kandibaten nur noch Probst Fehr in WormS, Dekan Engel
Wiederaufstellung der neuen Uhr gewiß freudig begrüßt werden, da der bisherige Mangel einer Uhr im südlichen
aufzwingt, obwohl unsere vollste Sympathie auf Seilen der Buren ist. Dieses Gefühl der Ohnmacht wird der deutschen. Nation ein Ansporn sein, für die Schaffung einer starken | Kriegsflotte einzutreten, deren Besitz die Frage entscheiden i muß, ob Deutschland Weltmacht bleibt oder nicht.
Hoffentlich wird man auch in den binnenländischen I Provinzen und in Süddeutschland die partikularistlschen Sonderinteressen den großen nationalen Interessen des Reiches unterordnen.
Stadtteile recht sehr empfunden worden ist.
** Zur Beachtung! Mutwilligerweise hat am 17. Oktober er. auf der Sinteret Chaussee der 28jährige Zimmermann Philipp G. von Mensfelden einen Stock in V , ________ ,
Speichen des von Fräulein Horn aus Limburg gefahrenen I bestätigen, verbleiben auf der aufgestellten Liste J)cr Bischoss- Zweirades geworfen, sodaß diese herunterstel und sich ver- I f '' T '
Emmelius.
Herr Adolf Braun hat um Erlaubnis zur Legung einer Drainage von seinem Grundstück in der Lichtenau nach der städtischen Wiese am Schäferbrunnen nachgesucht. Die Erlaubnis soll unter Bedingung des Widerrufs erteilt werden, sofern Gesuchsteller sich bereit erklärt, die frag!. Wiese aus die Dauer von 6 Jahren für 12 Mk. jährlich zu pachten.
Herrn Karl Puth soll die Erbauung einer in 40Mir. Entfernung vom Wieseckerweg zu errichtenden Feldscheuer ausnahmsweise unter der Bedingung erteilt werden, daß die Entfernung der Scheuer nach Ablauf von zehn Jahren angeordnet werden kann, wenn das öffentliche Interesse dies erheischt.
Das Gesuch des Herrn Kommerzienrat Heyligen- staedt um Erlaubnis zur Errichtung zweier Anbauten an die Fabrikanlage in der verlängerten Liebigstraße wird be-
befürworten.
△ Mainz, 14. Dezember. Ein gelegentlicher Darm« städter Korrespondent des „Mainzer Journal" teilt dem letzteren mit, daß die von dem Mainzer Domkapitel der Regierung unterbreitete Liste für den bischöflichen Stuhl in Mainz nunmehr an das Domkapitel zurückgesandt worden sei. Im Anschluß hieran erklärt das „Mainzer Journal", daß ihm eine offizielle Bestätigung vorstehender Mitteilung bis jetzt noch nicht zugegangen und es auch außer stand sei, die weitere Nachricht ihres Korrespondenten zu kontrollieren, daß die Regierung die Streichung der Namen Prinz Max von Sachsen, Weihbischof Fischer er- । von Köln und Pfarrer Forschner von hier von der Liste , |V~ —— —?-----
die vorgenommen habe. Im Falle sich vorstehende Mitteilungen führung der oberen Partien m Holzkonstruktton erforder- I •‘ . .. „ r,.., l cm ■ r i . r „ I « J. _ /T«. _■ a___a __.k.Hinllä nPI lirrnnTTPT
starken Kälte noch nicht vornehmen. Es wird die
liche Dispens wird ebenfalls befürwortet.
Einem infolge Umbaus des Postamts in der Bahn-
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•• Erledigte Stellen für Militärauwarter im Bezirk des 18. Armeekorps. Endorf (Amt Allendorf), Kreis Arnsberg, Polizeidiener beim Amt Allendorf, 800 Mk. Anfangsgehalt. — Ober-Postdirektionsbezirk Frankfurt (Main), zwei Landbriefträger , je 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Ober Postdirektionsbezirk Frankfurt (Main), zwei Briefträger und Postschaffner, 900 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Mainz, Garnison-Bauamt I, Baubote, 2,50 Mk. täglich.
