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ihm zur Last gelegten strafbaren Hand
ln Bangkok verstimmt hat. Vom siamesischen Standpunkt ift b(iäs nicht unerklärlich, hatte doch der König Vorbe- b Mutigen für den Empfang des Bruders des deutschen KUaisersr getroffen, die Millionen in Anspruch genommen YUen 'sollen. Die Gründe politischer Natur aber, die in MMfland für die Hinausschiebung des prinzlichen Be- schchs maßgebend waren, ließen gerade für Siam den Bestich nun so wünschenswerther erscheinen. Wir zweifeln nicht, biirj eiine geschickte diplomatische Behandlung dieses für u Bre Beziehungen zu Ostasien durchaus nicht gleichgültigen
FWrs bald im Stande sein wird, den möglicherweise ver- lclimeiu Boden wiederzugewinnen.
— Aus Brasilien. In der „Nordd. Allg. Ztg." leüs'ni wir: „Mehrere deutsche Blätter haben aus der in C$W Alegre (Brasilien) erscheinenden „Deutschen Ztg." ei M Mitteilung wiedergegeben, wonach in Bom Jardin ein bescher Lehrer unschuldig in Haft genommen sein sollte, ot,W d«aß der deutsche Konsul in Porto Alegre dagegen ci nMiritten sei. Diese Mitteilung beruht auf Entstellung dcriö Zachverhalts. Thatsächlich ist der Lehrer Günther Milte aus Greifswald von den brasilischen Behörden als
lu'^:zist bereits erwiesen. Müller hat nach Feststellung des TllM Aandes die Flucht ergriffen. Von dem kaiserlichen KcLchl in Porto Alegre war sogleich bei dem ersten amt- lid>ia Vorgehen gegen Müller das zur Aufklärung der S.Äch «Erforderliche veranlaßt worden."
Kokates Md Ursvnyieües.
Gießen, 16. Mai 1899.
* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- hennjvg haben Allergnädigst geruht, am 22. April dem Orl^cr-ichtsmann Leonhard Stephan zu Rohrbach das HKgmeiine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige tremt $ienfte" zu verleihen.
" Bevollmächtigung. Auf Grund Allerhöchster Ent- schWmg Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs öoiai 6. Mai l. Js. ist dem Herrn Sebastian Cahn in Friiichnt a. M. das Exequatur als Peruanischer Konsul fürL das Großherzogtum Hessen erteilt worden.
" Deutscher Flotteuverein. Auf die telegraphische Nach- rikWdm der am Samstag Abend erfolgten Gründung eines Pv^mirrzialausschusses des deutschen Flotten- veA'tin-s in Gießen ist am 15. ds. bei dem Vorsitzenden deKsckm, Herrn Geh. Hofrat Profeffor Dr. Oncken, über
in Po-Mumi w NM r nur wünschen!. reriickMM- die BchmL
n das Ach- nntgabe du hrn Zeitin entstehende^-- sieben: Es.v es nicht -r
M der W''v Leser erfäjrtA, lattes versE ■ IeamtenW:• r nicht stE.
■Jkt kann es im Jntereffe der Bestrebungen der Gewerkte ften, soweit sie auf dem Gebiete notwendiger Sozial- vivimen liegen, nur bedauern, wenn die Gewerkschaften icd) in der antinationalen Haltung der Sozialdemokratie Innen sie von dieser trennenden Punkt erblicken; die natür- W Folge ist, daß das berechtigte Mißtrauen, das die un- dlttsche Politik der Sozialdemokraten erregt, auch auf die liialcn Ziele und Bestrebungen der Gewerkschaften über- vagnn wird. Die bürgerlichen Parteien andrerseits werden fjch vor Augen halten muffen, daß sie mit einer, den sozialen Hsormen sich entgegenstemmenden Haltung der Sozialem v-kratie immer mehr Elemente zuführen werden, die ihr Don vornherein nicht mit Naturnotwendigkeit zufallen Wen. M. N. N.
