Ausgabe 
20.1.1899 Zweites Blatt
 
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kapseln" hergestellt werden. Die kaufmännische Leitung des Unternehmens bleibt in Berlin. Wir begrüßen aufs wärmste diesen neuen Aufschwung unserer einheimischen Industrie.

' B6n6dictine. Es muß selbst den Unbeteiligten Freude machen, festzustellen, wie bei der großen Konkurrenz in seinen Likören, die Bönedictine, FScamp, nicht allein ihren alten Platz behauptet, sondern immer mehr an aller­erste Stelle rückt. Mit der Zivilisation gleichen Schritt haltend, ist die B6n6dictine in der alten und neuen Welt gleich heimisch und zur Königin aller Liköre geworden. Stehe man nicht vom Tisch auf, ohne sich ein Gläschen B6n6dictine servieren zu lassen; Schreiber dieses bleibt ihrer wie eines guten Freundes stets gedenkend.

* Welche Ausdehnung das Fortbildungsschulwesen im Königreich Sachsen genommen hat, geht aus folgenden Zahlen hervor, die wir einer Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Karl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6 ver­danken. Bei einer Einwohnerzahl von 3783 000 Ein­wohnern besitzt das Königreich 1953 dieser Schulen, die von 75358 männlichen und 1699 weiblichen Schülern be­sucht werden. Außerdem existieren noch 39 höhere In­dustrieschulen, mit einer Besucherzahl von 10 660 Personen; 112 technische Fachschulen mit 10 119 Schülern, 44 Handels­schulen, deren Schülerzahl sich auf 4781 beläuft. In 11 landwirtschaftlichen Schulen erhalten 691 Schüler Un­terricht. 7 Schulen sind speziell zur Erteilung von Hand­fertigkeitsunterricht an Schülerinnen vorhanden, dieselben werden von 1569 Schülerinnen besucht. 2445 Schülerinnen erhalten Unterricht in 18 technischen Fachschulen. Sachsens industrielle Entwickelung und der große Absatz, welchen seine Erzeugnisse auf dem Weltmarkt gefunden haben und noch finden, ist nicht zum wenigsten auf die Entwickelung dieser Schulen zurückzuführen. Jeder bedeutendere Industriezweig hat seine eigene Fachschule, und in den Zweigen, in denen man besonderen Wert auf eine, mit der praktischen Hand in Hand gehende theoretische Ausbildung Wert legt, sind verschiedene Schulen vorhanden, deren jede sich mit ihrem Lehrgang einer ganz bestimmten Borbildung anpaßt.

