^Pfandbriefe
6696
II- 59000 zu 2000 Mark, H-112000 zu 500 Mark, 11—114000 zu 200 Mark,
n und Hansestadt Hamburg e verzinsliche Hypothekenahlten Grundkapitals nicht
Grundstücke, welche einet
Irei Fünftel) des Wertes der
liierten Unterschriften zweier
,ern der Bank eingeschrieben ichrichtigt werden.
n des Statuts durch die ron , insbesondere durch deren
. welche eine Fortsetzung len, geniessen die gleichen
SW Norgeschnebenen weise im Betrage von y md mit 4 Prozent p. a. vor-
maligen Zahlungen der aus- .usgelosten bezw. gekündigten zum 2. Januar 1905 ist eine t Vorbehalten, die Verlosung andbriefe mit dreimonatlicher
am 2. Januar 1965 al pan
esig Jahren nach dem festge- upons derselben werden n 18,
aft,
und, ohne, und
uv 21000C00.- 82476»
«
899 den 35O441OOO.-
i, iM ■3ä480iz00-'
^B*****
6'35'
Nr. 220 Drittes Blatt. Dienstag den 19. September
1899
Gießener Anzeiger
Heneral-AnMger
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich.
Aezugsprei, Vierteljährlich 2 Mark 20 Piz. monatlich 75 Pfß. mit Bringerlobn.
Inne>eit »en Anzeigen zu der nachmittags fSr den fwl,«2den teg erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Alle Anzeigen-LermittlungSstellen bei In- und Auslands nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enlgegm.
trfdftimf tt,5ich mit Ausnahme des
RontaßS,
Die Gießener
»erden dem Anzeiger wSchentlich viermal beigelegt.
Anrts- und Anzeigeblutt für? den Ttr?eis Giefzen.
Nedaktion, Expedition und Druckerei:
K4«lstr«ße Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandmirt, Klätter für hessische Volkskunde.
........ "
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
Fokales «nb Krsvinsielles.
Gießen, 18. September 1899.
** Rekruten Einstellung. In diesem Jahre werden die Rekruten eingestellt bei der Kavallerie am 3. Oktober, bei der Infanterie, der Fuß- und Feldartillerie und den Pionieren am 14. Oktober; einen Tag früher wie im vergangenen Jahre. Bei der diesjährigen Rekruteneinstellung wird auch eine erst kürzlich verfügte Neuerung eintreten. Die im Aushebungsbezirke der einzelnen Armee- und Korps- Bereiche liegenden Bezirks-Kommandos werden nämlich nicht mehr die Rekruten sammeln und in Transporten in die Garnisonsorte der betreffenden Armeekorps verbringen lassen, sondern die zur Einstellung gelangenden Rekruten erhalten Weisung, sich direkt von ihrem jeweiligen Wohnorte in die Garnison zu begeben und sich bei dem Truppenteile, dem sie zugeteilt sind, zu melden. Bei den Truppenteilen, die im Reichslande liegen, wie bei den aus den Reichslanden kommenden Rekruten und denen, die aus dem weiteren Reiche zur Garde kommen, oder deren Aushebungsbezirke in weiter abgelegenen Provinzen liegen, bleibt es dagegen beim bisherigen Modus.
•* Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schreiner Johannes Beutel aus Reichenbach wegen Bettelns vom Amtsanwalt in Zwingenberg, Taglöhner Christian Dörr aus Flensungen wegen Diebstahls vom Amtsanwalt in Friedberg; Dienstmagd Helene Giersbach aus Eibelshausen wegen Diebstahls und ein angeblicher Mechaniker Platt von Sachsenhausen wegen Betrugs und Unterschlagung, sowie Zimmergeselle Heinrich Metzler aus Birklar wegen Betrugs — sämtlich vom Amtsanwalt in Gießen; Taglöhner Jakob Hahl aus Viernheim wegen Betrugs vom Polizeiamt Worms; Taglöhner Otto Kammerrath aus Daber und Hans Reitenspieß aus Nürnberg wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz; Anstreicher Karl Kollfrath aus Mannheim wegen Betrugs vom Amtsanwalt I in Darmstadt; Zimmermeister Lorenz Meß aus Darmstadt wegen Wechsel- salschung vom Untersuchungsrichter II in Darmstadt; Taglöhner Augustin Bös aus Ulmbach wegen Betrugs, Taglöhner Friedrich Dietz aus Burgsolms wegen Körperverletzung und Kaufmann Otto Grabow aus Pritzwalk wegen Betrugs — sämtlich vom Amtsanwalt in Friedberg; Erdarbeiter Stanislaus Rogalski aus Hannover wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Gießen; Fabrikarbeiter Friedrich Spieß aus Groß-Bockenheim wegen Körperverletzung von der Staatsanwaltschaft Darmstadt; Taglöhner Friedrich Werner aus Stargard wegen Diebstahls vom Amtsanwalt in Offenbach; Former Ernst Diehl aus Mcrkenbach wegen Diebstahls vom Polizeiamt Darmstadt; Bäckerlehrling Georg Döllinger aus Stein wegen Betrugs, Kellner Otto Müller aus Beaten- walde wegen Unterschlagung, Heinrich Emmert aus Heilbronn wegen Betrugs, Schreinerlehrling Fried. Wilh. Turzyk aus Mainz wegen Sachbeschädigung, Bildhauer Philipp Köbler aus Wöllstein wegen Betrugs, Taglöhner Anton Heßler aus Waldaschaff wegen Diebstahls, Schneider Eugen Kopf aus Speyer wegen Unterschlagung und Kellner Wax Arthur Kubat aus Königsberg wegen Unterschlagung — sämtlich vom Amtsanwalt in Mainz.
** Die vom König von Württemberg bei Gelegenheit der Kaiserparade am 7. September gehaltene Rede hat nach dem „Mainzer Anzeiger" im „Darmst. Tägl. Anz." einen ganz seltsamen Inhalt bekommen. Nach den in Nummer 212 des Blattes enthaltenen Mitteilungen sagte der König u. a. zum Kaiser: „Ich gebe, meinem Dank dafür Ausdruck, daß Ew. Majestät auch heute den Leistungen meines Armeekorps ein hatte Aufmerksamkeit erregt, und er fühlte, daß man das, was man that, etwas anders that, weil er hier war. Dieser Zug haftete auch dem jungen Mann in der Guttaperchajacke und dem Weibe im Gefüngnisrock und sogar dem Liebespaar an. Er war nicht vorhanden, nur bei dem schwindsüchtigen jungen Mann, dem hübschen Mädchen mit runden, braunen Augen und dem zerlumpten, dunklen Mann mit tiefliegenden Augen, der mit dem wohlwollendes und lobendes Urteil gespendet haben. Der Stolz des Soldaten ist es, seinew obersten Kriegsherrn zu zeigen, daß er ebenso wie auf dem Paradefeld fähig sein wird, wenn der Ruf des obersten Kriegsherrn an ihn ergeht, in ernster Waffenthat sich zu bewähren und sein Blut für Kaiser, König und Vaterland zu vergießen." So kann der König von Württemberg unmöglich gesprochen haben.
Darmstadt, 15. September. Der für die Hessische -Kunstausstellung ausgeführte Anbau am Kunftvereins- Lebäude ist vollendet, das den Giebel des Hauptbaues
schmückende Gemälde bereits angebracht, und nur wenige Tage noch trennen uns von der Eröffnung, wenn diese auch, entgegen der Angabe auf den schon angeschlagenen Plakaten, infolge unvorhergesehener Hindernisse kaum vor dem 25. ds. Mts stattfinden kann. Neben der hohen Kunst, über deren zur Ausstellung gelangende Werke wir schon früher mehrfach Mitteilungen gebracht haben, wird auch das Kun st gew erbe ausgezeichnet vertreten sein. Außer vollständigen Zimmereinrichtungen und einer Reihe von einzelnen Möbeln in modernem Stil gelangen kunstgewerbliche Gegenstände verschiedenster Art zur Ausstellung, so Erzeugnisse der Keramik in größter Auswahl, Gold- und Silberarbeiten, Webereien, Stickereien, Lederarbeiten usw., alles von einheimischen und auswärtigen Künstlern, die im vorigen Jahre entweder gar nicht oder nur unzureichend vertreten waren. Wir wünschen, daß die monatelange aufopferungsvolle Arbeit, welche die Freie Vereinigung Darmstädter Künstler aufgewandt hat, durch fleißigen Besuch und zahlreiche Ankäufe belohnt werden möge. D. Z.
