Ausgabe 
16.5.1899 Erstes Blatt
 
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aber nicht der Fall. Bezüglich einer Reihe Don Punkten herrsche Einverständnis zwischen seiner Partei und dem Centrum, weil dieselbe die gleichen Anträge vertreten habe. Aus dem Gesichtspunkt etwas zustande zu bringen, mit Rücksicht auf die erste Kammer, habe man diesen Kompromiß beschlossen, welchem er aber nicht zustimme. Abg. Schröder ist mit der ganzen Regelung, der Frage, nicht einverstanden, da seiner Ansicht nach, eine ganze Reihe von Gesichtspunkten von großer Tragweite außer Acht gelassen worden seien. Weder dem Antrag des Ausschusses, noch dem Kompromiß­antrag werde er daher zustimmen. Justizminister Dittmar bedauert den Standpunkt Schröders und wünscht im Interesse des konfessionellen Friedens, daß das Haus den Kompromiß­antrag annehme. Gegen die 5 Stimmen der Sozialdemo­kraten erfolgt hierauf Annahme der sämtlichen Artikel 112 bis 117. Damit wird die Sitzung um 1/22 Uhr geschlossen. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr mit folgender Tagesordnung: 1. Beratung des Restes des Ausführungs­gesetzes. 2. Beantwortung der Interpellation DavidFall Dettweiler. 3. Beantwortung der Interpellation Köhler- Darmstadt und SchmeelBarackenbau in der Hochschule". 4. Beratung des Einkommensteuer-Gesetzes.

Deutsches Keich.

Berlin, 13. Mai. Der Nachwuchs des preußischen Offizierkorps ist seit fünf Jahren in langsamer Ab­nahme, da die Zahl der offenen etatsmäßigen Leutnants­stellen bei einzelnen Waffengattungen bereits überschritten, bei den anderen nahezu erreicht ist. In der Zeit vom 1. April 1898 bis zum 31. März 1899 sind im Ganzen 889 Offiziere ernannt gegen 930 im Jahre 1897/98, 1021 im Jahre 1896/97, 1064 im Jahre 1895/96 und 1069 im Jahre 1894/95, so daß gegen das Vorjahr eine Abnahme um 41 und gegen das Jahr 1894/95 eine solche um 180 stattgefunden hat. Bei der Infanterie ist die Zahl der neuernannten Leutnants allerdings noch von 582 auf 635 gestiegen. Bei der Kavallerie ist sie von 137 auf 91 gesunken und hat damit einen so niedrigen Stand erreicht, wie in keinem der 12 Vorjahre. Bei der Feldartillerie beträgt die Zahl der neuernanten Leutnants 72 gegen 70 im vorigen Jahre, während im Jahre 1896/97 132, im Jahre 1895/96 180, im Jahre 1894/95 224 Neu­ernennungen stattfanden. Der starke Rückgang ist dadurch erklärlich, daß bei der Feldartillerie die Zahl der Leutnants viel größer ist, als die der etatsmäßigen Stellen, so daß noch etwa 50 Leutnannts, die zum Teil bereits seit neun Monaten Offiziere sind, noch das Fähnrichsgehalt erhalten. Bei der Fußartillerie beträgt die Zahl der neu ernannten Leutnants nur 27 gegen 45 im vorigen Jahre. Seit zehn Jahren ist eine so niedrige Zahl nicht mehr erreicht worden. Auch beim Pionierkorps ist die Zahl der neu ernannten Leutnants stark gesunken, sie beträgt nur 37 gegen 66 im vorigen Jahre. Bei den Verkehrstruppen hat sie sich von 14 auf 7, also auf die Hälfte vermindert. Beim Train sind 20 Offiziere neu ernannt gegen 16 im vorigen Jahre.

Ausland.