** Ueber Luci Bierna, welche von München aus ver- schiedenc Gastspiele absolvierte, liegen die günstigsten Kri- titen vor, welche der Künstlerin das beste Zeugnis ausstellen. Ganz besonders gerühmt werden ihre „Eva", „Fron-Fron", „Cyprienne" und „Rautendelein". Bilder der Künstlerin sind in den Schaufenstern der Herren Challier, Frees und Noll ausgestellt. Alle drei Gastspiele finden diesmal zu mittleren Preisen statt.
** Die neue Turmuhr für die katholische Kirche ist fertig und auch bereits montiert und wird in der nächsten Zeit wieder in Betrieb gesetzt werden; die Uhr ist bereits gestern hier eingetroffen, doch kann unser Stadtuhrmacher, Herr G. Spies, die Aufstellung wegen der eingetretenen
Hardt in Bensheim und der BistumSverweset Domkapitular Dr. Brück. — Der Schiffsverkehr ift seit heute vollständig eingestellt und nur noch die kleinen Trajektboote, die den Verkehr zwischen hier und Kastel vermittelte«, sieht man sich mühsam durch die Eismassen des Rheines fortarbeiten. Die hiesigen und auch der Gustavsburger Hafen sind gedrängt voller Schiffe und sind viele Schiffsführer in Verlegenheit, wo sie ihre Fahrzeuge bergen sollen. Die fliegenden Brücken und Fähren auf der Strecke zwischen Bingen und Worms haben ihren Verkehr eingestellt, ebenso ist die Trajektverbindung zwischen Rüdesheim und Bingen unterbrochen. Oberhalb der Eisenbahnbrücke hier haben sich mächtige Landlehnen festgelegt, die bereits das Zulaufen des Rheinarmes zwischen den dort gelegenen Inseln und dem jenseitigen Rheinufer verursachten. Die Nahe hat sich an ihrem Ausfluß in den Rhein bereits festgestellt. Bei bedeutendem Sinken des Barometers waren verflossene Nacht 3 Grad Kälte weniger als die vergangene Nacht, indem das Thermometer uns 10 Grad unter Null zeigte.
Mainz, 14. Dezember. Krematorium. Der hiesige Verein für Feuerbestattung wird demnächst einen Antrag bei der Stadtverwaltung um Errichtung eines Krematoriums einbringen, und zwar soll dasselbe auf dem Teile eines Geländes errichtet werden, welches direkt an den christlichen Friedhof anstößt, welches aber erst von der Stadt Mainz zur Vergrößerung des Friedhofes erworben werden soll. Es würde somit das Krematorium sich wohl innerhalb des Friedhofes, aber nicht unmittelbar inmitten der Grabstätten desselben befinden. Mit der Errichtung eines Krematoriums ist auch selbstverständlich die Erbauung eines Kolumbariums beabsichtigt. Von beteiligter Seite glaubt man recht bald im Besitze der notwendigen Mittel zu fein, um mit der Errichtung der erforderlichen Bauten beginnen zu können.
Amöneburg, 14. Dezember. Amöneburg ist noch das einzige Städtchen, das keine G emeind cum lag en erhebt. Die jeweilige Stadtbehörde wird niemals in die Lage versetzt werden, solche erheben zu müssen, wenn unser städtischer Haushalt in der seitherigen schön geordneten Weise weiter geführt wird. Denn die alljährlich wiederkehrevden Einnahmen der Stadtkasse sind ziemlich bedeutend Es vereinnahmt die Stadtkasse für Aecker und Wiesenpachtgelder etwa 10000 Mk., an Bauholzkaufgeldern gegen 12000 Mk. Die sonstigen Einnahmen belaufen sich auf 3000 Mk. und außerdem giebt die Sparkasse alljährlich vom Reingewinn je nach Bedarf 6 bis 10000 Mk. an die Stadtkasse ab. Die Gesamteinnahme beträgt also bis zu 35000 Mk. Im Verhältnis zum städtischen Vermögen hat die Stadt kaum nennenswerte Schulden. nF- Zig )
Kirchvers (Kreis Marburg), 12. Dezember. Hier und in einigen Nachbargemeinden sind die M afern aufgetreten. Am schlimmsten hat die Krankheit bisher wohl in unserem Dorfe gehaust, da schon mehrere Kinder derselben zum Opfer gefallen sind.