* Kurzsichtigkeit der Schüler. Unter Genehmigung der Schuldeputation hatte der berühmte Augenarzt Herm. Cohn im vorigen Sommer an allen Volks- und höhern Schulen Breslaus die Sehleistungen der Schüler geprüft, lieber die Ergebnisse seiner Untersuchungen hielt Professor Cohn am 8. d. M. einen Vortrag. 766 Lehrer haben 52 159 Schüler untersucht und somit ein Material aufgehäuft, wie es bisher noch nicht vorhanden war. Im Jahre 1865 hatte Cohn schon 10000 Kinder Breslaus untersucht und gefunden, daß Zahl und Grad der Kurzsichtigkeit von den nieder» zu den höhern Schulkategorien zunehmen; ebenso von den untern zu den obern Klassen der Schulen. Später merkte Professor Cohn, daß die Ergebnisse der Untersuchungen im Freien ganz andere als in der Schulstube sind, und so ließ er bei den Untersuchungen im vorigen Jahre, an denen 93 Prozent der Volksschulen, 87 Prozent der höhern und 49 Prozent der Privatschulen beteiligt waren, bei Hellem Sonnenschein 76 Klassen, bei bedecktem Himmel 40 und bei wechselndem Himmel 29 Klassen einer Prüfung unterziehen. Auffallend ivar, daß sich auch bei einer Trübung des Himmels keine beachtenswerte Abschwächung der Sehleistungen feststellen ließ; bei doppelter Sehweite sahen bei bedecktem Himmel 38 Prozent, bei heiterm Himmel 37 Prozent gleich gut. 5426 Schüler konnten den vorgehaltenen Buchstaben auf 6 Meter Entfernung nicht sehen. 3,5 Prozent der Schüler waren imstande, den Buchstaben auf 18 Meter zu erkennen. Die größte Entfernung betrug 27 Meter (in Aegypten 48 Meter). Entfernung von 12,1 Meter war die durch­schnittliche Sehweite im Freien. Es zeigte sich, daß die Augen unserer Kinder nicht schwächer als die der Wilden sind. In den letzten 33 Jahren sind die schlechten Seh- leistungen von 19 auf 18 Prozent gesunken. Vor 33 Jahren waren 25 Kinder augenkrank, im vorigen Jahre nur 3. Die Augenkrankheiten haben also unter den Schulkindern abqe- nommen. Im Alter von 17 und 18 Jahren wurden die meisten Kurzsichtigen festgestellt. Als praktisches Ergebnis der Untersuchung ist anzusühren, daß sich die Kurzsichtigen sofort von Aerzten prüfen ließen. An die Sehkraft der Soldaten wird man daher auch höhere Anforderungen stellen können. Der Vortragende hofft, daß sich nach 30 bte 40 Jahren jede nicht angeborene Kurzsichtigkeit verloren haben werde. 7

* Die Malaria. Das größte Uebel, mit dem wir in den tropischen Gebieten nach dem Aussprüche des Generals Lleberi zu kämpfen haben, ist die Malaria. Zn ihrer Bekämpfung auf wissenschaftlichem Wege ist bekanntlich auch m dem neuen Reichs-Etat eine Summe von 60000 Mark als erste Rate ausgeworfen worden. Mit Rücksicht auf die Verluste, die wir schon durch diese Tropenkrankheit erlitten fA Än cinc Äußerung der amerikanischen presbyte- r!,^n Missionare m dem Kameruner Bataugagebiet die höchste Achtung und Nachahmung. In dem Berichte über das verflossene ^ahr heißt e«: .Unser weißes Missions- ^jt°nal bestand aus 19 Arbeitern, nämlich 13 Missionaren

^3 Misstonsdamen; die meisten von uns dürsten wahrend des ganzen Jahres in voller Kraft wirken, nur ,auS gesundheitlichen Rücksichten gezwungen, m t ^nfenthalt zu wechseln. Den verhältnismäßig guten Gesundheitszustand unserer Missions-Geschwister führest wir L. ecC. langiahnge Erfahrung in der Behandlung des Kustenfieb-rs zurück di- uns manche Vorsichtsmaßregel b.ann auch auf die nicht genug zu schätzende ^hatigkeit unserer Mlssionsärzte. Von den 13 Missionaren m sieben ordinierte Pastoren, drei Aerzte und drei Laien-

9?°rCe Es würde sich wohl empfehlen, dem Beispiele der Amerikaner zu folgen.

Hn»«*r^uet.8&run? auf einem Schiff. Einem Privatbriefe nomm, t^ljer6 i" Alicante ist folgender Bericht ent­nommen: Gestern, 11. Januar, vormittags 11 Uhr, hat ein

großer atlantischer Dampfer italienischer Herkunft (von derVeloce") mit Namen Vittorio in der Nähe unseres Hafens geankert. Da man auf dem Verdeck große Ranch« wölken bemerkte, konnte man schließen, daß auf dem Schiff Feuer ausgebrochen sein mußte. So war es auch. Ein ungewöhnlich starker Wind begünstigte die Feuersbrunst, und da keine Aussicht mehr vorhanden war, des Feuers Meister zu werden, wurden im Laufe des Nachmittags sämtliche Reisende (415 im Ganzen) ausgeschifft und in Alicante untergebracht. Es verunglückte niemand. Nachts brannte der Dampfer vollständig aus. Das Feuer war im Verdeck entstanden, wo 4000 Kilo Schwefel verladen waren. Der Schaden soll etwa anderthalb Millionen Franken betragen.

