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22.8.1899 Erstes Blatt
 
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worin er die Sozialisten auffordert, den Kampf zur Ver­teidigung der Republik zu beginnen und die Soldaten zur Fahnenflucht aufzureizen. Der Aufruf hat in dem alten republikanischen Stadtviertel von Paris eine ungeheure Auf­regung hervorgerufen. Die Sozialisten beschlossen, sich heute auf dem Platz de la Republique zu versammeln. Man ist daher auf sehr ernste Dinge gefaßt. Die Regierung hat umfassende Maßnahmen getroffen. Alle Pariser Truppen sind konsigniert.

Paris, 20. August. Die Metzger des Stadtviertels La Vilette hielten gestern abend eine Versammlung ab, um über die Aufforderung der Antisemitenführer, sich der Be­wegung zu gunsten Gusrins anzuschließen, zu beraten. Ein Teil der Metzger ist zwar der Ansicht, daß Guörin unrecht gehandelt habe, indem er die Bedingungen der Republik abgelehnt hat. Es wurde indes beschloffen, sich einzeln an einen gewissen Punkt der Stadt zu begeben und dann in Masten nach der Rue Chabrol zu ziehen. Es sind bereits die größten Sicherheitsmaßregeln seitens der Behörden ge­troffen worden. Die Wirtschaften in der Rue de Magenta und der Rue la Frajette müssen geschlossen bleiben. In der vergangenen Nacht kam es in der Rue Chabrol zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Antisemiten. Für heute werden größere Zusammenstöße befürchtet.

Rennes, 20. August. 2 a & ort arbeitete gestern nach einem Spaziergange im Hausgarten einige Stunden, ohne allzugroße Schmerzen zu verspüren. Dr. Reclus meint, Labori sollte der morgigen Sitzung beiwohnen, zunächst ohne Fragen zu stellen. Labori findet das Resultat der ver­gangenen Verhandlungswoche sehr erheblich. Insbesondere erscheint ihm wichtig, daß Picquarts scharfe Darstellungen in allen Hauptpunkten unwidersprochen blieben und daß in die Geheimakten durch die letzten Zwischenfälle eine starke Bresche gelegt worden ist. Zu den Spezialaufgaben Laboris gehört die Klarstellung des Falles Dupaty de Elam. Es wäre nicht unmöglich, daß beide Patienten, Labori und Dupaty de Elam morgen im Gerichtssaale erscheinen. Die Haltung von Dreyfus findet Labori vorzüglich. Der Zustand Laboris bessert sich immer mehr.

Kokates und Provinzielles.

Gießen, den 21. August 1899.

Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 19. August dem Oberstleutnant a. D. Friese, seither Kommandeur des Landwehrbezirks I Darmstadt das Ritter­kreuz 1. Klasse und dem Lazarett-Inspektor Wieser zu Magdeburg, seither Bezirksfeldwebel beim Landwehrbezirk Mainz, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen Allergnädigst zu verleihen geruht.

♦♦ Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 19. August den Präsidenten des Landgerichts der Provinz Oberhessen, Emanuel Freiherrn v. Ricou, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprieß­lichen Dienste, mit Wirkung vom 15. September 1899 in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August den Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandes­gericht, Gustav Kullmann, zum Präsidenten des Land­gerichts der Provinz Oberhessen, mit Wirkung vom 15. Sep­tember 1899 an, zu ernennen; den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, Geheimen Justizrat Johann Baptist Volk, unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 15. Sep­tember d. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen und dem-, selben aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Ernannt wurden: der Landgerichtsrat bei dem Land­gerichte der Provinz Rheinhessen, Ludwig Neundörfer, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, mit Wirkung vom 15. September 1899 an; der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, Ludwig Lang, zum Land­richter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, mit Wirkung vom 15. September 1899 an; der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Mainz, Dr. Otto Brun zum Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen, und der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Offenbach, Fritz Eller, zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Mainz die beiden letzteren mit Wirkung vom 16. September 1899 an. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August den Gerichtsschreiber am Amtsgericht Mainz, Pankraz Fürstweger, sowie den Gerichtsschreiber am Amtsgericht Nidda, Johannes Kircher, auf ihr Nach­suchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1899 an in den Ruhestand zu versetzen und aus diesem Anlaß ersterem die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, sowie letzterem das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu ver­leihen.

Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, zum 9. August dem Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins und der Handwerker­schule zu Groß-Umstadt, Schneidermeister Staab daselbst, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Bürgermeister Eidmann zu Groß.Umstadt das Silberne Kreuz dieses Ordens zu ver­leihen.

"Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August dem Badewärter Josef Rauch in Weisenau, in Diensten der Ohaus'schen Badeanstalt zu Mainz, das Allgemeine Ehren­zeichen mit der Inschrift: ..Für treue Arbeit" zu ver­leihen.

* Die Gießener freiwillige Feuerwehr feierte gestern das 25jährige Dienstjubiläum ihrer Mitglieder Friedrich und Wigandt. Die Feier bestand in Uebung und Kommers. Wir hoffen, noch eingehender über die Feier berichten zu können.

** Der Gießener Radfahrer-Verein 1885 veranstaltete gestern anstatt des alljährlich stattfindenden Sommerfestes in Garbenheim ein Waldfest am Ludwigsbrunen. Ob­wohl das Wetter den ganzen Vormittag nicht sehr einladend zu einem solchen Feste war, so gestaltete es sich doch gegen Mittag wenigstensvon oben" etwas günstiger, und fand sich denn auch um die festgesetzte Zeit eine über alles Er­warten große Anzahl Teilnehmer auf dem Festplatze ein. Nach ein paar kurzen Worten des Vorsitzenden brachten Konzert, Tanz und Kinderspiele die Anwesenden in die ge­hobenste Stimmung, und so kam die altbewährte Gemütlichkeit und der innige Zusammenhang des G. R.-V. 1885 voll und ganz zum Ausdruck. Für das leibliche Wohl hatte Herr Restaurateur A. Koch auf das beste gesorgt, sodaß auch von dieser Seite die Teilnehmer wohl befriedigt wurden. Bei eintretender Dunkelheit trat man gemeinschaftlich unter den Klängen der Musik den Heimweg an, um dann im Hotel Schütz" das diesjährige Sommerfest würdig zu be­schließen. Recht lange dürfte es seinen Teilnehmern noch in freudiger Erinnerung bleiben.

* Circus Ammans läßt es sich angelegen sein, den ihm vorausgeeilten guten Ruf in allen Stücken zu bekräftigen. Kann er sich auch an Umfang und Größe des Personals wie des Tierparks nicht mit den derzeit ersten derartigen Instituten messen, so hält er doch, was die dargebotenen Leistungen auf den verschiedenen Gebieten, auf denen sich ein Circus berufsgemäß bewegt, als da sind Gymnastik verschiedenster Art, Equilibristik, Athletik und Tierdressur an­betrifft, den Vergleichmiter st enJn st it utenin jeder Beziehung aus. Damit wir indes nicht in den Verdacht geraten, als gingen wir darauf aus, nur zu loben, wollen wir nicht verschweigen, daß die Komik der Clowns auf schwachen Füßen einhergeht, und ihre Kalauer an Altbacken- heit nichts zu wünschen übrig lassen, was indes dem Beifall keinerlei Abbruch thut. Ziemlich vorlaut ist auch die Musik; ein Umstand, der ihrer schreienden Besetzung zuzuschreiben sein möchte. Der Tierpark weist durchweg edle Exemplare auf, und die Kostüme zeichnen sich durch geschmackvolle Ein­fachheit und Gediegenheit aus. Rückhaltloser, rauschender Beifall wurde seitens der Zuschauer allen Nummern des reichhaltigen, abwechselungsvollen Programms zuteil. Er­staunliches leisteten die Geschwister Pavey am Trapez, des­gleichen die Herren Jean Baptiste und Charles Thompson in Turn- und Balance-Uebungen. Geradezu halsbrecherische Kunststückchen vollführte der unvergleichliche Handstand­künstler Mr. Scwoda, dem die serbische Akrobaten- (Mar- ta-fi)-Truppe den Rang abzulaufen suchte. So etwas von Gelenkigkeit erinnern wir uns kaum je gesehen zu haben. Miß Hertha legte einen vollgültigen Beweis ihrer Stämmig- keit durchgewichtiges" Einherschreiten und sonstige Kraft­beweise ab, sie verstand es schließlich, einen der Bediensteten des Circus recht anmutig mit steifem Arm aus der Arena zu befördern. Die Vorführungen des Thompson-Trio an der blumengeschmückten Riesenprachtleiter bildeten einen der Glanzpunkte des Programms. Hervorragendes leisteten die Damen Corradini und Frl. Viktoria Lee in Vorführung von Pferde-, Hunde- und Elephantendressur, während Mr. Showles vom Circus Barnum in New-Jork staunenswerte Jokey Tricks vollführte. Die unter Herrn Direktor Jmmans arbeitende Prachthundemeute machte ihrem freundlichen Meister alle Ehre und legte erstaunliche Proben von Gelehrigkeit ab. Wie gewöhnlich kam auch im Circus das dicke Ende zuletzt, diesmal in einem Elephanten bestehend, der eine bei seiner Plumpheit nie geahnte Geschicklichkeit in allen möglichen Kunststückchen an den Tag legte. Die Clowns hatten, wie bereits erwähnt, trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer ausgesprochenen Plattheit die Lacher auf ihrer Seite. Der Besuch der Vorstellungen ließ am Samstagabend und Sonntagnachmittag leider zu wünschen übrig, während die Sonntagabend-Vorstellung verdienter­maßen gut besucht war. Man darf dem Cirkus Jmmans unbedenklich die Bezeichnung eines kleinen, aber feinen bei­legen, und wessen Mittel es erlauben, der sehe sich die wirklich tüchtigen Leistungen an; er wird es nicht bereuen.

