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17.10.1899 Drittes Blatt
 
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Dienstag den 17. October

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Drittes Blatt

Gießener Anzeiger

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Ksknies und VroviuüeLes.

Gießen, 16. Oktober 1899.

** Amtliche Personalnachrichlen von der Eisenbahndirektion Mainz. Ernannt: Der Bureauasfistent Kopp zu Mainz zum Eisenbahnsekretär. Die Bureaudiätare Hilsheimer und Bauer zu Bureauassistenten. Die Stationsdiätare Klumb zu Dorn­berg-Groß-Gerau, Werner zu Bischofsheim, Bergheimer zu Gustavsburg und Friedsam 2 zu Mainz und der Haltestellen­aufseher Bergmann 1 zu Höchst-Neustadt zu Stations­assistenten. Der Lokomotivheizer Thieme zu Bingerbrück zum Lokomotivführer. Versetzt: Der Bureaudiätar Mergler von Mainz nach Bingen. Die Stationsvorsteher 2. Klasse Jost von Bensheim nach Mombach, Held von Mombach nach Bensheim und Schmitt 1 von Simmern nach Reinheim. Die Stationsassistenten Buchmüller von Ingelheim nach Witten und Günther 1 von Essen nach Ingelheim. Der Zugführer Schlitt von Bischofsheim nach Gießen. Pensioniert: Der Eisenbahnsekretär Stab zu Mainz, der Stationsassistent Schwarz 3 zu Monsheim und Lokomotiv­führer Hohnrath zu Bingerbrück. Die Prüfung zum Stationsassistenten haben bestanden: Die Stationsaspiranten Lachermund zu Erbach i. O., Lang 2 zu Darmstadt, Schäfer 1 zu Groß-Zimmern, Schmelz zu Groß Gerau, Schmitt 4 zu Osthofen, Schneidmüller zu Dieburg und der Telegraphist Kraus zu Mainz.

Anerkennung. Gelegentlich der 17. Hauptversamm­lung des Süddeutschen Zitherbundes in Straubing fand ein Hauptkonzert statt, in welchem einem größeren Publikum gezeigt werden sollte, auf welcher Stufe musika­lischer Leistungssähigkeit der Bund steht. Heber dieses Konzert berichtet dasEcho vom Gebirge" sehr eingehend. U. a. schreibt gen. Blatt:Was aber der ganzen Produktion erst eigentlich den Stempel des Konzertmäßigen aufdrückte, war das in die zweite Abteilung verlegte Auftreten des Zithervirtuosen Herrn Arnold- Gießen. Was ich in meinem Berichte vom vorigen Jahre über diesen Künstler gesagt habe, müßte ich jetzt wiederholen. Herr Arnold spielte zwei Kompositionen, deren Autoren schon von vornherein für die musikalische Bedeutsamkeit derselben bürgen:Mondnacht­träume", Phantasiestück von Pugh, undSpanischer Original- Bolero" von Franz v. P Ott. Mit staunender Bewunderung erlebten wir es abermals, wie unmittelbar und packend Herr Arnold diese beiden so verschiedenartigen Werke im vollsten Sinne des'Wortes reproduzierte. Das kann aber freilich nur derjenige, der das Kunstwerk zuvor bis in die kleinsten Details in sich ausgenommen hat." Nach Aufzählung weiterer zu Gehör gebrachter Ensemble-Spiele schreibt der Bericht­erstatter:Die Solisten, als diejenigen, an welche man die höchsten Anforderungen stellt, nenne ich am Schlüsse meines Berichts. Der Bortritt gebührt darin wird mir jeder beistimmen Herrn Arnold aus Gießen. Derselbe spielt das zweite dreisätzige Konzert von Haustein und bereitete dadurch allen Zuhörern einen unbeschreiblichen Genuß."