* lieber die kaiserlichen Finanzen spricht sich C. v. Massow in denGrenzboten" dahin aus, daß Kaiser Wilhelm recht sparsam wirtschafte; die Feste seien auf das notwendigste beschränkt, er verbrauche für Gastfreundschaft recht wenig u. s. w. Als König Wilhelm I. den Thron bestieg, waren außer dem königlichen noch folgende Höfe vorhanden: 1. der Hof der verwitweten Königin Elisabeth; 2. der des Kronprinzen, späteren Kaisers Friedrich; 3. der des Prinzen Karl; 4. der seines Sohnes, des Prinzen Friedrich Karl; 5. der des Prinzen Albrecht; 6. der seines Sohnes, des jetzigen Regenten von Braunschweig; 7. bis 9. die des Prinzen Friedrich und seiner beiden Söhne, des Prinzen Alexander und Georg; 10. der der Fürstin Liegnitz, verw. Gemahlin Friedrich Wilhelms III. Die Königin Elisabeth residierte im Winter in Charlottenburg, im Sommer in Sanssouci, der kronprinzliche Hof in Berlin und im Neuen Palais bei Potsdam, die Prinzen Karl und Albrecht (Vater) in ihren Palais in Berlin und in Glienicke und auf der Albrechtsburg bei Dresden, Prinz Friedrich Karl im Berliner Schloß und im Jagdschloß Glienicke. Damit vergleiche man den heutigen Zustand: 1. die Kaiserin Friedrich führt ihr stilles Witwenleben meist außerhalb Berlins; 2. dasselbe gilt von der verwitweten Prinzessin Friedrich Karl; 3. Prinz Heinrich, der in Kiel residiert, hat bedeutende Vermächtnisse, darunter auch Landbesitz, von seinen Großeltern geerbt; 4. Prinz Friedrich Leopold, der soeben ein Kommando in Kassel erhalten hat, lebte bisher verhältnismäßig in Zurückgezogenheit auf dem Jagd­schloß Glienicke und bewohnte sein Berliner Palais nur selten. Er bezieht die Einnahmen aus den Fideikommiß- herrschaften Flatow und Krojanke; 5. Prinz Albrecht wird durch seine Regentenpflichten in Braunschweig festgehalten und lebt im übrigen auf seinem schlesischen Schlosse Camenz; 6. Prinz Georg, der unvermählt ist, bringt den größten Teil des Jahres auf Reisen zu und hält sich seines hohen Alters und seiner Gesundheit wegen schon seit Jahren von allen Festlichkeiten fern. Außerdem sind sowohl er wie der Prinz Albrecht im Besitz eines sehr bedeutenden mütterlichen Vermögens. Somit haben sich nicht nur die Höfe der Zahl nach vermindert, sondern auch ihre Bedürfnisse und damit sind ihre Ansprüche an die königliche Kasse weit geringer geworden. Der Verfasser des Aufsatzes in den Grenzboten" behauptet, daß die Art und Weise, wie der Kaiser zu reisen pflegt, nämlich im Hofzug oder auf der Hohenzollern", unvergleichlich billiger sei als die sonst üblich gewesene.

