Donnerstag den 20. April
1899
Drittes Blatt
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nehmen Anzeigen für den «Ließen« Anzeiger entgegen.
keilen abzusehen,
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Fernsprecher Nr. 51.
Berdienste vom General Lambert in einer viel besprochenen Polemik bestritten worden find, ist nach langem Siechtum
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde.
fällen will. Gerüchte, die Regierung übe diesbezüglich einen Druck aus, werden energisch dementiert.
Paris, 18. April. In dem Befinden Laboris ist keine Besserung zu verzeichnen.
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Wachen Bi
sich eben eine Kollektion von etwa dreißig Bildern int Schneider'schen Kunstsalon. Lesser Ury ist ein großartiger Meister der Stimmung. Ob er uns nun einen Sonnenaufgang bei Belaggio malt oder uns das wogende Kornfeld bei einem Dörfchen auf der Insel Rügen vor Augen führt, — immer lebt in seinem Bilde die tiefe Seele der Landschaft, ob diese Seele sich nun bei flimmerndem Mondlicht, im schwermütigen Zauber schweigender Wassereinsamkeit oder in südlicher Blütenpracht enthüllt. ES liegt etwas Intimes und doch zugleich Großzügiges in den Kompositionen Urys, etwas, das keinem Modewechsel zum Opfer fallen wird. Wie kühl gehen wir heute schon an Mackart vorüber! Aber ich kann mir keine Zeit denken, wo man für die Landschaften Urys kein nachfühlendes Auge mehr haben sollte! Die meisten der bei Schneider befindlichen Kompositionen bewegen sich in der Preislage von 1600, 1800, 2000 das ist auch wahrlich nicht zu viel! Wer eine dieser Landschaften in seinem Salon aufhängen darf, hat etwas erworben, das den Kenner und den Naturfreund zugleich mit hoher Freude erfüllt.
Die letzten Jahre find gute Bilderjahre gewesen. Das müssen am besten die Besitzer der großen Kunstsalons wissen. Don Böcklin find bei Schneider im letzten Jahre neun Bilder gekauft worden. Auch HanS Thoma kommt eben sehr in Aufnahme.
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leXjJjjfil eigenWflloe scheinenden
Amts, und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen.
'M 18. April. Eine Ergänzungs-Enquete ist un- /wahMiinlich, da der Kassationshof sich für genügend ' .wsgiMil erachtet und die Entscheidung möglichst fchnell
Vermischtes.
* Em „Klub der Harmlosen" in München. Wir lesen in den „M. N. N.": Wie in jeder Großstadt, so vermehrt sich auch in München die Zahl jener Glücksritter, die von der Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit anderer leben, sehr stark So hat München unter anderem auch seinen „Klub der Harmlosen", zwar nicht der Form, wohl aber semen Geschäftspraktiken nach. Es ist das ein vielen Münchnern bekanntes Kleeblatt, das, nach Art der Riemenstecher und dergleichen, seine Opfer zu rupfen versteht, nachdem es nach dem Berliner Vorbild nicht selten durch Sängerinnen und dergleichen diese angelockt hat. Dieses Kleeblatt, bestehend aus einem Adeligen, einem Kaufmann und einem „ollen
ehrlichen" Geschäftsmann der Nahrungsmittelbranche, der auch in wucherischen Geldgeschäften macht, hat schon viele Ovser gerupft, dürfte nun aber endlich das Handwerk gelegt bekommen, nachdem eines der Opfer, dem mehrere Tausend Mark durch Falschspiel abgeknöpft wurden Anzeige erstatten wird. München wird sonach demnächst auch seinen Spieler-
Feuilleton.
Frankfurter Brief.
Originalbertchi für bett .Gießener Anzeiger*.
(Nackrdruck verboten.)