Ein Schildbürgerstucklein leistet sich die Eisenbahn­verwaltung. Männiglich wird bekannt sein, daß in den Klosettabteilungen der 1. und 2. Wagenklasse Automaten aufgestellt sind, welche für 10 Pfg. außer Papier auch Seife und Handtuch verabfolgen. Diese löbliche Ein­richtung hat sich auch auf die 3. Wagenklasse ausgedehnt, wie man verlockend an den betr. Abteilthüren lesen kann. Der Reisende nun, welcher seinen körperlichen Menschen noch vor seinem Ziele etwas säubern will, folgt freudig der Lockung, wirft vertrauensvoll seine 10 Pfg. in den Automaten und befindet sich nun in wenigen Sekunden in dem glück­lichen Besitz der notwendigen Waschrequisiten, so daß die Wohlthät ihren Anfang nehmen kann. Aber wie er auch den engen Raum betrachtet, nirgends ist Wasser zu sinden. Also vergebens wars geschehen, und der herein- gefallene Reisende kann sich resigniert mit seinem Packelchen in sein Abteil zurückziehen, denn was nützen ihm Seife und Handtuch, die er, -wenn er zu Hause kommt, billiger und besser hat, und im Toilettenraum jedes Restaurants findet, aber dort mit Wasser. Reisende 1. und 2. Klasse aller­dings, finden auch dieses in ihren Abteilen vor, nur der 3. Klasie-Reisende muß reinfallen, seinen Groschen vergeblich opfern und sich kopfschüttelnd fragen, wofür eigentlich der Automat besteht! Und das am Ende des 19. Jahrhunderts!

* Kunstgewerblicher Unterricht. Wie aus demGe­werbeblatt" vom 29. September zu ersehen ist, findet auch in diesem Winterhalbjahr im Anschluß an das Gewerbe­museum ein kunstgewerblicher Unterricht im Gebäude der Großh. Zentralstelle zu Darmstadt, Neckarstraße 3, statt.

Der Unterricht erstreckt sich auf Freihand- und kunstgewerb­liches Zeichnen: Ornamenten, Blumen, Figuren, gewerbliche Entwürfe nach Beruf des Schülers, sowie desgleichen Mo­dellieren in Thon, Wachs und Plastelin. Das Unterrichts­geld beträgt bei vollem Besuch sämtlicher angesetzten Stunden 25 Mk. pro Halbjahr. Anmeldungen sind bei Großh. Zentralstelle einzureichen. Beginn des Unterrichts am 13. November.

** Englische Werber in Deutschland? Bon einemGe­währsmann vom Lande" erhält dieLothr. Ztg." folgende Nachricht, deren Zuverlässigkeit ausdrücklich betont wird: Ein Werber soll auf einem Lothringer Pachthof für Rechnung der englischen Regierung einen jungen Mann geradezu gekauft haben, um in dem bevorstehenden Kriege Englands in Südafrika gegen die Buren zu kämpfen. Dem jungen Manne, der im deutschen Heere ge­dient, soll gleichzeitig ein Unterosfiziers-Patent ausgestellt worden sein.Beruht diese Nachricht auf Wahrheit, und wir haben allen Grund", sagt dieL. Ztg.",nicht daran zu zweifeln, so scheint es angezeigt, die Aufmerksamkeit der Behörde auf dieses freche Gebühren zu lenken, das nur dahingeht, Kinder unseres Landes ihrem heimatlichen Boden zu entziehen, um sie als ge­eignete Opfer in einem frevelhaften Bruder­kriege zu verwenden. Die Behörde wird dann sicher diesem Treiben ein Ende zu setzen wissen. Diese Anwer­bung ist auch noch in anderer Hinsicht von gefährlicher Be­deutung. Der Fall steht jedenfalls nicht vereinzelt da und läßt auf die Anwesenheit von Vermittlern in un­serem Lande schließen. Wir hoffen, daß die Veröffent­lichung dieser Zeilen genügen wird, um den englischen Wer­bern oder solchen, die in englischem Solde stehen, das Hand­werk zu legen.