* Hebet den Argwohn nnd die Dentschenfnrcht der Chinesen von Sch an tu n g äußerte sich Herr v. Hesse-Wartegg in seinem Vortrag über China, den er am 11. ds. M. in der Lesegesellschaft zu Köln hielt, folgendermaßen: In jedem noch so harmlosen Deutschen, der seit der Besitzergreifung von Deutsch China sich in das Innere des Landes wagte, wittern sie irgend einen Regierungsbeamten mit geheimen Aufträgen, wenn nicht gar Kundschafter der vorrückenden deutschen Truppen. Don den besseren Ständen der Chinesen werden keine Vergnügungs- oder Jnstruktionsreisen unter­nommen wie bei uns, denn die Abwesenheit von Straßen und besseren Herbergen gestaltet das Reisen äußerst be­schwerlich. Neben den Pilgern giebt es also nur Mandarinen, die zuweilen eine Dienstreise unternehmen müssen, oder Literaten, die zu den Prüfungen nach der Provinzhauptstadt ziehen. Die wandernden Deutschen können also nach An­sicht der Chinesen nur deutsche Mandarine im Dienst der deutschen Regierung sein. So erzählte der Mandarin der Kohlenstadt Pochan in Schantung Herrn v. Hesse-Wartegg, es wäre eben ein deutscher hoher Beamter bei ihm gewesen, i namensSzamid", der für die Regierung Kohlengruben kaufen wolle. Derselbe entpuppte sich nachher als der Reisende Schmidt" des Hauses Carlowitz in Shangai. In Kiusu, dem Geburtsort von Confucius, erkundigte sich der Orts- Mandarin nach dem Befinden des außerordentlichen Bot­schafters und Vetters des deutschen Kaisers, der kurz vor­her von Peking aus dort durchgereist fei. Herr v. Hesse- I Wartegg vermutete schon, Prinz Heinrich hätte seinen Weg I quer durch Schantung genommen, als er in Tsining erfuhr, I unter dieser großen Persönlichkeit meinten die Chinesen den I der Gesandtschaft in Peking ungeteilten Gardeleutnant Baron I Teichmann, dessen prächtige Uniform mit Silberhelm einen I Rieseneindruck hervorgerufen hat. Der Berichterstatter der I Münchener Neuesten Nachrichten", Major v. Sonnenburg, I wurde, wie jenes Blatt kürzlich erzählte, für den deutschen I Militärattache in Peking gehalten, und Herrn v. Hesse- I Wartegg glaubte man nicht, daß seine Reise einen privaten Charakter habe, sondern man sah in ihm den Abgesandten I des deutschen Kaisers an den Vizekönig von Schantung, I einfach deshalb, weil er ein amtliches Schreiben der kaiser- I lich chinesischen Gesandtschaft in Berlin an den Vizekönig besaß. Als er mit zwei katholischen Missionaren in der Geburtsstadt des Mencius, Tsu-hsien, einzog, ging es wie ein Lauffener durch die Stadt, die deutschen Truppen hätten die Stadt besetzt. Aus drei Deutschen wurden bald dreißig, dreihundert, und so ging es fast überall. Gefördert durch die Leichtgläubigkeit und Geschwätzigkeit der Chinesen, sind gewöhnlich die Diener, Pferdeknechte und Kutscher der europäischen Reisenden die Verbreiter solcher Uebertreibungen,

um sich damit selbst höheres Ansehen zu geben und sich in ihrer Feigheit gegen etwaige Angriffe von Fremdenhassern zu schützen. In Italien ist jeder besser gekleidete Fremde eine Eccellenza, in Amerika ein Baron oder Count, in China ein Botschafter.

Mteratur, Wissenschaft und Kunst.

In Dessau ist der bekannte volkswirtschaftliche Schriftsteller Dr. Rudolf Meyer gestorben.