** Polizeibericht. Am vergangenen Samstag nachmittag wurde in einem Hause hiesiger Stadt ein frecher Dieb­stahl sondergleichen in folgender Weise ausgeführt: Der Dieb hatte sich offenbar vorher in die betreffende Wohnung eingeschlichen, sich dort versteckt und, nachdem die Bewohner sich entfernt und die Wohnung verschlossen Hatten, mittelst Werkzeug das Schrei.bpult erbrochen und diesem eine Geld­kassette mit etwa 400 Mark Inhalt entnommen. Hierauf öffnete der Dieb ein Fenster und gelangte durch dasselbe in den Hof. Da ihm hier jedoch Mitbewohner des Hauses im Wege waren und er seinen Raub ohne Gefährdung seiner Person nicht in Sicherheit bringen konnte, so ließ er die Kassette durchs Kellerfenster in einen der Keller fraglichen Hauses gleiten und entfernte sich; derselbe ist dann auch leider entkommen. Der Dieb, welcher von in der Nähe fraglichen Hauses arbeitenden Personen gesehen wurde, wird folgendermaßen beschrieben: 22 bis 23 Jahre alt, 165 bis 170 Zentimeter groß, gesetzter Statur, bartlos, frisches Gesicht; bekleidet war er mit grauem Sackanzug, grauem, weichem Filzhut mit weißem Band, Schnürschuhen. Er trug Regenschirm mit geradem Griff. In Wieseck wurde em hiesiger Wirt von einigen jungen Burschen infolge eines wegen einer Geringfügigkeit entstandenen Wortwechsels durch Messerstiche nicht unerheblich verletzt, sodaß er hierher gefahren werden mußte.

♦f Se. Majestät der Kaiser weilten in Begleitung der Kaiserin Friedrich, der Kronprinzessin von Griechenland und der Landgräfin von Hessen am Sonntag Nachmittag zu

Wagen längere Zeit auf der Saalburg, um sich von bett Fortschritten der Wiederherstellungsarbeiten daselbst per­sönlich zu Überzeugen.

Aus der Zeit fltr die Zett.

Vor 71 Jahren, am 22. August 1828, starb auf Mou- trouge bei Paris der Arzt und Vater der Phrenologie FranzJoseph Gall. Was Lavater aus der beweglichen Physiognomie herausfinden wollte, suchte Gall aus der festen Form des Kopfes zu ergründen. Von der Richtigkeit seiner Ansicht war er vollständig überzeugt. Sein eigener Schädel befindet sich im Museum des Jardin des plantes zu Paris. Er wurde am 9. März 1758 zu Tiefenbronn in Baden geboren.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Rraumur gemeßen am 21. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 14Vi°, Luft 16°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 21. August. Zur Situation schreibt das Kleine Journal": So schwierig es auch für die Krone sein mag, neue geeignete Männer zu finden, so dürfte doch auch kaum ein anderer Ausweg übrig bleiben, um in die derzeitige politische Situation die gewünschte Klarheit zu bringen. Aus welchen Kreisen wird aber der Monarch die neuen verantwortlichen Ratgeber der Krone berufen? Man wird voraussichtlich unter solchen Persönlichkeiten Umschau halten, die allen extremen Bestrebungen abhold sind, die sich vor allem auch in dem Kampf um den Kanal nicht exponiert oder kompromitiet haben und die politisches und Verwaltungs- Talent besitzen. Wenn es solche Männer in Preußen giebt, wird sie das Auge des Monarchen gewiß entdecken.