Paris, 13. Mai. Recht stürmisch verlief wieder die Sitzung der Deputiertenkammer am Freitag, wobei es sich wieder um einen Zwischenfall in der Dreyfussache handelte. Die Antirevisionisten arbeiteten auf den Sturz des Ministers des Aeußeren, Delcassv, hin. Der Haupt­zeuge des Geueralstabes in den Verhandlungen bezüglich der Revision des Dreyfus-Prozesses, Major Cuiguet, und der Versailler Richter Grosjean, der Freund Beaurepaires in seinem Vorgehen gegen die Kriminalkammer, veröffent­lichten imPetit Journal" einen Briefwechsel zwischen Delcassö und Freycinet, um die Armeekreise gegen Delcassö einzunehmen, lieber diese Angelegenheit wurden in der Kammer Anfragen gestellt. Der Kriegsminister Krantz er­klärte, er habe sofort den Beschluß gefaßt, Cuiguet für diese Handlung zu entlassen. (Lebhafter Beifall links.) Delcassö besteigt unter anhaltendem Lärmen der Rechten die Redner­tribüne und erklärt, daß die Briese, die er an den Kriegs­minister Freycinet geschickt habe, von Cuignet und dem Petit Journal" gefälscht worden seien. Es entsteht ein unbeschreiblicher Lärm. Die Regierung fordert das Ver­trauensvotum. Dasselbe wird mit 389 gegen 65 Stimmen angenommen. Diese Abstimmung bedeutet einen Erfolg für die Freunde der Revision im Dreyfus-Prozeß.

Der französische Kriegsminister Krantz ordnete an, daß Duruy seine Vorlesungen an der polytechnischen Schule am 15. Mai wieder aufnehmen solle. Bekanntlich war sein Vorgänger Freycinet an der Duruy'schen Angelegenheit ge­scheitert oder hatte sie wenigstens zum Vorwand für seinen Rücktritt genommen.

Asien. Zielbewußt arbeitet die russische Staatskunst darauf hin, sich das nördliche China zunächst verkehrs­politisch und wirtschaftlich zu eigen zu machen. Jetzt hat aus Grund des neuen englisch-russischen Abkommens die Russisch-Chinesische Bank mit Unterstützung des russischen Gesandten die Erteilung einer Konzession für eine Zweig­bahn nachgesucht, die von Niutschwang oder einem anderen Punkt an der Transmandschurischen Bahn über Schanhaikwan nach Peking zu bauen wäre, so daß Port Arthur mit Peking durch eine Bahnlinie in Verbindung stände. Der russische Gesandte ersuchte um eine baldige Antwort auf diesen An­trag, dessen Zweck natürlich ist, den Russen unbehinderten Zugang zur Hauptstadt selber zu gewähren. Dieser Schachzug, der nach chinesischer Angabe der britischen Re­gierung vorher unbekannt gewesen sein soll, hat die Mit­glieder des Tsung-li-Aamen sichtlich nervös gemacht. Von ihrer Antwort verlautet noch nichts. Nun wird berichtet, die chinesische Regierung habe den Empfang der Mitteilung von dem englisch-russischen Abkommen selber mit dem aus­drücklichen Bemerken bestätigt, daß diese Bestätigung in

keiner Weise eine Unterwerfung unter den Grundsatz be­deute, daß zwei Nationen Abmachungen über China treffen können, ohne China selbst zu fragen. Gerade bei dieser grundsätzlichen Feststellung tritt die tatsächliche Ohnmacht der Chinesen, sich einem solchen Vorgehen erfolgreich zu widersetzen, nur um so greller zu tage. In dem eingangs erwähnten Fall dürfte aber auch England selber sich sehr unangenehm berührt fühlen.

Kckalrs und Provinzielles.

Gießen, 15. Mai 1899.

* Von der Universität. Herr Dr. med. Bruno Henneberg, Prosektor am anatomischen Institut dahier, hat sich als Privatdozent für das Fach der Anatomie habili­tiert. In seiner zu Ausgang des Wintersemesters gehaltenen Probevorlesung sprach er überglatte Muskulatur".

* Militärdienst - Nachrichten. Huff, Proviantamts- Assistent in Darmstadt, als Proviantamts-Kontrolleur auf Probe nach Küstrin zum 1. Juni d. Js., Schl ar bäum, Proviantamts - Assistent in Saarburg, nach Darmstadt versetzt.

* * Ernannt wurde am 8. Mai der Gerichtsschreiber- Aspirant Karl Hartmann zu Mainz zum Hilfsgerichts­schreiber bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach.

* Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Kaiser!. Ober-Postdirektion Darmstadt, sechs Landbriefträger, je 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Daselbst, ein Briefträger und zwei Postschaffner, je 900 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Limburg, Amtsgericht, Kanzleigehilfe, 5 bis 10 Pfg. Schreiblohn für die Seite. Windecken, Amts­gericht, Kanzleigehilfe, durchschnittlich zirka 3040 Mk. monatlich.

Die Kriegerkameradschaft beging am Samstag in Leibs Festsaal ihr 3. Stiftungsfest. Nach dem flott gespielten Kriegerkameradschaftsmarsch von Krauße hielt der Vorsitzende, Herr Hauptlehrer Traber, die Begrüßungs­ansprache, die mit einem freudig aufgenommenen Hurra auf Kaiser und Großherzog beendigt wurde. Es folgten Musik- und deklamatorische Vorträge patriotischen Inhalts und eine Reihe Toaste. Das von einem Mitgliede verfaßte Schau­spielDie Bergluft" fand unter kundiger Regie flotte Wiedergabe durch strebsame Dilettanten. Der bis zum Tagesanbruch dauernde Tanz schloß die alle Teilnehmer be­friedigende Feier.

** Hohe Anerkennung. Wie wir erfahren, hat das Großherzogliche Ministerium des Innern der Volksdichterin Johannette Lein eine Spende von 300 Mk. überweisen lassen.

** Deutscher Flottenverein. Der auf Anregung des Landesausschuffes des Deutschen Flottenvereins für das Großherzogtum Hessen zur Gründung eines Provinzial- Aus schuss es dieses Vereins für die Provinz Oberheffen zusammengetretene provisorische Ausschuß hatte für Samstag, den 13. d. Mts. abends 8J/2 Uhr die Mitglieder des Deutschen Flottenvereins zu einer konstituierenden Ver­sammlung eingeladen, die folgenden Verlauf nahm: Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Oncken begrüßte die Erschienenen und verbreitete sich dann in feffelnder Rede über Anlaß und Ziel der Bewegung. Herr Eisenbahnsekretär Blum referierte darauf über die von dem provisorischen Ausschuß unternommenen vorbereitenden Schritte, wie über den Erfolg seiner eigenen Thätigkeit zu gunsten des Vereins. Herr Professor Dr. Höhlbaum dankte sodann namens der Mit­glieder dem provisorischen Ausschüsse für feine bisherige Thätigkeit und stellte den Antrag, die Mitglieder desselben endgiltig zu wählen, welchem Antrag einstimmig Folge geleistet wurde. Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. Oncken nahm im Namen sämtlicher Ausschußmitglieder die Wahl dankend an. Sodann wurde die Absendung einer telegraphischen Nachricht über die erfolgte Konstituierung an Se. Königliche Hoheit den Großherzog, als Protektor des Hess. Landes­vereins, beschloffen. Darnach wurde der Vorstand ermächtigt, sich durch Zuwahl auf dreißig Mitglieder zu ergänzen. Den Schluß der Versammlung bildete ein von Herrn Ge­heimrat Oncken auf Kaiser und Großherzog ausgebrachtes Hoch, in welches die Mitglieder des Vereins begeistert ein­stimmten.

** Stenographie. Man schreibt uns: Daß auch für die Damenwelt die Stenographie heutzutage von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, bedarf wohl kaum der Erörterung, da doch eine Menge Damen als Maschinen­schreiberinnen ihren täglichen Unterhalt verdienen, und für dieselben die Stenographie ein unerläßliches Hilfsmittel ist. Aber nicht allein im beruflichen Leben, sondern auch im brieflichen Verkehr u. s. w. findet die edle Kunst in Damen­kreisen massenhaft Verwendung, da durch sie eine Menge Zeit, und mithin auch Geld, gespart wird. Wie weit die Gabelsberger Stenographie in Damenkreisen Eingang ge­funden hat, beweist die Thatsache, daß zurzeit, ohne die vielen, keinem Vereine angehörenden Stenographinnen zu rechnen, schon 108 Damen-Stenographen-Vereine mit zirka 4000 Mitgliedern bestehen, und die Zahl der Vereine stetig im Wachsen begriffen ist. Der älteste Damenverein ist derjenige zu Dresden, welcher im Jahre 1875 schon ins Leben trat; ihm folgen die Vereine zu Augsburg, gegründet 1877, Bamberg 1878, München 1879, Würzburg 1880 u. s. w. Unter Hinweis auf obige Thatsachen möchten wir nicht verfehlen, diejenigen Damen, welche die edle Kunst des Meisters Gabelsberger zu erlernen gedenken, nochmals auf den demnächst beginnenden Anfangskursus des Gabelsberger Stenographen-Vereins aufmerksam zu machen, zumal das Honorar ein sehr mäßiges ist.