— Heber die wirkliche Bedeutung der Bewegung intet den Deutsch-Amerikanern infolge der sinn- bftn Zeitungsverhetzung und des Maulheldentums sucht Ächt zu verbreiten eine Mitteilung der „Hamburger Nach- lichttn" aus Chicago: Ich ersehe aus den uns gekabelten fischen Preßstimmen, daß man dort den Versammlungen •ttr t eutschen Vereine Chicagos und der vom Chefredakteur ütr ,,Westlichen Post", Dr. Pretorius in St. Louis, ar- mngiirten Zusammenkunft der deutschen Redakteure Missouris eine xu hohe Bedeutung beimißt. Das amerikanische Deutsch- tim hat so weit so wenig Einigkeit bewiesen wie weiland fctr Frankfurter Bundestag, und wir haben leider keinen AisMirck, uns Einigkeit zu lehren oder nötigenfalls einzu- Wltm. Möge das doch mal anders werden! Ich begrüßt jeden Versuch, der in dieser Beziehung gemacht wird, Md woher auch das Vorgehen der hiesigen Deutschen und Äte Dr. Pretorius mit großer Freude; aber erst die nächsten Wahkn können bekunden, ob ein günstiges Resultat erzielt murbt. Die Deutschen gehören fast durchgehends der demo- katischen Partei an und sind als solche schon Gegner der Maiiastration. Die ekelhaften Hetzereien gegen Deutsch- üonb haben uns natürlich erbittert, und zwar nicht nur die Ätwollraten, sondern ebensosehr die Republikaner, zu deren fütiei ja ich auch schon seit langen Jahren gehöre.
— Deutsche Interessen in Siam. Unter Hin- a«is iauf die fortwährenden Reibereien Frankreichs und Äglonds in Siam erörtern die „Bangkok Times" die Ktror. siehung deutschen Kapitals, wozu der „Ostas. Ll." remerft: Die Verhältnisse in Siam liegen thatsächlich für •ine Ausdehnung des deutschen Einflusses ungemein günstig. 2m Politische Einmischung ist nicht vonnöten; die deutsch- .rnunUiche Stimmung aber sollte rechtzeitig ausgenutzt ? tiftiben. Wir brauchen nur auf das kleine Dänemark zu flauen, um zu erkennen, wie ungemein nutzbringend Kapital -« »Sicim angelegt werden kann. Daß das energische Auf- »mten des deutschen Reiches in seiner Interessensphäre in CSiina das Vertrauen zu seiner Macht und seiner Entschloss! nheit, auf seinem Rechte zu bestehen, bei allen c ^tischen Völkern in hohem Maße gekräftigt hat, soll auch i im biefer Stelle nicht unerwähnt bleiben. Als getreue Hl-sromsten aber dürfen wir nicht verschweigen, daß die
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LLE nL8»9. einer Minderjährigen dringend verdächtig weil au6 übotMacht und auch während sechs Stunden polizeilich ein- ht das MWJ. gejpsm worden. Diese Maßnahmen sind aber den Um- eamtelesens 7 ftätinitit nach als gerechtfertigt anzuerkennen. Die Schuld natorischen s de ^.'Kuller an der ihm zur Last gelegten strafbaren Hand- zKM
tz und Nd»prt L.lnilerltnffung des für den Januar in Aussicht genommenen PsinmM bis M RchchZ Sr. kgl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen
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Darmstadt folgende Antwort Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs eingelaufen:
Bon der Bildung eines Provinzialausschusses des deutschen Flottenvereins in Gießen habe ich mit aufrichtiger Freude Kenntnis genommen und bin seiner treuen Teilnahme an der gemeinsamen Arbeit für des Vaterlandes Größe sicher. Ernst Ludwig.