»Der Stein der Weisen" enthält in seinem kürzlich zur Ausgabe gelangten 10. Heft (des 11. Jahrganges) folgende lesens­werte Betiräge: Im Hochmoor; Die Herstellung des BruchköiperS (33 Abbildungen); Englische KöntgSschlöstei; Die Spiegelteleskope (7 Abbildungen); Die römische Kultur in Zentral-Europa (mit Bilder); Das Luftschiff von de Santos Dumont (3 Abbildungen); Der Himmel auf Erden (5 Abbildungen); Ruine Dürrenstem (2 Abbildungen); Merkwürdige Crustaceen (2 Abbildungen); Das alte Kolchis (5 Abbildungen). Alles in allem sind es an 60 Illu­strationen, Figuren u. f. w., welche zu Erläuterungen der gediegenen Abhandlungen dienen. Wir haben wohl nicht nötig, die unseren Lesern besten« bekannte populär-wtffenschaftliche Halbwonatschrtst (A. HartlebenS Verlag, Wien), deren Leitung unentwegt bestrebt ist, alle Neuerungen auf technischem Gebiete, die Resultate der natur­wissenschaftlichen Forschung u. s. w. zu behandeln, besonders zu empfehlen. Jede Buchhandlung giebt Probehefte ab.

Netteste Erfindungen und Erfahrungen^ auf dm Gebieten der praktischen Technrk, der Elektrotechmk, der Gewerbe, Industrie, Cbemte, der Land- und Hauswirtschaft rc. 26. Jahrgang (A. Hartlebens Verlag in Wien) PränumerationSprettz ganzjährig für 13 Hefte franko 7,50 Mk. Einzelne Hefte für 60 Psg. in Brief­marken. Diese Zeitschrift dient ausschließlich nur der Praxis. Ihre Mitteilungen, die sich über alle Berufsarten verbreiten, bestehm in praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren Anweisungen, Arbettsverbesserungen und Neuerungen auf technischem und indu­striellem Gebiete. Besonders wertvoll sind die zahlreichen Anweis­ungen zu neuen, lohnenden Erwerbsarten. AuS der Fülle des In­haltes des zweiten Heftes vom sechSundzwanzigsten Jahrgange seien besonders folgende Artikel hervorgehoben: Ueber Zurichten und Färben von lohgarem Leder. Die rationelle Behandlung deS Stalldüngers. Neuer Fratser-Hinterdrehapparat. Neue kittlose GlaSbedachung. Ein neuer Schaufenster-Reflektor für elektrische Beleuchtung. Praktisch« Winke über das Ausbeffern von Leim- und Oelfarbeanstrichen. Entwässerung von Baugruben. Neues Verfahren zum Härten von Stahl in Milch. Benützung von Kalk zum Weichen der Gerste. Wertbestimmung von Calcium- carbid. Neue Maschinen zum Vervielfältigen von Manuskripten. Praktische Anleitung zur Herstellung von Verzierungen auf Elfen­bein und Horn. Neuerungen an Blasebälgen für Schmtedeseuer. Anleitung zur Herstellung metallisch glänzender Bilder. Neue Fortschritte in der Telephonie. Elektrische Kraftübertragung durch die Luft. Apparat zur Herstellung kohlensaurer Bäder. Fabri­kation der Lacke in England. Herstellung blauer Anlauffarde auf Stahlfedern. Neue Reklamevorrichlung mit wechselnder Schau- fläche. Erfahrungm in der Carbtdfabrikation. Befestigung btl Stantols bei Schaumwetnflaschen. Vorrichtung für Rundstrick- maschtnm zur Herstellung plattirter Farbmuster. Herstellung von Arrac. Herstellung flüssiger konzentrierter Handschminke. Be­zugsquellen für Maschinen, Apparate und Materialien. Rasche Darstellung von Lysol und Kreolin. Ein neuer Absaugkolben. Das erprobteste Verfahren, Sellerie durch den Winter zu bringen. Meine Jauchenpumpe. Bereitung guter Erden durch Zusatz von Nährsalzen. Imprägnieren von Christbaumwatte. Dar­stellung von gefahrlosem bengaltschm Feuer. Seife gegen Kopf- schuppm. Herstellung wafferdichter Leinwand. Kleinere Mit­teilungen. Neuigkeiten vom Büchermärkte. Eingegangene Bücher und Brochüren. Neue Erscheinungen auf dem Patentgebiete. Industrielles Feuilleton. Elektrotechnisches Feuilleton. Patent- technisches Feuilleton. Kalender-Litteratur. Fragekasten. Beantwortungen. Briefkasten. DieNeuestm Erfindungen und Erfahrungen", im 26. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Errungenschaften kennen zu lernen und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer auf der Höhe der Zett steht. Hunderte von Fragen aus allen BerufSfächern finden in dieser Zeit- fchrtft praktische und kostenlose Beantwortung.