Hanau, 13 Dezember. Oberst Schiel, der als Führer des deutschen Freikorps im südafrikanischen Kriege in der Schlacht bei Elandslaagte verwundet wurde, ist auch vielen Einwohnern der hiesigen Gegend bekannt, da derselbe als junger Mann vor Ableistung seiner Dienstpflicht bei den Bockenheimer Husaren als landwirtschaftlicher Volontär } auf der nahen Domäne Baiersröderhof weilte. Schon da- I mals zeigte er lebhaftes Interesse für das Ausland, indem er sehr gern mit dem in Marmöbel wohnhaften Wilhelm Riegler, der damals von seinen Irrfahrten aus Südamerika zurückgekehrt war, verkehrte, und diesen Verkehr auch nach Ableistung seiner Militärdienstpflicht wieder aufnahm. Schiel ist, waS vielleicht nicht allseits bekannt sein dürfte, ein geborener Frankfurter, Sohn eines dortigen Weinreisenden.
letzte. Die Strafkammer in Limburg verurteilte den G. I am Montag zu 3 Monaten Gefängnis.
*» Akademische Vorträge. In der Aula des Kollegien- I Hauses sprach am Mittwoch, den 13. b. M. Herr Privat- I dozent Dr. Kinkel über Leben und Philosophie Friedrich Nietzsches. Der Vortragende legte bar, daß brei fßenoben im Entwicklungsgänge Friedrich Nietzsches sich unterscheiden I lassen. In der ersten romantischen Periode (bis 1878) steht I Nietzsche unter dem Einflüsse Schopenhauers und Wagners. Die Willensmetaphysik und Aesthetik Schopenhauers sind sein Ausgangspunkt; in Schopenhauer sieht er das Ideal des Philosophen, wie in Wagner dasjenige des Künstlers. I Die zweite Periode (bis etwa 1882) charakterisiert sich durch eine Abwendung von den romantischen Jugendidealen (Ab- I fall von Wagner und Schopenhauer) und eine Hinneigung I zu positiven und rationalistischen Anschauungen, Bekämpfung jeder Metaphysik und aller transzendenten Ideen (feindliche Stellung zum Christentum). Die Erkenntnis stehl jetzt für Nietzsche höher als die Kunst, der Gelehrte höher als der Künstler. Das Problem der Entstehung der Moral tritt mehr und mehr in den Vordergrund. Die dritte Periode I (bis 1888) stellt sich gewissermaßen als eine Synthese der I beiden ersten bar. In ber erneuten Bevorzugung bes Trieb- I haften, Irrationalen im Menschen nähert er sich ber Ro I mantik seiner Jugenb, in ber Behanblung des Problems I ber Moral steht er ber zweiten Periobe näher. Der Ge- I banke, baß bie Einzelnen, die großen Männer — nicht bie I „viel zu vielen", bie Durchschnittsmenschen — bas Ziel ber Entwicklung ber Menschheit sinb, kehrt in veränberter Form in allen brei Perioben toieber. Wenn Nietzsche in ber ersten Periobe im Künstler, in ber zweiten im Gelehrten (Freigeist) | bas Jbeal ber Menschheit sieht, so vereinigt der „Ueber- mensch" beide, den Künstler und Gelehrten, in einer Person. Will man Nietzsche eine gerechte Würdigung zuteil werden | lassen, so muß man ihn in erster Linie als Dichter und erst I in zweiter Linie als Philosoph ansehen. Als Philosoph hat I er mehr anregend als wirklich schöpferisch gewirkt. Seine Philosophie ist voller Widersprüche und fast in keinem Punkte abschließend. Als Dichter zeichnet er sich durch seine anschauliche Gestaltungskraft, seinen Bilderreichtum, seine Gedankenfülle ebenso sehr aus wie durch die Schönheit seiner Sprache. Als Künstlerwerke sind seine Schriften von unvergänglichem Wert. — Die in großer Zahl erschienenen Zuhörer und Zuhörerinnen spendeten den fesselnden Darlegungen des Vortragenden reichen Beifall.