•* Von der Universität. Der von der Heidelberger Studentenschaft ausgegangene und an alle deutschen Universitäten gerichtete Vorschlag, dem ersten Kanzler des deutschen Reiches zu Ehren: 1) den 21. Juni zum dies academicus zu erklären, 2) am Sitz jeder Universität eine sogenannte „Bismarckssäule" aufzustellen, stand jüngst im Gesamtsenat der Gießener Universität zur Beratung. So freudig der Gedanke einer besonderen akademischen Ehrung des großen Kanzlers — und Ehrendoktors der Gießener Hochschule — begrüßt und anerkannt wurde, so wenig Anklang fand der erste Vorschlag, die Einrichtung eines neuen akademischen Feiertags; es gebe schon jetzt der Gelegenheiten zu feiern, mehr denn genug. Der passende Tag, Bismarcks Andenken zu ehren, sei für Gießen der 1. Juli, der Stiftungstag der Universität. Es wird beschlossen, dem jeweiligen Rektor die Ehrung des großen Toten bei dem Festakt am 1. Juli anheimzustellen. Der zweite Vorschlag wird grundsätzlich gutgeheißen, die Beschlußfassung aber verschoben, bis das Ergebnis der Konkurrenz für die Bismarcksäulen bekannt wird und ein Ueberblick über die Kostenfrage zu gewinnen ist, denn es müsse für ausgeschlossen gelten, daß die Gießener Studentenschaft für sich allein die erforderliche Summe aufbringen könnte.
** Sonder Perfoueuzüge ans Anlaß des Pfingstfestes werden, soweit sie die Station Gießen berühren, gefahren am 20. Mai: Auf der Strecke Gießen — Köln, ab Gießen: 1) morgens 5,35 (Vorzug 1.—4. Kl., in Köln 10,41), 2) morgens 8,30 (Sonderzug 1.—4. Kl., in Köln 1,12), 3) am 20., 23. und 24. Mai, an Gießen 4,45 nachmittags, am 20. und 23. Mai 7,17 nachm., am 20. Mai 11,14 nachm. (Sonder- bezw. Personenzug). Auf der Strecke Frankfurt —Gießen, ab Gießen nach Frankfurt am 21. Mai 2,43 vorm., 4,53 vorm. (1.—3. Kl,), am 20. und 23. Mai 11,50 vorm., am 20., 23. und 24. Mai 4,54 vorm., am 20. und 23. Mai, 6,40 und 8,08 nachm.; an Gießen aus Frankfurt am 20. u. 23. Mai 4,47 nachm., am 19. Mai 7,38 nachm., am 20., 21. und 24. Mai 12,20 nachts, am 19., 20. und 21. Mai 1,27 nachm. In der Richtung nach Marburg: Am 20. und 23. Mai, ab Gießen 4,55 nachm., am 24. Mai 7,49 nachm., am 20., 21. und 24. Mai 12,26 nachts, am 19., 20. und 21. Mai 1,42 nachts; an Gießen aus Marburg am 21. Mai 2,29 und 4,48 vorm., am 20. und 23. Mai 11,50 vormittags, am 20., 23. und 24. Mai 4,45 nachm., am 20. und 23. Mai 3,11 und 8,03 nachm. In der Richtung nach Fulda: Am 20. Mai ab Gießen 11,28 vorm., 5,00 nachm.; in der Richtung Fulda — Gießen: Am 23. Mai, ab Fulda 2,14, an Gießen 4,31 nachm. In der Richtung Gießen — Gelnhausen: Am 20. Mai, ab Gießen 4,29 nachm., an Gelnhausen 6,34 abends.
A Mainz, 14. Mai. Alsbald, nachdem im verflossenen Herbste die großen Verkehrsstörungen bei der vormaligen Hessischen Ludwigsbahn eingetreten waren, verlautete mehrfach auf das bestimmteste, daß sowohl zur Entlastung des hiesigen Eisenbahntunnels als auch zur Herstellung einer direkten Linie Mainz-Wiesbaden beabsichtigt sei, im Bereiche des diesseitigen Eisenbahnbezirkes größere bauliche Veränderungen und Neuanlagen vorzunehmen, die hauptsächlich darauf abzielten, mit einer neuen Ueberbauung des Rheins und des Mains und einer Umführung um Kastel eine zweite Linie nach der Gustavsburg und nach Bischhofsheim zu schaffen. Seit dieses Projekt in die Oeffentlichkeit gedrungen, sind viele Monate und Wochen in das Land gegangen, ohne daß etwas weiteres über die Sache verlautete, so daß man vielseitig zur Ansicht kam, das ganze Projekt sei fallen gelassen worden. Dem ist indes, wie wir aus sehr wohl unterrichteter Quelle hören, nicht so, sondern ist im Gegenteil in der Zwischenzeit das ganze Projekt in allen Einzelheiten ausgearbeitet worden und zwar so weit, daß bereits morgen oder übermorgen von Berlin eine bautechnische Kommission zur Prüfung des Projekts an Ort und Stelle hier eintrifft. Wie man uns mitteilt, soll unmittelbar nach Sanktionierung des Projektes durch diese Kommission eine Vorlage zur Bewilligung der Geldmittel zu Ausführung desselben erfolgen.