Ch Aus dem Odenwald, gegen Mitte September. In vergangener Woche besuchten Vertreter eines außerdeutschen Nachbarstaates die Steinbruchbetriebe des Odenwaldes. Dieselben wurden von Beamten der hessischen Regiernng geleitet und bei mehreren Firmen der Steinbranche eingeführt. Diese Herren wünschten die Frage zu lösen, ob die Granite und Diorite des Odenwaldes zur Ausfuhr ins Ausland geeignet wären, und ob dieselben geringwertigere, jenem Staate näher gelegene Baumaterialien verdrängen und mit der schwedischen Einfuhr in Wettbewerb treten könnten, unter Zuhilfenahme besonders günstiger Frachtbedingungen auf dem Rhein. Es wurde dabei vorausgesetzt, daß die hessische Regierung im Interesse der einheimischen Industrie dem Unternehmen günstig gegenüberstehe, und nach ihren Kräften förderliche Maßregeln veranlasse, was zugesagt wurde.
Das Ergebnis der Reise war, daß die Qualität des Odenwaldgranits, sowohl des hellen, wie des roten, eine unbestritten vorzügliche sei, daß die Bearbeitung desselben allen Anforderungen entspreche, daß es jedoch schwierig erscheine, von auswärts mit vielen kleineren und größeren Geschäften gleichzeitig Beziehungen anzuknüpfen. Wenn also der Odenwaldgranit zur geeigneten Geltung kommen solle, so müßten die wichtigsten Firmen sich zu gemeinsamen Betrieben und gemeinsamen Uebernahmen von Bestellungen vereinigen, um sowohl nach Menge als Größenverhältnissen der einzelnen Werksteine den an sie gestellten Forderungen gerecht werden zu können; denn im Anfang sei es sehr nötig, daß die Lieferungen nicht nur tadellos nach jeder Richtung unter mäßigem Gewinn, sondern auch hinsichtlich d er Einh altung der Termine aufs genau e st e erfolgten, um weitere Kreise auswärts für sich einzunehmen.
In der That wäre eine Vereinigung vieler kleinen Betriebe an wenigen Punkten zu größeren weit besser als jetzt die Zersplitterung an zahllosen Stellen. Denn jetzt sind die meisten Entnahmestellen keine regelrechten Steinbrüche, sondern sogen, oberflächlicher Findlingsbau, der die Wälder verwüstet und die Gegend verunziert. Bei solchem Abbau verfügt der Unternehmer selten über alle Größenverhältnisse, und es hängt vom Zufall ab, ob er einer Bestellung gerecht werden kann. Würden aber an einzelnen Stellen des Odenwaldes umfangreiche Aufräumungsarbeiten vorgenommen werden und wirkliche Steinbrüche regelrecht angelegt, dann stände jederzeit jede Gesteinsmenge in allen Größenverhültnissen besser zur Verfügung. Man wirft dem Hellen Odenwaldgranit mit Unrecht vor, daß er selten geschlossen vorkomme, und daß die einzelnen rundlichen Blöcke in ihrem Verwitterungsgrus lägen. Gerade dies ist aber ein Vorzug, da hierdurch die Natur eine Sonderung des Materials nach seiner Festigkeit schon selbst bewirkt hat. Die rundlichen Kernstücke sind eben fast ausnahmslos der Qualität nach vorzüglich und leicht aus dem Boden zu lösen. Sind die Felsen, wie am Melibokus, geschloffen, so verbieten feine Riffe, Stiche und anderes, größere Stücke zu bearbeiten; der Stein kann im allgemeinen nur in den Dimensionen eines Pflastersteines von Fehlern frei bearbeitet werden.
Als wichtigstes Gebiet für gemeinsamen, intensiven Abbau kommen in Betracht das ein riesiges Dreieck bildende Terrain zwischen Gumpener Kreuz—Heppenheim—Hemsbach—Rimbach—Gumpener Kreuz. Hier richte man größere Anlagen etwa in der Gegend von Sonderbach Kirschhausen, von Oberlaudenbach, von Walderlenbach an vielleicht nur
drei Stellen ein, und erstrebe kleine Stichbahnen von Heppenheim und Lörzenbach aus zu diesem an Material überreichen Gebiet, Bahnanlagen, die z. B. in den Vierdörfer Wald gleichzeitig den Holztransporlen nutzbar gemacht werden könnten. Die Ersparnisse durch direkte Verladung in die Bahnwagen würden große Vorteile gewähren.
Ein zweites Gebiet bildet der edle, schwarzweiße Stein des Felsbergfußes bei Reichenbach, der demnächst wohl eine Bahnverbindung erhält.