---- Aus dem Vogelsberg, 14. Dezember. (Eingesandt.) Im „Schottener Kreisblatt" vom 12. Dezember stand zu lesen, daß die Manöverflurentschädigungsgelder durch die Großh. Distriktseinnehmerei Ulrichstein für sieben Gemeinden | mit 4300 Mark zur Auszahlung jetzt gelangten. Wir | können konstatieren, daß dies leider nicht der Fall ist, ob- । wohl die Leute jetzt vor Weihnachten das Geld sehr gut gebrauchen könnten. Denn als Leute aus dem Kreis Lauterbach, der schon längst Anweisungen zum Erheben an die einzelnen Gemeinden hinausgegeben hat, die Entschädigungsgelber erheben wollten beim Distrikseinnehmer in Ulrichstein, schickte sie bieser Herr wieder fort mit bem Bemerken, er brächte im Januar diese Gelder selbst mit in die Orte beim Erheben der Steuern. Ist dieser Herr berechtigt, die oft armen Leute so lange warten und einen stundenlangen Weg umsonst machen zu lassen? Hätten sie teiae Manöverschäden gehabt, so hätten die Einzelnen längst ihre Frucht verkauft und dafür bas jetzt so nötige Bargelb zu Hause.
O Vom höheren Vogelsberg, 13. Dezember. Seitbem hier etwas Schnee gefallen, ist auch gleichzeitig starker Frost eingetreten, mitunter bis zu 10 Grab Reaumur. Wenn auch die Straßen mit nur wenig Schnee bedeckt sind und auch an einigen Stellen, wie alljährlich um diese Zeit, mit zerkleinerten Basaltsteinen aufgefüllt sind, so wird doch der Schlittensport schon als „etwas neues für die Saison", ziemlich stark betrieben. Zu schwerem Lastfuhrwerk dagegen l muß und kann nur ber Wagen benutzt werben.
----- Vom oberen Vogelsberg, 14. Dezember. In ber Oberförsterei Grebenhain sind 20 Italiener als Holzhauer eingetreten, ba an dem Bahnbau ber Strecke Lauterbach-Grebenhain gewisse Arbeiten nicht mehr ausgeführt werben können. Diese Arbeiter leisten verhältnismäßig mehr als bie hiesigen Leute, erlauben sich bagegen auch eine bessere Kost. Genannte Italiener sollen eine Frau als Köchin im Walbe haben, welche regelmäßig das Essen her- stellt, was bei den hiesigen Holzhauern wegfällt, welche sich gewöhnlich nur mit Kaffee und Brot begnügen, denn andernfalls würde sich dies Geschäft auch nicht gut rentieren, ba I bie Löhne gering waren.
Darmstadt, 14. Dezember. In ihrer letzten Sitzung I beschloß die Handelskammer Darmstadt, die zollfreie Einfuhr von Weinen zur Kognakbereitung zu befür- I warten, dagegen bie Erhöhung des Zolles auf aus- I ländischen Kognak und die Freigabe getrockneter Feigen, I Rosinen und Konnten zur Bereitung von Kognak nicht zu
fürwortet. . _, 1
Herr Wilh. Schomber beabsichtigt, an der Schottstraße ein Zwillingshaus zu errichten Der wegen der Aus- sührung des oberen Stockwerks in sichtbar bleibender Holzkonstruktion erforderliche DiSpenS soll befürwortet werden.
Das östliche EiShaus der Brauerei A. Dönnrngh osf soll einen Kühlraumaufbau erhalten. Der wegen Aus-
Lokales und Urovinnelles.
Gießen, 15. Dezember 1899.
** Geschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Vor 21 J'bren, «m 16. Dezember 1878, starb zu Sachienbaulen der Dichter Kart Ferdinand Gutzkow, ein beständig gärender Gern, der Mn £<ben fang als .JungdeuNcher" die „Ideen feiner Zeit belauschte. .Die Ritter vom Geist" und „Der Zauberer von Rom find Er- -kugrisse eines feinen KopfeS und ftaifm Geistes, und erreaten säst dasseld- Aufsehen, wie seine verbotenen Iugendromane. Sein Trauerspiel „Uriel Acosta" hat sich aus der Bühne erhallen, desgleichen seine Lustspiele.