Mainz, 14. Mai. Am Samstag abend kurz vor 8 Uhr traf der neue Schnelldampfer der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft „Kaiserin Augusta Victoria", auf seiner ersten Bergfahrt begriffen, hier ein. Das prächtige Schiff ist nicht nur der größte und am schnellsten fahrende Personendampfer unserer schönen Rheinflotte, sondern auch thatsächlich der erste Personendampfer, welcher auf deutschrheinischer Werft, aus deutschem Material und ausschließlich von deutschen Händen erbaut wurde und zwar auf der Werft zu Roßlau an der Elbe. Das Schiff ist ein erstklassiges Salonboot von 83 m Länge in der Wasserlinie, 8,2 m Breite zwischen den Radkasten und 1,09 m Tiefgang. Das Schiff hat vier Dürr-Kessel und seine Maschine entwickelt 1250 Pferdekräfte, so daß es den jetzigen größten Rhein- Salondampfer auf der Bergfahrt Köln—Mainz in der Fahrgeschwindigkeit um eine halbe Stunde schlägt.
Singen, 13. Mai. Die heute dahier eröffnete, durch den hiesigen Verein der Hundefreunde veranstaltete Internationale Hundeausstellung ist mit etwa 560 Hunden beschickt. Darunter befindet sich eine größere Anzahl ans ersten Züchterkreisen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Die Dauer der Ausstellung ist auf Samstag, Sonntag und Montag festgesetzt; heute, am ersten Tage, erfolgt die Prämiierung.
Aus der Zett für die Zett.
Vor 150 Jahren, am 17. Mai 1749, wurde zu Berkeley der Wundarzt Eduard Jenner geboren, der 1796 die erffe Schutzpockenimpfung mit Kuhpockenlymphe anwandte, clt. r^nntniS/ Ueberstehen der eingeimpften ungefährlichen Kuhpocken für längere Zeit vor den Menschenpocken schützt, führte zur staatlichen Einführung der Zwangs- tmpfung am 1. April 1872 in Deutschland für Kinder im 1. und nochmals im 12. Jahre (Revaccination). Jenner starb am 2o. Januar 1823 in seiner Vaterstadt.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 15. Mai. Eine aufregende Szene ereignete sich am Samstag abend im Zirkus Schumann beim ersten Auftreten des Löwenbändigers Julius Seeth. Bei der zweiten Nummer, dem großen, von zwanzig Löwen gestellten Tableau, wurde eines der Tiere, namens „Romeo", widerspenstig und ging auf Seeth los. Dieser wollte, da er nur mit der Peitsche bewaffnet war, sich die eiserne Stange, die Hauptwaffe eines jeden Tierbändigers, reichen lassen, mußte aber, da dies nicht rasch genug ging und die Situation eine bedrohlichere wurde, die von Eisengittern abgesperrte Manege schleunigst verlassen. Bald kam er wieder mit der eisernen Stange und trieb den furchtbar brüllenden Romeo durch den Verbindungsgang. Alsdann wurde der Löwe mit der Wasserspritze bearbeitet, und er ging endlich in seine Zelle. Da Romeo seit einiger Zeit sich öfters höchst bösartig benommen hat, entschloß sich Seeth, das 17 Jahre alte Tier, das er selbst aufgezogen hat, sofort töten zu lassen. Ein wohlgezielter Schuß in den Kopf, vom Schwager Seeth's, Direktor Albert Schumann, abgegeben, machte dem Leben Romeos ein Ende. Seeth betrat später auf stürmisches Verlangen des Publikums wieder die Manege; er hat keinerlei Verletzung davongetragen. Die Vorstellung nahm alsdann ihren Fortgang.