>rie I« M von Pontevedra". — Die erste elektrische Linie nnelkchü der Stadt. — Lesser Ury im Schneider'schen Kunstsalou.
jenem gegenüber Hongkong liegenden Festlandsgebiete, das den Briten zur Erweiterung und Sicherung ihrer Kolonie abgetreten worden ist. Bei Vornahme von Vorbereitungen für die Besitzergreifung wurden Kapitän May und seine Polizeiabteilung auf dem neuen Gebiet angegriffen und zogen sich zurück. Ihre Schuppen wurden niedergebrannt und ze» stört. Der Torpedobootzerstörer „Fame" brachte sodann hundert Mann vom Hongkonger Regiment dorthin und fand alle Höhen, welche Taipofu beherrschen, von tausend chinesischen Soldaten besetzt. Diese eröffneten ein allerdings erfolgloses Artillerie- und Gewehrfeuer. Hierauf wurden sie beschossen und die Höhen von den Truppen gestürmt, worauf sie davonliefen. Da angeblich aus allem hervorgeht, . daß der Vizekönig und die Beamten die Treue gebrochen haben, soll die britische Flagge sofort gehißt werden. General ■ Gascoigne wird mit dem Kreuzer „Brisk" Truppen im Tolohafen landen, während eine Expedition über den Kau- lunghügel marschiert.
keine Kraft mehr besitzt, den Boden zu durchdringen und nachhaltig zu erwärmen. Eins steht wohl fest: ohne die Cavalleria" wäre Forsters Einakter schwerlich entstanden.
Von Mascagni hat er sich für seine Musik das Theaterblut geholt, und daß sie dieses hat, ist ihr Hauptvorzug. Das Textbuch arbeitet mit rohen Effekten, die halb einer überlebten Romantik, halb der Kolportagephantasie entlehnt find Ein portugiesischer Abenteurer „Don Pedro" schwört der lieblichen Rosita, der Tochter einer Posadabesitzerin, ewige Treue, obgleich er vermählt ist. Die verratene und verleugnete Gattin entlarvt dann den Betrüaer, worauf das Ganze im Stil der italienischen MesseraffcMen endet.
Frankfurt, wo vor einigen Jahren die große elektrische Ausstellung in das Land der modernen Wunder lockte, hat verhältnismäßig lange auf die Einrichtung der ersten elektrischen Linie innerhalb der Stadt warten müssen. Nun ist die Strecke vom Palmengarten bis Sachsenhausen, welche die Neue Mainzer Straße durchschneidet, zunächst dieses Verkehrsmittels teilhaftig geworden. Ruhigundfastlautlos gleiten die großen gelben Wagen, die weit mehr Insassen beherbergen können als die Pferdebahnen, über den Straßendamm, wo vor Ostern noch die Hufe müder Gäule klapperten. Ja, das Tramway-Pferd hat wohl auch in Frankfurt die längsteoZei^ ^rliner Landschafter Lesser Ury befindet
FMO-Zkide »s w
bis Hk. 5.85 p« Meter — j-p-ntfcbe, ch'nestsche k. in b-n neuesten Delfin« und Farben, sowie schwär,e, weiße und farbige,Heirnederg> Leide" von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 per Meier — in den wodnnstm Geweben, Farben und DesftnS. An jedermann franco und verzollt Ins Haus. Muster umgehend. . — .
G. Henneberg’s Seiden-Fabnken (k.u.k.Hofl.), Zürich.
gestorben. ..
utm juutuHv.p^.. ------------------- r . London, 18. April. Im Unterhaus- kam gestern die
Str te jt- .,gbn Ibestehen zwischen den Italienern und Franzosen Verhaftung des deutschen Plantagen-Direktors Hus- u. d'7 ~~nagel zur Sprache. Der Parlaments-Unter-Sekretär des
17 q bedingt. Aus dem sog. Verbrüderungsfesten Auswärtigen, Brodnick, erklärte, Hufnagel sei verhaftet
‘ __„ui* not »in« hnfitifffit» Annäberuna I ____k-« hpfrhmnrenrn Heuaen-Aussage die
Prozeß haben.