** Befitzwechsel. Das Haus des Herrn Volz, Wetz- steingaffe 8, ging durch Kauf zum Preise von 11,000 Mk. in den Besitz des Herrn Hofmann aus Friedberg über.

* e Blitzschlag. Am Samstag nachmittag 3 Uhr scklu i der Blitz in das Haus des Wirts Wilh. Pseisser' Liebigstraße 71, und zerstörte u. a. die Telephonleitunq

* Athletensport. Bei dem am Sonntag den 7. Mcc veranstalteten Amateur-Athleten-Wettstreite errang der Erst-, Gießener Stemm- und Ring-Klub im Klassen stemmep, folgende Preise: 1. Klaffe Seniors: I. Stein den erste» Preis. 1. Klasse Juniors: I. Staubach den 4. Preis M. Seldner den 8. Preis, Andreas Erhard den 10. Preis 2. Klasse Juniors: Walter Krainick den 1. Wilhelm Grünewald den 2. Preis, Wilhelm Redenins den 4. Preis, Ludwig Sommerlat den 7. Preis, Ludwig $OqeU Höfer den 8. Preis, August Schaumburg den 13. Prxj^ Junior-Ringen: Wilhelm Redenius den 1. Preis' Walter Krainick den 6. Preis. Trotz des ungünstigen Wetters waren zu den Wettkämpfen eine bedeutende AnM Teilnehmer von Nah und Fern erschienen.

* * Polizeibericht: Arretiert wurde: Ein durchreisender Handwerksbursche, wegen Sachbeschädigung und Wider­stands. Zur Anzeige kamen: Eine größere Anzahl un­vorsichtiger, sogenannterSonntags-Radfahrer". % vergangener Nacht wurde einem Wirt in der Sonnenstich eine Fensterscheibe eingeschlagen. Der Thäter noch nicht ermittelt. Gestern wurde ein fremder Zimmer geselle wegen eines dahier verübten Betrugs zur Anzeige gebracht. Unfälle: 1. Am vergangenen Samstag fiel eii 4 Jahre alles Kind in den Schoorgraben an der West anlage und wäre sicherlich ertrunken, wenn nicht sofort Hilst zur Stelle gewesen. 2. Gestern nachmittag fuhren mehrere Jungen in sogenannten Grönländern auf der Lahn, ein Vorwitziger machte allerhand Mannöver, wobei das Fahrzeug Wasser schöpfte und schließlich umkipplc Der Insasse wäre unrettbar ertrunken, wenn nicht ein in der Nähe befindlicher Schutzmann einen anderen Nachen zu Hilfe geschickt hätte. Heute morgen früh wurde ein von Steinbach kommender Radfahrer von dem großer Hunde eines Wirts in der Licherstraße ohne jegliche Ursache angefallen und derart belästigt, daß er zu Fall kam unfc sich nicht Unerhebliche Verletzungen zuzog, wie auch das Kai) stark beschädigt wurde. Dieser Fall steht nicht verein^.': da, sondern es geschah schon mehrfach, daß Radfahrer durch frag!. Hund zu Fall kamen. Wie konstatiert wurde, sollen die Betroffenen auf ihre Beschwerde bei dem ©igenta, von diesem obendrein wenig glimpflich behandelt worden sein