*» Neujahrs-Glückwunschkarten Beim Herannahen des Weihnachts- und Neujahrsfestes fei, neben unzähligen Gegenständen, die zu Geschenken ausgestellt und verkauft werden, auch auf einen Verkaufsartikel hingewiesen, der in seiner Eigenart und Vielfältigkeit nicht minder Beachtung verdient, wie die tausend und abertausend von Weihnachtsgeschenken. Wir meinen bie Neujahrs-Glückwunschkarten. Die Sitte, jebern Verwandten und Freunden beim Jahreswechsel einen Glückwunsch durch eine Karte zu senden, ist bei uns in Deutschland seit langer Zeit verbreitet und fast allgemein geworden. Auch in anderen Ländern versendet man auf Neujahr Karten, aber während dies z. B. in Frankreich in der Art geschieht, daß man nur seine schlichte Besuchskarte durch die Post versendet, hat die Sitte bei uns einen viel schöneren und herzlicheren Anstrich. Beim Versand der Karte will man nicht nur gratulieren, man will bem Empfänger mit ber, in ben meisten Fällen, künstlerisch aus- geftatteten Karte auch eine Freude bereiten. Und was alles in immer wieder neuen, schönen und eigenartigen Karten geboten wird, das zeigen uns die Ausstellungen gleich nach dem WechnachtSfeste in ben betreffenden Geschäften. In den wenigen Tagen „zwischen den Jahren" werden viele Millionen Karten umgesetzt und das ganze Geschäft ab- gewick lt, wofür die Kartenindustrie mit tausenden geschäftigen Händen das ganze Jahr gearbeitet, hat. Mancher Händler findet nach einem schlechten Weihnachtsgeschäfte einen willkommenen und ihm zu gönnenden Verdienst beim Verkauf der Neujahrskarten. Ferner werden in Deutschland über 100,000 Personen durch bie Karten beschäftigt, und interessiert sind dabei auch Fabriken für Maschinen, Papier und Farben, sowie Zeichner und Maler. Von verschiedenen Seiten ist man nun bestrebt, dem Versand von Neujahrskarten entgegenzuwirken, z. B. durch die sogen. Ablösung. Durch einen gestifteten Beitrag für einen milden Zweck, der in der Tagespresse mit dem Namen des Spenders veröffentlicht wird, entbindet man sich von der Verpflichtung, Neujahrswünsche zu senden. Diese Wohlthätigkeit hat den einen Vorzug ber Bequemlichkeit. Denn wer glaubt, er Ihne bamit ein gutes Werk, bebenft nicht, baß er auf ber anderen Seite eine Industrie schädigt, die vielen Tausenden ben nötigen Verdienst und bas tägliche Brot gewährt. Er bedenkt nicht, daß aus einem blühenden Erwerbszweig auch viele andere Nutzen ziehen, und so bem Staate und ber Gesamtheit nutzen. Die Sache hat aber neben ber praktischen auch eine ibeale Seite. Oder ist es gering au- zuschlagen, baß man wenigstens an ber Jahreswende bei Freunden und Bekannten, deren man im Hasten und Treiben des Lebens im Verlaufe des Jahres nicht gedenken konnte, sich durch eine Karte wieder in Erinnerung bringt? Dieser Ablösung ber Neujahrsglückwünsche muß entgegen gearbeitet werden, und rechnen wir mit Zuversicht darauf, daß bie Mehrzahl ber Gebildeten biefe Bestrebung unterstützen, unb in ihren Kreisen für die Erhaltung der althergebrachten Sitte: Der Versendung der Neujahrskarten, eintreten wird. (H. P. V.)
Sitzung der Stadtverordneten am 14. Dezember 1899.
Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi unb Wolff, von feiten ber Stabt- verorbneten bie Herren Brück, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gaffky, Dr. Gutfleisch, Hanau. Haubach, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jugh ardt, Keller, Krumm, Leib, Lober, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schiele, Schmal! unb Wallenfels.— Entschuldigt die Herren Beigeordneter Grüneberg, Stadtverordneten Grünewald, Kirch, Heyligenstaedt unb


