sie schweben uns Darum hinaus, Eisbahn, solange
Himmel das Dach, die Lüfte sind eilig, nach," singt der Dichter vom Eislauf. Kinder und Erwachsene, auf die glatte der Winter uns hold ist!
□ Mainz, 15. Dezember. Bei zunehmender Kälte hat sich das Rh ei ne iS in verflossener Nacht hier zwischen dem ersten Pfeiler der Eisenbahnbrücke und dem diesseitigen Ufer festgestellt. Ebenso ist das sogenannte „Kasteler Loch" zwischen dem jenseitigen Ufer und der Petersaue bereits zugelaufen, sodaß sich nur noch in der Mitte des Stromes die EiSfiöSchen mühsam Bahn brechen. Da sich der Main
entfällt. Berücksichtigt man endlich den Gewinnabzug und den Preis der Lose, so wird man finden, daß ein Gewinn, der den doppelten Preis des ganzen für alle Klassen bezahlten Loses übersteigt, in Hessen bereits auf jedes 21. Los fällt, in Preußen und Hamburg dagegen erst auf jedes 43., m Braunschweig auf jedes 47., in Sachsen auf jedes 54., in Mecklenburg auf jedes 79. und in Thüringen auf jedes 93. Los. Ein Blick auf diese Ziffern wird jedermann von den außerordentlichen Gewinnaussichten überzeugen, die die Hessische Landeslotterie bietet. An Spiellustigen hat es in der Welt nie gefehlt. Es hat immer zahlreiche Menschen gegeben, die sich aus den verschiedensten Gründen „um dem Glücke die Hand zu bieten" an Lotterien beteiligt haben. Für diese dürfte die Hessische Lotterieverwaltung mit ihrer Plangestellung das Nichtige getroffen haben. Es wird aber auch kaum zu bezweifeln sein, daß sich an dieser Lotterie, um sich eine Unterhaltung zu verschaffen oder auch um in dieser angenehmen und nach Befinden zugleich sehr gewinnbringenden Form zu den Lasten des Staates beizutragen, weite Kreise beteiligen werden, die dem Lotteriespiel bisher fern gestanden haben.
1 wird gegenwärtig noch gesammelt. Leider ist es vorgekommen, I daß von feiten einer Frankfurter Firma durch deren Agenten I religiöse Bilder und Bücher verkauft worden sind, angeblich I zum Besten der hessischen epileptischen Anstalt in Nieder- I Ramstadt. Solche Angebote müßten jedesmal unbedingt abgewiesen werden, da seitens des Vorlandes auf solche I Weise niemals um Beiträge gebeten worden ist noch gebeten I werden wird. — Der Rohbau der Anstalt ist jetzt so ziem» I lich fertig geworden und ohne jeden Unfall erstanden. Das I stattliche Gebäude ist von der Bahnstation Nieder-Ramstadt I —Traisa aus zu bemerken. Daß die Gemeinde Nieder- Ramstadt beabsichtigt, eine Wasserleitung zu legen, ist auch für die Anstalt sehr vorteilhaft, obschon der seinerzeit gebohrte Brunnen sich als äußerst ergiebig erwiesen hat. Der Vorstand hat nun, um weitere Mittel zur Bezahlung des Rohbaues flüssig zu machen, beschlossen, die Sparkassen des Großherzogtums um Beiträge aus ihren Ueberschüffen mv zugehen. Dann erst wird es möglich, durch eine Hypothek auf das Anwesen die bedeutenden Kosten der Einrichtung zu beschaffen.
** Postalisches. Es wird darauf aufmerksam gemacht, ! daß die Verzollung der steuerpflichtigen Postsendungen am 24. und 25. d. M. in der Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags bei dem Großherzoglichen Hauptsteueramte hier stattfindet.