Wien, 21. August. Das hiesige portugiesische Konsulat erklärt, gegenüber den Washingtoner Meldungen, in Lissabon sei kein einziger Pestfall vorgekommen.

Asch, 21. August. Da die Behörde große Kund­gebungen gegen die Klerikalen und den § 14 fürchtet, war der Zapfenstreich am Vorabend von Kaisers Geburtstag auf gestern vertagt worden. Anläßlich dieses Zapfenstreiches kam es zu heftigen Demonstrationen gegen die Regierung. Ueber die Köpfe einer vor dem Amtsgebäude postierten Truppe hinweg, zertrümmerte ein Steinhagel alle Fenster. Gegen das katholische Vereinshaus wurde ein stürmischer Angriff unternommen, weil dort die Gendarmerieverstärkung Quartier fand. Vom Zollamt war der kaiserliche Adler verschwunden. Der Bürgermeister erklärte, für die Ord­nung und Ruhe nicht mehr einstehen zu können. Eine starke Gendarmerie-Verstärkung wird erwartet.

Teplih, 21. August. Die Verhandlung der Delegierten der sächsischen Bergarbeiter und der Arbeiterführer der hiesigen Kvhlen-Bezirke nahmen einen befriedigenden Verlauf. Im Herbst soll der Generalstreik beginnen.

Prag, 21. August. Narodny Listi veröffentlicht einen ihr angeblich aus Petersburger Kreisen zugegangenen Brief, in welchem die panslawistische Politik des Zaren besprochen und behauptet wird, daß seit dem 1. August 1897 zwischen Rußland und Oesterreich ein Abkommen bestehe, welches Oesterreich seine Grenzen garantiert. Wie verlautet, steht in den bömischen höheren Verwaltungsbehörden eine Per­sonal-Veränderung bevor. Sämtliche deutschen Funktionäre sollen entfernt und durch tschechische ersetzt werden.

Brussel, 21. August. Die Lage wird sehr ernst. Die Sozialisten haben eine geheime Sitzung abgehalten, deren Resultat weit über die bisher gemeldeten Beschlüsse hinaus­geht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man vor einer weitgehenden Revolutionsbewegung steht.

Rom, 21. August. Der Prinz Cluny wird vor Gericht gestellt werden, weil er zahlreiche wertvolle Gegen­stände aus dem vatikanischen Museum einem amerikanischen Millionär verkaufte.

Paris, 21. August. Zwischen sozialistischen Arbeitern unter Führung Sebastian Faures und Anarchisten kam es auf dem Boulevard Voltaire zu blutigen Zusammen­stößen, wobei Revolverschüsse fielen. Polizei-Kommissar Goutier wurde schwer verwundet und mehrere Polizisten er­hielten Messerstiche. Sebastian Faure und mehrere seiner Genossen wurden verhaftet. Bei den antisemitischen Un­ruhen wurden 80 Verhaftungen vorgenommen.

Paris, 21. August. Im Prozeß Dreyfus ist die von einem General erwähnte hohe Persönlichkeit, welche angeblich schriftliche Beweise von der Schuld Dreyfus haben soll, der ehemalige französische Botschaftsrat PrinzdeBerghes, welcher seinerzeit wegen kolossaler Schulden in die Fremden­legion eintreten mußte.

Rennes, 21. August. Wie vorher zu sehen war, wirb Labori, entgegen den optimistischen Hoffnungen seiner Freunde, noch nicht am Prozeß teilnehmen. Die Wunde ist noch nicht geschlossen. Jetzt hoffen seine Freunde, er werde im Lause der Woche kommen können. Heute werden Colonel Abonville, General Fabre, Kommandant Lauth und Archivar Gribelin verhört werden.

Petersburg, 21. August. Auf der hiesigen Werft werden demnächst zwei neue Kreuzer erster Klasse vom Stapel gelassen werden.

Johannesburg, 21. August. Die Buren haben eine Circularnote erlassen, worin sie die Regierung aufforbern, nicht mehr mit Englanb in Unterhandlungen zu treten.

Mainz, 21. August, 9 Uhr 25 Min. vormittags. (Telegramm.) Der Kaiser ist soeben hier eingetroffen. Bor dem Mombacher Thor bestieg Seine Majestät das Pferd unb begab sich direkt zur Truppenschau. Der Großherzog ist bereits gestern abend angekommen.