Verkehr, Kand- und Mtksunrtschast.
Vietze«, 16. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 1.10—1.20, Hühnereier per St. 0—0 4, 2 St. 9—12 Enteneier 2 St. 11—12 Gänse- eier per St. 10—11 Käse 1 St. 5—8 H, Käsematte per St. 3 4, Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar 0.80—1.00, Hühner per St. 1.10—1.40, Hahnen per Stück 1.50—2.00, Enten per St. JL 2.60—2.50, Gänse per Pfund JC 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 6.50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. * 8.50—9.60, Milch per Liter 16 4-
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marttzeit darf im Nmherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „£>erolbw.
Berlin, 16. Mai. In dem gestern zu Ende geführten Vier-Tage-Rennen siegte der Franzose Champion, Zweiter wurde Cordang.
Trient, 16. Mai. In Siuj in Dalmatien fand gestern mittag ein heftiges, von donnerähnlichem Rollen begleitetes sechs Sekunden dauerndes Erdbeben statt, welchem später noch ein vier Sekunden dauernder Erdstoß folgte. Die Ortschaften Turjai und Trilj wurden stark beschädigt. Zahlreiche Personen trugen Verletzungen davon.
Haag, 16. Mai. Die Frage der Zulassung von Vertretern der Presse zur Eröffnungssitzung der Friedens- Ko n fe r e n z ist im Prinzip günstig entschieden. Man wird nur die Tragfähigkeit der Gallerie des Sitzungssaales prüfen. Gestern nachmittag verließ der päpstliche Nuntius den Haag. Er wird während der Dauer der Friedens-Konferenz seinen Aufenthalt in Luxemburg nehmen.
Paris, 16. Mai. Heute nacht 2 Uhr ist der hervorragende Kunstkritiker und Journalist Sarcel im Alter von 71 Jahren gestorben.
Paris, 16. Mai. Große Sensation erregt die vom „Temps" gebrachte Enthüllung der vier Schriftstücke, welche dem Kriegsgericht von 1894 im Beratungszimmer durch den Vorsitzenden Obersten Manrel den Richtern vorgelegt worden sind. Diese Schriftstücke sind: 1. das gefälschte Panizzardi-Telegramm, 2. das Schriftstück Gelte Canaille de D. 3. ein vergleichendes Schriftstück, nämlich ein Brief Schwartzkoppens an Panizzardi, welcher beweisen sollte, daß das erste Schriftstück Sette Canaille de D. von demselben Militär-Attache herstamme, 4. eine Abhandlung über Dreyfus, worin dieser angeklagt wird, verschiedene Artillerie-Geheimnisse an Deutschland ausgehändigt zu haben. Der Vorsitzende gab den Richtern diese vier Schriftstücke eins nach dem anderen in die Hände und erklärte, der Buchstabe D. bedeute Dreyfus und das Schriftstück stamme von Schwartzkoppen. Dann lenkte er die Aufmerksamkeit der Richter auf die Panizzardi- Depesche, welche bekanntlich im Kriegsministerium gefälscht worden war. Nachdem die Richter einige Minuten über diese Schriftstücke nachgedacht, erfolgte die Abstimmung, wonach Dreyfus einstimmig verurteilt wurde. Diese Veröffentlichungen des Temps, welcher die Mitteilungen wahrscheinlich von einem Mitgliede des Kriegsgerichts von 1894 erhalten hat, wird die Annullierung zur Folge haben, selbst wenn der Kassationshof die Revision ablehnen sollte.
Madrid, 16. Mai. In Valadolid ist der Belagerungszustand aufgehoben worden.
Z' dass d. bekannten Kuren geg. Angst, IVvl VUmvU Zwangagedanken, Schlafloeigk, Asthma, Hera- ?rreg., Magen- u. Darmträgh., Schwächezust, def. Gicht etc. auch in d. Jahre v. April biß Okt. in Auerbach9 Hessen stattfinden. Prosp. üb. Eigenart u. Wirkung frei.
2535 Dr. Borcherdt.