* * Hessische Landeslotterie. Nach dem Spielplan der Hess. Landeslotterie ist der Preis des Loses einschließlich Reichsstempelabgabe und Schreibgebühr auf 165 Mark festgesetzt, die einzelnen Lose werden in Ganzen, Halben, Fünfteln und Zehnteln, von Klasse zu Klasse zu erneuernden Klassenlosen, sowie in entsprechenden auf einmal zu bezahlenden Volllosen ausgegeben und finden in jeder Lotterie, die jährlich in 5 Klassen zweimal gespielt wird, fünf Ziehungen statt. Der Preis des */io Loses beträgt somit in einer Klasse 3 Mk. 30 Pfg., für alle 5 Klassen 16 Mk. 50 Pfg., er ist also gerade so hoch, wie der Preis des billigsten Losabschnitts in Hamburg, Braunschweig und Mecklenburg, und niedriger wie in Preußen, wo er 17 Mk. 60 Pfg., und Sachsen und Thüringen, wo er je 22 Mk. beträgt. Der Gewinnabzug beträgt, wie bei Braunschweig, Hamburg und Thüringen 15 pCt. gegen 15x/2 pCt. in Sachsen, 154/5 pCt. in Preußen und 18'/, pCt. in Mecklenburg. Wie ein Blick auf den Spielplan sofort erkennen läßt, enthält derselbe insofern den Spielplänen aller ande^ ren deutschen Klassenlotterien gegenüber eine durchgreifende Neuerung, als er nicht, wie diese jedes zweite, sondern erst jedes dritte Los gewinnen läßt. Es ist dies nicht etwa eine Verschlechterung des Plans, sondern vielmehr eine Ver« besserung, insofern das Spielkapital nicht, wie sonst üblich, in einer Unmasse von Einsatzgewinnen verwässert, sondern zu einem größeren Teile in Gestalt von wirklichen, den Einsatz mindestens um mehr als das Doppelte übersteigenden Gewinnen ausgespielt wird. Damit dürfte dem Wunsche zahlreicher Spiellustiger entgegengekommen werden, denn wer in der Lotterie spielt, thut dies in der Hoffnung auf einen wirklichen Gewinn. Höhe und Zahl dieser letzteren, nicht aber die Aussicht, bei dem Verhältnis von 2 : 1 vielleicht wenigstens den Einsatz wieder zu erlangen, ist für den Entschluß zur Beteiligung an einer Lotterie das Entscheidende. Die angewendete Art der Ausspielung des Spielkapitals ermöglicht, daß trotz des niederen Preises der Hauptgewinn im günstigsten Falle 700 000 Mk. wie in Sachsen junb Thüringen gegen 500 000 Mk. in Preußen, Braunschweig, Mecklenburg und Hamburg beträgt. Aber auch die Zahl der anderen großen, der witteren und kleinen Gewinne ist in Hessen im Verhältnis zu der Zahl der ausgespielten Lose weit größer, als bei allen anderen Klaffen
der Verunglückten daran!" „Hol aus — überall.'"kommandiert der Leutnant. Er ist aufgestanden und hält die Ruderpinne krampfhaft umspannt, den Blick auf die beleuchtete See vorausgerichtet. Noch scheint für einen Augenblick von Neuem die Hoffnung zu schwinden — der Scheinwerfer verliert wohl durch eine Bewegung der „Stahl" die Lage des Kutters. Aber bald liegt das rettende Licht von Neuem auf dem Boote. „Hier — ganz nah — steuerbord voraus!" ruft der Kadett im Bug, und „Streich überall!" kommandiert der Offizier. Schon nehmen die Backbord-Nummern die Riemen ein. Ein halbes Dutzend Hände strecken sich aus nach dem Rettungsringe, der mit dem Bootshaken herangezogen wird, und „Halt fest — noch einen Augenblick!" klingt es dem Schwimmenden entgegen. Schon wird der Körper von starken Armen gehoben — als ein neuer Ausruf röchster Erregung ertönt. „Er hält den „Langen" mit der Linken — hat ihn gerettet!"
Nur Sekunden vergehen noch und beide sind über das Dollbord in das Boot gehoben. Mit verglasten Augen sieht der Brave seine Kameraden an — er war am Ende seiner Kräfte und scheint jetzt fast willenlos. Aber er lebt, er atwet und seine Freunde reiben ihm Hände und Füße, um das Blut in neue Circulation zu dringen. Der andere aber — der „Lange"!--Vergebens sind die Versuche,
ihn zum Leben zurückzubringen.
Der Kutter kehrt zurück — längsseits, in Lee der „Stahl" und mit dem Boote hissen die Kadetten den toten Kameraden empor. In dem B«tteriedeck wird er dann niedergelegt — vergebens hat auch der Arzt sich bemüht, das junge Leben zurückzurufen. Jetzt ist die deutsche KriegS- flagge über den Verunglückten gebreitet. Andachtsvoll treten die jungen Kameraden an das Lager und mancher hebt noch einmal die Flagge von dem Haupte, das er so manchmal freundlich lächeln sah, und murmelt wohl in tiefer Bewegung: „Er war ein treuer Kamerad!"