* Die Kaiseri» im Kieler „SeemannLhaus". Bei Gelegenheit ihres letzten Besuches in Kiel aus Anlaß der feierlichen Einstellung des Prinzen Waldemar (ältesten Sohnes des Prinzen Heinrich von Preußen) in die Marine, hat sich die Kaiserin auch veranlaßt gesehen, dem „Seemannshaus" einen Besuch abzustatten, und dasselbe eiu- aebend zu besichtigen. Erneut dokumentierte damit die hohe Frau das lebhafte Interesse, welches sie diesem Erholungsheim der Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine entgegenbringt. Wie unsere Leser aus früheren Mitteilungen bereits wissen, plant die Gesellschaft „Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" die Errichtung zweier weiterer Seemanns- , aozuieyen. i Häuser, und zwar in Wilhelmshaven und K,autschou. Lewer
Afien. Zu einem Zusammenstöße zwischen britischen ift das zur Inangriffnahme der Bauten benötigte^Kapital, und chinesischen Truppen ist es in Kaulung gekommen, in I das durch freiwillige Beiträge aus allen Kreisen des deutsch uno cymemcy x w ।I Volkes (ohne öffentliche Aufrufe zu Sammlungen) zusammen- gebracht werden soll, bei weitem noch nicht ausreichend vorhanden. Gaben werden vom Hofmarschallamt Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen (Kiel, Königliches Schloß) entgegengenommen; auch das Bankhaus Ed Rocksch Nachfolger in DreSden-A. (Schloßstraße) ist gern bereit, Beiträge zu sammeln und nach Kiel weiterzu-
leiten.
* Ei« kurioses Gespräch sand unlängst auf einer Station bei Nienburg zwischen einem Bauern und einem Schalterbeamten 'statt. Bauer: „He 'n Bullet?" — Beamter: Wohin?" — Bauer: „Dat sind mine Sackens — Beamter: „Nun, Sie müssen mir doch sagen, wohin Sie fahre« wollen!" — Bauer: „Ja, bat wör schön, Jedem op de Näse binnen, wo eck henföhren woll! Wullt Du mi fein Bullet qewen?" — Beamter: „Nein, erst sagen Sie mir gefälligst, wohin, sonst kann ich Ihnen kem Blllet geben!" __ Bauer: „Donner joh, dann behol Din Bullet, dann qah eck to Faute!" Sprach's und trat abends 10 Uhr den Weg nach seinem Heimatsdörfchen an, in dem er am anderen morgen um 5 Uhr ankam.
jyjü Pf, M. Von Gotha bis Frankfurt fährt man einige lfeWe*eif' |fgtu urti, aber Forsters Einakter „Die Rose von Ponte-
, ri e d W', das s. Z. unter den Auspicien des Herzogs Ernst l<fen on !bdu:rg.Gotha preisgekrönte Werk, hat etliche Jahre
n. fbrfmjjt. um sich den Kunsttempel am Main zu erschließen.
s.iftü liieoi es, als sollte das Preisausschreiben für den . siemusikalischen Einakter und die im Anschluß an dieses rfoVtyibwn Musteraufführungen in Gotha, ohne Konsequenz
mjchch « flii ui ^«r'snüpfungSpunkte, die schon allem die gemeinsame äh nnm i? h<bü.jtaniuig bedingt. AuS dem sog. Verbruderungsfesten aux,luutuatll/ ---------------- w ... . . - ..
Dm \x - . Brbmien aber gleich auf eine politische Annäherung I morden, weil er nach einer beschworenen Zeugen-Aussage die X i b'totn romanischen Länder zu schließen, erscheint denn samoanischen Angreifer bei den letzten Scharmützel vor AP,a v "m-h enhiht, auch wenn man die Reden König Humberts I angeführt haben soll. Weiter teilte Brodnick ssnt, daß der " ' - - * 1 englische Vertreter aus Samoa angewiesen sei, sich einer
bisherigen Proklamation der beiden anderen Konsuln anzuschließen, in welcher die Bewohner aufgefordert werden, die Ankunft bet Kommission abzuwarten unb von Feindselig-
ichjchtinba. bihtJtBi Sinne ausnutzen wollte. Jedenfalls liegt aber i , ch । licht der geringste Grund vor, an der Bundestreue I । dai mir sch dlihtf yi zweifeln, denn dieses ist doch zu sehr auf die I ugqWA'eit zum Dreibuude angewiesen, als daß es ohne I otaW nmgode Not seine Beziehungen zu demselben lösen könnte. ayMgM ^Qben ^on bci geeigneten Gelegenheiten wieder-
IffPlhofo .«'ührt, daß die dem Dreibunde angehörigen Staaten » ne c»vMdeSmitgliede verwehren, mit einem außerhalb der lanwtMM- lliam, Menden Reiche in intimere Beziehungen zu treten. . UOOO, M.'si s-llchi Erinnerung steht ja das Sonderabkommen, welches fi dem LE f» trftutoard mit Rußland getroffen hatte.