Hinsichtlich der Größenverhältnisse der einzelnen Steine und der Dauerhaftigkeit wäre endlich noch in hellem Granit der von Herchenroden zu erwähnen, dem, wenn auch erst in Jahren, eine Modauthalbahu Aufschluß bringen dürfte.
Dazu kommen noch die roten Granite der Tromm und des Wagenbergs bei Rimbach Fürth, die noch allzuwenig aufgeschlossen sind, und nur bei Zotzenbach einen größeren Betrieb aufweisen, der bis nach Aachen und Düsseldorf schon erhebliche Lieferungen ausgeführt hat.
In Pflastersteinen kommt der Melibokus insbesondere in Betracht, wenn einmal eine bessere Verbindung mit dem Rhein geschaffen ist. Aehnliche vorzügliche Pflastersteine liefert die Gegend von Albersbach bei Rimbach.
Die großen Diorit - (Syenit-)Werke bei Lindenfels, Reichenbach und Bensheim erregten nicht minder wie die Schotterindustrie des Odenwalds die Bewunderung der Fremden.
Möchten die Steinindustriellen alle kleinen Streitfragen und gegenseitige Konkurrenz zurückstellen gegenüber dem wichtigeren Ziel, den Odenwaldstein auch weiterhin auszuführen und damit auch der bedrohlichen schwedischen Konkurrenz die Stirne zu bieten, die, falls sie siegt, die einheimischen Materialien und die Gewinnungsstellen zum Schaden der Allgemeinheit entwertet. Möchten sie sich deshalb zu gemeinsamer Arbeit zusammenschließen!
Erwünscht wäre es endlich, daß unsere einheimischen Architekten und Ingenieure den bisher oft vernachlässigten einheimischen ® e ft einen mehr Beachtjung schenken und sich bemühen, in deren Kenntnis einzudringen. Durch entsprechende Verwendung dieses vorzüglichen Materials würde der Steinindustrie ein Rückhalt geboten und ihr der Mut zu neuen Aufwendungen und besseren Anlagen eingeflößt.
Mainz, 17. September. Gutenberg-Feier in Mainz 1900. Im großen Saale des Stadthauses traten gestern die Mitglieder des Ausschusses für das Gutenberg-Museum und die Veranstaltung der Ausstellung erstmalig zusammen. Nachdem Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner die zahlreich Erschienenen begrüßt, und die auf den Ausschuß bezüglichen Stellen des vorläufigen Organisationsplanes verlesen hatte, erteilte er das Wort dem Vorsitzenden des Ausschusses, Herrn Dr. Rautert. Dieser führte aus, daß zur Arbeitsteilung verschiedene Unterausschüsse zu bilden seien. Bekanntlich wird die Gründung eines Museums und die Abhaltung einer Ausstellung geplant, über deren Anordnung eine längere Diskussion entstand. Es war ursprünglich geplant, eine historische Abteilung, eine solche für die graphische Kunst in ihrer heutigen Vollendung und eine maschinelle Abteilung einzurichten. Im Laufe der Debatte einigte man sich dahin, eine Abteilung für die historische Entwicklung der graphischen Kunst bis zur Gegenwart einzurichten und eine Abteilung, die technische Entwicklung, ebenfalls auf historischer Grundlage. Die erste Abteilung wird im kurfürstlichen Schloß untergebracht, die letztere in einem besonderen Gebäude, einer Maschinenhalle, die nach Möglichkeit mit der Ausstellung im Schlosse zu verbinden ist. Um einen Ueber- blick über die Ausdehnung der maschinellen Ausstellung zu gewinnen und ein Budget aufzustellen, wird eine Umfrage veranstaltet, durch welche die interessierten Fabrikanten gebeten werden, über den beanspruchten Raum nach Möglichkeit bis zum Ende des Monats Oktober Auskunft zu geben. Der Wortlaut der Umfrage und die Art der Publikation werden festgestellt, lieber verschiedene Punkt, z. B. daß die Maschinen im Betrieb zu zeigen seien, über die Verwendung der elektrischen Energie zum Antrieb, über die seitens der Aussteller hierfür zu leistende Vergütung usw. entstanden lebhafte Debatten.
Jeder Dame gefallen unsere garantirt soliden schwarzen, weissen und farbigen Seidenstoffe, die wir direct an Private zu billigsten Preisen yerate«u=“™,r"“’ Danz & Co., Barmen822