größer sein. Eine wahre Freilicht- und Freiluftkunst ist der Eislauf, wie vor Jahresfrist die „Turnzeitung" schrieb, und mit ihrer Schönheit wetteifert nur ihre Gesundheit. Der Stahl wird zum Fittig, und wahrlich, das Schweben, Gleiten und Wiegen auf schimmerndem Eise ist nur vergleichbar dem Fluge der Segler der Lüfte. Losgesprochen von dem Gesetze bet Schwere, bte sonst bie Sohle an bie Mutter Erbe heftet, fliegt ber Jünger ber eblen Kunst über den glitzernden Spiegel. Jetzt gleitet er sanft vorwärts, ohne nur einen Fuß zu lüften, dann zieht er in großen Bogen dahin, denen er durch leises Neigen und Wiegen des Körpers in den Hüften, durch kaum merkliches Verlegen des Schwerpunktes Rundung und Schwung verleiht. Kräftig atmet er die reine, frische Luft ein, Herz und Pulse schlagen höher. Froh und kühn fliegt sein Blick über die Bahn; kein Hindernis hemmt ihn, er weiß es kunstvoll zu umschiffen, er überfliegt es in sausendem Schwünge. Leicht und rasch, wie ihm das Blut durch die Adern rollt, fügt er den Bogen zum Bogen. Da saust er dahin, wie der Pfeil von der Sehne geschnellt, und mit plötzlichem Ruck hemmt er den rasenden Flug ohne jegliches Wanken. „Wir schweben, wir wallen auf hallendem Meer, auf Silber- kryftallen dahin und daher; der Stahl ist uns Fittig, der
• *
** Von der Universität. Der soeben erschienene „Personalbestand der Großherzoglich Hessischen Ludwigs-Universität zu Gießen" weist, wie wir bereits mitteilen konnten, 802 Immatrikulierte nach bei einer Gesamtfrequenz von 873. Im Winter 1898/99 zählte die Hochschule nur 717 Immatrikulierte. Das Verhältnis der aus dem Grobherzogtum gebürtigen zu den nichthessischen Studenten hat sich weiter zu gunsten der letzteren verschoben. Gegenüber dem Sommersemester 1897 zeigt das jetzige bei den hessischen Studenten ein Mehr von nur 24, bei den nichthessischen dagegen ein Mehr von 115 aus. Die Zahl der Landeskmder im Verhältnis zur Gesamtzahl ist in den drei Jahren von 72.1 auf 62.7 Proz. gesunken. Von den 308 nichthessischen Studenten des laufenden Semesters sind 273 aus anderen deutschen Bundesstaaten gebürtig — Preußen hat 195, Bayern 42 gestellt —, 32 aus anderen europäischen Staaten — und zwar 19 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus England, 7 aus Rußland, je einer aus den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Serbien —, endlich 2 aus Nordamerika und einer aus Japan.
** Verein zur Förderung eines Saalbaues in Gießen. Aus der am 12. Dezember stattgehabten Generalversammlung ist folgendes zu berichten: Die Mitgliederzahl betrug im abgelaufenen zweiten Vereinsjahre 235. Der Vermögensstand hat sich auf 5256.46 Mk. erhöht. Vorstand und Arbeitsausschüsse wurden per Akklamation wieder- gewählt. — Das dritte Vereinsjahr wird im Januar mit einem Vortragabend eröffnet, für den Herr Regisseur Otto Beck aus Köln gewonnen ist; im Februar werden Kammermusikabende geboten werden, denen zunächst ein Konzert des Herrn Musikdirektor Haym aus Elberfeld folgen wird. Heber ein geplantes größeres Fest bleibt dem Kunstausschuß demnächstige Beschlußfassung Vorbehalten.
** Se. Kgl. Hoheit der G r o ß h e r z o g hat dem Verein „Anstalt für epileptische Kinder und Jugendliche im Groß Herzogtum Hessen" die Rechte einer juristischen Person verliehen. Somit ist ber Verein in ben Stanb gesetzt, Kaufverträge abzuschließen unb Stiftungen anzunehmen. — Die Lanbeshauskollekte, bie in biesem Jahre gemeinsam für bie beiben Anstalten zu Bethel unb Nleber-Ramstadt erhoben würbe, hat im ganzen einen zufriebenstellenben Erfolg gehabt; in einigen Gemeinben, z. B. auch in Darmstabt,
lotterten. Bei
einer genaueren
Prüfung bei
Pläne
findet
man, daß em Gewinn von 50000 M. unb mehr auf jedes
10000 bis 45000 M. auf jebes
400 bis 9000 M. auf jedes
in
Preußen
18801 te
2279 te
44 te
Los
in
Sachsen
11111 te
3226 te
34 te
Los
in
Thüringen
5555 te
2222 te
50 te
Los
in
Mecklenburg
11333 te
4250 te
80 te
Los
in
Hamburg
10727 te
3933 te
44 te
Los
in
Braunschweig
14286 te
2174te
48 te
Los
in
Hessen
4762 te
1650te
22 te
Los
in verflossener Nacht oberhalb ber Kostheimer Brücke fest- gestellt hat, ist bic geringe Strömung im Rhein noch ver- minbert worben, was bei anhaltcnber Kälte ein beschleunigtes Zugehen bes Rheines voraussehen läßt. Fortgesetzt arbeiten sich noch^ Dampfer burch bie Eismassen, um in ben hiesigen Häfen L-chutz zu suchen, es ist dies inbeS eine vergebliche Mühe, inbem die Häfen überfüllt sind und nicht mehr für das kleinste Fahrzeug Raum haben. Allein im Zollhafen liegen cirka 70 Schiffe, darunter 22 Remorqueure und Dampfer.