Bad-Nauheim, 14. Oktober. Durch herabstürzende Erd­massen bei den Fundamentarbeiten eines Neubaues am Viktoria-Melita Ning (gegenüber dem städtischen Kranken­haus) verunglückte gestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ein daselbst beschäftigter Mauerer namens Joseph Granes aus Ober-Mörlen, verheiratet und Vater dreier Kinder. Der Arme wurde durch die Eidmassen bis an die Brust verschüttet und konnte nur nach großen Anstrengungen seitens seiner Kollegen ausgegraben werden. Trotz der schrecklichen Lage, in welcher sich Granes ungefähr eine Stunde befand, ist es nach näheren Erkundigungen im städtischen Krankenhaus, wo der Verunglückte sofort hin­gebracht wurde, doch wahrscheinlich, denselben am Leben zu erhalten.

f Verschiedenes. Vom Schöffengericht in Königstein (Taunus) wurden zwei Burschen, welche im vergangenen Sommer einige vom Taunusklub angebrachte Weg­markierungen entfernten, zu je 5 Tagen Gefängnis ver­urteilt. Der Frankfurter Wirtsverein hat den Aepfel- weinproduzenten eine Ermäßigung des Preises, der zur Zeit 22 Mk. für den Hektoliter beträgt, angesonnen. Die Produzenten haben die Preisherabsetzung abgelehnt. Die im Kunstgewerbemuseum zu Frankfurt a. M. veranstaltete typographische Ausstellung ist infolge des^fortgesetzt starken Besuchs bis zum 22. Oktober verlängert worden. Die Ausstellung ist durch nachträglichen Eingang von Neu­heiten ergänzt worden; u. a. durch eine von Hermann Elle in Gießen herausgegebene Sammlung wirkungsvoller Zeitungsinserate. -- In Grünberg hat sich am 12. d. Mts. ein Damen-Stenographen Verein (Gabelsberger) begründet. Dem Kursus in der Debattenschrift werden sich mehrere wissenschaftliche Vorträge anreihen. Das dem Postmeister Foucar gehörige Postgebäude in Bad- Nauheim ging für den Preis von 200,000 Mk. in den Besitz des Hoteliers Fischer (Bellevue) daselbst über. Ein von etwa 15 Einwohnern der Stadt Hungen unter­zeichnetes Gesuch, in welchem der Gemeinderat gebeten wird, die öffentlichen Brunnen untersuchen zu lassen, ist bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei eingereicht worden. DieStadtverordnetewVersammlung in Herborn, woselbst man vor der Bürgermeisterwahl steht, beschloß, bei den 49 Bewerbungen um die Stelle, vorerst alle Offiziere und Juristen außer Acht zu lassen, da diese doch nicht in Herborn bleiben würden, sondern sich fortwährend um besser dotierte Stellen bemühten. Wegen Mißhandlung, Haus­friedensbruch und Körperverletzung wurden der Tagelöhner Ph. Pf. II. und der Maurer K. W. aus Launsbach zu 3 Monaten Gefängnis und eine Woche Haft, bezw. 6 Wochen Gefängnis und eine Woche Haft verurteilt. Sie hatten in der Nacht vom 13. auf den 14. August d. Js. zu Launs­

bach den Ph. Pf. und Gastwirt V. mit den Fäusten in« Gesicht geschlagen, sie zu Boden geworfen und auch sonst noch mißhandelt. Die Gemeinderatsversammlung in Biedenkopf beschloß die Einschaltung eines dritten Viehmarktes im Sommer. Es sollen geeignete Unter­kunftsräume auf dem Markte errichtet werden. Zur Wiederherstellung der Stadtkirche in Friedberg hat das Großh. Ministerium 50,000 Mk. in« Staatsbudget eingesetzt.

Darmstadt, 14. Oktober. Bei der gestern in Wixhausen ftattgehabten Synode de« Dekanats Darmstadt wurde Herr Pfarrer Neuroth von Griesheim zum Dekan gewühlt.

Ems, 15. Oktober. Die Lahnlied Feier auf welche schon früher an dieser Stelle hingcwiesen wurde, soll nun bestimmt am Sonntag den 29. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Theatersaale des Hotel Metropole hier statt­finden. Dazu haben auswärtige Künstler von Ruf, mehrere Gesangvereine und Dilettanten ihre Mitwirkung zugesagt. Es werden 15 bis 20 Der eingelaufenen besten Lieder teils als Männerchöre, teils als Sologesänge, teils rezitatorisch zum öffentlichen Vortrag gebracht, damit jedermann Ge­legenheit hat, sich selbst ein Urteil zu bilden. Die Ver­kündigung der Entscheidung der Preisrichter erfolgt am 3. November. (Hubertustag.)

