur telegraphischen Uebermittelung von B ldern; er ist für das Gesicht, was daS Telephon für das Gehör ist. Daraus kann man schließen, daß der Apparat ^des Professors Stiens auch eine neue Anwendung des Telephons mit sich bringt: der Professor will den Tauben das Gehör verschaffen, wie dem Blinden das Gesicht. Wir träumen ja auch in vollster Dunkelheit mit geschlossenen Angen die hellsten Bilder; das beweist, daß das Auge zum Sehen nicht unumgänglich nötig ist und daß das Gehirn allein “ - - Bericht mit folgenden
sieht." Dr. Caze schließt seinen
Sätzen: „Professor Stiens hat vollständig recht, wenn er sich weigert, jetzt schon die Einzelheiten einer Erfindung zu veröffentlichen, die ihn noch zu wichtigen Aendernngen und Verbesserungen nötigt. Bezüglich der Leistungen seines Apparats müssen wir uns also noch großer Zurückhaltung befleißigen. Es wäre ebenso unvernünftig, heute einen Triumphgesang anzustimmen, wie sich einem Skcpticismus hinzugeben, der durch nichts gerechtfertigt ist. Die Schlußfolgerung des Professors Stiens bietet im Ganzen nichts, das unserer Erkenntnis widerspricht. Wird die Praxis mit der Theorie Übereinstimmen? Das wird uns eine baldige Zukunft lehren. Aber wenn Professor Stiens recht behält, wird man ihn zu den größten Wohlthätern der Mensch-
Feuilleton.
Das Sehen ohne Augen.
In der „Revue de« R-vu-S" mach! Dr £ Eaze -m netzende Mitteilungen über die Erfindung d-s russischen, ieit längerer Zeil in London ansässigen Pros.ssors Peter Stiens, der behauptet, er tbnne die Blinden sehen lassen, auch wenn sie beide Äugen vollständig verloren oder nie besessen haben Die bisherig- Heilung der Blmdhett, wenn sie überhaupt heilbar war, bestand dann, daß die geschä biqte Sehkraft des Auges und der Sehnerven wieder her, aestellt wurde. Professor Stiens dagegen braucht angeblich gar kein- Äugen mehr, sondern er erzeugt das Sehen da durch, daß er durch einen künstlichen Apparat ein S-Hbild, ohne Permitt-lung der Augen, direkt in» Gehirn beforbert. «Er hat bis jetzt keine Einzelheiten über (etn System veröffentlicht, doch hat er sich dazu verstanden, dem Dr. L. Caze einen Einblick in den jetzigen Stand seiner Experimente und Forschungen zu gewähren. Dr. Caze berichtet barüber. cm $rofcffor Stiens mich in eine kleine, dunkle Kammer gesührt hatte, band er mir fest die Augen zu, sodaß ich absolut nichts mehr fe^en tonnte. Daun horte ich ihn hi«, und herg-h-n, Zündhölzchen streichen, eine Lampe anzünden u. s. w.. aber ich konnte nicht den mindesten Schimmer eines Lichtes wahrnehmen. Dann fühlte ich, wie er mir einen Apparat an die Schlafe setzte, und sofort bemerkte ich ein schwaches Licht, das die Gegenstände in meiner unmittelbaren Nachbarschaft erhellte. Ich sah
hier war seit 1887 auf der Goldküste zuerst in Akropong, daun später in Aburi in Westafrika thätig, an letzterem Ort als Vorsteher des Prediger-Seminars (für die Basler Mission), zum ersten Mal von 1893 auf 1894 zur Erholung in der Heimat und dann seit vorigem Jahr durch Krankheitsumstände wiederholt hier und geht dann bei guter Gesundheit nächstes Frühjahr abermals nach Afrika. Er führte eine Reihe von Bildern aus dem Mifsionsleben, audb biblische Bilder vor, sodann auch Bilder von seiner Reise von Deutschland bis Afrika, wie Hamburg, Dover, Funchal usw., ferner Missionsbilder, Negergruppen, Bilder berühmter und für die Mission sich verdient gemachter Missionare.
A Darmstadt, 20. November. In der Zeit vom 4. bis 16. Dezember er. wird hier zur Ausbildung von Lehrern an den Handwerkerschulen des Groß- Herzogtums ein praktischer und theoretischer Ausbildungskursus abgehaltcn. Der Kursus steht unter Leitung des Gewerbeschulinspektors Meyer und erstreckt sich auf darstellende Geometrie und Fachzeichnen. Ein zweiter Kursus in denselben Fächern folgt im Januar 1900.
A Aus dem Kreise Offenbach, 20. November. Wie die Jugend die „soziale Frage" zu lösen sich bestrebt, zeigen zwei in der „Allgemeinen Volkszeitung sür Sprendlingen und Umgegend, Verkündigungsblatt für Sprendlingen, Dreieichenhain und Götzenhain", erschienene Inserate. Darin werden die 16 jährigen Buben zur Gründung einer „Suffgesellschaft" in prosaischer und poetischer Form eingeladen. Devise: „Hoch lebe der edle Suff!" Den 14- jährigen Bübchen wird in einem zweiten Inserate ein Hoch geweiht mit der Aufforderung, sich alle bei den Zusammenkünften der „1883er" zu beteiligen. Vielleicht sind auch die 1895er bald soweit organisiert, daß sie sich den verbündeten 1883ern und 1885ern anschließen können. Dann aber — die Hosen zugcbunden! — — —
? Seligenstadt, 20. November. Zwei hiesige Gewerbetreibende haben der ihnen auf der Gr oß-Umstädter Ausstellung zuerkannten Prämiirung die Annahme verweigert. — Der evangel. Kirchengesangverein veranstaltete gestern abend zu Ehren seines nach Offenbach versetzten langjährigen Dirigenten, Lehrer Haas, im „Schützenhof" eine lebhaft besuchte und wohlgelungene Abschiedsfeier.