— Hochheim a. M., 15. Dezember. Eine Düsseldorfer Baugesellschaft hat um den Betrag von 40000 Mk. von ber hiesigen Gemeinbe einen größeren, an ben Main unb bie Gemarkung Flörsheim grenzenden Ge- ländekomplex käuflicherworben, auf welchem ausgedehnte Fabrikanlagen errichtet werden sollen. Was man in der Fabrik producieren will, darüber herrscht noch tiefes Schweigen.
Universität und Hochschule.
Halle, 15. Dezember. Die hiesige Universität zählt im neuen Semester 1809 Hörer (einschl. 181 nicht Immatrikulierte); im letzten Wintersemester war die Hörerzahl 1728 (einschl 129 Zugelassene). Unter den Hörern befinden sich jetzt 33 Damen (vorige« Wintersemester 19). Nach den Fakultäten verteilen sich di.-Studierenden so: theologische 851, juristische 392, medizinische 251, philosophische 608. Von den Immatrikulierten sind 1227 Preußen, 274 andere Deutsche, 135 Ausländer.
München, 15. Dezember. An der hiesigen Ludwig Maximilian-Universität sind für das Wintersemester 1899/1900 4049 Studierende immatrikuliert. Von diesen zählen an Theologen: 135 Bayern, 23 Nichtbayern — 158, Juristen: 617 Bayern, 488 Nichtbayern — 1105, Kameralisten: 13 Bayern, 54 Nichtbayern = 67, Forstkandidaten: 91 Bayern, 30 Nichtbayern =121, Mediziner 462 Bayern, 636 Nichtbayern = 1698, Zahnärzte: 8 Bayern, 14 Nichtbayern = 22, Philosophie, erste Sektion: 539 Bayern, 200 Nichtbayern = 739, Philosophie, zweite Sektion: 254 Bayern, 259 Nichtbayern = 513, Pharmazeuten: 68 Bayern, 158 Nichtbayern = 226 ; in Summa also 2187 Bayern, 1862 Nichtbayern, gegen das Winter- lemester 1898/99 um 144 Studierende mehr. Dieses Mehr entfällt auf die Philosophen erste Sektion mit 60, Juristen mit 59, Philosophen zweite Sektion mit 33, Medizimr mit 17, Kameralisten mit 11 und Zahnärzte mit 1 Studierenden; Theologen, Forstkandidaten und Pharmazeuten sind es diesmal weniger als im letzten Wintersemester. Von den 44 Studierenden, welche in diesem Wintersemester mehr erschienen sind, sind 53 Bayern und 110 Nichtbayern.
Leipzig, 15. Dezember. Die hiesige Universität zählt im laufenden Wintersemester insgesamt 3849 Hörer, darunter 3481 inskribierte Studierende, gegen 3270 im vorigen Semester. Der theologischen Fakultät gehörten an 316, der juristischen 1098, der medizinischen 627 und 45 der Zahnheilkunde, der philosophischen 1395 Studierende.
Dresden, 15. Dezember. Die hiesige TechnischeHochschule hat tm Wintersemester 792 Studierende und 148 Zuhörer, zusammen 940 Hörer, gegen 819 im vorigen Wintersemester. Zu der diesjährigen Zahl der Hörer kommen außerdem noch 2 kommandierende Offiziere und 149 Hospitanten für einzelne Fächer.
Kirche und Schule.