Offenbach, 12. Mai. Ueber den Kasernenbrand berichtet dieOffenb. Ztg." des Näheren: Die Kaserne unseres Bataillons ist gestern abend von einem außerordeni- lich schweren Schadenfeuer heimgesucht worden. Das Feuer kam kurz vor 7 Uhr in der Montierungskammer der 6. Kom­pagnie aus und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß innerhalb weniger Minuten die vier Montierungskammerrn der Kompagnien davon ergriffen wurden. Außerhalb der Kaserne wurde etwa 5 Minuten vor 7 Uhr eine leichte, neben dem Uhrtürmchen aufsteigende Rauchwolke wahrge- nommen, die zu der ersten Alarmierung Anlaß gab, aber schon wenige Minuten nach 7 Uhr war der ganze Dachstuhl des Mittelbaues von dem Feuer ergriffen und es stand schon jetzt fest, daß derselbe verloren sein werde. Nach den ersten Anzeichen des Feuers war vorerst nur die kleine Be­reitschaft der Feuerwehr herbeigerufen worden; nunmehr aber mußte, während vor dem Kasernenthor Alarm geschlagen wurde, das Zeichen zur Alarmierung der Stadt gegeben werden. Der Alarm blieb indessen besonders darum ziem­lich unwirksam, weil die Fabriken des Feiertages wegen feierten und das Alarmsignal nicht aufnehmen tonnten: das hatte denn auch zur Folge, daß man sich in der Stadt vielfach über die Bedeutung des Feuers täuschte und sich bei der Meinung beruhigte, daß eswieder einmal nichts" sei. Auf dem Brandplatze hatte indessen die kleine Bereit­schaftsmannschaft einen schweren Stand; sie vermochte nur wenig wirksam einzugreifen, zumal auch das den Schläuchen zufließende Wasser nur sehr ungenügenden Druck hatte und ziemlich wirkungslos blieb. Nach und nach trafen weitere Wehrleute, die zumeist alle erst im Laufschritt von ihren Himmelfahrtsausflügen gekommen waren, mit ihren Zügen ein und gegen 8 Uhr konnten die Löscharbeiten im vollen Umfange ausgenommen werden. Dieselben hatten sich in- deffen hauptsächlich darauf zu beschränken, den Herd des Feuers einzugrenzen und ein Uebergreifen auf die stark ge> fährdeten Seitenflügel zu verhüten. Die alarmierten Mann­schaften des Bataillons hatten inzwischen den Befehl erhalten, dem Feuer so viel als möglich die Nahrung zu entziehen, und dann wurde aufs angestrengteste daran gearbeitet, die Kaserne vollständig auszuräumen. Der Inhalt der wert­vollen Montierungskammern des Regiments und des Ba­taillons wurde auf den Kasernenhof geworfen, wo er aller­dings vielfach durch Fußtritte, Wasser 2C. verdorben würbe, während die wertvollen neuen Aluminiumhelme schon durch das bloße Ausschlagen auf den Boden unbrauchbar würbe*. In den Montierungskammern der Kompagnien gab es nicht» mehr zu retten, dieselben brannten vollständig aus. Betten rc. der Mannschaftsstuben wurden hinaus und w Freie geschafft, und so gerettet. Die schweelenden Don» dieser Kammern waren außerordentlich schwer abzuloM » sodaß die Wehr bis heute früh um 41/, Uhr auf dem Brcm platz in Thätigkeit bleiben mußte; eine Wachtkompagn konnte erst heute früh um 10 Uhr abrücken. Ueber o Entstehungsursache des Feuers bestehen einstweilen nur xe' mutungen, die sich auf der Thatsache aufbauen, daß w°r9 eine Vorrevision der Montierungskammern zu der für nächsten Tage angesagten Hauptrevision stattfinden 1° ' Die Kammerunteroffiziere haben noch heute nacht um 9 zwei Uhr und heute früh um 6 Uhr Verhöre zu besteyt»- gehabt, Verhaftungen der Unteroffiziere, von denen - laufende Gerüchte wissen wollen, haben bisher jedoch stattgefunden. Uns wird vielmehr zuverlässig versichert, o v die Verhöre keinerlei Momente zu Tage gefördert ya

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