___(j^o wie Deutschland damals einen Bündnisvertrag •1F/ , i 1 östlichen Nachbar abgeschlossen hatte, so steht eS
||f 1/ z vesli-rreich und Italien frei, mit einem beliebigen IIIrl "StatKtiiin ein nähere« Verhältnis zu treten, wenn dadurch l|L\ tut »iiDreibund keine Einbuße erleidet und den Tendenzen, | ■■1 ■’ ..ter: velchen er gegründet wurde, nicht widersprochen wird. ।
\i Cur Rnltkh . 4 haipotziel, welche« der Dreibund verfolgt, ist die Er-
i 8Phr elegant® ,altm.ig di'S europäischen Friedens, und um feiner Aufgabe ZXr« mmrn- mchr gerecht werden zu können ist es nur wünschens- 'nen und Sfaih-Nii'- Lcrtusenn er weitere Kreise zieht und mehr und mehr auch lbue bei: ndem, Mächte seinen Interessen dienstbar macht.
< lälalMN unb Frankreich sinb m wirtschaftlicher Be» Telephtuhdf.iü oiielfach a«feinanber angewiesen, unb ein engerer ------— ^>sa.Eiischluß ist um so gerechtfertigter, seitdem der baniiodlDcrtrag zwischen beiden Ländern zustande gekommen 1H1Ö ,t ttm europäischen Frieden kann es nur forderlich fein, . ar i> Frankreich einer Dreibundmacht sich auch politisch . VaW 2in diesem Sinne sind die „Verbrüderungsfeste" auf
ifthrtecbnik ^vc'to nur freudig zu begrüßen, und sie dienen dem all- , .. emeiiBin Friedensgedanken vielleicht mehr, als alle Berat- 1 VittHM maeiin brr im nächsten Monat zusammentretenden Ab- v WU* ; üsti. rnMmferenz. Denn noch einmal sei es gesagt, an der rittfiCHI 3nnntttlirt2ue König Humberts darf unter keinen Umständen
gezk^MIt werden.___(xx)
,r Hand- und P-
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W u -reDite* ür" li äeutf'Äe Öpernlcben' im allgemeinen bleiben, denn ^ic »emim Bühnen machten Weber von her „Evamhia", och, Ml her „Rose von Pontevedra" einen ergiebigen sondern hielten sich nach wie vor an die „eaialttnia" und den „Bajazzo". Nun ISchelt der Forster- iS-^Li'^k'cher-l^r noch ein späte« Glück, das allerdings viel von OfitilV /er Msi-nne an sich hat, die trotz aller Freundlichkeit
tz/ Gießener Anzeiger
Z*- C g** z* ztv »llk Anzeigen-vermMlungSstelle« M In. und »uSlande«
l4et nieht,
chlichen Zweti «rchukwn,. «fpedition und Druckerei:
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lügen $eni ^««;ofisch-italienische Verbrüderung?
! WWich der Anwesenheit des italienischen KönigSpaareS
, uf Erbieten ist bekanntlich ein französisches Geschwader ivwiv ^V||V_..a
NWm- n Prüf ung dahin entsandt worden. Jeder Kundige weiß, P„jz, 18. April. Major Aubert, der Verteidiger von 1. Turnen ! i'-ibti solchen Gelegenheiten regelmäßig zum Austausch Bazeilles in den Tagen der Schlacht von Sedan, dessen »M? Vn -,r„n2schastsversicherungen kommt, und wenn diese w ' - - - ' ----- -- -.....'
ibenbi 8 ni„ l > i"« besonder» herzlich ausgefallen sind, so dars das n “. ht I »eiter Wunder nehmen. Einmal liegt diese laute
MNMenilg^ L.,Wtlt dem südländischen Naturell begründet^anderer.