1AA O Lehrerversammlung in Alsfeld. Erschienen waren über 100 Lehrer aus den Kretien Greben, Affeld unb Lauterbach. Auch die H rren Lar.dtagsabgeordneten Brauer und Ko>ell beehrten die Versammlung durch ihre Anwesenheit. E> öffnet wurden die Verhandlungen mit einem begeistert ausgenommen, n bi eiferen Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog und vit Gesang der Nationalhymne „Heil unserem Fürsten Heil." Der Referent betonte in seinem Vortrrge, datz es nicbt der Ego smus und Eigennutz srt, welcher die Lehrerschaft veranlasse, zur G.haltssrage Stellung zu nehmen, sondern die Wah ung euer sozialen Foiderung. Wenn die Schule ihre ideale Aufgabe erfüllen und die Lehrerschaft Trüg'r und Förderer deS Volks- und StaatSwohlS entspreche d der Kultur- enlwtckclunz unseres Landes lein und bleiben sollen, dann müssen die Lehrer zur Erfüllung dieser Aufgabe die dadurch bedingte ge- sillschasiliche Stellung etnnehmen. Dazu gehört aber nicht allein die individuelle Persönlichklit deS Lehrers, sondern auch die Achtung, welche er infolge se.neS Honorars genießt. Je Höher die Arbeit des LehrerS gewertet wird, um so höher ist dessen erziehlicher Erfolg. Berufsfreudigk it und idealer Sinn dürfen durch mat.ritlle Sorgen nicht verkümm-rt und g-schmöleit werden. D«e Wo te Sein.r Königlichen Hoheit des Großherzogs in der Thronrede am Schlüsse des Landtags „sobald die Mittel eS erlauben, auch den berechtigten Wünschen der Volksschullehrer aus Verbefs rung ihrer Verhältnisse gerecht zu werden", sind uns ein heiliges Vermächtnis, welches uns Ä Vertrauen zu unserer Staatsregtrrung, wegen Erfüllung unserer Wünsche bestärkt. Die Willjabrung derselben ist um so wichtiger, Ö!S u‘ Rachbarkolleqen *« P"uß n uns in finanzieller Hinficht oft um 700 btS 900 Mark üoeifl rgelt hoben. Die Gleichstellung der Lehrer an den höheren Schulen ohne Rücksicht auf Stadt und Land läßt erhoffen, d-ß auch bei den Lehrer n an den Volksschulen mit dem gleichen Maßstabe gemessen wird. Der Landwirtschaft ist es ermöglicht, durch die Verkehiserleichterung, den Versand und die genossenschaftlichen Verbände für ihre P.odukte höhere Preise zu erzielen. Dadurch haben die olelerwähnten billigen Lebensmittelpreise für das Land längst aufgehört. Wenn endlich rei den übrigen hessischen Staatsbeamten gleicher Vorbildung, gleicher Arbeitsleistung bte gleiche Bezahlung entspricht, so kann nicht vorausgesetzt und angenommen werden, daß bei den Volksschullehrern nach anderen Grundsätzen verfahren werde. Die Herren Landlagsabgeordneten bewiesen durch ihre Ansprachen, ihr Wohlwollen sowohl für die Schule wie auch für die Lehrer und betonten den Wünschen der letzteren entgegenzukommen, allerdings aus Kosten des Staates und nicht der einzelnen Gemeinden, wie von böswilliger Seite ausposaunt wurde. Bevor jedoch die Steuerreform eine einigermaßen sichere Ueb> sicht über die Staatseinnahmm «'mögliche, könne (ine GehaltS- er öhung wohl kaum eintreten. Jedoch würden sie mit der Bewilligung anderer Kosten solange sparsam verfadren, biS die GehaltS- rage der Lehrer erfüllt, und die Fo tbilduogSschule verstaatlicht sei. Hierzu müßten die Gelder beschafft werden. Die Weiterungen der beiden Herren Abgeordneten wurden sehr beifällig ausgenommen. Eine Resolution, fltpfe’nb in dem Satze: Gleichstellung aller Lehrer mit gleicher Vorbildung nach den beim Beamkengesrtze maßgebenden Grundsätzen, fand einstimmige Annahme. Die Versammlung verlief ehr ruhig, sachlich und würdig.
z Wetterbericht. DaS Minimum über dem Mittelmeergebiet !>at sich noch vertieft unb ist mit der gestern über Mitteldeutschland gelegenen Depression in Verbindung getreten. In Central-Europa sowie über dem Nord- und Ostseegebtet ist der Lustdruck etwas ge- Itegen, indeffen ist seine Verteilung sehr unregelmäßig. Kleinere Tetlmtnima liegen am Kanal und vor der Elbemündung. Dal M-xtmurn hält sich tm Nordosten. Am Nord- und Südrande der Alpen befinden sichTeildepresstooen und ist tmGebirge und indeffen Vorlande ziemlich starker Scho «fall eingetrttm. Die Temperaturen liegen noch immer sehr tief. — Voraussichtliche Witterung: Trübes Frostwetter mit zeitweisen Schneefällen.
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