»Theorie und Praxis des gesamten Abrechnung-» wesens, mit besonderer Berückfichtignng deS Depofiten- und CheckverkehrS.^ Ein Wegweiser für den modernen Geldoerkchr betitelt sich das neue Werk von Georg Obst, das Mitte Januar im Verlage von Strecker & Moser (Stuttgart) erscheint. (Geheftet Mk. 2,60, eleg. geb. Mk. 3,). Obst, der bereits durch seine früheren SchriftenKapitalanlage und Wertpapiere",Wechsel-ABC" rc., eine gewisse Popularität erlangt hat, verbindet auch in seinem neuen Werke wieder bet seinen Darstellungen in geschickter Weise theoretische Kenntntffe mtt prakltschen Erfahrungen. Nach einer interessanten Schilderung der Entwickelung des Geld- und Kreditwesens macht der Derfaffer den Leser mit den Theorieen des Depositen-, Check- und Abrechnungswesens bekannt, weist auf den Nutzen hin, welchen dieser Verkehr für den Einzelnen wie für die Gesamtheit zur Folge bat, plaidirt für ein gutes, brauchbares Chrckgesetz und nimmt Stellung zu dem geplanten Post Checkoerkehr. Wa« dem Werke aber einen besonders hohen Wert verleiht, ist der Umstand, daß Obst der, nebenbei gesagt, Beamter der Dresdener Bank in Berlin ist auch in der Praxis wohl erfahren und so besser, als irgend lemanb, befähigt ist, die Technik deS Depositen- und Cbeckverkehrs schildern zu können. Infolge deS neu geplanten Check- und Ab- rechnungßoerfahrens durch Permittelung der Postanftalten hat daS Buch auch ein aktuelles Jntereffe und wird auS diesem Grunde nicht nur dm Bank' und Postbeamten, den Kaufleuten und Ge- werbetreibendm, sondern allm Gebildeten ein willkommener Weg­weiser sein.

UniversMs Nachrichten.

Berlin. Der Prtvatdozent für Geographie an der hiesigen Universität, Dr. Erich v. Drygaleki, der präsumtive Letter der geplanten deutschen Südpolar-Expedition, hat einen Rui als ordent­licher Proseffor an die Universität Tübingen erhalten. ES ist indeffm zu erwarten, daß mtt Rücksicht auf die langwierigen Vorbereitungen, welche die genannte Expedition erfordert, eS gelingen wird, Herrn o. Drygalski an Berlin zu fesseln.

Würzburg. Der Smat der Universität hat die Errichtung einer außerordentlichen Professur für Physik beantragt. Eine diesbezügliche Forderung wird demnächst dem Landtag zugehen. Mit der Schaffung dieser Profeffur wird eine der Bedingungen erfüllt, die Proseffor Röntgen an sein Bleibm in Würzburg fiffelt.

Kiel. Der außerordentliche Professor Lizmtiat Friedrich Bosse, der Sohn des Kultusministers, wird im Frühjahr nach Greifswald übersiedeln, besten theologischer Fakultät er schon früher als Prtvatdozent angehörte.

Leipzig. Dem ordentltchm Professor der Chemie an der hiefigen Universität, Geh. Hofrat Dr. phil. et meä. Johannes WiS- ltcenus, ist von der Royal Society zu London die diesjährige Davy-Medatlle zuerkannt worden.