Kastel, 14. Oktober. Ein schweres Unglück er­eignete sich heute vormittag an einem Neubau der Sanders- Häuser Landstraße. Drei Arbeiter stürzten infolge Brechen­einer Gerüftbohle, auf welcher sie sich befanden, etwa sechs Meter tief hinab auf Zementbeton. Einer blieb bewußtlos liegen, die anderen konnten sich erheben. Die sofort be­nachrichtigte Sanitätskolonne verbrachte den tätlich verletzten Arbeiter Lempe aus Ochsbausen nach dem Landkrankenhaus, während die beiden übrigen glücklicherweise nur geringe Verletzungen davongetragen hatten und sich ohne Hülfe nach ihrem Wohnort Kirchbauna begeben konnten. Wie nachträglich mitgeieilt wird, ist der verunglückte Lempe in­folge der erhaltenen Verletzungen bereits verschieden. Der Bischof von Fulda wird vom 21. bis 24. d. M. in hiesiger Stadt verweilen, um am Sonntag dem 22. die Firmung zu spenden und am folgenden Tage die Kon­sekration der neuen katholischen Kirche in der Kölnische» Allee vorzunehmen.___________________

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Martusurureinbe.

Den 12. Oktober. Tobias Boller II, Kutscher zu Manzenberg, und Elisabethe Bender, Tochter deS Fuhrmanns Hermann Bender zu Gießen.

Luk« »gemeinde.

S>n 7. Ok ober. Karl ©tor.mei, Schic ss r zu Gießen, und Katharine Marie Henriette Kuhl, Tochter des KiperS Daniel Kuhl zu Gießen.

Johannes gemeinde

Den 7. Oktober. Carl Heinrich I le, Kaufmann zu G-oßen- Linden, und Karoline ®ir>eftti>e H lene Christiane Reinhndt, Tochter deS verstorbenen M^chanikus Earl Reinhardt zu Güßen.

Getaufte.

Matthäusgemeinde.

Den 8 Oktober. Dem Kamicsteger meiner Edua d Rupp ei» Sohn, Fri drich, geboren den 29. August , Denselben. Dem Schloss r August Appel ein Sohn, Kart Wilhelm, geboren denev S.piembe,-.

^MarkuSgemetnde.

Dm 8 Oktober. D m Kaufmann Emil Bmder ein Sohn, August Christian Waldem-r Wilhe m Emil gcboren ben 4. Seplbr.

Denselben. Dem Schreiner Johannas Vogel ein Sohn, Heinrich Johannes, geboren den 30 August.

Denselben. Dem Hu-mach,r Rudolf Richter eine Tochter, Frieda Luise Margarete Wrltrckmine, geboren den 25. August.

Lukasgemeinde.

Den 8. Oktober. Dem B-hnwä-ter Heinrich Heß eine Tochter, Ottilie Lina Anna Anton», geboren d.n 25. August.

Denselben. Dem Brauer Heinrich Wider eine Tochter, Johanna, geboren dm 9. August.

JohenneSgemeinbe.

Den 8. Oktober. Dem Fabr'karbeiter Ludwig Käs eine Tochter, Elisabethe Susanne, geboren dm 24 August.

Beerdigte.

Den 7. Oktober. Anna Marga rle B.cker, geb Gabel, Witwe des verstorbenen Privatmanns Johannes B cke , 78Jrhre alt, starb den 5. Oktober.

Den 13 Oktober. JobanneS R-, Rmtuer, ein Witwer, 72 Jahre alt. starb den 11. Oklobrr.

MarcuSoen'eiude

Den 12. Oktober. Anna Müll r, Tochter des verstorbenen Wollkämmers Kasp-r Müller zu Ulrichstein, 32 Jahre alt, starb Den 10. Oktober.